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Waffensystem mit einer fahrzeuggebundenen
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Vorderladerwaffe Die Erfindung betrifft ein Waffensystem, bestehend
im wesentlichen aus einem vorzugsweise gepanzerten Fahrzeug und einer an dieses
Fahrzeug gebundenen Vorderladerwaffe, die zum Laden eine Ladeschwinge aus einem
Gestänge aufweist, das im Bereich seines unteren Endes um eine Schwenkachse bewegbar
angeordnet ist und im vorderen Bereich einen Geschoßhalter mit einer lösbaren Klemmeinrichtung
für die Munition besitzt, dessen Längsachse in der Übergabestellung der Munition
mit der Seelenachse des Waffenrohres fluchtet.
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Ein Waffensystem mit einem fahrzeuggebundenen Mörser der vorgenannten
Art ist aus der DE-OS 31 21 998 bekannt.
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Dabei ist das Waffensystem an einem Überhang im Heckbereich des Fahrzeugs
vorgesehen, an welchem der Mörser eine entsprechende Öffnung aus einer Fahrstellung
in eine Feuerstellung gesenkt werden kann. Ein Gestänge einer Ladeschwinge ist um
die untere Gelenkkugel des Mörsers schwenkbar gelagert und nimmt in seinem oberen
Endbereich einen Geschoßhalter mit einer Klemmvorrichtung für die Munition auf.
Es erweist sich bei diesem Waffensystem als nachteilig, daß der Mörser außerhalb
des gepanzerten Fahrzeuges angebracht ist und jeweils von eine Fahr- in eine Feuerstellung
abgesenkt werden muß, um im Bedarfsfalle einsatzbereit zu sein. Dies ist zeitaufwendig
und kann im Ernstfalle zu großen Schwierigkeiten hinsichtlich der Beweglichkeit
des Panzerfahrzeuges und der Feuerbereitstellung führen. Dies außen an dem Panzerfahrzeug
angebrachte Rohrwaffe kann ferner nicht ausreichend gegen Fremdbeschuß gesichert
werden, was gegebenenfalls zu einer Beeinträchtigung der Kampfkraft führen kann.
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Es ist deshalb Aufgabe der Erfindung, ein Waffensystem der eingangs
genannten Art zu schaffen, bei welchem sowohl die Waffe als auch die Munition im
vollen Panzerschutz untergebracht sind und dennoch für das Laden der Waffe im Inneren
des gepanzerten Fahrzeuges kein zusätzlicher Raum benötigt wird.
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Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß die Vorderladerwaffe
bis auf den Mündungsbereich des Waffenrohres im gepanzerten Fahrzeug untergebracht
und um eine Schwenkachse im Durchgang des Panzergehäuses um die Elevationsachse
bewegbar ist, daß die Schwenkachse des Gestänges der Ladeschwinge in der Schwenkachse
des Waffenrohres oder außerhalb des gepanzerten Fahrzeuges vor der Schwenkachse
des Waffenrohres liegt und daß der Geschoßhalter durch eine verschließbare Öffnung
des Panzergehäuses in das Innere des Fahrzeuges in eine Munitionsaufnahmeposition
schwenkbar ist.
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Von besonderem Vorteil bei dieser Erfindung ist es, daß die Insassen
des Fahrzeuges und auch die gesamten Inneneinrichtungen, zu denen auch das Waffenrohr
und die Munition gehören, trotz des nach außen ragenden Waffenrohres der Vorderladerwaffe
einen optimalen Panzerschutz genießen. Der Schwenkpunkt für die Höhenverstellung
der Vorderladerwaffe befindet sich in einer Schwenkachse im Panzergehäuse.
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An gleicher Stelle befindet sich die Schwenkachse für das Gestänge
der Ladeschwinge. Aus dem Panzergehäuse ragt gemäß dieser vorliegenden Erfindung
allein die Mündung des Waffenrohres und das Gestänge der Ladeschwinge mit dem Geschoßhalter
heraus, der außerdem durch die Öffnung hinter dem Waffenrohr ebenfalls in das Innere
des Panzergehäuses einschwenkbar ist.
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In erfindungsgemäßer Ausbildung kann das Gestänge der Ladeschwinge
in der Schwenkachse des Waffenrohres um einen Bolzen bewegbar sein und den Geschoßhalter
in seinem vorderen Bereich derart aufnehmen, daß dieser im wesentlichen parallel
zu seiner Längsachse durch die Öffnung hinter dem Waffenrohr tritt, welche durch
eine Klappe oder Abdeckung verschließbar ist, die durch die Durchtrittsbewegung
des Geschoßhalters auf- und zuklappbar ist.
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Dabei kann die'Klappe aus zwei Flügeln gebildet sein, die im Querschnitt
winkelförmig gestaltet sind und im Schnittpunkt ihrer beiden rechtwinklig zueinanderstehenden
Schenkel um eine Schwenkachse bis gegen einen Endanschlag um etwa 90° synchron hin-
und herbewegbar sein, so daß in jeder Endstellung zwei Schenkel in im wesentlichen
paralleler Verlängerung des Panzergehäuses mit ihren Stirnenden aneinanderstoßen.
Zumindest die Schenkel eines Flügels können ferner stirnseitig mit einer Dichtung
versehen sein. Zur besseren Aufnahme des rohrförmigen Geschoßhalters können die
Innenflächen der Schenkel kreisbogenförmig mit einem Radius gestaltet sein, der
im wesentlichen dem Außenradius des Geschoßhalters entspricht.
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Die Anbringung der Schwenkachse des Gestänges in der Schwenkachse
des Waffenrohres hat den Vorteil, daß die Vorderladerwaffe in jeder Position durch
die Ladeschwinge mit Munition geladen werden kann.
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Die Öffnung hinter der Vorderladerwaffe wird durch die besondere Ausgestaltung
der zweiflügeligen Abdeckung jeweils automatisch beim Hindurchgehen des Geschoßhalters
verschlossen. Dies bedeutet, daß die Öffnung sowohl verschlossen ist, wenn der Geschoßhalter
im Panzergehäuse mit Munition gefüllt wird als auch dann, wenn er zur Mündung des
Waffenrohres geschwenkt ist, um dort die aufgenommene Munition zu übergeben.
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Die Öffnung in dem Panzergehäuse für den Durchtritt des Geschoßhalters
kann dadurch verkleinert werden, daß entsprechend der weiteren Ausbildung der Erfindung
das Gestänge der Ladeschwinge aus zwei parallelen Armen besteht, die vor der Schwenkachse
des Waffenrohres mit zwei Drehpunkten in Parallelogrammführung angelenkt sind und
mit ihren freien Enden an zwei Drehpunkten einen Geschoßhalter derart aufnehmen,
daß dieser im wesentlichen senkrecht zu seiner Längsachse durch die Öffnung hinter
dem Waffenrohr tritt, welche durch eine Abdeckung verschließbar ist, die durch die
Durchtrittsbewegung des Geschoßhalters auf- und zuklappbar ist. Hier kann die Abdeckung
eine an der Innenwand des Panzergehäuses schwenkbar angelegte einfache Klappe sein.
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Die Abdeckung kann ferner aus einer abbiegsamen elastischen Formscheibe
aus Kunststoff gebildet sein.
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Durch diese erfinderischen Merkmale wird der Geschoßhalter in einer
Position im wesentlichen parallel zum Waffenrohr geladen, während er mit seinem
unteren Ende durch die Öffnung im Panzergehäuse in das Innere des gepanzerten Fahrzeuges
hineinragt. Die Parallelogrammanordnung des Gestänges erlaubt das Überschwenken
des Geschoßhalters bis vor die Waffenmündung in immer paralleler Ausrichtung zum
Waffenrohr.
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In der Zeichnung ist die Erfindung an Beispielen dargestellt.
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Es zeigen: Fig. 1 das Waffensystem mit Vorderladerwaffe im gepanzerten
Fahrzeug im Schnitt; Fig. 2 die erfinderische Abdeckung der Durchtrittsöffnung des
Geschoßhalters; Fig. 3 eine Draufsicht auf die Panzerkuppel; Fig. 4 die Vorderladerwaffe
mit einem Gestänge einer Ladeschwinge aus zwei parallel geführten Armen im Schnitt;
Fig. 5 eine Abdeckung der Durchtrittsöffnung für den Geschoßhalter aus elastischem
Material.
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Das gepanzerte Fahrzeug 1 ist in Fig. 1 teilweise im Schnitt vereinfacht
dargestellt. Dabei bildet 2 das Panzergehäuse der Turmkuppel.
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In einer vorderen Öffnung des Panzergehäuses ist eine Schwenkachse
3 eingesetzt, um welche die Vorderladerwaffe 4, die sich bodenseitig auf einer kreisförmigen
Schiene 5 abstützt, bewegbar ist.
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Auf der Schwenkachse 3 der Vorderladerwaffe 4 ist ferner die
Schwenkachse
6 in Form eines Bolzens angeordnet, um die das Gestänge 7 der Ladeschwinge 8 für
den Geschoßhalter 9 bewegbar angeordnet ist. Das Gestänge 7 der Ladeschwinge 8 ragt
von der Schwenkachse 6 der Vorderladerwaffe 4 nach hinten und nimmt dort in einem
abgewinkelten Endbereich 10 den Geschoßhalter 9 auf. Der Geschoßhalter 9 weist bodenseitig
eine Klinke 11 auf, wodurch die Munition 12 aus dem Geschoßhalter ausgelöst und
in das Waffenrohr 13 der Vorderladerwaffe übergeben werden kann. Der Schwenkbereich
des Gestänges 7 mit dem Geschoßhalter 9 ist durch Endanschläge derart begrenzt,
daß einmal die in Fig. 1 dargestellte Munitionsladeposition erreicht wird und zum
anderen eine in Abhängigkeit der Stellung des Waffenrohres gelegte Munitionsübergabeposition,
in welcher der Geschoßhalter 9 mit seiner Längsachse mit der Seelenachse des Waffenrohres
13 fluchtet. Die Munitionsaufnahmeposition befindet sich immer im Inneren des Panzergehäuses
2. Zu diesem Zweck ist das Gestänge 7 mit dem Geschoßhalter 9 durch eine Öffnung
14 des Panzergehäuses 2 bewegbar, welche durch eine Klappe oder Abdeckung 15 verschließbar
ist. Wie insbesondere aus Fig. 2 hervorgeht, besteht diese Klappe 15 aus zwei Flügeln
16 und 16.1, die im Querschnitt winkelförmig gestaltet sind. Im Schnittpunkt der
beiden rechtwinklig zueinander stehenden Schenkel 17 und 17.1 der Flügel 16 und
16.1 befindet sich eine Schwenkachse 18 und 18.1.
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Die Innenflächen 19 und 19.1 der Schenkel 17 und 17.1 sind kreisbogenförmig
mit einem Radius gestaltet, der im wesentlichen dem Radius zum Außendurchmesser
des rohrförmigen Geschoßhalters 9 entspricht. Die Stirnseiten 20 des einen Flügels
16.1 besitzen in Nuten eingesetzte Dichtungen 21. Beim Durchschwenkvorgang des Geschoßhalters
9 durch die Öffnung 14 des Panzergehäuses 2 trifft der Geschoßhalter 9 auf die zwei
aufeinander zugerichteten Schenkel 17 und 17.1 der Flügel 16 und 16.1. Bei weiterer
Bewegung des Geschoßhalters 9 in Richtung des Pfeiles 22 werden die Schenkel 17
und 17.1 nach unten weggeschwenkt, während gleichzeitig die senkrecht aufstehenden
Schenkel hinter den Geschoßhalter 9 greifen
und in der waagerechten
Lage nach einer 900-Schwenkung mit ihren Stirnseiten aneinanderstoßen. Damit ist
der Geschoßhalter 9 durch die Öffnung des Panzergehäuses 2 hindurchgetreten und
die Öffnung 14 durch die Klappe 15 wieder verschlossen. Bei Bewegung des Geschoßhalters
9 in die Gegenrichtung klappen die Schenkel 17 und 17.1 wieder um 900 in die Ausgangssituation
zurück, so daß die beiden anderen Schenkel mit ihren Stirnenden aneinanderstoßen
urd die Öffnung verschließen.
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Dieses Waffensystem erlaubt ein schnelles Laden der Vorderladerwaffe
ohne Gefährdung der Insasen im Panzerfahrzeug und ohne Gefähraung einer Beschädigung
der Waffeneinrichtungen. Der Aufwand ist technisch einfach und gering. Die einfache
und robuste Ausgestaltung der einzelnen Maschinenelemente gewährleistet die notwendige
Funktionssicherheit.
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in der Fig. 9 ist «viederum die Vorderladerwaffe 4 mit dem Waffenohr
13 dargestellt, welche durch eine Öffnung in den Panzergehäuse 2 der Turnkuppej
schwenkbar um eine Schwenkachse 6 gelagert ist.
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7 n diesem Ausführungsbeispiel besteht das Gestänge der Ladeschwinqe
8 aus zwei parallelen Armen 23, die vor der Schwenkachse 6 des Waffenrohres 13 mit
zwei Drehpunkten 24 in Parallelogrammführung angelenkt sind. Mit ihren freien Enden
sind die Arme 23 wiederum parallel an zwei Drehpunkten 25 des Geschoßhalters 9 angebunden.
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Der Geschoßhalter 9 befindet sich bei diesem Ausführungsbeispiel von
der Munitionsaufnahmeposition bis zur Übergabeposition immer in paralleler Anordnung
zum Waffenrohr 13. Da aufgrund dieser Anordnung des Geschoßhalters ein Durchtritt
durch das Panzergehäuse 2 im wesentlichen senkrecht zur Längsachse des Geschoßhalters
9 t rfolgt, ist die Durchtrittsöffnung 26 relativ klein gehalten.
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Eine von unten an die Öffnung angelenkte Klappe 27 ist durch den Geschoßhalter
9 bei Einnahme der Munitionsaufnahmeposition aufklappbar. Diese Klappe 27 schwenkt
bei Überführung des Geschoßhalters 9 in die Übergabeposition zum Waffenrohr 13 in
die Ausgangslage unter
das Panzergehäuse 2 zurück und schließt
somit die Öffnung 26.
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Statt der an einem Gelenk 28 neben der Öffnung angesetzten Klappe
27 kann die Öffnung 26 auch durch eine elastische Formscheibe 29 verschließbar sein.
Bei Auftreffen des Geschoßhalters 9 von außen auf die inneren Zungen 30 der Formscheibe
29 werden diese Zungen nach unten weggedrickt, so daß der Geschoßhalter in das Innere
des Panzergehäuses hineinragen kann. Diese Zungen 30 federn in ihre Ausgangslage
zurück, wenn der Geschoßhalter 9 in die Übergabeposition zum Waffenrohr 13 geschwenkt
wird.
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