DE3321448C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf die Herstellung von Ethylen
glykol aus Ethylenoxid. Sie betrifft insbesondere ein Mehr
stufenverfahren, bei welchem Ethylenoxid zuerst in Ethylen
carbonat überführt und dieses Ethylencarbonat dann zu
Ethylenglykol hydrolysiert wird.
Das erfindungsgemäße Verfahren beinhaltet die Extraktion
von Ethylenoxid durch (nahezu) überkritisches Kohlendioxid,
wie dies aus DE-OS 32 26 720 und DE-OS 32 42 420 hervor
geht. Ferner beinhaltet
dieses Verfahren auch eine Umsetzung von Ethylenoxid mit
Kohlendioxid unter Bildung von Ethylencarbonat, wie dies in
DE-OS 32 44 456 beschrieben wird.
Das erfindungsgemäße Verfahren besteht in einer Kombination
der beiden soeben erwähnten Verfahren mit der Hydrolyse von
Ethylencarbonat zu Ethylenglykol und stellt somit ein
integriertes Verfahren zur wirksamen Herstellung von Ethylen
glykol aus einer wäßrigen Lösung von Ethylenoxid dar, wie
sie beispielsweise bei der Oxidation von Ethylen gebildet
wird. Hierdurch ergibt sich eine synergistische Kombination.
Die Bildung von Ethylencarbonat verläuft dann besonders
effizient, wenn das Ethylenoxid mit Kohlendioxid extrahiert
worden ist, da sich die vereinigten Ströme direkt (oder mit
dazwischengeschalteter partieller Abtrennung von Kohlendi
oxid) als Beschickung für einen Ethylencarbonatreaktor ver
wenden lassen, obwohl diese Beschickung eine kleine Menge
Wasser enthält. Das bei einer solchen Reaktion als Produkt
anfallende Ethylencarbonat läßt sich wesentlich effizienter
zu Monoethylenglykol hydrolysieren als Ethylenoxid, welches
eine größere Menge an höheren Glykolen ergibt. Der für die
CO2-Addition verwendete Katalysator dient gleichzeitig auch
als Katalysator für die Hydrolyse.
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von
Ethylenglykol aus Ethylenoxid durch Umsetzen mit Kohlendioxid
in Gegenwart eines Katalysators und Hydrolyse des als Zwischen
produkt gebildeten Ethylencarbonats, das dadurch gekennzeichnet
ist, daß man
- (a) praktisch das gesamte Ethylenoxid aus einer wäßrigen Lösung von Ethylenoxid mit Kohlendioxid unter nahezu kritischen oder überkritischen Bedingungen bei einem Überdruck von etwa 35 bis 300 bar und bei einer Temperatur von etwa 0°C bis 100°C extra hiert und die an Ethylenoxid reiche Kohlendioxidphase, die eine geringe Menge Wasser enthält, von der an Ethylenoxid erschöpften wäßrigen Phase abtrennt,
- (b) die in Stufe (a) erhaltene, an Ethylenoxid reiche Kohlendi oxidphase bei einer Temperatur von über 20°C mit wenigstens einem Katalysator aus der Gruppe der organischen quaternären Ammoniumhalogenide, organischen quaternären Phosphoniumhaloge nide, organischen Sulfoniumhalogenide und/oder organischen An timonhalogenide bei einem Molverhältnis von Katalysator zu Ethylenoxid von etwa 0,01 bis 0,15 behandelt,
- (c) den in Stufe (b) erhaltenen katalysatorhaltigen und an Ethylencarbonat reichen Strom mit Wasser in einem Molverhältnis von Wasser zu Ethylencarbonat von etwa 1 bis 100 versetzt und das darin enthaltene Ethylencarbonat bei einer Temperatur von etwa 90°C bis 200°C zu Ethylenglykol und Kohlendioxid hydroly siert,
- (d) von dem in Stufe (c) erhaltenen ethylenglykolhaltigen Strom das bei der Hydrolyse gebildete Kohlendioxid abdampft und dieses Kohlendioxid wieder in die Extraktion von Stufe (a) zurückführt,
- (e) von dem in Stufe (d) erhaltenen Strom das Ethylenglykol ab trennt und
- (f) den zugesetzten Katalysator rückgewinnt und wieder in Stufe (b) einführt.
Die Hauptmenge des Überschusses an Kohlendioxid, welches zur
Absorption von Ethylenoxid verwendet wird, wird vorzugsweise
vor der CO2-Additionsstufe entfernt, kann gewünschtenfalls je
doch auch erst nach der CO2-Addition abgetrennt werden.
Nach erfolgter Hydrolyse des Ethylencarbonats zu Ethylenglykol
kann man die als Produkt erhaltenen Glykole (Mono- und Diethy
lenglykole) durch aufeinanderfolgende Destillationsstufen von
den höhersiedenden Nebenprodukten und dem Katalysator abtrennen.
Die Erfindung wird im folgenden anhand der Zeichnung weiter er
läutert, und hierin zeigt
Fig. 1 ein Blockdiagramm des erfindungsgemäßen Verfahrens
und
Fig. 2 ein vereinfachtes Fließschema einer bevorzugten Durch
führungsform für dieses Verfahren.
Ethylenoxid wird gewöhnlich durch Dampfphasenoxidation von
Ethylen mit molekularem Sauerstoff erzeugt. Hierzu führt
man das Ethylen zusammen mit Sauerstoff und verschiedenen
inerten Ballastgasen über einen Silber-Trägerkatalysator.
Diese Reaktion ist im Stand der Technik ausführlich disku
tiert. Bezüglich einer kurzen Beschreibung dieses Verfahrens
wird auf die bereits erwähnte DE-OS 32 26 720 verwiesen.
Bei solchen Verfahren wird der Abstrom an Ethylenoxid
gewöhnlich mit einer im Kreislauf geführten wäßrigen
Lösung gewaschen, wodurch eine verhältnismäßig verdünnte
Ethylenoxidlösung entsteht, während die restlichen Gase
nach Abtrennung der Verunreinigungen und Nebenprodukte
wieder in den Reaktor eingeführt werden. Die wäßrige Lösung
enthält bis zu etwa 10 Molprozent Ethylenoxid zusammen mit
geringen Mengen an Nebenprodukten. Beim herkömmlichen Ver
fahren wird diese wäßrige Lösung weiter gereinigt und das
Ethylenoxid abgetrennt, welches dann entweder als solches
verwendet oder zu Ethylenglykol hydrolysiert wird. Es hat
sich nun gezeigt, daß das Ethylenoxid durch Kontakt mit Kohlen
dioxid unter nahezu kritischen oder überkritischen Bedingungen
selektiv aus der wäßrigen Lösung gewonnen werden kann. Unter
nahezu kritischen Bedingungen werden vorliegend reduzierte Tem
peraturen im Bereich von etwa 0,6 bis 1 verstanden, während
unter überkritischen Bedingungen reduzierte Temperaturen im Be
reich von etwa 1 bis 3 gemeint sind, wobei unter der reduzierten
Temperatur das Verhältnis von tatsächlicher Temperatur zu kri
tischer Temperatur (beide in K angegeben) zu verstehen ist.
Diese Bereiche dienen in erster Linie jedoch nur zur Erläute
rung der Erfindung.
Die Fig. 1 zeigt die Durchführung einer Extraktion (10)
durch Verwendung von Kohlendioxid (12) bei hohem Druck und
verhältnismäßig niedrigen Temperaturen zur Extraktion von
Ethylenoxid aus einer wäßrigen Lösung (14) unter Bildung
einer an Ethylenoxid verarmten wäßrigen Lösung (16), die
in einen nicht gezeigten Absorber rückgeführt wird. Die
Extraktion wird bei Temperaturen im Bereich
von etwa 0°C bis 100°C und bei Drücken im Bereich von etwa
35 bis 300bar (Manometer) durchgeführt.
Das nun an Ethylenoxid reiche Kohlendioxid eignet sich
besonders als Beschickung (18) für eine CO2-Additionsstufe
(20), in welcher in Gegenwart von Wasser und eines geeig
neten Katalysators (22) Ethylenoxid und Kohlen
dioxid unter Bildung von Ethylencarbonat miteinander umge
setzt werden. Die Umsetzung kann in Anwesenheit einer
Reihe von Katalysatoren durchgeführt werden, wie sie bei
spielsweise aus DE-OS 32 44 456 hervorgehen, und solche
Katalysatoren bestehen aus wenigstens einem
Vertreter aus der Gruppe der organischen quaternären
Ammoniumhalogenide, organischen quaternären Phosphonium
halogenide, organischen Sulfoniumhalogenide und organi
schen Antimonhalogenide. Man kann das an Ethylenoxid reiche
Kohlendioxid (18) entweder direkt der CO2-Additionsreaktion
(20) zuführen oder wahlweise auch die Hauptmenge an Koh
lendioxid verdampfen, wodurch eine an Kohlendioxid reiche Flüs
sigkeit zurückbleibt, deren Kohlendioxid mit dem vorhandenen
Ethylenoxid reagiert. Die CO2-Additionsreaktion kann bei Tempe
raturen von Bereich von etwa 20 bis 90°C durchgeführt werden,
obwohl höhere Temperaturen, besonders 90 bis 170°C, vorteilhaft
sein können; diese Temperaturen sind so ausgewählt, daß es bis
zur Stufe der Hydrolyse nur zu einer minimalen Bildung von Ethy
lenglykol kommt, wobei dabei das während der Stufe der Extrak
tion absorbierte Wasser vorhanden ist. Das Molverhältnis von
Katalysator zu Ethylenoxid beträgt etwa 0,01 bis 0,15.
Nach der CO2 Additionsreaktion (20) läßt sich das Ethylen
carbonat gewünschtenfalls gewinnen. Beim erfindungsgemäßen
Verfahren wird der Abstrom (24) aus der CO2-Additionsreak
tion (20) jedoch entweder mit oder ohne teilweiser Ab
trennung von überschüssigem Kohlendioxid direkt einer
Hydrolysestufe (26) zugeführt, in welcher unter Zusatz von
Wasser (28) und in Anwesenheit des auch zur CO2-Addition
verwendeten Katalysators (22) eine Hydrolyse bei Tempe
raturen von etwa 90 bis 200°C und bei einem Molverhältnis
von Wasser zu Ethylencarbonat von etwa 1 bis 100, vorzugs
weise 1,1 bis 20, und insbesondere 1,1 bis 2,5, durchge
führt wird. Infolge dieser Hydrolysereaktion wird das
Ethylencarbonat zu Monoethylenglykol umgewandelt, wobei
auch geringe Mengen an Diethylenglykol und schweren Nebenpro
dukten entstehen. Verglichen mit einer direkten Hydrolyse von
Ethylenoxid, wird hierdurch eine höhere Prozentmenge an Mono
ethylenglykol gebildet. Das bei der Hydrolysereaktion
(26) gebildete Kohlendioxid wird abgetrennt (28) und über
eine Leitung (30) in die überkritische Extraktionsstufe
(10) rückgeführt. Im Anschluß daran werden die Glykole
abgetrennt und zur Reinigung durch Destillation von über
schüssigem Wasser (32) und von schweren Nebenprodukten (34)
befreit, während der Katalysator ebenfalls abgetrennt und
über eine Leitung (36) wieder den CO2-Additions- und Hydroly
sereaktionen zugeführt wird.
Die Fig. 2 zeigt ein vereinfachtes Fließschema über eine
praktische Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens. Die
Reaktion zur Bildung von Ethylenoxid erfolgt hiernach in
einem Reaktor (2) in welchem Ethylen (3) mit molekularem
Sauerstoff (4) über einem Silber-Träger-Katalysator umge
setzt wird. Der Reaktorabstrom (5) wird mit einer zirkulie
renden wäßrigen Lösung (16) gewaschen, wodurch das Ethylen
oxid in einem herkömmlichen Wäscher (6) entfernt wird,
beispielsweise in einem Waschturm, der mit Dampf-Flüssig
keits-Kontaktböden versehen ist. Die Rest
gase (7) werden nach Entfernung (8) des Kohlendioxids und
der sonstigen Nebenprodukte rezirkuliert. Der Ethylenoxid
enthaltende wäßrige Strom (14), der die hauptsächliche
Beschickung für das erfindungsgemäße Verfahren darstellt,
enthält bis zu etwa 10 Molprozent Ethylenoxid in Wasser
zusammen mit geringen Mengen an Nebenprodukten und nicht
umgesetzten Materialien aus dem Ethylenoxidreaktor, bei
denen es sich vorwiegend um Ethylen und Kohlendioxid plus
Monoethylenglykol handelt, und diese Produkte sammeln sich
im Waschsystem an. Diese wäßrige Lösung wird in eine
Extraktionskolonne (10) eingespeist, in welcher sie im
Gegenstrom zu einem Strom aus (nahezu) überkritischem
Kohlendioxid (12) unter solchen Bedingungen geführt wird,
daß dabei praktisch das gesamte vorhandene Ethylenoxid
extrahiert wird. Hierzu eignet sich jede bekannte Kon
taktiervorrichtung, wobei Türme, die Böden oder gepackte
Betten enthalten, bevorzugt werden. Die abgestreifte wäßrige
Lösung (16 a) wird zu einem bei niedrigerem Druck betriebenen
Verdampfungsgefäß (17) geführt, um hierdurch das im
Wasser absorbierte Kohlendioxid zu entfernen. Das von
Kohlendioxid befreite Wasser (16) kann man dann zur er
neuten Verwendung wieder in den Ethylenoxidwäscher ein
leiten. Das im Verdampfungsgefäß abgetrennte Kohlendioxid
(16 b) wird mit anderem Kohlendioxid vereinigt und zur
erneuten Verwendung wieder in die Extraktionskolonne
rückgeführt. Diese Kohlendioxidströme müssen komprimiert
werden, was jedoch in der vereinfachten Figur nicht gezeigt
ist. Das an Ethylenoxid reiche Kohlendioxid (18) wird dann
in die Kohlendioxidabtrennkolonne (20 a) geführt, in der
unter etwas niedrigeren Drücken die Hauptmenge an Kohlen
dioxid (18 a) vom Ethylenoxid abgetrennt und wieder in die
Extraktionskolonne (10) eingeführt wird. Diese Verdampfungs
stufe kann gewünschtenfalls auch weggelassen werden, wobei
man dann das an Ethylenoxid reiche Kohlendioxid direkt in
die CO2-Additionsreaktoren 20 A und 20 B einführt. Eine Ab
trennung der Hauptmenge an Kohlendioxid wird jedoch als
wirtschaftlich vorteilhaft angesehen, da sich hierdurch die
Größe der zur CO2-Addition des Ethylenoxids erforderlichen
Anlage verkleinern läßt. Der Abstrom aus der (nahezu) über
kritischen Extraktion enthält gewöhnlich etwa 0,5 bis 30
Molprozent Ethylenoxid, wobei der Rest hauptsächlich aus
Kohlendioxid besteht und das entsprechende Verhältnis in
der Beschickung (18 b) zu den CO2 -Additionsreaktoren (20 A
und 20 b) kann daher zwischen dem für die (nahezu) überkri
tische Extraktion benötigten Verhältnis und nahezu dem
theoretischen 1 : 1-Verhältnis für die CO2-Additionsreaktion
entsprechenden Verhältnis liegen. Gewöhnlich verfügt dieser
Strom jedoch über ein Molverhältnis von Ethylenoxid zu
Kohlendioxid von etwa 0,2 bis 1.
Dieses Gemisch wird zusammen mit ein oder mehr der oben er
wähnten Katalysatoren, vorzugsweise mit Methyltriphenyl
phosphoniumiodid, in die CO2-Additionsreaktoren (20 A und
20 B) eingespeist, in denen Ethylencarbonat bei Temperaturen
zwischen etwa 20 und 90°C, wahlweise etwa 90 bis 170°C, und Drücken von
etwa 3 bis 100 bar (Manometerdruck) gebildet wird. Unter diesen Bedingun
gen kommt es trotz der Gegenwart gewisser Wassermengen zu
einer nur minimalen Bildung an Glykol. Zur Sicherstellung
eines guten Kontakts zwischen dem Katalysator und den
reagierenden Verbindungen können die CO2-Additionsreaktoren
Mischvorrichtungen enthalten, die eine Rückmischung begren
zen und eine Umwandlung zu Ethylencarbonat erhöhen. Vorzugs
weise werden Reaktoren verwendet, die eine Pfropfenströmung
simulieren. Die Umsetzung kann in der gezeigten Weise in
zwei aufeinanderfolgenden Reaktoren unter Rezirkulation
(21) stattfinden, damit sich eine für eine vollständige
Umsetzung ausreichende Verweilzeit ergibt, beispielsweise
eine Verweilzeit von etwa 1 bis 5 Stunden. Wahlweise läßt
sich irgendeine Kombination aus Reaktoren verwenden, die
eine Rührtankströmung oder Pfropfenströmung simulieren.
Durch Verdampfung (19) des Abstroms aus den Reaktoren bei
niedrigerem Druck wird eine geringe Menge an aldehydischen
Verunreinigungen entfernt, wodurch es auch zu einem gerin
gen Verlust an Ethylenoxid und Kohlendioxid aus dem System
kommt.
Die Produkte der CO2-Additionsreaktion unter Einschluß des
Katalysators werden dann direkt in den Hydro
lysereaktor (26) eingeführt, in welchem soviel Wasser (28)
zugesetzt wird, daß die Hydrolyse von Ethylencarbonat zu
Ethylenglykolen, in erster Linie zu Monoethylenglykol,
vollständig abläuft. Dies erfordert normalerweise ein
Molverhältnis von Wasser zu Ethylencarbonat von 1,1 bis 20
und vorzugsweise von etwa 1,1 bis 2,5. Die Umsetzung wird
bei Temperaturen von etwa 90 bis 200°C und Überdrücken von
etwa 3 bis 100 bar durchgeführt. Genauso wie die CO2-Addi
tionsreaktoren (20 A und 20 B) muß auch der Hydrolysereaktor
(26) über ein so hohes Volumen verfügen, daß sich die
Reaktion zu Ende führen läßt und daß für eine ausreichende
Kontaktzeit gesorgt ist, nämlich beispielsweise eine Ver
weilzeit von etwa 0,5 bis 4 Stunden. Die Gefäße können aus
irgendeiner Kombination an Reaktoren bestehen, die eine
Rührtankströmung oder Pfropfenströmung simulieren. Durch
Hydrolyse von Ethylencarbonat zu Ethylenglykol kommt es zu
einer Freisetzung von Kohlendioxid aus dem Ethylencarbonat.
Dieses Kohlendioxid wird durch Verdampfung des Produkt
stroms (27) in einem Gefäß (28) bei niedrigerem Druck ent
fernt. Das Kohlendioxidgas kann über eine Leitung (20)
rückgeführt und wieder bei der (nahezu) überkritischen
Extraktion von Ethylenoxid (10) verwendet werden.
Nach dieser Verdampfung besteht der flüssige Strom (29)
vorwiegend aus Wasser, Monoethylenglykol, schweren Verun
reinigungen, wie Polyethylenglykolen, Katalysator und
geringen Mengen an Diethylenglykol. Dieser Strom kann zur
Gewinnung der gewünschten Produkte und Entfernung von
Nebenprodukten entsprechend aufgearbeitet werden, wie dies
durch eine Reihe an Verdampfungs- und Destillationsstufen
gezeigt ist. Hierzu führt man den Strom (29) zuerst in eine
Destillationskolonne (35), die bei einem unteratmosphäri
schen Absolutdruck von etwa 1,3 bis 670 mbar betrieben wird,
und in der überschüssiges Wasser als Überkopfstrom (29 a)
entfernt wird. Dieses Wasser kann man gewünschtenfalls
wieder bei der Hydrolysereaktion verwenden oder auch be
seitigen. Das Sumpfprodukt (29 b) der Kolonne (35) enthält
das hauptsächliche Produkt, nämlich Monoethylenglykol,
schwere Nebenprodukte, Katalysator und geringe Mengen an
Diethylenglykol. Dieser Strom wird dann in eine zweite
Destillationskolonne (37) eingeführt, in der das Monoethy
lenglykol als Produkt (40 a) abgezogen wird, während die
schweren Materialien als Sumpfprodukt (40 b) entfernt
werden. Dieses Sumpfprodukt (40 b) wird in eine dritte
Destillationskolonne (39) eingeführt, in der Diethylen
glykol als Überkopfprodukt (41 a) abgezogen wird, während
die schweren Nebenprodukte (41 b) als Sumpfprodukt ent
fernt werden. Sie werden dann in einen Verdampfer (42)
geführt, in welchem eine Auftrennung in einem Dampf (43 a)
und den Katalysator erfolgt, der als flüssiger Strom (36)
abgezogen und wieder in die CO2-Additionsreaktoren (20 A
und 20 B) eingeführt wird. Die schweren Nebenprodukte können
gewünschtenfalls verworfen werden. Normalerweise wird vom
Katalysatorstrom auch ein geringer Zweigstrom (44) abge
trennt, um irgendwelche nichtverdampfte schwere Materialien
zu eliminieren und eine zu hohe Ansammlung im rezirkulie
renden Katalysatorstrom zu unterbinden.
Die im Fließschema der Fig. 2 gezeigte bevorzugte Durch
führungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird durch
das folgende Beispiel näher erläutert.
Im Ethylenoxidreaktor (2), der bei einer Temperatur von
etwa 240°C und einem Überdruck von 16,7 bar betrieben wird,
wird Ethylenoxid durch Umsetzung von Ethylen mit molekula
rem Sauerstoff über einen Silber-Träger-Katalysator gebil
det. Der Reaktorabstrom (5) wird zur Abkühlung und Waschung
in einer Säule (6) mit 98300 Mol/h eines rezirkulierenden
Stroms (16) behandelt, der 99,8% Wasser und 0,14% Mono
ethylenglykol enthält. Die hierbei anfallenden 100 000
Mol/h an Lösung (14) enthalten 948 Mol/h Ethylenoxid,
geringe Mengen an gelösten Gasen, wie Ethylen und Kohlen
dioxid, 140 Mol/h Monoethylenglykol und geringe Mengen an
sonstigen Materialien, die vom Abstrom (5) des Ethylenoxid
reaktors stammen. Der Strom (14) wird mit 41 700 Mol/h
an Kohlendioxid (12) bei einer Temperatur von 45°C unter
einem Überdruck von 83,3 bar in einem Siebbodenextraktor
(10) zusammengebracht. Der darin abgestreifte wäßrige
Strom (16 a) in einer Menge von 101 960 Mol/h enthält 2,9%
Kohlendioxid und 0,14% Monoethylenglykol. Dieser Strom
(16 a) wird im Verdampfungsgefäß (17) durch Abstreifung von
99% seines Gehalts an Kohlendioxid befreit. Das erhal
tene Kohlendioxid wird komprimiert und in den Extraktor
(10) rückgeführt. Die abgestreifte Lösung wird über die
Leitung (16) in den Absorber (6) rückgeführt. Der an
Ethylenoxid reiche Kohlendioxidstrom (18) enthält praktisch
das gesamte Ethylenoxid im Strom (14) zusammen mit Gleich
gewichtsmengen an Materialien, die vom Abstrom (5) des
Ethylenoxidreaktors stammen. Diese Materialien läßt man sich bis
zu einem gewünschten Ausmaß ansammeln, das man dann durch
Abzweigung eines Teils des rezirkulierenden Stroms (16)
aufrechterhält. Der Druck des Kohlendioxidstroms (18) wird
auf etwa 58,8 bis 63,7 bar erniedrigt, um hierdurch die
Hauptmenge an Kohlendioxid und an leichten Verunreinigungen
zu entfernen, die man wieder in den Extraktor (10) einführt.
Das dabei anfallende flüssige Produkt (18 b) mit einer Menge
von 3012 Mol/h enthält 31,5% Ethylenoxid, 0,3% Wasser und
Spuren Verunreinigungen. Das Verhältnis von Kohlendioxid
zu Ethylenoxid kann je nach Wunsch selbstverständlich so
eingestellt werden, daß sich ein zur Bildung von Ethylen
carbonat geeignetes Gemisch ergibt. Das aus dem Kohlendioxid
separator (20 a) anfallende Sumpfprodukt vereinigt man mit
1970 Mol/h an rezirkulierendem Strom (21), der hauptsächlich
aus Ethylencarbonat besteht, jedoch auch noch etwa 3 Molpro
zent Katalysator (Methyltriphenylphosphoniumiodid) und etwa
28 Molprozent an schweren Nebenprodukten enthält, was je
weils von der abgezweigten Menge abhängt. Selbstverständ
lich ist die Menge an im Hydrolysereaktor gebildeten
schweren Nebenprodukten, bei denen es sich vorwiegend um
höhere Glykole handelt, ziemlich niedrig. Läßt man diese
jedoch in gewissem Ausmaß ansammeln, dann können sie als
Träger für die Rezirkulation des Katalysators dienen.
Die CO2-Additionsreaktoren (20 A und 20 b) werden bei einem
Überdruck von 61,8 bar und einer Temperatur von 90°C unter
einer Verweilzeit von 1 bis 5 Stunden betrieben, und unter
diesen Bedingungen werden 99,5% des Ethylenoxids in Ethylen
carbonat umgewandelt. Nach Verdampfung im Gefäß (19) unter
Abtrennung von überschüssigem Kohlendioxid zur Rezirkula
tion in den Extraktor enthält der dabei anfallende reine
Produktstrom (25) etwa 68,5 Molprozent Ethylencarbonat,
27,5 Molprozent schwere Nebenprodukte und 3,2 Molprozent
Katalysator plus geringere Mengen an Wasser und Glykolen.
Dieser Strom (25) wird mit 1620 Mol/h Wasser (das Verhält
nis von Wasser zu Carbonat beträgt 1,7 zu 1) versetzt, und
die Hydrolyse wird im Reaktor (26) bei einer Temperatur von
etwa 150°C und einem Überdruck von 61,8 bar durchgeführt.
Hierbei wird die gesamte Ethylencarbonatbeschickung umge
wandelt, wobei 98,9% Monoethylenglykol entstehen und der
Rest aus Diethylenglykol und höheren Glykolnebenprodukten
besteht. Je Mol an umgewandeltem Ethylencarbonat wird 1 Mol
an Kohlendioxid gebildet. Dieses wird im Gefäß (28) ver
dampft und dann in den Extraktor (10) rückgeführt. Der im
Verdampfungsgefäß anfallende flüssige Strom (29) enthält
etwa 930 Mol/h Monoethylenglykol, 2,8 Mol/h Diethylenglykol,
695 Mol/h Wasser, 380 Mol/h schwere Nebenprodukte und
44 Mol/h Katalysator. In der Destillationskolone (35),
die bei einem Absolutdruck (Sumpf) von 400 mbar betrieben
wird, wird praktisch das gesamte Wasser angetrennt. Das
Sumpfprodukt (29 b) enthält das Monoethylenglykol, Diethy
lenglykol, schwere Nebenprodukte und Katalysator, und dieses
wird in der Kolonne (37) bei einem Absolutdruck (Sumpf) von
etwa 113 mbar destilliert, wodurch praktisch das gesamte
Monoethylenglykol über Kopf (40 a) als Produkt abgeht. Das
Sumpfprodukt (40 b) wird in der Kolonne (39) bei einem
Absolutdruck von etwa 113 mbar destilliert, wodurch Diethylen
glykol als Überkopfprodukt (41 a) abgetrennt wird. Der Sumpf
strom (41 b) enthält im wesentlichen nur schwere Nebenproduk
te und Katalysator. Die Nettoproduktion an schweren Neben
produkten, die einer Menge von etwa 0,4 bis 0,5 Molprozent
entspricht, wird verdampft (42), während man die restlichen
Nebenprodukte und den Katalysator nach Entnahme eines
kleinen Zweigstroms (44) wieder in die CO2-Additionsreaktoren
(20 A und 20 B) einführt. Die bei den Umsetzungen und
Abtrennungen verlorengegangenen Mengen an Katalysator
werden gewünschtenfalls intermittierend oder kontinuierlich
über den Strom (22) ergänzt.
Claims (3)
1. Verfahren zur Herstellung von Ethylenglykol aus Ethylenoxid
durch Umsetzen mit Kohlendioxid in Gegenwart eines Katalysators
und Hydrolyse des als Zwischenprodukt gebildeten Ethylenbarbo
nats,
dadurch gekennzeichnet,
daß man
- (a) praktisch das gesamte Ethylenoxid aus einer wäßrigen Lösung von Ethylenoxid mit Kohlendioxid unter nahezu kritischen oder überkritischen Bedingungen bei einem Überdruck von etwa 35 bis 300 bar und bei einer Temperatur von etwa 0°C bis 100°C extra hiert und die an Ethylenoxid reiche Kohlendioxidphase, die eine geringe Menge Wasser enthält, von der an Ethylenoxid erschöpften wäßrigen Phase abtrennt,
- (b) die in Stufe (a) erhaltene, an Ethylenoxid reiche Kohlendi oxidphase bei einer Temperatur von über 20°C mit wenigstens einem Katalysator aus der Gruppe der organischen quaternären Ammoniumhalogenide, organischen quaternären Phosphoniumhaloge nide, organischen Sulfoniumhalogenide und/oder organischen An timonhalogenide bei einem Molverhältnis von Katalysator zu Ethylenoxid von etwa 0,01 bis 0,15 behandelt,
- (c) den in Stufe (b) erhaltenen katalysatorhaltigen und an Ethylencarbonat reichen Strom mit Wasser in einem Molverhältnis von Wasser zu Ethylencarbonat von etwa 1 bis 100 versetzt und das darin enthaltene Ethylencarbonat bei einer Temperatur von etwa 90°C bis 200°C zu Ethylenglykol und Kohlendioxid hydroly siert,
- (d) von dem in Stufe (c) erhaltenen ethylenglykolhaltigen Strom das bei der Hydrolyse gebildete Kohlendioxid abdampft und dieses Kohlendioxid wieder in die Extraktion von Stufe (a) zurückführt,
- (e) von dem in Stufe (d) erhaltenen Strom das Ethylenglykol ab trennt und
- (f) den zugesetzten Katalysator rückgewinnt und wieder in Stufe (b) einführt.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß man aus der in Stufe (a) erhaltenen ethylenoxidreichen
Kohlendioxidphase bis zu einem niedrigeren Druck einen Teil des
Kohlendioxids verdampft und den erhaltenen Flüssigkeitsstrom
mit einem niedrigeren Verhältnis von Kohlendioxid zu Ethylen
oxid dann als ethylenoxidreiche Kohlendioxidphase der Reaktion
gemäß Stufe (b) zuführt.
3. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß man aus dem verdampften Strom aus Stufe (d) in einer ersten
Kolonne durch Destillation Wasser als Überkopfprodukt von Gly
kolen, schweren Nebenprodukten und Katalysator als Sumpfprodukt
entfernt, das Sumpfprodukt in einer zweiten Kolonne in Mono
ethylenglykol als Überkopfprodukt und Diethylenglykol, schweren
Nebenprodukten und Katalysator als Sumpfprodukt auftrennt, aus
dem Sumpfprodukt der zweiten Kolonne in einer dritten Kolonne
Diethylenglykol als Überkopfprodukt von schweren Nebenprodukten
und Katalysator als Sumpfprodukt abtrennt und nach Entfernung
von schweren Nebenprodukten als Dampf aus dem Sumpfprodukt der
dritten Kolonne den Katalysator wieder in die Stufe (b) rück
leitet.
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