DE3938667A1 - Verfahren und vorrichtung zum pumpen von meerwasser - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Nutzung der potentiellen
Energie der Schwerewellen des Meeres. Ein Referenzpotential wird
erzeugt, welches dem mittleren Seegang entspricht. Gegen dieses
Potential können die Potentiale sowohl der oberen als auch der
unteren Halbwellen des Seegangs genutzt werden, um kinetische
Energie zu erzeugen. Diese kinetische Energie kann Arbeit leisten.
Die Erfindung hat auch eine hydromechanisch arbeitende Vorrichtung
zum Pumpen von Meerwasser zum Gegenstand.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung
anzugeben, die ohne Zufuhr äußerer Energie dazu dienen kann, einen
gerichteten Meerwasserstrom zu erzeugen.
Das Verfahren beruht darauf, daß ein Referenzpotential erzeugt
wird, welches dem Niveau des mittleren Seegangs entspricht.
Gegenüber diesem Potential werden die Potentiale sowohl der oberen
als auch der unteren Halbwellen des Seegangs genutzt, um einen
Pumpvorgang hervorzurufen.
Die Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens, hier als
"Hydrostatisches Rohr" bezeichnet, ist in der Fig. 1
schematisch dargestellt. Sie besteht aus einem im Meer vertikal
angebrachten Rohr (6) (7), welches oben mit einem Schwimmer (8)
versehen ist, dort eine unter Wasser befindliche Öffnung (11) hat
und welches unten je eine mit einem Rückschlagventil (13) und (15)
bestückte Einlaßöffnung (12) und Auslaßöffnung (14) hat. Das Rohr
(6) (7) wird von der Wellenbewegung des Seegangs mitbewegt, derart,
daß mit Hilfe der Rückschlagventile (13) und (15) von der
Einlaßöffnung (12) zur Auslaßöffnung (14) hin eine pulsierende
Meerwasserströmung hervorgerufen wird.
Das Rohr (6 (7) ist an einem in der Rohrachse befindlichen Mast
(5) angebracht, der im Meeresboden in einem Bohrloch (4) verankert
ist und der über die Meeresoberfläche hinausragt.
Die unteren Öffnungen (12) und (14) des Rohres befinden sich in
einer Meerestiefe (H), in welcher die vom Seegang herrührende
Bewegung des Meerwassers abgeklungen ist, weil dort nur noch der
konstante hydrostatische Druck herrscht. Das ist in einer
Meerestiefe (H) der Fall, die mindestens der halben Wellenlänge
(L/2) des Seegangs entspricht.
In einer ersten möglichen Ausführungsform, die in der Fig. 2
schematisch erläutert ist, ist das Rohr (6) (7) als elastischer
Schlauch ausgebildet und derart in sich dehn- und stauchbar, daß
es sich auf einen Teil seiner größten Länge verkürzen kann. Das
Rohr (6) (7) ist in diesem Fall an seinem unteren Ende mit einer
unbeweglichen Befestigungsvorrichtung (9) und ansonsten in Höhe
einiger der starren Verbindungsringe (19) mit Gleitvorrichtungen
(10) am Mast (5) angebracht. Eine der unteren Öffnungen (12) oder
(14) des Rohres (6) (7) ist über eine starre Rohrverbindung an eine
ortsfeste andere Vorrichtung angekoppelt, in welcher eine
gerichtete pulsierende Meerwasserströmung hervorgerufen werden
soll.
In einer zweiten möglichen Ausführungsform ist das Rohr starr. Das
ganze Rohr ist in diesem Fall mit Gleitvorrichtungen (10) am Mast
angebracht. Eine der unteren Öffnungen (12) oder (14) des Rohres
ist über einen beweglichen Schlauch an eine ortsfeste andere
Vorrichtung angekoppelt, in welcher eine gerichtete pulsierende
Meerwasserströmung hervorgerufen werden soll.
In Abwandlung des Verfahrens ist eine weitere Ausführungsform des
dehn- und stauchbaren Rohres (6) (7) möglich, bei der die obere
Öffnung (11) geschlossen ist. Die unteren Öffnungen (12) und (14)
des Rohres können in diesem Fall auch in einer geringeren Tiefe
h < H unter dem mittleren Meeresniveau (2) liegen als der in der
Fig. 1 angedeuteten Tiefe H.
Die Vorrichtung ist denkbar einfach, da außer dem Mast nur ein
Rohr mit Schwimmer und zwei mit Rückschlagventilen besetzte
Öffnungen notwendig sind. Die erzeugte pulsierende
Meerwasserströmung kann umgesetzt werden, um Arbeit zu leisten.
Das Hydrostatische Rohr läßt sich mit Vorteil verwenden in der
Patentanmeldung vom gleichen Tage (internes Aktenzeichen P 2638),
und zwar bei einem Verfahren und einer Vorrichtung zur Gewinnung
von Süßwasser aus relativ warmem Meerwasser.
Das Hydrostatische Rohr in einer seiner möglichen
Ausführungsformen ist in den Fig. 1 und 2 schematisch
dargestellt.
Zur Orientierung sind in der Fig. 1 eine Meereswelle (1), das
mittlere Meeresniveau (2) und der Meeresboden (3) eingetragen,
ferner die Ausbreitungsrichtung der Meereswelle (X), die
Meereswellenlänge (L), die Höhe eines Wellenbergs (+ δH), die Tiefe
eines Wellentals (- δH), die mittlere Meerestiefe (T) und die
Meerestiefe (H), in der die Wellenbewegung erloschen ist. Es gilt
H < L/2.
Die linke Hälfte der Fig. 1 stellt das Hydrostatische Rohr so
dar, wie es aussieht, wenn es von einem Wellenberg gestreckt wird,
die rechte Hälfte der Fig. 1 so, wie es aussieht, wenn es von
einem Wellental gestaucht wird.
Im Meeresboden (3) befindet sich ein Bohrloch (4), in dem ein Mast
(5) eingelassen und befestigt ist. Der Mast (5) ragt oben über den
Wellenberg hinaus. Das Hydrostatische Rohr (6) (7) ist mit der
Befestigungsvorrichtung (9) fest am Mast (5) angebracht. Mit den
Gleitvorrichtungen (10) kann es, wenn es gestreckt oder gestaucht
wird, am Mast (5) entlanggleiten.
Am oberen Ende des Rohrs (6) (7) befindet sich ein Schwimmer (8),
unmittelbar darunter eine obere Öffnung (11). Zwischen der oberen
Öffnung (11) und der Befestigungsvorrichtung (9) befindet sich das
Rohr (6) (7), welches sich wie in der Fig. 1 angedeutet,
strecken oder stauchen läßt. Unterhalb der Befestigungsvorrichtung
(9) befinden sich an der unteren Einlaßöffnung (12) ein
Rückschlagventil 1 (13) und an der unteren Auslaßöffnung (14) ein
Rückschlagventil 2 (15).
In dieser Ausführungsform ist das Rohr (6) (7) als dehn- und
stauchbarer Schlauch ausgebildet, wie er in der Fig. 2
schematisch dargestellt ist. Der Schlauch besteht aus einer
elastischen Schlauchwand (16) mit äußeren ringförmigen Knicken
(17) und inneren ringförmigen Knicken (18). In der Schlauchwand
(16) sind starre Verstärkungsringe (19) eingelassen. Die
Richtungen von Dehnung und Stauchung sind in der Fig. 2 durch
Doppelpfeile (↕) angedeutet. Der Ruhezustand des Schlauchs ist
derjenige, bei dem der Schlauch seine kürzeste Länge hat.
Außer der in den Fig. 1 und 2 dargestellten ersten
Ausführungsform des Hydrostatischen Rohrs gibt es eine zweite
Ausführungsform, bei der das Rohr starr ist. Das starre Rohr
besitzt anstelle der ortsfesten Befestigungsvorrichtung (9) eine
Gleitvorrichtung (10). Es gleitet daher, wenn es vom Seegang
bewegt wird, als ganzes am Mast (5) auf und ab.
Eine dritte, vom Verfahren abweichende Ausführungsform
unterscheidet sich von der in den Fig. 1 und 2
dargestellten dehn- und stauchbaren Ausführungsform hauptsächlich
dadurch, daß die obere Öffnung (11) geschlossen ist. Die unteren
Öffnungen (12) und (14) des Rohres können in diesem Fall auch in
einer geringeren Tiefe h < H unter dem mittleren Meeresniveau (2)
liegen als der in der Fig. 1 angedeuteten Tiefe H.
Bei Seegang strömt das Meerwasser im Bereich der unteren Öffnungen
(12) und (14) des Rohrs abwechselnd nach oben und nach unten.
Dabei gilt für die Ausführungsformen mit offener oberer Öffnung
(11) folgendes. Befindet sich der Schwimmer auf der unteren
Halbwelle, dann wird eine bestimmte Menge Meerwassers durch die
untere Einlaßöffnung in das Rohr hineingedrückt, befindet sich der
Schwimmer auf der oberen Halbwelle, dann wird die gleiche Menge
Meerwassers durch die untere Auslaßöffnung hinausgedrückt.
Für die verfahrensuntypische Ausführungsform mit geschlossener
oberer Öffnung (11) gilt folgendes. Befindet sich der Schwimmer
auf dem Weg nach oben, dann wird eine bestimmte Menge Meerwassers
durch die untere Einlaßöffnung in das Rohr hineingezogen, befindet
sich der Schwimmer auf dem Weg nach unten, dann wird die gleiche
Menge Meerwassers durch die untere Auslaßöffnung hinausgedrückt.
Das Rohr wirkt somit in den drei beschriebenen Ausführungsformen
wie eine Durchlaufpumpe für das in der Tiefe befindliche
Meerwasser.
Claims (12)
1. Vorrichtung zum Pumpen von Meerwasser, dadurch
gekennzeichnet, daß ein im Meer vertikal
angebrachtes Rohr, welches oben mit einem Schwimmer
versehen ist und dort eine unter Wasser befindliche
Öffnung hat und welches unten je eine mit
Rückschlagventilen bestückte Einlaßöffnung und
Auslaßöffnung hat, von der Wellenbewegung des Seegangs
mitbewegt wird, derart, daß mit Hilfe der
Rückschlagventile von der Einlaßöffnung zur Auslaßöffnung
hin eine pulsierende Meerwasserströmung hervorgerufen
wird.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß das Rohr an einem in
der Rohrachse befindlichen Mast angebracht ist, welcher
im Meeresboden in einem Bohrloch verankert ist und
welcher über die Meeresoberfläche hinausragt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß sich die unteren
Öffnungen der Vorrichtung in einer Meerestiefe befinden,
in welcher die vom Seegang herrührende Bewegung des
Meerwassers abgeklungen ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß das Rohr als
elastischer Schlauch ausgebildet und derart in sich dehn-
und stauchbar ist, daß es sich auf einen Teil seiner
größten Länge verkürzen kann.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch
gekennzeichnet, daß in der Schlauchwand
starre Verstärkungsringe eingelassen sind.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch
gekennzeichnet, daß der Schlauch bei
Einnehmen seiner kürzesten Länge kräftefrei ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch
gekennzeichnet, daß der Schlauch an seinem
unteren Ende unbeweglich und ansonsten gleitend am Mast
angebracht ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch
gekennzeichnet, daß eine der unteren
Öffnungen der Vorrichtung über ein starres Rohr mit
einer ortsfesten anderen Vorrichtung in Verbindung
steht, in welcher eine gerichtete pulsierende
Meerwasserströmung hervorgerufen werden soll.
9. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß das Rohr starr ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch
gekennzeichnet, daß eine der unteren
Öffnungen der Vorrichtung über einen beweglichen
Anschlußschlauch mit einer ortsfesten anderen
Vorrichtung in Verbindung steht, in welcher eine
gerichtete pulsierende Meerwasserströmung hervorgerufen
werden soll.
11. Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß das Rohr oben
geschlossen ist.
12. Verfahren zum Pumpen von Meerwasser, dadurch
gekennzeichnet, daß ein Referenzpotential
erzeugt wird, welches dem Niveau des mittleren Seegangs
entspricht, und gegenüber welchem Referenzpotential die
Potentiale sowohl der oberen als auch der unteren
Halbwellen des Seegangs genutzt werden, um kinetische
Energie zu erzeugen.
Priority Applications (2)
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|---|---|---|---|
| DE8913764U DE8913764U1 (de) | 1989-11-21 | 1989-11-21 | Vorrichtung zum Pumpen von Meerwasser |
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Applications Claiming Priority (1)
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| DE3938667A DE3938667A1 (de) | 1989-11-21 | 1989-11-21 | Verfahren und vorrichtung zum pumpen von meerwasser |
Publications (1)
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| DE3938667A1 true DE3938667A1 (de) | 1991-05-23 |
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Family Applications (2)
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| DE8913764U Expired - Lifetime DE8913764U1 (de) | 1989-11-21 | 1989-11-21 | Vorrichtung zum Pumpen von Meerwasser |
| DE3938667A Ceased DE3938667A1 (de) | 1989-11-21 | 1989-11-21 | Verfahren und vorrichtung zum pumpen von meerwasser |
Family Applications Before (1)
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| DE8913764U Expired - Lifetime DE8913764U1 (de) | 1989-11-21 | 1989-11-21 | Vorrichtung zum Pumpen von Meerwasser |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (2) | DE8913764U1 (de) |
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- 1989-11-21 DE DE8913764U patent/DE8913764U1/de not_active Expired - Lifetime
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Also Published As
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|---|---|
| DE8913764U1 (de) | 1991-03-21 |
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