DE3329234A1 - Verfahren und anlage zur thermischen behandlung von feinkoernigem gut - Google Patents
Verfahren und anlage zur thermischen behandlung von feinkoernigem gutInfo
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Description
Verfahren und Anlage zur thermischen Behandlung von feinkörnigem Gut
Die Erfindung betrifft ein Verfahren entsprechend dem Oberbegriff des Anspruches 1, ferner eine Anlage
zur Durchführung dieses Verfahrens.
Bei der thermischen Behandlung von feinkörnigem Gut, wie Magnesit, Dolomit und dergleichen, wird
das vorgewärmte und calcinierte Gut vor der Heißbrikettierung zunächst auf die hierfür geeignete
Temperatur abgekühlt. Dies erfolgt üblicherweise mittels eines Kühlluftstromes, der anschließend
als Verbrennungsluft der Calcinierzone zuströmt, wobei die heißen Abgase der Calcinierzone zwecks
Vorwärmung des Gutes durch die Vorwärmzone geführt werden.
Nach diesem Verfahren arbeitende Anlagen müssen vielfach aus betrieblichen Gründen mit unterschiedlicher
Leistung (d.h. mit unterschiedlichem Gutdurchsatz) gefahren werden. Trotz unterschiedlicher
Gut-Durchsatzmenge soll dabei jedoch die Kühlluftmenge annähernd konstant gehalten werden, um optimale
Strömungsverhältnisse zu gewährleisten und ein Durchschießen von Gut bei nicht ausreichender
Strömungsgeschwindigkeit der Kühlluft zu vermeiden. Änderungen der Gut-Durchsatzmenge bei gleichbleibender
Kühlluftmenge führen nun jedoch zu entsprechenden Schwankungen der Temperatur, auf die das Gut in
der Kühlzone gekühlt wird, und damit zu unerwünschten Abweichungen der Guttemperatur in der Heißbrikettierzone
vom optimalen Wert.
Ähnliche Verhältnisse liegen auch bei anderen Verfahren vor, bei denen sich an die Kühlzone eine weitere
Heißbehandlungszone (etwa eine Heißlaugungszone) anschließt,
in der auch bei unterschiedlicher Gut-Durchsatzmenge eine gleichbleibende Guttemperatur
eingehalten werden soll.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der im Oberbegriff des Anspruches 1 vorausgesetzten
Art so auszubilden, daß sich trotz konstant gehaltener Kühlluftmenge bei unterschiedlicher Gut-Durchsatzmenge
eine gleichbleibende Guttemperatur in der der Kühlzone nachgeschalteten Heißbehandlungszone
ergibt.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch das kennzeichnende Merkmal des Anspruches 1 gelöst.
Indem erfindungsgemäß dem in der Kühlzone mittels eines Luftstromes gekühlten Gut ein Teilstrom ungekühlten
Gutes zugemischt wird, läßt sich auch bei schwankender Gut-Durchsatzmenge und konstant gehaltener
Kühlluftmenge die Guttemperatur in der der Kühlzone nachgeschalteten Heißbehandlungszone auf dem
optimalen Wert halten. Zu diesem Zweck wird bei Verringerung der Gut-Durchsatzmenge und entsprechend
stärkerer Kühlung des durch die Kühlzone geführten Teilstromes des Gutes ein zunehmend größerer Teilstrom
des calcinierten Gutes im By-pass an der Kühlzone vorbeigeführt.
Zweckmäßig wird hierbei die Mischtemperatur des Gutes (bestehend aus den beiden Teilströmen des gekühlten
und nicht gekühlten Gutes) laufend gemessen und die Aufteilung des calcinierten Gutes auf die beiden
Teilströme im Sinne einer Konstanthaltung der Mischtemperatur geregelt.
Wenn vorstehend ein Teilstrom ungekühlten Gutes erwähnt wurde, so sind im Rahmen der Erfindung
selbstverständlich auch Verfahrensvarianten denkbar, bei denen dem in der Kühlzone mittels des
IQ Kühlluftstromes gekühlten Gut ein Teilstrom von nur
vorgekühltem Gut zugemischt wird. Diese Vorkühlung kann beispielsweise in einer an die Calcinierzone anschließende
Verweilzone erfolgen, in der das Gut beispielsweise im indirekten Wärmeaustausch mit der Umgebung
steht.
Ein Ausführungsbeispiel zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist in der Zeichnung veranschaulicht.
Es zeigen
Fig.1 ein Schema einer Anlage zur Durchführung des
erfindungsgemäßen Verfahrens;
Fig.2 ein Detail aus der Anlage gemäß Fig.1;
Fig.3 bis 6 Diagramme zur Erläuterung der Erfindung.
Die dargestellte Anlage zur thermischen Behandlung von feinkörnigem Gut, wie Magnesit oder Dolomit,
enthält eine Vorwärmzone 1, eine Calcinierzona 2, eine Kühlzone 3, eine Heißbrikettierzone 4 und eine
Sinterzone 5.
Die Vorwärmzone 1 enthält drei Zyklone 6, 7, 8, die Calcinierzone 2 eine Brennkammer 9, eine die
eigentliche Reaktionszone bildende Steigleitung 10 und einen Abscheidezyklon 11, Die Kühlzone 3 ist mit
einem die Kühlluft zuführenden Ventilator 12, einer Kühlluftleitung 13 und einem Abscheidezyklon 14 ausgerüstet.
Die Heißbrikettierzone 4 ist schematisch durch zwei Brikettierwalzen 15 veranschaulicht. Die
Einzelheiten der Sinterzone 5, die beispielsweise durch einen Drehrohrofen gebildet wird, sind nicht
dargestellt.
Die Anlagenteile der in Fig.1 dargestellten Anlage sind in der veranschaulichten Form durch ihre Gut-
und Gasleitungen miteinander verbunden. Kühlluft wird vom Ventilator 12 der Kühlzone 3 zugeführt
und strömt dann als Verbrennungsluft der Calcinierzone 2 zu. Deren Abgase durchsetzen die Zyklone der
Vorwärmzone 1. Das bei 16 aufgegebene Gut durchsetzt
die Zyklone 6, 7 und 8 der Vorwärmzone 1, tritt dann bei 17 in die Steigleitung 10 der Calcinierzone
2 ein, der außerdem Heißgase von der Brennkammer 9 und/oder Brennstoff (bei 18) zugeführt
werden. Das im Zyklon 11 abgeschiedene calcinierte Gut gelangt über ein Verteilerorgan 19 (vgl. Fig.2)
entweder (Leitung 20) in die Kühlluftleitung 13 oder (Leitung 21) in einen Auswirbelbehälter 22,
der sich an den unteren Teil des Abscheidezyklons 14 anschließt.
Auf diese Weise wird ein Teilstrom (Pfeil 23) des in der Calcinierzone 2 calcinierten Gutes im
By-pass an der Kühlzone vorbeigeführt und mit
dem im Zyklon 14 abgeschiedenen Teilstrom (Pfeil 24) des gekühlten Gutes vermischt. Diese Mischung erfolgt
im Auswirbelbehälter 22, den das Gut (Pfeil 25) am unteren Ende verläßt.
Auf diese Weise läßt sich auch bei Schwankungen der gesamten Gut-Durchsatzmenge und annähernd
konstant gehaltener Kühlluftmenge die Mischtemperatur des der Hexßbrikettierzone 4 zugeführten
Gutes (Pfeil 25) auf einem optimalen Wert halten.
Bei dem in Fig.2 dargestellten Ausführungsbexspiel ist zwischen dem unteren Ende des AbscheideZyklons .
14 und dem Auswirbelbehälter 22 eine ringförmige Stufe vorhanden. In dieser Decke des Auswirbelbehälters
22 sind die öffnungen 26 zur Einführung des Teilstromes ungekühlten Gutes vorgesehen.
Im Übergangsbereich zwischen dem Abscheidezyklon 14 und dem Auswirbelbehälter 22 ist weiterhin
ein zentraler, pilzförmiger Einbaukörper 27 angebracht, dessen Durchmesser höchstens gleich dem
Durchmesser des Tauchrohres 28 des Abscheidezyklons 14 ist. Die lichte Querschnittsflache des den
Einbaukörper 27 umgebenden Ringspaltes ist mindestens so groß wie die lichte Querschnittsfläche der unteren
Austragsöffnung 29 des Auswirbelbehälters 22.
Statt der in Fig.2 dargestellten konstruktiven Ausführung ist es im Rahmen der Erfindung beispielsweise
auch möglich, auf die Verwendung eines gesonderten Auswirbelbehälters 22 zu verzichten und den
Teilstrom umgekühlten Gutes unmittelbar durch öffnungen
im unteren Teil des Abscheidezyklons 14 in diesen einzuführen. Wesentlich ist jedoch eine
innige Vermischung der beiden Teilströme des Gutes und damit ein weitgehender Temperaturausgleich
innerhalb des Gutes vor Erreichen der Heißbrikettierzone 4.
Der durch die Erfindung erzielte technische Fortschritt
sei anhand der Diagramme der Fig.3 bis 6 beispielsweise näher erläutert.
Bei bekannten Anlagen wird das clacinierte Gut vor der Zuführung zur Heißbrikettierzone mittels
Kühlluft gekühlt und in einem Zyklon abgeschieden. Das aus der Calcinierzone austretende Gut besitzt
beispielsweise eine Temperatur von 10000C und wird
durch die Kühlluft auf etwa 5000C gekühlt.
Nun ist jedoch in dem zum Abscheidezyklon führenden Steigrohr der Kühlzone eine Mindestgeschwindigkeit
des Gases erforderlich, damit alles Gut vom Gas erfaßt und in den Abscheidezyklon eingetragen wird.
Diese Mindestgeschwindigkeit des Gases beträgt bei einer Körnung des zu behandelnden Gutes von 0 bis
1,0 mm etwa 10 m/s. Da es bei dieser Mindestgeschwindigkeit bereits zur Bildung von verdichteten
Staubwolken und zu einem teilweisen Durchsacken bzw. Ausregnen von gröberen Partikeln kommt, wird die
Gasgeschwindigkeit für den normalen Betrieb möglichst konstant auf 16 bis 18 m/s eingestellt. Die Kühlluftmenge
als Strömungsmedium im Steigrohr des Kühl-
■ zyklones kann daher nur um einen verhältnismäßig
geringen Betrag von etwa 10 bis 15% verringert
werden, wenn die Gut-Durchsatzmenge verkleinert werden soll. Dies bedeutet, daß bei Verringerung
der Gut-Durchsatzleistung auf unter 85% der Normalleistung und nahezu konstanter Kühlluftmenge je
Zeiteinheit die Temperatur des gekühlten Gutes unter die benötigte Temperatur absinkt.
Beträgt bei 100% Gut-Durchsatzleistung die Guttemperatur nach der Kühlzone 5000C, so stellt sich
bei 50% Gut-Durchsatzleistung eine Temperatur von 328°C ein. Reduziert man die Luftmenge ebenfalls
auf 50% der Normalmenge, so ergibt sich zwar bei 50% Gut-Durchsatzleistung eine Guttemperatur von
4900C, jedoch in der Steigleitung eine Strömungsgeschwindigkeit
von etwa 8,5 m/s, d.h. ein Wert, bei dem ein ordnungsgemäßer Betrieb der Anlage nicht möglich ist.
Besonders deutlich wird dieser Nachteil der bekannten Verfahrensweise, wenn die Temperatur des gekühlten
Gutes bis auf 7000C angehoben oder auf 3000C
abgesenkt werden soll. Hierbei ergeben sich für die Strömungsgeschwindigkeit folgende Werte:
- AA-
Temperatur des gekühlten Gutes
7000C
3000C
Gutmenge 10 0 %
Gutmenge 5 0 %
8,4 m/s 4,0 m/s
50 m/s 2 4,5 m/s
Fig. 3 zeigt die Strömungsgeschwindigkeit
bei unterschiedlichen Durchsatzleistungen
(50, 70 und 100%) in Abhängigkeit von der Kühlguttemperatur. Man erkennt die enge Bandbreite der
Regelmöglichkeit. So läßt sich zwar unter Berücksichtigung einer maximalen Strömungsgeschwindigkeit
von 26 m/s und einer minimalen Strömungsgeschwindigkeit von 13 m/s eine Kühlguttemperatur von 4500C
durch Verringerung der Kühlluftmenge und damit der Strömungsgeschwindigkeit einhalten; die Einstellung
anderer Temperaturen ist jedoch nur in engen Grenzen möglich. Diese Grenzen sind:
Strömungsgeschwindigkeit 26 m/s bis 13 m/s
| Gutmenge | 50% | 300 | 0C | bis | 450 | °C |
| Gutmenge | 70% | 370 | 0C | bis | 520 | 0C |
| Gutmenge | 100% | 450 | °C | bis | 600 | 0C |
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren ergeben sich demgegenüber die in den Fig.4 und 5 dargestellten
erweiterten Regelmöglichkeiten in Abhängigkeit der By-pass-Menge zwischen den beiden Grenzwerten der
Strömungsgeschwindigkeit von 13 m/s und 26 m/s wie folgt:
s- -
-42.
Strömungsgeschwindigkeit (max.) konstant 26 m/s
| Gutmenge | 50% | 300 | 0C | bis | 1000 | 0C |
| Gutmenge | 70% | 370 | 0C | bis | 1000 | 0C |
| Gutmenge | 100% | 450 | 0C | bis | 1000 | 0C |
Strömungsgeschwindigkeit (min.) konstant 13 m/s
| Gutmenge | 50% | 450 | 0C | bis | 1000 | 0C |
| Gutmenge | 70% | 520 | 0C | bis | 1000 | 0C |
| Gutmenge | 100% | 600 | 0C | bis | 1000 | 0C |
Die Einhaltung einer gewünschten Temperatur von 5000C ist bei konstanter Strömungsgeschwindigkeit
von 18 m/s nach dem erfindungsgemäßen Verfahren (vgl. Fig.6) durch Zumischung einer By-pass-Menge
von 0 bis 35% der Durchsatzmenge erreichbar 20
(Linie a-b).
Eine konstante Gutaustragstemperatur von 6000C wird
unter gleichen Bedingungen durch eine By-pass-Menge von 28 bis 49% der Gesamtdurchsatzmenge von
100% bis 50% gehalten (Linie c-d).
Claims (6)
- Patentansprüche:/ 1.1 Verfahren zur thermischen Behandlung von feinkörnigein Gut, das eine Vorwärmzone, eine CaI-cinierzone, eine Kühlzone sowie wenigstens eine weitere Heißbehandlungszone durchsetzt, wobei das Gut in der Kühlzone mittels eines Luftstromes gekühlt wird, der anschließend als Verbrennungsluft der Calcinierzone zuströmt, deren Abgase durch die Vorwärmzone geführt werden, dadurch gekennzeichnet, ·daß zur Einstellung der Guttemperatur in der der Kühlzone nachgeschalteten Heißbehandlungszone dem in der Kühlzone gekühlten Gut ein Teilstrom ungekühlten Gutes zugemischt wird.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem ein Teilstrom des calcinierten Gutes der Kühlzone zugeführt und ein weiterer Teilstrom des calcinierten Gutes im By-pass an der Kühlzone vorbeigeführt und mit dem Teilstrom des gekühlten Gutes vermischt wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Mischtemperatur des Gutes laufend gemessen und die Aufteilung des calcinierten Gutes auf die beiden Teilströme im Sinne einer Konstanthaltung der Mischtemperatur geregelt wird.
- 3. Anlage zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, enthaltend eine Kühlzone(3)mit einem Abscheidezyklon (14), wobei der Teilstrom des zu kühlenden calcinierten Gutes in die zum Abscheidezyklon (14) führende Kühlluftleitung (13) eingetragen wird, dadurch gekennzeichnet, daß der Abscheidezyklon (14) im unteren Teil mit Öffnungen zur Einführung des Teilstromes ungekühlten Gutes versehen ist. 10
- 4. Anlage zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, enthaltend eine Kühlzone(3)mit einem Abscheidezyklon (14), wobei der Teilstrom des zu kühlenden calcinierten Gutes in die zum Abscheidezyklon (14) führende Kühlluftleitung (13) eingetragen wird, dadurch gekennzeichnet, daß sich an daa unteren Teil des Abscheidezyklons (14) ein Auswirbelbehälter (22) anschließt, dessen Decke mit Öffnungen (26) zur Einführung des Teilstromes ungekühlten Gutes versehen ist.
- 5. Anlage nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß im Übergangsbereich zwischen dem Abscheidezyklon (14) und dem Auswirbelbehälter (22) einzentraler, pilz- oder kegelförmiger Einbaukörper (27) vorgesehen ist, dessen Durchmesser höchstens gleich dem Durchmesser des Tauchrohres (28) des Abscheidezyklones (14) ist.
- 6. Anlage nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die lichte Querschnittsfläche des den Einbaukörper (27) umgebenden Ringspaltes mindestens so groß wie die lichte Querschnittsfläche der unteren Austragsöffnung (29) des Auswirbelbehälters (22) ist.
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|---|---|---|---|
| DE19833329234 DE3329234A1 (de) | 1983-08-12 | 1983-08-12 | Verfahren und anlage zur thermischen behandlung von feinkoernigem gut |
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ID=6206454
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