DE3413397A1 - Anlage fuer das kontinuierliche pressen einer holzwerkstoff-pressgutmatte - Google Patents
Anlage fuer das kontinuierliche pressen einer holzwerkstoff-pressgutmatteInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich gattungsgemäß auf eine Anlage für das kontinuierliche Pressen einer Holzwerkstoff-Preßgutmatte
mit vorgegebenen, jedoch statistisch schwankenden Mattenparametern im Zuge der Herstellung von Spanplatten, Faserplatten
und ähnlichen Holzwerkstoffplatten im Preßspalt einer kontinuierlich arbeitenden Presse, - mit
Pressenoberteil,
Pressenunterteil,
Pressenunterteil,
endlos umlaufend geführten, synchron angetriebenen Preßbändern,
Antriebseinrichtung und Preßspalteinsteileinrichtung,
wobei die Preßbänder vom Einlauf her zunächst einen Kompressionsbereich
und danach einen Kalibrierbereich durchlaufen und im Kompressionsbereich der auf die Preßgutmatte wirkende Preßdruck,
im Kalibrierbereich die Dicke des Preßspaltes (und damit der sich zur Preßgutplatte umbildenden Preßgutmatte) einrichtbar
sind, wobei fernerhin die Preßbänder mittelbar oder unmittelbar an Holmelementen geführt sind. Es versteht sich,
daß Pressenoberteil und Pressenunterteil mit Heizeinrichtungen ausgerüstet sind, weil der Preßgutmatte zum Zwecke der Umformung
zu Holzwerkstoffplatten Druck und Wärme zuzuführen sind. - Bei Anlagen des beschriebenen Aufbaus ist die Anord-
nung so getroffen, daß jedes Volumenelement einer Preßgutmatte
im kontinuierlichen Durchlauf durch den Preßspalt die Preßdruckbeaufschlagung erfährt, die der aus holztechnologischen
Gründen vorgegebenen Preßdruckcharakteristik entspricht, wobei auslegungstechnisch in bezug auf die Mattenparameter ideale Bedingungen
angenommen werden. Mit anderen Worten ist festzustellen, daß bei einer Anlage des beschriebenen Aufbaus die von
diskontinuierlichen Plattenpressen her bekannte Preßdruckcharakteristik, die den Preßdruck in Abhängigkeit von der Zeit angibt,
zunächst rechnerisch umgesetzt wird in eine wegabhängige Kurve, nämlich die Kompression über den Durchlaufweg der Preßgutmatte
im Kompressionsbereich und danach auch im Kalibrierbereich. Die so für die unterschiedlichen Mattenparameter errechnete
Kurve wird bei preßdruckabhängiger Steuerung der kontinuierlich arbeitenden Presse regeltechnisch in Form von Sollwerten an
einzelnen Punkten des Durchlaufs vorgegeben, wobei mit Zylinderkolbenanordnungen
gearbeitet wird. Bei wegabhängiger Steuerung wird die Geometrie der Zusammenhänge entsprechend eingerichtet.
Die bekannten Maßnahmen führen zu Schwierigkeiten, wenn die Mattenparameter (Mattendicke, ζ. B. Spanzusammensetzung und
Spanverteilung, Holzart, Beleimung und andere) schwanken. Dann entstehen im Kompressionsbereich sogenannte Überpressungen oder
auch Bereich zu geringer Kompression, was sich auf die fertigen Preßgutplatten extrem nachteilig auswirkt. Tatsächlich laufen
in einem solchen Falle Preßgutmattenbereiche unterschiedlicher Verdichtung in den Kalibrierbereich ein, der an den Kompressionsbereich
dort anschließt, wo das Preßgut in der Preß-
6 -
gutmatte sein elastisches Verhalten verliert und im verdichtungstechnischen
Sinne plastisch wird. Im Kalibrierbereich erfolgt die Kalibrierung nach Maßgabe vorgegebener Abstände
zwischen den Preßbändern.
Die bekannte gattungsgemäße Anlage (DE-OS 23 43 427) ist bereits durch Maßnahmen gekennzeichnet, welche die aus schwankenden
Mattenparametern resultierenden Probleme eliminieren sollen. Diese Maßnahmen sind regeltechnischer Art. Im Kalibrierbereich
arbeiten Druckmeßdosen, die aus schwankenden Mattenparametern resultierende Schwankungen des Reaktionsdruckes an den Preßbändern
bzw. Holmelementen im Kalibrierbereich erfassen, und die nach Maßgabe dieser Druckschwankungen über einen Regler unter
Inkaufnahme einer erheblichen, von der Durchlaufgeschwindigkeit abhängigen Totzeit im Kompressionsbereich Kompressionsdruckerzeuger
steuern. Das ist aufwendig und unbefriedigend, weil solche Schwankungen der Mattenparameter nicht ausgeregelt
werden können, deren Durchlauf durch den Kompressionsbereich eine Zeitspanne benötigt, die kleiner ist oder auch
nur vergleichbar ist mit der Totzeit.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine gattungsgemäße
Anlage so weiter auszubilden, daß im Kompressionsbereich eine Kompensation der statistischen Schwankungen der Mattenparameter
ohne besondere regeltechnische Maßnahmen und ohne Totzeitfehler möglich ist.
Zur Lösung dieser Aufgabe lehrt die Erfindung, daß im Kompressionsbereich
zumindest kalibrierbereichsseitig zumindest ein Holmelement im Pressenoberteil und/oder im Pressenunter-
teil unter Zwischenschaltung einer Ausgleichsfederanordnung
an die Preßspalteinstelleinrichtung angeschlossen ist und daß die Ausgleichsfederanordnung in einem Ausgleichsbereich eine
im wesentlichen horizontale Federcharakteristik aufweist, durch die die statistischen Schwankungen der Mattenparameter
ausgleichbar sind. - Die Formulierung, daß die Ausgleichsfederanordnung
im Ausgleichsbereich eine im wesentlichen horizontale Federcharakteristik aufweist, läßt Neigungen der
Federcharakteristik und auch bogenförmigen Verlauf zu, solange dadurch die Kompression der Preßgutmatte im ganzen innerhalb
vorgegebener Toleranzen bleibt. Es versteht sich, daß im Rahmen der Erfindung eine Ausführungsform liegt, bei der der Kompressionsbereich
im Pressenoberteil bzw. im Pressenunterteil jeweils nur ein einziges Holmelement aufweist, welches in
der beschrieben Weise über Ausgleichsfederanordnungen an
die Preßspalteinstelleinrichtung angeschlossen ist, sei es im Pressenoberteil und/oder im Pressenunterteil. In Kombination
zu den beschriebenen Maßnahmen sind die Holmelemente im Kalibrierbereich nach bevorzugter Ausführungsform der Erfindung
mit Hilfe der Preßspalteinstelleinrichtung mittelbar oder unmittelbar auf Distanzelemente aufsetzbar. Die Distanzelemente
sind nach Maßgabe unterschiedlicher Plattendicken austauschbar. Sie können aus Distanzleisten bestehen. Die Anordnung dieser
Distanzelemente im Kalibrierbereich hat zur Folge, daß insoweit regeltechnische Maßnahmen überhaupt nicht mehr erforderlich
sind. Schwankungen der Mattenparameter, insbes. Dickenschwankungen in der Preßgutmatte wirken sich in bezug auf das
fertige Produkt überraschenderweise dann nicht negativ aus,
wenn diese Bereiche beim Einlaufen in den Kalibrierbereich die
gleiche Kompression aufweisen wie die übrigen Bereiche. Es erfolgt dann bei der Plastifizierung eine ausreichende Homogenisierung.
Im Rahmen der Erfindung kann mit diskreten Holmelementen gearbeitet
werden. Es besteht aber auch die Möglichkeit, die Holmelemente als Bereiche eines kontinuierlichen, elastisch verformbaren
Holmes auszubilden. Die Gestaltung der Ausgleichsfederanordnung
ist im Rahmen der Erfindung grundsätzlich beliebig. Insbes. kann mit hydraulischen oder pneumatischen Federn gearbeitet werden.
Eine bevorzugte Ausfuhrungsform der Erfindung, die sich durch
Einfachheit und Funktionssicherheit auszeichnet, ist dadurch gekennzeichnet, daß die Ausgleichsfederanordnung aus mechanischen
Federn aufgebaut ist, die eine Vorspanneinrichtung aufweisen, und daß der Ausgleichsbereich mit Hilfe der Vorspanneinrichtung
einstellbar ist. Gehören die Holmelemente einem einheitlichen, elastisch verformbaren Holm an, so muß bei der Einstellung der
Federcharakteristik der Ausgleichsfederanordnung der Beitrag
der elastischen Verformung des Holmes selbstverständlich berücksichtigt werden.
Bei der erfindungsgemäßen Anlage kann die Preßspalteinstelleinrichtung
auf vorgegebenen Sollwert im Sinne einer wegabhängigen Steuerung einstellbar sein. Sie kann also auch im
Rahmen einer preßdruckabhängigen Steuerung einem Regelkreis mit vorgegebenem Sollwert angehören. Aufwendige regeltechnische
Maßnahmen, die die Istwertschwankungen kompensieren, die auf statistischen Schwankungen der Mattenparameter beruhen, sind
keinesfalls erforderlich. Insbes. entfällt insoweit jede Ist-
Werterfassung und dadurch jede Totzeit. Von besonderem Vorteil ist, daß die Preßspalteinstellvorrichtung zu einer rein geometrischen
Einstellvorrichtung vereinfacht werden kann. Insoweit wird auf die einleitenden Bemerkungen verwiesen, wonach die
Preßdruckcharakteristik in eine rein wegabhängige Kurve umgesetzt werden kann, die die Kompression über den Durchlaufweg
festlegt. Gerade für diese Ausführungsform empfiehlt es sich,
die Holmelemente als Bereiche eines kontinuierlichen, elastisch verformbaren Holmes auszubilden, wobei es im allgemeinen ausreichend
ist, daß der Holm im Pressenoberteil entsprechend elastisch eingerichtet ist, während der Holm im Pressenunterteil
ein starres Widerlager bilden kann.
Im folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel
darstellenden Zeichnung ausführlicher erläutert. Es zeigen in schematischer Darstellung
Fig. 1 die Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Anlage,
Fig. 2 den vergrößerten Ausschnitt A aus dem Gegenstand nach Fig. 1 in weiterer Schematisierung,
Fig. 3 die Federcharakteristik der Ausgleichsfederanordnung einer erfindungsgemäßen Anlage.
Die in den Fig. 1 und 2 dargestellte Anlage ist für das kontinuierliche
Pressen einer Holzwerkstoff-Preßgutmatte M im Zuge der Herstellung von Spanplatten, Faserplatten und ähnlichen
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Holzwerkstoffplatten im Preßspalt einer kontinuierlich arbeitenden
Presse 1 bestimmt. Die kontinuierlich arbeitende Presse ist wesentlicher Teil der Anlage, die im übrigen besondere
antriebstechnische und steuerungstechnisehe Aggregate aufweist.
Zum grundsätzlichen Aufbau der Anlage gehören
ein Pressenoberteil 2, ein Pressenunterteil 3,
endlos umlaufend geführte, synchron angetriebene Preßbänder 4, die als Stahlblech-Preßbänder
ausgeführt sein können,
die Antriebseinrichtung, die nicht gezeichnet wurde und
eine Preßspalteinstelleinrichtung 5.
Die Preßbänder 4 durchlaufen, vom Einlauf her, zunächst einen Kompressionsbereich 6 und danach einen Kalibrierbereich 7. Im
Kompressionsbereich 6 ist der auf die Preßgutmatte M wirkende Preßdruck einrichtbar. Es versteht sich, daß dabei auch der
Preßspalt im Kompressionsbereich 6, der sich keilförmig verengt, variiert wird. Im Kalibrierbereich 7 ist die Dicke des
Preßspaltes und damit die Dicke der sich zur Preßgutplatte P umbildenden Preßgutmatte M einrichtbar. Die Preßbänder 4 sind
mittelbar oder unmittelbar an Holmelementen geführt. Im
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Ausführungsbeispiel ist zur Vereinfachung der Zusammenhänge eine unmittelbare Führung angedeutet, bei einer mittelbaren Führung
sind beispielsweise Rollen oder Walzen zwischengeschaltet.
Im Kompressionsbereich 6 ist im Ausführungsbeispiel kalibrierbereichsseitig
ein Holmelement 8 im Pressenoberteil 2 unter Zwischenschaltung einer Ausgleichsfederanordnung 9 an die
Preßspalteinstelleinrichtung 5 angeschlossen. Der Holm 10 im Pressenunterteil ist demgegenüber als starres Bauteil ausgeführt.
Die Ausgleichsfederanordnung 9 weist in einem Ausgleichsbereich eine im wesentlichen horizontale Federcharakteristik auf,
durch die die statistischen Schwankungen der Mattenparameter ausgleichbar sind. Dazu wird auf die Fig. 3 verwiesen. In
Fig. 3 sind als Ordinate die Federkraft K als Abszisse der ' Federweg S aufgetragen. Man erkennt einen horizontalen Bereich
der Federcharakteristik 11, der innerhalb der schraffierten
Zone 12 auch schräg verlaufen kann. In dieser Zone 12 führen Schwankungen der Mattenparameter, die bei der Kompression der
Preßgutmatte M im Kompressionsbereich 6 der Kompression einen größeren Widerstand entgegensetzen wollen, zu Wegänderungen
des über die Ausgleichsfederanordnung 9 an die Preßspalteinstelleinrichtung angeschlossenen Holmelementes 8, die in der
Federcharakteristik in der Zone 12 liegen. Das wiederum bewirkt, daß sich der Preßdruck praktisch nicht verändert und auch dieses
Element der Preßgutmatte M die gleiche Kompression erfährt wie die übrigen Elemente. Die Holmelemente 13 im Kalibrierbereich
sind mit Hilfe der Preßspalteinstelleinrichtung mittelbar oder unmittelbar auf Distanzelemente aufsetzbar, die ihrerseits
am Holm 10 abgestützt sind. Im Ausführungsbeispiel handelt es sich um Distanzleisten, die beidseits angeordnet sind. Die
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Holmelemente 9, 13 könnten auch als Bereiche eines kontinuierlich elastisch verformbaren Holmes ausgebildet sein.
Im Ausführungsbeispiel und nach bevorzugter Ausführungsform der Erfindung besteht die Ausgleichsfederanordnung 9 aus mechanischen
Federn. Diese weisen eine Vorspanneinrichtung 16 auf. Die Anordnung und Auslegung sind im ganzen so getroffen,
daß der Ausgleichsbereich mit Hilfe der Vorspanneinrichtung einstellbar ist. - Insbes. wenn mit einem kontinuierlichen, im Bereich 9 elastisch verformbaren Holm 9, 13 gearbeitet
wird, kann auch dieser als Ausgleichsfeder eingesetzt sein.
daß der Ausgleichsbereich mit Hilfe der Vorspanneinrichtung einstellbar ist. - Insbes. wenn mit einem kontinuierlichen, im Bereich 9 elastisch verformbaren Holm 9, 13 gearbeitet
wird, kann auch dieser als Ausgleichsfeder eingesetzt sein.
- Leerseite -
Claims (5)
1. Anlage für das kontinuierliche Pressen einer Holzwerkstoff-Preßgutmatte
mit vorgegebenen, jedoch statistisch schwankenden Mattenparametern im Zuge der Herstellung von Spanplatten, Faserplatten
und ähnlichen Holzwerkstoffplatten im Preßspalt einer
kontinuierlich arbeitenden Presse, - mit
Pressenoberteil,
Pressenunterteil,
Pressenunterteil,
endlos umlaufend geführten, synchron angetriebenen Preßbändern,
Andrejewski, Honke & Partner, Patentanwälte in Essen
Antriebseinrichtung und Preßspalteinstelleinrichtung,
wobei die Preßbänder vom Einlauf her zunächst einen Kompressionsbereich
und danach einen Kalibrierbereich durchlaufen und im Kompressionsbereich der auf die Preßgutmatte wirkende
Preßdruck, im Kalibrierbereich die Dicke des Preßspaltes einrichtbar sind, wobei fernerhin die Preßbänder mittelbar
oder unmittelbar an Holmelementen geführt sind, dadurch
gekennzeichnet, daß im Kompressionsbereich zumindest kalibrierbereichsseitig zumindest ein Holmelement
im Pressenoberteil und/oder im Pressenunterteil unter Zwischenschaltung einer Ausgleichsfederanordnung an die Preßspalteinstelleinrichtung
geschlossen ist und daß die Ausgleichsfederanordnung in einem Ausgleichsbereich eine im
wesentlichen horizontale Pedercharakteristik aufweist, durch welche die statistischen Schwankungen der Mattenparameter ausgleichbar
sind.
2. Anlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in Kombination dazu die Holmelemente im Kalibrierbereich mit Hilfe
der Preßspalteinstelleinrichtung mittelbar oder unmittelbar auf Distanzelemente aufsetzbar sind.
3. Anlage nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Holmelemente sowohl im Kompressionsbereich als auch im Kalibrierbereich als Teilstücke eines kontinuier-
Andrejewski, Honke & Partner, Patentanwälte in Essen
lichen, zumindest im Kompressionsbereich elastisch verformbaren Holmes ausgebildet sind.
4. Anlage nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die Ausgleichsfederanordnung aus mechanischen Federn aufgebaut ist, die eine Vorspanneinrichtung aufweisen,
und daß der Ausgleichsbereich mit Hilfe der Vorspanneinrichtung einstellbar ist.
5. Anlage nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß das Holmelement selbst als Ausgleichsfederanordnung
ausgeführt ist.
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