DE3536879A1 - Verfahren zum regeln von stranggiessbedingungen - Google Patents
Verfahren zum regeln von stranggiessbedingungenInfo
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Description
CENTRO SPERIMENTALE METALLURGICO S.p.A.
Via di Castel Romano 100 - 102
1-00129 Rom, Italien
1-00129 Rom, Italien
Case C 157
Verfahren zum Regeln von Stranggießbedingungen
Verfahren zum Regeln von Stranggießbedingungen
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Regeln von Stranggießbedingungen. Insbesondere befaßt sie sich mit
Einrichtungen zum Überwachen und Regeln der Temperatur des flüssigen Stahls in der Gießpfanne und/oder dem
Zwischengefäß sowie in der Düse.
Moderne Stranggießverfahren insbesondere solche mit höheren Gießgeschwindigkeiten und Versuche zum Optimieren
der Qualität auf der Oberfläche und in der Mitte der auf diese Weise erhaltenen Zwischenprodukte (Halbzeug)
erfordern eine sehr enge Regelung der Bedingungen während des Ablaufs dieser Vorgänge.
gO Einer der Hauptparameter ist die Stahlgießtemperatur,
die innerhalb eines sehr engen Bereiches oberhalb der Verfestigungstemperatur gehalten werden muß.
Andererseits ist das Stranggießen von Stahl ein sehr
gg bekanntes und weit verbreitetes und praktiziertes Verfahren.
Die meisten technologischen und wirtschaftlichen Stufen in der Sicherstellung höherer Gießgeschwindigkeiten
und besserer Qualität der Stranggießzwischenprodukte
(d.h. weniger Segregation (Seigerung) sowie eine kleinere Anzahl von Oberflächendefekten und inneren Fehlern wie
Rissen, axiale Porosität und dergleichen sowie Verfestigungsstrukturen)
haben nicht wirklich bisher eine zufriedenstellende Antwort gefunden.
Die Lösung dieser Probleme ist jedoch von vorherrschender Wichtigkeit, nicht nur wegen der wünschenswerten
Verbesserung der Qualität sondern auch wegen den weiteren technologischen Entwicklungen, die daraus resultieren
können. So wird beispielsweise die Möglichkeit, die Praxis des direkten Walzens der Stranggießzwischenprodukte
auszuweiten, die zur Zeit nur von wenigen Stahlherstellern eingesetzt wird oder auch die Möglichkeit
eines Stranggießens dünner Produkte (d.h. solchen von wenigen Zentimetern Dicke), die direkt in warme Bänder
gewalzt werden sollten in Wirklichkeit als radikale Innovation angesehen, welche bei der Stahlindustrie zu
ganz beachtlichen wirtschaftlichen Vorteilen führen würden, die dazu beitragen würden, sie aus der heutigen äußerst
kritischen Situation herauszuführen.
Allgemein gesagt, kann man vernünftigerweise annehmen, daß der größte Teil der die Stranggießzwischenprodukte
beeinflussenden Qualitätsprobleme zurückzuführen sind
auf Schwankungen oder Veränderugnen in den Stranggießbedingungen. Zwei der universell als die wichtigsten
anerkannten Arbeitsbedingungen sind die Temperatur sowie die Fließzeit bzw. Fließgeschwindigkeit des flüssigen
Stahls, wenn dieser die Form der Stanggießmaschine erreicht. Es wird als wesentlich angesehen, sicherzustellen,
daß diese Parameter so konstant wie möglich sind.
Wo es um Temperatur jedoch geht, wird klar, daß der Stahl bei einer Temperatur vergossen werden muß, die höher als
die des Liquidus liegt. Dieser Unterschied in der Temperatur, bekannt als Überhitzung (sog. "superheat")
muß groß genug sein, damit der reguläre Gießbetrieb fortschreiten kann, gleichzeitig muß er jedoch so klein wie
möglich aus zwei Gründen sein. Der erste ist darin zu
sehen, daß die Kosten des Anhebens der Temperatur im
Elektroofen hoch sind, und zwar aufgrund des relativ niedrigen Leistungsvermögens bzw. Wirkungsgrades dieser
Einheit, der nämlich um 30 % liegt. Der zweite ist darin zu sehen, daß das Verfestigungsverfahren des Stahls in
der Form einen merklichen Einfluß auf die Qualität der resultierenden Zwischenprodukte hat, wobei die Verfestigung
. ihrerseits wieder durch die Überhitzung (superheat) beeinflußt wird und korrekterweise als der fundamentale
Parameter, der die Endstruktur regelt, angesehen wird. Es hat sich herausgestellt, daß insbesondere eine Überhitzung
von weniger als 10° die Situation hinsichtlich der Seigerung ganz erheblich verbessert.
Ein anderer wichtiger Parameter ist die Gleichförmigkeit
der Temperatur des vergossenen Stahls. Es hat sich herausgestellt, daß Schwankungen der Temperatur während
des Stranggießens zu ungleichförmiger Verfestigung führen, was wiederum zur Bildung von Oberflächenlängsrissen und
Porosität der Risse in der Mitte führt. Beim Hochgeschwindigkeitsstranggießen jedoch führen übermäßige
Überhitzung und mögliche Temperaturschwankungen zur nichtzufriedenstellenden Bildung einer festen Haut. Es
bleibt also die Gefahr von Rissen, insbesondere in Ecken oder sogar Ausbrüchen, sog. "breakouts".
Aus dieser Kurzübersicht ergibt sich, daß das Stranggießen bei einer bekannten Überhitzung durchgeführt
QQ werden muß, das so niedrig wie möglich angesetzt wird.
Unter diesen Bedingungen jedoch besteht die Gefahr, daß der Stahl, bevor er vergossen wird, sich verfestigt,
insbesondere in Zonen, wo die Wärmestreuung am größten ist, wie beispielsweise in der Düse.
ge Je niedriger die Überhitzung, desto größer ist diese
Gefahr.
-.αϊ Die für dieses Problem bisher vorgeschlagenen Lösungen
waren nicht vollständig zufriedenstellend aus einer Vielzahl von Gründen. Es wurde beispielsweise vorgeschlagen,
daß der Stahl in der Gießpfanne oder dem Zwischengefäß
mittels Bogenelektroden oder mittels Widerständen heißgehalten werden soll, wobei diese in den Wandungen
dieser Behälter verdeckt angeordnet sind. Trotz des niedrigen Warmewxrkungsgrades dieser Systeme, die sie
zu teuer machen, verbleibt das Problem der Verfestigung des Stahls in der Düse, was immer möglich ist, zumindest
bei Beginn des Gießvorgangs, wenn die Überhitzung auf geeignet niedrigem Niveau gehalten wird.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, diese Schwierigkeiten mittels eines einfachen wirksamen Verfahrens zu
überwinden, das es möglich macht, daß der Stahl aus dem Ofen bei einer beachtlich niedrigen Temperatur abgestochen
wird und dieser Stahl bei einer festen Minimumüberhitzung im Strang vergossen wird und hierdurch ein teilweises
oder vollständigem Blockieren der Düse durch den verfestigten
Stahl vermieden wird und möglicherweise die Bildung nicht-metallischer Einschlüsse in der Düse verzögert
wird.
Bei einer Stahlstranggießanlage, wo der Stahl aus dem Ofen in eine Gießpfanne abgestochen wird, aus der er
in das Zwischengefäß vergossen wird, aus dem er in die Stranggießform über einen sog. getauchten"Snorkel" geliefert
wird, ist das Verfahren nach der Erfindung überraschend gekennzeichnet dadurch, daß der in wenigstens
einem der Behälter - Zwischengefäß oder Gießpfanne in Strömungsrichtung vor der Stranggießdüse befindliche
flüssige Stahl einer Strahlung oder Konvektion aus einer elektrischen Heizquelle ausgesetzt wird und durch
die Tatsache, daß ein Strom veranlaßt wird, durch den flüssigen Stahl zwischen dieser Heizeinrichtung und
der Stranggießform zu fließen.
Alternativ, wenn als möglich und notwendig angesehen, kann der Strom zwischen dieser Heizeinrichtung und einem
geeigneten abströmseitig befindlichen Element, beispielsweise der oder den Düsenteilen der Stranggießmaschine
strömen, die in Strömungsrichtung hinter der Form oder dem vergossenen verfestigten Zwischenprodukt selbst angeordnet sind,
fließen. Diese alternativen Lösungen liegen im Rahmen der Erfindung, da, wie oben ganz deutlich gemacht, die
Tatsache, daß der Strom mit adäquaten Amperewerten auch durch den Stahl fließt, der durch die Düse zwischen
Zwischengefäß und Form strömt, von ganz besonderer Wichtigkeit gemäß der Erfindung ist.
Die elektrische Heizeinrichtung besteht vorzugsweise aus einem Plasmabogenbrenner (transferred arc plasma
torch) wegen seines hohen Warmewirkungsgrades und den vielen Regelmöglichkeiten.
Schließlich ist es erfindungsgemäß auch möglich, den
durch die Düse zwischen Zwischengefäß und Form fließenden Stahl einem direkten magnetischen Feld senkrecht zur
Strömungsrichtung des Stahls auszusetzen, so daß dieses magnetische Feld zusammen mit dem hierzu senkrechten
Stromfluß Kräfte hervorruft, die den Stahl innerhalb der Düse beaufschlagen bzw. durchrühren und so den Aufbau
nicht-metallischer Einschlüsse verhindern, die dort zu einem Blockieren führen würden; indem man in geeigneter
Weise dieses magnetische Feld und/oder den in der Düse fließenden Strom einstellt, wird es auch möglich, eine
gewisse Kontrolle über die Flxeßgeschwindigkeit oder Fließzeit des durch die Düse gehenden Stahls auszuüben.
-Αχ Durch die erfindungsgemäße Maßnahme wird es also möglich,
daß die zu regelnde Gießtemperatur innerhalb des optimalen Bereichs und gegen die niedrigst zulässigen
Werte eingestellt werden kann, indem Wärme in der Gießpfanne und/oder dem Zwischengefäß oder auch in der Düse
zugeführt wird.
Als besonderer Vorteil ist anzusehen, daß eine regelmäßigere Strömung des Stahls durch die Düse hindurch
stattfindet.
Als weitere Maßnahmen und/oder Vorteile der Erfindung sind zu nennen:
- die Möglichkeit, Stahl aus dem Ofen bei minimaler Überhitzung abzustechen, die mit den Haltezeiten
zwischen dem Abstechen und dem Stranggießen noch kompatibel sind;
- die Möglichkeit, eine minimale konstante Überhitzung während des Gießens aufrechtzuerhalten;
- Aufrechterhaltung dieser Überhitzung bei minimalen Betriebskosten wegen des hohen Wärmewirkungsgrades
des Plasmabrenners;
- aufgrund der Tatsache, daß mittels des Plasmabrenners (transferred arc torch) Strom mit hohen Amperewerten
durch den flüssigen Stahl, insbesondere den durch die Düse fließenden Stahl geht, wird es möglich, den
Joule-Effekt auszunutzen, um eine zusätzliche Erwärmung des Stahls in der Düse sicherzustellen und auch
ein Blockieren durch den Stahl zu vermeiden, der sonst aufgrund der minimalen Überhitzung sich verfestigen
könnte.
Ein Regeln der Temperatur des flüssigen Stahls bevor er in die Form, insbesondere in die Zwischengefaßdüse,
eintritt, wird natürlich durch an sich bekannte Einrichtungen sichergestellt, wodurch somit auch die Plasmabrennerarbeitsparameter,
nämlich Spannung, Strom, Gas-
Strömung und Entfernung vom Bad geregelt werden, so daß der Überhitzungswert konstant gehalten wird.
Wie vorher dargelegt, ist ein anderer wichtiger Parameter, der die Zwischenproduktqualität beherrscht, die Gleichförmigkeit
der Temperatur. Während des Stranggießens, insbesondere bei großen Anlagen, können natürlich Temperaturdifferenzen,
selbst innerhalb der Gießpfanne selbst, auftreten. Diese Inhomogenität wird unvermeidlicherweise
XO auf die Form übertragen, wodurch sämtliche der Vorteile,
die sich aus der Erfindung herleiten lassen, zu null werden. Die Verwendung eines besonderen Zwischengefäßes wie er in
der italienischen Patentschrift ... (italienische Patentanmeldung 48151 A/84 - entsprechend der deutschen Patent-
IQ anmeldung P 35 14 539.0 auf den Namen Centro Sperimentale)
beschrieben ist, sichert eine ausgezeichnete Homogenisierung der flüssigen Stahlzusammensetzung und Temperatur
und eliminiert vollständig die erwähnten Nachteile.
Ausführungsbeispiel
In einer Reihe praktischer Versuche nach der Erfindung, die im Industriemaßstab bei einer 25 t/h Stranggießanlage
vorgenommen wurden, war es möglich, die Überhitzung im Ofen um 40 C abzusenken und den Stahl einer Reihe von
Behandlungen in der Pfanne auszusetzen und ihn im Zwischengefäß bei einer konstanten Überhitzung von 7 - 8°C zu
halten, während der Joule-Effekt ausgenutzt wird, um eine zusätzliche Erwärmung in der Düse zwischen 1 und 100C
OQ nach Wunsch zur Verfügung zu stellen.
Versuche an einer Stranggießanlage mit 50 t/h haben die Möglichkeit demonstriert ähnliche Ergebnisse unter Verwendung
höherer Ströme natürlich zu erhalten.
Aufgrund der begrenzten Leistung des zur Verfügung stehenden Brenners war es nicht möglich, an größeren Stranggießanlagen
zu arbeiten. Die Projektion verfügbarer Daten auf eine Stranggießanlage mit einer Kapazität von
150 t/h Strang zeigen die Brauchbarkeit, einen Temperaturanstieg von 1 - 2 C in der Düse durch den Joule-Effekt
bei Strömen um 15 000 A. zu erhalten, während auch die Überhitzung in dem Zwischengefäß und/oder der Gießpfanne
mit einem Brenner adäquater Kapazität vermindert und geregelt wurde bzw. würde.
Aus diesen Vorversuchen läßt sich herleiten, daß bei einem Arbeiten gemäß der Erfindung eine merkliche Verbesserung
in der Seigerung, eine Verminderung von wenigstens 30 % im Dendritenwachstum sich ergibt, daß
fast vollständig axiale Defekte, wie Porosität oder Schrumpfhohlräume eliminiert werden und darüber hinaus
merklich - um 50 % - Risse auf den Flächen und Ecken der resultierenden Stranggießzwischenprodukte abnehmen.
Claims (4)
1. Verfahren zum Regeln von Stranggießbedingungen, wobei
der aus dem Ofen abgestochene Stahl in eine Gießpfanne gegeben wird und aus dieser an der Stranggießstation
in wenigstens ein Zwischengefäß ausgetragen wird, aus dem er in die Stranggießform
über eine getauchte Düse gefördert wird,
dadurch gekennzeichnet , daß der in wenigstens einem der Behälter in Strömungsrichtung vor der Gießform befindliche Stahl Strahlung und Konvektion aus einer elektrischen Heizeinrichtung ausgesetzt wird und daß ein elektrischer Strom veranlaßt wird, durch den flüssigen Stahl aus der Heiz-
dadurch gekennzeichnet , daß der in wenigstens einem der Behälter in Strömungsrichtung vor der Gießform befindliche Stahl Strahlung und Konvektion aus einer elektrischen Heizeinrichtung ausgesetzt wird und daß ein elektrischer Strom veranlaßt wird, durch den flüssigen Stahl aus der Heiz-
D-8000 München 2 POB 26 0247 Kabel: Telefon Telecopier Infotec 6400 B Telex
einrichtung zu einer Rückführung zu gehen, die in Strömungsrichtung hinter der Gießeinrichtung sich
befindet.
2. Verfahren zum Regeln von Stranggießbedingungen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet ,
daß diese Heizeinrichtung ein Plasmabogenbrenner, ein
sog. "transferred arc plasma torch", ist.
3. Verfahren zum Regeln von Stranggießbedingungen nach
Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß die Stromrückführung hinter dieser Heizeinrichtung
über die Stranggießform erfolgt.
4. Verfahren zum Regeln von Stranggießbedingungen nach
Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß der durch die Düse zwischen Zwischengefäß und
Stranggießform fließende Stahl nicht nur dem Stromdurchgang, sondern auch einem direkten magnetischen
Feld senkrecht zum Stahlstrom ausgesetzt wird.
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Owner name: CENTRO SVILUPPO MATERIALI S.P.A., ROM/ROMA, IT |
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Owner name: ACCIAI SPECIALI TERNI S.P.A., TERNI, IT |
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