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Flügelhemd
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Die Neuerung betrifft ein Flügelhemd oder ein Operationshemd, das
in der Sprache des Klinikpersonals auch kurz mit OP-Hemd bezeichnet wird.
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Derartige Flügel- oder OP-Hemden sind hinreichend aus dem Klinikbetrieb
für kranke und schwerkranke Patienten bekannt.
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Diese OP-Hemden sind generell relativ weit geschnitten, um das An-
und Ausziehen des Patienten zu erleichtern und insgesamt einen leichten und bequemen
Sitz am Körper zu gewährleisten. Die rückwärtige Partie eines derartigen Flügelhemdes
ist normalerweise mittig in Längsrichtung unterteilt. Am oberen Bereich befinden
sich üblicherweise zwei Bander, mit denen das Flügelhemd bzw. die beiden rückseitigen
Teile mittels einer Schleife fest miteinander verbunden werden können. Die Länge
des Flügelhemdes ist unterschiedlich und wird in der Regel knie- oder knöchellang
sein. Insgesamt gesehen sind hier jedoch auch OP-Hemden angesprochen, die kürz sind
und
gegebenenfalls nur bis in den Beckenbereich reichen.
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Die Ärmel dieser OP-Hemden sind,wie bereits eingangs erwähnt, relativ
groß geschnitten. Es ist jedoch bei den bisher verwendeten OP-Hemden immer erforderlich,
daß der Patient beim Anziehen seine Hände und Arme durch die geschlossenen Hemdärmel
hindurchstrecken muß.
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Diese Art der ringsum geschlossenen Hemdärmel bereitet gerade bei
schwer kranken Patienten beim An- bzw. Ausziehen erhebliche Schwierigkeiten. Insbesondere
jedoch bei der Anlegung von Infusionen oder Transfusionen ist das Pflegepersonal
gezwungen, diese Infusionen entweder bei zurückgeschobenem Hemdärmel oder ohne einen
Einblick auf die Infusionsstelle unter dem weiten, geschlossenen Hemdärmel anzubringen.
Diese Nachteile können sowohl bei langen wie auch bei kürzeren Hemdärmeln auftreten.
In derartigen Fällen muß entweder nach angelegter Infusion der Hemdärmel über diz
Injektionskanüle wieder vorgestreift werden. Im anderen Fall manipuliert das Pflegepersonal
buchstäblich ohne die Injektionsstelle genau einsehen zu können oder nur mit Blick
durch den relativ weit geschnittenen Hemdsärmel bzw. die Ärmelöffnung, wodurch das
genaue Stechen bei intravenöser Applikation erheblich erschwert wird.
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Der Neuerung liegt daher die Aufgabe zugrunde, die bei derartigen
Flügelhemden bekannten Nachteile zu überwinden und ein Flügel- oder OP-Hemd zu schaffen,
das eine bessere Behandlungsmöglichkeit und Zugänglichkeit vor allem des Armbereich
eines Kranken gestattet.
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Diese Aufgabe wird bei einem Flügelhemd mit Ärmeln durch das Kennzeichen
des Anspruches 1 gelöst.
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Grundgedanke der Neuerung ist t.5 daher, in Ärmellängsrichtung eine
Teilung bzw. Sclllitzung so anzuordnen, daß sie einerseits für den kranken Patienten
nicht störend beim Liegen ist. Andererseits soll ein derart vorgesehener Längsschlitz
es dem Pflegepersonal ermöglichen, beispielsweise trotz Ruhigstellung des Armes
eines Patienten den Hemdärmel zu öffnen und das Armteil so aufzuklappen, daß das
Anbringen beispielsweise einer Injektion oder anderen Behandlung an einer lokalen
Stelle des Armes unter genauer Betrachtung und Lokalisation der entsprechenden Stelle
anbringbar ist. Diese Möglichkeit soll ohne ein Anspannen des Hemdärmels in einer
Richtung, wie es beispielsweise bei geschlossenen Ärmeln erforderlich ist, oder
dessen Zurückstreifen und Bloßlegen des gesamten Armes bestehen.
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Der Längsschlitz kann dabei sowohl einseitig wie auch in beiden Hemdärmeln
vorgesehen sein. Zum Schließen des Längsschlitzes bzw. der Ärmelteilung eignen sich
bekannte Verbindungsmittel, wobei vor allem darauf zu achten ist, daß Druckstellen
im Zusammenhang mit dem Verlauf des Längsschlitzes im Hemdärmel vermieden werden
müssen. Als Verbindungsmittel kommen dabei beidseitig am Längsschlitz vorgesehene
Schnürbändel in Frage, mittels denen eine Schleifenverbindung zum Schließen des
bzw. der Ärmel bewirkt werden kann, Zum anderen sind auch herkömmliche Knopf- und
Lochverbindungen, oder Knopf- und Schlaufenverbindungen, aber auch Druckknöpfe und
Haft- oder Reißverschlüsse zum Schließen bzw, Öffnen des Hemdärmels geeignet.
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Obwohl normalerweise die Anordnung des Längsschlitzes entlang einer
fiktiven Schulternaht vorgesehen sein wird, kann es im Hinblick auf die Verletzungsart
oder die daraus resultierenden Behandlungsanforderungen zweckmäßig sein, den Längsschlitz
an dem sonst geschlossenen Hemdärmel auch an anderer Stelle im wesentlichen in Längsrichtung
verlaufend anzubringen.
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Insbesondere eignct sich dabei für auf dem Rücken liegende l'atienten
die Anordnung des Längsschlitzes etwa in der Mitte der Ärmelfläche bei einer vorderen
Draufsicht auf ein ausgebreitetes Flügelhemd, wobei beispielsweise auch eine bogenförmige
Schnittführung zum Hemdkragen hin im Mittelteil vorgesehen sein kann.
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Der im Ärmel eines Flügelhemdes vorgesehene Längs schlitz muß dabei
nicht unbedingt vom Hemdkragen bis zur handseitigen Ärmelöffnung durchgehend sein,
sondern kann je nach den Anwendungsbereichen auch als Teillängsschlitz gefertigt
sein, der beispielsweise mit Abstand zum Hemdkragen und zur Ärmelöffnung eingeschneidert
ist. Andere Gestaltungsformen dieses OP-Hemdes können jedoch auch Teillängsschnitte
aufweisen, die als Schlitzfortsatz des Hemdkragens ausgebildet sind, während zur
Ärmelöffnung ein geschlossener Ärmel besteht. Auch eine Schlitzung von der Ärmelöffnung
her mit entsprechendem festen Ärmelteil zum Hemdkragen hin ist dabei möglich.
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Die derart hergestellten OP-Hemden gestatten es daher prinzipiell
lange Ärmel für die Hemden vorzusehen, so daß diese OP-Hemden im Hinblick auf ihre
Funktion'eine zu starke Abstrahlung an Körperwärme zu verhindern, geeigneter sind.
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Trotzdem kann das Pflegepersonal bei einem derartigen Flügelhemd eine
lokale Behandlung des Arm- aber auch des Brustbereiches vornehmen, indem der Längsschlitz
eines Hemdärmels oder beider Hemdärmel geöffnet wird, ohne daß dabei die Lage des
patienten, z.B. liegend, verändert werden muß.
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Die Verschließbarkeit bzw. Öffnungsmöglichkeit der Hemdärmel ist dabei
in der Regel zusätzlich zum relativ weiten Schnitt des gesamten OP-Hemdes vorgesehen.
Zur weiteren Verbesserung der Behandlungsmöglichkeiten werden die entsprechenden
Flügel- oder OP-Hemden aus einem gewirkten Material, insbesondere einem Trikotstoff,
hergestellt, wodurch die
Elastizität des gesamter, Flügelhemdes
verbessert werden kann. Dies wirkt sich auch in Verbindung mit dem im Ärmel vorgesehenen
Längsschlitz aus, da gerade beim Schließen des Hemdärmels eine hohe Elastizität
des entsprechenden Stoffes die dadurch bedingten Einwirkungen auf den Patientenarm
minimal hält.
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Unter der fiktiven Schulternaht, deren Richtung und Verlauf eine Anordnungsmöglichkeit
des Längsschlitzes darstellt, wird hierbei der Längsbereich auf der gegenüberliegenden
Seite der Hemdachsel verstanden, der sich vom Hemdkragen bis zur Armöffnung erstreckt.
Insofern könnte dieser Längsbereich auch als äußerer oder oberer achselabgewandte
Bereich des emdärmels bezeichnet werden.
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Die Neuerung eines Flügelhemdes wird nachstehend anhand zweier schematischer
und teilweise teilstückartiger Ausführungsbeispiele noch näher erläutert Es zeigen:
Figur 1 ein ausgebreitetes Flügelhemd in Vorderansicht und Figur 2 einen Teilausschnitt
eines flach ausgebreiteten Flügelhemdes mit einem Hemdärmel, dessen oberes Teil
entlang des Längsschlitzes nach oben aufgeklappt dargestellt ist.
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In Figur 1 ist ein Flügelhemd 1 dargestellt, wie es normalerweise
im flach in einer Ebene ausgebreiteten Zustand von vorne wahrgenommen wird. In Längsrichtung
des Flügelhemdes verläuft auf der rückwärtigen Seite ein Rückenschlitz 3, der in
Figur 1 mit parallel verlaufenden unterbrochenen Linien dargestellt ist. Obwohl
im Regelfall dieser Schlitz 3 auf der Rückenseite des Flügelhemdes 1 angebracht
ist, gilt die Gesam'-beschreibung
selbstverständlich auch für ein
Flügelhemd, bei dem der etwa in der Hemdachse verlaufende Schlitz 3 auf der Vorderseite
des Flügelhemdes vorgesehen ist.
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Das Flügelhemd 1 gemäß Figur 1 besteht aus einem Vorderteil 2, dessen
Länge beliebig gewählt werden kann, z.B.
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knie- oder knöchellang. Nach oben läuft das Vorderteil in einen abgerundeten
Kragen 10 aus. Nahezu senkrecht zur Mittelachse des Vorderteils 2 sind im oberen
Bereich nach links und rechts die beiden Ärmel 6 angeordnet. Im mit den Ärmeln 6
und dem Vorderteil 2 verbundenen Rückenteil 4 ist der Rückenschlitz 3 vorgesehen,
der sich im Ausführungsbeispiel von unten bis oben erstreckt. Der rückwärtige Bereich
des Hemdkragens ist im Beispiel bis zum Rückenschlitz 3 mit entsprechender Schulterhöhe
wie die Ärmel 6 fortgesetzt. An den rückwärtigen Partien-der Kragenöffnung sind
im Bereich des Rückenschlitzes 3 beidseitig Bänder 11 zum Schnüren des Rückenteiles
vorgesehen.
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Im Ausführungsbeispiel nach Figur 1 ist ein Längsschlitz 14 in jedem
Ärmel 6 derart vorgesehen, daß er bei ausgebreitetem Flügelhemd mit der Oberkante
einer Verbindungslinie zwischen der Oberkante des Kragens 10 und der oberen Kante
der jeweiligen Ärmelöffnung 7 zusammenfällt. Der Längsschlitz 14 erstreckt sich
in dieser Form vom Kragen 10 durchgehend bis zur Ärmelöffnung 7 und läßt daher ein
öffnen und Aufklappen beider Ärmel 6 im Sinne einer Halbierung zu.
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Die beidseitigen Längsnähte am Längsschlitz 14 des Ärmels 6 sind im
Ausführungsbeispiel mit mehreren Druckknöpfen gegeneinander einfach verschließbar,
so daß dadurch ein geschlossener Ärmel hergestellt werden kann. Neben dieser etwas
überlappenden Art der Nähte bei einer Druckknopfverbindung sind selbstverständlich
auch beidseitig an den Rändern des Längsschlitzes 14 vorgesehene Stoffbändel möglich,
wobei
dann durch Schleifenverbindung die geöffneten Längsteile
des Ärmels 6 miteinander verknüpft werden.
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Im Beispiel gemäß Figur 2 ist der Längsschlitz 14 etwa im mittleren
Bereich der vorderen Ärmelfläche 8 vorgesehen. Der Längsschlitz 14 verläuft hierbei
nicht geradlinig, sondern ist mit einer leicht bogenförmigen Schnittführung, deren
Rundung zur Achsel 9 des Hemdes gerichtet ist, ausgebildet. Die Schlitzführung 14
beginnt dabei am Hemdkragen 10 und verläuft bis in die Ärmelöffnung 7.
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Im Beispiel nach Figur 2 ist ein oberer vorderer Teil 17 des Ärmels
6 nach oben um die gedachte Schulternaht 16 aufklappbar. Am inneren und äußeren
Bereich des Längsschlitzes 14 sind dabei Haftverschlüsse 21 vorgesehen, die beim
Gegeneinanderbringen und leichten Andruck einen sicheren Verschluß des längsgeschlitzten
Ärmels ermöglichen.
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Ebenso wie der vorgenannte Längsschlitz sowohl entlang einer fiktiven
Schulternaht oder im vorderen Ärmelflächenbereich vorgesehen sein kann, sind auch
andere Anordnungsmöglichkeiten z.B. vom Ärmelansatz an der Achsel bis zur Ärmel
öffnung oder auch an der rückwärtigen Ärmelfläche denkbar.
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Dies betrifft sowohl die durchgehende Teilung des Ärmels, was die
größere Zugänglichkeit des Arm- und Brustbereiches ermöglicht, aber auch eine Schlitzanordnung
mit einseitig oder beidseitig geschlossenem Ende. Das Grundprinzip der Neuerung
ist daher,weitere Öffnungsmöglichkeiten am Ärmel eines Flügelhemdes ohne wesentliche
Erhöhung der Herstellkosten zu schaffen.
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