[go: up one dir, main page]

DE3305686A1 - Verfahren zur beseitigung von oelschlick auf seewasser und hierfuer geeignete zusammensetzung - Google Patents

Verfahren zur beseitigung von oelschlick auf seewasser und hierfuer geeignete zusammensetzung

Info

Publication number
DE3305686A1
DE3305686A1 DE19833305686 DE3305686A DE3305686A1 DE 3305686 A1 DE3305686 A1 DE 3305686A1 DE 19833305686 DE19833305686 DE 19833305686 DE 3305686 A DE3305686 A DE 3305686A DE 3305686 A1 DE3305686 A1 DE 3305686A1
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
composition
oil
bisguanidinium
water
salt
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Withdrawn
Application number
DE19833305686
Other languages
English (en)
Inventor
Robert 1140 Brüssel Bronchart
André 1331 Rosiéres Lepain
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Labofina SA
Original Assignee
Labofina SA
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Labofina SA filed Critical Labofina SA
Publication of DE3305686A1 publication Critical patent/DE3305686A1/de
Withdrawn legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09KMATERIALS FOR MISCELLANEOUS APPLICATIONS, NOT PROVIDED FOR ELSEWHERE
    • C09K3/00Materials not provided for elsewhere
    • C09K3/32Materials not provided for elsewhere for absorbing liquids to remove pollution, e.g. oil, gasoline, fat
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C02TREATMENT OF WATER, WASTE WATER, SEWAGE, OR SLUDGE
    • C02FTREATMENT OF WATER, WASTE WATER, SEWAGE, OR SLUDGE
    • C02F1/00Treatment of water, waste water, or sewage
    • C02F1/68Treatment of water, waste water, or sewage by addition of specified substances, e.g. trace elements, for ameliorating potable water
    • C02F1/682Treatment of water, waste water, or sewage by addition of specified substances, e.g. trace elements, for ameliorating potable water by addition of chemical compounds for dispersing an oily layer on water
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C02TREATMENT OF WATER, WASTE WATER, SEWAGE, OR SLUDGE
    • C02FTREATMENT OF WATER, WASTE WATER, SEWAGE, OR SLUDGE
    • C02F3/00Biological treatment of water, waste water, or sewage
    • C02F3/34Biological treatment of water, waste water, or sewage characterised by the microorganisms used
    • C02F3/344Biological treatment of water, waste water, or sewage characterised by the microorganisms used for digestion of mineral oil

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Environmental & Geological Engineering (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Oil, Petroleum & Natural Gas (AREA)
  • Hydrology & Water Resources (AREA)
  • Water Supply & Treatment (AREA)
  • Microbiology (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Public Health (AREA)
  • Biodiversity & Conservation Biology (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Medicinal Chemistry (AREA)
  • Agricultural Chemicals And Associated Chemicals (AREA)
  • Micro-Organisms Or Cultivation Processes Thereof (AREA)
  • Biological Treatment Of Waste Water (AREA)
  • Fats And Perfumes (AREA)
  • Removal Of Floating Material (AREA)

Description

PATENTANWALT 18. Febr. 1983
DR. RICHARD KNEISSL DE 84 Dr.K/sch
Vv'tdsnrnsyerstr. 46
D-8000 MÜNCHEN 22
TeL 089/295125
Labofina S.A.,
Brüssel/Belgien
Verfahren zur Beseitigung von ölschlick auf Seewasser
und hierfür geeignete Zusammensetzung
■ ψ-
Beschreibung
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Beseitigung von ölschlick auf Seewasser und insbesondere auf ein Verfahren zur Verbesserung des biologischen Abbaus von öl, welches Seewasser verschmutzt. Die Erfindung betrifft außerdem Dispergierungszusammensetzungen zur Behandlung von ölschlick.
Die Verschmutzung von Seewasser durch öl (Rohöl oder Rohölfraktionen) , die durch Unfälle, Bohrungen und/oder Ablassen von Ballastwasser oder Auslaufen aus öltankern verursacht wird, hat die Bildung eines kontinuierlichen Ölfilms oder -schlicks zur Folge, der zu einer kontinuierlichen Ausbreitung neigt. In der offenen See ist dieser ölige Film unerwünscht, da er eine Sperre für den Übergang von Luft und Licht aus der Atmosphäre in das Seewasser darstellt, welche für das Leben im Wasser unerläßlich sind. In küstennahen Gewässern schädigen Ölfilme die Schalentierenbänke und die Strände.
Ein Verfahren, solchen Verunreinigungen beizukommen, besteht darin, öldispergierzusammensetzungen aufzubringen, die oberflächenaktive Verbindungen enthalten. Diese Zusammensetzungen werden auf den Ölschlick aufgebracht, und zwar im allgemeinen durch Spritzeinrichtungen. Sie lösen den zusammenhaftenden Ölfilm in kleine Tröpfchen auf und dispergieren die Tröpfchen im Wasser bis zu einer Tiefe von einigen Metern unter der Seeoberfläche. Der Film wird also aufgebrochen, weshalb wieder ein Übergang von Luft und Licht aus der Atmosphäre stattfinden kann. Außerdem wird eine Verschmutzung von festen Bauten und Stränden entlang der Küsten vermieden.
Die öltröpfchen, die unter der Seeoberfläche dispergiert sind, werden dann durch Microorganismen biologisch abgebaut und
verbraucht, die im Seewasser leben und die einen aktiven ölStoffwechsel zeigen. Dieser biologische Abbau ist jedoch ein langsamer Vorgang und kann deshalb das Absetzen von nichtabgebauten öltröpfchen und die Bildung von ölablagerungen auf dem Seeboden nicht verhindern, insbesondere wenn das Wasser flach ist.
Ein aktiver biologischer Abbau von öltröpfchen erfordert die Anwesenheit einer hohen Anzahl von Microorganismen an der öl/Wasser-Grenzfläche. Diese Organismen sind jedoch im Seewasser nur in beschränkten Mengen vorhanden. Um den biologischen Abbau zu fördern ist es deshalb nötig, die Vermehrungen der Microorganismen zu beschleunigen. Hierfür sind nicht nur Sauerstoff und Kohlenstoff, welche im Wasser und im verschmutzenden öl vorhanden sind, sondern auch Stickstoff und Phosphor erforderlich. Im allgemeinen ist die Konzentration dieser letzteren beiden Elemente in Seewasser sehr gering, weshalb der natürliche biologische Abbau von öl sehr langsam verläuft.
Um die Geschwindigkeit des biologischen Abbaus zu erhöhen, ist es bekannt, Nährstoffe für Microben dem Seewasser zuzugeben. Mineralsalze, wie z. B. Ammoniumsalze, Nitrate und Phosphate, wurden hierfür verwendet. Diese Mineralsalze sind aber allzu wasserlöslich und zeigen praktisch keinerlei Affinität für das verschmutzende öl. Sie werden zu rasch aufgelöst und im Seewasser verteilt und nicht auf der öl/Wasser-Grenzfläche zurückgehalten, wo ihre Anwesenheit nötig ist.
Es ist weiterhin bekannt, stickstoffhaltige organische Nährstoffe, die öllöslich sind, wie z. B.. Kondensationsprodukte aus Harnstoff oder Melamin mit Aldehyden, zu verwenden. Diese organischen Verbindungen sind jedoch auch in Wasser löslich. Sie dissoziieren vom öl und werden in der wäßrigen Phase verteilt. Um diesen Nachteil zu beseitigen, ist es
auch bekannt/ ihre Löslichkeit in Wasser zu modifizieren. Beispielsweise werden Kondensationsprodukte aus Harnstoff und einem Aldehy, der weniger als 4 Kohlenstoffatome enthält, zunächst auf einem inerten Träger absorbiert und dann durch Beschichtung mit einem Paraffin oder einem anderen Schutzcolloid lipophil gemacht. Diese Behandlungen erfordern spezielle Anlagen und erhöhen die Kosten der Nährstoffe. Schließlich kann der Belag auch rasch aufgelöst werden, wenn das verschmutzende öl, wie z. B. frisches Rohöl, aromatische Kohlenwasserstoffe enthält.
Es gibt auch noch andere Techniken zur Verringerung der Löslichkeit der Nährstoffe in Wasser. Deren Ergebnis sind aber Zusammensetzungen, die auf der Wasseroberfläche schwimmen. Diese Nährstoffe fördern natürlich dann nicht die Entwicklung der Microorganismen im Wasser unter der Seeoberfläche, wo die öltröpfchen dispergiert sind.
Die mit bekannten Nährstoffen angetroffenen Schwierigkeiten werden nunmehr durch die Entwicklung von neuen lipophilen Nährstoffen für die Microorganismen beseitigt, die im Seewasser anwesend sind und die den Abbau von öl bewirken. Diese Nährstoffe ergeben einen rascheren und vollständigeren biologischen Abbau der öle bei niedrigen Kosten.
Es war deshalb die Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zur Beseitigung von ölschlick auf Seewasser zu schaffen, bei welchem das verschmutzte Wasser mit einer Dispergierzusammensetzung und mit einer stickstoffhaltigen Verbindung, die in Wasser schwach löslich und in Wasser stabil ist, behandelt wird.
Eine weitere Aufgabe der Erfindung war es, die Geschwindigkeit des biologischen Abbaus des verschmutzenden Öls zu beschleunigen, indem das verschmutzte Wasser mit einer Dis-
pergierzusammensetzung und mit einer stickstoffhaltigen
Verbindung, welche die Entwicklung von Microorganismen mit einem aktiven ölStoffwechsel beschleunigt, behandelt wird.
Eine weitere Aufgabe der Erfindung war es als Nährstoff für die Microorganismen eine stickstoffhaltige Verbindung aufzufinden, die oleophil ist und die gegenüber der Wasserflora und -fauna eine niedrige Toxizität zeigt.
Es wurde nunmehr gefunden, daß unerwartete Resultate hinsichtlich der öldispergierungswirkung und des biologischen Abbaus durch Microorganismen erreicht werden, wenn man das
mit öl verschmutzte Seewasser mit einer Dispergierzusammensetzung und mit einem stickstoffhaltigen Nährstoff für die Microorganismen behandelt, wobei der Nährstoff aus einem Bis guanidiniumsalz der allgemeinen Formel
HN .NH
- NH - R - NH - QT
NH.HX
besteht, worin R für ein Alkylradikal mit 2 bis 12 Kohlenstoffatomen steht und X für ein Halogen- oder Säureanion steht,
Das erfindungsgemäße Verfahren zur Dispergierung von ölschlick auf Seewasser besteht im wesentlichen darin, daß man den ölschlick mit einer Dispergierzusammensetzung und mit einem
oben definierten Bisguanidiniumsalz behandelt.
Die Bisguanidiniumsalze können leicht durch ein bekanntes
Verfahren hergestellt werden, indem ein Diaminsalz, der Formel XH,H2N-R^NH2.HX mit einem Cyanamid der. Formel H^N-Chn umgesetzt wird, wobei R und X die oben angegebenen Bedeutungen besitzen. Ein Gemisch von Diaminsalzen kann
ebenfalls verwendet werden. Das Molverhältnis zwischen dem Diaminsalz und dem Cyanamid beträgt mindestens 1:2. Beispielsweise wird 1,6-Bisguanidinohexanhydrochlorid der Formel
NH ^ - NH - (CH9J-NH - <Z
ClH.H2N NH2-HCl
aus 1,6-Diaminohexan und Cyanamid erhalten. Hierfür wird zunächst 1 mol Diamin, das vorher getrocknet und in Isopropylalkohol aufgelöst worden ist, in einen Kolben eingeführt, der mit einem Rührer, einem Thermometer und einem Auslaßrohr ausgerüstet ist, das zu einem mit einem Wasserkühler versehenen Dan-Stark-Dekantor führt. Hierauf werden 3 mol Salzsäure langsam in den Kolben eingeführt. Nach der Umsetzung werden Wasser und Isopropylalkohol entfernt. Dann wird Xylol zugegeben, worauf das Gemisch unter Rückfluß erhitzt wird, um das zurückgebliebene Wasser zu entfernen. Nachdem die Temperatur des Gemischs auf ungefähr 800C gefallen ist, werden 2 mol Cyanamid zugegeben, worauf das Reaktionsgemisch 2 h auf 1400C erhitzt wird. Nach Abkühlung wird das Reaktionsgemisch filtriert, mit Alkohol gewaschen, 30 min bei 600C in Gegenwart von Alkohol, der ungefähr 1 % Aktivkohle enthält, gerührt und auf einem Millipore-Filter filtriert. Nach Entfernung des restlichen Lösungsmittels wird 1,6-Bisguanidinohexanhydrochlorid in einer Ausbeute von 98 % erhalten.
Der Stickstoffgehalt des Bisguanidiniumsalzes hängt von den jeweiligen Werten R und X ab, liegt aber im allgemeinen im Bereich von ungefähr 15 bis ungefähr 40 %.
Es können Bisguanidiniumsalze verwendet werden, in denen das Radikal 12 oder sogar mehr Kohlenstoffatome enthält.
Im Hinblick auf die Verfügbarkeit und den Preis des Diamins ist es jedoch zweckmäßiger, Bisguanidiniumsalze herzustellen, in denen das Radikal bis zu 8 Kohlenstoffatome enthält. Durch entsprechende Auswahl der Radikale R und X kann man Bisguanidiniumsalze herstellen, die in den meisten Dispergierzusammensetzungen für die Entfernung von ölschlicks ausreichend löslich sind und darin suspendiert werden können. Bisguanidiniumsalze, in denen das Radikal R 2 bis 6 Kohlenstoff atome aufweist, besitzen diese Eigenschaft und können deshalb als Lösung oder Suspension in diesen Dispergierzusammensetzungen verwendet werden. Wenn das Bisguanidiniumsalz in der Dispergierzusammensetzung. nicht löslich ist oder darin nicht suspendiert werden kann, dann kann es auf das verschmutzte Wasser entweder vor oder nach der Anwendung der Dispergierzusammensetzung aufgebracht werden.
In der obigen Formel kann X ein Halogen, insbesondere Cl, oder ein anderes Säureanion, wie z. B. das Radikal von Schwefelsäure, Salpetersäure, Methyl- oder Äthylschwefelsäure, Alkylbenzolsulfonsäure, Essigsäure, Milchsäure usw. sein. Aus wirtschaftlichen Gründen ist es jedoch vorteilhaft, Bisguanidiniumsalze herzustellen, in denen Cl für Chlor oder das Radikal von Schwefelsäure, Salpetersäure oder Essigsäure steht. Das Radikal X kann auch so ausgewählt werden, daß Bisguanidiniumsalze erhalten werden, die in den üblichen Dispergierzusammensetzungen, löslich sind oder leicht suspendiert werden können. Beispielsweise sind Bisguanidiniumsalze, in denen R für das Dodecylradikal steht, in den meisten Dispergierungszusammensetzungen praktisch unlöslich, wenn X für Cl steht, aber löslich, wenn X für das Radikal von Milchsäure steht.
Um die Entwicklung von Microorganismen auf der öl/Wasser-Grenzfläche zu fördern, werden die Bisguanidiniumsalze, die als Stickstoffquelle dienen, vorteilhafterweise in Mischung mit einer Phosphorverbindung, die als Phosphor liefernder Nährstoff wirkt, verwendet. Diese Phosphorverbindung kann ein Alkali- oder Erdalkalisalz eines Phosphorsäureesters eines Fettalkohols, ein Salz oder ein Ester einer Organophosphonsäure oder ein Phosphatid oder ähnliches Produkt mit einer niedrigen Toxdzität gegenüber Wasserflora und -fauna sein. Ester, die durch Neutralisation von Hexamethylendiamin-tetra-(methylenphosphonsäure) der Formel (H2PO3CH2) 2~H (CH3) g-N (CH2PO3H2) 2) mit einem Min, wie z. B. Monoäthanolamin oder einem Fettamin mit 12 bis 18 Kohlenstoffatomen, erhalten werden, geben gute Resultate. Phosphatide oder Phospholipide, insbesondere Lecithin oder Kephalin, wirken gleichzeitig als Quelle für Stickstoff und Phosphor und verstärken deshalb die Wirkung der Bisguanidiniumsalze.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform werden vorzugsweise Bisguani.diniumsalze verwendet, in denen das Radikal R bis zu 8 Kohlenstoffatome enthält. Sie werden als Lösung oder Suspension in Dispergierzusammensetzungen verwendet, die mindestens eine oberflächenaktive Verbindung und mindestens ein Lösungsmittel/ das eine niedrige Toxizität gegenüber Wasserflora und -fauna zeigt/ enthalten.
Beispiele für oberflächenaktive Verbindungen sind äthoxyliertes Tallöl, Mono- und Polyester von mehrwertigen Alkoholen und insbesondere die Ester von gesättigten oder ungesättigten aliphatischen Carbonsäuren mit 12 bis 20 Kohlenstoffatomen und von Alkoholen, wie z. B. Sorbitan, Glycerin und PoIyäthylenglycol. Gemische aus zwei oder mehr dieser Ester können verwendet werden. Es können auch den oben erwähnten Estern noch andere oberflächenaktive Mittel zugesetzt werden,
wie ζ. B. äthoxylierte Fettalkohole, Alkalisalze von Dialkylsulfosuccinaten oder Kondensationsprodukte von Äthylenoxid und/oder Propylenoxid.
Die oberflächenaktiven Mittel werden in mindestens einem Lösungsmittel aufgelöst, das gegenüber der Wasserflora- und -fauna eine niedrige Toxizität aufweist. Das Lösungsmittel besitzt eine doppelte Wirkung: Es erleichtert die Handhabung und die Anwendung der oberflächenaktiven Mittel und fördert darüber hinaus die Eindringung der Zusammensetzung in den Ölfilm. Beispiele für Lösungsmittel sind flüssige Kohlenwasserstoffe, die weniger als 5 % und vorzugsweise weniger als 3 % aromatische Verbindungen enthalten. Flüssige Kohlenwasserstoffe mit 5 bis 20 Kohlenstoffatomen, wie z. B. paraffinische Kohlenwasserstoffe mit 6 bis 12 Kohlenstoffatomen, cycloparaffinische Kohlenwasserstoffe, wie z. B. Cyclopentan und Cyclohexan, alkylcycloparaffinische Kohlenwasserstoffe und naphthenische Kohlenwasserstoffe werden bevorzugt verwendet. Aliphatische Alkohole mit bis zu 8 Kohlenstoffatomen, wie z. B. Äthyl-, Propyl- und Isopropylalkohol, und Glycolmonoäther, insbesondere Glycolmonoalkyläther (worin
von Glycolen, das Alkylradikal 1 bis 4 Kohlenstoffatome enthält),/wie z. B.
Mono- oder Diäthylenglycol und Mono- oder Dipropylenglycol, sind ebenfalls geeignete Lösungsmittel. Das organische Lösungsmittel kann auch Wasser in Mengen enthalten, welche die Menge des organischen Lösungsmittels nicht überschreitet.
Das Gewichtsverhältnis von oberflächenaktiven Mitteln zum Lösungsmittel kann innerhalb weiter Grenzen variieren. Es ist natürlich erwünscht, Zusammensetzungen zu verwenden, die so konzentriert wie nur möglich sind, jedoch muß die Menge des Lösungsmittels in der Zusammensetzung ausreichen, die oberflächenaktiven Mittel und die Nährstoffe aufzulösen und die Anwendung der Zusammensetzung bei niedrigen Temperaturen zu ermöglichen. Es wurde gefunden, daß Zu-
■η-
sammensetzungen, die mehr als ungefähr 85 % oberflächenaktive Mittel und Nährstoffe enthalten, bei niedrigen Temperaturen allzu viscose sind. Darüber hinaus dringen sie nicht leicht in den ölschlick ein und sind deshalb weniger aktiv. Zusammensetzungen, die weniger als ungefähr 30 % oberflächenaktive Mittel und Nährstoffe enthalten, besitzen dagegen eine niedrige Wirkung.
Die Menge des Bxsguanidiniumsalzes in der erfindungsgemäßen Zusammensetzung kann zwischen verhältnismäßig weiten Grenzen schwanken und bis zu 35 % oder sogar mehr, bezogen auf das Gesamtgewicht der Zusammensetzung, betragen. Diese Menge hängt von vielen Faktoren ab, wie z. B. vom jeweils verwendeten Bisguanidiniumsalz und dessen Stickstoffgehalt, der eventuellen Anwesenheit anderer Nährstoffe und dem jeweils verwendeten Lösungsmittel. Zusammensetzungen, die ungefähr 2 bis 20 Gew.-% und ganz besonders ungefähr 5 bis 15 Gew.-% Bisguanidiniumsalze enthalten, sind in bezug auf den biologischen Abbau von im Seewasser dispergierten öltröpfchen sehr wirksam.
Die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen können außerdem andere Komponenten und Elemente enthalten, wie z. B. Magnesium und Calcium, die für die Entwicklung von Microorganismen nützlich sind. Die Zusammensetzungen enthalten diese Elemente in Form von organischen Salzen, nämlich in Form von Magnesium- oder Calciumsalzen von Alkylbenzolsulfonsäuren. Die Menge dieser Zusätze überschreitet im allgemeinen 3 %, bezogen auf das Gesamtgewicht der Zusammensetzung, nicht.
Die Zusammensetzungen werden auf den ölschlick unter Verwendung bekannter Verfahren aufgebracht. Sie können nach ' Verdünnung mit Wasser Verwendet werden. Sie können auf den ölschlick aus Flugzeugen oder aus Booten, die mit geeigneten
Al-
Spritzvorrichtungen ausgerüstet sind, gespritzt werden. Beispiel 1
Die folgende Dispergierzusammensetzung wurde hergestellt (Gew.-Teile):
53 Diäthylenglycolmonobutyläther, 23 Polyäthylenglycolmonooleat (mittleres Molekulargewicht des Glycols 400), 6,5 Sorbitanmonolaurat,
9,5 Wasser,
8 ' Bisguanidinobutänhydrochlorid
Die Toxizität dieser Zusammensetzung wird dadurch bestimmt, daß der Microorganismus Artemia sal.ina steigenden Dosen der Zusammensetzung ausgesetzt wurde, um die maximale Menge der Zusammensetzung zu bestimmen, bei der nach 24 h noch 50 % der getesteten Microorganismen am Leben sind (Test CL 50-24 h) Es wurde gefunden, daß die Toxizität 3500 ppm betrug.
Die biologische Abbauwirkung wird durch das folgende Verfahren bestimmt: 200 ppm der zu prüfenden Zusammensetzung werden zu 700 ml unsterilisiertem Seewasser zugegeben, das 500 ppm Rohöl enthält, von dem die leichten Bestandteile abdestilliert worden sind. Das Gemisch wird 41 Tage bei 250C incubiert, währenddessen es durch Einblasen von Luft gerührt wird. Das Restöl wird dann extrahiert. Es wurde gefunden, daß die biologische Abbauwirkung der obigen Zusammensetzung 1,8mal größer war als bei einer ähnlichen, aber nährstofffreien Zusammensetzung, und 1,4mal höher war als bei einer ähnlichen Zusammensetzung, die Ammoniumnitrat anstelle von Bisguanidinobutänhydrochlorid enthielt.
Beispiel 2
Es wurde eine Zusammensetzung hergestellt, wie sie in Beispiel 1 beschrieben ist, wobei jedoch Bisguanidinoäthanhydrochlorid als Bisguanidiniumsalz verwendet wurde.
Die Eigenschaften dieser Zusammensetzung hinsichtlich der Toxizität und der biologischen Abbauwirkung waren die gleichen wie diejenigen der Zusammensetzung von Beispiel 1.
Beispiel 3
Es wurde die folgende Dispergierzusammensetzung hergestellt (Gew.-Teile):
16,75 Sorbitanmonooleat,
13,50 äthoxyliertes Sorbitanmonooleat (ungefähr 20 mol
Ähtylenoxid),
24 Natriumsalz von Di(2-äthylhexyl)sulfosuccinat
(als 75 %ige wäßrige Lösung), 11,24 Wasser,
12 Monäthylenglycolmonobutylather, 2,50 Diäthylenglycol,
15 Bisguanidinohexannitrat, 5 Monoäthanolaminester von Hexamethylendiamin-
tetra-(methylenphosphonsäure).
Mit dieser Zusammensetzung war die biologische Abbauwirkung 1,8mal größer als mit einer ähnlichen,aber nährstofffreien Zusammensetzung.
Beispiel 4
Eine Zusammensetzung, wie sie in Beispiel 3 beschrieben ist, wurde hergestellt, wobei jedoch Bisguanidinohexanlactat als
·— «,.J j* M|
stickstoffhaltiger Nährstoff verwendet wurde.
Die biologische Abbauwirkung war 1,6raal größer als mit der nährstofffreien Zusammensetzung.
Beispiel 5
Bisguanidinododecanacetat wurde aus 1,4-Diaminododecanacetat und Gyanamid hergestellt.
50 ppm eines Gemischs, das 65 % des Bisguanidiniumsalzes und 35 % Lecithin enthielt, wurde zu unsterilisiertem Seewasser (700 ml) zugegeben, das Rohöl enthielt, von dem die leichten Bestandteile abdestilliert worden waren. 150 ppm einer handelsüblichen Dispergierzusammensetzung wurden dann zugegeben. Das Gemisch wurde 41 Tage auf 250C gehalten, während es durch Einblasen von Luft gerührt wurde. Das restliche öl wurde durch Methylenchlorid extrahiert.
Es wurde gefunden, daß die biologische Abbauwirkung 1,7mal größer war als bei einer nährstofffreien Dispergierzusammensetzung.

Claims (11)

Patentansprüche
1.) Verfahren zur Beseitigung von ölschlick auf Seewasser, dadurch gekennzeichnet, daß man das verschmutzte Seewasser mit einer flüssigen Dispergierzusammensetzung und mit einem stickstoffhaltigen Nährstoff für die Microorganismen, welche einen aktiven ölStoffwechsel haben, behandelt, wobei der Nährstoff ein Bisguanidiniumsalz der allgemeinen Formel ist
NH - NH - R - NH - ^
XH.H2N NH2.HX
worin R für. ein Alkylradikal mit 2 bis 12 Kohlenstoffatomen steht und X für ein Halogen- oder Säureanion steht.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß R für ein Alkylradikal mit 2 bis 8 Kohlenstoffatomen steht.
3» Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß R 2 bis 6 Kohlenstoffatome enthält.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß X ausgewählt ist aus Cl und den Anionen von Salpeter-, Schwefel-, Methyl- oder Äthylschwefel-, Alkylbenzolsulfon-, Essig- und Milchsäure.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Dispergierzusammensetzung mindestens eine oberflächenaktive Verbindung, mindestens ein Lösungsmittel und mindestens ein Bisguanidiniumsalz, das sich in der Zusammensetzung wenigstens leicht dispergieren läßt, enthält.
6. Flüssige Dispergierzusammensetzung für die Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Zusammensetzung mindestens eine oberflächenaktive Verbindung, mindestens ein Lösungsmittel für die Verbindung und ein Bisguanidiniumsalz enthält, worin R 2 bis 6 Kohlenstoffatome aufweist.
7. Zusammensetzung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß sie bis zu 35 % Bisguanidiniumsalz enthält.
8. Zusammensetzung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß sie 2 bis 20 % Bisguanidiniumsalz enthält.
9. Zusammensetzung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß sie 5 bis 15 % Bisguanidiniumsalz enthält.
10. Zusammensetzung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß sie auch eine Phosphorverbindung enthält, die als Nährstoff für die Microorganismen dient.
11. Zusammensetzung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß sie ungefähr 30 bis ungefähr 85 Gew.-% oberflächenaktive Verbindung/ Bisguanidiniumsalz und Phosphorverbindung enthält.
DE19833305686 1982-10-28 1983-02-18 Verfahren zur beseitigung von oelschlick auf seewasser und hierfuer geeignete zusammensetzung Withdrawn DE3305686A1 (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
LU84445A LU84445A1 (fr) 1982-10-28 1982-10-28 Procede de traitement d'eaux de mers polluees par des huiles minerales

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE3305686A1 true DE3305686A1 (de) 1984-05-03

Family

ID=19729973

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DE19833305686 Withdrawn DE3305686A1 (de) 1982-10-28 1983-02-18 Verfahren zur beseitigung von oelschlick auf seewasser und hierfuer geeignete zusammensetzung

Country Status (17)

Country Link
JP (1) JPS5982995A (de)
AU (1) AU1070483A (de)
BE (1) BE895841A (de)
CA (1) CA1188241A (de)
DE (1) DE3305686A1 (de)
DK (1) DK68583A (de)
ES (1) ES519805A0 (de)
FI (1) FI830470A7 (de)
FR (1) FR2535338B1 (de)
GB (1) GB2128979B (de)
GR (1) GR71922B (de)
IT (1) IT1163113B (de)
LU (1) LU84445A1 (de)
NL (1) NL8300400A (de)
NO (1) NO830496L (de)
PT (1) PT76252A (de)
SE (1) SE8300732L (de)

Families Citing this family (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
FR2573770A1 (fr) * 1984-11-26 1986-05-30 Labofina Sa Agents nutritifs pour micro-organismes de biodegradation d'huiles minerales
US5342525A (en) * 1991-10-28 1994-08-30 Rowsell Farrell D Method for aiding microbial degradation of spilled oil
GB2277889A (en) * 1993-05-11 1994-11-16 Astrid Ericksson Cleaning process

Family Cites Families (5)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US2906595A (en) * 1957-04-29 1959-09-29 American Cyanamid Co Process water treatment
US3769164A (en) * 1970-06-03 1973-10-30 Bioteknika International Microbial degradation of petroleum
US3856667A (en) * 1970-06-03 1974-12-24 Bioteknika Int Inc Microbial degradation of petroleum
ZA773557B (en) * 1977-06-14 1979-01-31 Inter Ocean Investments Ltd Water treatment
FR2479251A1 (fr) * 1980-03-28 1981-10-02 Labofina Sa Methode pour disperser les nappes d'huile a la surface de l'eau et compositions dispersantes utilisees a cet effet

Also Published As

Publication number Publication date
FR2535338A1 (fr) 1984-05-04
DK68583D0 (da) 1983-02-17
FI830470A0 (fi) 1983-02-11
NO830496L (no) 1984-04-30
AU1070483A (en) 1984-05-03
BE895841A (fr) 1983-05-30
DK68583A (da) 1984-04-29
LU84445A1 (fr) 1984-05-10
SE8300732D0 (sv) 1983-02-11
ES8403090A1 (es) 1984-03-16
SE8300732L (sv) 1984-04-29
IT1163113B (it) 1987-04-08
GB2128979A (en) 1984-05-10
GB8304049D0 (en) 1983-03-16
JPS5982995A (ja) 1984-05-14
CA1188241A (en) 1985-06-04
NL8300400A (nl) 1984-05-16
FI830470L (fi) 1984-04-29
PT76252A (en) 1983-03-01
ES519805A0 (es) 1984-03-16
FR2535338B1 (fr) 1985-06-28
GB2128979B (en) 1986-04-03
FI830470A7 (fi) 1984-04-29
GR71922B (de) 1983-08-18
IT8319642A0 (it) 1983-02-18

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE2306845C3 (de) Mittel zur beschleunigten Beseitigung von Erdölprodukten durch biologischen Abbau
DE4319297C2 (de) Säureanhydrid-Ester als Ölfeld-Korrosionshemmstoffe, Verfahren zu deren Herstellung und Verwendung
DE60102467T2 (de) Öl-basierte bohrflüssigkeit enthaltend eines temperaturstabiles umweltfreundliches emulgierungssystem
EP0222311A2 (de) Verwendung von Alkoxyhydroxyfettsäuren als Korrosionsinhibitoren in Ölen und Ölhaltigen Emulsionen
DE2901927A1 (de) Schnell brechende reinigungsmittel
US4623468A (en) Method for treating oil slicks
DE2601402A1 (de) Verfahren zur hemmung von korrosion und belagbildung an eisenoberflaechen
US4462910A (en) Oil slick dispersants using diguanidinium salt
EP0025998A1 (de) Polyetherpolyamine, deren Salze und deren Verwendung
DE69731547T2 (de) Zusammensetzungen und verfahren zum dispergieren und zum biologischen abbau von ausgelaufenem erdöl und treibstoffen
WO1995015296A1 (de) Öl-in-wasser-emulsionen als ersatz für mikrobizide (biozide) in wasserführenden systemen
DE2422449C3 (de) Gemisch zur Überführung von Kohlenwasserstoffen und Fetten in eine biologisch abbaubare Emulsion
DE69529855T2 (de) Harnstoff-Tensid Clathrate
DE69421981T2 (de) Verfahren zur Beseitigung von schwebenden feinteiligen Feststoffen aus unpolaren Flüssigkeiten durch Flockung und Sedimentation
DE2430342A1 (de) Neue verbindungen
DE3305686A1 (de) Verfahren zur beseitigung von oelschlick auf seewasser und hierfuer geeignete zusammensetzung
DE3235705C2 (de)
DE1521777A1 (de) Korrosionsschutzmittel,insbesondere korrosionsverhindernde Additive fuer Heizoele
DE2601601A1 (de) Stabile emulsionen von wasser in 1,1,2-trichlor-1,2,2-trifluoraethan
DE3305655A1 (de) Dispergierungszusammensetzung zur behandlung von oelschlick auf seewasser
DE2160698A1 (de)
DE828839C (de) Verfahren zur Abtrennung von Polyglykolen aus Gemischen mit Anlagerungsprodukten von Alkylenoxyden an hydroxyl- oder carboxylhaltige organische Verbindungen
EP0231524A2 (de) Verwendung von Alkylbenzoylacrylsäuren als Korrosionsinhibitoren
DE2013627A1 (de) Pasten, die Sauren, Amine und Phosphor säureester enthalten, sowie Verfahren zu deren Herstellung
DE2706654A1 (de) Zusammensetzungen und verfahren zum entfernen von oelschichten

Legal Events

Date Code Title Description
8139 Disposal/non-payment of the annual fee