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Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung
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trägerl-oser, bituminöser Bahnen.
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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung trägerlöser,
bituminöser Bahnen.
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Es sind Abdichtungsbahnen bekannt, bei denen auf einer Trägerschicht,
z.B. Rohfilz, Glasgewebe , Glasvlies, Polyestervlies, Jute oder ähnliche, die in
der Regel vorgetränkt sind, eine dünne Bitumenschicht auf beiden Seiten aufgebracht
ist. Die so hergestellten Bahnen sind in der Regel etwa 1 bis 6 mm stark und haben
eine Breite von 1 bis 2 m. Zur Herstellung solcher Bahnen dienen sogenannte Dachpappenmaschinen.
Es ist auch bekannt, bituminöse Bahnen ohne Träger herzustellen, wobei die Bahn
aus Kunststoff oder aus modifziertem Bitumen bestehen kann. Es sind Spezialmaschinen
bekannt zur Herstellung solcher trägerlosen Bahnen.
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Dabei wird das Bitumen auf ein Transportband aufgebracht. Wegen der
Temperaturen des Bitumens von 100 bis 2000C und im Hinblick auf die Stärke von 2
bis 6 mm muß das Bitumen auf dem Transportband schnellstens abgekühlt werden. Die
Transportbänder müssen temperaturstabil sein und sie müssen so behandelt werden,
daß das Bitumen sich nach dem Erkalten leicht von dem Band ablösen läßt. Erst wenn
das Bitumen abgekühlt ist, kann die Bahn ihr Eigengewicht tragen und somit vom Transportband
ab-gelöst werden. Die Abkühlung des Bitumens kann dabei mit Luft oder im Wasserbad
erfolgen. Bei Luftkühlung sind aber lange Kühistrecken erforderlich und bei Wasserkühlung
muß die Bahn' nachträglich wieder getrocknet werden.
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Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe bestand darin, ein Verfahren
zu schaffen, mit dem es möglich
ist, eine trägerlose, bituminöse
Bahn auf einer bekannten Dachpappenmaschine herzustellen. Die Lösung dieser Aufgabe
erfolgt erfindungsgemäß mit den Merkmalen aus dem kennzeichnenden Teil des Patentansprucihs
1. Vorteilhafte Ausführungsformen des Verfahrens sind Gegenstand der Patentansprüche
2 und 3. Wenn das Transportband na3 ist und das Bitumen von oben aufgetragen wird,.so
dringt das Bitumen nur geringfügig in das Transportband ein, d.h. es bildet si'ch
keine innige Verbindung zwischen Transportband und Bitumenschicht. Das Wasser im
Transportband beginnt sofort zu verda-mpfen und nach Zurücklegen von wenigen Metern
ist das Transportband trocken und die Bitumenbahn abgekühlt und stabil, insbesondere
an der Seite, die mit dem Transportband in Verbindung steht. Die Bitumenbahn kann
dann von dem Transportband abgehoben und in bekannter Weise aufgewickelt werden.
Um zu vermeiden, daß im aufgewickelten Zustand sich an einzelnen Stellen die einander
gegenüberliegenden Oberflächen der Bit.umenbahn wieder miteinander verkleben, kann
zusätzlicil auf das Transportband vor oem Aufbringender Bitumenscnicht eine dünne
Schicht aus Glas- oder KunststofFasern aufgebracht werden. Zweckmäßig wird diese-
Schicht mit einem wasserlöslichen Bindemittel auf das Transporüband aufgebracht.
Durch das Anfeuchten des Transportbandes wird auch das Bindemittel celöst und durch
die Glas-oder Kunststoffasern wird ein Verkleben der aufgewicicelten bituminösen
Bahn mit Siche-rheit vermieden.
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Gegenstand der Erfindung ist ferner eine Vorrichtung zur Durchführung
dieses Verarens, die im Patentanspruch 4 beschrieben ist. Vorteilhafte Ausführungsformen
der Vorrichtung sind in den Patentansprüchen 5 und 6 beschrieben.
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Die Interstützung des Transportbandes im Bereich der Auftragsvorrichtung
nur durch Walzen und nicht etwa durch eine geschlossene Stützfläche sorgt dafür,
daß der sich zwischen der bituminösen Masse und -dem wasserdampfdurcklässigen Transportband
bildenden Dampf entweichen kann und sich nicht Dampfblasen zwischen dem Transportband
und der bituminösen Bahn bilden können.
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Die Eeféuchtungsvorrichtung kann als Wassertank aufgebaut.sein, sie
kann aber auch anders, beispielsweise als SprüP.vorrichtung ausgebildet sein.
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Im -felgenden wird anhand der beigefügten Zeichnungen das erfindungsgemäße
Verfahren und eine zur Durchführung des Verfahrens geeignete Vorrichtung näher erläutert.
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In den Zeichnungen zeigen: Fig. 1 eine Vorrichtung zur Herstellung
einer trägerlosen, bituminösen Bahn in schematischer Darstellung im ganzen; Fig.
2 den Teil der Vorrichtung nach Fig. 1, in welchem die bituminöse Masse aufgebracht
wird; Fig. 3 in vergrößerter Darstellung einen Schnitt durch das Transportband,
ehe die bitumil,öse Bahn abgelöst wird.
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Bei der in Fig. 1 dargestellten Vorrichtung handelt es sich um eine
in ihrem grundsätzlichen Aufbau bekannte -Dachpappenmaschine, an der zur Herstellung
einer trägerlosen, bituminösen Bahn einige zusätzliche Einrichtungen angeordnet
wurden. Das von einer Abwickelvorrichtung 13 kommende offene Tranaportband 2, das
beispielsweise aus Glasgewebe bestehen kann, durchläuft wie bei einer Dachpappenmaschine
üblich, eine Vorrichtung 16, die als
Trocknungsvorrichtung dient
sowie als Akkumulator, in dem ein Teil des Transportbandes gespeichert ist, wodurch
an der Vorrichtung 13 ein fliegender Rollenwechsel möglich wird. Das Transportband
2 durchläuft dann ein Zugwalzenpaar 17 sowie einen Wassertank 4, in welchem es durch
eine Walze -5-geführt ist. Das nasse Transportband gelangt dann über eine Umlenkwalze
i5 zu einer Auftragsvorrichtung- 3 für die bituminöse Masse 1. Wie aus Fig. 2 ersichtlich,
besteht diese Auftragsvorrichtung aus einem Trichter mit Längsschlitz, durch den'die
bituminöse Masse 1 auf das Transportband 2 fließt. Anshließend wird sie durch ein
Rakel 8 glattgestrichen. Im Bereich der Auftragsvorrichtung 3 wird das Transportband
2 durch Walzen 6 abgestützt, so daß der aus dem Transportband austretende Wasserdampf
frei nach unten entweichen kan--i und sich keine Blasen zwischen der bituminösen
Masse und dem Transportband bilden können. Vor der Trocknungsvorrichtung 16 ist
eine Auftragsvorrichtung 7 ür ein wasserlösliches Bindemittel vorgesehen mit einer
Vorrichtung 9 zum Aufbringen von Glas- oder Kunststoffasern in einer Schicht 14
auf das Transportband 2. Die aus Transportbahn, Faserschicht und Bitumenschicht
bestehende Bahn (Fig. 3) wird nach der Auftragsvorr chtung 3 für die bituminöse
Masse 1 über ein Zugwalzenpaar 18 und durch eine Abkühl- und Trocknungsvorrichtung
12 geführ .
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Nach dem Erkalten wird die bituminöse Bahn ; zusammen mit der Faserschicht
14 vom Transporthand 2 abgelöst.
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Das Transportoand 2 wird einer Aufwickelvoriichtung 10 zugeführt,
während die bituminöse Bahn 1 mi der faser schicht 14 einer eigenen Aufwickelvorrichtung
11 zugeführt wird.
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Die in Fig. 1 dargestellte Vorrichtung kann wahlweise als normale
Dachpappenmaschine oder als Vorrichtung zur Herstellung einer trägerlosen, bituminösen
Bahn verwendet werden. Zu diesem Zweck ist vor dem Wassertank 4 noch ein weiterer
Tank 19 angeordnet, durch den eine Bahn zur normalen Dachpappenherstellung zur Bitumenvortränkung
geführt werden kann, wie dies in gestrichelten Linien angedeutet ist. Bei der Dachpappe.nherstellung
entfällt dann die Führung durch den Wassertank 4, wie dies ebenfalls in gestrichelten
Linien angedeutet ist.
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Aus einer Dachpappenmaschine mit den Vorrichtungen 13, 16, 17, 19,
18, 12 und 11 wird somit durch Hinzufügen der dorrichtungen 7, 9, 4, 3, 8, 6 und
10 eine Vorrichtung, die man für die beiden oben angegebenen Zwecke verwunden kann.
Bei der Dachpappenherstellung wird die Trägerbahn durch die Vorrichtung 19, nicht
aber durch die Vorrichtung 4 geführt und die Vorrichtungen 7. 9, 3 und 10 sind außer
Funktion. Bei der Herstellung einer trägnrlosen, bituminösen Bahn wird das Transportband
2 durch den Wassertank 4, nicht aber den Tank 19 geführt und die Vorrichtungen 7,
9, 3, 8 und 10 sind in Funktion.
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Die auf die Unterseite der bituminösen Bahn aufgebrachte Faserschicht
14 bildet beim Aufwickeln eine Trennung, so daß das Bitumen an der Unterseite nicht
mit dem Bitumen an dLr Oberseite in Berührung kommen kann'. Zusätzlich kann in an
sich bekannter Weise die Oberseite mit jedem üblichen Oberflächenschutz versehen
sein, z.B. mit Schiefer, Stand, Folie, Talkum o. dgl.
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Sind die aufgebrachten Glas- oder Kunststoffasern kurz, so beeinflußen
sich nicht die Dehnfähigkeit der Bahn, sie bewirken-'aber, daß c'ie trägerlose Bahn
bei Sonneneinstrahlung nicht abfließt. Werden längere Fasern verwendet-, so ist
die stabilisierende Wirkung erheb-
lich größer, womit sich auch
die Dehnkraft erhöht, während die maximale Dehnung unverändert bleibt. Diese Dehnfähigkeit
des Polymerbitumens, die bis zu mehreren 100% beträgt, ist wichig, wenn es sich
darum handelt, Durchführungen, Ecken und Anschlüsse an unebenen Dachflächen abzudecken,
wobei das trägerlose Bitumen oftmals erheblich gedehnt werden muß.
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Anstelle der Glas- oder Kunststoffasern kör nen bei der erfindungsgemäßen
Verfahren auch andere Trennmittel verwendet werden.
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So kann beispielsweise das aus einem besonderen Polyester- oder Glasgewebe
bestehende Transportband vor.
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dem Auftragen der bituminösen Masse Lurch asser mit auFgeschlemrnten
Kalk gezogen erden. Nach er Trocknung tritt die Kalkschicht als Trennschicht aus
und d e Bitumenbahn läßt sich vom Transportband tr nnen. Anst tt Kalk können auch
andere Trennmittel verwendet werden.
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es ist auch möglich, das Transportband mit Sand, Talk im oder sonstigen
Trennmitteln zusätzlich zu beschichten Es ist auch möglich, in Kombination mit den
erfindungsgemäßen Verfahren zur Trennung der Bitumenbahn vom Transportband Kunststoffolien
zu verwenden.
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Bei der in ig. 1 dargestellten Vorr chtun @ kann auf die Vorrichtungsteile
7 und 9 verzic' tet werden, wenn ein Transportband 2 verwendet wird, as sc on vor
seiner Plazierung in der Abwickelvor ichtu ig 13 iuf seiner Oberseite eine ablösbare
Fase schickt 14 aufweist.