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Schutzvorrichtung für Drehgelenke
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Die vorliegende Erfindung betrifft eine Schutzvorrichtung für Drehgelenke
mit einem ersten (äußeren) Gelenkkörper mit einem zylindrischen Befestigungsabschnitt
und einer kreisringförmigen Stirnfläche und einem zweiten (inneren) Gelenkkörper
mit einem Wellenanschlußstück. Gelenke der hierin angesprochenen Art sind insbesondere
an landwirtschaftlichen Geräten in freiliegender Anordnung üblich.
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Derartige freiliegende Gelenkwellen bzw. Gelenke sind besonders bei
Erntearbeiten durch sich aufwickelndes Erntegut, wie Gras oder Heu, aber auch durch
Erdverschmutzung, Eindringen von Wasser usw., gefährdet. Daneben stellen Gelenkkupplungen
mit ihren mit starken Konturen versehenen äußeren Oberflächen ohne zureichenden
Schutz ihrerseits eine Gefährdung für die Bedienungspersonen dar.
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Es ist daher bereits bekannt, starre Schutzvorrichtungen vorzusehen,
die die Gelenke insgesamt umhüllen. Die besondere Befestigung derartiger Vorrichtungen
in Form von Verschraubungen oder Schweißverbindungen sind aufwendig und damit kostenverursachend.
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Übliche Gummifaltenbälge, die ebenfalls bereits Verwendung gefunden
haben, haben sich ebenso als wenig geeignet erwiesen, soweit sie mit üblichen Schellen
oder Bindern befestigt sind, da diese wiederum einen Angriffspunkt für die Mitnahme
von Halmen und dgl. darstellen. Dies gilt jedoch auch für die Faltenbälge selber
bei Abwinkelung des Gelenkes, da sich dann solche Halme oder andere Verunreinigungen
in den Falten einklemmen und nachfolgend um das Gelenk aufwickeln können. Auch hiermit
können Störungen und Beschädigungen verbunden sein.
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Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Schutzvorrichtung
für Gelenke der eingangs genannten Art zur Verfügung zu stellen, die einfach zu
montieren ist und geringstmögliche Angriffsflächen für die Mitnahme und das Aufwickeln
von Erntegut und anderen Verunreinigungen darstellen.
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Die Lösung besteht in einer Vorrichtung der genannten Art, die gekennzeichnet
ist durch einen ersten zylindrischen Abschnitt zur Festlegung auf dem ersten Gelenkkörper,
ein daran anschließendes kreisringförmiges, senkrecht zur Achse stehendes Übergangsstück,
einen mit letzterem verbundenen zweiten zylindrischen oder kegelförmigen Abschnitt
von kleinerem Durchmesser zur Umhüllung des Wellenanschlußstückes des zweiten Gelenkkörpers
und ein diesen abschließendes, kreisringförmiges und mit einer mittigen Öffnung
versehenes, im wesentlichen senkrecht zur Achse stehendes Abschlußstück zur Abdichtung
gegenüber dem Weilenanschlußstück. Hiermit wird
eine Schutzvorrichtung
dargestellt, die keine hervorstehenden Kanten und Vorsprünge, wie Befestigungsschrauben
oder Binder mit deren Verschlüssen, aufweist, sondern durch wenige insgesamt glatte
Oberflächen mit einfachen Drehkonturen gekennzeichnet ist. Durch die einfache Form
mit glatten Flächen ergibt sich zugleich in vorteilhafter Weise eine billige Herstellung
bzw. billig herstellbare Werkzeuge.
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Die erfindungsgemäße Schutzvorrichtung hat den weiteren Vorteil, daß
sie sich durch einfaches Aufstecken auf das Gelenk montieren und durch Abziehen
vom Gelenk wieder entfernen läßt. Es werden keine außenliegenden, die Kontur verändernden
Befestigungselemente benötigt. Die Vorrichtung ist in der Lage, ausreichend große
Gelenkwinkel zu überbrücken und bedarf keiner Wartung oder Pflege. Sie ist im Schadensfall
einfach und billig zu ersetzen.
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Im Hinblick auf die bevorzugten Weiterbildungen sind die nachstehenden
Vorteile und Wirkungen zu erwähnen: Durch einen innenliegenden Wulst am ersten zylindrischen
Abschnitt ist der Eingriff in eine Nut am ersten Gelenkkörper oder das Hinterfassen
jeglicher Vorsprünge an diesem Gelenkkörper möglich, wodurch weitere axiale Festlegungen
nicht mehr erforderlich werden. Sofern der Endbereich des ersten zylindrischen Abschnittes
größeren Durchmessers in montiertem Zustand unter einer bestimmten Eigenspannung
steht, was durch entsprechende Ausformung des zylindrischen Abschnittes möglich
ist, ergibt sich eine ausreichende axiale Sicherung.
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Zur Verdrehsicherung im Übergangsstück sind axial liegende Mitnehmernoppen
vorgesehen, die in die Stirnfläche des ersten Gelenkkörpers oder in daran angeordnete
Buchsen eingreifen können.
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Zur Erleichterung der Montage können im Inneren der Schutzvorrichtung,
insbesondere im zweiten zylindrischen Abschnitt geringeren Durchmessers, innenliegende
Längswülste vorgesehen sein, durch die sich der Widerstand beim Aufschieben der
Vorrichtung auf das Drehgelenk verringert. Diese Längswülste können insbesondere
in einem nach innen in den zylindrischen Abschnitt größeren Durchmessers verlängerten
Bereich des zylindrischen oder kegelförmigen Abschnittes kleineren Durchmessers
angeordnet sein.
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Bei Wahrung der erfindungsgemäß einfachen äußeren Grundform kann eine
ausreichende Anpassung an die auftretenden Beugewinkel insbesondere dadurch erreicht
werden, daß das kreisringförmige Abschlußstück, durch welches das anschließende
Wellenende hindurchtritt, mit konzentrischen kreisringförmigen Partien geringer
Wandstärke versehen ist, die bei geringem Aufwand ohne weiteres trennbar sind und
damit sicherstellen, daß jederzeit eine ausreichend große Öffnung am Wellenende
für den gewünschten Beugewinkel vorhanden ist. Sofern in irgendeiner Weise Spritzwasser
oder Schmutz in das Innere der Schutzvorrichtung eingetreten ist, kann dieses über
Offnungen im Abschlußstück austreten und über einen umlaufenden wulstartigen Spritzring
abgeleitet werden.
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Weitere Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der zeichnerischen
Darstellung.
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Es zeigt: Fig. 1 ein Ausführungsbeispiel einer Schutzvorrichtung im
Längsschnitt; Fig. 2 das Ausführungsbeispiel einer Schutzvorrichtung nach Fig. 1
in axialer Ansicht.
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Fig. 3 das Ausführungsbeispiel einer Schutzvorrichtung nach den Fig.
1 und 2 an einem Gelenk montiert im Längsschnitt.
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Fig. 4 eine Detaildarstellung entsprechend Fig. 3, jedoch mit kegelförmigen
zweiten Abschnitt in vergrößertem Maßstab Die Schutzvorrichtung besteht im wesentlichen
aus einem ersten zylindrischen Abschnitt 1 mit größerem Durchmesser, einem zweiten
zylindrischen oder kegelförmigen Abschnitt 10 mit kleinerem Durchmesser, ein diese
verbindendes, in einer radialen Ebene liegendes Übergangsstück 9 sowie aus einem
mit einer zentralen Öffnung versehenen, den zweiten Abschnitt mit kleinerem Durchmesser
abschließenden Abschlußstück 8. Der zweite Abschnitt 10 ragt um einen bestimmten
Bereich in den ersten zylindrischen Abschnitt 1 größeren Durchmessers hinein. Der
zur offenen Seite gerichtete Bereich 3 des ersten zylindrischen Abschnittes 1 ist
zur Erzeugung einer Eigenspannung in unmontiertem Zustand im Durchmesser geringfügig
eingezogen. Am offenen Ende dieses Bereiches sind auf Teilumfängen nach innen gerichtete
Wülste 2, insbesondere zum Eingriff in Nuten oder zum Hintergreifen von Absätzen,
vorgesehen. Am Übergangsstück sind mit gleichem Abstand voneinander drei oder, nach
der jeweiligen Anordnung der Befestigungselemente,
mehrere zylindrische
Mitnehmernoppen 5 vorgesehen, die in koaxialer Richtung auf ausgeformten Kreisringflächen
stehen. Diese können in den ersten Gelenkkörper eingreifen oder eine Verbindung
mit an diesen angesetzten Buchsen herstellen.
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Im Bereich des in einer radialen Ebene befindlichen Abschlußstückes
8 sind beispielsweise drei Durchbrechungen 7 zum Ableiten von Spritzwasser vorgesehen,
die im Betrieb mit einem außenliegenden Spritzring 6 zusammenwirken, an dem sich
Spritzwasser sammeln und abschleudern soll. Weiter sind am Abschlußstück 8 konzentrische
Partien unterschiedlicher Wandstärke erkennbar.
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Die Zusammenstellung nach Fig. 3 läßt ein Gleichlaufdrehgelenk mit
einem ersten Gelenkkörper 11 einem zweiten Gelenkkörper 12 einem Kugelkäfig 13 und
Drehmomentübertragungkugel 14 erkennen. An den ersten Gelenkkörper 11 schließt sich
ein angeschraubter Anschlußflansch 15 an, der üblicherweise bereits innerhalb eines
Gehäuses od. dgl. liegt und für den ein besonderer Schutz nicht erforderlich ist.
Der zweite Gelenkkörper 12 ist über axiale Sicherungsmittel und eine Verzahnung
mit dem Wellenanschlußstück 16 verbunden. Das Gelenkinnere, das auf der einen Seite
durch den Flansch 15 abgeschlossen wird, ist auf der Seite des Wellenanschlußstückes
16 über einen Rollbalg 17 abgedichtet, der am Wellenanschlußstück in einer Nut 18
mittels eines Spannbandes 19 festgelegt ist. Dessen äußerer Wulst 20 ist in einer
stufig abgesetzten Metallhülse 21 eingeklemmt, die den zweiten Gelenkkörper 12 umfaßt.
Die Metallhülse 21 wird von den Befestigungselementen 22 gehalten, die den Gelenkkörper
11 mit dem Anschlußflansch 15 verbinden. Die Köpfe der Elemente 23 sind mit Innensechskanten
24 versehen (Inbusschrauben), die damit zugleich die Buchsen für den Eingriff der
Mitnehmernoppen 5 der Schutz vorrichtung darstellen. Der Abschnitt 3 veringerten
Durchmessers liegt unter geringer Vorspannung am ersten
Gelenkkörper
11 bzw. einem Befestigungsabschnitt der Metallhülse 21 an und greift mit dem Wulst
2 hinter deren Kante, während Längswülste 4 am Abschnitt 10 geringeren Durchmessers
mit einem abgesetzten Teil der Metallhülse 21 in Kontakt stehen. Für die durch strichpunktierte
Linien angedeutete maximale Beugung des Gelenkes und die maximale Auslenkung des
Wellenanschlußes 16 ist erfindungsgemäß das Innere der dargestellten Ringstufen
an der vorgesehenen Trennstelle geringerer Wandstärke herauszutrennen.
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Die Montage, Demontage und Funktion der gezeigten Vorrichtung ergibt
sich zwar ohne weiteres aus den Zeichnungen. Weitere Vereinfachungen und Verbesserungen
sind jedoch im Rahmen des hier Offenbarten möglich.
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BEZUGSZEICHENLISTE 1 erster zylindrischer Abschnitt (größerer Durchmesser)
2 innenliegender Wulst 3 3 Abschnitt verringerten Durchmessers 4 Längswulst 5 Mitnehmernoppen
6 außenliegender Ringwulst 7 Durchbrechung 8 kreisringförmiges Abschlußstück 9 kreisringförmiges
Übergangsstück 10 zweiter zylindrischer oder kegelförmiger Abschnitt (geringerer
Durchmesser) 11 erster (äußerer) Gelenkkörper 12 zweiter (innerer) Gelenkkörper
13 Käfig 14 Kugel 15 Anschlußflansch 16 Wellenanschlußstück 17 Rollbalg 18 Nut 19
Spannband 20 Wulst 21 Metallhülse 22 Befestigungselement 23 Bolzenkopf 24 Innensechskante
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