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Fahrzeug zum Transport von Fertiggaragen
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Die Erfindung betrifft ein Fahrzeug zum Transport von Fertiggaragen
mit einem auf Führungen des Fahrzeugrahmens in Längsrichtung verschiebbaren Schlitten
mit einem senkrecht angeordneten Mast, an dem zum Anheben und Absetzen der Garage
hinter dem Fahrzeugheck ein Rahmen senkrecht geführt ist, der mit Greifern im Bereich
der Toröffnung der Garage angreift, wobei im Heckbereich des Fahrzeugs absenkbare
Bodenstützen vorgesehen sind.
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Garagen-Transportfahrzeuge sind in einer Vielzahl von Ausführungsformen
bekannt, wobei in neuerer Zeit insbesondere solche Fahrzeuge benutzt werden, die
die Garage über das Fahrzeugheck auf- und abladen. Sie weisen entweder einen
durch
die Toröffnung in die Garage einfahrbaren Ausleger mit einer Hubvorrichtung, die
an der Decke oder - über ein Geschirr - am Boden der Garage angreift, oder aber
einen kranartigen Aufbau auf, der von oben an der Außenseite der Garagendecke angreift.
Diese Fahrzeugaufbauten befriedigen in funktioneller Hinsicht, sind jedoch konstruktiv
sehr aufwendig.
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Dieser konstruktive Aufwand wird bei dem eingangs genannten Fahrzeug
(DE-OS 24 10 812) dadurch vermieden, daß die seibsttragende Eigenschaft der Garage
ausgenutzt wird, indem:.
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sie im wesentlichen nur im Bereich der Toröffnung gehalten und über
das Fahrzeugheck frei auskragend abgesenkt bzw.
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angehoben wird. Dadurch werden erhebliche Konstruktionsmassen für
den Aufbau vermieden, so daß einerseits Kosten eingespart werden können, andererseits
aber vor allem die Zuladung erhöht bzw. ein leichteres Fahrzeug verwendet werden
kann.
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Bei diesem Aufbau wirken allerdings in der rückwärtigen Endstellung
des Schlittens beim Anheben oder Ab senken der Garage erhebliche Kippmomente auf
den Mast, über diesen auch auf das Fahrzeug.
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Die Aufgabe der Erfindung wird daher in der Entwicklung eines gattungsgemäßen
Fahrzeugs gesehen, bei dem die während des Auf- und Abladens auftretenden Kippmomente
wirksam und ohne Gefährdung für das Fahrzeug oder den Aufbau aufgenommen werden.
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Diese Aufgabe wird bei dem Fahrzeug der eingangs genannten Art dadurch
gelöst, daß auf den Führungen des Fahrzeugrahmens zwischen dem Schlitten und dem
Fahrzeug-Führerhaus
ein unabhängig von dem Schlitten verschiebbares
Widerlager für eine Abspannung angeordnet ist, das mit dem Schlitten mitführbar
und spätestens beim Anheben bzw. Absenken der Garage mit Abstand von dem Schlitten
unter Wirksamwerden der Abspannung festsetzbar ist.
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Mit der erfindungsgemäßen Ausbildung wird das beim Anheben und Ab
senken der Garage auf den Mast wirksame Kippmoment über die Abspannung und das Widerlager
mit Abstand vom Fahrzeugheck auf den Fahrzeugrahmen abgetragen oder mit anderen
Worten die Last über zwei mit Abstand voneinander angeordneten Punkten - Schlitten
und Widerlager - auf das Fahrzeug übertragen. Die Verschiebbarkeit des Widerlagers
hat den Vorteil, daß einerseits im aufgeladenen Zustand der Garage sich Schlitten
und Widerlager unmittelbar nebeneinander befinden, der Totraum zwischen Toröffnung
und Führerhaus also gering gehalten werden kann, andererseits das Widerlager hinter
dem Schlitten nachführbar ist, bis es seine Funktionsstellung erreicht.
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Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sehen vor, daß die Abspannung
aus Seilen, Ketten, knickbaren Zugstäben oder einem Teleskop besteht, die beim Festsetzen
des Widerlagers mit Abstand von dem Schlitten in ihre Spannlage gelangen. Damit
lassen sich am leichtesten und mit einfachsten Mitteln die Funktionen des Abspannens
in der Be-bzw. Entladestellung und des Zusammenfahrens von Schlitten und Widerlager
in der Fahrstellung erreichen.
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Zum Distanzieren von Schlitten und Widerlager kann ein in der Endstellung
des Schlittens am Fahrzeugheck auf das Widerlager wirksam werdender Anschlag vorgesehen
sein.
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Das Widerlager wird nach Straffen der Abspannung von dem Schlitten
mitgenommen, bis es gegen den Anschlag läuft
und festgesetzt ist.
Statt dessen kann auch zwischen Schlitten und Widerlager ein Hubzylinder vorgesehen
sein, der in der Endstellung des Schlittens das Widerlager abdrückt und dadurch
die Abspannung in ihre Spannlage bringt.
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Je weiter beim Entladen die Last nach hinten verschoben wird und das
rückwärtige Ende des Fahrzeugs überkragt, desto größer sind die Kippmomente, die
auf das Fahrzeug übertragen werden. Es ist deshalb vorteilhaft, zwei Paar Bodenstützen
mit Abstand vorzusehen und die Länge der Abspannung und/oder des Hubzylinders so
auszulegen, daß sich das Widerlager bei rückwärtiger Endstellung des Schlittens
zwischen den vorderen und den hinteren Bodenstützen befindet.
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Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung ist an dem Fahrzeugrahmen
eine Auflage verschiebbar angeordnet, auf die die aufgesattelte Garage mit ihrem
rückwärtigen Bereich während des Längsverfahrens auf dem Fahrzeug abgestützt ist.
Diese Auflage dient der Entlastung des Mastes und der Greifer, sobald bzw. solange
sich der größere Teil der Garage auf der Ladefläche des Fahrzeugs befindet und die
Abspannung nicht oder noch nicht wirksam ist, Im folgenden wird anhand der Zeichnung
ein Ausführungsbeispiel der Erfindung näher erläutert. Es zeigen Fig. 1 eine schematische
Seitenansicht eines Fahrzeugs mit der Fertiggarage in Transportstellung; Fig. 2
das Fahrzeug gemäß Fig. 1 in einer Zwischenstellung während des Abladevorgangs der
Garage; Fig. 3 das Fahrzeug gemäß Fig. 1 mit der Garage in der hinteren Endstellung
unmittelbar vor dem Absenken der Garage und
Fig. 4 das Fahrzeug
gemäß Fig. 1 unmittelbar nach dem Absetzen der Garage am Einbauort.
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In der die Transportstellung wiedergebenden Fig. 1 befindet sich die
Fertiggarage 11 vollständig auf der Ladefläche des Fahrzeugs. Sie liegt dabei mit
ihrem rückwärtigen Bereich auf der Auflage 5 auf, während sie im Bereich der Toröffnung
von Greifern eines Rahmens 13 getragen wird, der vertikal und gegebenenfalls auch
horizontal an einem Hubmast 2 verschieblich ist. Die Verstellbewegung erfolgt in
herkömmlicher und daher zeichnerisch nicht dargestellter Weise mit Hubzylindern.
Am Fahrzeugrahmen sind zwischen der vorderen und den hinteren Radachsen Bodenstützen
4 und im Bereich des Hecks Bodenstützen 6 angeordnet, die in Fahrstellung eingezogen
sind und zum Be- und Entladen (Fig. 2 bis 4) ausgefahren werden.
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Der Rahmen 13 weist in seinem unteren und in seinem oberen Bereich
als Greifer klauenartige Profile 14 auf, die den Boden bzw. den Torsturz der Garage
untergreifen. Der den Rahmen tragende Mast 2 sitzt auf einem Schlitten 8, welcher
ebenso wie das Auflager 5 und ein zwischen dem Schlitten 8 und dem Fahrzeug-Führerhaus
9 angeordnetes Widerlager 1 mit Hilfe von Rollen auf Führungen 3 verschiebbar ist.
Letztere sind auf dem Fahrzeugrahmen 10 in Richtung der Längsachse des Fahrzeuges
befestigt. Der Schlitten 8 besitzt einen zeichnerisch nicht dargestellten Antrieb,
der beispielsweise aus einem Ölmotor, einem Ritzel und einer Zahnstange bestehen
kann.
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Das Widerlager 1 ist unabhängig vom Schlitten 8 verschiebbar und ist
zum einen über eine Abspannung 7, die aus Seilen, Ketten, knickbaren Spannstäben
oder einem Teleskop bestehen kann, mit dem oberen Ende des Mastes 2 verbunden.
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Zum anderen ist zwischen dem Widerlager und dem Schlitten ein Hubzylinder
12 so weit horizontal ausfahrbar, bis die Abspannung, wie z.B. in Fig. 2 dargestellt,
gestreckt ist.
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Dem gesamten Hub des Zylinders 12 entspricht eine Verschiebung der
Garage 11 mit dem Auflager 5 um etwa 2 m nach hinten. Das Auflager 5 befindet sich
in seiner rückwärtigen Endstellung, so daß nunmehr der Rahmen 13 am Hubmast 2 das
Garagengewicht aufzunehmen hat, das aber zu einem großen Teil über die Abspannung
in das Widerlager 1 abgetragen wird. In dieser Relativlage von Schlitten und Widerlager
werden beide weiter nach hinten verfahren bis in die aus Fig. 3 ersichtliche Endstellung.
In die ser Stellung befindet sich bei entsprechender Auslegung der Länge der Abspannung
7 bzw. der Hubzylinder 12 das Widerlager 1 zwischen den Bodenstützen 4 und 6. Aus
dieser Lage kann die Garage sodann, nachdem sie zuvor erforderlichenfalls nochmals
exakt ausgerichtet wurde, mittels des Rahmens 13 in ihre in Fig. 4 dargestellte
Endstellung auf den Boden abgesenkt werden.
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Die bisher beschriebenen Bewegungsabläufe beziehen sich auf das Abladen
einer Fertiggarage. Es versteht sich, daß beim Aufladen die beschriebenen Bewegungsabläufe
in umgekehrter Reihenfolge abgewickelt werden.