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Konischer Schachtausbau
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Die Erfindung betrifft einen Schachtausbau, insbesondere für den Ausbau
mit großen Teufen hergestellter Schächte im nicht standfesten, wasserführenden Gebirge,
mit einem am Gebirge anliegenden Außenausbau und einem krümmungsfähigen, außen mit
einem wasserdichten Dichtmantel versehenen, gegliederten Innenausbau mit anschließender
Gleitfuge.
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Im Schachtbau, ob im standfesten oder im nichtstandfesten Gebirge,
wird in der Regel der innere lichte Querschnitt über die Höhe konstant ausgebildet.
Im standfesten Gebirge hat der Ausbau eine gleichbleibende Wanddicke, nur im nicht
standfesten, wasserführenden Gebirge ist wegen des
zunehmenden hydrostatischen
Drucks der Gleitmasse der tragende Wandquerschnitt zu vergrößern. Dies gilt insbesondere
für Gleitschächte im wasserführenden Gebirge, die während des Abteufens mit dem
Gefrierverfahren durch einen Außenausbau gesichert werden und anschließend von unten
nach oben auf einem Fundament ruhend mit dem Innenausbau versehen werden. Das zunehmende
Druckniveau wird bei bekanntem Schachtausbau dadurch ausgeglichen, daß die Ausbaustärke
nach außen hin vergrößert wird, womit eine erhebliche Ausbruchsquerschnittsvergrößerung
verbunden ist.
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Es ist auch schon vorgeschlagen worden (DE-PS 28 23 950) den Querschnitt
des Innenausbaus beizubehalten und die notwendige Verstärkung durch einen aufwendigen
Stahlbeton/ Stahlverbundausbau den Anforderungen anzupassen. Der dann vom Außenausbau
aufzunehmende Vollgebirgsdruck führt dazu, daß die Betonformsteinwand je nach Geologie
mehrreihig wird und ihrerseits einen entsprechenden wechselnden Ausbruchsquerschnitt
erfordert. Aufwendig ist auch die Abstützung des krümmungsfähigen Schachtausbaus
auf dem standfesten Gebirge, wozu teilweise erhebliche bewehrte Ringfundamente notwendig
sind. All dies erfordert einen zusätzlichen Ausbruch, mehr Aufwand an Ausbaumaterial
und besondere Sorgfalt bei der Erstellung, da auch bei schräggestelltem Schacht
sichergestellt werden muß, daß das in der Gleitfuge befindliche Material dort bleibt
und dort wirksam bleibt.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen geringeren Ausbruchsquerschnitte
benötigenden und mit geringem Aufwand einbringbaren, insgesamt krümmungsfähigen
Schachtausbau zu schaffen.
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Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Außenausbau
und der Dichtmantel über die Höhe des damit ausgebauten Schachtabschnittes einen
durchgehend gleichen Querschnitt aufweisen, und daß der restliche Innenausbau auf
der Innenseite mit wachsender Teufe zunehmend verstärkt ist.
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Diese Art des Schachtausbaus bringt den Vorteil mit sich, daß über
die gesamte Höhe des Schachtabschnittes nur ein gleichmäßiger Ausbruch erforderlich
ist. Die Ausbauarbeiten für das Einbringen des Außenausbaus und vor allem auch des
Dichtmantels sind wesentlich vereinfacht und können präziser durchgeführt werden,
weil ein Verspringen der einzelnen Ausbausäulen nicht erforderlich ist. Unterschiedlich
erforderliche Ausbauwiderstände werden ausschließlich durch verschiedene Festigkeitseigenschaften
bei den Ausbaumaterialien bewirkt. Deshalb werden nicht, wie beim Stand der Technik,
nur hochfeste Betonformsteine einer Güteklasse gewählt, sondern die gesamte Palette
der Betonfestigkeitsklassen in Betracht gezogen.
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Vorteilhaft ist, daß die eventuell notwendigen Verstärkungen des Innenausbaus
ausschließlich auf der Innenseite, also der leicht zugänglichen Seite, vorgenommen
werden.
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Nach einer vorteilhaften Ausbildung der Erfindung ist vorgesehen,
daß der Innenausbau nach oben konisch verlaufend ausgebildet ist. Der konische Querschnitt
hat den Vorteil, daß für die so erfolgende Verstärkung des
Innenausbaus
nicht ein zusätzlicher Ausbruch notwendig ist, wobei sich gleichzeitig damit aus
wettertechnischer Sicht, insbesondere für ausziehende Schächte, Vorteile ergeben.
Bautechnisch ist dabei wie erwähnt von Vorteil, daß der Ausbruchsquerschnitt kleiner
und darüber hinaus der Ausbau im oberen Teil nicht unnötig breite Ausbaustärken
aufweist. In Gefrierschächten erweist es sich als einfacher, den Außenausbau bei
kontinuierlichem Ausbruchquerschnitt zu setzen.
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Wegen ausführungstechnischer Gründe ist zu empfehlen, daß der Außenausbau
eine über die Höhe konstante Querschnittsfläche aufweist und aus begrenzt nachgiebigen
Stahlringelementen oder Betonsegementen oder einer statisch tragenden, einreihigen
Betonformsteinwand besteht.
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Gleichsam geeignet sind Paneele, Betonsegmente, Tübbings oder ähnliche
in ihrer Art bekannte Ausbaustrukturen.
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Der Außenausbau soll in der Lage sein, begrenzte Biegebeanspruchungen
zu erdulden. Hieraus folgt, daß die z. B. zwischengefügten dünnen Flachsspanplatten
eine relativ steife Ausbildung erhalten. Darüber hinaus ist der Außenausbau wasserdurchlässig.
Als besonderes Merkmal weist der Außenausbau sich dadurch aus, daß er aus Elementen
gleichen Wandtiefe besteht. Hierbei erfolgt die notwendige Erhöhung der Traglast
durch die Wahl, z.B.
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zunehmender Betongüten über die Teufe. Der Außenausbau wird während
des Teufens gegen das gefrorene Gebirge gebracht und mit möglichst grobkörnigem
Material, z. B.
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hydraulisch gebundenem Schotter, hinterfüllt. Die Anpassung an höhere
Druckbeanspruchung in bestimmten statigrafischen Schichten erfolgt durch die Wahl
entsprechend
ihrer zulässigen Festigkeit vorgehaltenen Ausbauelementen,
die grundsätzlich nur einreihig eingebaut werden. Eine darüber hinausgehende Stabilisierung
des Systems kann durch entsprechenden nachgiebigen Gefrierschachtausbau erfolgen.
Der relativ steife Außenausbau, der kaum radial verformbar ausgebildet ist, führt
zu einer geringeren Beanspruchung der Gefrierrohre und zu einer frühen Tragwirkung
des gesamten Systems, Eine einfache Darstellung des Innenausbaus sieht vor, daß
der Innenausbau aus nach Innen konisch aufgemauerten Betonformsteinen oder einem
konischen Stahlbetonmantel besteht. Dabei wird der Innenausbau zweckmäßigerweise
so hergestellt, daß sich die Schachtquerschnittsfläche nach oben hin stetig erweitert.
Dies bringt die schon erwähnten wettertechnischen Vorteile. Neben der Aufmauerung
des Innenausbaus ist weiterhin erfindungsgemäß vorgesehen, daß ein konischer Stahlbetonmantel
verwendet wird, der beispielsweise in Gleitschalung errichtet wird. Dies ist besonders
günstig und einfach darzustellen, in dem ein als innerer Ausbauzylinder und als
Schalung dienender Stahlmantel vorgesehen ist.
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Für die Ausbildung mit einem durchgehend gleichen Innenquerschnitt
ist die notwendige Verstärkung zweckmäßig dadurch zu erreichen, daß der Innenausbau
auf der Schachtinnenseite durch einen aus Ausbauringen bestehenden Stahl-oder Gußeisenausbau
verstärkt ist. Der Verbund von Verstärkungsmantel und Beton zu einem Verbundring
erfolgt ausschließlich auf der Innenseite, so daß eine mehraxiale Druckfestigkeit
des
Betons in Ansatz gebracht werden kann. Die Steifigkeit der einzelnen Verbundelemente
werden proportional den zulässigen Festigkeiten gestaltet. Im Gegensatz zum Dichtmantel
ist ein Verschweißen in Axialrichtung für diese Verstärkungselemente nicht erforderlich.
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Alternativ können die Ausbauringe einen konischen Querschnitt aufweisen
oder zur Schachtinnenseite verspringend ausgebildet sein. Vorteilhafter Weise erübrigt
sich dann durch die Querschnittsvergrößerung die Notwendigkeit eines Verbundausbaus.
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Der Innenausbau wird durch die Wichte der Gleitmasse belastet, die
in der Gleitfuge angeordnet ist. Erfindungsgemäß ist vorgesehen, daß die Gleichtfuge
ein Füllmittel mit einem Raumgewicht von mindestens 1,15 und höchstens 3 1,29 Mp/m3
aufweist. Als Füllmittel kommt Bitumen mit an sich bekannten Beimengungen, z. B.
in Form von Kalksteinmehl mit den beschriebenen Raumgewichten zur Anwendung. Hierbei
kann das Füllmittel der Gleitfuge zur Volumenvergrößerung mehr als 30% eines konsistenten
Zuschlages aufweisen. Geeignet ist beispielsweise granulierter Kesselschlacke. Mit
gleicher Gesamtwichte sind entsprechende Betonitsuspensionen in Abhängigkeit von
Druck und Temperatur geeigent. Der Innenausbau wird durch die Wichte der Gleitmasse
belastet. Hierbei wird neben dem Wasserdruckanteil der gleichförmige Erddruck in
der Größenordnung von 0,3 Mp/m mal Höhe zu etwa 50% auf den Innenausbau und in gleicher
Größenordnung auf den Außenausbau aufgegeben.
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Dies setzt eine Gleitmassendichte von mindestens 1,15 3 Mp/m voraus.
Der im Schachtbau üblicherweise eingesetz-2 te ungleichförmige Horizontaldruck von
0,13 Mp/m mal Höhe wird erfindungsgemäß einer besondere Aufteilung
unterworfen.
Hiervon entfallen z. B. 0,1 Mp/m2 mal Höhe als 2 Außendruck auf den Außenausbau
und 0,03 Mp/m2 mal Höhe auf den Innenausbau. Hierbei wird für den Außenausbau eine
Bettung des Systems in Ansatz gebracht, für den Innenausbau gilt der flüssigkeitsbelastete
dickwandige Zylinder als statisches System. Durch die Aufteilung ist eine erheblich
geringere Wanddicke insbesondere beim Außenausbau zu verzeichnen, so daß dieser
bewußt nur einreihig angesetzt werden kann. Durch die geringere ungleichförmige
Belastung des Innenausbaus wirken sich die Biegebeanspruchungen nicht mehr als bemessungsentscheidend
aus. Der Ansatz des vollen Ungleichförmigkeitsdruckes auf den Innenausbau ist nicht
mehr unbedingt notwendig und ein Ansatz von 0,03 mal Höhe ausreichend um Abweichungen
von der idealen Kreisform sinnvoll zu berücksichtigen.
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Auf große Ring fundamente mit aufwendiger Stahlbewehrung kann verzichtet
werden, wobei insbesondere bei der konischen Ausbildung des Ausbaus der untere Abschluß
des konisch ausgebildeten Innenausbaus von einem Schlußring gebildet ist, dessen
Sohlfläche so ausgebildet ist, daß die resultierenden Kräfte durch die Mitte der
Sohlfläche verlaufen. Da der Außenausbau nicht auf den Schlußring aufsetzt, wird
die Belastung des Schlußrings durch den Gleitmassendruck eindeutig fixiert. Bei
entsprechender Ausbildung der Sohlfläche und der Einleitung der Resultierenden ist
sichergestellt, daß nachteilige Spalte bzw. Krempelmomente nicht auftreten.
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Ebenfalls zur Reduzierung der Krempelmomente dient der Vorschlag,
nach der der untere Abschluß des nach unten verstärkt ausgebildeten Innenausbaus
von einem Schlußring
gebildet ist, der soweit ins Gebirge verlängert
ist, daß die Resultierende von Gleitmassendruck und Eigengewicht der Schachtröhre
durch die Mitte der Sohlfläche verläuft. Beide Ausbildungen bringen durch den enormen
Vorteil der Verhinderung von Krempelmomenten den Vorteil geringerer Stahlbewehrung
mit sich Der einwandfreien Ausbildung des Fußbereiches dient der Vorschlag, den
Dichtmantel in Form einer Labyrinthdichtung in den Schlußring einzubinden. Dabei
ist der Abfluß der Gleitfuge vorteilhaft darstellbar, in dem zwischen Schlußring
und Gebirge ein ringförmiger Dichtkeil vorgesehen ist, der die Gleitfuge nach unten
hin abdichtend angeordnet ist. Es erübrigt sich somit ein Umfließen des Fundaments
durch die Gleitmasse. Hierbei empfiehlt es sich, die Gleitfläche von Schlußring
und Dichtkeil durch eine Stahlummantelung zu sichern und gegebenenfalls in der Fuge
ein zusätzliches Injektionsband zur Sicherstellung des Anpreßdruckes zu positionieren.
Eine genaue Belastungsermittlung des Schlußringes ist erfindungsgemäß dadurch gegeben,
daß der Außenausbau hinter dem Schlußring unmittelbar auf das Gebirge gestellt ist.
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Nach einer weiteren Ausbildung ist vorgesehen, daß der Querschnitt
des Schachtes und damit der von Außen-und Innenausbau sich im Vorschachtbereich
konisch nach oben erweiternd ausgebildet ist. Mit dieser Ausführungsform ist gemeint,
daß auch im standfesten Gebirge eine solche Ausbildung des oberen Endes des Schachtes
wettertechnische Vorteile bringt, da der Schacht als Difusor
wirkt.
Die Wettergeschwindigkeit nimmt kontinuierlich ab, so daß dabei ein relativer Anstieg
des statischen Druckes erzeugt wird.
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Der technische Fortschritt der vorliegenden Erfindung ist insbesondere
darin zu sehen, daß bei wesentlich reduziertem Ausbruchquerschnitt über die Höhe
des Schachtes gesehen ein gleichmäßiger Aufbau des Außenausbaus die Arbeiten erleichtert.
Darüber hinaus kann der Dichtmantel von oben bis unten gleichförmig ausgebildet
eingebracht werden, was wiederum die notwendigen Schweißarbeiten erleichtert. Die
beim Außenausbau erforderlichen unterschiedlichen Ausbauwiderstände können einfach
und ausschließlich durch verschiedene Festigkeitseigenschaften bei den Ausbaumaterialien
bewirkt werden. Der vorgeschlagene Außenausbau ist relativ steif und kaum radial
verformbar ausgebildet. Hierdurch wird die Beanspruchung der Gefrierrohre begrenzt
und eine frühe Tragwirkung des Systems erreicht. Gleichzeitig ist der Außenausbau
in der Lage, dem ungleichförmigen Gebirgsdruckanteil besser Rechnung zu tragen als
ein quasi durch Momentenschwächung errichteter weicher Außenausbau. Ist der durch
erhöhte Stoßschiebung des Frostkörpers beanspruchte Außenausbau nicht ausreichend,
läßt sich die einreihige Schicht durch eine Reihe mit höherer Festigkeitsklassen
erneuern. Eine Übernahme des vollen Gebirgsdruckes muß bei diesem Vorschlag nicht
vom Außenausbau übernommen werden, sondern nur der Differenzdruck Dieser kann in
der Bauphase den Frostkörper entlasten.
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Es läßt sich weiterhin zeigen, daß der Verbundausbau Frostkörper/Außenausbau
beim Verhältnis 1,15 : 0,15
etwa dem Verhältnis der Steifigkeit
der Materialien entspricht. Der Frostkörper kann aber durchaus auch so dimensioniert
werden, daß er während der Bauphase keiner Stützung durch den Außenausbau bedarf.
Auf der sicheren Seite liegend kompensiert der mit mindestens 2 1,15 Mp/m2 mal Höhe
eingestellte Gleitmassendruck mehr als den Wasserdruck und schützt den Innenausbau
dergestalt auch vor anteiligen Erddruckkomponenten. Durch die erhöhte äußere Vorspannlast
wird sich selbst bei Berührung von Innen- und Außenausbau ein geringerer Druckspannungsverlust
auf der Biegezugseite einstellen.
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Der Innenausbau wird auf einfache Art und Weise dem zunehmenden Druckniveau
entsprechend entweder verstärkt oder konisch ausgebildet. Letzteres hat wettertechnische
Vorteile, insbesondere bei ausziehenden Schächten. Vorteilhaft ist weiter die einfache
Ausbildung des Fußrings, der nicht einmal als Fundamentring im eigentlichen Sinne
bezeichnet werden kann, sondern lediglich den natürlichen Abschluß dieses Schachtteiles
darstellt. Die notwendige Dichtigkeit wird durch die geschickte Ausbildung der Keildichtung
erreicht. Der über die Gleitmasse auf die Sohlfläche gepreßte Schlußring wirkt zusammen
mit der konisch ausgebildeten Keildichtung auch bei auftretenden Bewegungen immer
so dichtend, daß eine einwandfreie Funktion gewährleistet ist. Dadurch, daß der
Außenausbau nicht auf dem Ringfundament wie bei früheren Lösungen aufgelastet ist,
sind die äußeren Lasten des Schlußringes klarer abgrenzbar. Ein Durchlaufen der
Resultierenden
durch den Kern des Querschnittes sowohl axial als auch in Radialrichtung ist konstruktiv
ohne weiteres erreichbar. Zugspannungen sind somit ausgeschlossen. Der Außenausbau
ist hinter dem Fußring unmittelbar auf das Gebirge gestellt1 so daß seine Last unter
Umgehung des Schlußringes und der Keildichtung direkt in das Gebirge abfließen kann.
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Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Figuren weiter erläutert.
Es zeigen: Fig. 1 einen Schnitt durch einen Schacht mit konischem Ausbau, Fig. 2
einen Schnitt durch einen Schacht mit nach unten verstarktem Ausbau, Fig. 3 einen
Schnitt durch einen Schacht mit unterschiedlich ausgebildetem konischen Ausbau,
Fig. 4 weitere Ausbildungen des konischen Ausbaus und Fig. 5 den Vorschachtbereich
mit konischer Ausbildung.
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Der Schacht nach Fig. 1 und auch Fig. 2 ist nur teilweise gezeigt
und mit 1 bezeichnet. Der Schacht ist gegenüber dem Gebirge 3 über einen Schachtausbau
2 gesichert, wobei dieser aus einem gegliederten Ausbau mit mehreren Schichten und
unterschiedlichem Aufbau besteht.
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Der Außenausbau 5 besteht nach Fig. 1 z.B. aus Betonformsteinen 14,
15, wobei aber auch Betonsegmente, Tübbings oder ähnliches zum Einsatz kommen können.
Zum Schachtinneren hin gesehen davor liegt die Gleitfuge 8, die gegenüber dem Innenausbau
6 durch den Dichtmantel 7 getrennt ist Die Gleitfuge 8 ist z.B. mit Bitumen ausgefüllt,
das durch bekannte Beimengungen wie beispielsweise Kalksteinmehl oder Kesselschlacke
auf ein Raumgewicht von 1.15 bis 3 1,29 Mp/m3 gebracht ist.
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Der Innenausbau 6 besteht ebenfalls aus entsprechenden Ringelementen,
die insgesamt einen konischen Querschnitt ergebend aufeinander aufgeschichtet sind.
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Der entsprechende konische Ausbau benötigt praktisch kein spezielles
Fundament. Vielmehr wird lediglich der letzte Ausbauring als Schlußring 17 ausgebildet,
auf den lediglich der Innenausbau 6 aufgesetzt ist. Der Außenausbau 5 dagegen wird
nicht auf den Schlußring 17, sondern unmittelbar auf das Gebirge 3 aufgesetzt. Dadurch
ist die Belastung des Schlußringes durch den Gleitmassendruck eindeutig fixiert.
Durch die konische Ausführung des Innenausbaus 6 ist die Sohlfläche 18 immer derart
auszubilden, daß die Resultierenden durch die Mitte der Sohlfläche verlaufen.
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Der Abschluß der Gleitfuge 8 einerseits gegenüber dem Schlußring 17
und andererseits gegenüber dem Gebirge 3 bzw. dem Außenausbau 5 wird durch den Dichtkeil
22 bewirkt. Die Gleitfläche 23 des Dichtkeils 22, der ringförmig ausgebildet ist,
kann durch eine Stahlummantelung gesichert werden, wobei unter Umständen in die
entsprechende Fuge eine hier
nicht dargestelltes Injektionsband
zur Sicherstellung des Anpreßdruckes eingebaut ist.
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An den Schlußring 17 schließt sich der Schachtausbau im standfesten
Gebirge an, der wie dargestellt aus Stahlbetonteilen 21, 21 ausgebildet ist. Diese
Stahlbetonteile oder Stützringe können in Form von Verbundringen verwendet werden,
wenn möglichst eine große Sohlfläche für den Schlußring 17 von Nöten ist. Die Fugen
zwischen den einzelnen Stützringen sind durch Dichtungsbänder abgesichert, die die
Aufgabe haben, diesen Bereich gegen druckbegrenzte Zuflüsse abzudichten. Dies gilt
insbesondere für spezielle durch die Stützringe und nicht das Fundament eingepreßte
Injektionen zur Abdichtung gegen Zuflüsse. Der Dichtmantel 7 ist übrigens im Bereich
des Schlußringes 17 in diesen in Form einer Labyrinthdichtung 19 eingebunden.
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Fig. 2 zeigt eine Ausbildung, bei der der Schachtquerschnitt durchgehend
einheitlich ist, wobei der Innenausbau 6 allerdings den Gegebenheiten entsprechend
verstärkt wird. Zur Verstärkung dient ein Stahl- oder Gußeisenausbau 12, der aus
einzelnen unterschiedlich starken Ausbauringen 13 zusammengesetzt ist. Diese Ausbauringe
13 sind in acialer Richtung nicht miteinander verbunden. Der Schlußring 17 ist soweit
in Richtung Gebirge verlängert, bis der über der Fußausbildung definiert bekannte
Gleitmassendruck im Zusammenspiel mit dem Eigengewicht der Schachtröhre eine Resultierende
durch die Mitte der Sohlfläche 18 bildet. Auch hier ist der Dichtmantel 7 in Form
einer Labyrinthdichtung 19 in den Schlußring 17 eingebunden.
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Sowohl bei Fig. 1 wie auch Fig. 2 ist verdeutlicht, daß der Außenausbau
5 nicht auf dem Schlußring 17 aufsteht, sondern vielmehr auf dem Gebirge 3.
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Die Fig. 3 und 4 zeigen unterschiedliche Ausbildungen des Außenausbaus
5 bzw. des Innenausbaus 6. Bei Fig. 3 ist der Innenausbau jeweils von einem konisch
ausgebildeten STahlbetonmantel 16 gebildet, während der Außenausbau 5 einmal aus
Betonformsteinen 14, 15 zusammengesetzt ist, und zum anderen aus Spritzbeton oder
ähnlichem Material. Mit 10 und 11 sind hier der innere Querschnitt und der äußere
Querschnitt bezeichnet, um deutlich zu machen, daß der äußere Querschnitt 11 durchgehend
gleich ist, während der innere Querschnitt von unten nach oben kontinuierlich zunimmt.
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Fig. 4 zeigt eine Ausbildung, bei der der Außenausbau 5 aus Betonformsteinen
14, 15 besteht, zwischen denen Flachspanplatten 26 eingesetzt sind, die eine relativ
steife Ausbildung aufweisen. Der Innenausbau besteht aus einer entsprechend ausgebildeten
Betonformsteinwand 20.
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Auf der anderen Seite sind Stahlringelemente 27 als Außenausbau 5
verwendet, während der Innenausbau 6 einen Stahlbetonmantel 16 aufweist, vor dem
diesen einfassend ein Stahlmantel 28 eingebracht ist. Dieser Stahlmantel dient einerseits
als Innenwandung des Schachtes und gleichzeitig als Schalung beim Einbringen des
Stahlbetonmantels.
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Fig. 5 verdeutlicht die Ausbildung, nach der der Vorschachtbereich
30 diffusorartig ausgebildet ist. Diese
Ausbildung kann auch für
den Schacht im standfesten Gebirge wettertechnische Vorteile mit sich bringen.
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Die Gleitfuge 8 kann mit Asphalt, vorzugsweise aber auch mit einer
Tonwassersuspension oder einer ähnlichen Kombination, deren Dichte langfristig aufgrund
eintretender Sedimentation einen nicht linearen Verlauf einnimmt. Gerade die vorgeschlagene
Ausbildung des Ausbaus ist mit einer derartigen Tonwassersuspension vorteilhaft
einsetzbar, wobei eine Dichtverteilung von l,o an der Oberfläche bis zu 2,3 im Bereich
des Schlußringes 17 ohne weiteres eintreten kann, ohne die Wirksamkeit des Schachtausbaus
zu beeinträchtigen.
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1 Schacht 2 Schachtausbau 3 Gebirge nicht standfest 5 Außenausbau
6 Innenausbau 7 Dichtmantel 8 Gleitfuge 10 Querschnitt innen 11 Querschnitt außen
12 Stahlausbau 13 Ausbauring 14 Betonformstein 15 Betonformstein 16 Stahlbetonmantel
17 Schlußring 18 Sohlfläche von 17 19 Labyrinthdichtung 20 Betonformsteinwand 21
Stahlbetonformteil 22 Dichtung 23 Gleitfläche 26 Flachspanplatten 27 Stahlringelement
28 Stahlmantel 30 Vorschachtbereich 31 Gebirge standfest