DE3419110A1 - Geschoss mit aufgesetzter haube - Google Patents
Geschoss mit aufgesetzter haubeInfo
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- F—MECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
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Description
Die vorliegende Erfindung behandelt Geschosse, die an der
dem Treibsatz abgewendeten Seite mit einer Haube versehen
sind, die form- und/oder reibschlüssig auf der Geschoßspitze
aufsitzt und diese umschließt.
Die Erfindung betrifft hauptsächlich solche Patronen, die
aufgrund ihrer konstruktiven Gestaltung einen übergroßen
Freiflug des Geschosses bis zum Rohreinlauf haben und/oder
die eine besonders lange Spitze besitzen. Solche Geschosse
lassen sich nicht immer vollkommen zentrisch in das Rohr
einführen und es kann bei ihrem Einsatz zu unerwünschten
Querschlägern kommen. Diese Nachteile treten hauptsächlich
beim Einsatz von hülsenloser Munition auf. Weiterhin strömt
ein Teil der Anzündschwaden vor dem Einführen dieser Geschosse
in das Rohr an diesen vorbei, so daß sich nicht der
berechnete optimale Gasdruck aufbauen kann. Damit ist ein
sicherer, definierter Abbrand des Treibladungspulvers beim
Abbrandbeginn nicht vollständig gewährleistet.
Es bestand deshalb die Aufgabe, das aus der Hülse oder -
beim Einsatz von hülsenloser Munition - aus dem Treibmittelkörper
austretende Geschoß zentrisch in das Rohr
einzuführen und die am Geschoß vorbeiströmenden Anzündschwaden
zurückzuhalten.
In Erfüllung dieser Aufgabe wurde nun ein Geschoß gefunden,
das mit einer an seiner dem Treibsatz abgewendeten Seite
und die Geschoßspitze umschließenden, form- und reibschlüssig
angelegten und ablösbaren Haube versehen ist,
deren Querschnitt in Längsrichtung des Geschosses im Bereich
seiner größten Abmessung kreisförmig ist und ein
Ausstoßen aus dem Patronenlager der Waffe ermöglicht.
Die auf das Geschoß aufgesetzte Haube wirkt sowohl als
Führungs- als auch als Dichtungselement. In Waffen mit
schwenkbaren Patronenlagern, wie sie z. B. in der DE-OS
28 13 633 beschrieben sind, wirkt sie auch gegebenenfalls
als Ausstoßelement bei Versagern, die durch eine Folgepatrone
Spitze auf Spitze ausgestoßen werden.
Die äußere Form der Haube kann im Rahmen der im Anspruch 1
gegebenen Bedingungen beliebig gewählt werden. Sie kann
den maximalen Querschnitt über ihre gesamte Länge oder
über eine oder mehrere Teillängen besitzen; desgleichen
kann der maximale Querschnitt an der der Spitze des Geschosses
zugekehrten Seite angeordnet sein oder an einer
anderen beliebigen Stelle. Weiterhin braucht der Querschnitt
nicht durchgehend kreisförmig zu sein; er kann
auch, besonders innerhalb der Teillängen mit dem nicht
maximalen Querschnitts-Durchmesser - der Form der Patrone
angeglichen sein.
Der maximale Querschnitt muß nicht genau dem Kaliber des
Rohrs der Waffe entsprechen. Er kann auch unterkalibrig
sein, z. B. wenn das Patronenlager eine Schulteranlage der
Patrone vorsieht und damit eine genau definierte Position
der Patrone im Patronenlager möglich ist. Die Haube dient
dann weniger der Positionierung der Patrone, sondern mehr
der Abdichtung gegenüber den Anzündgasen. Die Abweichung
gegenüber dem Kaliber des Rohrs der Waffe sollte in einem
solchen Fall deshalb möglichst nicht mehr als 5%
betragen.
Es ist weiterhin auch möglich, den maximalen Querschnitt
überkalibrig zu wählen, besonders dann, wenn das Patronenlager
ohne Schulter ausgeführt ist, wie es insbesondere
beim Einsatz von hülsenloser Munition erforderlich ist.
Die Haube übernimmt dann auch die Funktion der Abstützung
der Patrone als Widerlager für den Anzündvorgang. In
diesem Fall kann die Abweichung gegenüber dem Kaliber des
Laufs der Waffe bis zu 50% betragen, je nachdem, welche
Materialien für die Haube verwendet werden. In diesen
Fällen sind als Werkstoff für die Haube besonders solche
Materialien geeignet, die bei den im Patronenlager beim
Abschuß herrschender Temperatur- und Druckbedingungen
leicht verformbar sind. Solche Materialien sind dem Fachmann
an sich bekannt.
Die Haube ist aus einem Material, dessen Dichte geringer
ist als diejenige des Materials des Geschosses. Geeignet
sind z. B. thermoplastische, nicht verbrennbare Werkstoffe
wie Polyethylen, Polyamide, Polytetrafluorethylen oder
andere, thermostabile Polymere, gefüllte Reaktionsharze
und Leichtmetalle. Die Hauben können auch aus gesintertem
Material hergestellt sein, das gegebenenfalls auch unter
den Druckbedingungen des Abbrands zerfällt. Die Dichte des
eingesetzten Werkstoffs soll dabei möglichst gering sein.
Die genannten Materialien können auch Zusätze enthalten,
die spezielle Wirkungen ermöglichen, wie z. B. Mittel, die
die Gleitfähigkeit für das nachfolgende Geschoß erhöhen
oder das Rohr von Ablagerungen reinigen.
Die Haube umschließt die Spitze des Geschosses und liegt
an der seitlichen Geschoßwandung an dem verjüngten Teil des
Geschosses an. Es ist nicht notwendig, daß sie an der
gesamten Wandung fest anliegt; es muß nur gewährleistet
sein, daß ein zeitlich begrenzbarer Halt an dem Geschoß
vorhanden ist. Dieser Halt kann durch an sich bekannte
Anordnungen erfolgen, wie z. B. Ringnuten oder Warzen. Die
Arretierung kann auch mit Hilfe von Nieten oder Stiften
erfolgen, die gegebenenfalls Sollbruchstellen aufweisen.
Die erfindungsgemäße Haube auf der Geschoßspitze bewirkt
ein zentrisches Einführen des Geschosses in den Lauf nach
Anzündung des Treibmittels während der Geschoßbewegung.
Bei dem sich dann aufbauenden Patronenlagergasdruck wirkt
sie als Dichtelement und vermindert so den Gasverlust durch
den Spalt zwischen verjüngter Geschoßspitze und Lauf
innerhalb der Zeitspanne vor dem vollen Eintritt des
Geschosses in den Lauf. Die Haube wird durch die vorgeeilten
Gase von der Geschoßspitze losgerissen; sie verläßt
vor dem Geschoß den Lauf und wird aufgrund ihrer
ballistisch ungünstigen Form sowie ihres geringen Gewichtes
aus der Flugbahn des Geschosses abgelenkt. Sie fällt
wenige Meter nach dem Verlassen der Rohrmündung zu Boden.
Die Erfindung wird in den Zeichnungen anhand von Ausführungsbeispielen
erläutert. Es zeigt
Fig. 1 und 2 einen schematischen Aufbau des Patronenlagers
mit Rohreinlauf,
Fig. 3 eine Durchführungsform mit unterkalibriger
Haube,
Fig. 4 eine Durchführungsform mit überkalibriger
Haube,
Fig. 5-7 Durchführungsformen mit speziellen
Arretierungen der Haube an dem Geschoß.
Die Fig. 1 und 2 stellen einen Schnitt durch eine Waffe
in Höhe des Patronenlagers dar. In beiden Figuren bedeuten
1 das Geschoß, 2 die aufgesetzte Haube, 3 den Lauf der
Waffe. In der Fig. 1 ist die Haube unterkalibrig, in der
Fig. 2 überkalibrig.
In den in den Fig. 3 und 4 dargelegten Durchführungsformen
erfolgt die Arretierung der Haube durch eine Ringnut
5 am Geschoß, in die das nach innen umgebogene Ende
der Haube einschnappt.
In der Fig. 5 sind zwei verschiedene geometrische Durchführungsformen
der Haube 3 mit Arretierungen über die
Warzen 6 dargestellt. In beiden Fällen hat die Haube den
maximalen Durchmesser ihres Querschnitts an der dem Treibladungspulver
zugewendeten Seite, bei Fig. 5a auch noch
an der Spitze.
Die Fig. 6 und 7 zeigen Durchführungsformen, bei denen
die Haube 3 entweder durch einen Zapfen 7 oder durch einen
Querstift 8, der auch eine Sollbruchstelle aufweisen
kann, arretiert wird. Der Zapfen 7 kann entweder als
Mittelzapfen der Haube ausgebildet sein oder als gesonderter
Niet mit der Haube verbunden sein. In beiden Fällen
sind in der Geschoßspitze entsprechende Bohrungen vorgesehen,
in die der Zapfen oder die Stifte einpassen.
Claims (3)
1. Geschoß mit einer an seiner dem Treibsatz abgewendeten
Seite und die Geschoßspitze umschließende form- und/oder
reibschlüssig angelegter und abtrennbarer Haube, deren
Querschnitt in Längsrichtung des Geschosses im Bereich
seiner größten Abmessung kreisförmig ist und ein Ausstoßen
aus dem Patronenlager der Waffe ermöglicht.
2. Geschoß gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Haube aus einem Material besteht, dessen Dichte
geringer ist als die Dichte des Materials des Geschosses.
3. Geschoß gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Haube mittels eines Ringnuts an dem
Geschoß befestigt ist.
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