DE3619782A1 - Verfahren und vorrichtung zum umformen eines gelochten vormaterials zu einer u-foermigen oberlasche - Google Patents
Verfahren und vorrichtung zum umformen eines gelochten vormaterials zu einer u-foermigen oberlascheInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einerseits ein Verfahren
zum Umformen eines gelochten Vormaterials zu einer Bestand
teil einer Klemmverbindung für den untertägigen Gleitbogen
ausbau bildenden U-förmigen Oberlasche gemäß den Merkmalen
im Oberbegriff des Anspruchs 1.
Andererseits richtet sich die Erfindung auf eine
Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1.
Der untertägige Gleitbogenausbau für z. B. Strecken
in Bergwerken oder Straßen- bzw. Eisenbahntunnel setzt sich
in der Regel aus mehreren, in Umfangsrichtung aufeinander
folgenden Rinnenprofilsegmenten zusammen. Benachbarte Rinnen
profilsegmente werden hierbei mit ihren Endabschnitten über
lappend ineinandergelegt und in den Überlappungsbereichen
durch Klemmverbindungen aneinandergedrückt. Die Klemmverbin
dungen bestehen meistens jeweils aus einer Unterlasche und
einer Oberlasche, deren Flansche durch Schraubbolzen unter
Einklemmung der Rinnenprofilsegmente aneinandergezogen
werden. Pro Überlappungsbereich sind durchweg zwei Klemm
vorrichtungen vorgesehen. Sie werden von den Stirnseiten der
Rinnenprofilsegmente bei durch Gebirgsdruck eintretenden
Relativverlagerungen mitgenommen. Die Klemmverbindungen ver
bleiben also stets in den Endabschnitten der Überlappungsbe
reiche. Zu diesem Zweck ist an der Oberlasche der endseitig
des einliegenden Rinnenprofilsegments angeordneten Klemmver
bindung wenigstens eine Mitnehmernase vorgesehen, die an
einem Flansch des einliegenden Rinnenprofilsegments zur An
lage gelangt. Die Unterlasche der endseitig des umgreifenden
Rinnenprofilsegments angeordneten Klemmverbindung weist hin
gegen Mitnehmernasen an den Laschenschenkeln auf, die an den
Stirnseiten der Schenkel des umgreifenden Rinnenprofilsegments
zur Anlage kommen.
Bei der Herstellung der das einliegende Rinnenprofil
segment klammerartig übergreifenden Oberlaschen werden vorge
lochte Flacheisenabschnitte oder Profilabschnitte (Vormate
rial) mit einer der gestreckten Länge der Oberlaschen ent
sprechenden Länge zunächst auf eine Temperatur oberhalb der
Warmstreckgrenze gebracht. In dieser Wärme wird das Vormate
rial dann durch Fließpressen zu Oberlaschen umgeformt. Dazu
dient ein örtlich fixiertes Untergesenk und ein vertikal ver
lagerbares Obergesenk mit jeweils an die Innen- bzw. Außen
kontur der Oberlaschen angepaßten Gravuren.
Ein Nachteil des bekannten Verfahrens besteht darin,
daß bei der Relativbewegung des Obergesenks zum Untergesenk
das Material der Laschenschenkel einer extremen Beanspruchung
unterworfen wird. Je nach dem Ausgangszustand des Vormaterials
und des Verschleißzustands der Umformwerkzeuge kann diese
durchweg mit einer Querschnittsverminderung verbundene Bean
spruchung sogar zum Abreißen der Laschenschenkel führen.
Die Relativbewegungen des Obergesenks zum Werk
stück sind zwangsläufig mit langen Verweilzeiten in den Kon
taktbereichen verbunden. Auch ist der Reibungsverschleiß groß
und damit ein hoher Werkzeugverschleiß unvermeidlich. Der
überproportionale Anstieg der Reibung bis zur Endlage des
Obergesenks führt darüberhinaus unter Berücksichtigung der
nicht zu vermeidenden Inhomogenität des Ausgangsmaterials
zu Aufstauchungen in den Radien und Lochbereichen der Ober
laschen. Dadurch ist es für die Bergleute häufig sehr schwie
rig, die Verbindungsschrauben ordnungsgemäß zu plazieren.
Die Einbettung der Schraubenköpfe in die Kehlen zwischen den
Laschenschenkeln und den Laschenflanschen befriedigt nicht
immer.
Auch kann aufgrund der Inhomogenitäten des Ausgangs
materials und des Verschleißzustands der Umformwerkzeuge ein
asymmetrisches Einziehen der Laschenschenkel sowie der end
seitigen Laschenflansche nicht vermieden werden. Die damit
einhergehende Produktverschlechterung führt ebenfalls zu
Schwierigkeiten bei der Montage, insbesondere dann, wenn die
Montage der Klemmverbindungen automatisiert werden soll.
Die hohen Reibungskräfte erfordern zudem einen
großen Kraftaufwand. Diese Umformkraft bedingt folglich große
zu installierende Leistungen mit entsprechenden Antrieben
und Führungen für das Obergesenk.
Die Verstellwege für das Obergesenk sind erheblich,
da der Abstand zum Untergesenk das einwandfreie Einlegen des
erwärmten Vormaterials und das Herausnehmen der fertig ge
preßten Oberlaschen gewährleisten muß. Das Ausbringen an
fertigen Oberlaschen pro Zeiteinheit wird dadurch zwangsläu
fig herabgesetzt. Ein Werkzeugwechsel kann nur bei still
stehender Vorrichtung und nach oben gefahrenem Obergesenk
durchgeführt werden. Dabei ist es erforderlich, daß das ge
samte Obergesenk ausgewechselt werden muß.
Die Vertikalverlagerung des Obergesenks führt
darüberhinaus zu einem hohen Maschinenaufwand und entspre
chendem Platzbedarf. Auch ist die relativ starke Lärmemis
sion zu erwähnen, die beim Herabfahren des Obergesenks an
das Untergesenk und beim Umformen des Vormaterials auftritt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, sowohl
das im Oberbegriff des Anspruchs 1 beschriebene Verfahren
als auch die im Oberbegriff des Anspruchs 3 erläuterte Vor
richtung zum Umformen eines gelochten Vormaterials zu einer
U-förmigen Oberlasche derart zu verbessern, daß nicht nur
die Qualität der fertigen Oberlaschen heraufgesetzt, sondern
auch ihre stets gleichbleibende Qualität bei langer Stand
zeit der Umformwerkzeuge gewährleistet werden kann.
Was den verfahrensmäßigen Teil der Aufgabe anlangt,
so besteht dessen Lösung in den im kennzeichnenden Teil des
Anspruchs 1 aufgeführten Merkmalen.
Wesentlich an dem erfindungsgemäßen Verfahren ist
der Sachverhalt, daß die Laschenschenkel und Laschenflansche
ausschließlich durch Wälzbiegen von den auf eine Temperatur
oberhalb der Warmstreckgrenze gebrachten gelochten Flacheisen
oder Profilabschnitten abgewinkelt werden. Durch das Wälz
biegen geht die Relativbewegung der Umformwerkzeuge zu dem
Ausgangsmaterial gegen Null. Die Verweilzeiten der Umform
werkzeuge im jeweiligen Kontaktbereich sind extrem gering.
Es erfolgt eine Formgebung lediglich durch Faserumlegung.
Dabei wird jegliche Verschiebung bzw. Längung des Ausgangs
materials vermieden. In allen Umformbereichen wird mithin
der volle Ausgangsquerschnitt des Vormaterials bei extrem
geringer Materialbeanspruchung beibehalten. Da der Umform
vorgang ein praktisch reibungsfreies Biegen ist, wird der
Werkzeugverschleiß auf ein Minimum gesenkt. Inhomogenitäten
des Ausgangsmaterials oder Zunder haben keine negativen Aus
wirkungen mehr auf die Symmetrie der fertigen Oberlaschen.
Die Auflagebereiche an den Laschenflanschen für die Verbin
dungsschrauben werden verstauchungsfrei hergestellt. Dadurch
sind die Ausnehmungen in den Übergangsbereichen von den La
schenschenkeln auf die Laschenflansche immer montagegerecht
vorgegeben. Der Automatisierung der Klemmverbindungen steht
kein Hindernis mehr im Wege.
Das erfindungsgemäße Verfahren erlaubt es sowohl
die Laschenschenkel relativ zu dem Laschensteg als auch die
Laschenflansche relativ zu den Laschenschenkeln vergleichs
weise problemlos beliebig anzuwinkeln und die gekrümmten Über
gangsbereiche zwischen dem Laschensteg und den Laschenschen
keln einerseits sowie den Laschenschenkeln und den Laschen
flanschen andererseits nach jeder gewünschten Kurvenfunktion
zu verformen.
Sollen die Oberlaschen für die endseitig der ein
liegenden Rinnenprofilsegmente angeordneten Klemmverbindun
gen mit den dann erforderlichen Mitnehmernasen hergestellt
werden, so sind die Verfahrensschritte gemäß Anspruch 2 von
besonderem Vorteil. Folglich wird auch bei der Erzeugung von
Mitnehmernasen das Wälzbiegen durchgeführt. Es wird stets
dieselbe Stärke der Mitnehmernasen erreicht. Dies ermöglicht
demzufolge die Schaffung von individuell einstellbaren Ab
scherbereichen. Da die Oberlaschen jetzt nicht nur stets an
derselben Stelle, sondern auch in derselben Dicke Mitnehmer
nasen aufweisen, wird der weitere Vorteil erzielt, daß sämt
liche gefertigten Oberlaschen - und zwar auch bei automati
sierter Dauerherstellung - immer dieselben Voraussetzungen
für den Einsatz im untertägigen Grubenbetrieb aufweisen. Für
den Bergmann bestehen keine Anpassungsprobleme mehr. Bei der
Anformung der Mitnehmernasen wird eine Längsseite des La
schenstegs dachartig ausschließlich durch Wälzbiegen abge
winkelt (geringere Kollisionsgefahr mit dem Gebirge). Gleich
zeitig wird die Mitnehmernase durch ein vom Umformer vor
springendes Druckstück in eine Formtasche des Widerlagers
gedrückt. Hierbei erfolgt eine geringfügige Längung des ver
formten Nasenmaterials.
Die Lösung des gegenständlichen Teils der der Er
findung zugrundeliegenden Aufgabe wird in den im kennzeich
nenden Teil des Anspruchs 3 aufgeführten Merkmalen gesehen.
Bei den Umformern handelt es sich um gezielt zwangs
geführte Werkzeuge mit ebenen Wälzflächen. Jeder Bereich der
Wälzflächen bleibt nur kurz mit dem jeweils gegenüberliegenden
Oberflächenbereich des umzuformenden Vormaterials in Kontakt.
Es erfolgt durch die Wälzflächen gewissermaßen nur ein Um
lenken des Materials und damit auch nur eine Umlegung der
Materialfasern. Da sich die Wälzflächen immer gezielt im Ab
stand der Dicke der gekrümmten Übergangsbereiche zu den je
weiligen Widerlagern an den Oberflächen des Vormaterials ab
wälzen, wird das Material nur wenig beansprucht und der Quer
schnitt stets aufrechterhalten. Der Werkzeugverschleiß ist
sehr gering, da die Verweilzeiten der Wälzflächen in den
Kontaktbereichen nur kurz sind. Der Kraftaufwand zum Ab
wälzen der Umformwerkzeuge entlang der Übergangsbereiche ist
relativ gering, da weder eine Längung noch eine Verschie
bung des Ausgangsmaterials mit der damit verbundenen Quer
schnittsverminderung vorgenommen wird.
Eine Vereinfachung der erfindungsgemäßen Vorrichtung
ist mit den Merkmalen des Anspruchs 4 verbunden. Die Flansch
umformer nehmen hierbei zwei Funktionen wahr, und zwar sowohl
die Funktion als Widerlager als auch die Funktion als Umform
werkzeug.
Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform der Er
findung besteht in den Merkmalen des Anspruchs 5. Danach haben
auch die Schenkelumformer zwei Funktionen. Sie wirken einmal
aktiv an der nahezu reibungsfreien Umlegung der Laschenschenkel
relativ zum Laschensteg mit und übernehmen zum anderen passiv
eine Widerlagerfunktion nach dem Abbiegen der Laschenschenkel,
um nunmehr die Laschenflansche reibungsfrei umlegen zu können.
Zu diesem Zweck sind die Stirnseiten der Schenkelumformer
exakt an die gewünschte Kontur der Oberlaschen zwischen den
Laschenschenkeln und den Laschenflanschen angepaßt.
In Weiterbildung des erfindungsgemäßen Grundgedan
kens sind die Merkmale des Anspruchs 6 vorgesehen. Mithin
werden zum Anformen von Mitnehmernasen an den Oberlaschen
ebenfalls Umformer mit ebenen Wälzflächen verwendet. Dabei
wird eine Längsseite des Laschenstegs dachartig in einem ge
zielten Abstand zu den Widerlagern im wesentlichen reibungs
frei abgewinkelt. Gleichzeitig wird die Mitnehmernase durch
ein vom Umformer vorspringendes Druckstück in eine Formtasche
des Widerlagers gedrückt.
Die Zwangsführung der Umformwerkzeuge beim Abwälzen
auf den Oberflächen der gekrümmten Übergangsbereiche zwischen
dem Laschensteg und den Laschenschenkeln, zwischen den La
schenschenkeln und den Laschenflanschen sowie zwischen dem
Laschensteg und einer Längsseite kann auf verschiedene Weise
verwirklicht werden. Besonders vorteilhaft sind jedoch die
Merkmale des Anspruchs 7. Bei den Kurvenbahnen kann es sich
z. B. um Kurvennuten in geeigneten Halterungen handeln, wäh
rend an den Umformern Zapfen vorgesehen sind, die in die
Kurvennuten gleitend eingreifen.
Nach den Merkmalen des Anspruchs 8 werden die Um
former zweckmäßig durch hydraulisch beaufschlagbare Zylinder
unter Eingliederung von Lenkern bewegt. Dabei kann sowohl
für die die Laschenschenkel relativ zum Laschensteg als auch
für die die Laschenflansche relativ zu den Laschenschenkeln
abbiegenden Umformer jeweils nur ein Zylinder vorgesehen sein.
Mit den Merkmalen des Anspruchs 9 ist eine einwand
freie Erzeugung der Mitnehmernasen gewährleistet.
Eine andere vorteilhafte Ausführungsform zur Er
zeugung mit Mitnehmernasen ist in den Merkmalen des Anspruchs
10 gekennzeichnet. Hierbei erfolgt die Anformung der Mitneh
mernasen durch eine geradlinige Verlagerung von Nasen-Form
werkzeugen, die Umformflächen zum Abwinkeln einer Längsseite
des Laschenstegs und wenigstens ein vorspringendes Druck
stück zum Ausprägen einer Mitnehmernase aufweisen.
Eine zweckmäßige, geringen Umformkräften genügende
Anordnung der Nasen-Formwerkzeuge wird in den Merkmalen des
Anspruchs 11 gesehen.
Die Erfindung ist nachfolgend anhand von in den
Zeichnungen veranschaulichten Ausführungsbeispielen näher
erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 bis 3 in schematischer Darstellung eine Vorrich
tung zum Umformen eines gelochten Flach
eisenabschnitts zu einer U-förmigen Ober
lasche in verschiedenen Bearbeitungs
stadien;
Fig. 4 bis 5 in vergrößerter Darstellung das beim Umfor
men des Flacheisenabschnitts gemäß den Fig.
1 bis 3 verwendete Getriebeprinzip
in zwei verschiedenen Bearbeitungsstadien;
Fig. 6 analog zu den Darstellungen der Fig.
4 und 5 ein Prinzip zum Umformen einer
Mitnehmernase an dem Laschensteg einer
Oberlasche;
Fig. 7 eine Stirnansicht auf die in Fig. 6 darge
stellte Umformeinheit und
Fig. 8 bis 9 in der Ansicht, teilweise im Schnitt eine
weitere Vorrichtung zum Anformen von Mit
nehmernasen in zwei verschiedenen Betriebs
stellungen.
Mit 1 ist in den Fig. 1 und 4 ein gelochter
Flacheisenabschnitt bezeichnet, der vorab auf eine Temperatur
gebracht worden ist, die oberhalb der Warmstreckgrenze liegt.
Der Flacheisenabschnitt 1 wird auf ein ortsfestes
Widerlager 2 gelegt, das der späteren Innenkontur der zu
fertigenden Oberlasche 3 (Fig. 3) angepaßt ist. Anschließend
wird ein Niederhalter 4 abgesenkt und der Flacheisenabschnitt
1 auf dem Widerlager 2 festgeklemmt.
Nunmehr werden zunächst die Laschenschenkel 5 umge
bogen (Fig. 2 und 4). Hierzu werden Schenkelumformer 6
mit ebenen Wälzflächen 7 verwendet und entsprechend den Pfeilen
PF in den Fig. 1 und 4 zwangsgeführt. Die Umformer 6 biegen
die Laschenschenkel 5 um, bis sie seitlich an dem Widerlager
2 sowie an Flanschumformern 8 anliegen, die in diesem Bear
beitungsstadium Bestandteil des Widerlagers 2 bilden (Fig. 2
und Fig. 4, strichpunktierte Linienführung). Anschließend
werden die Schenkelumformer 6 als Widerlager verwendet und
es werden mittels der Flanschumformer 8 die Laschenflansche
9 um diese Widerlager 6 entsprechend den Pfeilen Pf 1 (Fig.
2 und 5) gebogen. Die Oberlasche 3 hat dann ihre endgültige
Konfiguration (Fig. 3).
Wie die Fig. 4 näher erkennen läßt, besitzt jeder
Schenkelumformer 6 zwei Führungszapfen 10, 11, die in zwei
in Wirkrichtung des Umformers 6 zueinander konvergierende
Kurvennuten 12, 13 gleitschlüssig eingreifen. Die Umformer 6
stehen ferner über Lenker 14 mit einem hydraulisch beauf
schlagbaren Zylinder 15 in gelenkbeweglicher Verbindung.
Die Fig. 4 zeigt darüberhinaus, daß die Stirnseiten
16 des Schenkelumformers 6 so ausgebildet sind, daß sie der
gewünschten Kontur zwischen den Laschenschenkeln 5 und den
Laschenflanschen 9 der fertigen Oberlasche 3 entsprechen.
Bei Beaufschlagung des Zylinders 15 werden die Um
former 6 aus den Positionen gemäß den Fig. 1 und 4 (durch
gezogene Linienführung) entlang der beiden Kurvenbahnen 12,
13 verlagert. Hierbei werden die Laschenschenkel 5 über das
Widerlager 2 mittels der sich an der äußeren Oberfläche 17
des Flacheisenabschnitts 1 in einem gezielt der Dicke der
gekrümmten Übergangsbereiche 18 vom Laschensteg 19 auf die
Laschenschenkel 5 entsprechenden Abstand zum Widerlager 2
zwangsgeführt abwälzenden Umformer 6 umgebogen. Aufgrund der
Kurvenbahnen 12, 13 wälzen sich die Umformer 6 so an den Ober
flächen 17 der gekrümmten Übergangsbereiche 18 ab, daß keine
gleitenden Relativbewegungen entstehen. Die Verweilzeit jedes
Flächenabschnitts der Wälzflächen 7 im Kontaktbereich des
Übergangsbereichs 18 ist relativ kurz.
In der Endstellung (strichpunktierte Linienführung
in Fig. 4) hat der Zylinder 15 die Umformer 6 über die Len
ker 14 so weit verlagert, daß die Laschenschenkel 5 seitlich
am Widerlager 2 und an den zunächst ebenfalls Bestandteil
des Widerlagers 2 bildenden Flanschumformern 8 anliegen
(Fig. 2 und 4).
Nunmehr werden entsprechend der Darstellung der
Fig. 5 die Flanschumformer 8 mittels eines ebenfalls hydrau
lisch beaufschlagbaren Zylinders 20 und zwischengeschalteter
Lenker 21 an in Wirkrichtung der Umformer 8 zueinander konver
gierenden Kurvenbahnen 22, 23 derart verlagert, daß auch die
Laschenflansche 9 über die an die Konturen zwischen den La
schenschenkeln 5 und den Laschenflanschen 9 angepaßten Stirn
seiten 16 der Schenkelumformer 6 umgebogen werden, bis die
Flanschumformer 8 die strichpunktierte Stellung in Fig. 5
erreicht haben. Auch in diesem Fall sind die Umformer 8 der
art mit ihren Wälzflächen 24 an den Oberflächen 25 der ge
krümmten Übergangsbereiche 26 zwischen den Laschenschenkeln
5 und den Laschenflanschen 9 zwangsgeführt, daß ihr Abstand
zu den Stirnseiten 16 immer gezielt der Dicke der gekrümmten
Übergangsbereiche 26 entspricht. Die Umformer 8 sind mit Zap
fen 27, 28 in den Kurvennuten 22, 23 gleitschlüssig geführt.
Soll am Laschensteg 19 der Oberlasche 3 noch minde
stens eine Mitnehmernase angeformt werden, so bleibt nach
dem Umformen der Oberlasche 3 entsprechend Fig. 3 und 5
der Laschensteg 19 zwischen dem Widerlager 2 und dem Nieder
halter 4 eingeklemmt (Fig. 6).
Nunmehr wird eine Längsseite 42 über das an den
Übergangsbereich 30 von dem Laschensteg 19 auf die Längsseite
42 unterseitig angepaßte Widerlager 2 mittels eines sich an
der Oberfläche des Laschenstegs 19 in einem gezielt der Dicke
des Übergangsbereichs 30 entsprechenden Abstand zu dem Wider
lager 2 zwangsgeführt abwälzenden Umformers 32 relativ zum
Laschensteg 19 abgebogen. Gleichzeitig wird die Mitnehmernase
29 durch ein vom Umformer 32 vorspringendes Druckstück 40
in eine Formtasche 41 des Widerlagers 2 gedrückt. Hierbei
erfolgt eine geringfügige Längung des verformten Nasen
materials.
Der Nasenumformer 32 hat eine ebene Wälzfläche 33
für die Längsseite 42 und ist über zwei Führungszapfen 34, 35
in zueinander entsprechend dem Richtungspfeil Pf 2 konver
gierenden Kurvennuten 36, 37 geführt. Der Nasenumformer 32
steht ferner über einen Lenker 38 mit einem hydraulisch be
aufschlagbaren Zylinder 39 in gelenkiger Verbindung.
Darüberhinaus weist der Nasenumformer 32 mindestens ein
vorspringendes Druckstück 40 auf, welches unter Anformung
einer Mitnehmernase 29 Material aus der Längsseite 42 in
eine Formtasche 41 drückt.
Die Endstellung des Nasenumformers 32, welche in
Fig. 6 in Vollinien dargestellt ist, ist in Fig. 7 noch
einmal in der Stirnansicht veranschaulicht.
In den Fig. 5 und 6 sind die Zylinder 20 und 39
einfachheitshalber nur durch Pfeile angedeutet worden.
In den Fig. 8 und 9 ist eine Vorrichtung zum
Anformen von Mitnehmernasen 29 veranschaulicht, bei welcher
geradlinig verlagerbare Nasen-Formwerkzeuge 43 Verwendung
finden. Diese Vorrichtung umfaßt ein an die Innenkontur der
Oberlasche 3 angepaßtes Widerlager 2 mit stirnseitigen Mit
nehmernasenformtaschen 41, einen an die Außenkontur der Ober
lasche 3 angepaßten Niederhalter 4 und quer zu dem Laschen
steg 19 verlagerbare Nasen-Formwerkzeuge 43 mit Umformflächen
44 für eine Längsseite des Laschenstegs 19 und mit wenigstens
einem vorspringenden Druckstück 45 für eine Mitnehmernase 29.
In der Fig. 8 ist die Vorrichtung in der Bereit
schaftsstellung veranschaulicht und in Fig. 9 ist die Vor
richtung in einer Betriebsstellung gezeigt, in welcher mit
Hilfe der Nasen=Formwerkzeuge 43 sowohl eine Längsseite 42
des Laschenstegs 19 als auch die Mitnehmernase 29 fertig an
geformt sind.
Die Verlagerung der Nasen-Formwerkzeuge 43 kann durch
nicht näher dargestellte, insbesondere hydraulisch beauf
schlagbare, Zylinder erfolgen.
Claims (11)
1. Verfahren zum Umformen eines gelochten Vor
materials zu einer Bestandteil einer Klemmverbindung für
den untertägigen Gleitbogenausbau bildenden U-förmigen Ober
lasche mit zu einem Laschensteg abgewinkelten Laschenschen
keln, endseitig der Laschenschenkel nach außen abgebogenen
Laschenflanschen und im Übergangsbereich von den Laschen
schenkeln auf die Laschenflansche befindlichen Ausnehmungen
für Verbindungsschrauben, dadurch gekennzeichnet,
daß zunächst beide Laschenschenkel (5) über ein an die Innen
kontur der Oberlasche (3) angepaßtes Widerlager (2) mittels
sich an der dem Widerlager (2) abgewandten äußeren Ober
fläche (17) des Vormaterials (1) in einem gezielt der Dicke
der gekrümmten Übergangsbereiche (18) vom Laschensteg (19)
auf die Laschenschenkel (5) entsprechenden Abstand zum Wider
lager (2) zwangsgeführt abwälzender Umformer (6) relativ zum
Laschensteg (19) und danach beide Laschenflansche (9) über
an die Konturen zwischen den Laschenschenkeln (5) und den
Laschenflanschen (9) angepaßte Widerlager (6) mittels sich
an den den Widerlagern (6) abgewandten inneren Oberflächen
(25) der Laschenschenkel (5) in einem gezielt der Dicke der
gekrümmten Übergangsbereiche (26) von den Laschenschenkeln
(5) auf die Laschenflansche (9) entsprechenden Abstand zu
den Widerlagern (6) zwangsgeführt anwälzender Umformer (8)
relativ zu den Laschenschenkeln (5) abgebogen werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei wenigstens eine
Mitnehmernase an einer Längsseite des Laschenstegs angeformt
wird, dadurch gekennzeichnet, daß der Laschen
steg (19) eingespannt wird und danach eine Längsseite des
Laschenstegs (19) über ein an den Übergangsbereich (30) von
dem Laschensteg (19) auf die Längsseite unterseitig ange
paßtes Widerlager (2) mittels eines sich an der Oberfläche
(31) des Laschenstegs (19) in einem gezielt der Dicke des
Übergangsbereichs (30) entsprechenden Abstand zu dem Wider
lager (2) zwangsgeführt abwälzenden Umformers (32) relativ
zum Laschensteg (19) abgebogen und die Mitnehmernase (29)
durch ein vorspringendes Druckstück (40) in eine Formtasche
(41) des Widerlagers (2) gedrückt werden.
3. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach
Anspruch 1, gekennzeichnet durch einerseits mit
eben ausgebildeten Wälzflächen (7) in einem gezielt der
Dicke der gekrümmten Übergangsbereiche (18) vom Laschensteg
(19) auf die Laschenschenkel (5) entsprechenden Abstand re
lativ zu einem an die Innenkontur der Oberlasche (3) ange
paßten Widerlager (2) zwangsgeführte Schenkelumformer (6)
und andererseits mit eben ausgebildeten Wälzflächen (24) in
einem gezielt der Dicke der gekrümmten Übergangsbereiche (26)
von den Laschenschenkeln (5) auf die Laschenflansche (9) ent
sprechenden Abstand relativ zu an die Konturen zwischen den
Laschenschenkeln (5) und den Laschenflanschen (9) angepaßten
Widerlagern (6) zwangsgeführte Flanschumformer (8).
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die Flanschumformer (8) Bestand
teil des Oberlaschenwiderlagers (2) bilden.
5. Vorrichtung nach Anspruch 3 oder 4, da
durch gekennzeichnet, daß die Schenkelumformer
(6) die Widerlager für die Flanschumformer (8) bilden.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß mit eben ausgebil
deten Wälzflächen (33) versehene Längsseitenumformer (32)
in einem gezielt der Dicke der Übergangsbereiche (30) ange
paßten Abstand zu unterseitig der Übergangsbereiche (30)
vorgesehenen Widerlagern (2) entlang der Oberfläche (31)
des Laschenstegs (19) quer zwangsgeführt sind.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß die Umformer (6, 8,
32) entlang von jeweils zwei Kurvenbahnen (12, 13; 22, 23;
36, 37) mit in Wirkrichtung der Umformer (6, 8, 32) zuein
ander konvergierendem Kurvenverlauf zwangsgeführt sind.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß die Umformer (6,
8, 32) durch Lenker (14, 21, 38) mit hydraulisch beaufschlag
baren Zylindern (15, 20, 39) relativbeweglich gekoppelt
sind.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß die Längsseitenum
former (32) mit vorspringenden Druckstücken (40) versehen
sind.
10. Vorrichtung zur Erzeugung von Mitnehmernasen an
einer etwa U-förmigen Oberlasche für eine Klemmverbindung
des untertägigen Gleitbogenausbaus, welche ein örtlich
fixierbares Widerlager und einen vertikal verlagerbaren
Niederhalter aufweist, gekennzeichnet durch
- a) ein an die Innenkontur der Oberlasche (3) angepaßtes Widerlager (2) mit stirnseitigen Mitnehmer-Formtaschen (41),
- b) einen an die Außenkontur der Oberlasche (3) angepaßten Niederhalter (4) und
- c) quer zu dem Laschensteg (19) verlagerbare Nasen-Formwerk zeuge (43) mit Umformflächen (44) für eine Längsseite (42) des Laschenstegs (19) und mit wenigstens einem vorsprin genden Druckstück (45) für eine Mitnehmernase (29).
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch
gekennzeichnet, daß die Nasen-Formwerkzeuge (43)
unter einem Winkel von etwa 45° bis 75°, bevorzugt etwa
60°, zur Oberseite des Laschenstegs (19) geradlinig ver
lagerbar sind.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19863619782 DE3619782A1 (de) | 1986-06-12 | 1986-06-12 | Verfahren und vorrichtung zum umformen eines gelochten vormaterials zu einer u-foermigen oberlasche |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19863619782 DE3619782A1 (de) | 1986-06-12 | 1986-06-12 | Verfahren und vorrichtung zum umformen eines gelochten vormaterials zu einer u-foermigen oberlasche |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3619782A1 true DE3619782A1 (de) | 1987-12-17 |
| DE3619782C2 DE3619782C2 (de) | 1990-05-03 |
Family
ID=6302861
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19863619782 Granted DE3619782A1 (de) | 1986-06-12 | 1986-06-12 | Verfahren und vorrichtung zum umformen eines gelochten vormaterials zu einer u-foermigen oberlasche |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3619782A1 (de) |
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- 1986-06-12 DE DE19863619782 patent/DE3619782A1/de active Granted
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE3619782C2 (de) | 1990-05-03 |
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