DE2918129C2 - Diskusförmiges Geschoß - Google Patents
Diskusförmiges GeschoßInfo
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Description
- Die Erfindung betrifft ein diskusförmiges Geschoß nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
- Ein gattungsgleiches Geschoß ist bekannt aus der DE-PS 3 16 276. Ein diskusförmiger Körper weist in seinem Innern einen quer zur kurzen Achse angeordneten, vorderendig geschlossenen rohrförmigen Adapter auf. In dessen Vorderbereich ist eine Treibkartusche mit einem Zündsatz angeordnet. Im innenseitigen Umfangsbereich des Geschosses ist ein Kanal vorgesehen, der außenseitig von Schaufelflächen begrenzt wird. In einem Endbereich des Kanals ist ein in den Kanal hinein wirkender Raketensatz angeordnet. Ferner sind parallel zur Längsachse des Adapters Gleitschienen vorgesehen. Im Bereich einer rückseitigen Öffnung des Adapters ist das Geschoß abgeflacht. Es wird mit dem Adapter über ein einen Schlagbolzen aufweisendes Stockgeschütz geschoben. Zum Abschuß wird der Schlagbolzen des Stockgeschützes betätigt und trifft dabei auf den Zündsatz der Treibkartusche. Die freiwerdenden Treibladungsgase beschleunigen das Geschoß quer zu seiner kurzen Achse, wobei es zunächst noch von am Stockgeschütz angeordneten Führungsschienen waagerecht geführt wird. Sobald das abgeflachte Ende des Geschosses das Stockgeschütz verlassen hat, wird der Raketensatz betätigt und der Bewegung quer zur kurzen Achse überlagert sich eine Rotation um letztere.
- Nachteilig an dem bekannten Geschoß ist mangels ausreichender Lagestabilisierung auf seiner Flugbahn eine geringe Treffwahrscheinlichkeit gegen kleinflächige Ziele.
- Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein gattungsgleiches Geschoß zu schaffen, das mit hoher Treffwahrscheinlichkeit gegen kleinflächige Ziele einsetzbar ist.
- Diese Aufgabe wird durch die im Kennzeichen des Patentanspruchs 1 angegebene Erfindung gelöst.
- Die Vorteile der Erfindung werden aus der nachfolgenden, ausführlichen Beschreibung eines in der Zeichnung dargestellten bevorzugten Ausführungsbeispiels augenfällig.
- Es zeigt jeweils in schematischer und vereinfachter Darstellung unter weitgehendem Verzicht auf erfindungsunwesentliche Einzelheiten
- Fig. 1 ein diskusförmiges Geschoß nach der Erfindung in Draufsicht, wobei zum besseren Verständnis Teile weggebrochen sind und
- Fig. 2 den Gegenstand nach Fig. 1 im Schnitt nach der Linie II-II.
- Ein Geschoß G weist einen Diskuskörper 1 mit einem Zentralkörper 13, ein Gabelstück 3 und einen Leitwerksträger 17 auf. Der Zentralkörper 13 mit einer zentralen Achse A ist im wesentlichen kreiszylindrisch gestaltet und oberseitig in einem Auge 9 eines Oberteils 5 und unterseitig in einem Auge 11 eines Unterteils 7 des Gabelstücks 3 befestigt. Er enthält einen Wirkteil W. In einem nicht näher dargestellten Lagerbereich 15 ist der Diskuskörper 1 um den Zentralkörper 13 drehbar gelagert. In einem Übergangsbereich 27 ist der Leitwerksträger 17 mit dem Gabelstück 3 verbunden. Zwischen einander benachbarten Enden des Ober- und Unterteils 5 und 7 ist ein Gasleitstück 29 mit Schrauben 28 befestigt. Das Gasleitstück 29 endet in einem dem Gabelstück 3 abgewandten Bereich in einem Ansatz 30, welcher umfangsseitig einem Rohr 19 des Leitwerksträgers 17 zur festen Aufnahme dient. Der Ansatz 30 ist konisch ausgedreht und weist eine Zentralbohrung 31 auf, an welche sich eine erste Abzweigung 33 und eine zweite Abzweigung 37 anschließen. Die Abzweigungen 33 und 37 münden bei 35 bzw. 41 in einen noch zu erörternden Reaktionsbereich 32. Ein Innenraum 23 des Rohres 19 verbindet eine heckseitige Öffnung 25 durchgängig mit der Zentralbohrung 31. Im Bereich der Öffnung 25 weist das Rohr 19 ausklappbare Stabilisierungsflügel 21 auf, welche das Leitwerk bilden.
- Der Diskuskörper 1 weist in seinem Umfangsbereich 43 in der Fig. 1 nur teilweise angedeutete Ausnehmungen 45 auf. Jeder dieser Ausnehmungen 45 ist eine jeweilige Schaufelfäche 47 zugeordnet. Im Reaktionsbereich 32 sind die Mündungen 35 und 41 senkrecht auf die betreffende, nächstliegende Schaufelfläche 47 gerichtet. Dabei verläuft die Abzweigung 33 entlang einer Geraden, während die Abzweigung 37 bei 39 umgelenkt wird. Der Wirkteil W enthält neben einer vollständigen Hohlladung 51 mit einer stachelbildenden Einlage 53 einen nicht dargestellten Überflugzünder. Die zentrale Achse A des Zentralkörpers 13 ist sowohl Rotationssymmetrieachse der Hohlladung 51 und der Einlage 53 wie auch polare Achse des Diskuskörpers 1. Der Diskuskörper 1 enthält nicht dargestellte Einrichtungen, unter anderem einen bekannten Überflugzünder mit einer zugehörigen Energiequelle.
- Wie bereits in der Einleitung erwähnt, wird das vorstehend beschriebene Geschoß aus einem rückstoßfreien Abschußrohr verschossen, welches, beispielsweise in Verbindung mit der Panzerfaust, hinlänglich bekannt ist und deshalb weder der zeichnerischen Darstellung noch der Beschreibung bedarf.
- Zum Abschuß wird das Geschoß G mit dem Leitwerksträger 17 in das erwähnte rückstoßfreie Abschußrohr eingeführt. Die Stabilisierungsflügel 21 sind auf nicht dargestellte Weise eingeklappt. Nach dem Betätigen einer Treibladung geschieht folgendes:
- Die entstehenden Treibgase erfüllen den Innenraum 23 des Rohres 19 und üben einen beschleunigenden Schub auf die Fläche 34 im Ansatz 30 des Gasleitstück 29 aus. Ein geringer Treibgasanteil strömt in die Zentralbohrung 31 und durch eine verjüngte gerade Fortsetzung 36. Er wirkt als Gaslager und entlastet das Gabelstück 3 von einem Teil der auftretenden Beschleunigungskräfte. Geringe Treibgasanteile strömen auch durch die Abzweigungen 33 und 37 und treffen nach Verlassen der zugehörigen Mündungen 35 und 41 im Reaktionsbereich auf jeweilige Schaufelflächen 47. Hierdurch wird der Diskuskörper 1 in Richtung eines Pfeils 49 in Rotation um die Achse A versetzt, wodurch das sich von dem Abschußrohr entfernende Geschoß G auf seiner Bahn eine gute Flug- und Lagestabilität erhält. Das Leitwerk mit den nach Verlassen des Abschußrohres in eine dargestellte Position ausgeklappten Stabilisierungsflügeln 21 sorgt für ausreichende Richtungsstabilität.
- Zum Abschuß wird die Anordnung so gehalten, daß der Diskuskörper 1 waagerecht liegt und die Achse A folglich senkrecht gerichtet ist. Am Abschußrohr kann ein Element angeordnet sein, welches eine Lagebstimmung in Verbindung mit einer senkrechten oder waagerechten Bezugskante oder dergleichen ermöglicht. Auch kann eine visierähnliche Einrichtung vorhanden sein, um das Geschoß auf seiner Bahn anzustellen oder auf unmittelbare Sicht abschließen zu können.
- Da die äußere Raumform der Oberseite des Geschosses derjenigen der Unterseite gleicht, kann das Geschoß bei waagerecht liegendem Diskuskörper 1 mit einem Wirkrichtungspfeil Z der Hohlladung 51 entweder nach unten oder nach oben zeigen; hierdurch wird das aerodynamische Verhalten nur bezüglich der Drehrichtung des Diskuskörpers 1 beeinflußt. Hieraus resultiert beim Einsatz des Geschosses gegen Panzer vorteilhafterweise, daß es sowohl gegen die Turm- oder Triebwerksabdeckung (Z nach unten gerichtet) wie auch gegen die Bodenwanne (Z nach oben gerichtet) wirksam werden kann. In beiden Fällen richtet sich die Wirkung des Geschosses G gegen einen Bereich, in welchem der Panzer wegen geringer Stärke der Panzerung besonders gefährdet ist. Ob der Einsatz von oben oder von unten gewählt wird, hängt weitgehend von der Entfernung vom oder der Position zum Ziel und dessen Beschaffenheit ab. Um auch unter erschwerenden Bedingungen, beispielsweise bei Dunkelheit, die Lage des Wirkrichtungspfeils Z erkennen und auswählen zu können, ist das Geschoß G mit einer, vorteilhafterweise auch ertastbaren, Markierung versehen, welche so gestaltet ist, daß sie nicht das Flugverhalten beeinträchtigt.
Claims (6)
1. Diskusförmiges Geschoß mit einem rohrförmigen Adapter für Abwurfvorrichtung zum Führen des Geschosses bei dessen Beschleunigung quer zu seiner kurzen Achse durch eine Treibladung und mit im Umfangsbereich angeordneten, von freiwerdendem Gas zum Erzielen einer stabilisierenden Rotationsbewegung um die kurze Achse beaufschlagbaren Schaufelflächen, dadurch gekennzeichnet, daß der Adapter als Leitwerksträger (17) für Stabilisierungsflügel (21) ausgebildet und mit Mitteln (3, 5, 7) zur drehbaren Lagerung eines Diskuskörpers (1) und mit Mitteln (33, 37) zum Leiten des Gases auf die Schaufelflächen (47) versehen ist, wobei das Gas aus der Treibladung frei wird.
2. Geschoß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Leitwerksträger (17) zur Aufnahme in der Abwurfvorrichtung ausgebildet ist und einen vorderendigen Gasdurchlaß für einen Teil des aus der Treibladung gebildeten Gases und ein Gabelstück (3) zur Lagerung des Diskuskörpers (1) aufweist.
3. Geschoß nach einem der Ansprüche 1 oder 2, gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
a) das Geschoß weist außer dem Diskuskörper (1) einen Zentralkörper (13) auf und
b) der Zentralkörper (13) ist mit dem Gabelstück (3) fest verbunden, umschließt einen Wirkteil (W) und weist einen Lagerbereich (15) für den Diskuskörper (1) auf.
4. Geschoß nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Gasdurchlaß in einem Gasleitstück (29) angeordnet ist und sich in einen Einlaßbereich (31) und wenigstens einen Auslaß (33) gliedert.
5. Geschoß nach Anspruch 4, gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
a) das Gasleitstück (29) ist im Bereich des Gabelstücks (3) zwischen einem Oberteil (5) und einem Unterteil (7) angeordnet und
b) der Gasdurchlaß ist mündungsseitig (35; 41) senkrecht gegen die jeweilige Schaufelfläche (47) gerichtet.
6. Geschoß nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Stabilisierungsflügel (21) ausklappbar angeordnet sind.
Priority Applications (4)
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