DE3710775A1 - Verfahren und vorrichtung zur wasserfoerderung aus bohrbrunnen - Google Patents
Verfahren und vorrichtung zur wasserfoerderung aus bohrbrunnenInfo
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- F04F1/08—Pumps using positively or negatively pressurised fluid medium acting directly on the liquid to be pumped the fluid medium acting on the surface of the liquid to be pumped specially adapted for raising liquids from great depths, e.g. in wells
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- E—FIXED CONSTRUCTIONS
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- E03B—INSTALLATIONS OR METHODS FOR OBTAINING, COLLECTING, OR DISTRIBUTING WATER
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine
Vorrichtung zur Wasserförderung aus engen Bohrbrunnen
großer Tiefe, insbesondere in wasserarmen Regionen.
Die Wassergewinnung aus tiefliegenden wasserführenden
Erdformationen erfordert einen hohen technischen
Aufwand, dessen Realisierung durch mangelnde Ergie
bigkeit häufig nicht sinnvoll ist. Einer Reali
sierung dieses technischen Aufwandes steht häufig
auch der meist nur geringe Wasserbedarf an einer
bestimmten Stelle entgegen. In manchen Regionen der
Erde ist die Bevölkerung daher mit Trinkwasser
unterversorgt oder nicht versorgt, obwohl sich in
großen Tiefen wasserführende Erdformationen befinden.
In Bohrbrunnen sind herkömmliche Unterwasserpumpen
wegen des relativ kleinen Bohrlochdurchmessers nur
bei Förderhöhen bis ca. 40 oder 50 Meter verwendbar,
weil die Pumpenabmessungen keine Förderstufenzahl er
möglichen, die über diese Förderhöhen hinausreichen
würden. Die Wassergewinnung aus noch tiefer
abgebohrten Bohrbrunnen scheitert an der Förder
möglichkeit unter realistischen Bedingungen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Wasser aus
engen Bohrbrunnen, vor allem aus Bohrbrunnen mit sehr
großer Tiefe, mit einem geringen technischen Aufwand
an die Erdoberfläche zu fördern und dabei auf Pumpen
als Fördermittel zu verzichten.
Zur Lösung dieser Aufgabe wird erfindungsgemäß ein
Verfahren vorgeschlagen, welches durch die Merkmale
nach dem Patentanspruch 1 gekennzeichnet ist.
Nach diesem Verfahren wird in das enge Bohrloch ein
entsprechend klein bemessenes Gefäß bis auf den Boden
des Bohrloches oder in dessen Nähe abgesenkt, so daß
Wasser durch einen oberen Einlauf in den Sammelraum
des Gefäßes einströmen kann und diesen Sammelraum
füllt. Bei einer vorbestimmten Füllhöhe wird der
Zufluß abgesperrt und das Wasser aus dem Gefäß durch
dann in dieses Gefäß einströmende Druckluft über die
Leitung in einen Aufnahmebehälter an der Erdober
fläche oder mindestens etwa in Höhe der
Erdoberfläche verdrängt. Sobald der Sammelraum des
Gefäßes entleert ist, erfolgt eine Druckentlastung,
so daß auch der Zufluß wieder öffnet und der
Sammelraum erneut mit Wasser vollaufen kann. Auf
diese Weise erfolgt intermittierend eine Förderung
einer jeweils geringen Wassermenge mittels Druckluft,
wobei diese Druckluft vorteilhaft durch einen
Kompressor erzeugt wird, der an der Erdoberfläche
aufgestellt werden kann. Das erfindungsgemäße
Verfahren ermöglicht die Wasserförderung aus extrem
großen Tiefen mit einem relativ geringen technischen
Aufwand. Dieser Aufwand kann selbst dann noch
lohnend sein, wenn die wasserführenden Schichten
nicht besonders ergiebig sind, oder wenn die
Förderung nur über einen begrenzten Zeitraum erfolgen
soll. Die Fördermenge wird durch die
intermittierende Förderung zwar begrenzt, aber da der
Förderbetrieb rund um die Uhr aufrechterhalten werden
kann, läßt sich auf diese Weise in jedem Fall eine
Wassermenge fördern, die für die
Trinkwasserversorgung in einer sonst wasserarmen
Region, vor allem einer Wüstenregion, ausreicht.
Bei der Vorrichtung zur Förderung aus engen Bohr
brunnen relativ großer Tiefe entsprechend der
Erfindung ist ein Gefäß vorgesehen, welches den
Sammelraum bildet, dessen Außendurchmesser kleiner
ist als der Durchmesser des Bohrbrunnens, so daß das
Gefäß an Traggliedern hängend in dem engen
Bohrbrunnen abgesenkt und zum Beispiel mittels einer
starren Leitung, die beim Absenken des Gefäßes
aufgebaut wird und die vorteilhaft zugleich die
Tragglieder für das Gefäß bildet, mit einem
hochliegend im Bereich der Erdoberfläche angeordneten
Aufnahmebehälter verbunden. Eine weitere Leitung
verbindet den Sammelraum des Gefäßes mit einer
Druckluftquelle, z. B. einem Kompressor, wobei die
letztere Druckluftleitung oben in den Sammelraum
mündet und die Verbindungsleitung zwischen dem Gefäß
und dem Aufnahmebehälter mit ihrer Mündung etwa bis
auf den Boden des Sammelraumes in dem Gefäß reicht.
Der ebenfalls im oberen Bereich des Gefäßes
angeordnete Zulauf weist ein vorteilhaft selbsttätig
wirksames Verschlußorgan mit einer aufschwimmenden
Schwimmerkugel auf. Ein Rückschlagventil in der
Leitung zwischen dem Gefäß und dem Aufnahmebehälter
verhindert den Rückfluß des Wassers nach unten. Die
Steuerung der Förderung erfolgt durch Ventile in der
Druckluftleitung, so daß der Sammelraum des Gefäßes
durch Mittel an der Erdoberfläche entlastet werden
kann, so daß das Verschlußorgan des Zuflusses im
Gefäß selbsttätig öffnet. Das Gefäß selbst kann an
einer Kette, einem Seil oder auch an einem Gestänge
aufgehängt sein, um es in jede beliebige Tiefe
absenken und seine Höhenlage ggf. variieren zu
können, wenn dazu die zuvor bereits erwähnte
Aufhängung des Gefäßes an der starren Rohrleitung aus
irgendwelchen Gründen nicht geeignet ist.
Alle beweglichen Teile der Vorrichtung, insbesondere
die Druckluftquelle und ihre Steuerorgane, befinden
sich an der Erdoberfläche, müssen also nicht in dem
Bohrloch untergebracht werden und sind für die
Wartung frei zugänglich.
Ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vor
richtung ist auf der Zeichnung schematisch in einem
vertikalen Schnitt dargestellt.
In einem engen Bohrloch 1 befindet sich am unteren
Ende ein Gefäß 2 mit einem druckfest verschließbaren
Sammelraum, einem im oberen Bereich angeordneten
Zufluß 3 mit einem selbsttätig arbeitenden Ver
schlußorgan aus einer aufschwimmenden Schwimmerkugel
4. Der Außendurchmesser dieses im Querschnitt etwa
rohrförmigen Gefäßes 2 ist kleiner als der Innen
durchmesser des Bohrloches 1. Eine Rohrleitung 5
verbindet den Innenraum des Gefäßes 2 mit einem
Aufnahmebehälter 6, der an der Erdoberfläche auf
gestellt ist. Das untere Ende dieser Rohrleitung 5
mündet knapp über dem Boden in dem Gefäß 2 und weist
ein Rückschlagventil 7 auf, um den Rückfluß des
Wassers aus dem Rohr 5 in das Gefäß 2 zu verhindern.
Das obere Ende der Rohrleitung 5 ist als Überlauf
ausgebildet, der oberhalb der maximalen Füll
standshöhe in dem Aufnahmebehälter 6 liegt. Eine mit
strichpunktierter Linie dargestellte Druckluftleitung
9 mündet oben in den Sammelraum des Gefäßes 2 und
verbindet diesen mit einer Druckluftquelle 8, deren
Einzelheiten in dem Kastenschema dargestellt sind.
Regelorgane der Druckluftquelle 8 steuern den Ablauf
des Fördervorganges und sorgen für die anschließende
Entlastung des Sammelraumes in dem Gefäß 2, so daß
das Verschlußorgan 4 den Zulauf 3 des Gefäßes 2
wieder freigibt.
Das Ausführungsbeispiel zeigt in der
in der Zeichnung eingerahmten vergrößerten
Darstellung eine Druckluftquelle 8 an sich bekannter
Bauart aus einem Kompressor (K) mit Antriebsmotor
(M), einem Ausgleichsdruckbehälter, Rückschlag
ventilen, Magnetvenilen, Druckreglern und Zeitglie
dern (t 1 und t 2).
Das sich in dem Bohrbrunnen ansammelnde Wasser
gelangt über den Zulauf 3 in den Sammelraum des
Gefäßes 2. Bei einer bestimmten Füllstandshöhe
schließt das Verschlußorgan 4 den Zulauf 3, so daß
anschließend der Innenraum des Gefäßes 2 durch die
Druckquelle 8 unter Druck gesetzt und das Wasser aus
dem Gefäß 2 über die Rohrleitung 5 in den
Aufnahmebehälter 6 verdrängt wird. Nach der
Entleerung des Gefäßes 2 wird dieses entlastet, so
daß das Verschlußorgan 4 den Zulauf 3 öffnet und
erneut Wasser in das Gefäß 2 einströmen kann.
Zusätzliche Regelorgane des Aufnahmebehälters 6
können die Förderung aus dem Bohrbrunnen bei Er
reichung einer bestimmten Füllstandshöhe O
unterbrechen und nach dem Absinken unter eine tiefere
Füllstandshöhe I wieder in Gang setzen.
Die Versorgung der Druckluftquelle mit Energie kann
durch einen an ein Stromversorgungsnetz ange
schlossenen Elektromotor, durch einen Verbren
nungskraftmotor, insbesondere aber durch Solarenergie
oder durch Windenergie, erfolgen. Letztere Versor
gungssysteme haben den Vorteil, daß die Wasser
förderung z. B. in sonnenreichen Regionen während der
Sonneneinstrahlung bzw. in windreichen Regionen
während der aktiven Windzeiten, in einer Menge
erfolgen kann, die über den eigentlichen Bedarf
hinausgeht, so daß in Zeiten geringerer Sonnen
einstrahlung oder geringerer Windaktivität Wasser aus
dem Fördervorrat in dem Aufnahmebehälter 6 verbraucht
werden kann. Eine Kombination der erfindungsgemäßen
Vorrichtung mit einer Energieversorgung durch Solar
energie bzw. Windenergie ist daher als besonders
vorteilhaft anzusehen.
Claims (5)
1. Verfahren zur Wasserförderung aus engen Bohr
brunnen großer Tiefe, insbesondere in wasserarmen
Regionen, dadurch gekennzeichnet, daß in dem
Bohrbrunnen ein in sich geschlossenes Gefäß mit einem
Sammelraum und einem absperrbaren Zufluß abgesenkt
und diesem Sammelraum das Wasser in Teilmengen
intermittierend zugeleitet wird und daß das Wasser
aus dem Sammelraum bei druckdichter Absperrung seines
Zuflusses mittels Druckluft in einen hochliegend
angeordneten Aufnahmebehälter verdrängt, worauf der
Sammelraum wieder entlastet und sein Zufluß wieder
geöffnet wird.
2. Vorrichtung zur Wasserförderung aus engen
Bohrbrunnen großer Tiefe, insbesondere zur Durch
führung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß ein Gefäß (2) mit dem Sammelraum,
dessen Außendurchmesser kleiner ist als der
Durchmesser des Bohrbrunnens (1), an Traggliedern
hängend in den Bohrbrunnen absenkbar, mit einem
hochliegend angeordneten Aufnahmebehälter (6) durch
eine Leitung (5) verbindbar und mittels einer
weiteren Leitung an eine Druckluftquelle (8)
anschließbar ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Zulauf (3) des Gefäßes (2) mit dem
Sammelraum im oberen Bereich des Gefäßes angeordnet
ist und ein selbsttätig wirksames Verschlußorgan (4)
mit einer aufschwimmenden Schwimmerkugel aufweist.
4. Vorrichtung nach den Ansprüchen 2 und 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die Leitung (5) zwischen dem
Gefäß (2) und dem Aufnahmebehälter (6) ein Rück
schlagventil (7) aufweist und daß selbsttätig
wirksame Steuerglieder die intermittierende Wasser
förderung in Abhängigkeit vom Wasserstand in dem
Sammelraum des Gefäßes (2) bzw. in Verbindung mit
der Füllhöhe des Aufnahmebehälters regeln.
5. Vorrichtung nach den Ansprüchen 2 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß das Gefäß (2) an Ketten, Seilen
oder einem Gestänge hängend befestigt ist und einen
rohrförmigen Querschnitt aufweist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19873710775 DE3710775A1 (de) | 1987-03-31 | 1987-03-31 | Verfahren und vorrichtung zur wasserfoerderung aus bohrbrunnen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19873710775 DE3710775A1 (de) | 1987-03-31 | 1987-03-31 | Verfahren und vorrichtung zur wasserfoerderung aus bohrbrunnen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3710775A1 true DE3710775A1 (de) | 1988-10-20 |
Family
ID=6324517
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19873710775 Ceased DE3710775A1 (de) | 1987-03-31 | 1987-03-31 | Verfahren und vorrichtung zur wasserfoerderung aus bohrbrunnen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3710775A1 (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE4230306A1 (de) * | 1992-09-10 | 1994-03-17 | Bernd Hoeschele | Tauchpumpe |
| EP1703141A1 (de) * | 2005-03-17 | 2006-09-20 | François Braun | Verfahren und System zur Anhebung des Flüssigkeitsniveaus |
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| DE658225C (de) * | 1934-04-20 | 1938-03-24 | Josef Pichler | Druckluft- oder Druckgasfluessigkeitsheber |
-
1987
- 1987-03-31 DE DE19873710775 patent/DE3710775A1/de not_active Ceased
Patent Citations (4)
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| US8137076B2 (en) | 2005-03-17 | 2012-03-20 | Francois Braun | Method and system for raising a liquid using a pressurised gas and a buoyant, movable interface member |
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