DE3519307A1 - Siliziumreiche verschleissfeste legierungsueberzuege - Google Patents
Siliziumreiche verschleissfeste legierungsueberzuegeInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine korrosionsbeständige Legierung
für Überzugsschichten sowie ein Verfahren zur Beschichtung von Gegenständen. Die Erfindung bezieht sich im wesentlichen
auf siliziumreiche Legierungen in Form von verschleißfesten Überzugsschichten auf Substratproduktionswaren. Die
Legierungen'können auf Eisen-, Kobalt- oder vorzugsweise
Nickelbasis bestehen.
Dem Fachmann sind Legierungen, die im wesentlichen Nickel und Silizium oder Kobalt und Silizium enthalten, bekannt,
die hauptsächlich für die Verwendung unter korrodierenden Bedingungen geeignet sind. Die US-Patente Nr. 1 350 359,
1 514 064 und 1 680 058 offenbaren im allgemeinen Legierungen auf Nickelbasis mit einem hohen Siliziumgehalt. Legierungen
dieser Art werden als Gußstücke hergestellt, weil sie nicht verformbar sind und deshalb sehr schwierig als
Knetmaterialien hergestellt werden können. Die US-Patente Nr. 2 222 471, 2 222 472 und 2 222 473 offenbaren ebenfalls
ähnliche Legierungen mit verschiedenen Zusätzen (Al, Sb, Cu), um den Korrosionswiderstand der Legierung zu verändern
.
Eisenbasislegierungen mit einem hohen Siliziumanteil sind in den US-Patenten Nr. 2 422 948, 2 948 605, 2 992 917 und
3 206 304 offenbart. Das US-Patent Nr. 2 992 917 offenbart korrosionsbeständige, warmbearbeitete Fe-Ni-Si-Legierungen.
Das US-Patent Nr. 1 513 806 offenbart Kobaltlegierungen für die Verwendung unter nassen Korrosionsbedingungen, wie beispielsweise
Schwefelsäure-Flüssigkeiten mit Chloriden und Nitraten. Das US-Patent Nr. 1 763 904 offenbart eine Nickelbasislegierung,
die Silizium, Kupfer und Aluminium auch für die Verwendung unter nassen Korrosionsbedingungen enthält.
Das US-Patent Nr. 3 519 418 offenbart Legierungen mit einem hohen Silizium-Nickelbasisanteil, die Titan und Aluminium
in Form von Pulver für den Gebrauch bei Löttätigkeiten enthalten. Das US-Patent 2 868 667 betrifft Legierungen mit
einem hohen Silizium-Nickelbasisanteil, die hohe Chrom-, Kohlenstoff- und Borzusätze für die Verwendung als Sprühpulver
zum Formen von verschleißfesten Überzugsschichten enthalten. Die verschleißfesten Überzugsschichten sind porös,
um preßerleichternde Zusätze zurückzubehalten.
Die US-Patente 2 875 043 und 2 936 229 offenbaren ähnliche Legierungen mit einem ebenfalls hohen Borgehalt, die
als "selbstfließende" Legierungen bekannt sind. Dies sind aufgeschweißte Hartmetallegierungen für die Verwendung beim
Spritzschweißen, wobei die gespritzte Überzugsschicht verschmolzen wird. Das US-Patent Nr. 2 864 696 offenbart ebenfalls
Bor enthaltende Legierungen, die zuerst spritzüberzogen und dann für die Benutzung als gemischtes Erzeugnis verschmolzen
werden.
Diese Patente offenbaren Silizium enthaltende verschleiß- und korrosionsbeständige Legierungen und Verfahren zum
Spritzen von Schweißüberzugsschichten aus Legierungen dieser Pulver. Jedoch betrifft keins dieser Patente poröse
Überzugsschichten, die bezüglich Wasser, insbesondere H_S04
enthaltend, korrosionsbeständig sind, wobei die Umgebungskorrosionsbeständigkeit
durch Abdichten der Porosität entweder durch Verschmelzen oder durch Harzimprägnierung verliehen
wird.
Bei dem bekannten Spritzüberziehen ergibt diese Sorte von Legierungen Überzugsschichten, die verschiedene Grade unkontrollierter
Porosität besitzen. Es gibt eine Anzahl von Lösungen des Problems. Dazu gehört ein Schmelzschritt, wie
in den beschriebenen Patenten aufgezeigt; Imprägnierung der Überzugsschichten mit Versiegelungen, wie beispielsweise .
Harzen und Kunststoffen, und Zusammenwachsen von borreichen Metallpulvern durch "Ausheizen" (torching), wie im
US-Patent Nr. 2 864 696 beschrieben.
Diese Lösungen sind für den größten Teil effektiv, sind aber wegen des gesonderten Schmelzschrittes teuer. Der
Schmelzschritt ist sehr kritisch. Die Temperatur muß zusammen mit den Verschmelzzeiten geregelt werden, um ein unvollständiges
Verschmelzen, wenn sie zu niedrig ist, und um die Formveränderung des Produktes und die Zusammensetzungsbeschädigung, wenn sie zu hoch ist, zu verhindern.
Die Imprägnierung der porösen Überzugsschichten mit Versiegelungen
(Harzen und dergleichen) ist ebenfalls ein teurer gesonderter Schritt. Das Regeln der Versiegelungseindringtiefe
kann schwierig sein und somit zu unvollkommenen Erzeugnissen führen. Ferner ist das Versiegelungsmittel
thermischen und/oder chemischen Beeinträchtigungen während des Verarbeitens oder beim Einsatz im Fall von Überhitzung
oder schädigenden Aussetzungen unterworfen.
Diese kritischen Begrenzungen haben eine breite Anwendung
von spritzüberzogenen Substratgegenständen zur Erzeugung von Korrosionsbeständigkeit verhindert.
Es ist eine wesentliche Aufgabe der vorliegenden Erfindung, Metallpulver vorzusehen, die besonders für die Verwendung
als Überzugsschichten geeignet sind. Eine andere wesentliche Aufgabe dieser Erfindung ist es, Verfahren zum
Überziehen von Substratwaren vorzusehen.
Diese Aufgaben werden durch ein Legierungssystem gelöst, das wenigstens 76 bis 93 % von wenigstens einem Element der
Gruppe Nickel, Eisen und Kobalt, 7 bis 19 % Silizium und bis zu 5 % Kupfer in Form eines Metallpulvers enthält, das
für die Anwendung als ein Überzug auf Waren für Korrosionsumgebungen geeignet ist.
Die Legierung kann andere verändernde Elemente oder Verunreinigungen,
wie sie normalerweise in Legierungen die-
ser Art gefunden werden, enthalten. Manchmal können diese
Elemente nützlich, harmlos oder schädlich sein. Einige kommen zufällig von Rohmaterialquellen hinzu oder werden in
bekannter Weise sogar vorsätzlich ergänzt, um zusätzliche nützliche Eigenschaften vorzusehen. In dieser Hinsicht
können bis zu 5 % Aluminium, Titan, Molybdän und Magnesium vorhanden sein. Bor, Schwefel und Phosphor sind Verunreinigungen
bis zu 0,5 % und müssen nicht hinzugefügt werden. Das Metallpulver muß beim Niederschlag auf einem Substrat
porös sein mit einer Dichte von weniger als 99 %. Während des Gebrauchs in H3SO4 enthaltenden Lösungen wird das
Silizium an der Oberfläche der Metallpartikel zu Siliziumoxid (Silika). Diese Umwandlung führt zu einer Ausdehnung
der Partikelgröße. Die Ausdehnung bewirkt dadurch zwei sehr günstige Ergebnisse: (1) Die Überzugsoberflache wird
vollständiger dicht und (2) die Oberfläche wird im wesentlichen zu Silika. Somit ist der überzogene Gegenstand im
wesentlichen nicht porös und korrosionsbeständig.
Obwohl der exakte Ablauf nicht vollständig verstanden wird, wird angenommen, daß die Oxidation von Silizium und die
oben erwähnte begleitende Ausdehnung die gewünschten Eigenschaften für die porös niedergeschlagene Beschichtung bewirken
.
Hartbeschichtung durch Verschmelzen des Überzugsmetalls auf
einem Substrat führt nicht zu den Vorteilen gemäß dieser Erfindung. Der Schmelzschritt kann ein Verziehen der
Substratware verursachen. Ferner ist die Überzugsdicke schwierig zu kontrollieren und/oder muß maschinell bearbeitet
werden, um dimensionsgerechte Erfordernisse des fertiggestellten Teils vorzusehen. Manchmal ergibt die Aufschweißung
einen rissigen Niederschlag.
Es wurde eine Untersuchung zum Vergleich des Produkts und Verfahrens dieser Erfindung mit verfügbaren Erzeugnissen
gemäß der bekannten verschmolzenen Form angestellt.
Die momentan dem Fachmann zur Verfügung stehenden Legierungen umfassen die Legierungen C-276 und G-3 (Cr-Mo enthaltende
Nickelbasis). Die Legierung B-2 (Mo-Ni-Legierung) weist hinsichtlich Säuren, wie beispielsweise Schwefelsäure,
eine viel höhere Korrosionsrate als das Erzeugnis dieser Erfindung auf.
Es ist dem Fachmann bekannt, daß die oben erwähnte Nickelbasislegierung
ebenfalls in Form von Pulvern zum Sprühen erhältlich ist. Der so gespritzte Überzug ist jedoch wegen
der Porosität nicht so korrosionsbeständig, wie die verschmolzene Form (wrought form). Ein Schritt zur Überwindung
dieser Unvollkommenheit ist die Harzimprägnierung.
Bei einer Reihe von Tests wurden Legierungspulver mit Hilfe
von Wasser- und Stickstoffzerstäubung hergestellt. Die geschmolzene
Ausgangslegierung wies die folgende Zusammensetzung in Gewichtsprozent auf: Kohlenstoff 0,004, Kobalt
0,13, Chrom 0,09, Kupfer 2,60, Eisen 0,10, Magnesium 1,0, Silizium 9,97 und der Rest Nickel und Verunreinigungen.
Während die Zusammensetzung der durch die beiden Verfahren hergestellten Pulver ähnlich war, wurde ein bedeutender
Unterschied hinsichtlich des Sauerstoffgehalts der beiden Pulver beobachtet. Der typische Sauerstoffpegel in Wasser
zerstäubtem Pulver betrug 0,05 Gew.-% gegenüber 0,015-0,025 Gew.-% in stickstoffzerstäubtem Pulver. Somit wird die
Wasserzerstäubung bevorzugt.
Plasmaspritzniederschläge mit einer Überzugsdicke, die von 0,38 mm (0,015 inch) bis zu 1,02 mm (0,04 inch) variiert,
wurden mit den beiden Pulverklassen hergestellt. Der Korrosionstest auf einer Seite fand in einer 60 %-, 77 %- und
99 %-Schwefelsäurekonzentration bei 1400C statt. Die Korrosionswerte
wurden als Durchschnitt in mm pro Jahr
(l/lOOO inch pro Jahr (mpy)) bei einem 10-Tage-Test gemessen.
60 % H3SO4 ergab die höchsten Korrosionswerte. Bei dieser
Säurekonzentration hatten die dünneren Überzüge von 0,38-0,51 mm (0,015-0,02 inch) mit Wasser zerstäubtem PuI-ver
Korrosionswerte von 2,9-5,7 mm pro Jahr (115-225 mpy). Die 1,02 mm (0,04 inch)-Beschichtung (Wasser-zerstäubtes
Pulver) wurde 1,04 mm pro Jahr (41 mpy) angegriffen. Ähnliche Werte wurden bei einer 1,02 mm (0,04 inch)-Beschichtung
(wasserzerstäubt) unter Benutzung der Harzverschmelzung beobachtet. Die Korrosionswerte der 1,02 mm
(0,04 inch)-Überzugsschichten aus gaszerstäubtem Pulver erhöhten sich jedoch auf 1,37 mm pro Jahr (54 mpy) und
2,97 mm pro Jahr (117 mpy) für so gespritzte bzw. gespritzte plus harzverschmolzene Fälle. Es wird angenommen,
daß die besseren Korrosionswerte von Überzugsschichten mit wasserzerstäubtem Pulver auf höheren Sauerstoffpegeln beruhen,
was zu einem größeren Oxidationsgrad und erhöhter SilikafUmbildung führt. Somit wird die Wasserzerstäubung
bevorzugt.
Korrosionswerte bei 77 % H3SO4 und 99 % H3SO4 betrugen in
allen Fällen weniger als 0,254-0,305 mm pro Jahr (10-12 mpy) mit niedrigsten Werten bei 99 % H3SO4. Vergleichsweise
lag der Korrosionswert einer Gußprobe bei 60 %, 77 % und 99 % H2S04-Konzentration bei 1,91 mm pro
Jahr, 0,15 mm pro Jahr bzw. 0,1 mm pro Jahr (75 mpy, 6 mpy bzw. 4 mpy). Zusätzlich wurde kein Vorteil bei der Harzverschmelzung
zum Schließen der Porosität zur Zeit der Korrosionswirkung beobachtet. Ähnliche Tendenzen wurden beim Ausführen
der elektrochemischen Tests (anodische Polarisation) in 60 %- und 77 %-H3S04-Konzentration bei Raumtemperatur
beobachtet.
Es scheint, daß es bezüglich des Substratmaterials keine Begrenzung
gibt, da es sowohl eine Superlegierung und eine Eisenbasislegierung als auch Stahl oder eine nicht eisenhal-
tige Legierung sein kann.
Die Beschichtung kann durch eine Auswahl von Verfahren aufgetragen werden, wie z.B. durch elektrischen Bogen, wie
beispielsweise Plasmaspritzen oder Flammspritzen, wie beispielsweise das "JET KOTE"-Verfahren und Brenngas-Sauerstoff-Systeme
.
Die Metallpulver können durch andere Verfahren hergestellt werden. Beispielsweise können verschiedene Pulver vermischt
werden, um das Spritzpulver dieser Erfindung zu erhalten. Beispielsweise wurde Pulver mit der nominellen Zusammensetzung
Ni-9%Si-3%Cu wie folgt hergestellt: kleine 2-3 pm (7,9 χ 10~5 inch - 1,2 χ 10~4 inch) Partikel der Ni38%Si-Legierung
wurden mit Kupfer (Partikelgröße kleiner als 44 pm (1,73 x 10 inch)) vermischt. Die Mischung wurde für zwei
Stunden in Stickstoff bei 2462°C (13500F) erhitzt. Der
resultierende Kuchen wurde in feine Partikel (kleiner als
75 pm (29 χ 10 inch)) zerschlagen.
Diese Partikel wurden dazu benutzt, die Oberfläche von Stahlgußzylindern zu beschichten. Es wurde dazu die Metco
7-M Plasma-Pistole verwendet. Die Überzugsstärke betrug
0,635 mm (0,025 inch). Es wurde in verschiedenen Schwefelsäurekonzentrationen
durch Eintauchen der Probe getestet und doppelte Tests durchgeführt. Die Testergebnisse sind
unten angegeben:
Korrosionsrate in 10 Tagen
60% H3SO4 kochen 377 9,6
■'77% H2SO4 14O0C 19 0,48
99% H3SO4 1400C 12 0,31
Claims (8)
1. Korrosionsbeständige Legierung in Form eines Metallpulvers, das für die Verwendung in Spritzbeschichtungsverfahren
geeignet ist, dadurch gekennzeichnet, daß sie im wesentlichen aus 7 bis 19 Gew.-% Silizium,
bis zu 5 Gew,-% Kupfer, 76 bis 93 Gew.-% eines oder mehrere Elemente aus der Gruppe Nickel, Kobalt oder
Eisen plus Verunreinigungen enthält.
2. Korrosionsbeständige Legierung nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß sie durch Gas- oder Wasserzerstäubung hergestellt ist.
3. Korrosionsbeständige Legierung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sie durch Vermischung von
legierten oder unlegierten Pulvern hergestellt ist, um
die gewünschte Zusammensetzung zu erhalten.
4. Korrosionsbeständige Legierung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sie auf einem Substratartikel
durch elektrischen Bogen oder Flammspritzen niedergeschlagen ist.
5. Verfahren zur Beschichtung eines Substratartikels, das die folgenden Schritte aufweist: Herstellen eines zerstäubten
Pulvers und Spritzbeschichtung dieses Artikels mit diesem Pulver, gekennzeichnet durch Wärmebehandlung
des überzogenen Gegenstandes, um die Oxidation des sich ergebenden Niederschlages zu fördern.
6. Verarbeitungsgegenstand mit einem Substratgegenstand, dadurch gekennzeichnet, daß der Substratgegenstand
durch elektrisches Bogen- oder Flammspritzen mit einem Metallpulver nach Anspruch 1 beschichtet ist.
7. Gegenstand nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschichtung durch Plasmaspritzen erhalten wurde.
8. Gegenstand nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschichtung durch ein Brenngas-Sauerstoff-Flammspritzsystem
erhalten wurde.
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