Die Erfindung betrifft eine dauermagneterregte Dynamomaschine
mit genutetem Blechpaket, insbesondere einen kleinen, kollektor
losen Gleichstrommotor mit permanentmagnetischen Rotorpolen
relativ hoher Induktion.
Bei gattungsgemäßen Motoren, sogenannten dauermagnetisch
erregten Maschinen (DEM), entstehen aufgrund der Wechselwirkung
zwischen Nutschlitzen und den Kanten der magnetisierten Pole
störende Drehmomente, die einen glatten Rundlauf der Maschine
verhindern. Ist die Lücke zwischen den magnetisierten Polen
kleiner, sind die störenden Ruckmomente (sogenanntes Nutrucken)
eher größer.
Wenn man gattungsgemäße Motoren in signalverarbeitenden Geräten
mit Vorschriften für extreme räumliche Kompaktheit einsetzen
will, ist man gezwungen, besonders starke Permanentmagnete für
den Rotor, sogenannte "Seltene-Erde-Magnete", z. B. aus einer
Samarium-Kobalt-Legierung zu verwenden. Wird ein solcher Motor
für einen Plattenspeicher, dessen Speicherplatte nur 3,5 oder
5 1/4 Zoll beträgt, verwendet und dieser auch noch im Innern
der Plattennabe (mit 40 oder sogar nur 25 mm Außendurchmesser)
angeordnet werden muß, wenn man also aus einem derart kleinen
Bauvolumen eine relativ hohe Leistung herausholen muß, wird man
außer einem Seltene-Erde-Magnet für hohe Luftspaltinduktion auch
eine Mehrphasenwicklung verwenden, obwohl das für die Fertigung
unbequem ist wegen der extremen Kleinheit. Der wesentlich
zylindrische Luftspalt ist im allgemeinen dann auch im Fall ei
ner Außenläuferkonstruktion radial außerhalb der zylindrischen
Außenfläche des Stators um diesen herum angeordnet und radial
relativ klein.
Der permanentmagnetische Rotor ist im allgemeinen aus dünnen
Halb- oder Viertel-Schalen oder radial dünnen axial übereinan
dergesetzten Ringen aufgebaut. Die radiale Dünnheit dieser
Rotormagnete kommt vom sehr begrenzten Durchmesser des Motors.
Für extrem kleine Hochleistungsmotoren muß man den Luftspalt
außerdem minimal halten (Luftspalt: elektromotorisch wirksamer
mittlerer Abstand zwischen Eisenoberfläche des Stators und Ei
senoberfläche des Rotors). So besteht bei der Kombination hohe
Induktion, genuteter Stator und möglichst kleiner Luftspalt das
Problem, für einen Motor mit möglichst konstantem Drehmoment
das störende sogenannte Nutrucken zu reduzieren oder möglichst
zu verhindern, in besonders scharfer Weise.
Wenn der permanentmagnetische Rotor auch noch trapezförmig
magnetisiert ist, hat das Leistungsvorteile, gleichzeitig ver
schärft sich das Problem jedoch zusätzlich gegenüber den Ver
hältnissen bei sinusförmiger Magnetisierung.
Aus der DE-OS 28 23 208 ist bekannt, zur Reduzierung der
dritten Oberwelle im Drehmomentverhalten eine gewisse Periodi
zität in der Statorfläche am Luftspalt vorzusehen, so daß über
dem Umfang in periodischer Weise der Luftspalt variiert wird.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei Motoren der ein
gangs genannten Art einen ruhigen Lauf trotz hoher Feldkonzen
tration im Luftspalt zu erreichen.
Die Aufgabe wird mit den Mitteln des Anspruches 1 gelöst.
Die erfindungsgemäßen peripher kurzen Erhöhungen verengen den
Luftspalt über dem Statorpol partiell und wirken wie "magneti
sche Nocken", sie üben Kräfte auf den Rotor aus, die zur Ver
gleichmäßigung des Drehmoments ausgenutzt werden. Der im allge
meinen etwa rechteckige Querschnitt dieser Nocken kommt bei ei
ner wichtigen Ausführungsform in (oder auf) die Mitte eines
Statorpoles.
Die Erfindung wird bei eingangs genannten Motoren mit zylindri
schem Luftspalt und genutetem Innenstator mit einer Mehrphasen
wicklung, die überlappungsfrei eingelegt ist, bevorzugt ange
wendet.
Weiterbildungen der Erfindung bzw. vorteilhafte Ausgestaltungen
ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Die Zeichnungen zeigen
Fig. 1a einen abgewickelten Längsschnitt eines erfindungsge
mäßen Motors einer ersten Ausführung, bei dem das
Verhältnis der Statorpolzahl zur Rotorpolzahl z. B.
3 zu 2 oder 6 zu 4 ist;
Fig. 1b zugehörig den gleichzeitigen Verlauf des störenden
Nutruckens 1 und den Verlauf des nützlichen Ruckmo
mentes 2 nach der Erfindung.
Fig. 2a, 2b
zeigen ein alternatives oder zusätzlich anzuwenden
des Element mit ähnlicher Wirkung wie das erste Aus
führungsbeispiel gemäß Fig. 1a.
Fig. 3a und Fig. 3b
zeigen eine fertigungsfreundliche Ersatzlösung zu
Fig. 2a und Fig. 2b,
wobei Fig. 2a und 3a jeweils die Stirnansicht
in axialer Richtung und die Fig. 2b und 3b je
weils einen Schnitt durch die Darstellung gemä8
Fig. 2a bzw. 3a zeigt.
Fig. 4 zeigt im wesentlichen die erste Ausführungsvariante
gemäß Fig. 1a, in etwa 4-facher, natürlicher Größe,
wobei der Luftspalt zum Statorpolende hin jeweils
wieder auf die zylindrische Hüllfläche, die auch die
erfindungsgemäße Erhebung umgibt, sich hin reduziert,
Fig. 5 eine zweite Ausführung, bei der zum Polende radial
spitzenartig auslaufende Enden vorgesehen sind.
Fig. 6a, 6b zeigen die Statorkonturen von Fig. 4/5 in
vergrößerter Darstellung.
Im einzelnen:
Fig. 1a zeigt die teilweise Abwicklung eines 6poligen Stators
mit den konzentrierten Polen 11, 12, 13 und eines 4poligen
Rotors mit den Permanentmagnetpolen 21, 22, 23, zwischen denen
die umfangsmäßig engen Pollücken 25, 26 angeordnet sind, wäh
rend die Statornutöffnungen 14, 15 mit ihrer Breite ′s′ den Ab
stand zweier Statorpolenden bedeuten, sieht man konzentrisch
auf der Mitte jedes Statorpols die magnetischen Nocken 3,
(Ziffer 113, 123, 133) mit ihrer Umfangserstreckung ′a′, wobei
die Höhe dieser Nocken ′h′ bedeutet. Zwischen dem Stator 10 und
dem Rotor 20 ist der Luftspalt 30, der von den Statorpolköpfen
und den Permanentmagneten des Rotors 21, 22, 23 begrenzt wird.
Eine weichmagnetische Rückschlußschicht 24 umgibt die vier Ro
torpole 21ff. Bei Rotation, d. h. Bewegung des Rotors 20 in
Richtung des Pfeiles 27 entsteht durch das Zusammenwirken der
Statornutöffnung 14 und der Rotorpollücke 25 das störende Nut
rucken, d. h. das Ruckmoment gemäß Kurve 1 in der Fig. 1b.
Gleichzeitig (!) entsteht im Abstand der Rotorpolteilung
Tau-P-Rotor, durch das Zusammenwirken des magnetischen Nockens
133 mit der Rotorpollücke 26 das gegenphasige Ruckmoment gemäß
Kurve 2, und zwar im Bereich der Rotorpollücke 26. Fig. 1c
zeigt die Superposition der Kurven 1, 2. Der Momentenverlauf
des schädlichen Nutruckens entsteht, wenn der Permanentmagnet
hoher Induktion, z. B. 21, mit seinem Ende (im Bereich der
Pollücke 25) vom Statorpol 11 über die offene Nut 14 hinweg
auf dem benachbarten Statorpol 12 wandert.
Messungen haben dies bestätigt und gezeigt, daß dann, wenn
die Kante z. B. der Nut 14 sich zwischen den Polen, z. B.
zwischen 21 und 22, befindet, das maximale Ruckmoment entsteht,
wie man das in Fig. 1 b aus dem Verlauf der Kurve 1 erkennen
kann. Deshalb entspricht der Abstand der Maxima der Kurve 1 der
Breite s der Nutöffnungen, z. B. 14.
Um nun auch den Abstand b der Maxima des erfindungsgemäßen
Kompensationsmomentes (Kurve 2) der Nocken 3 an diesen Abstand
s anzugleichen, ist es wichtig, die Nockenbreite a in diesem
Sinn zu optimieren. Denn für b=s ist das störende Moment
(Kurve 1) durch die Kurve 2 voll kompensiert. Diese optimale
Nockenbreite liegt im Bereich a=0,5 ... 1xs, wird jedoch
von der Induktionsverteilung des Dauermagneten beeinflußt.
Es hat sich also gezeigt, daß durch über einem Statorpol in
Umfangsrichtung kurze Luftspaltverengungen sich ebenfalls
Ruckmomente erzeugen lassen, die bei entsprechender Positionie
rung und Dimensionierung der "magnetischen Nocken" (3) einen
praktisch gleichen Verlauf haben wie die der Nut-Schlitze
(Vergleich Kurve 1). Ordnet man diese "Nocken" so an, daß ihr
mittlerer Abstand zu dem entsprechenden Nut-Schlitz gleich
einer Polteilung des Rotors (p) oder ein ganzzahliges Viel
faches von ihr ist, dann verläuft das Ruckmoment der "Nocken"
genau invers zu dem der Schlitze, d. h., das Nutrucken wird
kompensiert. (Vgl. Kurve 2)
Die umfangsmäßige Breite a dieses Nockens, also sein Abmessung
in Umfangsrichtung, darf nur einen kleinen Bruchteil der Sta
torpolteilung ausmachen. Es gibt ein Optimum zwischen dieser
Umfangsbreite a des Nockens und der Nutschlitzbreite s zwischen
diesen Statorpolen (oder Statorzähnen), so daß sogar eine sehr
kleine Nockenbreite a u. U. sogar zusätzlich eine gleich
zeitige Nuterweiterung, weil sonst gleiche Verhältnisse, er
möglicht (welches für die Wicklungsherstellung fertigungs
freundlich ist).
Insbesondere bei einem 6nutigen Motor für eine 3phasige Wick
lung mit 4 Rotorpolen, wie sie aus der DE-OS 31 22 049 be
kannt ist, zeigte es sich, daß die Erfindung eine hervorragen
de Reduzierung dieses unerwünschten Nutruckens erbrachte.
Aus Optimierungsversuchen ließ sich auch erkennen, daß Ver
engungen des Luftspaltes zu den Enden der Statorköpfe hin
durch auch radial hervorragende Stellen, z. B. Spitzen am
Statorpolende, wie sie aus der DE-OS 29 19 581 oder DE-OS
30 49 494 bei sogenannten Reluktanzmotoren bekannt sind, für
das vorliegende Problem eine weitere Verbesserung bringt.
Spitzen (6) an den Zahnkopfenden entsprechend Bild 5 haben
ähnliche Wirkung wie Nocken. Da jedoch ihr Abstand A immer
größer als die Nutöffnungsbreite s ist, hat ihre Kurve 2 x eine
kleinere Amplitude, deren Lage auch von der Nutmitte weg ver
schoben ist. Dies hat eine relativ große Oberwelle zur Folge,
weshalb diese Spitzen durch mit einem noch schmäleren Nocken
kombiniert optimal sind (a x =0,3.S bis 0,8.S). Erstaunlicher
weise zeigt sich, daß die gleichen Verhältnisse bei gleich
zeitig reduzierter Nockenhöhe h x=0,05 bis 0,2 mm erreicht
werden und somit eine weitere günstige Reduzierung der mittle
ren Luftspaltweite möglich ist.
In Fig. 1a/1b wird dies dargestellt, indem diese zweite
Lösung (die Anspruch 6 entspricht) strichpunktiert/gepunktet
eingezeichnet wird. Die Kompensationswirkung der aufgesetzten
Spitzen 111, 112 entspricht Kurve 2 x, die des peripher kürze
ren Nockens 3 x der Kurve 2 xx (vgl. Fig. 1b). Beide Wirkungen
geschehen gleichzeitig zur Gesamtwirkung wie Kurve 2, jedoch
stellt sich dieses Ergebnis bei kleinerem h x ein, wodurch
die mittlere Luftweite kleiner und der Motor stärker wird.
Diese überraschende Weiterbildung ist um so mehr willkommen,
als bei Motoren ein gewisses Übermaß für Fer
tigungstoleranzen zusätzlich zum theoretisch minimalen Luft
spalt dazukommen muß und beim Luftspalt bei Motoren dieser
Kleinheit jeder 1/10 mm von Bedeutung ist.
Die Nockenhöhe h bestimmt die Höhe (Amplitude) des Maximums.
Diese wird im Rahmen der üblichen Luftspaltbreiten (0,3 mm bis
0,6 mm) als h=dementsprechend 0,1 mm bis 0,3 mm hoch ausge
führt werden können (Fall der Fig. 4). Um die durch die Nocken
zusätzlich entstehende mittlere Luftspalterweiterung möglichst
klein zu halten, wird außerdem vorgeschlagen, den Durchmesser
zum Nutschlitz hin entsprechend Bild 4 kontinuierlich auf den
Nockendurchmesser hin zu erweitern. (Anspruch 8)
Alternativ oder zusätzlich kann eine "Nocken-ähnliche" Wirkung
bereits im Nutschlitz-Bereich erzeugt werden durch magnetisches
Verschließen derselben mittels ferromagnetischer Nutteile wie
an sich aus der DE-AS 11 94 043 bekannt.
Grundsätzlich erscheint es möglich, die Erfindung auch bei ge
nuteten Rotorblechen anzuwenden. Wenn diese sich im Feld von
(dann statorseitigen) Permanentmagneten drehen, kann der Gleich
lauf erfindungsgemäß auch dort verbessert werden. Diese Varian
te bedeutet jedoch die Erfordernis eines mechanischen Kollek
tors. Derartige Motoren können in Sonderfällen auch die Ver
besserung ihrer Laufeigenschaft durch Reduzierung des Nut
ruckens nötig haben.
Fig. 2a zeigt ans Statorblechpaket angenietete ferromagneti
sche Winkel 33, die mit ihrem axial gerichteten Schenkel 34
über das Blechpaket 36 hinausstehen, so daß zwischen ihnen und
dem Außenrotormagnet N der Luftspalt verringert wird. Daher
wirken diese axial gerichteten Schenkel 34 in der Polmitte wie
magnetische Nocken nach der Erfindung. Die Lösung ist sicher
ein Kompromiß, denn insgesamt bedeutet das, daß der wirksame
Luftspalt zwischen dem Rotor und Stator (N, 36) relativ groß
ist. Allerdings muß man dafür kein besonderes Stanzwerkzeug
für die Herstellung des Blechpakets 36 vorsehen. Die Winkel
werden axial beidseitig an die Stirnfläche des Statorblech
pakets angesetzt, wie Fig. 2b zeigt. Der axial überstehende
Rotormagnet bewirkt jedoch zusammen mit dem axial über das
Statorblechpaket überstehenden Winkel 33, insbesondere dessen
axial gerichteter Schenkel 34, eine effektive billige Anwendung
der Erfindung oder verbessert möglicherweise zusätzlich effek
tiv eine Anordnung gemäß Fig. 1
Fig. 3a, 3b zeigen, wie man die Winkel 34 durch Endbleche
mit angesetzten, abgewinkelten, axial vorkragenden Lappen 37
ersetzen kann.
In Fig. 5 ist wie in Fig. 1a strichpunktiert angedeutet eine
Verringerung des Luftspaltes zu den Statorpolenden hin vorge
sehen, so daß die Maxima der entsprechenden Drehmomentwirkungen
(Kurven 2 x) weiter auseinander liegen (dem Abstand A entspre
chen) als die Nutöffnungsbreite s. Der Effekt wurde unter Fig. 1
erläutert. Im Bereich um die Mitte zwischen der jeweiligen Sta
torpolmitte und einem beliebigen Statorpolende wird eine kreis
runde, zylindrische Anhebung 102, 105 zur zylindrischen Hüllfläche
103 hin von der Vertiefung neben dem Nocken 3 x ausgehend bis
zur Vertiefung neben der Spitze 111 am Statorpolende sich er
streckend so vorgesehen, daß der mittlere Luftspaltdurchmesser
effektiv verringert wird (vgl. Anspruch 13 und Fig. 6 b Stator
pol ST II). Der Krümmungsradius R dieser Anhebung 102, 105 ist wesent
lich kleiner als der der Hüllfläche 103, 100, 104.