DE3421140A1 - Verfahren zur ortung und zielsuche von mit motorkraft angetriebenen zielen und munitionskoerper zur durchfuehrung des verfahrens - Google Patents
Verfahren zur ortung und zielsuche von mit motorkraft angetriebenen zielen und munitionskoerper zur durchfuehrung des verfahrensInfo
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Description
9554
V 3A21U0
- f
Verfahren zur Ortung und Zielsuche von mit Motorkraft angetriebenen Zielen und Munitionskörper zur Durchführung
des Verfahrens
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Ortung und Zielsuche von mit Motorkraft angetriebenen Zielen entsprechend
deiipberbe griff des Anspruchs 1 und Munitionskörper zur Durchführung des Verfahrens.
10
Ein derartiger Munitionskörper ist durch die DE-OS 23 53 566 bekannt. Dort ist ein von einem Haupt- bzw.
Primärgeschoß abtrennbarer Geschoßkopf beschrieben, der ein Zielerfassungsgerät und eine durch ein Zielortungssignal
zündbare Ladung aufweist, die ein Sekundärgeschoß auf das erkannte Ziel fortschleudert. Beim Abwurf des
Geschoßkopfes werden ein Bremsfallschirm geöffnet und Leitflächen auseinandergefaltet, die den Geschoßkopf,
um seine Vertikalachse pendelnd, in Rotation versetzen sollen. Als Zielortungsgerät wird ein Halbleiter-Radargerät
vorgeschlagen. Diese Anordnung hat mehrere Nachteile. Die Zielauffassung von einem spiralförmig um
seine Vertikalachse schwingenden Körper ist schwierig durchzuführen, zumal mit einem Radargerät, mit dem sowieso
die automatische Unterscheidung zwischen einem Panzer und einem anderen im Gelände befindlichen Körper
kaum möglich ist. Weiterhin wird das Sekundärgeschoß nahezu waagerecht ausgestoßen, wobei der Geschoßkopf
seine Pendelbewegung fortsetzt. Dadurch ist eine Treffer-Wahrscheinlichkeit
äußerst gering, zumal das Sekundär·^· geschoß rein ballistisch fliegt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren
der eingangs genannten Art und einen Munitionskörper zur Durchführung des Verfahrens zu schaffen, mit denen eine
effektive Ortung und Zielsuche möglich ist und der Munitionskörper mit großer Trefferwahrscheinlichkeit in das
Ziel gelenkt werden kann.
.". - - : 9554
*" 3421H0
-Γι Diese Aufgabe wird durch die Verfahrensschritte des
Anspruchs 1 und die Merkmale des Munitionskörpers entsprechend Anspruch 7 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen
der Erfindung sind durch die Ansprüche 2 bis 6 und 8 bis 10 gegeben.
Der wesentliche Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens und Munitionskörpers besteht darin, daß letzterer,
z.B. nach seinem Ausstoß als Submunition aus einem Luftfahrzeug oder aus einer verschossenen Rakete und
nach dem Ausstoß und der Entfaltung des Fallschirms,
ruhig in der Luft schwebend die Leitflächen ausklappen kann und mit den an deren Enden angebrachten akustischen
Sensoren eine große Zielfläche am Boden nach den Schallfrequenzen eines Panzers abhorchen und aufgrund der versetzt
angeordneten Sensoren auch deren Richtung orten • kann. Nach dem Feststellen der Zielrichtung können die
Leitflächen auf die Ziellinie eingestellt und nach dem Abtrennen des Fallschirms kann der ganze Munitionskörper
je nach Konstruktionjentweder rein aerodynamisch oder mit Unterstützung eines Lenkverfahrens sicher ins
Ziel fliegen. Dabei ist es auch möglich, um einem Abschießen beim freien Fall vorzubeugen, den Munitionskörper durch einen eigenen Antrieb beschleunigt in das
ziel zu lenken, eventuell mit Unterstützung von durch die Antriebsgase beaufschlagten Steuerdüsen. Damit bietet
die Erfindung einen preisgünstigen und sehr effektiven Munitionskörper zum Einsatz gegen Panzerfahrzeuge.
Die Erfindung wird nachstehend anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 ein Flugzeug mit einem Behälter für Submunition, aus dem ein Munitionskörper ausge-
stoßen ist;
·· . . 9554
Fig. 2 den ausgestoßenen Munitionskörper nach Fig. 1 bereit zur Zielortung und
Fig. 3 den Munitionskörper bereit zum Zielanflug auf einen Panzer.
Aus einem Flugzeug 1 mit einem Behälter 2 für Submunition ist ein Munitionskörper 3 ausgeworfen. Aus einem
den Munitionskörper 3 umschließenden Gehäuse 3a wird in bekannter Weise, z.B. zeitlich verzögert nach dem Auswurf
oder barometrisch gesteuert, ein'Fallschirm 4 ausgestoßen.
Nach dessen Ausstoß werden vier Leitflächen ausgeklappt, wodurch der Munitionskörper 3 in einen
stabilen Sinkflug übergeht. An den Enden der Leitflächen 5 befinden sich akustische Sensoren 6, die beim
Ausklappen der Leitflächen 5 aktiviert werden. Damit ist der Munitionskörper 3 bereit zur Zielortung. Wenn
die Sensoren 6, die auf die Frequenz des Motorengeräusches eines Panzers abgestimmt sind, einen Panzer 7
orten, spricht im Munitionskörper 3 eine passiv arbeitende Zielsucheinrichtung an, wobei vom Panzer 7 ausgesandte
Schallimpulse 8 von den Sensoren 6 empfangen werden. Im Munitionskörper 3 ist eine nicht dargestellte
Auswerteeinrichtung für die Schallimpulse 8 vorhanden, in der z.B. mit einer Zähleinrichtung die Anzahl der
Schallimpulse 8 pro Zeiteinheit für jeden Sensor 6 und daraus die Richtung des Munitionskörpers 3 zum Panzer
ermittelt wird.
Nach der Feststellung der Zielrichtung zum Panzer 7 kann der Munitionskörper 3 auf unterschiedliche Weise
auf den Panzer 7 gelenkt werden. Wenn der Munitionskörper 3 in niedriger Höhe ausgestoßen oder auf eine niedrige
Höhe mit dem Fallschirm 4 herabgefallen ist, benötigt er nur eine kurze Zeit, um den Panzer 7 gezielt
zu erreichen. In diesem Fall können die Leitflächen 5 mit Hilfe einfacher zwischengeschalteter Bandelemente
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direkt auf die Flugrichtung zum Panzer 7 eingestellt werden. Nach dem Einstellen der Leitflächen 5 zur Ziellenkung
wird der Fallschirm 4 auf bekannte Weise abgetrennt, z.B. mechanisch ausgeklinkt oder seine Halterung
durch eine kleine Zündpatrone abgesprengt. Gleichzeitig wird aus dem Munitionskörper 3 ein Abstandshalter 9 entweder
ausgefahren oder durch die Treibgase einer Kartusche herausgedrückt. Es besteht auch die Möglichkeit,
den Abstandshalter 9 aus elastischem Material herzustellen und nach Zielauffassung durch einen Gaserzeuger
herauszudrücken. Eine optische Länge des Abstandshalters bzw. einer Leithülse ist für die Durchschlagwirkung
der im Munitionskörper 3 angeordneten Hohlladung sehr wesentlich, weil die Eindringtiefe des Hohlladungsstacheis
bis zu einem optimalen Wert abhängig von der Länge des Abstandshalters ist. Der Munitionskörper 3
fällt nunmehr nach dem Abtrennen des Fallschirms 4 und dem Ausbringen des Abstandshalters 9 aerodynamisch gelenkt
auf den Panzer 7, wobei ein am Abstandshalter angeordneter Zünder üblicher Bauart die Hohlladung auslöst
und den Panzer 7 zerstört.
Um die Erkennung und die Abwehr des Munitionskörpers zu erschweren, kann es zweckmäßig sein, die Zielortung
in einer größeren Höhe einzuleiten. Verständlicherweise ist aus Höhen etwa über 100 bis 150 m die Zielortung mit
den akustischen Sensoren 6 nicht so präzise wie aus niedriger Höhe und erfordert einen ruhigen Flug des Munitionskörpers.
Es ist für diese Anwendung zweckmäßig, nach Zielauffassung durch die Sensoren 6 ein Lenkverfahren
zu aktivieren, welches gemeinsam mit den Sensoren die Ziellenkung übernimmt und die Einstellung der
Leitflächen 5 ständig überprüft. Da das Lenkverfahren,je näher der Munitionskörper 3 sich dem Panzer 7 nähert,
umso stärker von den akustischen Sensoren 6 gestützt wird, genügt dafür eine einfache Trägheitslenkung. Um
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fg. 3421 HO
aus größerer Höhe das Ziel schneller zu erreichen, kann im Bodenteil des Munitionskörpers 3 eine zusätzliche
Antriebsladung eingebaut sein, die nach Zielauffassung elektrisch gezündet wird und durch die der MunitionskÖrper
3 beschleunigt ins Ziel geführt wird. Dabei kann z.B. die Antriebsdüse zugleich als Behälter für den zusammengelegten
Fallschirm dienen und der Fallschirm kann durch die Treibgase abgetrennt werden. Eine weitere vorteilhafte
Ausnutzung der Treibgase der Antriebsladung besteht darin, die Ziellenkung des Munitionskörpers 3
durch die Treibgase vorzunehmen, wobei entweder Einrichtungen injb-der an der Hauptdüse oder gesonderte Steuerdüsen
vorgesehen sind, die wiederum durch die akustischen Sensoren 6 gesteuert werden. Dadurch erübrigt sich ein
gesondertes zusätzliches Lenkverfahren.
Die Erfindung ist nicht auf das vorstehend beschriebene Ausführungsbeispiel beschränkt. Insbesondere kann der
Munitionskörper auch direkt vom Boden verschossen oder als Submunition/aus einem Artilleriegeschoß oder einer
Rakete ausgestoßen werden. Weiterhin kann die Anzahl der Leitflächen mindestens drei oder auch mehr als vier betragen
.
Claims (10)
1. Verfahren zur Ortung und Zielsuche von mit Motorkraft angetriebenen Zielen, vorzugsweise von
Panzerfahrzeugen, bei denen ein mit Leitflächen versehener Munitionskörper über das Zielgebiet an einem
Fallschirm schwebend herabgelassen wird, g e k e η η zeichnet durch die nachfolgenden Verfahrensschritte :
a) aus dem Munitionskörper (3) wird in vorbestimmter Höhe oder zeitlich verzögert der Fallschirm
(4) ausgestoßen;
b) an dem Munitionskörper (3) werden vier kreuzweise angeordnete Leitflächen (5) ausgeklappt;
c) an den Enden der Leitflächen (5) werden akustische Sensoren (6) aktiviert;
d) die akustischen Sensoren (6) sprechen auf ein · Motorgeräusch an, ermitteln z.B. durch Auswertung
der Anzahl der Schallimpulse (8) pro Zeiteinheit an den vier Sensoren die Richtung des
Munitionskörpers (3) zum Motorgeräusch und lösen die Ziellenkung im Munitionskörper aus,
e) bei vorbestimmbarer Stärke der Schallimpulse (8) wird der Fallschirm (4) abgetrennt und der
Munitionskörper (3) in das Ziel (7) gelenkt.
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- - ·. 9554
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2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß durch die akustischen
Sensoren (6) die Leitflächen (5) über zwischengeschaltete Bauelemente in die Zielrichtung eingestellt und
der Munitionskörper (3) im freien Fall aerodynamisch ins Ziel (7) gelenkt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß durch die akustischen
Sensoren (6) ein Lenkverfahren aktiviert wird, das auf die Leitflächen (5) einwirkt und durch das der Munitionskörper
(3) ins Ziel (7) gelenkt wird.
4. Verfahren nach einem oder mehreren der An-
sprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet , daß nach Zielauffassung durch die akustischen Sensoren
(6) eine zusätzliche Antriebs ladung initiiert wird, durch die der Munitionskörper beschleunigt an das Ziel (7)
herangeführt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet , daß die Gase der zusätzlichen
Antriebsladung zur Steuerung des Munitionskörpers (3) verwendet werden.
6. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche
1 bis 5, dadurch gekennzeichnet , daß die Sprengladung, vorzugsweise Hohlladung, des
Munitionskörpers (3) mit Hilfe eines an einem ausfahrbaren oder aufblasbaren Abstandshalter (9) angeordneten
Zünders ausgelöst wird.
7. Munitionskörper zur Durchführung des Verfahrens
nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß in oder an einem verschießbaren
oder abwerfbaren Gehäuse (3a) eine Sprengladung, vorzugwweise Hohlladung mit einem an einem
3 3421U0
ausfahrbaren oder aufblasbaren Abstandshalter (9) angeordneten Zünder, ein ausstoßbarer und abtrennbarer
Fallschirm (4), ein ausklappbares Leitwerk mit vier Leitflächen (5), an den Enden der Leitflächen angebrachten
akustischen Sensoren (6) und Lenk- bzw. Stellglieder für die Leitflächen angeordnet sind.
8. Munitionskörper nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet , daß zusätzliche Bauelemente
für die Durchführung eines Lenkverfahrens eingebaut sind.
9. Munxtionskorper nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet , daß zusätzlich eine An-
triebsladung eingebaut ist.
10. Munitionskörper nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet ,daß Steuerdüsen angebaut sind,
die durch abgezweigte Treibgase der Antriebsladung beaufschlacrbar sind.
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|---|---|---|---|
| DE19843421140 DE3421140A1 (de) | 1984-06-07 | 1984-06-07 | Verfahren zur ortung und zielsuche von mit motorkraft angetriebenen zielen und munitionskoerper zur durchfuehrung des verfahrens |
Applications Claiming Priority (1)
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| DE19843421140 DE3421140A1 (de) | 1984-06-07 | 1984-06-07 | Verfahren zur ortung und zielsuche von mit motorkraft angetriebenen zielen und munitionskoerper zur durchfuehrung des verfahrens |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
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| DE3421140A1 true DE3421140A1 (de) | 1986-01-30 |
| DE3421140C2 DE3421140C2 (de) | 1988-12-15 |
Family
ID=6237784
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19843421140 Granted DE3421140A1 (de) | 1984-06-07 | 1984-06-07 | Verfahren zur ortung und zielsuche von mit motorkraft angetriebenen zielen und munitionskoerper zur durchfuehrung des verfahrens |
Country Status (1)
| Country | Link |
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