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Zugvorrichtung für Gardinen u. dgl. Die für die Verstellung von Gardinen
usw. gewöhnlich zur Verwendung kommenden Schnurzüge leiden an dem bekannten: Nachteil,
daß sie schwierig anzubringen und zu entfernen sind, und außerdem d@aß die Schnüre
häufig reißen und zu umständlichen Reparaturen Anlaß geben. Bei solchen Einrichtungen
finden vielfach Holzgalerien-Verwendung, die zusammen mit den Schnüren große Staubfänger
sind und daher in gesundheitlicher Hinsicht als nachteilig bezeichnet werden müssen.
Durch vorliegende Erfindung werden diese Übelstände vollständig beseitigt. Das Anbringen
der Gardinen bzw. ihrer Zugvorrichtung wird dadurch wesentlich erleichtert und beschleunigt,
ebenso die Bedienung der Zugvorrichtung. Dies wird dadurch erreicht, daß die Gardinenstangen
schräg einstellbar ausgebildet und die än den Gardinenstangen befindlichen Gardinenträger
derart beschaffen sind', daß sie an den Stangen leicht entlanggleiten können. Man
hat . den Stangen dann nur die in Betracht kommende Schrägstellung vorübergehend
zu geben, um die Gardinen mittels ihrer Gardinenträger an den Stangen entlanggleiten
zu lassen und so in Offen- oderGeschlossenstellung zu bringen.
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Der Gegenstand der Erfindung ist auf der Zeichnung beispielsweise
veranschaulicht. Fig. r und 2 zeigen die neue Einrichtung in Seitenansicht und Draufsicht
beim geschlossenen Zustand der Gardinen; Fig. g und q. zeigen die zugehörigen Wandträger;
Fig. q.a ist eine Einzelheit; Fig. 5- und 6 zeigen die Gardinenstangen bzw. ihre
Verstellvorrichtung - in Schrägstellung; Fig. 7 läßt die Gardinen in Offenstellung
erkennen; Fig. 8 zeigt die Einrichtung in Draufsicht bei Verwendung von seitlich
geteilten Gardinen, die von der Mitte nach der Seite der Stange verstellbar sind;
Fig. 9 bis 18 stellen Einzelheiten dar.
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Die neue Zugvorrichtung besteht aus einer Stange, am besten einem
Rohr a, für jede Gardine. Gewöhnlich kommen zwei Gardinen "an jedem Fenster zur
Verwendung und meist noch ein Sonnenvorhang (Store). In solchem Falle sind dann
zwei Stangen a für die Gardinen und eine Stange a,. für den Sonnenvorhang vorgesehen.
Die Stangen sind in zwei Wandträgern b und c gelagert. Die Lagerung erfolgt in der
Weise, daß die Stangen a in dem Träger c etwa in der Mitte drehbar angelenkt sind,
während sie. mit ihrem anderen Ende im Träger b aus der wagerechten Lage heraus
nach oben und unten verstellbar sind, so daß sie eine Schrägstellung nach unten
und oben einnehmen können. Die Stange a1 für den Sonnenvorhang ist zweckmäßig am
Träger b mit dem einen Ende angelenkt, während ihr in den Träger c eingreifendes
Ende in diesem aus der wagerechten heraus nach oben und- unten verstellbar ist.
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Für jedes verstellbare Ende der Gardinenstangen ist im betreffenden
Wandträger ein Führungschlitz d vorgesehen. In diesem Schlitz sind Gleitstücke f
verschiebbar angeordnet; auf diese Gleitstücke wirken Schraubenfedern g ein. Die
Gleitstücke haben einen
mittleren Zapfen h (Fig. i i und 12), an
dem die betreffenden Gardinenstangen, zweckmäßig -mittels eines Hakens i, gelagert
sind. Um die bei der Schrägstellung der Stange notwendige Verlängerung derselben
zuzulassen, ist der Haken i in der Stange etwas verstellbar und steht unter der
Wirkung einer Spannfeder v (Fig. i i).
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An der Unterseite der Gleitstücke f sind Zugschnüre k, k1, zweckmäßig
aus Metall angebracht. An den freien Enden dieser Zugschnüre befinden sich Marken
mit der Bezeichnung A (auf) bzw. Z (zu) (Fig. i). Kommen Doppelgardinen zur Verwendung,
so werden die Gleitstücke f derselben durch eine Verbindungsschnur k,# gekuppielt,
die über Rollen m des oberen. Querstückes des Wandträgers (.b, Fig. 4., 9 und io)
geführt sind. Bei einfachen Gardinenstangen, z. B. für Sonnenvorhänge, wird an der
Unterseite des Gleitstückes feine Zugschnur 1z3 (Fig. 3) und an der Oberseite eine
Zugschnur k4 angebracht, welche über Rollen n des Wandträgers c (Fig. 3) geführt
sind.
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Der Wandträger ist mit einem Haken o versehen, der in Ösen p (Fig.
q. und 4a), die in der Wand zu befestigen sind, eingeschoben werden kann. Es ist
dadurch ermöglicht, in einfachster und raschester Weise bei Umzügen die Vorhanghalter
auszuwechseln. Auch ist es nicht notwendig, in solchem Falle neue Kloben usw. einzuschlagen,
so daß die neue Einrichtung auch eine Schonung der Gebäude und Ersparnis in dieser
Hinsicht bedeutet.
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Die Gardinenstangen sind als Rohr ce mit an der Unterseite über die
ganze Länge hin vorgesehenem Schlitz q ausgebildet (Fig. 13). Durch diesen Schlitz
greifen die Gardinenträger. Diese bestehen aus gelenkigen Laschengehängen, die je
an dem einen Gelenkpunkte eine Klammer r für das Festmachen der Gardinen, an dem
anderen Gelenkpunkte aber einen Gleitkörper s besitzen (Fig. 1¢). Diese Gleitkörper
bestehen aus zwei Halbkugeln s1, die durch einen Querstift t miteinander in Verbindung
stehen. An diesen Stiften sind die Glieder der Laschengehänge gelenkig aufgehängt.
Die Stifte befinden sich über dem Rohrschlitz q, so daß die Gehänge frei durch den
Schlitz greifen. Die vorderste Gleitkugel s2 ist als schwerer Leitkörper und daher
mit größerem Durchmesser als die übrigen Kugeln ausgebildet. Je zwei an einer Klammer
r angreifende Laschenglieder u sind durch eine aus zwei Teilen bestehende
Gelenkstrebe u,. miteinander verbunden.
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Die Vorrichtung der Erfindung wirkt in folgender Weise: Beim geschlossenen
Zustand der Gardinen befinden sich die Laschengehänge der Gardinenträger in der
aus Fig, i.und 15 ersichtlichen gegenseitigen Lage (dabei handelt es sich um Gardinen,
die die ganze Breite des Fensters einnehmen). Sollen die Gardinen geöffnet werden,
so, hat man lediglich an der mit der Marke A bezeichneten Schnur k
zu
ziehen. Dadurch wird das Gleitstück f, an das diese Schnur unmittelbar
angreift, und damit die betreffende Gardinenstange a auf der einen Seite nach: unten
gezogen, während das durch die Kuppelschnur k damit verbundene Gleitstück f und
damit das Ende der zweiten Stange a nach oben bewegt wird. Durch diesen einzigen
kurzen Zug werden demnach beide Stangen a in die aus Fig. 5 ersichtliche Schrägstellung
und die Zugteile in die aus Fig. 6 ersichtliche Lage gebracht. Die Feder g des nach
unten gezogenen Gleitstückes f wird also zusmmengedrückt, während die Feder g des
anderen Gleitstückes freikommt und in halber Höhe stehen bleibt.
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Die Folge der schrägen Einstellung der Gardinenstangen ist, daß die
Gardinen unter der Wirkung der nunmehr auf schräger Ebene abwärtsrollenden Gleitkugeln
s, insbesondere der großen Leitkugel s2, in die in Fig. 5 und 14 dargestellte Offenstellung
kommen. Dabei wirkt das Gewicht der Vorhänge ebenfalls im Sinne des Öffnens mit,
und bewirkt außerdem, daß die Laschen des Gehänges dicht aneinander gelegt werden.
Die Gelenkstreben u1 der Laschen u, die sich in nahezu ausgestreckter Lage befanden
und ein selbsttätiges Zusammengehen der Laschen unter dem Gewichte der Vorhänge
verhindern (Fig. i und 15), werden dabei durch das Gewicht der Kugeln eingedrückt,
so daß sich die Laschen zusammenschließen können (Fig. 5 und 14). Sind auf diese
Weise die Vorhänge geöffnet, so läßt man die Schnur k wieder los, wodurch sich unter
der Wirkung der Feder g das eine Gleitstück f mit der Sttnge a in die wagerechte
Lage zurückbewegt, während das zweite oben befindliche Gleitstück f durch das Gewicht
der zugehörigen Stange cc und damit diese selbst in die wagerechte Lage zurückgeführt
wird. Dieser Zustand ist in Fig 7 zu erkennen. Sollen die Vorhänge wieder geschlossen
werden, so wird in umgekehrter Weise verfahren, d: h. man. hat dann lediglich
an der Schnur k,_ zu ziehen, worauf sich das umgekehrte Spiel vollzieht und die
Vorhänge wieder in die aus Fig. i ersichtliche Geschlossenstellung gelangen.
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Statt der die ganze Breite des Fensters einnehmenden Gardinen können
natürlich auch sogenannte halbe Gardinen Verwendung finden, die nur über die Hälfte
des Fensters ,greifen. Die diesbezügliche Anordnung ist aus, Fig. 8 zu erkennen.
Natürlich darf das Laschengehänge dann nur so groß sein, daß dasselbe sich bei der
Geschlossenstellung der Gardinen
in ausgestreckter Lage (Fig. 15)
befindet, in der die Gelenkstreben u1 das selbsttätige Zusammengehen der Laschen
verhindern.
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Beim Öffnen oder Schließen des Sonnenvorhanges wird in gleicher Weise
verfahren. Man hat dann nur an der Schnur k3 (Fig. 3) bzw. an der Schnur k4 zu ziehen.
und nach dein Wandern des Vorhangges diese wieder loszulassen, um die Stange a1
aus der zuvor hergestellten schrägen Stellung wieder in die wagerechte Lage zurückzuführen.
Diese Lage ist in Fig. 5 punktiert angedeutet.
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Die Wandträger können dekorative Ausbildung erhalten. Sie können z.
B. in der aus Fig. 17 und 18 ersichtlichen Weise mit Blech verkleidet und mit Ornamenten
versehen sein. Es ist- ersichtlich, daß bei der einfachen Gestaltung.des Erfindungsgegenstandes
jeder im stande ist, die Gardinen ohne fremde Hilfe in einfacher und- rascher Weise
selbst aufzumachen.
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Natürlich könnte die eine oder andere Anordnung auch anders getroffen
sein, ohne daß dadurch der Bereich der Erfindung überschritten würde. So .könnte
die Ausbildung des Wandträgers bzw. der Gleitstücke anders getroffen sein, z. B.
wie in Fig. 16 dargestellt ist. Hierbei. sind? die Führungstützen für die Gleitstücke
T- bzw. U-förmig ausgebildet, wodurch der Träger kleiner wird. Diese Konstruktion
ist für leichte Gardinen zu verwendtn, während die in Fig, i bis io dargestellte
Konstruktion für schwere Gardinen bestimmt ist. Statt der Gleitstücke -f können
auch Gleitkugeln, die ein leichteres Verschieben ermöglichen, oder sonst eine geeignete
Einrichtung Verwendung finden.