DE3619046A1 - Gipsbauplatte und aus solchen bauplatten hergestellte druckverteilungsplatte - Google Patents
Gipsbauplatte und aus solchen bauplatten hergestellte druckverteilungsplatteInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Gipsbauplatte, insbesondere zur
Verwendung als Druckverteilungsplatte für einen Trocken
estrich, die an ihren umlaufenden Stirnrändern eine Nute
zum Einlegen von Fremdfedern aufweist.
Es ist bekannt, für die Herstellung eines Trockenestriches
auf der Rohdecke eines Gebäudes ein wärmedämmendes Schütt
material aus Korkschrot, Melaminharzen (Perlite), oder
faserige Stoffe, wie Mineralfaserplatten, aufzubringen und
hierauf Gipsplatten zu verlegen, welche die Druckverteilungs
platte bilden, auf der dann der Fußbodenbelag aufgebracht
werden kann. Damit sich beim Verlegen der Gipsbauplatten die
trockenen Schüttstoffe od. dgl. nicht verschieben und keine
Körner oder andere Partikel in die Verbindungsfugen der
Platten eingeschoben werden, ist es notwendig, die Dämmstoff
schicht vor dem Zusammensetzen der Druckverteilungsplatte mit
Folien, die ihrerseits gegen Verschiebung gesichert werden
müssen, abzudecken oder plattenförmige Druckausgleichsschichten
einzubringen.
Um diesen Nachteil zu vermeiden, sind bereits Gipsfaserplatten
bekannt (DE-GM 79 04 458), die an ihren umlaufenden Stirnrän
dern Nuten zum Einlegen von Fremdfedern aufweisen und auf de
ren Unterseite eine über zwei aneinanderstoßende Räder über
stehende Kunststoffolie oder Bitumenpappe aufgeklebt ist. Beim
Verlegen kann dann die jeweils anschließende Bauplatte auf
dem Folienstreifen der bereits verlegten Platte gegen deren
Rand geschoben werden, so daß kein Dämmstoffmaterial in die
Fuge gelangt. Gleichwohl kann es aber geschehen, daß beim
Zusammenschieben der Gipsbauplatten unter dem Folienstreifen
der bereits verlegten Platte eine Welle an Dämmstoffmaterial
erzeugt wird, die vor dem Rand der zu verlegenden Platte
herläuft und zur Folge hat, daß der Folienstreifen eine nach
oben gerichtete Falte bildet, die zwischen den gegeneinander
stoßenden Stirnrändern benachbarter Platten eingeklemmt wird
und ein dichtes Zusammenschieben verhindert.
Um das Verlegen von Gipsbauplatten als Druckverteilungs
platte für einen Trockenestrich auf einer Dämmstoffunterlage
zu erleichtern, ist es auch bereits bekannt, die Druckvertei
lungsplatte aus Gipskartonplatten herzustellen, die in zwei
oder drei, an ihren Stoßkanten gegeneinander versetzten
Schichten zusammengeklebt sind (DE-GM 72 06 246). Bei dieser
bekannten Ausführung kann die mittlere Schicht der jeweils
zu verlegenden Platte auf der unteren Schicht der bereits
verlegten Platte entlanggleiten. Man benötigt dann für das
Schüttmaterial keine Folienabdeckung und auch keinen über
stehenden Randstreifen an den einzelnen Bauplatten. Das Ver
kleben von zwei oder drei Gipskartonplatten stellt jedoch
einen erheblichen Aufwand dar und die Platten sind verhält
nismäßig teuer.
Aufgabe der Erfindung ist es, diese Nachteile zu vermeiden und
Gipsbauplatten der eingangs näher erläuterten Art zu schaffen,
die einfach und billig gefertigt und mit denen Druckvertei
lungsplatten für Trockenestriche mit geringem Aufwand beim
Verlegen hergestellt werden können, die insbesondere im Be
reich der Stoßfugen eine höhere Druck- und Biegezugfestigkeit
haben als die aus den bekannten Gipsbauplatten hergestellten
Druckverteilungsplatten.
Diese Aufgabe wird mit der Erfindung bei einer Gipsbauplatte
dadurch gelöst, daß der die eine Seite der Nute begrenzende
Stirnrandteil über den die andere Seite der Nute begrenzen
den Stirnrandteil vorspringt und daß die vorspringenden
Stirnrandteile an einander gegenüberliegenden Plattenrändern
auf verschiedenen Seiten der Platte angeordnet sind.
Diese Ausgestaltung hat den Vorteil, daß in jedem Querschnitt
des Fugenbereiches unter Einschluß der Fremdfeder mindestens
zwei Drittel der Plattendicke zur Übertragung der Druckkräfte
zur Verfügung stehen, die von den auf den Estrich von oben
her einwirkenden Lasten auf den Estrich übertragen werden.
Die Druckverteilungsplatte hat hierdurch im Bereich der Stoß
fugen zwischen aneinanderstoßenden Bauplatten eine höher
Druck- und Scherfestigkeit.
Um jede Kerbwirkung zu vermeiden, können die Nuten an ihrem
Grund ausgerundet sein. Die Fremdfedern werden dann an ihren
entsprechenden Längsrändern abgerundet, so daß sie dicht am
Nutgrund anliegen.
Die Gipsbauplatten nach der Erfindung können als Gipskarton
platten ausgebildet sein, wobei dei Nuten in den Gipskern der
Gipskartonplatte eingefräst sind. Durch diese Ausgestaltung
gelingt es, die Nuten aneinanderstoßender Gipsbauplatten sehr
genau zu fertigen und die Fremdfedern praktisch ohne Spiel in
die Nuten einzupassen. Hierdurch wird auch im Bereich der
Fugen ein glatter Übergang ohne Stufen erzielt, und es ist
nicht notwendig, die Oberseite der Druckverteilungsplatte
im Bereich aneinanderstoßender Fugen von benachbarten Plat
ten abzudecken oder diese Fugen zu verspachteln. Bei einer
aus Gipsbauplatten nach der Erfindung hergestellten Druck
verteilungsplatte sind die Bauplatten zweckmäßig durch Fremd
federn verbunden, die aus einem Material bestehen, dessen
Druckfestigkeit und Scherfestigkeit mindestens ebenso groß
ist wie die Druckfestigkeit und Scherfestigkeit des Platten
materials. Beispielsweise können diese Fremdfedern Hartfaser
platten- oder Spanplattenstreifen sein, die genau in die einge
frästen Nuten der Gipskartonplatten passen und deren Längsrän
der auch abgerundet sein können, um ausgerundete Nuten in den
Rändern der Gipsplatten nach der Erfindung satt auszufüllen.
Die Federn können in die Nuten eingeklebt sein, wodurch eine
hohe Biegezugfestigkeit im Bereich der Stöße erreicht wird.
Besonders zweckmäßig ist es, wenn die Stoßfugen auf den Un
terseiten der Bauplatten mit Kartonstreifen überklebt sind,
die mindestens doppelt so breit sind wie die Fremdfedern.
Eine solche Armierung an der Unterseite der Platten ist zwar
bei Druckverteilungsplatten für Trockenestriche an sich be
kannt; bei der Erfindung haben diese Kartonstreifen aber zu
sätzlich die Wirkung, daß sie beim Einbau ein Eindringen von
unter der Druckverteilungsplatte angeordnetem Dämmaterial in
die Fuge verhindern, ohne daß die Gefahr einer Wellenbildung
besteht, da die Gipsbauplatten mit ihren oberen Stirnrand
teilen auf der Feder der vorhergehenden Gipsbauplatte entlang
geschoben werden können, wenn die Gipsbauplatten beim Her
stellen der Druckverteilungsplatte nach der Erfindung mit in
die Nuten von vorspringenden, unteren Stirnrandteilen einge
setzten Fremdfedern und aufgeklebten, über diese Stirnrand
teile vorspringenden Kartonstreifen auf der Unterlage verlegt
werden.
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus
der nachfolgenden Beschreibung und den Zeichnungen, in denen
bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung an Beispielen
näher erläutert sind. Es zeigt
Fig. 1 eine Gipsbauplatte nach der Erfindung
in einer seitlichen Ansicht,
Fig. 2 die Stoßstelle zwischen zwei Gipsbau
platten einer aus diesen hergestellten
Druckverteilungsplatte in einem senk
rechten Querschnitt,
Fig. 3 eine andere Ausführung der Nutenausbildung
in einer erfindungsgemäßen Gipsbauplatte
und
Fig. 4 das Verlegen von aneinander anschließenden
Gipsbauplatten für einen Trockenestrich
auf einer Dämmunterlage in einer seitlichen
Ansicht und teilweise im Schnitt.
In den Zeichnungen ist mit 10 eine Druckverteilungsplatte für
einen Trockenestrich bezeichnet, die auf einer geeigneten Un
terlage 11, beispielsweise einer Korkschüttung, Mineralwoll
platten oder Schaumstoffplatten verlegt wird. Die Druckvertei
lungsplatte 10 besteht aus mehreren, aneinander anschließen
den Gipskartonplatten 12, die aus einem harten Gipskern 13
und diesen oben und unten abdeckenden Kartonschichten 14 und
15 bestehen. Der Gipskern kann außerdem auch Zusatzstoffe,
insbesondere faserige oder spanförmige Zuschläge, enthalten,
welche die Druckfestigkeit und Biegezugfestigkeit der Platten
erhöhen.
Die Gipsbauplatten 12 haben vorzugsweise einen rechteckigen
Grundriß und sind an ihren umlaufenden Stirnrändern 16 und
17 mit Nuten 18 bzw. 19 versehen. Diese Nuten 18 und 19 sind
bei dem in den Fig. 1, 2 und 4 dargestellten Ausführungsbei
spiel scharfkantig, bei dem in Fig. 3 dargestellten Ausfüh
rungsbeispiel jedoch an ihrem Grund 20 ausgerundet.
Wie aus den Zeichnungen hervorgeht, sind die Stirnränder 16
und 17 der Gipsbauplatten 12 so ausgebildet, daß jeweils der
die eine Seite 21 der Nute 18 begrenzende Stirnrandteil 22
über den die andere Seite 23 der Nute begrenzenden Stirnrand
teil 24 vorspringt. Man erkennt aus Fig. 1, daß die vorsprin
genden Stirnrandteile 22 an einander gegenüberliegenden Plat
tenrändern auf verschiedenen Seiten der Platte angeordnet
sind, nämlich die vorspringenden Stirnrandteile 22 am linken
Seitenrand 16 an der Oberseite 25 der Platte 12 und der vor
springende Stirnrandteil 22 am rechten Seitenrand 17 der
Platte auf deren Unterseite 26. Sinngemäß liegen auch am
vorderen und hinteren Rand der Platte die vorspringenden
Stirnrandteile am vorderen Rand und am hinteren Rand
unten, was jedoch in der Zeichnung der Übersichtlichkeit
halber nicht dargestellt ist.
Die Nuten 18 und 19 sind in die Ränder der Gipsbauplatten ein
gefräst, und die Nuten 18 und 19 benachbarter Bauplatten 12
sind durch Fremdfedern 27 miteinander verbunden. Diese Fremd
federn 27 bestehen zweckmäßig aus Hartfaserplatten- oder Span
plattenstreifen und passen genau in die Nuten 18 und 19, wenn
die benachbarten Gipsbauplatten 12 an ihren gegeneinandersto
ßenden Rändern 16 und 17 dicht aneinanderliegen.
Wenn die Nuten 18 und 19, wie in Fig. 3 gezeigt, an ihrem
Grund 20 ausgerundet sind, sind die Fremdfedern 27 an ihren
einander gegenüberliegenden Längsrändern entsprechend abge
rundet, damit sie satt in die Nuten 20 passen. Außerdem kön
nen sie mit einem geeigneten Kleber in die Nuten 18 und 19
eingeklebt werden, wobei sie dann auf den vorspringenden
Stirnrandteilen 22 festgeklebt werden.
Um die Biegezugfestigkeit der Druckverteilungsplatte 10 im
Bereich der Plattenstöße zu erhöhen, können die Stoßfugen 28
auf den Unterseiten 26 der Bauplatten 12 mit Kartonstreifen
29, die mindestens doppelt so breit sind wie die Fremdfedern
(Fig. 2 und 4), überklebt werden.
Bei der Herstellung der Druckverteilungsplatte wird nach der
Erfindung so vorgegangen, daß vor dem Verlegen von Gipsbau
platten 12 einer Reihe die Fremdfedern 27 in die Nuten 19
dieser Gipsbauplatten 12 eingeklebt und, soweit vorgesehen,
der Kartonstreifen 29 derart unter diese Platten geklebt
wird, daß er über den vorstehenden unteren Stirnrandteil 17
dieser Platten 12 übersteht. Die Platten 12 der ersten Reihe
werden dann auf der Unterlage 11 verlegt (die in Fig. 4 links
angeordneten Platten).
Danach werden die Gipsbauplatten der folgenden Reihe in der
gleichen Weise an ihren rechten Stirnrändern 17 mit den
Fremdfedern 27 und ggf. ihren Kartonstreifen 29 versehen und
mit ihren vorspringenden Stirnrandteilen 22 am linken Rand
16 über die Fremdfeder 27 hinweg gegen den zurückgesetzten
Teil 17 a des Stirnrandes 17 in Richtung des Pfeiles 30 ge
schoben. In der letzten Phase dieser Bewegung wird dann die
anzuschiebende Gipsbauplatte 12 in Richtung des Pfeiles 31
abgesenkt, so daß der freie Rand der Fremdfeder 27 in die
Nute 18 der eingeschobenen Platte 12 gleiten kann, wobei
sich der freie Rand des Kartonstreifens 29 gegen die Unter
seite 26 der eingeschobenen Platte legt und an dieser fest
klebt, nachdem er vorher mit einer Leimschicht versehen
wurde.
In gleicher Weise wird mit den benachbarten und mit den fol
genden Platten verfahren, bis die Druckverteilungsplatte voll
ständig hergestellt ist.
Die Erfindung ist nicht auf die dargestellten und beschriebe
nen Ausführungsbeispiele beschränkt, sondern es sind mehrere
Änderungen und Ergänzungen möglich, ohne den Rahmen der Er
findung zu verlassen. Beispielsweise könnten die Gipsbau
platten auch Gipsfaserplatten oder Gipsspanplatten sein,
und es ist auch möglich, die Fremdfedern aus einem anderen
Material, z. B. aus Hartholz, herzustellen. Wesentlich ist nur,
daß ihre Festigkeit mindestens ebenso groß ist wie die Festig
keit der Gipsbauplatten, die sie verbinden sollen. Ferner ist es
auch möglich, beim Einbau der Gipsbauplatten etwas anders vor
zugehen, beispielsweise die Fremdfeder in diejenige Platte
einzukleben, die an die bereits verlegten Gipsbauplatten an
gesetzt werden soll. In diesem Falle kann die über den freien
Rand 16 vorstehende Fremdfeder 27 auf dem vorspringenden Sei
tenrandteil 22 der bereits verlegten Gipsbauplatte entlang
geschoben werden.
Claims (6)
1. Gipsbauplatte, insbesondere zur Verwendung als Druckver
teilungsplatte für einen Trockenestrich, die an ihren
umlaufenden Stirnrändern eine Nute zum Einlegen von
Fremdfedern aufweist, dadurch gekenn
zeichnet, daß der die eine Seite (21) der
Nute (18 bzw. 19) begrenzende Stirnrandteil (22) über
den die andere Seite (23) der Nute (18 bzw. 19) begren
zenden Stirnrandteil (24) vorspringt und daß die vor
springenden Stirnrandteile (22) an einander gegenüber
liegenden Plattenrändern (16, 17) auf verschiedenen
Seiten (25, 26) der Platte (12) angeordnet sind.
2. Gipsbauplatte nach Anspruch 1, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Nuten (18, 19) an
ihrem Grund (20) ausgerundet sind.
3. Gipsbauplatte nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß sie als Gipskarton
platte ausgebildet ist und daß die Nuten (18, 19) in
den Gipskern (13) der Gipskartonplatte eingefräst sind.
4. Aus Gipsbauplatten nach einem der Ansprüche 1 bis 3 her
gestellte Druckverteilungsplatte, dadurch
gekennzeichnet, daß die Bauplatten (12)
durch Fremdfedern (27) verbunden sind, die aus einem
Material bestehen, dessen Druckfestigkeit und Scher
festigkeit mindestens ebenso groß sind wie die Druck
festigkeit und Scherfestigkeit des Plattenmaterials.
5. Druckverteilungsplatte nach Anspruch 4, dadurch
gekennzeichnet, daß die Stoßfugen (28)
auf den Unterseiten (26) der Bauplatten (12) mit Karton
streifen (29) überklebt sind, die mindestens doppelt so
breit sind wie die Fremdfedern (27).
6. Verfahren zum Herstellen einer Druckverteilungsplatte
nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekenn
zeichnet, daß jede Gipsbauplatte (12) mit in
die Nuten (18, 19) von vorspringenden, unteren Stirn
randteilen eingesetzten Fremdfedern (27) und ggf. auf
geklebten, über diese Stirnrandteile (17) vorstehenden
Kartonstreifen (29) auf der Unterlage (11) verlegt wird,
wobei sie mit ihrem gegenüberliegenden Stirnrandteil
(22) auf der Feder (27) der vorhergehenden Gipsbauplatte
(12) entlanggeschoben wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19863619046 DE3619046A1 (de) | 1986-06-06 | 1986-06-06 | Gipsbauplatte und aus solchen bauplatten hergestellte druckverteilungsplatte |
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Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3619046A1 true DE3619046A1 (de) | 1987-12-10 |
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ID=6302413
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|---|---|---|---|
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