DE3528173A1 - Werkzeug und verfahren zum bohren eines hinterstochenen loches - Google Patents
Werkzeug und verfahren zum bohren eines hinterstochenen lochesInfo
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Description
Werkzeug und Verfahren zum Bohren eines hinterstochenen Loches
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Werkzeug und ein Verfahren zum Bohren von hinterstochenen Löchern.
Das Problem des Bohrens von hinterstochenen
Löchern oder von Schulterbohrungen in Betonwänden, Zement- oder Gipswänden oder Wänden aus anderen Materialien,
beispielsweise um Dübel und ähnliche Befestigungselemente
anzubringen, konnte bis heute nur unter Verwendung von ausserordentiich komplizierten Werkzeugen
gelöst werden. Mit solchen Werkzeugen konnten jedoch die Formen und Abmessungen der im Innern der normalen
Bohrungen -1 legenden Kammern praktisch nicht variiert werden. Hinzu kommt, dass die Bedienung dieser Werkzeuge
ausserordentlich schwierig sein kann.
Zweck der vorliegenden Erfindung ist es, ein Werkzeug und ein Verfahren zum Bohren von hinterstochenen
Löchern zu schaffen, mit welchem ein Werkzeug einfachster Konstruktion zum Einsatz gelangt, welches sehr vielseitig
und sehr einfach im Gebrauch ist.
Das Werkzeug gemäss der vorliegenden Erfindung ist gekennzeichnet durch wenigstens eine Klinge, welche
um eine Querachse am Ende eines länglichen Körpers schwenkbar angeordnet ist, wobei die Klinge ausser
der notwendigen Schnittkante ein Nockenprofil aufweist, welches mit einem profilierten Körper zusammenwirken
kann, der seinerseits am Grund des üblichen Bohrloches angeordnet wird, um die Klinge beliebig verschieden
zu verschwenken, und zwar in Abhängigkeit der auf den länglichen Werkzeugkörper ausgeübten axialen Kraft.
- ζ - . . 3 S 2 8 1 7
Bei einer ersten Ausführungsform ist der profilierte Körper auf einfachste Weise durch eine Kugel gebildet,
welche am Grund des Loches angeordnet wird. Das erfindungsgemässe Verfahren besteht in diesem Fall darin, dass
zuerst mit einem üblichen, d.h. klassischen Bohrer ein Loch gebohrt wird, dass in dieses Loch die genannte
Kugel eingeführt wird und dass danach die Klinge des Werkzeuges der vorliegenden Erfindung in Kontakt mit
der Kugel gebracht wird, selbstverständlich indem das
Werkzeug mit an sich bekannten Mitteln angetrieben d.h. in Drehung versetzt wird, und dass auf das Werkzeug
ein axialer Druck ausgeübt wird. Die Kugel erfüllt in diesem Fall drei Funktionen, nämlich:
- sie hindert das Werkzeug daran, in Richtung der Bohrlochachse weiter zu bohren,
- sie wirkt mit dem nockenförmigen Abschnitt der Klinge
zusammen und bewirkt deren Ausschwenken,
- indem sie jeglichen Freiheitsgrad zum Drehen aufweist, kann sie sämtlichen Beanspru-chungen der Klinge während
des Arbeitsgangs folgen, wobei die Klinge um die Längsachse des länglichen Körpers dreht und um die
genannte Querachse ausschwenkt.
Bei einer zweiten Ausführungsform präsentiert
sich der profilierte Körper in Form eines im Werkzeug eingebauten Elementes, welcher einen Abschnitt aufweist,
der als Nocken dient und in einer am Ende des länglichen Körpers des Werkzeuges vorgesehenen Ausnehmung zurückgehalten ist und in welchen das Nockenprofil der Klinge
eindringt, um sich gegen den als Nocken ausgebildeten
Abschnitt abzustützen sowie durch eine Verlängerung,
welche über das Ende des länglichen Körpers hinausragt, und zwar entlang der Achse des letzteren, wobei diese
Verlängerung ihrerseits an ihrem freien Ende einen sphärischen Abschnitt aufweist, welcher dazu vorgesehen
ist, gegen den Grund des Loches anzuliegen.
Das Verfahren nach der Erfindung besteht in diesem Fall darin, zuerst mittels eines klassischen
Bohrers ein Loch zu Bohren, dann das Werkzeug soweit in dieses Loch einzuführen, bis der genannte sphärische
Abschnitt am Grunde des Loches anlangt und dass, während der normalen Drehbewegung des Werkzeuges auf dieses
ein axialer Druck ausgeübt wird.
Wenn eine solche Schulterbohrung beendet ist, bzw. wenn das hinterstochene Loch bzw. die Kammer ausgeführt ist, kann das Werkzeug durch einfachen axialen
Zug zurückgezogen und entfernt werden. Bei diesem Vorgehen wird die Klinge, welche am Anfang etwa radial nach
aussen vorsteht, gegen die hintere Kante der Schulter des hinterstochenen Loches anliegen und von selbst
nach innen schwenken.
Wie weiter oben bereits erwähnt, umfasst das Werkzeug nach der Erfindung eine Klinge, welche um
eine am Ende eines länglichen Körpers vorgesehene Querachse schwenkbar angeordnet ist sowie Mittel, um der
Klinge eine variable Neigung zu verleihen, sobald auf den Werkzeugkörper ein axialer Druck ausgeübt wird,
um diesen über den Punkt hinaus zu verschieben, wo das Werkzeug gegen den Grund des Loches anliegt, und
es ist dadurch gekennzeichnet, dass die genannte Klinge einen profilierten Oberflächenabschnitt aufweist, welcher
die Funktion eines Nockens ausübt, der seinerseits mit einem profilierten Oberflächenabschnitt eines Körpers
zusammenwirkt, der am Grund des Loches anliegt, wobei die beiden genannten Oberflächenabschnitte so ausgebildet
sind, dass der schneidende Abschnitt der Klinge bei geringer axialer Verschiebung des länglichen Körpers
aus einer Stellung, in welcher er im wesentlichen axial ausgerichtet ist, in eine dazu im wesentlichen querstehende Stellung verschwenkt wird.
Aufgrund dieses Aufbaus wird die Klinge im umgekehrten Sinn des axialen Druckes einen Bohrvorgang
ausüben, was ermöglicht, eine relativ grosse Kammer zu erhalten, welche auf der dem Grund der Bohrung gegenüberliegenden Seite eine Schulter aufweist, d.h. eine
Kammer, welche sich besonders gut dazu eignet, einen Spreizdübel oder ähnliche Befestigungselemente zurückzuhalten.
Im Falle der besonders vorteilhaften Ausführungsform, bei welcher der am Grund des Loches anzuordnende
Körper aus einer einfachen Kugel besteht, ist es gemäss der Erfindung möglich, die Endfläche des länglichen
Körpers, welcher einen Schlitz zum Durchführen der Klinge aufweist, so auszubilden, dass sie eine sphärische
Ausnehmung, zum Beispiel eine schüsseiförmige Ausnehmung zum Zentrieren der Kugel aufweist.
Diese flache Ausnehmung erleichert insbesondere das Wiederzentrieren der Kugel, welche mit der Klinge
zusammenwirkt, was insbesondere dann von besonderem Interesse ist, wenn ein besonders vorzugsweises Verfahren
angewendet wird, bei welchem in einem ersten Arbeitsgang eine Mehrzahl von Kugeln in ein vorgängig in klassischer
Weise hergestelltes Bohrloch eingeführt werden, bis diese sich übereinander am Grund des Loches befinden,
dann die Klinge des Werkzeuges in Berührung mit der obersten bzw. zuletzt eingeführten Kugel gebracht wird,
um in dieser Stellung einen ersten Kammerabschnitt auszubohren, danach in einem zweiten Arbeitsschritt,
nachdem die letzte Kugel entfernt wurde, ein weiterer Kammerabschnitt ausgebohrt wird, usw. bis schliesslich
nur noch die letzte Kugel am Grund des Bohrloches verbleibt.
In diesem Fall ist die Achse der genannten Vertiefung und des länglichen Körpers vorzugsweise bezüglich
der Drehachse der Klinge verschoben, so dass sich die
Hebel wirkung , welche die Klinge zum Ausschwenken bringt erhöht, dies insbesondere in Nähe der Stellung, in
welcher die Klinge quer zur Achse absteht.
Es ist auch möglich, zum Beispiel den genannten Schlitz bezüglich dem Zentrum der Endfläche des länglichen
Körpers zu verschieben, um damit den Endabschnitt des länglichen Körpers zu verstärken, auf welchen sich
die Reaktionskraft der Klinge während des Arbeitsvorgangs abstützt.
Ausführungsformen der Erfindung werden nachstehend
anhand von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen noch etwas näher erläutert. In der Zeichnung
zeigt:
Fig. 1 bis 3 den schematischen Ablauf des erfindungsgemässen Verfahrens, gemäss einer ersten Ausführungsform;
Fig. 4 zeigt eine besondere Ausführungsform
der Klinge des Werkzeuges, welche mit kugeligen Abschnitten, welche die Schwenkachse bilden, versehen ist;
Fig. 5 und 6 das Ende des Werkzeuges, in welches die Klinge einzubauen bzw. eingebaut ist;
Fig. 7 einen Längsschnitt durch das Werkzeug, welches mit Kanälen versehen ist, um das herausgearbeitete, stabförmige Material abzuführen;
Fig. 9 und 10 zwei weitere Axial schnitte durch
eine andere Ausführungsform des Werkzeuges, welches mit zwei Klingen ausgerüstet ist;
Fig. Π eine Ansicht des aktiven Endes eines Werkzeuges gemäss einer weiteren Ausführungsform, teilweise im Schnitt entlang einer Mittelebene durch die
Klinge und den Schlitz;
Fig. 12 zeigt eine Stirnansicht des Endabschnittes
des Werkzeuges nach Fig. 11;
Fig. 13 illustriert rein schematisch den Verfahrensablauf
bei Verwendung einer Mehrzahl von Kugeln, und
Fig. 14 zeig eine perspektifisehe, schaubildliche
Darstellung des Endabschnittes eines Werkzeuges nach
den Fig. 11 und 12.
Fig. 1 der Zeichnung illustriert die erste Phase
des Verfahrens, bei welchem mit einem klassischen Bohrer ein Loch gebohrt wird und danach eine Kugel B an den
Grund des Loches gebracht wird. Das erfindungsgemässe Werkzeug weist in dieser ersten Ausführungsform einen
länglichen Körper C auf,welcher an seinem aktiven Ende eine Klinge L aufweist, welche um eine Achse X1X
schwenkbar angeordnet ist und welches ausserhalb seiner Schnittkante ein Nockenprofil aufweist, welches sich
auf die Kugel abstützt. Das Werkzeug wird um die Längsachse des Körpers C gedreht und ein parallel zur Achse laufender
Druck auf das Werkzeug ausgeübt. Die Kugel stoppt vorerst die Klinge und hindert sie daran, weiter zu bohren;
andererseits verursacht sie das Verschwenken der Klinge und dies umsomehr, als der Druck grosser wird. Fig.
3 der Zeichnung zeigt, dass die relativ stark ausgeschwenkte Klinge eine Kammer ausbohrt, deren Form ein
Rotationskörper um die Längsachse bildet, und deren Durchmesser von der axialen Kraft abhängt, welche auf
das Werkzeug ausgeübt wird sowie vom Profil der Schnittfläche der Klinge. Es ist selbstverständlich möglich,
mehrere sich folgende Bohroperationen im selben Loch duchzufuhren, um damit die Tiefe der herausgearbeiteten,
hinterstochenen Kammer zu vergrössern.
Die Kugel kann beispielsweise aus Stahl bestehen
und am Ende des Bohrvorganges beispielsweise mittels
eines biegsamen Magnetstabes wieder aus dem Loch herausgeholt werden.
Selbstverständlich sind mehrere technische Möglichkeiten denkbar, um die Klinge am Ende des länglichen
Körpers anzubringen.
Eine dieser Lösungen besteht beispielsweise darin,
am Ende des länglichen Körpers einen Schlitz vorzusehen, so dass dieser das Unterbringen der Klinge zulässt.
In diesem Fall wird die Schwenkachse durch die zwei Seitenwände der zylindrischen Kammer führen und fest
in diesen angeordnet sein, beispielsweise durch Schweissung, Pressung oder auf andere dem Fachmann bekannte
Weise, um zu verhindern, dass sich die beiden gabelförmigen Seitenteile im Betrieb des Gerätes verbiegen. Dank
dieser Anordnung wird somit das Werkzeug wesentlich stabiler.
Um das Einführen des Werkzeuges in das Loch zu erleichtern, kann das Werkzeug Blockiermittel aufweisen, welche sich in einem Drehsinn der Klinge drehen,
wobei sich letztere vorzugsweise in axial ausgerichteter Stellung, d.h. über den länglichen Körper nach vorn
abstehend befindet. Bei dem vorgängig beschriebenen Beispiel können diese Blockiermittel einfach darin
bestehen, dass einerseits auf der Klinge und andererseits auf den Körper passende Anschlagflächen vorhanden sind.
Fig. 4 zeigt eine besonders vorteilhafte Ausführungsform der Klinge, welche beim gezeigten Beispiel
auf beiden Seiten, und zwar am angelenkten Ende, mit zwei sphärischen Abschnitten L,Lp versehen ist, welche
das Ende L3 einrahmen, um mit diesem zusammen einen
sphärischen Körper zu bilden, welcher sich in eine entsprechende Ausnehmung am Ende des Werkzeugkörpers
einführen lässt und dort beispielsweise rein mechanisch, durch eine Umbördelung C„ festgehalten ist, wie aus
Fig. 6 hervorgeht.
Aus Fig. 5 geht hervor, dass die Ausnehmung C, vor dem Umbördeln seines Endes C~ einen zylindrischen
Abschnitt aufweist, welcher am verlängerten Ende offen ist und durch einen halbkugelförmigen Abschnitt verlängert
ist. Fig. 6 zeigt, dass nach dem Einführen des sphärischen Körpers der Klinge in die Ausnehmung der Rand der letzteren an seinem Ende umgebördelt wird, um den Körper
festzuhalten. Ein Schlitz F, welcher entlang einer Erzeugenden des zylindrischen Körpers C bis ans Ende
des letzteren verläuft, erlaubt die Durchführung der
Klinge.
Aus Fig. 4 ist die Schnittfläche L· der Klinge
und der profilierte Abschnitt L , welcher einen Nocken bildet, sichtbar.
Fig. 7 zeigt den Werkzeugkörper im Längsschnitt. Daraus geht hervor, dass ein axialer Kanal C3 die offene
Ausnehmung C,, in welche der Bohrstaub eindringen kann, mit Evakuierungskanälen C«C3 zum Abführen des Material
verbunden ist. Diese Kanäle können mit flexiblen Schläuchen (nicht gezeigt) verbunden sein, welche diese axial
verlängern und in welchen die Zentrifugalkraft einen
Unterdruck erzeugt, durch welchen der Bohrstaub aus dem Loch abgesaugt wird. Als Variante ist es auch möglich,
wie Fig. 7 schematisch zeigt, ein Turbinenrad T um den Körper C rotieren zu lassen, und zwar auf der Höhe
der Kanäle C5C-, um den Saugeffekt noch zu verstärken.
Fig. 8 der Zeichnung zeigt eine zweite Ausführungsform, in welcher die Kugel D durch ein mit dem Körper
C des Werkzeuges festverbundenes Element ersetzt ist. Dieses Element weist einen Abschnitt auf, der einen
Nocken E bildet, und der in einer Ausnehmung am Ende des Körpers C festgehalten ist sowie eine Verlängerung,
welche aus der Ausnehmung am Ende des Körpers C herausragt und an ihrem Ende eine Kugel E. trägt. Es ist klar,
dass diese Kugel sich am Grund des Loches abstützen wird, während der den Nocken E bildende Abschnitt
sich auf dem Nockenprofil der Klinge L anlegen wird, um die Neigung der Klinge in Abhängigkeit des auf das
Werkzeug ausgeübten axialen Druckes zu verändern. Bei
dieser Ausführungsform ist es nicht erforderlich, am
Grunde des Loches eine verlorene Kugel anzuordnen, welche nach jedem Arbeitsvorgang wieder herausgeholt
werden muss.
Die Erfindung beschränkt sich nicht auf die Verwendung einer einzigen Klinge am Ende des länglichen
Körpers.
Es ist beispielsweise vorgesehen, zwei Klingen
L1L2, welche am Ende des länglichen Körpers C angelenkt
sind, einzusetzen, wie aus den Fig. 9 und 10 hervorgeht. Diese beiden Klingen L,L2 arbeiten mit einem einzigen,
gemeinsamen profilierten Körper (Kugel B) zusammen.
Der Vorteil dieser Lösung besteht darin, dass die beiden Klingen L,L2 gleichzeitig arbeiten und dies
auf je einer Seite, so dass die Querbeanspruchungen welche auf den länglichen Körper C einwirken, praktisch
zum Verschwinden kommen. Man erhält dadurch eine Verminderung der Reibkräfte, welche auf den Körper C einwirken.
Selbstverständlich sind noch weitere Ausführungsformen des beschriebenen Werkzeuges möglich, insbesondere
Aenderungen der Klinge bezüglich ihrer Form sind denkbar. Solche Aenderungen im Rahmen der Erfindung sind rein
fachmännischer Art.
Beispielsweise kann der längliche Werkzeugkörper wenigstens teilweise von einem Freilaufring umgeben
sein, um das Einwirken von Reibkräften auszuschalten und demzufolge den Verschleiss des Werkzeugkörpers
beim Berühren der Lochwand zu vermindern.
In den Fig. 11 und 14 ist der aktive Endabschnitt
des Werkzeugkörpers C dargestellt, und zwar mit der Klinge L, welche um eine Achse A schwenkbar angeordnet
ist. Die Schnittkante Ly der Klinge ist verlängert, und zwar über die Spitze Lj hinaus mit einem nockenartigen
Profil Lc, welches mit einer Kugel B zusammenwirkt,
welche ihrerseits am Grund des Loches angeordnet werden muss. Wenn das erfindungsgemässe Verfahren angewendet
wird, wird sich die Klinge bei sich drehendem Werkzeug zunehmend in Richtung des Pfeiles (Fig. 11) neigen,
sobald eine axiale Kraft auf den Körper C ausgeübt wird und die Schnittfläche Ly gelangt somit, und zwar
schon bei einer geringen axialen Verschiebung des länglichen Körpers, aus einer Ursprungsstellung, in welcher
sie im wesentlichen axial ausgerichtet ist, in eine Endstellung, welche quer zu dieser Achse verläuft,
wie aus der Zeichnung hervorgeht.
Auf diese Weise wird um die Symmetrieachse YY1
des Werkzeuges eine rotationskörperförmige Kammer ausgebohrt bzw. ausgebrochen, und zwar mittels der
Schnittfläche L^, welche im umgekehrten Sinn zur axialen
Kraft ausgerichtet ist. Es sei festgehalten, dass dieses Ausbohren erhalten wird, indem einerseits das Werkzeug
um die Achse YY' gedreht wird und gleichzeitig ein axialer Druck ausgeübt wird, und zwar ohne jegliche
Schlagwirkung, was dieses Verfahren insbesondere vom Bohrvorgang mit dem klassischen Bohrer unterscheidet.
Wie aus Fig. 12 hervorgeht, ragt die Klinge aus einem Schlitz F in der Endfläche des Werkzeugkörpers heraus.
Beim beschriebenen Ausführungsbeispiel ist dieser Schlitz bezüglich dem Zentrum der Endfläche seitlich verschoben.
Dadurch erhält der Endabschnitt des Körpers C eine verstärkte Seite, auf welche sich die Reaktionskraft
der Klinge während des Drehens des Werkzeuges um die Achse YY1 auswirkt. Dadurch wird das Bruchrisiko der
Klinge infolge Deformation der Werkzeugoberfläche, auf welche sie sich abstützt, praktisch ausgeschlossen.
Fig. 11 der Zeichnung zeigt die Endfläche des Körpers C, in welchem eine sphärische Ausnehmung C5
bzw. Vertiefung vorgesehen ist, deren Durchmesser leicht grosser ist als jener der Kugel. Diese Ausgestaltung
des Endabschnittes des Körpers C bewirkt nicht nur die Zentrierung der Kugel, sondern gewährleistet auch
eine steife Abstützung der Klinge auf den Abschnitten
der Wände des Schlitzes, welche .über die Querebene vorstehen, welche tangential zum Grund der genannten
Vertiefung verläuft, wenn die Klinge relativ wenig geneigt bezüglich der Achse YY1 verläuft.
Fig. 11 zeigt im übrigen, dass die Achse A bezüglich der Symmetrieachse YY1 des Körpers C der Vertiefung
verschoben ist. Es folgt daraus, dass sogar in Nähe der Querstellung der Klinge, die von der Kugel ausgeübte
Reaktionskraft an ihrem Berührungspunkt mit der Klinge und die von der Achse A ausgeübte Reaktionskraft auf
die Klinge nach wie vor ein Kippmoment für die Klinge bilden.
Fig. 13 der Zeichnung zeigt, wie eine grössere Kammer aus einer Vielzahl sich aneinander anschliessenden
kleineren Kammern gebildet ist, und zwar auf folgende Weise: ein erster Abschnitt CH, wird erhalten, durch
Zusammenwirken des Werkzeuges mit vier Kugeln B, bis B. beispielsweise; der zweite Abschnitt CH2 wird erhalten
mittels eines zweiten Arbeitsschrittes, in welchem das Werkzeug nur noch mit den Kugeln B„ bis B, zusammenwirkt,
nachdem die Kugel B, vorher herausgenommen wurde, usw. Es ist klar, dass bei diesem Vorgehen die Kugel,
welche direkt mit dem Nockenprofil der Klinge zusammenwirkt, von der sphärischen Vertiefung des Werkzeuges
zentriert wird, während die andern Kugeln ohne irgendwelche nachteiligen Folgen mehr oder weniger dezentriert
angeordnet sein können.
Auch hier sind selbstverständlich mechanische
Aenderungen des Werkzeuges ohne weiteres denkbar. Dazu braucht es nichts, als den Einsatz des Fachmannes.
Gemäss einer besonderen Ausführungsform der
Erfindung können die zwei Abschnitte BR, und BR2 des
Körpers C, welche durch den Schlitz F voneinander getrennt sind, miteinander vereint sein, und zwar auf derjenigen
Seite, welche dem Ort gegenüberliegt, an welchem die
Klinge L ausschwenken soll, und zwar mittels eines kleinen metallischen Stückes P, welches eine Art Brücke
bildet und welches ermöglicht, dass
- die in einer Richtung rotierende Klinge blockiert wird, und zwar so, dass sie nicht umschwenken und
sich in der falschen Richtung ausfahren kann, und
- dass die beiden Abschnitte oder Arme BR, und BR2
verstärkt werden, indem ihre Aufweitung infolge einwirkender Kräfte verhindert wird und sich damit der
Das genannte metallische Stück P kann im Prinzip Teil des Körpers selbst bilden und beispielsweise beim
Herausarbeiten des Schlitzes F erhalten werden. Selbstverständlich kann sie auch durch ein Einsatzstück gebildet
sein.
Vorzugsweise ist sie so ausgebildet und geformt, dass sie in der allgemeinen Linie des Körpers C verbleibt
und sie weist zu diesem Zweck vorzugsweise, wie dargestellt, eine äussere Seitenfläche auf, welche die Aussenflächen der Abschnitte BR,,BRp verlängert sowie eine
etwa sphärische Endfläche, welche sich ebenfalls in die sphärische Vertiefung C5 einpasst und dessen Fläche
verlängert.
- Leerseite -
Claims (15)
1. Werkzeug zum Bohren von hinterstochenen Löchern,
gekennzeichnet durch wenigstens eine Bohrklinge (L), welche um eine Querachse (X1X) am Ende eines länglichen
Körpers (C) schwenkbar angeordnet ist, wobei die genannte Klinge ausserhalb ihrer Schneidkante (Lt) ein Nockenprofil (Lc) aufweist, welches dazu vorgesehen ist, mit
einem profilierten Körper (B, Ec - Eb), welcher am
Boden eines Loches anliegt, zusammenzuwirken und dabei die Klinge verschieden weit auszuschwenken, dies in
Abhängigkeit der auf den länglichen Körper ausgeübten axialen Kraft.
2. Werkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Klinge auf ihren beiden Seiten, und zwar
an ihrem schwenkbar angelenkten Ende (L3), mit zwei Kugelabschnitten (L1L2) versehen ist, welche das genannnte
Ende einrahmen und zusammen mit demselben einen kugelförmigen Körper (L1L2L3) bilden, welcher zum Einrasten in
eine am Ende (C) des Werkzeuges vorgesehene Ausnehmung (C,) bestimmt ist, während der aktive Abschnitt der
Klinge durch einen Schlitz (F) führt, welcher sich entlang einer Erzeugenden des Werkzeugkörpers erstreckt,
und zwar bis ans Ende des letzteren.
3. Werkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der profilierte Körper ein in das Werkzeug
integriertes Element ist, und einen Abschnitt (Ec)
aufweist, welcher einen in einer Ausnehmung am Ende
des länglichen Körpers des Werkzeuges zurückgehaltenen
Nocken bildet, wobei das Nockenprofil der Klinge in die genannte Ausnehmung eindringt und gegen den einen
Nocken bildenden Abschnitt anliegt, und ferner eine Verlängerung aufweist, welche über das Ende des genannten
länglichen Körpers hinausragt, und zwar in Richtung der Achse des letzteren, wobei die Verlängerung an
ihrem freien Ende einen kugelförmigen Teil (E. ) aufweist,
welcher dazu vorgesehen ist, am Grund des Loches anzuliegen.
4. Werkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass es zwei Klingen (L,,L„) aufweist, welche
um eine Querachse (X1X) am Ende des länglichen Körpers
(C) schwenkbar angeordnet sind, wobei die beiden Klingen mit demselben profilierten Körper (B) zusammenwirken.
5. Werkzeug nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der längliche
Körper wenigstens teilweise von einem freidrehenden
Ring umgeben ist.
6. Werkzeug nach Anspruch 1, mit einer Klinge, welche um eine Querachse am Ende eines länglichen Körpers
schwenkbar angeordnet ist und mit Mittel, um die Klinge um einen vorbestimmten Winkel zu verschwenken, wenn
eine axiale Kraft auf den länglichen Körper ausgeübt wird, um diesen über den Punkt hinaus zu verschieben,
an welchem das Werkzeug am Grund des Loches anliegt, dadurch gekennzeichnet, dass die Klinge (L) einen profilierten Oberflächenabschnitt (L ) aufweist, welcher
die Funktion eines Nockens übernimmt, welcher mit einer £ugel (B) zusammenwirkt, welche am Grund des Loches
anliegt, wobei der genannte Oberflächenabschnitt (L )
der Klinge derart profiliert ist, dass der schneidende Abschnitt (L.) schon bei einer geringen axialen Verschiebung des länglichen Körpers (C) aus einer im wesentlichen
axialen Stellung in eine im wesentlichen quer zur Achse liegende Stellung verschwenkt wird und ferner dadurch
gekennzeichnet, dass die Stirnfläche des länglichen Körpers, welche einen Schlitz (F) für den Durchgang
der Klinge aufweist, derart geformt ist, dass sie eine sphärische Vertiefung (C ) zum Zentrieren der Kugel
aufweist.
7. Werkzeug nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Achse (YY1) der kugelförmigen Vertiefung
und des länglichen Körpers bezüglich der Drehachse
(A) der Klinge verschoben ist, was die zum Verschwenken der Klinge führende Hebelwirkung vergrössert, insbesondere, wenn sich die Klinge in Nähe der quer ausgeschwenkten Stellung befindet.
8. Werkzeug nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Schlitz (F) bezüglich des
Zentrums (0) der Stirnfläche des länglichen Körpers versetzt ist, um damit den Endabschnitt des länglichen
Körpers, auf welchen sich die Reaktionskraft der Klinge während des Drehens des Werkzeuges um seine Achse auswirkt,
zu verstärken.
9. Werkzeug nach wenigstens einem der Ansprüche 1-8, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden durch
den Schlitz (F) voneinander getrennten Abschnitte (BR, und BR«) des Körpers (C) auf derjenigen Seite miteinander
verbunden sind, welche der Stelle gegenüberliegt, an
welcher die Klinge (L) ausschwenkt, und zwar durch ein metallisches Stück (P), welches eine Art Brücke
bildet und ermöglicht, dass:
- die Klinge (L), gegen Ausschwenken in einer Drehrichtung blockiert ist, um diese daran zu hindern, zu kippen
und auf die falsche Seite auszuschwenken, und
- die beiden Abschnitte (BR1 und BR2) verstärkt werden,
um den Widerstand gegen ein unerwünschtes Spreizen zu erhöhen. c<
10. Werkzeug nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
dass das Stück (P) mit dem Körper (C) einstückig ausgebildet und/oder beim Herausarbeiten des Schlitzes
(F) erhalten ist.
11. Werkzeug nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet,
dass das Stück (P) aus einem angesetzten Materialstück besteht.
12. Werkzeug nach einem oder mehreren der Ansprüche 9-11, dadurch gekennzeichnet, dass das Stück (P) eine
äussere Seitenfläche aufweist, welche die äusseren seitlichen Formen der Abschnitte (BR,, BR?) verlängert
bzw. deren Verlängerung bildet sowie eine im wesentlichen sphärische Endfläche, welche eine Kontinuität im Formübergang
mit der sphärischen Vertiefung (C ) bildet.
13. Verfahren zum Bohren eines hinterstochenen Loches unter Verwendung des Werkzeuges nach Anspruch
1, dadurch gekennzeichnet, dass zuerst mit einem üblichen Bohrer ein Loch gebohrt wird, dass dann eine den genannten
profilierten Körper bildende Kugel in das Loch eingeführt wird und dass danach die Klinge des Werkzeuges in Berührung
mit der Kugel gebracht wird, wobei das Werkzeug in bekannter Weise in Drehung versetzt wird und dass
dabei ein axialer Druck auf das Werkzeug ausgeübt wird.
14. Verfahren zum Bohren eines hinterstochenen
Loches unter Verwendung des Werkzeuges nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass mit einem üblichen
Bohrer ein Loch gebohrt wird, danach das Werkzeug in dieses Loch eingeführt wird, bis dessen sphärischer
Abschnitt am Grunde des Loches anlangt, dass der Werkzeugkörper in bekannter Weise in Drehung versetzt wird
^ind dabei ein axialer Druck auf das Werkzeug ausgeübt
Wird.
15. Verfahren zum Bohren eines hinterstochenen Loches nach Anspruch 13 und unter Verwendung des*Werkzeuges nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass in
einem ersten Verfahrensschritt mehrere Kugeln (B, bis B.) in ein vorangehend in bekannter Weise gebohrtes
Loch eingeführt werden, dass danach das Werkzeug mit der letzten dieser Kugeln (B,) in Berührung gebracht
wird, um einen ersten Abschnitt (CH,) der hinterstochenen Kammer zu bilden, dass danach in einem zweiten Arbeitsschritt und nach Entnahme der letzten Kugel (B,) das
Vorgehen wiederholt wird, um einen zweiten Kammerabschnitt (CHp) direkt anschliessend an den ersteren zu bilden
und dass mit den übrigen Kugeln entsprechend weitergefahren wird, bis sich nur noch die letzte Kugel (B.) am
Grunde des Loches befindet.
Applications Claiming Priority (2)
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|---|---|---|---|
| FR8412859A FR2569141B1 (fr) | 1984-08-16 | 1984-08-16 | Procede et outil de percage de trous a chambre notamment dans des parois en beton, platre ou materiau similaire |
| FR8420102A FR2575404B2 (fr) | 1984-12-31 | 1984-12-31 | Procede et outil de percage de trous a chambre, notamment dans des parois en beton, platre ou materiau similaire |
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|---|---|
| DE3528173A1 true DE3528173A1 (de) | 1986-02-27 |
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ID=26224114
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|---|---|---|---|
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