DE3540280C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Umwandlung eines
fluorhaltigen Hochpolymeren, beispielsweise von Polytetrafluorethylen,
in ein wachsähnliches Polymeres mit niedrigem Molekulargewicht
wie es in den Ansprüchen näher beschrieben ist.
Polymere und Copolymere mit relativ niedrigem Molekulargewicht
von einigen fluorhaltigen, organischen Verbindungen sind für
ihre ausgezeichneten Schmiereigenschaften und ihre charakteristisch
niedrige Oberflächenenergie bekannt und werden daher
weit verbreitet als Schmiermittel, Trennmittel, usw. verwendet.
Insbesondere ist Polytetrafluorethylen (PTFE) mit niedrigem
Molekulargewicht handelsüblich und wird als Tetrafluorethylenwachs
oder TFE-Wachs bezeichnet.
Eine wohlbekannte und industriell angewandte Verfahrensweise
zur Herstellung von TFE-Wachs ist die Telemerisation von TFE.
Diese Verfahrensweise weist jedoch zahlreiche Probleme auf,
die nur schwierig zufriedenstellend gelöst werden können.
Wenn beispielsweise eine Verbindung als Telogen ebenfalls
als Reaktionsmedium eingesetzt wird, sind sehr komplexe Arbeitsweisen
erforderlich, um die Reaktionsbedingungen zu
steuern und auch um das Molekulargewicht des Produktes zu
kontrollieren. Darüber hinaus sind die Abtrennung des Monomeren
und des Telogens von dem Telomern nicht einfach durchzuführen.
Bei Verwendung eines wäßrigen Reaktionsmediums
liegen größere Probleme in der unzureichenden thermischen
Stabilität des synthetisierten Wachses und der Schwierigkeit
der Abrennung von nichtumgesetztem Monomeren von dem Telomeren.
Ein anderer Weg zur Gewinnung von TFE-Wachs besteht in der
Herabsetzung des Molekulargewichtes von PTFE durch kontrollierte
thermische Zersetzung. Gemäß den bereits gemachten Vorschlägen
zu diesem Zweck wird PTFE termisch in dem gewünschten Ausmaß
in Anwesenheit einer katalytisch wirkenden Substanz wie Silizium,
Aluminium, Magnesium oder Graphit, oder in Anwesenheit
einer Art von Abbaupromotor wie Luft, Sauerstoff, Schwefeldioxid
oder Stickstoffmonoxid, oder in einem geschmolzenen
Salz wie Kalium- oder Natriumnitrat, abgebaut. Ein bei solchen
Verfahren zur thermischen Zersetzung auftretendes Problem
ist die Bildung von schädlichen Gasen, deren Beseitigung bei
der industriellen Durchführung sehr mühsam ist. Ein anderes
Problem liegt darin, daß die Qualität des Produktes unweigerlich
variiert, wenn PTFE-Abfall als Ausgangsmaterial aus Gründen
der Kosten für PTFE eingesetzt wird.
In neuerer Zeit wurde die Entwicklung der gesteuerten Zersetzung
von PTFE durch Strahlung wie Röntgenstrahlung oder
Gammastrahlung in Angriff genommen. Unter industriellen Gesichtspunkten
ist die Verwendung einer Strahlung jedoch im
allgemeinen nicht erwünscht, da sie mühselig und üblicherweise
auch kostspielig ist und behörtlich genehmigte Anlagen erfordert.
Aus der GB 7 61 053 ist die thermische Krackung von Fluorpolymeren
mit gasförmigem Chlortrifluorid bekannt. Bei Verwendung
einer solchen gasförmigen Interhalogenverbindung
wie ClF₃ oder auch BrF₃ kann das erhaltene Polymere mit
niedrigem Molekulargewicht jedoch als Folge des möglichen
Einbaues von Cl oder Br keine guten Eigenschaften hinsichtlich
seiner Stabilität mehr besitzen. Weiterhin ist aus
der GB-PS 15 42 813 die Behandlung eines Copolymeren aus
Vinylidenfluorid und Chlortrifluorethylen mit XeF₂ bei einer
Temperatur unterhalb von 180°C zum Zweck der Stabilisierung
des Copolymeren durch Einführung von C-F-Bindungen bekannt.
Weiterhin kann bei alleiniger Verwendung von Fluorgas das
Fluorpolymere unter Flammenerscheinung reagieren, was eine
Umwandlung des größten Anteiles des Fluorpolymeren in gasförmige
Perfluorkohlenstoffe wie CF₄, C₂F₆, C₃F₈, C₄F₁₀, etc.
ergibt.
Es wurde nun gefunden, daß bei Verwendung entweder einer
Mischung aus gasförmigem F₂ und N₂ oder einer gasförmigen
Stickstofffluorverbindungen, wie z. B. NF₃, die Nachteile von
Verfahrensweisen des Standes der Technik zum Abbau von fluorhaltigen
Hochpolymeren zu Polymeren mit niedrigerem Molekulargewicht
vermieden werden können.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Bereitstellung
eines Verfahrens zur einfachen und wirksamen Umwandlung
eines fluorhaltigen Hochpolymeren wie beispielsweise PTFE
oder eines Copolymeren von TFE, in ein Polymeres mit niedrigem
Molekulargewicht, welches als Wachs eines Fluorpolymeren
brauchbar ist.
Zur Lösung dieser Aufgabe dient das erfindungsgemäße Verfahren
zur Umwandlung eines fluorhaltigen Hochpolymeren
in ein Polymeres mit niedrigerem Molekulargewicht unter
Durchführung einer Kontaktreaktion mit einem wenigstens
ein Fluorquellenmaterial enthaltenden Gas bei einer Temperatur
im Bereich von etwa 250°C bis etwa 550°C, das dadurch
gekennzeichnet ist, daß als gasförmiges Fluorquellenmaterial
entweder eine Mischung aus Fluor und Stickstoffgas oder
eine binäre Verbindung aus Fluor und Stickstoff verwendet
wird.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren stellt das Material für
die Fluorquelle Fluorradikale zur Verfügung, welche auf das
fluorhaltige Hochpolymere unter Trennung der Hauptkette des
Hochpolymeren einwirken. Weiterhin kuppelt das Fluorradikal
mit den endständigen Radikalen der zerschnittenen Polymerketten.
Daher weisen die nach dem erfindungsgmäßen Verfahren
erhaltenen Polymeren mit niedrigerem Molekulargewicht im allgemeinen
-CF₃-Gruppen an den Enden auf und sind daher sehr
stabil.
Einer der Vorteile der Verwendung eines starken Fluorierungsmittels
bei dem erfindungsgemäßen Verfahren liegt darin, daß
die Reaktion nur geringe Mengen an Nebenprodukten bildet,
wobei dies sicher und bequem zu handhabende, gasförmige Verbindungen
sind. Die Nebenprodukte schließen üblicherweise
Fluorkohlenstoffe mit niedriger Anzahl von Kohlenstoffatomen
wie CF₄, C₂F₆ und C₃F₈ ein.
Da
freier Kohlenstoff bei der Reaktion nicht freigesetzt wird,
wird ein reines, weißes Produkt erhalten.
Das durchschnittliche Molekulargewicht eines nach dem erfindungsgemäßen
Verfahren hergestellten Polymeren mit niedrigerem
Molekulargewicht ist in einem weiten Bereich von 10⁵ bis 10³
variabel und kann willkürlich durch Regelung der Reaktionsbedingungen
gesteuert werden. Im allgemeinen wird das Molekulargewicht
des erhaltenen Produktes umso geringer, je stärker
die Korngröße oder Teilchengröße des als Ausgangsmaterial
verwendeten Hochpolymeren herabgesetzt wird und je stärker
die Menge an Fluorierungsmittel gesteigert wird, die Reaktionstemperatur
höher gewählt wird und die Reaktionszeit ausgedehnt
wird. Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens
liegt darin, daß das gewünschte Polymere mit niedrigem Molekulargewicht
mit sehr hohen Ausbeuten erhalten wird.
Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren ist die Herstellung von
wachsähnlichen Polymeren mit niedrigem Molekulargewicht möglich,
welche einfach zu pulverisieren sind. In zahlreichen
Fällen ist es möglich, die Verminderung der Größe auf eine
mittlere Teilchengröße von etwa 100 µm in gewöhnlichen Kugelmühlen
oder Hammermühlen und auf eine mittlere Teilchengröße
von 10-0,1 µm durch Verwendung von Jetmühlen zu erreichen.
Im folgenden werden bevorzugte Ausführungsformen des Verfahrens
näher beschrieben.
Die bei dem erfindungsgemäßen Verfahren eingesetzten fluorhaltigen
Hochpolymere sind nicht notwendigerweise beschränkt.
Im Hinblick auf den Stand der Technik sind typische Beispiele
PTFE, Copolymere von Tetrafluorethylen (TFE) und Hexafluorpropylen
(HFP), Copolymere von TFE und Perfluoralkoxyethylen
(PFA), Copolymere von Ethylen und TFE, Polychlortrilfuorethylen
(PCTFE), Poly-(vinylidenfluorid) und Poly-(vinylfluorid).
Die Hochpolymeren können der Reaktion in beliebiger Form unterworfen
werden, es können nicht nur Pulver, sondern auch Pellets,
Folien bzw. Platten und unregelmäßig geformte Abfälle eingesetzt
werden. Weiterhin ist es möglich, ein Hochpolymerharz
einzusetzen, das einen Füllstoff enthält.
Das bei der Erfindung eingesetzte Fluorierungsmittel kann entweder eine Mischung
aus Fluor und Stickstoffgas oder eine binäre Verbindung auf Fluor und Stickstoff
sein. Beispiele
für binäre Verbindungen von Fluor und Stickstoff sind
Stickstoffdifluorid NF₂, Stickstofftrifluorid NF₃, Tetrafluorhydrazin
N₂F₄, Difluordiazin N₂F₄ und Fluorazin N₃F. Unter
diesen Fluorstickstoffverbindungen ist NF₃ (F. = -206,8°C;
K. = -129,1°C) für die praktische Anwendung sehr geeignet,
da diese Verbindung ein farbloses und stabiles Gas bei Zimmertemperatur
ist und leicht Fluorradikale bei Temperaturen oberhalb
von etwa 300°C liefert.
Die Menge des Fluorierungsmittels relativ zu dem fluorhaltigen
Hochpolymeren ist in einem sehr breiten Bereich möglich.
Im allgemeinen beträgt die Minimalmenge an Fluorierungsmittel,
welche zur Behandlung von 100 Gew.-Teilen eines fluorhaltigen
Hochpolymeren erforderlich ist, 0,01 Gew.-Teile, berechnet
als F. Die Verwendung oder die Anwesenheit eines Überschusses
des Fluorierungsmittels stellt kein schwieriges Problem
dar, da der überschüssige Anteil nicht umgesetzt zurückbleibt
und einfach wiedergewonnen werden kann. Aus praktischen Gesichtspunkten
ist es jedoch vorteilhaft, nicht mehr als etwa
10 Gew.-Teile F auf 100 Gew.-Teile eines fluorhaltigen Hochpolymeren
einzusetzen.
Das erfindungsgemäße Verfahren kann in einem Reaktor eines
beliebigen Typs ausgeführt werden, sofern der Reaktor für
die Kontaktreaktion Gas/Feststoff geeignet ist. Beispielsweise
ist die Verwendung eines Reaktors vom Typ mit zwangsweiser
Gasrezirkulation, der mit zahlreichen Stufen von Reaktionsplatten
oder -trögen versehen ist, oder ein Reaktor vom Wirbelbett-
Typ im Hinblick auf die Wirksamkeit des Kontaktes Gas/
Feststoff sehr geeignet. Der Gasdruck im Reaktionssystem kann
erhöht werden, um die Reaktionsrate zu verbessern, jedoch
schreitet die Reaktion beim erfindungsgemäßen Verfahren mit
einer praktisch ausreichend hohen Rate bzw. Geschwindigkeit
selbst bei atmosphärischem Druck fort. Es ist möglich, die binäre
Verbindung aus Stickstoff und Fluor in ihrer praktisch reinen
Form in Kontakt mit einem ausgewählten fluorhaltigen Hochpolymeren
zu bringen. In zahlreichen Fällen ist es bei der Durchführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens jedoch günstiger,
das Fluorierungsmittel mit einem inaktiven Gas wie beispielsweise
Stickstoff, Argon, Helium oder Kohlenstofftetrachlorid
zu verdünnen.
Die Erfindung wird anhand der folgenden Beispiele näher erläutert.
Eine PTFE-Platte mit einer Stärke von 3 mm (hergestellt durch
Sinterformen) wurde in quadratische Stücke von 5 mm geschnitten,
und 500 g der PTFE-Stücke wurden in einen 20 l Reaktor,
der aus Nickel hergestellt und mit einer Heizeinrichtung und
einem Gebläse für die Zwangsumwälzung der gasförmigen Reaktionsteilnehmer
ausgerüstet war eingefüllt. Zu Beginn wurde der Reaktor mit
Stickstoffgas gefüllt, und die Temperatur im Reaktor wurde
auf 440°C gesteigert. Dann wurde ein Teil des Stickstoffgases
durch Anlegen einer Vakuumpumpe herausgepumpt, und 3 g F₂-Gas
wurden in den Reaktor zum Starten der Reaktion eingeführt.
Zu diesem Zeitpunkt betrug die Konzentration an F₂ in dem
Mischgas im Reaktor 23% und der Gasdruck betrug 0,981 bar
(1 atm). Die Temperatur im Reaktor wurde auf etwa 440°C gehalten,
und das Gebläse wurde fortwährend betrieben. Unter diesen
Bedingungen wurde die Reaktion für 2 h fortgeführt.
Das Ergebnis war, daß das F₂-Gas hauptsächlich bei der Spaltung
der Molekülkette des PTFE unter Bildung geringer Mengen
von CF₄, C₂F₆ und C₃F₈ als gasförmige Nebenprodukte verbraucht
wurde, wobei die festen PTFE-Stücke in eine Schmelze eines
schneeweißen Wachses mit einem Gewicht von 498 g umgewandelt
wurden. Die Ausbeute an festem Produkt betrug daher 99,6%.
Dieses Wachs besaß einen Schmelzpunkt von 305°C und das Molekulargewicht
dieses Wachses berechnete sich zu 4600 aus der
folgenden Beziehung zwischen dem Schmelzpunkt (T m ) und dem
Molekulargewicht (MW) entsprechend den Angaben in der US-Patentschrift
30 67 262:
Nach einer vorangegangenen Behandlung zur Größenverkleinerung
war es möglich, das Wachs in einer Jetmühle zu feinen
Teilchen mit einer mittleren Teilchengröße von etwa 5 µm zu
pulverisieren.
632 g der in Beispiel genannten PTFE-Teilchen wurden in den
in Beispiel 1 eingesetzten Reaktor eingefüllt. Nach den in
Beispiel 1 beschriebenen, anfänglichen Behandlungen wurden
8 g NF₃-Gas in den Reaktor, der mit Stickstoffgas gefüllt
und auf 440°C erhitzt worden war, eingeführt. Zu Reaktionsbeginn
lag die NF₃-Konzentration in dem Mischgas im Reaktor
bei 33% und der Gasdruck betrug 0,981 bar (1 atm). Die Reaktion
wurde für 2 h bei etwa 440°C unter kontinuierlichem Betrieb
des Gebläses durchgeführt.
Das Ergebnis war, daß das NF₃-Gas hauptsächlich bei der Spaltung
der Molekülkette des PTFE unter Bildung geringer Mengen
von CF₄, C₂F₆ und C₃F₈ als gasförmige Nebenprodukte verbraucht
wurde, und die festen PTFE-Teilchen wandelten sich in eine
Schmelze eines schneeweißen Wachses mit einem Gewicht von
626 g um. Daher betrug die Ausbeute an festem Produkt 99%.
Dieses Wachs besaß einen Schmelzpunkt von 300°C und sein Molekulargewicht
lag bei 3700 nach der in Beispiel 1 angegebenen
Berechnung. Nach einer vorangegangenen Behandlung zur Größenverminderung
wurde das Wachs in einer Jetmühle zu feinen Teilchen
mit einer mittleren Teilchengröße von etwa 5 µm pulverisiert.
Anstelle der in den zuvor angegebenen Beispielen verwendeten
PTFE-Teilchen wurden 632 g eines PTFE-Pulvers für die Formverarbeitung
der Reaktion mit 24 g NF₃ nach der in Beispiel 2
beschriebenen Arbeitsweise mit der Ausnahme unterzogen, daß
die Reaktionstemperatur auf 400°C erniedriegt und die Reaktionszeit
auf 16 h verlängert wurden.
Das Ergebnis waren 629 g (Ausbeute = 99,5%) eines PTFE in
Form eines Wachses mit niedrigem Molekulargewicht. Geringe
Menge an als Nebenprodukt angefallenem CF₄, C₂F₆ und C₃F₈
waren in dem aus dem Reaktor gewonnenen Stickstoffgas enthalten.
Das Wachs besaß einen Schmelzpunkt von 318°C und ein
Durchschnittsmolekulargewicht von 11 700. Es war möglich, diesen
Wachs zu feinen Teilchen mit einer mittleren Teilchengröße
von etwa 7 µm zu pulverisieren.
Nach derselben Methode wie in Beispiel 3 wurden 50 g des in
Beispiel 3 genannten PTFE-Pulvers der Reaktion mit 1 g N₂F₄
bei 400°C während 10 h unterworfen.
Als Ergebnis wurden 49,5 g (Ausbeute = 99%) eines PTFE mit
niedrigem Molekulargewicht in Wachsform erhalten, und kleine
Mengen von als Nebenprodukt angefallenem CF₄, C₂F₆ und C₃F₈
waren in dem aus dem Reaktor gewonnenen Stickstoffgas enthalten.
Dieses Wachs besaß einen Schmelzpunkt von 310°C und ein
Durchschnittsmolekulargewicht von 6100. Das Wachs konnte leicht
zu feinen Teilchen zerkleinert bzw. pulverisiert werden.
Eine TFE/HEP-Copolymerplatte mit einer Stärke von 3 mm wurde
in quadratische Stücke von 5 mm geschnitten. Nach derselben
Arbeitsweise wie in Beispiel 1 wurden 620 g der TFE/HFP-Stücke
der Reaktion mit 8 g NF₃ bei 420°C für 3 h unterzogen.
Als Ergebnis wurden 615 g (Ausbeute = 99,2%) eines Copolymeren
mit niedrigem Molekulargewicht in Form eines Wachses
erhalten. In diesem Fall waren die gasförmigen Nebenprodukte
geringen Mengen an CF₄, C₂F₆ und C₃F₈. Dieses Wachs besaß einen
Schmelzpunkt von 244°C und konnte leicht pulverisiert werden.
Nach derselben Arbeitsweise wurden 360 g an TFE/PFA-Copolymerpellets
(3 mm Durchmesser und 5 mm Länge) der Reaktion
mit 8 g NF₃ bei 450°C für 2 h unterworfen.
Die TFE/PFA-Copolymerpellets wandelten sich in ein Wachs mit
einem Gewicht von 620 g (Ausbeute = 98,4%) um, und es wurden
geringe Mengen an CF₄, C₂F₆ und C₃F₈ als gasförmige Nebenprodukte
gebildet. Das Wachs besaß einen Schmelzpunkt von 253°C
und konnte leicht pulverisiert werden.
Nach derselben Arbeitsweise wurden 500 g
PCTFE-Stücke der Reaktion mit 8 g NF₃-Gas bei 400°C
für 2 h unterworfen, wobei die PCTFE-Stücke aus 10 mm langen Stücken
eines Rohres mit einem äußeren Durchmesser von 10 mm bestanden.
In diesem Fall wurden 450 g (Ausbeute = 90%) an PCTFE-Wachs
mit niedrigem Molekulargewicht erhalten, während geringe Mengen
an CF₄, C₂F₆ und CF₃Cl als gasförmige Nebenprodukte gebildet
wurden. Das Wachs besaß eine Schmelzpunkt von 240°C und
konnte leicht pulverisiert werden.
Claims (4)
1. Verfahren zur Umwandlung eines fluorhaltigen Hochpolymeren
in ein Polymeres mit niedrigerem Molekulargewicht unter
Durchführung einer Kontaktreaktion mit einem wenigstens
ein Fluorquellenmaterial enthaltenden Gas bei einer Temperatur
im Bereich von etwa 250°C bis etwa 550°C, dadurch
gekennzeichnet, daß als gasförmiges Fluorquellenmaterial
entweder eine Mischung aus Fluor und Stickstoffgas oder
eine binäre Verbindung aus Fluor und Stickstoff verwendet
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als
binäre Verbindung aus Fluor und Stickstoff NF₂, NF₃, N₂F₂,
N₂F₄ oder N₃F verwendet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es
bei einer Temperatur im Bereich von 350 bis 500°C durchgeführt
wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
als fluorhaltiges Hochpolymeres Polytetrafluorethylen,
Polychlortrifluorethylen, Poly-(vinylidenfluorid), Poly-
(vinylfluorid), Copolymere von Tetrafluorethylen und
Hexafluorpropylen, Copolymere von Tetrafluorethylen
und Perfluoralkoxyethylen oder Copolymere von Ethylen
und Tetrafluorethylen eingesetzt werden.
Applications Claiming Priority (2)
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