DE3560C - Mobile Photographie-Einrichtung - Google Patents
Mobile Photographie-EinrichtungInfo
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Classifications
-
- G—PHYSICS
- G03—PHOTOGRAPHY; CINEMATOGRAPHY; ANALOGOUS TECHNIQUES USING WAVES OTHER THAN OPTICAL WAVES; ELECTROGRAPHY; HOLOGRAPHY
- G03D—APPARATUS FOR PROCESSING EXPOSED PHOTOGRAPHIC MATERIALS; ACCESSORIES THEREFOR
- G03D17/00—Dark-room arrangements not provided for in the preceding groups; Portable dark-rooms
Landscapes
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- General Physics & Mathematics (AREA)
- Purses, Travelling Bags, Baskets, Or Suitcases (AREA)
Description
1878.
Klasse 57.
JOSEPH TIATOR in COLMAR. Mobile Photographie-Einrichtung.
Patentirt im Deutschen Reiche vom io. März 1878 ab.
Eines der bedeutendsten Hindernisse zur häufigen Ausführung der Landschaftsphotographie
besteht in dem Transporte der hierzu nothwendigen Geräthschaften. Seit längerer Zeit mit diesem Theile der Photographic beschäftigt,
war es mein Bestreben, diese Hindernisse durch Construction einer Einrichtung auf
das möglichste Maafs der Leichtigkeit und der Raumbeschränkung zurückzuführen.
Meine »mobile Einrichtung« hat in Bezug auf deren jeweilige Benutzung zwei äufserliche
Formen. Auf dem Transporte ist dieselbe ganz in der Form eines Handkoffers gehalten, 54 cm
lang, 30 cm breit und 30 cm hoch.
In diesem zusammengeklappten Zustande ist das Ganze eher ein Packraum zu nennen, da
die 0,048600 cbm des Handkoffers zwei Leerräume
bilden: a, der eine, 27 cm tief, 27 cm hoch und 25 cm breit (= 0,018225 cbm Inhalt);
der zweite, b, 27 cm hoch, 27 cm breit und 24 cm tief (= 0,017496 cbm Inhalt), so dafs für
die specielle Photographic - Einrichtung und Wandungen blos 0,012879 cbm verloren gegangen
sind.
Diese beiden Packräume sind bestimmt: jener unter α bezeichnete zur Aufnahme:
1. einer Silberschale, ca. 27 cm lang und 24 cm breit bei 4 cm Höhe;
2. eines Kästchens mit Abtheilungen für abgewogene Chemiealien, 22 cm breit, 25 cm lang
und 3 cm hoch. Der nunmehr nach oben verbleibende Restraum, 20 cm hoch, 22 cm (an
dieser Stelle nur) breit und 2 5 cm tief, wird mit dem später zu beschreibenden schwarzen
Tuch ausgepolstert und ist noch hinreichend grofs genug, um aufzunehmen:
3. die Silberbadflasche (500 g Gehalt);
4. die Hervorrufungsflasche (500 g Gehalt);
5. die Fixirungsfläsche (500 g Gehalt);
6. die Verstärkimgsflasche (250 g Gehalt);
7. das Hervorrufungs-, 8. das Verstärkungsgläschen (50 und 40 g Inhalt), beide in der
Form von Branntweingläsern, sich eines ins andere hineinschiebend;
9. das destillirte Wasserglas (500 g Inhalt) und
10. ein kleiner Trichter.
Dagegen jener unter b bezeichnete Packraum dient zur Aufnahme von:
1. einem Wasserreservoir mit Tragriemen, 26 cm hoch, 26 cm breit und 14 cm dick, also
mit der Fähigkeit, 9I Wasser aufzunehmen;
2. dem Plattenkasten, 25 cm hoch, 21 cm breit und 5 cm dick, zu einem Dutzend Platten
i8y2 cm auf 221^ cm bestimmt; k
3. einem Kästchen zur Aufbewahrung des Abstaubpinsels, des Putzlumpens, Silberhakens,
der Filter, Blenden und anderer Kleinigkeiten, den Rest des Raumes ausfüllend, also 26 cm
lang, 26 cm breit und 4 cm dick.
Um die Conservirung der Flaschen und den Verschlufs der Stöpsel möglichst zu sichern,
ist jede Flasche der Länge nach mit zwei Gummibändern und der Dicke nach mit zwei
Gummiringen belegt. Die Gummibänder haben in der Gegend des Flaschenhalses einen kleinen
Schlitz, so dafs die eine Hälfte des Bandes links, die andere rechts des Halses zu liegen
kommt. Ein Band wird, falls die Flasche verschlossen werden soll, über den Stöpsel gelegt,
indem sowohl die eine Hälfte, als auch die andere von dem Halse abgehoben und auf den
Stöpsel gebracht wird.
Der Koffer ist durch Riemen mit Handhaben zusammengehalten, und nichts äufserliches läfst
auf seinen Inhalt schliefsen. Soll dagegen gearbeitet werden, dann werden die Riemen gelöst,
der Inhalt bis auf das Gerippe entleert, an drei metallenen Stollen des Bodens die drei
Säulen des nachher beschriebenen Stockes befestigt, die beweglichen Theile des Koffers aufgeklappt,
und mit einander befestigt, was um
so leichter geschehen kann, als man es nicht mit einem einzelnen losen Stücke zu thun hat,
vielmehr alle Theile ein zusammenhängendes Ganze bilden.
Nunmehr zeigt es sich, dafs die beiden vorerwähnten Packräume dort, wo sie zusammenstofsen,
durch eine hölzerne Zwischenwand geschieden sind, welche Wand ihrerseits wieder aus getrennten Theilen besteht. Der erste, von
dem Flaschenpackraum aus gesehen, bildet eine Cassette mit Schiebern, Einlagen und Federn,
ist fest an den Wandungen; der zweite Theil dagegen, welcher sich, von dem Reservoir aus
betrachtet, sofort als verstellbares Objectivbrett einer Camera präsentirt, kann vor- und rückwärts
bewegt werden, wenn man an der einzigen
Schraube, die sich im anderen Packraum unmittelbar vor der Cassette befindet, in der
gehörigen Richtung dreht. Dieser Packraum dient nunmehr als Camera obscura, indem
sich zwischen Cassette und Objectivbrett ein Raum bildet, der von beiden und den Wandungen
des Packraumes begrenzt wird. Durch die Vorrichtung, dafs diese Wandungen an allen Seiten und desgleichen das Objectivbrett
an den Kanten mit Plüsch gepolstert sind, ist es möglich, eine Vor- und Rückwärtsbewegung
des Objectivbrettes vorzunehmen, ohne dafs Licht durch den hierdurch bedingten Zwischenraum
eindringen kann, da Millionen Haare denselben elastisch ausfüllen und dem Lichte
den Zugang verwehren, aber doch sich gegenseitig auszuweichen vermögen. Die nach aufwärts
sich öffnende Klappe am Vordertheile dieser Camera, welche die Bestimmung als Thür hatte, ist nunmehr nur noch dienlich als
Mittel zur Absperrung des Oberlichtes zu Gunsten des Objective, nachdem sie durch Einschieben
eines Riegels eine horizontale Stellung erhalten hat.
Eine ungleich gröfsere Veränderung hat sich bei dem Flaschenpackraum ergeben, von demselben
ist nur der Boden noch an seiner alten Stelle.
Schon beim Aufklappen zeigte es sich, dafs dieser Raum aus zwei über einander liegenden
Hälften bestand, von denen die untere wieder drei Theile bildet: i. den festen und mit dem
Stativ verbundenen Boden; 2. und 3. die linke und rechte Seitenwand, welche durch Scharniere
mit dem unter 1 beschriebenen Theile verbunden sind und hierdurch, wie durch eine untergeschobene
Zugleiste (aus Theil 1 entwickelt), in eine solche horizontale Lage gebracht werden
können, dafs sie als eine rechts- und linksseitige Vergröfserung der Breite des Bodens dienen
und einen Stützpunkt abgeben.
Noch gröfsere Wandlung hat der obere Theil des in Rede stehenden Packraums
erlitten. Nimmt man, wenn solches nicht bereits geschehen, das schwarze Tuch heraus,
so findet man, dafs das Tuch sowohl an den äufsersten Enden der oberen, wie auch der unteren
ehemaligen Seitenwandungen, gleichwie an der Resthälfte des vormaligen Koffers befestigt
ist. Es klappen sich auch diese oberen halben Seitenwandungen nicht blos ähnlich wie
die untere auf, sondern es zeigt sich, dafs jeder der oberen noch aus einer nach innen liegenden
Verdopplung besteht, durch deren mittelst Scharniere bewirktes Aufklappen eine doppelt
so grofse Tiefe als vorher hervorgebracht wird, eine Tiefe, die gleich ist der früheren Decke
und der Vorderwand (Thüre) des ehemaligen Flaschenpackraumes, oder mit anderen Worten:
die obere Hälfte (Decke) ist bei gleicher Breite etwa noch einmal so tief, als die untere Hälfte
(der Boden). Diese doppelte Tiefe gestattet, dafs man die Decke dort, wo der Laborant
steht, bis auf ca. 70 cm über den Boden des Laborirraumes erheben und durch je einen
zweimal gegliederten, also aus drei Theilen bestehenden Träger ab, a' 6l, von dem nachher
speciell gesprochen werden wird, an den beiden äufsersten Ecken stützen kann, während diese
Decke sich umgekehrt gegen die Mitte bis zur Cassette abgedacht und hier durch einfache
Träger c d gleichfalls an den äufsersten Ecken gestützt wird. Natürlich müssen die einzelnen
Theile der Decke schon vorher unter sich verkuppelt sein, was zum grofsen Theile durch
die Scharniere schon geschehen, theils durch Riegelvorrichtung von dem grofsen Theile aus
nach den beiden Seitentheilen besorgt wird. Diese Träger sind von vierkantigem Holze
(1 V2 cm Durchmesser), und ich habe schon gesagt,
dafs die vorderen langen mittelst zweier Scharniere f sich zwei mal zusammenknicken
lassen, um den erforderlichen Platz im Packraume an den Seitenwandungen zu gewinnen.
Das Steifmachen der Kniee geschieht in der Weise, dafs je zwei zusammengehörige durch
ein Scharnier mit einander verbundene Theile durch Verschiebung eines Metallstiftes g h mittelst
einer Führung an dem oberen Stangentheile in ein correspondirendes Loch in der Stirne des unteren Stangentheils unbeweglich
gemacht werden.
Am oberen Ende der in solcher Weise zusammengesetzten, wie an der einfachen Stange,
befindet sich jedesmal eine Schraube e, welche zum gröfsten Theile (zwei Drittel) beweglich in
die Stange eingelassen ist, während nur der kleine Theil daraus vorsteht.
Versieht man nun, um die nöthige Kraft zu gewinnen, die Schraube mit einer daran befestigten
runden Scheibe, so ist es leicht,, die Schraube in die Decke einzuführen und eine
solide Verbindung derselben mit dem Boden herzustellen, auch den Seitentheilen des schwarzen
Tuches den nöthigen Halt zu geben. Der in dieser Weise gebildete Laborirraum hat demnach
bei einer Breite von ca. 60 cm eine Tiefe von 27 cm und eine Höhe vorn beim Laboranten
von ca. 70 cm, hinten bei der Cassette von 30 cm. Ist die Decke durch einen 70 cm
hohen Träger gestützt, so ragt dieselbe trotzdem noch 8 cm über den Träger hinaus. Ich benutze
sowohl diesen Ueberschufs als eine weitere Verdopplung, in entsprechender Bogenform, der
Vorderklappe (Thüre) des Flaschenpackraumes nunmehr, um über dem Kopfe des Laboranten
eine Ausbauchung zu erzielen, wodurch ich bezwecke, dafs der Kopf beim Arbeiten durch
das schwarze Tuch nicht belästigt wird. Dies bewirke ich, indem ich die betreffenden HoIztheile
trenne und durch Scharniere wieder bis zur Beschreibung des entsprechenden Winkels
verbinde. Auch wird die Weite des Tuches, die der Unterbringung im Packraume leicht
lästig werden könnte, dadurch bedeutend verringert.
Das schwarze Tuch, von dem schon wiederholt gesprochen wurde, ist in der Weise fest-
gemacht, dafs es zunächst an den Rahmen der Cassette festgenagelt wird, so dafs dieser Rahmen
einen viereckigen Ausschnitt bildet. Das Anheften wird dann an den äufseren Conturen
der Decke und am Boden bis zum langen dreigliedrigen Deckenträger, und zwar ganz am
Boden, an der Decke jedoch nur bis zur Verlängerung bezw. Verdopplung fortgesetzt, ohne
letztere in Mitleidenschaft zu ziehen, weil sonst ein Zusammenklappen derselben unmöglich geworden
wäre.
Um nun das nothwendige Licht in den Laborirraum einzulassen, wird das schwarze Tuch
an der Decke, so weit es an den Seitenwandungen angenagelt ist, ausgeschnitten und durch
ein gelbes Tuch (am besten Seide) ersetzt. Dafs an dem Schnitte schwarzes und gelbes Tuch
wieder an dem Rahmenwerk der Decke festgenagelt wird, versteht sich von selbst. Im
übrigen wird gegen den Laboranten zu das Tuch nur durch die Deckenverlängerung getragen,
ohne im geringsten an derselben befestigt zu sein. Das schwarze Tuch erstreckt sich aber nicht blos über den Laborirraum,
sondern es setzt sich sackförmig noch ein halbes Meter gegen den Operateur zu fort, nachdem
der betreffende Theil desselben auch vorn an dem Boden des Arbeitsraumes befestigt worden
ist. Der Boden des Laborirraumes ist statt durch Tuch durch einen wasserdichten Stoff
(Wachstuch) gegen das Eindringen des Lichtes geschützt. Das offene Ende des schwarzen
Tuches ist mit einer Coulisse versehen, in welcher sich ein höchst elastischer Gegenstand, in
diesem Falle also ein kräftig wirkendes Gummiband befindet. Dadurch, dafs das schwarze
Tuch, je mehr es von der Cassette sich entfernt, um so mehr sich erweitert, wird dasselbe
zuletzt weit genug, um zunächst den rechten Arm und dann den Kopf in den elastischen
Verschlufs einführen und dadurch einen directen Einblick und ein bequemes Hantiren im Innern
zu ermöglichen, ohne dafs zur Unzeit weifses Licht eindringen kann, indem die Gummischnur
das Tuch von der linken Schulter über Brust und Rücken bis unter den rechten Arm so fest
an den Körper des Laboranten drückt, dafs kein licht von hieraus einen Weg in das Innere
finden kann. Die linke, weniger beschäftigte Hand, die für ein Eingreifen auf dieser Seite
keinen Raum mehr findet, wird durch eine kleine Aermelvorrichtung an der linken Seite
des Laborirraumes eingelassen.
In der Fig. 4 bedeuten die Buchstaben wie folgt:
α α1 die Verdopplung der oberen Seitenwände,
b die Verdopplung der Vorderwand,
c die Vorderwand oder Thüre des Flaschenpackraumes,
c die Vorderwand oder Thüre des Flaschenpackraumes,
d d1 die obere halbe Seitenwand,
e e' die untere halbe Seitenwand,
/ die Decke des ehemaligen Flaschenpackraumes,
e e' die untere halbe Seitenwand,
/ die Decke des ehemaligen Flaschenpackraumes,
g die Camera bezw. Cassette,
χ der an das Statif theilweise befestigte Boden
des Flaschenpackraumes.
Die mit Punkten angedeuteten Scharniere sind solche, welche an der Aufsenseite über
dem schwarzen bezw. gelben Tuche angebracht sind; dagegen die mit scharfen Conturen diejenigen,
welche innen befestigt sind. Die bezüglichen Scharniere verbinden:
m m Theil α mit der horizontalen Decke über
dem Kopfe hhl, Theil / mit der Camera g,
i i den Seitenflügel d mit Theil f,
k k die Verlängerung der Seitenflügel mit diesen,
// Theil c mit Theil/,
η η Theil c mit demselben Theil,
ο 0 die horizontale Decke mit der Ausbauchung über dem Kopfe des Laboranten,
p p Theil χ mit dem Theil e e.
Bezeichnete Schiebeleisten sind:
q ql, kuppelt Theil α mit C1
r r, kuppelt die 8 cm breite Horizontaldecke mit deren Ausbauchung,
11 u, bringt die Spülvorrichtung, von der unter E
gesprochen wird, in Thätigkeit.
Alle Tücher sind aufsen befestigt. Ueber dem schwarzen bezw. gelben Tuch ist graue
Leinewand gespannt, soweit das äufserliche des Handkoffers in Betracht kommt. Dementsprechend
sind auch die Nägel aufsen an der Stelle ungefährdet eingetrieben, wo sie auf der
Zeichnung innen sichtbar sind.
An a, c, cl und den Seiten ist schwarzes
Tuch befestigt, an d, d\ f aber gelber Stoff. s s bezeichnet die sackartige Verlängerung des
schwarzen Tuches; t ist der Ausschnitt, in welchen der sehr elastisch gestrickte Aermel für
die linke Hand angenäht wird.
Soll ein gröfserer Gegenstand von aufsen nach dem durch das schwarze Tuch abgesperrten
Laborirraum oder umgekehrt gebracht werden (Platte, Flaschen etc), dann wird die
Gummischnur mit dem Tuch um die Ecken der Decke gespannt und mit der linken Hand
durch einen Druck auf die untere Hälfte der elastischen Schnur eine grofse dreieckige Oeffnung
gebildet, durch welche eine Communication mittelst der rechten Hand ermöglicht wird.
Es ist ferner die Spülvorrichtung zu erwähnen, welche bestimmt ist, die Abspülwasser zuerst
aufzunehmen und nachher ins Freie zu leiten.
Dieselbe befindet sich am Ende des Laborirraumes vor dem Laboranten, ist noch im Innern
des Arbeitsraumes, also über dem schwarzen Tuch, in der ganzen Breite angeheftet und besteht
aus einem dünnen hautähnlichen Stoffe, wie man solchen zur Verwahrung feuchter Schwämme benutzt. Gegen den Laboranten
zu verringert sich die Breite, und hier ist der Stoff an zwei im Boden des Arbeitsraumes
sich bewegende Schieber u u befestigt. Will nun der Photograph hervorrufen, fixiren, verstärken
etc., dann wird er die beiden Schieber «herausziehen und in die Lage, von ul ul
bringen, in welcher sie sich durch zwei vor-
springende Federn halten. Dadurch wird das Zeug unterhalb der Schieber eine muldenförmige
Vertiefung bilden, welche in ν ihren niedrigsten Punkt hat, weil hier der Gummischlauch
mündet und befestigt ist. Die Befestigung ist eine einfache: Zuerst wird in den Schlauch
eine kurze, offene Metallröhre, um die Wandungen steif zu machen, gesteckt, der Schlauch,
an dieser Stelle zuerst durch das schwarze Tuch, dann durch das Zeug geführt und alsdann
schwarzes Tuch, Stoff und Schlauch durch Umwicklung eines Bindfadens fest und dauernd
mit einander verbunden.
Ist die Spülvorrichtung in dieser Lage überflüssig geworden, so werden die beiden Schiebleisten,
nach Suspendirung der Federn, wieder in das Innere des Arbeitsraumes zurückgeführt
und dadurch die Spülvorrichtung zusammengerefft. ■ Beim Einpacken legt sich Schlauch w,
Stoff und Tuch in das Innere des Packraumes. Länge des Spülraumes (in der Mitte gemessen)
42 cm, Breite 24 cm.
Aufser dem Koffer besteht meine »mobile Photographie-Einrichtung« noch aus einemzweiten
Theile, der einzig als Statif zu dienen hat. Anscheinend ist dieser Theil nichts anderes, als
ein 2 cm dicker Spazierstock, oben mit einem Griffe, unten mit einer Zwinge versehen. Entfernt
man aber diese angeschraubten Endtheile, so zerlegt sich der Stock der Länge nach in
drei gleiche Theile. Ein eisernes Gasrohr in dieser Dicke ist nämlich in drei gleiche Theile
in der Längsrichtung getheilt worden und zeigt nunmehr drei Statifsäulen, welche in die correspondirenden
Theile aufsen am Boden des Koffers eingefügt und festgeschraubt werden. Die Säulen sind ca. 1 m lang. Die einzelnen
Theile haben vermöge ihres Stoffes und ihrer Form eine grofse Tragfähigkeit, federn nicht
und können ohne die Anwendung eines viel stärkeren Druckes, als hier in Betracht kommt,
nicht gebogen werden.
Es bleibt mir nunmehr die Beschreibung der Art und Weise, wie die erwähnte Einrichtung
zu benutzen, soweit dies bisher noch nicht geschehen ist, übrig.
Der Laborirraum ist zur Aufnahme der Silberschale, des Collodiums und theilweise der
Flaschen bestimmt. Die Silberschale findet ihren Platz in der Mitte, dabei bleibt rechts und
links ein Leerraum von je 25 cm Länge und 15 cm Breite für Flaschen und Gläser.
Des Einstellen geschieht mittelst der einzigen Schraube bei der Cassette (χ, Fig. 6).
α ein Steigrädchen von rechts nach links geschnitten,
b ein Steigrädchen von links nach rechts geschnitten,
c ein Zahnrad, welches in die verschiebbare Zahnstange / eingreift,
d eine Hemmfeder, mit dem Haken i in das Rad α eingreifend,
e eine Hemmfeder, mit dem Haken k in das
Rad b eingreifend,
f ein Hebel, in die Federn d und e dirigirend
mit dem Handgriffe g,
h eine Schraube, gemeinschaftlicher Befestigungspunkt der Federn d und e,
m die Befestigung der Zahnstange mit der doppelseitigen Schiebleiste η,
ο die hölzerne Führung der Schiebleiste,
/ der Schlitz in der Schiebleiste zum Passiren
des Schraubenstiftes x.
Diese Schraube χ besteht aus einem Zahnrade c, welches in eine Zahnstange / von 25 cm
Länge eingreift, während diese selbst mit dem Objectivbrette in Verbindung gesetzt wird.
Aufser diesem Triebe hat die Schraube jedoch noch zwei nach verschiedenen Richtungen geschnittene
Steigräder α und b, in welche zwei
correspondirende Sperrfedern d und e eingreifen. Inmitten dieser Federn ist ein Hebel f angebracht,
wodurch beide gleichzeitig beliebig suspendirt oder in hemmende Thätigkeit gesetzt
werden können.
Ist richtig eingestellt, dann wird der Hebel / parallel mit den Federn laufend gedreht, die
Sperrhaken i und k greifen rechts und links in die Steigräder ein , und die Stellschraube, auch
damit das Objectivbrett, können nicht mehr vor- noch rückwärts bewegt werden, bis der
Hebel sich wieder in einen rechten Winkel zu den Federn stellt.
Desgleichen hat die Cassette eine von der bisherigen Praxis ganz abweichende Einrichtung,
Fig. 7 a, 7 b, 7 c.
Dieselbe ist fest in die Wandungen eingelassen, kann daher nicht beliebig weggenommen
werden.
a a die feststehende Cassette,
b b die Einlage,
c c die Federn c' c1 in veränderter Lage,
d d die zwei Schieber (aufgezogen),
e e die zwei Paar vorstehenden Leisten an demselben zur Regulirung der Führung in f.
g g die zwei Deckenträger,
h die Zahnstange mit Führungsleisten,
i die Verbindung derselben mit dem Objectivbrette,
k die Einstellschraube,
/ das Objectivbrett, verstellbar hoch und tief in m,
η das Objectiv,
ο die Decke des Laborirraumes,
p der Boden des Laborirraumes.
Der Schieber ist zweitheilig, die eine Hälfte schiebt sich rechts, die andere links in den
Laborirraum, befindet sich auch nicht vor, sondern hinter der Platte und nimmt also die
Stelle des Deckels ein. Die Federn, durch welche die Einlagen, die Platte und Visirscheibe in der
Cassette in der gehörigen Richtung gehalten werden, haben gleichfalls eine veränderte Form
und einen anderen Standpunkt erhalten, sie befinden sich nicht am Schieber, sondern sind an
der Cassette selbst festgemacht, sind um ihren Befestigungspunkt drehbar und dadurch
geeignet, beliebig bald die Visirscheibe, bald
die Einlagen, bald die Platte in der gewünschten Lage zu erhalten. Die beiden Federn ι
haben ihren Drehungspunkt rechts und links, damit sie durch Silberverunreinigung (unten)
nicht leiden.
Ist die sensibilirte Platte in der Cassette, werden die beiden Schieber, die sich gänzlich an
ihrem Berührungspunkte in der Mitte decken, geschlossen, wodurch die Platte vollständig geschützt
ist, wenn beim Herausschlüpfen aus dem Laborirraum Licht in denselben dringen sollte. Natürlich setzt dieses voraus, dafs schon
vorher dem Objective der Deckel aufgesetzt worden ist. Umgekehrt wird erst unmittelbar
vor dem Hervorrufen der Schieber beseitigt etc.
Ein Hauptvortheil auf der Reise ist es, wenn der Laborant das Lackiren der Platte erst zu
Hause nachträglich vornehmen darf. Dann mufs aber der Plattenkasten derart beschaffen sein,
dafs keine Platte die andere berührt, was durch Schlitze, worin die Platten passen, zu vermeiden
gesucht wird. Natürlich bedingt dies eine grofse Raumverschwendung, also einen erheblichen
Mifsstand, wenn Raumersparnifs eine gebieterische Nothwendigkeit wird.
Mein Plattenkasten besteht aus einem viereckigen Kästchen, welches im Lichte genau die
Gröfse der Platten, hier also 18 1J2 cm auf
2 2 y2 cm (oder falls mit einer Einlage gearbeitet
wird, kleiner) bei 4 cm Höhe. Der Deckel ist mit zwei in der Mitte sich kreuzenden, an den
Spitzen (doppelt) wirkenden Federn versehen. Die vier mit Federkraft wirkenden Enden
treffen ziemlich die vier Ecken des Plattenkastens. Zu unterst in denselben wird ein
dickes Pergamentpapier gelegt, welches genau die Form einer Cassetteneinlage und die Gröfse
des' Plattenkastens (innen) hat. Zu beiden Seiten der vier Ecken ist mittelst Siegellack
oder einer anderen durch Wasser nicht löslichen Substanz je ein dreieckiges Wollläppchen aufgeklebt.
Diese Wollläppchen entsprechen den Plattenhaltern in der Cassette, nehmen dieselbe
Stellung ein und verletzen also keinen Theil des Bildes. Auf diese Einlage kommt eine
Platte, auf die Platte eine zweite Einlage zu liegen und so fort,, bis der Plattenkasten voll
ist. Natürlich liegt die oberste Platte mit der Bildseite nach innen. Die vier Federn treffen
also die Platten an einer Stelle, wo sie weich gebettet und vor Bruch am besten geschützt
sind. Falls der Plattenkasten, wie hier der Fall, nur für nasses Verfahren dient, sind zahlreiche
Bohrlöcher in den Wandungen, den Boden und der Decke zum Abfliefsen des
Wassers und Ableitung der Wasserdämpfe angebracht. Beim Trockenverfahren fällt dies,
weil schädlich, natürlich weg. Ein Verschlufs am Deckel vollendet das Ganze.
Die Visirscheibe soll immer ihren Platz in dem Plattenkasten haben, aufser beim Einstellen,
wo sie gleich einer präparirten Platte in der Cassette behandelt wird.
Das Wasserreservoir hat leer immer seinen Platz in dem Räume, der als Camera obscurä
zu dienen hat. Ist das Reservoir gefüllt, dann erhält es seine Stelle auf dem Rücken des
Photographen entweder, oder eines Gehülfen, beim Arbeiten finden wir es gleichfalls auf derselben
Stelle des Laboranten. Die Gummischnur des schwarzen Tuches am Laboratorium beschreibt dann eine Linie, die von der linken
Seite der Schulter, ohne das Reservoir zu berühren, erst auf der rechten Seite die obere
rechte Kante des Reservoirs streicht. Der Gummischlauch, welcher an der rechten Seite
des Reservoirs eingeführt ist, wird in der Weise in das Innere des Laboratiums geleitet, dafs
die rechte Hand, ehe sie in den Dunkelraum einfährt, den Schlauch erfafst.
Das Wasserreservoir, Fig. 8, aus verzinntem Eisenblech hergestellt, hat in seiner Form und
dem äufseren Anstriche ganz das Ansehen eines Tornisters. Einen abnehmbaren Deckel hat
dasselbe nicht, vielmehr wird das Wasser mittelst einer trichterförmigen runden Vertiefung d
eingelassen und kann durch einen Stöpsel verschlossen werden. Die Fig. 8 enthält folgende
einzelne Theile:
α α die Rückseite des Wasserreservoirs,
b b die Nebenseite, welche beim Transport die rechte Schulter berührt,
c c die beiden Tragriemen,
d die trichterförmige Vertiefung der Decke, e der Stöpsel,
f das Blechthürchen, durch
g Scharnier g beweglich und bei
h verschliefsbar,
i eine viereckige Vertiefung im Reservoir, durch den Blechschieber k verschliefsbar.
In Fig. 9 haben wir:
α α ein oberer, b b ein unterer zweitheiliger
Hebel, welche sich nicht kreuzen, sondern nur einen gemeinschaftlichen Stütz- bezw. Drehungspunkt bei c haben,
d d eine kräftig wirkende Feder, um die längeren Theile der beiden Hebel möglichst fern
von einander und die kürzeren Theile möglichst nahe zu einander zu bringen,
e e zwei im rechten Winkel aufwärts gebogene Verlängerungen der beiden kürzeren Hebeltheile,
dreiseitig, die abgestumpfte Kante des einen Hebels der anderen gegenüber gestellt,
ff zwei Metallhülsen an dem Hebel b zur Führung des Gummischlauches.
Der Gummischlauch ist nebst seinem selbstwirkenden Verschlufs gleichfalls in einem vertieften
Raum des Wasserreservoirs i, Fig. 8, untergebracht. Die trichterförmige Vertiefung
wird durch eine Blechthür /, der Raum für den Schlauch i durch einen Schieber k verschlossen.
Das Objectiv ist in einem Lederfutterale mittelst Riemens über der Schulter gleich einem
Fernrohre an der Seite zu tragen.
Bezüglich der Camera obscura bleibt mir noch ein kleiner Nachtrag zu machen übrig.
Obgleich es . wenig Zweifel unterliegt, dafs der schon bereits beschriebene luftdichte Verschlufs
derselben am Objectivbrette ein vollständiger ist, so ist durch den längeren Gebrauch doch
eine theilweise Abnutzung des Plüsches zu erwarten, auch die Einwirkung der Wärme und
Feuchtigkeit könnte störenden Einflufs haben. Ferner bedingt das Verschieben des Objectivbrettes
eine möglichst verringerte Reibung an den Wandungen, also einen entsprechenden Zwischenraum. Um dem zuvorzukommen, habe
ich einen Schirm angebracht, bestehend aus einem luftdichten Stoffe, welcher so lang und
breit ist, als die vier Wandungen, welche hier in Betracht kommen (im 18 cm Länge auf
24 cm Breite). Die eine lange Seite wird mit einer Coulisse versehen, in welcher eine Schnur
läuft, die beiden kurzen Seiten werden zusammengenäht und die andere lange Seite an die
Stirne der vier Seitenwandungen des Cameraraumes festgenagelt.
Schon vorher wurde die Coulissenseite mit einem bogenförmigen (das Objectiv als Mittelpunkt)
Ausschnitte versehen, dem die Coulisse , nunmehr folgt. Schlägt man nun beim Einpacken
das Tuch in das Innere, so hat der Plüschüberzug damit nach allen Seiten eine
Schutzdecke; wird dagegen gearbeitet, das Objectivbrett vorgeschoben, das Objectiv daran
befestigt, und wird die Coulisse und damit das Tuch zusammengezogen, so bildet das Objectiv
die Mitte des Verschlusses, Um ungestört zu der Blende gelangen zu können, wird die Coulisse
hinter derselben mittelst der Schnur befestigt. Auf diese Weise ist es absolut unmöglich,
dafs auf diesem Wege Licht in den Cameraraum eindringt.
Der ganze Koffer mit allen daran befestigten Theilen erreicht nicht das Gewicht von 6 kg,
was daher kommt, dafs alle Wandungen nur aus Rahmenwerk bestehen, deren Zwischenräume
mittelst gut gespannter grauer Leinewand und darunterliegendem gelben oder schwarzen
Tuch verdeckt sind. Der Boden des Laboratoriums ist aufserdem noch innen mit Wachstuch
überzogen, das die Zahnstange und den Trieb vor Verunreinigung mit Silber schützt, auch
das Licht hindert, in die Camera, der Leitung der Zahnstange folgend, einzudringen.
Nur die Wandungen der Camera (vorderer Packraum) sind aus massiven Holzwandungen
hergestellt. Als Material wurde seiner Leichtigkeit und Dauerhaftigkeit wegen Mahagoniholz
gewählt (1 qcm V2 g) . . . . . . 6,000 kg
Hierzu kommen noch:
Die Silberschale mit Deckel . . 1,500 kg
Latus 7,500 kg Transport 7,300 kg
ferner: :
1. die nöthigen Beschläge der Holztheile . . . . . . . 1,000 kg
2. die mit Flüssigkeiten gefüllten diversen Flaschen . . . . 3,830 kg
3. das Chemiealienkästchen mit
Inhalt . . . . . ... 0,500 kg
4. das Wasserreservoir (leer) nebst Gummischlauch und Verschlufs 2,000 kg
5. der .Plattenkasten mit zwölf Platten (18 V2 auf 22V2 cm) . 1,500 kg
6. die Utensilienkasten . . . 0,500 kg Gesammtgewicht beim nassen Verfahren
16,830 kg
was zum Handtransport nicht zu schwer ist.
.Noch vortheilhafter gestalten sich die Gewichtsverhältnisse
beim Trockenverfahren:
In diesem Falle gestatten die disponiblen beiden Packräume
5 Plattenkasten ä 1 Dtzd. Platten
18V2 auf 22V2 cm.. . . . 7,500kg
3 Plattenkasten ä 1 Dtzd. Platten
18 auf 16 cm . . . . . 3,750 kg unterzubringen;
dazu noch die Holztheile und
Beschläge . 7,000 kg
Gesammtgewicht beim Trocken-Verfahren 18,250 kg
Bei Stereoskopaufnahmen genügt eine kleinere Construction meiner »mobilen Photographie-Einrichtung«,
welche sich nach Abänderung des Objectivbrettes für ein Doppelobjectiv und der
Cassette hierfür vorzüglich eignet.
Claims (14)
1. Die ganze Anordnung des Apparates in kleinerer oder gröfserer Form.
2. Die hierbei nöthige und angewendete Flaschenversicherung.
3. Das Zusammenhängen aller einzelnen Theile des Kastens und seiner inneren Einrichtung.
4. Die Herstellung zweier besonderer Kammern mittelst des Gestelles, von dem eine
als Camera obscura dient, die andere zum Laboriren.
5. Anbringung des Laborantentuches, ohne Belästigung des Laboranten.
6. Anordnung des Tuches an dem Laborirraum.
7. Einrichtung des Statifs als Spazierstock und zum Statifgebrauch. . .
8. Die Einrichtung des Laborirraumes im Innern.
9. Construction der Cassette;
10. Anordnung der Spülvorrichtung.
11. Einrichtung des Plattenkastens.
12. Wasserreservoir.
13. Verschlufsvorrichtung für das Gummirohr am Wasserreservoir.
14. Schirm für die Camera obscura.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3560C true DE3560C (de) |
Family
ID=282531
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT3560D Active DE3560C (de) | Mobile Photographie-Einrichtung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3560C (de) |
-
0
- DE DENDAT3560D patent/DE3560C/de active Active
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