DE3710461A1 - Vorrichtung zum steuern von schiffen mit einem antrieb in der form von ruderpropellern, jets, pump-jets und dergleichen - Google Patents
Vorrichtung zum steuern von schiffen mit einem antrieb in der form von ruderpropellern, jets, pump-jets und dergleichenInfo
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Description
Die Erfindung befaßt sich mit einer Vorrichtung zum Steuern
von Schiffen mit einem Antrieb in der Form von Ruderpropel
lern, Jets, Pump-Jets und dergleichen gemäß dem Gattungsbe
griff des Anspruchs 1.
Wegen der Mehrfachfunktion solcher Schiffsantriebe, nämlich
Erzeugung des Vortriebes für das Schiff und Steuerfunktion
für die Bestimmung der Fahrtrichtung des Schiffes, sind für
dessen Steuerung eine Vielzahl von mechanischen Bedienungs
elementen erforderlich. So ist eine Lenkeinheit erforderlich,
um die Richtung des Wasserstrahles verändern zu können, um
damit die Fahrtrichtung des Schiffes bestimmen zu können.
Daneben muß aber auch die Energie des Wasserstrahles ver
ändert werden, um die Fahrgeschwindigkeit des Schiffes ver
ändern zu können. In entsprechender Weise müssen noch eine
ganze Reihe anderer Funktionen ausgeführt werden können, um
alle Steuerfunktionen ausführen zu können, die für den Be
trieb des Schiffes notwendig sind.
Im allgemeinen sind für diese Funktionen entsprechende me
chanische Aggregate in einem Steuerstand für den Schiffs
führer untergebracht und die manuell in sie eingeleiteten
Befehle werden einem Hydrauliksystem mitgeteilt, das die
Befehle an die verschiedenen, zu beeinflussenden Teile des
eigentlichen Antriebes weitergibt.
Die Erfindung geht von der Überlegung aus, daß es häufig
wünschenswert ist, eine Steuervorrichtung als transportable,
komplexe Baueinheit zu haben, weil es dann z.B. möglich ist,
die Steuervorrichtung als Einheit dem Antrieb zuzuordnen,
nachdem sie als Baueinheit vormontiert ist. Auch würde eine
solche Baueinheit bei typengleichen Antrieben ohne großen
Aufwand von einem zu einem anderen Antrieb umgesetzt wer
den können.
Aufgabe der Erfindung ist es deshalb, die Vorrichtung für
Schiffsantriebe so als Einheit auszubilden, daß sie unabhän
gig vom Einbau des Antriebes in das Schiff und unabhängig
von der sonstigen Ausrüstung des Schiffes als selbständige
Einheit bzw. Baugruppe vormontiert und als vormontierte
Einheit dem eigentlichen Antrieb zugeordnet werden kann
oder zusammen mit dem Antrieb als komplette Einheit in das
Schiff montiert werden kann.
Zur Lösung der Aufgabe wird gemäß der Erfindung vorgeschla
gen, daß die mechanischen Aggregate in einer Steuersäule
zusammengefaßt werden, die am oberen Ende diese Aggregate
trägt und am unteren Ende auf einen Brunnendeckel montiert
ist, der einen Schacht am oberen Ende abdeckt, in dem der
eigentliche Antrieb angeordnet ist, wobei der Brunnendek
kel lösbar mit der Schachtwand verbunden ist.
Es kann auf diese Weise die gesamte Steuervorrichtung unab
hängig vom Schiff und seinem Antrieb zu der Steuersäule auf
dem Brunnendeckel montiert werden. Die auf diese Weise vor
montierte Baueinheit kann als solche dem Schiff bzw. dessen
Antrieb zugeordnet werden, in einem im Rahmen des gesamten
Schiffsbaues zweckmäßigen Zeitpunkt. Eine defekte Einheit
kann mit einem Minimum an Aufwand ausgebaut und durch eine
vorrätig gehaltene Reserveeinheit ersetzt werden, die ihrer
seits einfach gehandhabt und an einem Lager vorrätig gehal
ten werden kann. Andererseits ist es möglich, eine intakte
Steuereinheit von einem defekten Antrieb zu trennen und ge
gen die defekte Steuereinheit eines intakten Antriebes aus
zutauschen, was beispielsweise für den militärischen Be
reich im Einsatzfall vorteilhaft sein kann.
In Fortführung des Grundgedankens der Erfindung kann die er
findungsgemäße Steuereinheit schwenkbar mit dem Brunnendeckel
verbunden werden, ohne daß es hierzu eines besonderen Auf
wandes bedürfte. Diese Lösung hat den Vorteil, daß die Steuer
säule ihre Betriebsstellung einnehmen kann, womit sich die
Aggregate in bequemer Reichweite des Schiffsführers befinden
können oder im Fall des Nichtgebrauches umgeklappt werden
kann, womit sie beim Transport des Schiffes ohne eigenen An
trieb weniger der Gefahr ausgesetzt ist, beschädigt zu werden.
Auch ist das Transportvolumen verringert bzw. ist sie bei Ar
beiten im Bereich der Steuervorrichtung nicht hindernd im
Wege. Dieser Vorteil ist insbesondere bei kleineren Schiffen
von Vorteil, die gelegentlich im "Huckepackverkehr" trans
portiert werden.
Als weitere Ausführungsmöglichkeit kann die Steuervorrich
tung auch zusammen mit dem Antrieb als Kompletteinheit einem
Schiff zugeordnet und montiert werden.
Ein weiterer wesentlicher Aspekt der Erfindung ist noch die
Ausgestaltung der Steuersäule als Hydrauliktank. Hierdurch
ist mit geringem Aufwand eine wünschenswert hohe Steifigkeit
der Steuersäule zu erzielen. Außerdem wird bei hydraulischen
Steuerungen, bei denen die manuell den einzelnen Aggregaten
mitgeteilten Befehle über ein Hydrauliksystem den zu beein
flussenden Teilen des eigentlichen Antriebes geführt werden,
ein nicht unbeträchtlicher Hydraulikvorrat erforderlich und
ein relativ großer Teil des Hydraulikmittels oder vorzugs
weise das gesamte Hydraulikmittel kann in der Steuersäule,
ohne daß zusätzlicher Tankraum erforderlich wäre, bereitge
stellt werden.
Weitere zweckmäßige Ausgestaltungen der Erfindung ergeben
sich aus den Unteransprüchen.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung in verschiedenen Aus
bildungsstufen ist nachfolgend anhand der Zeichnung näher
erläutert. In der Zeichnung zeigen
Fig. 1 die Vorrichtung in der Draufsicht und
Fig. 2 die Vorrichtung in einer Seitenansicht und zwei
verschiedenen Stellungen.
Vorausgesetzt ist eine Steuerung des Schiffsantriebes 16
auf hydraulischem Weg. Die Steuerungsbefehle werden manuell
in mechanische Steueraggregate eingegeben, von denen bei
spielsweise ein Lenkrad 5 dargestellt ist. Dieses wirkt
über eine Lenksäule 4 auf die Lenkeinheit 3 ein. In der
Lenkeinheit 3 werden die ihr mechanisch zugeleiteten Be
fehle in Impulse in einem Hydrauliksystem umgesetzt, von
dem mit Öl gefüllte Hydraulikleitungen 6 dargestellt sind.
Über das Hydrauliksystem werden die Steuerbefehle an das
entsprechende Stellglied des Antriebes 16 gegeben. Inso
weit macht die Erfindung von bekannten Mitteln und Systemen
Gebrauch.
Der Antrieb 16 ist in einem Schacht angeordnet, der oben
durch einen horizontal liegenden Brunnendeckel 2 abgedeckt
ist. Der Antrieb liegt also unterhalb des Deckels 2, wäh
rend die Steuervorrichtung im wesentlichen oberhalb des
Deckels 2 in einem Bereich liegt, in dem sich während der
Fahrt der Schiffsführer aufhält.
Die Steuerungsaggregate, zu denen das Lenkrad 5 und die
Lenkeinheit 3 sowie die Lenksäule 4 gehören, sind nun er
findungsgemäß dem oberen Ende einer Steuersäule 1 zuge
ordnet, die am unteren Ende auf der Oberseite des Brunnen
deckels 2 gelagert ist.
Damit bildet die Steuersäule 1 mit dem Brunnendeckel 2 eine
Baueinheit, die bei gelösten Kupplungen im Hydrauliksystem 6
aus- und eingebaut werden kann, wobei dies bei entsprechen
der Ausgestaltung des Hydrauliksystems nicht notwendig ist.
Hierzu ist der Deckel dem oberen Rand der Schachtwand lös
bar zugeordnet.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist der aus- und
einbaubaren Einheit aus Brunnendeckel 2 und Steuersäule 1
der Antrieb 16 selbst zugeordnet. Hierzu ist der Schiffs
antrieb 16 an der Unterseite des Brunnendeckels 2 gelagert,
so wie die Steuersäule 1 auf dessen Oberseite gelagert ist.
Diese Baueinheit aus Steuersäule 1, Brunnendeckel 2 und
Schiffsantrieb 16 kann in ihrer Gesamtheit aus- und einge
baut werden, nachdem die lösbare Verbindung zwischen Brun
nendeckel 2 und Rand des Schachtes zur Aufnahme des Antrie
bes 16 gelöst ist, die nach dem Einbau hergestellt ist.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist nun die Steuer
säule 1 schwenkbar auf dem Brunnendeckel 2 gelagert. Hierzu
sind auf der Oberseite des Brunnendeckels 2 nebeneinander
in einem vorgegebenen Abstand zwei Lagerböcke 10 aufgesetzt,
zwischen denen mittels zweier horizontaler Bolzen 9 das un
tere Ende der Steuersäule 1 schwenkbar gelagert ist. Die
Steuersäule 1 ist somit zwischen einer Betriebsstellung
und einer Außerbetriebsstellung schwenkbar. In Fig. 1 ist
die Steuersäule durch ausgezogene Linien in ihrer Betriebs
stellung gezeigt, durch unterbrochene Linien in ihrer Außer
betriebsstellung.
Das Steuersäulenlager aus den Lagerböcken 10 und dem Bol
zen 9 ist nahe dem Rand des Brunnendeckels 2 angeordnet. In
der Betriebsstellung schließt die Längsachse der Steuersäule
1 mit der Oberseite des Brunnendeckels einen Winkel α ein,
so daß sich in der Betriebsstellung der Steuersäule 1 deren
oberes Ende, das durch das Lenkrad 5 gekennzeichnet ist,
oberhalb des Brunnendeckels 2 aber seitlich diesem gegen
über versetzt ist. Dadurch kann der Schiffsführer an die
Steuersäule herantreten, ohne durch den vom Deckel 2 ver
deckten Schacht behindert zu sein.
Brunnendeckeldurchmesser und Länge der Steuersäule 1 sind
so aufeinander abgestimmt, daß die Steuersäule in der Außer
betriebsstellung auf dem Brunnendeckel 2 aufliegt, ohne
über dessen Rand hinauszuragen.
Durch die Schläuche des Hydrauliksystems kann die Steuer
säule geschwenkt werden, ohne daß Kupplungen im Hydraulik
system gelöst werden müssen.
Um die Steuersäule 1 in der Außerbetriebsstellung sichern
zu können, ist ein Bolzen 13 der Steuersäule nahe deren
oberem Ende angeordnet, der bei der Annäherung der Steuer
säule an die Außerbetriebsstellung in eine Rastnut 15
einer federnden Riegelplatte 14 einrastet.
In der Betriebsstellung wird die Steuersäule 1 dadurch ge
halten, daß sie unter der Wirkung ihres Eigengewichtes an
einem Widerlager 11 des Brunnendeckels 2 anliegt.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist die Steuersäule
1 als öldichter Behälter ausgebildet, der das Öl des Hydrau
liksystemes aufnimmt und die Steuersäule bei geringem Ge
wicht sehr steif macht. Das Hydrauliköl kann über einen
Einlaß 7 mit eingebautem Ölfilter eingefüllt werden. Der
Ölstand kann an einem Ölkontrollglas 8 kontrolliert werden.
Claims (8)
1. Vorrichtung zum Steuern von Schiffen mit einem Antrieb
wie Ruderpropeller, Jets, Pump-Jets und dergleichen,
wobei die Steuerimpulse mittels mechanischer Aggregate
am Anfang einer Kette von Steuerelementen in diese
Steuerelementenkette eingeleitet und in dieser Kette
vorzugsweise elektrisch oder mittels eines Fluids wei
tergeleitet werden, dadurch gekennzeichnet, daß die
mechanischen Aggregate (4, 5) einer Steuersäule (1) zuge
ordnet sind, die am unteren Ende auf einem einen Schacht,
der den Schiffsantrieb (16) aufnimmt, abdeckenden Brun
nendeckel (2) gelagert ist, der lösbar mit der Schacht
wand verbunden ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Steuersäule (1) am unteren Ende in der Weise
schwenkbar auf dem Brunnendeckel (2) gelagert ist, daß
die Steuersäule in ihrer Betriebsstellung die mechani
schen Aggregate (4, 5) in einer sich aus den Bedienungs
bedingungen ergebenden Höhe über dem Brunnendeckel (2)
hält, in die Außerbetriebsstellung dagegen auf den
Brunnendeckel so weit abzusenken ist, daß die mecha
nischen Aggregate sich in entsprechend geringer Höhe
oberhalb der Ebene des Brunnendeckels befinden.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeich
net, daß in die Kette der Steuerelemente im Bereich
des Gelenkes (9, 10) am unteren Säulenende eine Gelenk
verbindung eingeschaltet ist, so daß die Steuersäule
bei funktionsfähiger Steuerelementenkette um das Gelenk
an ihrem unteren Ende schwenkbar ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß das Gelenk (9, 10) am unteren Ende
der Steuersäule (1) nahe dem Rand des Brunnendeckels (2)
angeordnet ist und die Längsachse der Steuersäule mit
dem Brunnendeckel einen Winkel (α) derart einschließt,
daß die Steuersäule in ihrer Betriebsstellung mit ihrem
oberen, die mechanischen Aggregate aufnehmenden Ende
sich seitlich vom Brunnendeckel befindet.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, gekennzeichnet durch eine
solche Länge der Steuersäule (1), daß sich die mechani
schen Aggregate in der Außerbetriebsstellung der Steuer
säule noch im Bereich über dem Brunnendeckel (2) befinden.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Steuersäule (1) in ihrer Außerbe
triebsstellung mittels eines federnden Riegels (14, 15,
13) gegenüber dem Brunnendeckel (2) arretierbar ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6 mit einer
hydraulischen Steuerkette, dadurch gekennzeichnet, daß
die Steuersäule (1) als Hydrauliktank ausgebildet ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch ge
kennzeichnet, daß Steuersäule (1), Brunnendeckel (2) und
Antrieb (16) Teile einer austauschbaren Einheit sind
und zu diesem Zweck der Antrieb an der Unterseite des
Brunnendeckels gelagert und der Brunnendeckel lösbar mit
der Wand des den Antrieb aufnehmenden Schachtes verbun
den ist, so daß Schiffsantrieb (16) und gesamte Steuer
einheit als eine komplette, transportable Einheit ge
handhabt werden können.
Priority Applications (11)
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