-
Einrichtung zur Wärme-/Schall-Dämmung an einem Rauchgas-
-
kanal Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur Wärme-/Schall-Dämmung
an einem Rauchgaskanal, insbesondere einem solchen großen Durchmessers und mit über
große Strecken freitragender Verlegung, bei der über einem das Rauchgas fUhrenden,
im allgemeinen glattwandigen Innenkanal aus Stahlblechen Wärme-/Schall-Dämmaterial,
z. B. Mineral- oder Glaswolle, aufgebracht ist und dieses Dämmaterial von einer
in sich geschlossenen, vorzugsweise aus Trapezblechen bestehenden,mit einer aus
Riegeln gebildeten Unterkonstruktion unterlegten Außenverkleidung ummantelt ist.
-
Solche Rauchgaskanäle werden bei allen mit fossilen Brennstoffen beheizten
Kraftwerken verwendet. Sie weisen Durchmesser zwischen 5 m und 9 m auf und müssen
mitunter über Entfernungen von 30 m und mehr freitragend geführt werden.
-
Die Innenkanäle bestehen aus Stahlblechen mit einer Wandstärke von
ca. 8 mm bis 10 mm und tragen auf der Außenseite in Abständen entsprechende Versteifungsrippen.
-
Diese Kanäle müssen mit einer Wärme-/Schall-Dämmung und einer Außenverkleidung
ummantelt werden, die im allgemeinen aus Trapezblechen besteht, die zu einer Gesamtwandung
zusammengefügt sind. Die Trapezbleche sind dabei über Kopf gerollt, so daß senkrecht
zur Kanalachse verlaufende Umfangsrillen entstehen, in denen das anfallende Witterungswasser
leicht abfließen kann. Bei solchen Rauchgaskanälen ist es wesentlich , daß die auf
die Temperaturbeaufschlagung des Innenkanals durch die Rauchgase zurückgehenden
Längs-und Radialdehnungen aufgenommen werden können. Unter den
Trapezblechen
ist eine im allgemeinen aus Riegeln bestehende Unterkonstruktion erforderlich, weil
diese Bleche nicht unmittelbar auf die Versteifungsrippen auf dem Innenkanal aufgelegt
werden können. Zwischen der Außenwand des Innenkanals bzw. der Unterkonstruktion
und den Versteifungsrippen muß aber eine Abstand haltende Verbindung vorhanden sein,
die sowohl in radialer Richtung als auch in Längsrichtung nachgiebig ist.
-
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Einrichtung zur Wärme-/Schall-Dämmung
an einem Rauchgaskanal der beschriebenen Ausführungsform vorzuschlagen, die diese
Nachgiebigkeit sowohl in radialer Richtung als auch in Längsrichtung einwandfrei
gewährleistet, ohne daß Kräfte auf die Außenverkleidung übertragen werden.
-
Gelöst wird diese Aufgabe dadurch, daß zwischen der Unterkonstruktion
und dem Innenkanal ein in radialer und in Kanallängsrichtung federnd nachgiebiger
Abstandshalter vorgesehen ist.
-
Bei einer Ausführungsform eines solchen Abstandshalters ist an einer
auf dem jeweiligen Querriegel frei verschiebbaren Führungslasche ein zum Riegel
senkrecht stehender Steg befestigt, der sich über eine Feder unmittelbar oder mittelbar
auf der Außenwandung des Innenkanals abstützt.
-
Dabei können in weiterer Ausbildung der Erfindung Feder und Steg in
einer Führungshülse untergebracht sein und diese Hülse auf der Innenversteifung
angeschweißt sein.
-
Eine weitere gegebenenfalls zusätzliche Möglichkeit besteht darin,
die gegenseitige Verschiebbarkeit von Steg und Führungshülse durch einen beide durchsetzenden
Führungsstift zu begrenzen, wobei im Steg oder in der Führungshülse das entsprechende
Loch als in Stegachsrichtung
verlaufendes Langloch ausgebildet
ist.
-
Eine andere Ausführungsform besteht darin, zwei auf dem Riegel frei
verschiebbare Führungslaschen im Abstand voneinander mit Hilfe einer Blattfeder
zu verbinden, in deren Mitte der Steg befestigt ist, der somit senkrecht zum Riegel
steht. Dabei kann am freien Ende ein Blechband vorgesehen sein, das als solches
- ausgebildet mit leichter Krümmung - auf der Außenwand des Innenkanals aufsitzen
kann, gegebenenfalls aber ebenfalls auf der Versteifungsrippe befestigt ist. Zur
Stabilisierung der Anordnung sind Knotenbleche vorgesehen.
-
Ein besonderer Vorteil der erfindungsgemäßen Konstruktion besteht
darin, daß es möglich ist, einen an sich völlig starren, z. B. aus den Trapezblechen
gebildeten Außenmantel mit einer Innenkonstruktion, nämlich dem Innenkanal zu verbinden,
der durch auf ihn wirkende thermische Einflüsse sowohl Radialbewegungen als auch
Axialbewegungen ausführt. Eine solche Bewegungsmöglichkeit spielt insbesondere dann
eine wesentliche Rolle, wenn es sich um Bauteile erheblicher Abmessungen handelt,
bei den in Frage stehenden Rauchgaskanälen also um solche mit einem Durchmesser
zwischen 5 m und 9 m, die gegebenenfalls über Entfernungen von 30 m und mehr freitragend
geführt sind.
-
Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen Konstruktion ist darin
zu sehen, daß die gesamte Anordnung statisch wesentlich leichter zu beherrschen
ist, als wenn, wie es bisher geschah, die Außenumkleidung gegliedert und die einzelnen
Gliederteile gegeneinander verschiebbar zusammengesetzt sind. Damit werden auch
die Dichtungsprobleme geringer, da die AuBenumhüllung vollständig dicht ausgestaltet
werden kann. Die Trapezbleche, die
in Abmessungen von 4,5 x 1 m
angeliefert werden, lassen sich entsprechend runden und werden bis zum Schluß der
vollständigen runden Umhüllung jeweils miteinander verschraubt.
-
Wegen der absolut starren Ausbildung der Außenverkleidung ist es möglich,
leicht abnehmbare und aufsetzbare Kappen über den Komensationsabschnitten des Innenkanals
vorzusehen, die gegebenenfalls auf der Innenseite Versteifungsrippen aufweisen können
und mit Dämmstoffen gefüllt sind. Diese Kompensatorkappen können mit der Außenummantelung
fest verbunden sein und brauchen keine Verschiebemöglichkeit in Achsrichtung aufzuweisen,
weil die Außenverkleidung völlig unabhängig von den Bewegungen des Innenkanals eine
in sich starre Konstruktion darstellt. Denn der kalte Außenmantel ist von dem der
Wärmeeinwirkung der Rauchgase od. dgl. unterliegenden Innenkanal vollständig getrennt.
-
Die Zeichnung zeigt in Fig. 1 eine teilweise im Schnitt gezeichnete
Draufsicht, bei der im linken Bereich des Rauchgaskanals die eine Ausführungsform
des gemäß der Erfindung verwendeten Abstandshalters und im rechten Bereich eine
andere Ausführungsform des gemäß der Erfindung verwendeten Abstandshalters wiedergegeben
sind; Fig. 2a eine Ausführungsform eines Abstandshalters, teilweise im Schnitt und
in
Fig. 2b die Ausführungsform nach Fig. 2a in Seitenansicht; Fig.
3a eine weitere Ausführungsform des Abstandshalters im Schnitt und in Fig. 3b diese
Ausführungsform in Seitenansicht; Fig. 4a eine Ausführungsform, wie sie in Fig.
1 im linken Bereich des Rauchgaskanals zur Anwendung kommt in Seitenansicht und
in Fig. 4b diese Ausführungsform im Schnitt; Fig. 5a eine Ausführungsform ähnlich
der nach Fig. 4a und in Fig. 5b die Ausführungsform nach Fig. 5a im Schnitt; Fig.
6a einen Teilausschnitt aus der Wandkonstruktion eines Rauchgaskanals im Bereich
eines Kompensators mit provisorischer Abdeckung; und in Fig. 6b eine Darstellung
ähnlich der nach Fig. 6a mit aufgesetzter endgültiger, aber abnehmbarer Kompensatorabdeckkappe.
-
In Fig. 1 ist mit 1 ein Teil eines Rauchgaskanals bezeichnet, der
in den mit 2 bezeichneten Teil des Rauchgaskanals über einen Bogen übergeht. In
beiden Teilen 3 und 4 befinden sich auf dem aus Stahlblech bestehenden Mantel des
Innenkanals Versteifungsrippen 5 bzw. 6 in Form von T- oder I-Trägern. Die Außenverkleidung
ist bei 8 angedeutet. Sie besteht aus Trapezblechen, die über Kopf gerollt sind,
so daß die Rillen 9 senkrecht zur Achse des jeweiligen Rauchkanalabschnittes verlaufen.
Bei
10 und 11 erkennt man Wärme-/Schall-Dämmaterial, z. B. Mineral- oder Glaswolle,
die auf den Innenkanalteilen 3 bzw. 4, aber auch im Bereich des Rohrbogens zwischen
diesem Innenkanal und der Außenverkleidung 8 aus den Trapezblechen eingebracht ist.
-
Auf dem rechten Bereich des Rauchgaskanals sind in Fig. 1 Abstandshalter
in der Ausführungsform nach den Fig. 2a bzw.
-
2b und in der Ausführungsform nach den Fig. 3a und 3b vorgesehen.
Sie sind in diesen Figuren mit 12 bzw. 13 bezeichnet. Die Ausführungsform nach den
Fig. 2a und 2b weist eine Führungshülse 14 auf, die auf einer Versteifungsrippe
6 aufgeschweißt ist und in ihrem Inneren eine Feder 15 und darauf sitzend einen
Steg 16 aufnimmt, der an einer Führungslasche 17 angeschweißt ist, die sich verschiebbar
um den Riegel 18 legt. Die Begrenzung der Bewegung des Steges 16 in der Führungshülse
14 erfolgt durch einen Arretierungsstift 19, der durch Langlöcher 20, 21 in dem
Steg 16 und entsprechende Löcher in der Führungshülse 14 greift. Man erkennt aus
dieser Darstellung, daß die Außenverkleidung bestehend aus den Trapezblechen mit
ihrer Unterkonstruktion in Form der Riegel 18 in sich praktisch völlig starr ist
und trotzdem jede Bewegung des Innenkanals bzw. der Versteifungsrippen 6 sowohl
in radialer Richtung als auch in Kanalachsrichtung vollständig aufgenommen werden
kann.
-
Die Ausführungsform nach den Fig. 3a und 3b unterscheidet sich von
der Ausführungsform nach den Fig. 2a und 2b nur dadurch, daß die Führungshülse 14
auf einem Lasten verteilenden Blechbandteil 22 festgeschraubt ist, das gegebenenfalls
unmittelbar,wie Fig. 1 erkennen läRt, auf dem Innenkanal aufgelagert werden kann.
Zur Fixierung dienen Knotenbleche 23. Einer weiteren Erläuterung dieser Ausführungsform
bedarf es nicht, da sie ansonsten im
wesentlichen der Ausführungsform
nach den Fig. 2a und 2b auch hinsichtlich ihrer Wirkungsweise entspricht.
-
Fig. 4a und 4b zeigen eine Konstruktion, wie sie im linken Bereich
des Rauchgaskanals nach Fig. 1 zur Anwendung gekommen ist. Auf der jeweiligen Versteifungsrippe
5 (vgl. auch Fig. 1) ist ein Abstand haltender Steg 26 festgeschweißt, auf dem eine
Bandfeder 27 angeschweißt ist, die an ihren freien Enden Führungslaschen 28, 29
trägt, welche den Riegel 30 umgreifen und auf ihm verschiebbar sind. Auch bei dieser
Ausführungsform ist eine radiale und axiale Verschiebbarkeit des Innenkanals gegenüber
der aus den Trapezblechen bestehenden Außenverkleidung gegeben.
-
Die AusfUhrungsform nach den Fig. 5a und 5b entspricht im wesentlichen
der Ausführungsform nach den Fig. 4a und 4b mit der Ausnahme, daß der Abstand haltende
Steg 36 länger ausgebildet und an seinem unteren Ende mit einem breitflächigen Auflageband
37 verschweißt ist.
-
Hier sind zur Stabilisierung der Anordnung Knotenbleche 38, 39 vorgesehen.
Diese Anordnung des Abstandshalters kann gegebenenfalls unmittelbar auf der Außenwand
des Innenkanals aufruhen.
-
In den Fig. 6a und 6b erkennt man bei 61 und 61' die Wandung des Innenkanals,
die im Bereich 62 unterbrochen und mittels eines Karpensators 63, d. h. eines Dehnungsausgleichstückes
überbrückt ist. Bei 64 und 65 sind in Axial- und Radialrichtung federnd nachgebende
Abstandshalter wiedergegeben, die wegen dieser Ausbildung keinerlei Kräfte von der
Wandung 61 und 61' auf die Außenummantelung 66 übertragen. Es kann also der Kompensator
63 mit Hilfe einer abnehmbaren völlig starren Kompensatorkappe überbrückt werden,
die nach Fig. 6a entweder als
flaches Abdeckblech 67 und dann als
Provisorium oder aber nach Fig. 6b als mit Dämmaterial 68 hinterkleidete, ebenfalls
aus Trapezblechen bestehende Kappe 69 ausgebildet ist.
-
- Leerseite -