DE3238174A1 - Verfahren zur raffination von ferrochrom - Google Patents
Verfahren zur raffination von ferrochromInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Raffination von Ferrochrom,
insbesondere ein Verfahren zur Raffination von Ferrochrom mit hohem Kohlenstoffgehalt, bei dem ein Teil des
Kohlenstoffs entfernt und außerdem der Siliciumgehalt reduziert werden soll.
In der Vergangenheit wurde die Raffination von Ferrochrom unter
Zusatz von Metalloxiden zur Entfernung von Silicium und Kohlenstoff außer durch Gasinjektionsverfahren, wie d.ie Argon-Sauerstoff-Entkohlung,
nur im festen Zustand unter beträchtlichem Vakuum im sogenannten Simplex-Verfahren erreicht.
•Mit dem nachfolgend verwendeten Ausdruck Feinerz ist ein zerkleinertes
Material mit einer Korngröße von weniger als 6 mm einschließlich Teilchen mit einer Korngröße von weniger als
2 mm gemeint. In vielen Fällen werden solche Materialien,
wie beispielsweise Ferrochrom, als unverkäuflich angesehen.
Das nachfolgend erwähnte übertragene thermische Lichtbogenplasma ("transferred arc thermal plasma") ist definiert als
ein elektrisch erzeugtes Plasma, bei dem die Ionentemperatur im Bereich von 5000 bis 60 000 K liegt und das geschmolzene
Bad einen wesentlichen Teil des elektrischen Stromkreises bildet.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur verbesserten Raffination von Ferrochrom zu
schaffen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Verfahren
zur Raffination von Ferrochrom, das dadurch gekennzeichnet ist, daß das' zu raffinierende Ferrochrom zusammen mit·
einem geeigneten Metalloxid in Gegenwart eines übertragenen thermischen Lichtbogenplasmas erhitzt wird, wobei flüssige
Schlacke und flüssiges Metall gebildet und in einer im wesentlichen kohlenstofffreien Umgebung raffiniert werden.
Vorzugsweise wird bei dem erfindungsgemäßen Verfahren das Er-
hitzen bei Atmosphärendruck oder einem niedrigeren Druck
durchgeführt. Das erfindungsgemäße Verfahren ist insbesondere
zur Verarbeitung von Ferrochrom mit hohem Kohlenstoffgehalt geeignet, das in Form von Feinerz vorliegt und dem vor
dem Schmelzen vorzugsweise oxidische Feinerze beigemischt werden, die agglomeriert oder in Form von grobstückigem Erz
vorliegen können und die in jedem Falle vorreduziert, voroxidiert oder in anderer Weise vorbehandelt worden sind.
Diese Feinerze bestehen aus oder enthalten Chromit-Feinerze.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform werden den ■
Ausgangsmaterialien irgendwelche erforderlichen Flußmittel beigemischtj wie beispielsweise Quarz oder Kalk.
Mit der Formulierung "eine im wesentlichen kohlenstofffreie
Umgebung"soll auch eine Ausführungsform des erfindungsgemä—
ßen Verfahrens umfaßt werden, bei der eine abschmelzbare Kohlenstoffelektrode zur Herstellung des thermischen Plasmas
angewandt wird.
Das erfindungsgemäße Verfahren kann als ein Mehrstufenverfahren
ausgeführt werden, bei dem verschiedene Raffinationsgrade,
abhängig von dem Verhältnis Metalloxid zu Metall, erzielt werden können. Es können auch fertige Legierungen oder
Metalle zugesetzt werden, um auf diese Weise jede gewünschte Metallzusammensetzung herzustellen, wie z.B. Ausgangsmaterial»
für die direkte Herstellung von nichtrostendem Stahl.
erfindungsgemäße Verfahren kann aber auch als ein einfaches
kontinuierliches Verfahren ausgeführt werden. Eine weitere Alternative besteht darin, das Verfahren diskontinuierlich
durchzuführen oder einen diskontinuierlichen Abstich
der Schlacke und/oder Legierung vorzunehmen oder sogar Erz oder ein anderes Raffinationsmedium diskontinuierlich zuzusetzen.
Auch ein Chargenbetrieb ist mit dem erfindungsgemäßen Verfahren möglich und wird daher von vorliegender Erfindung
umfaßt.
Zur weiteren Erläuterung äer Erfindung werden Versuche beschrieben,
die in einem übertragenen, präzessierenden Lichtbogenplasma-Schmelzofen,
hergestellt von der Tetronics Research and Development Company Limited und beschrieben, in
^5 den britischen Patentschriften Nr. 1390351, 1390352, 13-90353
und 1529526, durchgeführt wurden. Die Versuche wurden unter Anwendung einer präzessierenden Geschwindigkeit von 50 UpM
und einer nicht abschmelzbaren Elektrode in der Plasmakanone ("plasma gun") ausgeführt. Bei diesen Versuchen wur-
2^ den 100 Teile Ferrochrom-Feinerz der nachstehend angegebenen
Zusammensetzung mit 28,6 Teilen Winterveld-Erz der ebenfalls
nachstehend angegebenen Zusammensetzung und 4,3 Teilen Quarz, dessen Zusammensetzung ebenfalls nachstehend angegeben
ist, vermischt.
ORIGINAL
Zusammensetzung des "Metallfeinerzes" (Verhältnis Schlacke .-Metall = 0,129)
Metallkomponente = 88,6 %, bezogen Schlacke = 11,4 %, bezogen auf die
• auf die Gesamtzusammensetzung. Gesamtzusammensetzung.
' ■ ■ ■ .
Zusammensetzung der Metallkomponente; Zusammensetzung der Schlacke:
| Chrom | 52,8 % | Cr2°3 | 27,8 % |
| Eisen | 36,2% | FeO | 13,0 % |
| Silizium | 3,0 % | CaO | 2,2 % |
| Kohlenstoff | 6,55 % | SiO2 | 47,7% |
| MgO | 1,0 % | ||
| Al2O3 | 7,4 % |
Zusammensetzung des Winterveld-Chromits
| Cr2O3 | 44, | 6 % | FeO | 23 | ,3 % | SiO2 | 2 | ,23 °A |
| CaO | 20% | MgO | 11 | $έ. /α | Al2O3 | 13 | ,7 % |
Der Quarz besaß die Zusammensetzung 0,20 % FeO, 9Q,5 %
• ' SiO„ und 0,06 % Al 0„.
.
Falls erforderlich, können Kalkstein oder Dolomit als Flußmittel
eingesetzt werden, um Schwefel aus dem Metall zu entfernen»
Ebenso kann zur Entfernung von'Phosphor Natriumcarbonat
zugesetzt werden. Die Entfernung von Titan erfolgt bei dem erfindungsgemäßen Verfahren automatisch, wodurch die
Qualität des zu raffinierenden Metalls verbessert wird.
Die oben beschriebene Mischung der Ausgangsmaterialien wurde
in den vorgeheizten Ofen mit einer Geschwindigkeit einge-35'
speist, die so berechnet ist, daß das Metall und die
Schlacke auf einer konstanten vorgewählten Verfahrenstemperatur
gehalten werden, d.h. daß das erforderliche Energiegleichgewicht beibehalten wird und Schlacke und Metall in
einem geschmolzenen Zustand gehalten werden. Nach Zugabe sämtlichen Beschickungsmaterials erfolgte der Abstich von
Schlacke und Metall.
Durch die Raffination wurde der Siliciumgehalt von 3 Gew.%
auf 0,84 Gew.% und der Kohlenstoffgehalt von 6,55 Gew.% auf
4,10 Gew.% reduziert. Dieses Ergebnis zeigt, daß mit Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens eine ausgezeichnete Raffination
erreicht wird. Es ist auch möglich, niedrigere Silicium und Kohlenstoffwerte zu erhalten, wenn das Verhältnis von
Chromiterz oder anderen geeigneten Metalloxiden zu Metallfeinerz erhöht wird.
Die in der Plasmakanone verwendete Elektrode kann sowohl eine nicht abschmelzbare als auch eine abschmelzbare Graphitelektrode
sein. Die Verwendung eines inerten Gases über die Plasmakanone wurde auf die Mengen begrenzt, die für die Betriebsweise
eines stabilen thermischen 'Plasmas erforderlich
ist und die nicht spezifisch für irgendeinen metallurgischen Zweck ist. Es ist offensichtlich, daß natürlich auch größere
Mengen an inertem Gas eingesetzt werden können, falls dies erwünscht ist.
Der Ofen war nicht mit Graphit- oder Kohlenstoffschichten
ausgekleidet, die mit dem Metall oder mit der geschmolzenen Schlacke in Berührung kommen könnten. Auf diese Weise wurde
der Kohlenstoffgehalt in diesem System auf einem möglichst niedrigen Wert gehalten und der festgestellte ausgezeichnete
Raffinationsgrad erreicht.
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— 9 —
Nachfolgende Ergebnisse wurden mit Hilfe des erfindungsgemäßen
Verfahrens zur Raffination von Ferrochrom unter Verwendung einer abschmelzbaren Elektrode erhalten.
Die metallische Fraktion, die 89,7 Gew.% der Gesamtzusammensetzung
ausmachte, besaß aufgrund der durchgeführten Analyse die folgende Zusammensetzung:
Chrom 51,2 %
Eisen 39,0 %
Silicium 2,69%
Kohlenstoff 5,7 %
Die Schlacke besaß aufgrund der Analyse folgende Zusammensetzung:
| Cr2°3 | 13,0 % |
| FeO | 3,87% |
| CaO | 1,05% |
| SiO2 | 55 j 3 % |
| MgO | 1,21% |
| A12°3 | 18,3 % |
Die Analyse des Chromite ergab eine ähnliche Zusammensetzung wie die, die für das vorstehend genannte Winterveld-Chromit
gefunden wurde, das für die Versuche mit der nicht abschmelzbaren Elektrode eingesetzt wurde.
Der als Flußmittel eingesetzte Kalkstein besaß die folgende Zusammensetzung (in Gew,.%):
FeO : 0„46 SiO3 ; 2,07 CaO : 55,0
MgO : 0,53 Al2O3: 0f54
Der Versuch wurde, so durchgeführt, daß 100 Teile des Ferrochrom-Feinerzes
mit 28,6 Teilen des Winterveld-Erzes und 11,5
Teilen Kalkstein gemischt wurden. Diese Mischung wurde wiederum in einen vorgeheizten Ofen mit einer Geschwindigkeit eingespeist,
die so berechnet wurde, daß sichergestellt war, daß das Metall und die Schlacke auf einer konstanten gewählten
Verfahrenstemperatur gehalten wurden, so daß das erforderliche Energiegleichgewicht beibehalten wurde.
"Ό In diesem Versuch wurde im Hilfe der Raffination der Siliciumgehalt
von 2,69 Gew.% auf 0,65 Gew.% und der Kohlenstoffgehalt
von 5,7 Gew.% auf 5,2 Gew.,% reduziert.
Der in diesem Versuch verwendete Ofen war ähnlich" konstruiert "*^ wie der in dem oben beschriebenen ersten Versuch eingesetzte
Ofen, d.h. er besaß eine Auskleidung aus feuerfestem Oxidmaterialo
Mit Hilfe der vorliegenden Erfindung wird ein einfaches,- je-
^u doch sehr wirksames Verfahren zur Raffination von Ferrochrom
vorgeschlagen, bei dem Chromiterz oder gegebenenfalls ein anderes
geeignetes Oxiderz eingesetzt werden kann. Das erfindungsgemäße Verfahren zeichnet sich unter anderem auch dadurch
aus, daß durch den Raffinationsprozeß nicht nur der Gehalt an Kohlenstoff und Silicium reduziert wird, sondern daß,;
gleichzeitig automatisch auch der Titangehalt des zu raffi- ?■
nierenden Metalls herabgesetzt wird. Letzteres kann für be- '-stimmte
Anwendungen des raffinierten Metalls von großem Vorteil sein .
30
30
sy/do
Claims (15)
1. Verfahren zur Raffination von Ferrochrom, dadurch gekennzeichnet
daß das zu raffinierende F-errochrom zusammen mit einem geeigneten Metalloxid in Gegenwart eines übertragenen
thermischen Lichtbogenplasmas erhitzt wird, wobei 'flüssige Schlacke und flüssiges Metall gebildet
und in einer im wesentlichen kohlenstofffreien Umgebung
raffiniert werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
das Erhitzen bei Atmosphärendruck oder einem niedrigeren Druck durchgeführt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß das Ferrochrom in Form von pulverförmigem Erz . ■
(Feinerz) eingesetzt wird..
4« Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß
das Feinerz mit einer Korngröße von weniger als etwa 2 mm Durchmesser eingesetzt wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da durch gekennzeichnet, daß das Ferrochnom-Ausgangsmate- ',
rial vor dem Beschicken gemischt wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet j, daß das Metalloxid in Form von oxidischem
Feinerz, gegebenenfalls agglomeriert und/oder in Form von grobstückigem Oxiderz, in den Ofen eingespeist
wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß vorreduzierte, voroxidierte oder in anderer Weise vorbehandelte
oxidische Feinerze oder grobstückige Oxiderze eingesetzt werden.
8. Verfahren nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß oxidische Feinerze oder grobstückiges Oxiderz
mit einem Gehalt an Chromit eingesetzt werden.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß dem Ferrochrom und dem Oxid
die erforderliche Menge an Flußmitteln beigemischt wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß
quarzhaltige Flußmittel eingesetzt werden.
11= Verfahren nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet,
daß Flußmittel mit einem Gehalt an Kalkstein und/ oder Dolomit eingesetzt werden.
12» Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet,
daß Flußmittel mit einem Gehalt an Natriumcarbonat eingesetzt werden« . .
13« Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die feste Mischung aus Ferrochrom
und Metalloxid zu einer geschmolzenen Masse aus Metall und gegebenenfalls Schlacke zugefügt wird.
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß
die feste Mischung aus Ferroehrom und Metalloxid zu der geschmolzenen Masse mit einer Geschwindigkeit zugefügt
wird, die so gesteuert wird, daß eine vorbestimmte Temperatur und der geschmolzene Zustand der Metallmasse aufrechterhalten
werden.
15, Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß das thermische Plasma unter Verwendung einer nicht abschmelzbaren Elektrode erzeugt
wird.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet,
daß das thermische Plasma unter Verwendung einer abschmelzbaren Elektrode erzeugt wird.
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