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Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung eines
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Kabel baumes Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung
eines Kabelbaumes nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 1 sowie auf eine Vorrichtung
zur Durchführung des Verfahrens.
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Kabelbäume der genannten Art, wie sie beispielsweise bei elektrischen
Anlagen von Kraftfahrzeugen Verwendung finden, werden im allgemeinen nach einem
Verfahren hergestellt, bei dem die Leitungen zunächst abgelängt werden, gegebenenfalls
an einem Ende einen Stecker erhalten und dann zu einem Strang zusammengefaßt werden.
Auf den Strang werden daraufhin abgelängte Isolierschläusche einzeln aufgezogen
sowie verklebt und daran anschließend an den freien Enden der Leitungen die restlichen
Stecker befestigt. Die bei diesem Verfahren notwendinge Handhabung erweist sich
in der Praxis jedoch als umständlich und aufwendig, denn der den Strang umgebende
Isolierschlauch muß wegen der an verschiedenen Stellen gebildeten Leitungszweigein
me mals getrennten und einzelnen lsolierschlauchstücken aufgezogen werden. Außerdem
ist das Befestigen sämtlicher Stecker erst dann möglich, wenn die einzelnen Isolierschläuche
aufgezogen sind, sodaß hierfür zwei besondere Arbeitsablaufe erforderlich sind.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung
von Kabelbäumen der eingangs genannten Art zu finden, das durch eine einfachere
Fertigungsweise geringere Kosten verursacht.
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Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Kennzeichens des Patentanspruches
1 gelöst.
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Durch das vorgeschlagene Verfahren ist es möglich, den Strang im Gegensatz
zu den bekannten Verfahren mit einer
einstückigen Umkleidung in
Form eines elastischen Streifens einzuhüllen, aus dem entlang einer Längskante die
verschiedenen Leitungszweige seitlich herausragen. Ein weiterer Vorteil gegenüber
dem bisherigen Verfahren besteht darin, daß bereits von vornherein sämtliche Stecker
an den Leitungen befestigt werden können. Bei Anwendung dieser vereinfachten Handhabung
kann somit eine größere Wirtschaftlichkeit bei der Herstellung von Kabelbäumen erzielt
werden.
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Für den Streifen der Umkleidung kann ein aus einer Anzahl sich kreuzenden
Stegen bestehendes, an den sich kreuzenden Stellen miteinander verbundenes und dadurch
wabenförmig geformte Aussparungen bildendes Kunststoffband verwendet werden. Diese
Ausführung hat den Vorteil, daß die Leitungsführung im Kabelstrang sowohl für Kontrollzwecke
als auch bei einem eventuell auftretenden Schadensfall verfolgt werden kann. Es
besteht ferner die Möglichkeit, einzelne Leitungen unter Bildung eines Leitungsabzweiges
nachträglich an beliebigen Stellen des Stranges durch" die Aussparungen der Umkleidung
seitlich herauszuführen.
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Dem vorgeschlagenen Verfahren entsprechend wird der die Umkleidung
bildende Streifen an seinen Längskanten, die in der Mantellinie liegen, aus der
auch die Leitungsabzweige herausgeführt sind, verbunden. Die vorgesehene Verbindung
an den Längskanten des Streifens der Umkleidung kann beispielsweise durch Verschweißen
hergestellt werden.
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Es ist aber auch möglich, die Verbindung durch Verkleben herzustellen.
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Eine weitere Möglichkeit, die Umkleidung zu verbinden, besteht darin,
daß die Verbindung an den Längskanten des Streifens der Umkleidung durch Verhaken
von an einer Längskante des Streifens angeordneten Haken in an der anderen Längskante
angeordneten oder in einem Abstand von der Längskante angeordneten Gegenelementen
hergestellt wird.
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Zur Durchführung des Verfahrens ist es zweckmäßig, eine Vorrichtung
mit einem trichterförmigen Führungsrohr für den Leitungsstrang und den die Umkleidung
bildenden Streifen zu verwenden, das einen Längsschlitz zum Herausführen der Leitungsabzweige
aufweist und so beschaffen ist, daß der Streifen beim Durchführen des Leitungsstranges
um den Leitungsstrang herumgelegt wird, wobei seine Längskanten in der Ebene des
Längsschlitzes liegen, und ferner gekennzeichnet durch eine Einrichtung zum Verbinden
der Längskante des Streifens. Bei einem Hindurchführen des Stranges durch die Vorrichtung
kann in einem Arbeitsgang die Umkleidung sowohl aufgebracht als auch gleichzeitig
ihre Längskanten miteinander verbunden werden, wodurch sich eine wesentlich kostengünstigere
Handhabung während des Herstellungsvorganges ergibt.
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Im Führungsrohr können nahe seines engsten Querschnittes Federelemente
angeordnet sein, die mit Ausnahme der Ebene des Längsschlitzes in Umfangsrichtung
an der Umkleidung anliegen. Durch diese Federelemente kann die den Leitungsstrang
umgebende Umkleidung auch bei unterschiedlichen Druckmessern stets an ihrem Umfang
umgriffen und geführt und somit bis zum Verbinden in enger Anlage gehalten werden.
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Bei einer Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens kann die Einrichtung
zum Verbinden der Längskanten beispielsweise eine Schweißeinrichtung sein. Es ist
aber auch möglich, daß die Einrichtung eine Verklebeeinrichtung ist.
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Die Umkleidung zur Herstellung eines Kabelbaumes kann so ausgebildet
sein, daß der Streifen der Umkleidung an einer Längskante mit Haken und an der anderen
Längskante oder in einem Abstand von dieser mit Gegenelementen versehen ist, in
die die Haken einhakbar sind. Die mit den Haken
zusammenwirkenden
Gegenel(mente kennen beispielsweise von Vorsprüngen oder Usen mit Löchern gebildet
sein.
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Die Erfindung wird im folgenden unter Bezugnahme auf die Zeichnung
beispielshalber näher erläutert. Es zeigt: Fig. 1 eine Vorrichtung zum Aufbringen
einer Umkleidung auf einem Kabelbaum nach dem erfindungsgemäßen Verfahren, Fig.
2 eine Ansicht auf die Vorrichtung in Richtung des Pfeiles A in Fig. 1, und Fig.
3 die beiden Längskanten im Querschnitt einer von einem elastischen Streifen gebildeten
Umkleidung im vergrößerten Maßstab.
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Die in Fig. 1 als Beispiel vereinfacht dargestellte Vorrichtung dient
einem Verfahren zur Herstellung eines Kabelbaumes 1, bei dem mehrert zu einem Strang
2 zusammensefaßte und an verschiedenen Stellen abzweigende Leitungen 3 unterschiedlicher
Länge mit einer Umkleidung 4 versehen werden. Die Vorrichtung besteht im wesentlichen
aus einem trichterförmigen Führungsrohr 5 mit einem seitlichen Längsschlitz 6, das
zur besseren Veranschaulichung im Bereich seines größten und engsten Querschnittes
beispielsweise geschnitten dargestellt ist. Das Führungsrohr 5 steht mit einem im
wesentlichen senkrecht zum Strang 2 verlaufenden und in einem Abstand seitlich versetzten
Zapfen 7 in Verbindung, auf den die Umkleidung 4 beispielsweise in Form eines elastischen
Streifens mit einer mindestens den Umfang des Stranges 2 entsprechenden Breite auf
einer Rolle 8 gespeichert ist. Am Führungsrohr 5 sind außerdem anschließend an den
engen Querschnitt über Gelenkarme 10 zwei Rollen 9 derart angeordnet, daß sie in
Verlängerung des Längsschlitzes 6 federnd seitlich gegen den Kabelbaum 1 gedrückt
werden.
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Zum Aufbringen der Umkleidung 4 wird der Strang 2 auf der Zeichnung
von rechts nach links durch das Führungsrohr 5 hindurchgeführt. Dabei werden die
von dem Strang 2 abzweigenden Leitungen 3zweckmaßigerweise entlang einer Mantellinie
2a seitlich herausgeführt und durch den seitlichen Längsschlitz 6 des Führungsrohres
5 geführt. An den Enden der Leitungen 3 können deshalb in vorteilhafter Weise bereits
von vornherein sämtliche erforderlichen strichpunktiert angedeuteten Stecker befestigt
werden.
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Gleichzeitig wird der die Umkleidung 4 bildende Streifen erfaßt und
unter Abrollen von der Rolle 8 gemeinsam mit dem Strang 2 in das Führungsrohr 5
eingeführt. Beim gemeinsamen Hindurchfutiren wird die Umkleidung 4 in dem Führungsrohr
5 rohrförmig um den Strang 2 herumgelegt, wobei die eine Längskante 4a der Umkleidung
4 weitgehend auf der Mantellinie 2a der abzweigenden Leitungen 3 bzw.
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in der Ebene des Längsschlitzes 6 liegt und die andere Längskante
4b überlappt.
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Wie auch aus Fig. 2 ersichtlich, sind im Führungsrohr 5 nahe des engen
Querschnittes von einer Anzahl Federzungen gebildete Federelemente 11 angeordnet,
die radial nach innen gerichtet sind und in Umfangsrichtung an der Umkleidung 4
anliegen. Die Federelemente 11 weisen lediglich in der Ebene des Längsschlitzes
6 zum Hindurchführen der strichpunktiert angegebenen Leitungen 3 eine Aussparung
auf. Die Spannkraft dieser Federelemente 11 ist so ausgelegt, daß die Umkleidung
4 sowohl bei der größten als auch bei der kleinsten mögliche Stärke des Stranges
2 stets eng an den Strang angedrückt wird. Die Federelemente 11 lassen sich im Gegensatz
zu der Darstellung also auch vollständig nach außen gegen die innere Kontur des
Führungsrohres 5 drücken. Von den Rollen 9, die wegen einer besseren übersichtlichkeit
in dieser Darstellung strichpunktiert angedeutet sind, wird bewirkt, daß der Bereich
der Umkleidung 4 an den Längskanten 4a und 4b unmittelbar
in gegenseitige
Anlage gebracht wird. Durch eine strichpunktiert angedeutete Einrichtung 12, die
- wie auch in Fig. 1 erkennbar - auf die Längskanten 4a und 4b gerichtet ist und
beispielsweise eine Schweißeinrichtung oder eine Verklebeeinrichtung sein kann und
die in Führungsrichtung des Stranges nach den Rollen 9 angeordnet ist, werden die
Längskanten 4a und 4b miteinander verbunden. Die Verbindung der sich auf erfindungsgemäße
Weise einstückig über den Strang 2 erstreckenden Umkleidung 4 ist lediglich an den
Stellen der Mantellinie 2a unterbrochen, an denen die Leitungen 3 als Leitungszweige
seitlich aus dem Strang 2 herausragen. Die nach der Ummantelung einseitig von dem
Strang 2 abzweigenden Leitungen 3 können bei der Montage ohne Schwierigkeiten je
nach Bedarf in die entsprechenden vorgesehenen Richtungen nach allen Seiten abgewinkelt
bzw. abgebogen werden.
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Aus Fig. 3 geht beispielsweise hervor, daß die Umkleidung 4 an ihrer
einen Längskante 4a mit Haken 13 und an ihrer anderen Längskante 4b mit hakenförmigen
Vorsprüngen 14 versehen werden kann. Wie in dieser Darstellung ferner angedeutet,
kennen die federbelasteten Rollen 9 bei dieser Ausführung sowohl auf die Haken 13
als auch Vorsprünge 14 wirken und diese gegeneinander drücken, sodaß beim Hindurchführen
des Stranges 2 die Verbindung der Längskanten 4a und 4b durch Verhaken, also ohne
Schweißen oder Verkleben, hergestellt wird. An der Längskante 4b können in einem
in Umfangsrichtung der Umkleidung 4 versetztem Abstand zu dieser aber auch weitere
Vorsprünge 14' angeordnet sein, die dann von den Rollen 9 mit den Haken 13 verhakt
werden, wenn der Strang 2 einen geringeren Durchmesser aufweist.
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Für den Streifen der Umkleidung 4 kann in Abwandlung zu der beispielsweise
gezeigten Ausführung statt dessen ein Kunststoffband verwendet werden, welches aus
einer Anzahl sich kreuzenden Stegen besteht, die an den sich kreuzenden Stellen
miteinander verbunden sind und dadurch wabenförmige Aussparungen bilden.
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Im Rahmen der Erfindung ist es auch möglich, die Vorrichtung so auszubilden,
daß nicht der Leitungsstrang durch die Vorrichtung bzw. das Führungsrohr, sondern
die Vorrichtung als Handwerkzeug über den Leitungsstrang geführt wird.