DE2912989C2 - Ringausbau für am vorläufig verfestigten, vorzugsweise im gefrorenen Gebirge abgeteufte Schächte des Berg- und Tunnelbaus - Google Patents
Ringausbau für am vorläufig verfestigten, vorzugsweise im gefrorenen Gebirge abgeteufte Schächte des Berg- und TunnelbausInfo
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Description
45
Die Erfindung betrifft einen Ringausbau für am vorläufig verfestigten, vorzugsweise im gefrorenen
Gebirge abgeteufte Schächte des Berg- und Tunnelbaus, mit einem tragenden, gleitenden Schachtausbau, wel- v>
eher einen z. B. mit beweglichen Stahlbetonringen innen
abgestützten Stahlblechmantel aufweist, der mit einer Gleitschicht an das Gebirge bzw. an einen gebirgsverbundenen,
vorläufigen Ausbau angeschlossen ist, wobei der tragende Schachtausbau auf einem Fundament über
ein Gelenk abgestützt ist.
Der Ringausbau gemäß der Erfindung reicht im allgemeinen von einem Vorschacht bis zu dem
Fundament. Da seine z. B. aus Asphalt bestehende Gleitschicht als Spannungsausgleich wirkt, werden &o
Zerrungen, Pressungen und Stauchungen, die im Bergbau hauptsächlich durch den Abbau ausgelöst
werden, von dem tragenden Ausbau ferngehalten. Nur die radial gerichteten Wasser- und Gebirgsdrücke
werden auf den Stahlblechmantel übertragen. Da es *5
aber außerdem zu Krümmungen der Schachtröhre kommen kann, welche der tragende Ausbau mitmachen
muß, sichert der Stahlblechmantel die Dichtigkeit des Schachtes. Dieser Stahlblechmantel wird seinerseits
innen zumeist mit Betonausbau unterstützt. Wenn man diesen Ausbau aus lose aufeinander gestellten Stahlbetonringen
aufbaut, werden die bei Krümmung der Schachtachse im Stahlblechmantel auftretenden Zerrungen
nicht auf die Stahlbetonringe übertragen, jedoch ergeben sich die größten vertikalen Spannungen im
untersten Ring.
Das Fundament nimmt das Gewicht dei tragenden Schachtausbaus und eine geringe Restpressung aus
einer angenommenen Absinkgeschwindigkeit des Gebirges auf. Das Gelenk soll einerseits diese Last des
Schachtausbaus gleichmäßig auf das Fundament verteilen und andererseits Querkräfte abtragen. Da man in
der Regel die maximale Durchbiegung des Schachtrohres kennt, weiß man auch den Winkel, um den sich der
Schachtrohrfuß dreht.
Es ist bekannt (Glückauf 100 (1964), Heft 25, S. 1473 bis 1495), zwischen einer Fußplatte eines derartigen
Stahlbetonverbundschachtausbaus und dem Fundament eine etwa 44 mm dicke Kreisringplatte aus Blei
einzubauen, welche mit Graphit und Öl bestrichen wird (a. a. 0.1476, Ii. Sp. letzter Abs.). Hierbei dichtet man die
die Gleitschicht aufnehmende Ringfuge mit Hinterfüllbeton ab. Nachteilig wirkt sich jedoch aus, daß unter
bestimmten Voraussetzungen bei einer Schiefstellung des Fundamentes und/oder einer Verkippung des
tragenden Schachtausbaus einseitige punktförmige Belastungen an der Fundamentfläche auftreten, die an
der Oberfläche des Fundamentes zu Zerstörungen führen können.
Es ist auch bekannt, den unteren Teil der beweglichen
Schachtröhre über dem Fundament einzuspannen (Glückauf 103 (1967) Heft 12, S. 553-560), um bei
Krümmungen dei Schachtachse oberhalb des Fundamentbereiches eine Schiefstellung der Ausbauringe auf
der Auflagerfläche des Fundamentes und Kantenpressungen zu verhindern. Die Schachtröhre sitzt hierbei auf
einem Blechring und wird durch das nachträgliche Verpressen einer mit Kies gefüllten Ringfuge mit
Zementmörtel vorgespannt Dadurch entsteht eine Einspannung der Schachtröhre im Gebirge. Durch das
nachträgliche Einspannen, d. h. das Verpressen des Kiesgerüstes kann zunächst der Ringausbau komplett
eingebracht und dessen Gewicht in das Fundament eingeleitet werden, so daß dieses nicht im Einspannbereich
kraftschlüssig aufgefangen wird. Nachteilig wirkt sich aus, daß im unteren Bereich der Schachtröhre suf
diese Weise d«3 eingangs geschilderte Prinzip des
Gleitausbaus aufgegeben wird und deswegen in den tragenden Schachtausbau Biegekräfte aus dem Gebirge
bzw. aus dem sich verkippenden Fundament eingeleitet werden, die zu dessen vorzeitiger Zerstörung führen
können.
Der Erfindung liegt die Aulgabe zugrunde, punktförmige
Belastungen bei Schiefstellungen der Schachtröhre von dem tragenden Ausbau, insbesondere von dem
Fundament fernzuhalten, um Zerstörungen, vorzugsweise solche des Fundamentes zu vermeiden.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß als Gelenk ein Kugelgelenk dient, dessen Gleitflächen
die Auflageflächen des tragenden Schachtausbaus und des Fundamentes sind, die Ringausschnitte aus den
Lagerflächen von Kugel und Kugelpfanne sind, wobei deren Kugelradien mit der Schachtachse zusammenfallen.
Durch die Erfindung wird erreicht, daß das Schachtrohr auch dann ständig auf dem Fundament aufsitzt.
wenn es Krümmungen erleidet, weil es unter dem
Einfluß von Relativbewegungen infolge Schieflagen des Fundamentes oder Krümmungen des Schachtrohres
nicht von dem Fundament einseitig abheben kann. Infolgedessen kann es nicht zu punktförmigen Belastungen
des Fundamentes und zu den hierauf beruhenden Zerstörungen kommen. Außerdem läßt sich gegebenenfalls
völlig auf eine Einspannung des Schachtrohres oberhalb des Fundamentes verzichten.
Vorzugsweise und gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung sind die Auflageflächen des Schachtausbaus
und des Fundamentes konvex bzw. konkav gekrümait. Auf diese Weise werden übermäßige
Flächendrücke verhindert, die ihrerseits Anlaß zu Zerstörungen geben könnten.
Im Folgenden wird die Erfindung anhand der in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsformen näher
erläutert; es zeigt
F i g. 1 den unteren Teil eines erfindungsgemäßen Schachtausbaus,
F i g. 2 in verkleinerter Darstellung und schematisch den Gegenstand der Fig. !, wobei strichpunktiert
Verkippungen der Schachtröhre wiedergegeben sind und
F i g. 3 eine abgeänderte Ausführungsform der Erfin- 2S
dung.
Der in Fig. 1 dargestellte untere Schachtabschnitt steht oben im vorläufig verfestigten, beispielsweise im
gefrorenen Gebirge 1. Er hat einen tragenden, gleitenden Schachtausbau, der allgemein mit 2 bezeich- w
net ist. Innen besteht dieses Schachtrohr aus aufeinanderfolgenden
segmentweise zusammengesetzten Ringen 3—9, die einen äußeren Stahlblechmantel 10 von
innen unterstützen. Der Stahlblechmantel ist mit einer Gleitschicht 11 an einen vorläufigen Ausbau 12 J5
angeschlossen. Dieser Ausbau besteht gemäß dem dargestellten Ausführungsbeispiel aus aufeinanderfolgenden
Ringen 13, welche aus Formsteinen mit Flachsspanplattenzwischenlagen 28 oder abschnittsweise
mit Mörtelfugen 24 aufgebaut sind, sowie aus einem -*0
Anschluß an da".· Gebirge aus Hinterfüllbeton 14.
Unten ist der tragende Schachtausbau 2 auf einem Fundament 15 abgestützt. Gemäß dem Ausfühmngsbeispiel
wird der unterste Ring 9 von einem Stahlblechring 16 unterstützt, der innen an einem kurzen Zylinder 16' 4^
endet und außen an den Stahlblechmantel 10 angeschlossen
ist. Die Auflagerfläche wird cemnach von der
Außenfläche 17 des Stahlblechringes 16 gebildet. Ihr entspricht die Auflagerfläche 18 des Fundamentes 15.
Die Auflagerfläche 17 ist entsprechend dem Radius R >°
gekrümmt, der von der SciMchtachse 19 bei 20 ausgeht
und dessen Länge sich entsprechend den zu erwartenden Krümmungen der Schachlröhre wählen läßt.
Die Auflagerfläche 18 des Fundamentes ist entsprechend der Fläche 17 gekrümmt.
Der untere Bereich der Ringfuge 21, welche die Gleitschicht 11 aufnimmt, ist bei 22 mit einer abdichtend
wirkenden Mischung verfüllt. Diese kann aus Sand und Asphalt bestehen. An diesen Bereich schließt sich
Kiesbeton-Ringfuge 24 an, die sich unten auf einer &o
Ringfuge 25 aus Dichtmaterial wie bei 22 abstützt. Gemäß dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist die
innere Schachtröhre 2 im Bereich der Einspannung 24 über den hier voll vcrmörtelten Betonformsteinausbau
12 mit dem Gebirge verbunden. Infolge des Kugelgelenkes kann die beschriebene Einspannung aber auch
entfallen, so daß das Gleitprinzip bis zum Fundament erhalten bleibt
Im Betrieb kann sich der untere Ring 9 aus seiner ausgezogenen Stellung bei 30 in die strichpunktierte
Stellung bei 31 verschwenken, wobei die Flächen 17 und 18 aufeinander gleiten, so daß punktförmige Belastungen
vermieden werden. Die Abweichung der Schachtachse ist bei 32 wiedergegeben und zeigt, daß sehr
große Verschwenkwinkel möglich sind, ohne daß das Fundament 15 unzulässig beansprucht wird. Die
entsprechenden Wirkungen treten ein, falls das Fundament 15 mit der anschließenden Schachtröhre 33
verkippt wird.
Technisch ist die Auflagerfläche 17 eine Ringfläche aus der Kugel und dem Radius R eines Kugelgelenkes,
dessen Kugelpfanne auf der Ringfläche 18 des Fundamentes 15 abgebildet ist. Abweichend von dem
Ausführungsbeispiel gemäß den F i g. 1 und 2 ist bei der Ausführungsform nach F i g. 3 das Fundament 15 mit der
Kugelringfläche 36 versehen, und die Anfiagerfläche 35
des tragenden Schachtausbaues ist gemäß einer Ringfläche der Kugelpfanne gekrümmt
Anhand des Ausführungsbeispieles nach F i g. 1 ist gezeigt, daß die Lösung der eingangs herausgearbeiteten
Erfinaungsaufgabe auch damit kombiniert werden kann, daß zerstörerisch wirkende, punktförmige Belastungen
an einzelnen Betonringen, die mit 4—7 bezeichnet sind, zu vermeiden. Diese Aufgabenlösung
kann auch für sich, d. h. ohne die Ausbildung eines Kugelgelenkes im Bereich der Auflagerflächen 17, 18
des tragenden Schachtausbaus 2 und des Fundamentes 15 verwirklicht werden; andererseits kann man die
eingangs bezeichnete Gelenkausbildung auch für sich verwirklichen, wie die Ausführungsbeispiele nach den
F i g. 2 und 3 erkennen lassen sollen.
Während gemäß dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 nur einige der Betonringe gelenkig aufeinander
abgestützt sind, die man naturgemäß aufgrund der Vorausberechnungen der Schachtkrümmung auswählen
kann, läßt sich diese Aufgabenlösung auch an allen Betonringen verwirklichen. Gemäß dem Ausführungsbeispiel sind im übrigen die Gelenke so ausgebildet, wie
das Gelenk zwischen dem untersten Ring 9 und dem Fundament 15, obwohl diese Aasführung für höhere
Beanspruchungen und größere Schwenkwinkel vorgesehen und geeignet ist. Deswegen kann man die
Gelenke zwischen benachbarten ßetonringen 4, 5 bzw. 5, 6 bzw. 6, 7 konstruktiv auch vereinfachen, z. B. es
können eingeschaltete Stahlblechringe 16a—16c weggelassen und an deren Stelle die einander zugekehrten
Auflagerfiächen 6-a/7a benachbarter Betonringe 6, 7 unmittelbar aufeinander abgestützt werden, wie hier am
Beispiel der Ringe 5—6 dargelegt wird. Man kann auch auf andere Weise als durch die beschriebenen
Stahlblechringe 16 dafür sorgen, daß beim Arbeiten der Gelenke Scher- und Schubspannungen von den
Betonringen ferngehalten werden, die diese nicht bruchlos überstehen -'-Orden.
Die Radien R\, R7 und Ri für die dargestellten
Gelenke im Schachtausbau 2 fallen ebenfalls mit der Schachtachse 19 zusammen und können je nach
vorausberechneter Krümmung gewählt werden.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (3)
1. Ringausbau für am vorläufig verfestigten, vorzugsweise im gefrorenen Gebirge abgeteufte
Schächte des Berg- und Tunnelbaus, mit einem tragenden, gleitenden Schachtausbau, welcher einen
z. B. mit beweglichen Betonringen innen abgestützten
Stahlblechmantel aufweist, der mit einer Gleitschicht an das Gebirge bzw. einen gebirgsverbundenen
vorläufigen Ausbau angeschlossen ist, wobei der tragende Schachtausbau auf einem
Fundament über ein Gelenk abgestützt ist, dadurch
gekennzeichnet, daß als Gelenk ein Kugelgelenk dient, dessen Gleitflächen die Auflageflächen
(17, 18) des tragenden Schachtausbaus (2) ;■>
und des Fundamentes (15) und Ringausschnitte aus den Lagerflächen von Kugel und Kugelpfanne sind,
wobei deren Kugelradien (R) mit der Schachtachse (19) zusammenfallen.
2. Ringausbau nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet.,
daß die Auflagefläche (17) des tragenden Schachtausbaus (2) konvex und die Auflagefläche
(18) des Fundamentes konkav gekrümmt ist.
3. Ringausbau für im vorläufig verfestigten oder gesicherten, vorzugsweise in gefrorenen Gebirge
abgeteufte Schächte des Berg- und Tunnelbaus mit einem tragenden, gleitenden Schachtausbau, welcher
einen z. B. mit beweglichen Betonringen innen abgestützten Stahlblechmantel aufweist, der mit
einer Gleitschicht an das Gebirge bzw. einen gebirgsverbundenen, vorläufigen Ausbau angeschlossen
Ist, insbesondere nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, ds." wenigstens einige der
Betonringe (4—7) übrr ein Gelenk (16a— 16c;6a, 7a)
mit dem ihnen jeweils iii dem 'agenden Schachtausbau
(2) folgenden Betonring verbunden sind und als Gelenk ein Kugelgelenk dient, dessen Gleitflächen
(6a, 7a) die Auflageflächen der benachbarten Betonringe und Ringausschnitte aus den Lagerflächen
von Kugel und Kugelpfanne sind, wobei die *o Kugelradien (R1-R3) mit der Schachtachse (19)
zusammenfallen.
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1979
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