DE3326793C2 - Schieberventil mit zwei in der zylindrischen Bohrung eines Ventilgehäuses axial versetzt gegeneinander angeordneten Kolben - Google Patents
Schieberventil mit zwei in der zylindrischen Bohrung eines Ventilgehäuses axial versetzt gegeneinander angeordneten KolbenInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Schieberventil mit zwei in
der zylindrischen Bohrung eines Ventilgehäuses axial versetzt
gegeneinander angeordneten Kolben gemäß dem Gattungsbegriff
des Anspruchs 1.
Bei der Entwicklung des Schieberventils gemäß der Erfindung
wurde von folgenden Ausführungsformen ausgegangen, ohne daß
bekannt ist, inwieweit es sich um Ausführungsformen handelt,
die bezüglich der Erfindung als vorbekannter Stand der Tech
nik zu werten sind.
Bei einer dieser Ausführungsformen handelt es sich um ein
Vierwegeschieberventil, bei dem das Ventilglied als Schieber
ausgebildet ist, indem zwei achsgleich angeordnete Kolben
durch eine zu ihnen achsgleiche Kolbenstange miteinander ver
bunden sind, und dieses Ventilglied in Längsrichtung ver
stellbar in einer zylindrischen Bohrung eines Ventilkörpers
angeordnet ist. An die Bohrung sind mehrere Öffnungen ange
schlossen, die in der Begrenzungswand der Bohrung angeordnet
sind und zu einer Druckmittelquelle, zu einem Niederdruckbe
reich bzw. zu einer Arbeitsvorrichtung führen. Das Ventil
glied ist in zwei Endstellungen innerhalb der zylindrischen
Längsbohrung zu bringen und steuert durch diese Verstellbewe
gung die Verbindung zwischen den Öffnungen in der Bohrungs
wand. In der einen Endstellung des Ventilgliedes ist die
Drucköffnung mit einer der Arbeitsvorrichtungsöffnungen und
die Auslaßöffnung mit der anderen der Arbeitsvorrichtungsöff
nungen verbunden. In der anderen Endstellung des Ventilglie
des ist die vorher mit der Drucköffnung verbundene Arbeits
vorrichtungsöffnung mit der Auslaßöffnung und die vorher mit
der Auslaßöffnung verbundene Arbeitsvorrichtungsöffnung mit
der Drucköffnung verbunden.
Auf diesem Prinzip beruht ein pilotbetätigtes Schieberventil,
bei dem ein Dreiwegepilot- oder Steuerventil entweder Druck
fluid oder den Auslaßdruck einer Stirnseite des Ventilglied
kolbens zuführt. Wirkt auf den Kolben ein Druck, so wird das
Schieberventilglied in einer seiner Längsrichtungen ver
stellt, wird der Kolben von diesem Druck entlastet, so stellt
ihn eine Rückstellfeder in seine Ausgangsstellung zurück. Auf
dem vorgenannten Prinzip beruht auch eine Ausführungsform,
bei der zwei Kolben des Schiebers verschiedene Größen haben.
Dem kleineren Kolben wird kontinuierlich Hochdruckfluid zuge
führt. Mittels eines Dreiwegesteuerventils wird dem größeren
Kolben im Wechsel Druckfluid zugeführt oder der Kolben wird
entlastet. Wird dem größeren Kolben Druckfluid zugeführt, so
wird das Ventilglied in einer Richtung verstellt, bis der auf
den größeren Kolben wirkende Druck den Wert erreicht hat, der
auf den kleineren Kolben ständig wirkt. Wird der größere Kol
ben entlastet, so stellt der auf den kleineren Kolben wirken
de Druck das Ventilglied in seine Ausgangsstellung zurück.
Schließlich gehört hierher auch ein Schieberventil, bei dem
ein Vierwegepilotventil und zwei Kolben gleicher Größe ver
wendet werden. Das Pilotventil läßt auf den einen Kolben ei
nen Druck wirken und entlastet den anderen Kolben, um das
Ventilglied in einer Richtung zu verstellen und Druckeinwir
kung und Entlastung der Kolben werden umgedreht, um das Ven
tilglied in der anderen Richtung zu verstellen. Dabei ist es
möglich, nur einen Kolben zu verwenden, dessen Enden wechsel
weise mit Druckmittel beaufschlagt und entlastet werden.
Jede dieser Lösungen hat ihre Vor- und ihre Nachteile. Das
Ventil mit einem Dreiwegesteuerventil und einer Rückstellfeder
ist preiswert zu fertigen. Die Rückstellfeder fällt je
doch nach einiger Betriebszeit wegen Ermüdung aus, so daß das
ganze Ventil ausfällt. Darüber hinaus macht die von der Feder
ausgeübte gleichmäßige Kraft das Ventil weniger für den Ein
satz bei sehr geringen Drücken geeignet.
Ein Ventil mit zwei unterschiedlich großen Kolben macht zwar
den Entfall der Rückstellfeder möglich, es ist damit jedoch
ein relativ größer Aufwand verbunden und die Gesamtgröße ist,
bestimmt von der Abmessung des größeren Kolbens, relativ
groß. Um auf den größeren Kolben verzichten zu können, müßten
statt des größeren Kolbens zwei gleich große Kolben in Tan
demanordnung vorgesehen werden. Auch eine solche Ausführungs
form ist jedoch wegen des zusätzlichen Kolbens und der not
wendigen Entlüftung zwischen den beiden Tandemkolben aufwen
dig.
Bei der Anordnung eines Vierwegesteuerventils kann zwar auf
die Rückstellfeder verzichtet werden und es können zwei Kol
ben gleicher Größe angewendet werden. Auch eine solche Aus
führungsform ist jedoch aufwendig und demzufolge teuer, weil
das Pilotventil vielteilig ist und auch der zugehörige Steu
erkreis entsprechend aufwendig sein muß.
Ein Schieberventil mit den Merkmalen des Gattungsbegriffs des
Anspruchs 1 ist aus DE 27 55 149 A1 bekannt. Dabei soll ein
Schieber dann verstellt werden, wenn einer von zwei Steuer
öffnungen ein Steuersignal in der Form eines Fluids zugeführt
wird. Außer zwei Kolben, die den beiden Kolben gemäß dem
Gattungsbegriff des Anspruchs 1 entsprechen, sind zwei zu
sätzliche Ventilkörper vorgesehen, die mit zwei weiteren Kol
ben zusammenwirken, wodurch das Schieberventil aufwendig ist,
um die Fluidzufuhr mit einem relativ einfachen Dreiwegepilot
ventil bewirken zu können. Würde auf den komplizierten Aufbau
des Schieberventils verzichtet, so müßte die Fluidzufuhr mit
einer aufwendigeren Steuereinrichtung als es ein Dreiwegepi
lotventil darstellt, bewirkt werden, um Hochdruckfluid und
Niederdruckfluid bestimmungsgemäß zur Einwirkung auf die
beiden vorgenannten Kolben zu bringen.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein gattungsgemäßes Schieber
ventil so auszubilden, daß es in seinem Aufbau einfach ist
und keine Rückstellfeder benötigt, trotzdem aber mit einem
Dreiwegepilotventil steuerbar ist.
Der Lösung der Aufgabe dient ein Schieberventil mit den Merk
malen des Anspruchs 1 des Gattungsbegriffs, das gemäß dem
Kennzeichnungsteil des Anspruchs 1 ausgebildet ist.
Ein erfindungsgemäßes Schieberventil ist wegen des Fehlens
von Rückstellfedern und deswegen baulich einfach, weil es
zwei gleich große Kolben an den Enden einer Kolbenstange, al
so ein einstückiges Ventilglied aufweist und ein einfacher,
von einem als Dreiwegeventil ausgebildetes Steuerventil ge
steuerter Verbindungskanal ausreicht.
Der weiteren Ausgestaltung der Erfindung dienen die Merkmale
der Unteransprüche.
Die Erfindung ist
nachfolgend anhand des in der Zeichnung dargestellten
Ausführungsbeispieles näher beschrieben. In der Zeichnung zeigt
Fig. 1 als schematischen Längsschnitt ein Schieberventil gemäß
der Erfindung, wobei sich das Ventilglied in der einen
Endstellung befindet und
Fig. 2 in der gleichen Darstellung das Ventil gemäß Fig. 1, wobei
sich das Ventilglied jedoch in der anderen Enstellung
befindet.
Das Schieberventil des gewählten Ausführungsbeispieles weist
ein Ventilgehäuse (Gehäuse) 10 mit einer zylindrischen Längsbohrung 11 auf. Die Bohrung
ist an ihrem einen Ende mit einer Endplatte 12, an ihrem anderen
Ende mit einer Endplatte 13 verschlossen. Die Befestigung der
Endplatten 12, 13 am Ventilgehäuse 10 erfolgt mittels nicht dargestellter
Befestigungsmittel fluiddicht. Das Ventilgehäuse 10
weist sechs Öffnungen 14 bis 19 auf, die die
Bohrung 11 umschließende Gehäusewand durchdringen. In die Längsbohrung 11 ragen sechs
Ringdichtungen 20 bis 22 hinein, die beispielsweise aus Gummi
oder entsprechendem Plastikmaterial bestehen. Jeweils eine der
Dichtungen ist zwischen je zwei unmittelbar aufeinanderfolgenden
Öffnungen angeordnet, wobei die Dichtung 22 jenseits der Öffnung
17 liegt.
Die Dichtungen 20, 21 und 22 werden in einem vorgegebenen Abstand
zueinander gehalten, wozu nicht dargestellte Abstandsstücke dienen
können. Die Baugruppe aus Dichtungen und Abstandsstücken
wird in ihrer Gesamtheit innerhalb der Bohrung 11 mittels zweier
Sprengringe 23 fixiert, die in Ringnuten der Bohrungswand eingesetzt
sind.
Die Öffnung 18 im Ventilgehäuse 10 führt zu einer Druckmittelquelle,
beispielsweise zu einer Druckluftquelle, während die Öffnungen
14, 17 und 19 mit einem Niederdruckbereich in Verbindung stehen,
beispielsweise der Atmosphäre, wenn das zu steuernde Fluid
Luft oder ein ungefährliches Gas ist, oder einem Speicher, wenn
das Fluid eine Flüssigkeit oder ein nicht unbedenkliches Gas
ist. Die Öffnungen 15 und 16 sind mit einer Arbeitsvorrichtung verbindbar,
die durch das Schieberventil zu steuern ist und die
beispielsweise die einander gegenüberliegenden Seiten eines in
einem Zylinder angeordneten Kolbens sein könnte; die Arbeitsvorrichtung
ist nicht dargestellt.
Ein verstellbar in der Längsbohrung 11 angeordnetes Ventilglied
26 weist zwei Kolben 27 und 28 gleicher Durchmesser auf,
die mittels einer Kolbenstange 29 miteinander verbunden sind.
Die Radialspiele zwischen den Kolben 27 und 28 sowie der Wand
der Bohrung 11 und der Kolbenstange 29 sowie den Dichtungen 20
bis 22 ist so bemessen, daß gerade eben ein Gleiten des Ventilgliedes
26 möglich ist, insbesondere aber das Zusammenwirken
zwischen Kolbenstange 29 und Dichtungen 20 bis 22 fluiddicht
ist. Die Kolbenstange 29 hat zwei Bereiche 30 mit verringertem
Durchmesser, die in axialem Abstand voneinander zwischen den
Dichtungen 20 und 22 aufeinanderfolgen. Das Ventilglied 26 ist
zwischen zwei Endstellungen verstellbar, von denen die eine in
Fig. 1, die andere in Fig. 2 dargestellt ist. In der Stellung gemäß
Fig. 1 steht die Drucköffnung 18 mit der Arbeitsvorrichtung
in Verbindung und zwar über die Längsbohrung 11 und die zur Arbeitsvorrichtung
führende Arbeitsvorrichtungsbohrung 16, während
die Auslaßöffnung 14 mit der Arbeitsvorrichtungsöffnung 15
über die Längsbohrung 11 in Verbindung steht. In der Stellung
des Ventilgliedes 26 gemäß Fig. 2 steht die Drucköffnung 18 mit
der Arbeitsvorrichtungsöffnung 15 und die Auslaßöffnung 17 mit
der Arbeitsvorrichtungsöffnung 16 in Verbindung.
Der Kolben 27 begrenzt zusammen mit der Endplatte 12 innerhalb
der Längsbohrung 11 eine Kammer 33 und zusammen mit der Dichtung
20 eine Ringkammer 34 ebenfalls innerhalb der Längsbohrung
11. In entsprechender Weise begrenzt der Kolben 28 zusammen
mit der Endplatte 13 eine Kammer 35 und zusammen mit der Dichtung
22 eine Ringkammer 36. Ein Längskanal 37 im Ventilgehäuse
10 steht ständig mit der Drucköffnung 18 über eine kurze
Zweigleitung 38 und die Längsbohrung 11 in Verbindung. An ihrem
einen Ende steht der Längskanal 37 mit einem Strömungskanal 39
in der Endplatte 13 in Verbindung, der sich zwischen dem Längskanal
37 und der Kammer 35 erstreckt. Auf diese Weise steht die
Drucköffnung 18 unabhängig von der Stellung des Ventilgliedes 26
ständig mit der Kammer 35 in Verbindung und zwar über die Längsbohrung
11 und die Strömungskanäle 37, 38 und 39.
Die Kammer 34 steht ständig mit einem Niederdruckbereich in der
Form der Atmosphäre oder eines Aufnahmebehälters in Verbindung
und zwar unabhängig von der Stellung des Ventilgliedes 26 sowie
durch die Entlüftungsbohrung 19. Daraus ergibt sich, daß eine
Stirnfläche des Kolbens 28, d. h. in der Zeichnung die Fläche am
rechten, äußeren Kolbenende ständig dem Einfluß hohen Druckes
ausgesetzt ist, während die in der gleichen Richtung liegende
Stirnfläche des Kolbens 27 ständig dem Einfluß niedrigen Druckes
ausgesetzt ist. Ein in Längsrichtung im Ventilgehäuse 10 verlaufender Strömungskanal 40 erstreckt sich von
der Kammer 36 aus zu einem Strömungskanal 41 in der Endplatte
12, der sich seinerseits zu der Kammer 33 erstreckt, so daß
eine ständige Verbindung zwischen den Kammern 33 und 36 in allen
Stellungen des Ventilgliedes 26 hergestellt ist.
Die Bewegung des Schieberventilgliedes 26 wird durch ein Dreiwegepilotventil
44 gesteuert, das von einem Solenoid gesteuert
wird und fluiddicht dem Ventilkörper 10 zugeordnet ist. Das Gehäuse
des Ventiles 44 ist mit einer Einlaßbohrung 45 und mit
drei Öffnungen 46, 47 und 48 versehen. Die Öffnung 46 steht ständig
mit dem Strömungskanal 37 und so mit der Drucköffnung 18 in
Verbindung; die Öffnung 47 steht ständig mit dem Niederdruckbereich
(Atmosphäre oder Aufnahmebehälter) in Verbindung; die Öffnung
48 schließlich stellt zusammen mit dem Strömungskanal 49 im
Ventilkörper 10 und dem Strömungskanal 50 in der Endplatte 12
eine ständige Verbindung zwischen der Bohrung 45 und der Kammer
33 dar.
Axial verstellbar ist in der Bohrung 45 ein Pilotventilglied
oder Stellglied 53 angeordnet, dessen Bewegung durch einen elektrischen
Solenoid 54 gesteuert wird. Wird der Solenoid entregt
(Fig. 1), so wird das Stellglied 53 von einer nicht dargestellten
Feder in seiner untersten Stellung gehalten, um die Öffnung 46
zu schließen und die Öffnung 47 freizugeben. Hierdurch wird die
Kammer 33 durch die Strömungskanäle 50, 49 und 48, die Bohrung 45
und die Entlüftungsöffnung 47 entlüftet. Ist der Solenoid 54 erregt,
so wird das Stellglied 53 in seine obere Endstellung verstellt
(Fig. 2), um die Öffnung 47 zu schließen und die Öffnung
46 freizugeben. Hierbei wird die Kammer 33 von der Drucköffnung
18 durch die Bohrung 11, die Strömungskanäle 37 und 38,
die Öffnung 46, die Bohrungen 45 und 48 und die Strömungskanäle
49 und 50 mit Hochdruckfluid beschickt. Nach der Entregung des Solenoids
stellt die vorgenannte Feder das Stellglied 53 in seine
untere Endstellung wieder zurück (Fig. 1).
Wird während des Betriebes der Solenoid 54 entregt, so herrscht
in den Kammern 33 und 36 Niederdruck, weil die Kammer 36 ständig
mit der Kammer 33 in Verbindung steht und letztere mit der Entlüftungsöffnung
47 ds Pilotventiles 44 in Verbindung steht.
Der gleiche Niederdruck liegt ständig in der Kammer 34
vor, während von der Öffnung 18 her in
der Kammer 35 ständig der Hochdruck vorliegt, der in der vorbeschriebenen Weise zeitweise in den Kammern 33 und 36 aufgebaut wird.
Auf diese Weise ist der Niedrigdruck auf
beiden Seiten des Kolbens 27 ausgeglichen, während der Druckwechsel
auf den einander entgegengesetzten Seiten des Kolbens 28
zu einem Druckunterschied führt, der das Ventilglied 26 in die
in Fig. 1 dargestellte linke Endstellung bringt. Wird der Solenoid
54 erregt, so wird Hochdruckfluid in die Kammern 33 und 36
eingeführt, weil diese Kammern mit der Drucköffnung 18 durch die
Pilotventilöffnung 46 in Verbindung stehen. Niedrigdruck
herrscht weiterhin in der Kammer 34 und Hochdruck in der Kammer
35. Der Hochdruck an beiden Enden des Kolbens 28 ist ausgeglichen,
der Druckunterschied auf den einander gegenüberliegenden
Seiten des Kolbens 27 führt zu einer Restkraft, die das Ventilglied
26 in die in Fig. 2 dargestellte rechte Endstellung bringt.
Die Kolben 27 und 28 sind mit Ringdichtungen 55 und 56 versehen,
wobei jede Dichtung zwischen einander gegenüberliegenden Abschnitten
der jeweiligen verstellbaren Kolbenwand und der Wand
der Längsbohrung 11 angeordnet sind. Die Dichtungen 55 und 56
sind tassenförmig und haben einen U-förmigen Querschnitt. Die
Dichtung 55 ist so angeordnet, daß die offene Seite der U-förmigen
Wand zur Kammer 33 hin gerichtet ist. Die Dichtung 56 ist so
angeordnet, daß die offene Seite der U-förmigen Wand zur Kammer
35 hin gerichtet ist. Wegen ihres Querschnittes wirkt jede
Dichtung nur in einer Richtung. Die Dichtung 55 verhindert ein
Aussickern von Fluid aus der Kammer 33 in die Kammer 34, jedoch
kein Sickern von Fluid in der Gegenrichtung. Die Dichtung 56
verhindert ein Aussickern von Fluid aus der Kammer 35 in die
Kammer 36, jedoch kein Sickern von Fluid in der Gegenrichtung.
Es ist davon auszugehen, daß die Dichtung 56 vorgespannt ist,
d. h. ein Fluidsickern verhindert, wenn das Schieberventil die
Betriebsstellung der Fig. 1 einnimmt, während in dieser Betriebsstellung
die Dichtung 55 ungespannt ist, d. h. über sie hinweg
kein Druckdifferential besteht. Nimmt das Ventil 44 die in Fig. 2
dargestellte Betriebsstellung ein, so ist die Dichtung 56 entspannt
und die Dichtung 55 ist gespannt. Da demnach jede Dichtung
nur während der Zeit gespannt ist, in der das Schieberventil
in Betrieb ist, wird die Lebensdauer der Dichtung deutlich
länger sein als die Lebensdauer der Dichtungen von Lösungen,
die ständig gespannt sind. Dies ist damit zu erklären, daß
eine ständig belastete Dichtung relativ früh deformiert und unbrauchbar
wird, um ordnungsgemäß arbeiten zu können.
Obwohl das Schieberventil 26 als ein Ventilglied mit zwei Kolben
27 und 28, die durch die Kolbenstange 29 miteinander verbunden
sind, aufweisend, beschrieben ist, können die beiden Kolben
und die Stange auch als baulich unabhängige, aber aneinanderliegende
Bauteile ausgebildet sein. In den Patentansprüchen
bedeutet demzufolge der Ausdruck "Schieberventilglied", daß zwei
Kolben und eine zwischen ihnen liegende Kolbenstange vorgesehen
sind, gleichgültig, ob diese drei Teile ein- oder mehrstückig
sind, wenn im letzteren Fall nur dafür gesorgt ist, daß
die drei Teile so verstellt werden als wären sie einstückig.
Claims (10)
1. Schieberventil mit zwei in der zylindrischen Bohrung ei
nes Ventilgehäuses axial gegeneinander versetzt angeord
neten Kolben, die miteinander in Verbindung stehen, wobei
jede dem Ventilgehäuseende zugekehrte Kolbenfläche größer
ist als die Gegenfläche jedes Kolbens, wobei weiter beide
Kolbenflächen jedes Kolbens mit einem Druckmittel beauf
schlagbar sind und zur Steuerung dieser Druckmittelbeauf
schlagung ein Steuerventil vorgesehen ist, dadurch ge
kennzeichnet, daß auf die Außenseite des einen der beiden
durch eine Kolbenstange (29) starr miteinander verbunde
nen Kolben (27, 28) des einstückigen Ventilglieds (26)
ständig ein Hochdruckfluid und auf die Innenseite des an
deren der beiden Kolben (27, 28) ständig ein Niederdruck
fluid einwirkt und mittels des als Dreiwegeventil ausge
bildeten Steuerventils (44) auf die anderen Seiten beider
Kolben (27, 28) alternativ entweder das Hochdruckfluid
oder das Niederdruckfluid zur Einwirkung zu bringen ist
und daß über einen Strömungskanal (40) die Außenseite
(33) des einen Kolbens (27) und die Innenseite des ande
ren Kolbens (28) ständig miteinander verbunden sind.
2. Schieberventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Außenseite und die Innenseite jedes Kolbens (27, 28) jeweils
eine Kammer (33-36) volumenveränderbar begrenzen, wobei
der Strömungskanal (40) in die Kammer (36), die von der
Innenseite des einen Kolbens (28) und in die Kammer (34)
die von der Innenseite des anderen Kolbens (27) begrenzt
wird, durch starre Wandungsteile dieser Kammern (33, 36)
in diese Kammern einmündet.
3. Schieberventil nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß die ständige Zuführung von Hochdruckfluid
zu der Kammer (35), die von der Außenseite des einen (28)
der beiden Kolben (27, 28) begrenzt wird, über einen wei
teren Strömungskanal (37) erfolgt, der über die zylindri
sche Bohrung (11) im Gehäuse (10) des Schieberventils
mit der Drucköffnung (18) des Schieberventils und mit
der Kammer (35) in ständiger Verbindung steht.
4. Schieberventil nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß eine ständige Entlüftung der Kammer
(34), die von der Innenseite des anderen (27) der beiden
Kolben (27, 28) begrenzt wird, direkt über eine Entlüf
tungsbohrung (19) im Gehäuse (10) des Schieberventils
erfolgt.
5. Schieberventil nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß ein Dreiwegeventil (44) die Fluid
strömung zwischen der Kammer (33), die von der Außen
seite des anderen Kolbens (27) begrenzt wird, und der
Drucköffnung (18) des Gehäuses (10) des Schieberventils
steuert, an die die Kammer (35), die von der Außenseite
des einen Kolbens (28) über den weiteren Strömungskanal
(37) und die Längsbohrung (11) im Gehäuse (10)
ständig angeschlossen ist.
6. Schieberventil nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß das Gehäuse (10) des Dreiwegeventils (44)
einen Anschluß (47) an eine Niederdruckquelle, einen wei
teren Anschluß (46) an die Drucköffnung (18) im
Gehäuse (10) und schließlich einen dritten Anschluß (48)
an die Kammer (33) aufweist, die von der Außenseite des
anderen Kolbens (27) begrenzt wird, wobei das Dreiwege
ventilglied (53) wechselweise eine Verbindung zwischen
drittem Anschluß (48) und Anschluß (47) zur Nie
derdruckquelle bzw. Drucköffnung (18) herstellt.
7. Schieberventil nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß das Dreiwegeventilglied (53) feder
belastet und mittels eines Solenoids (54) verstellbar
ist.
8. Schieberventil nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß der Strömungskanal (40) bzw.
die Strömungskanäle (40, 37) in der Wand des
Gehäuses (10) angeordnet sind.
9. Schieberventil nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Kolben (27, 28)
gleiche Durchmesser haben und die Kolbenflächenunter
schiede zwischen Außenseite und Innenseite der Kolben
durch die Kolbenstange (29) gegeben sind.
10. Schieberventil nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
gekennzeichnet durch eine Ringdichtung (20, 21) zwischen
jedem Kolben (27, 28) und der Wand der den Kolben führen
den Längsbohrung (11) im Gehäuse (10), wobei jede
Dichtung nur in einer Bewegungsrichtung des Ventilglie
des (26) wirksam ist, um eine Fluidströmung von der
Hochdruckseite jedes Kolbens auf dessen Niederdruck
seite zu verhindern.
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