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Titel : Fenster
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Die Erfindung betrifft ein Fenster, das mit einem, aus stabartigen
Elementarteilen aufgebauten Fensterrahmen und einem Fensterflügel versehen ist,
wobei der Fensterrahmen eine Schließermuschel, der Fensterflügel aber eine mit jener
zusammenarbeitenden Schließvorrichtung hat.
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Bekannt sind solche aus Holz gefertigten Fenster, bei denen zwar der
Fensterrahmen und der Fensterflügel aus stabartigen Elementarteilen von quadratischem
Querschnitt bestehen.
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Um die Betätigung des Fensters, seine Konstruktionskontakte
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sichern und das Anbringen der verschiedenen Eisenarmierungen zu ermöglichen sind
die Elementarteile kompliziert gegliedert und mit verschiedenen Falzen, Hohikehlen
bzw.
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Vertiefungen hergestellt.
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Ein Mangel der obigen Lösung besteht darin, daß die Querschnittsoberfläche
dieser Falze in vielen Fällen selbst 50 % der ursprünglichen viereckigen Querschnittsfläche
der Elementarteile beträgt. Das aber bedeutet nicht nur ebenso große Materialeinbußen
durch Mehrzerspannung und Verminderung der Festigkeit, sondern hat auch den Nachteil,
daß schon ein Fenster, infolge der verschiedenen Falze aus Elementarteilen aus vielerlei
Querschnittskonturen besteht, zu deren Bearbeitung sehr komplizierte und teuere
Werkzeugköpfe erforderlich sind, außerdem auch als Folge hiervorn die Arbeitsmaschinen
oft und umständlich umgestellt werden müssen. Ein weiterer Mangel besteht darin,
daß man wegen der verschiedenen Anordnung der Falze die herkömmliche und materialeinsparende
Art der Eckenausgestaltung durch Abschneiden der Stabenden unter 450 bei der obigen
bekannten Lösung nicht anwenden kann. Anstatt dessen werden die Flügelecken in solchen
Fällen durch überlappung (z.B. Zapfen-Gabelverbindung) ausgestaltet, was jedoch
eine weitere Überbemessung der Elementarteile auf ihre ganze Länge bedeutet.
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Bei der Herstellung von Fenster aus Metall, Plaste oder aus Holz mit
Plasteüberzug als Werkstoff ist auch eine solche Lösung bekannt, bei der die verschiedenen
Quersc-hnittskonturen der Elementarteile mit Hilfe von sehr komplizierten und teuren
Extruderwerkzeugen gefertigt werden. Um dabei die Werkzeugkosten zu senken wurde
verschiedentlich versucht, die Querschnittskonturen der Einzel stäbe in irgendwelcher
Weise zu vereinheitlichen, doch hatten diese Versuche keinen Erfolg, da dabei jeweils
die funktionelle Qualität des Fensters in irgendeiner Weise verschlechtert wurde.
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Das Ziel der Erfindung ist somit die Vermeidung der obigen Fehler
und Mängel.
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Die durch die Erfindung zu lösende Aufgabe besteht also darin, ein
solches Fenster zu schaffen, das betreffs der Festigkeit nahezu eine optimale Lösung
dargestellt, im Fertigungsprozeß aber wesentlich einfacher, materialeinsparender
und billiger herzustellen ist, als bei den sonstigen bisher bekannten Vorschlägen.
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Die gestellte Aufgabe wird durch die Weiterentwicklung eines solchen
Fenstertyps gelöst, das einen aus stabartigen Elementarteilen~zusammengebauten Fenstrahmen
bzw. Fensterflügel hat, wobei der Fensterrahmen mit einer Schließermuschel versehen
ist, die mit dem am Fensterflügel angebrachten Schließer zusammenarbeitet. Dies
wird durch die Erfindung weiterentwickelt, daß die Elementarteile des Fensterrahmens
und des Fensterflügels in der Kontur genau miteinander übereinstimmen und ungeschwächten
Querschnitt haben, wobei die korrespondierenden Elementarteile des Fensterrahmens
und Fensterflügels mit zur Aufnahme der Rahmeneinsatzleiste bzw. Flügeleinsatzleiste
geeigneten Falzen versehen sind, wobei dem Rahmen eine Schließermuschel, dem Flügel
aber ein Schließer beigegeben ist.
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Eine sehr einfache Ausführung wird möglich, wenn bei geschlossenem
Fenster die Anschlagflächen der Flügelelementarteile auf den Anschlagflächen des
Rahmeneinsatzes aufliegen.
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Erfindungsgemäß ist auch eine solche Ausführung möglich, bei welcher
auf den Anschlagflächen der Elementarteile (Rahmenteile) die Anschlagfläche des
Flügeleinsatzstückes aufliegt.
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Vorteilhaft ist es ferner, wenn in den an den Einzelteilen entlang
geführten Falzen die Rahmeneinsatzleiste bzw. die Flügeleinsatzleiste lösbar, z.B.
mit Holzschrauben, herausnehmbar befestigt sind.
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Der Rahmeneinsatz und/oder der Flügeleinsatz kann mit einem oder mehreren
zusätzlichen Anschlagelementen auch angewendet und damit das Schließen des Fensters
noch weiter verbessert werden. Das Anschlagelement kann ferner auch mit einem elastischen
Abdichtungsband zur Anwendung kommen.
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Die Grundlage der Erfindung ist die Erkenntnis, daß man -abweichend
von den Fensterkonstruktionen der herkömmlichen Fertigungsweise - jene Konstruktionsteile,
welche einerseits die Festigkeit, andererseits die Schließfunktion zu versehen haben,
voneinander trennen muß. Die Festigkeitsanforderungen werden gemäß der Erfindung
von den zusammengepaßten Elementarteilen ungeschwächten gleichen Querschnittes des
Fensterrahmens und'des Fensterflügels erfüllt, welche für die auftretenden Beanspruchungen
korrekt bemessen werden können. Das Schließen des Fensters und das Eingreifen des
Schließers in die Schließmuschel ist aber durch die in den Falzen der Elementarteile
befestigten Rahmen- bzw.
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Flügeleinsätze gesichert. Durch die Lösung gemäß der Erfindung wird
die Vorfertigung der Fensterteile in Großserien und eine Verbesserung der Fabrikationsqualität
ermöglicht, ferner auch die Fertigungs- und Einbauproduktivität wesentlich erhöht.
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Die Erfindung soll anhand der, als einige der möglichen Ausführungsbeispiele
beigelegten Zeichnungen in ihren Einzelheiten näher erläutert werden. Es zeigt:
Fig. 1 Stellung der Elementarteile des Fensterrahmens bzw. Fensterflügels gemäß
der Erfindung, bei geschlossenem Fenster; Schnitt, Fig. 2 erstes Ausführungsbeispiel
des Fensters gemäß der Erfindung; Schnitt, Fig. 3 zweites Ausführungsbeispiel des
Fensters gemäß der Erfindung; Schnitt,
Fig. 4 drittes Ausführungsbeispiel
des Fensters gemäß der Erfindung; Schnitt, Fig. 5 viertes Ausführungsbeispiel des
Fensters gemäß der Erfindung; Schnitt.
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In der Zeichnung sind die ähnlichen Einzelteile mit den gleichen Bezugsnummern
bezeichnet.
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Wie aus Fig. 1 zu ersehen ist, sind beim Fenster gemäß der Erfindung
Elementarteile, d.h> ein Rahmenteil 1 des Fensterrahmens und ein Flügelteil 2
des FensterflUge#s, miteinander genau übereinstimmend ausgeführt, und zwar durchwegs
mit ungeschwächtem Querschnitt (d.h. sie sind mit keinerlei eigenen Falzen oder
Vertiefungen versehen). Der Rahmenteil 1 ist so gestaltet, daß er einen Falz 3 zur
Aufnahme eines Rahmeneinsatzes bildet. Ferner ist der Rahmenteil 1 in an sich bekannter
Weise mit einem Sockel 5 versehen, welcher zur Befestigung des Rahmens in der Wand
erforderlich ist.
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Der Flügelteil 2 ist ebenso mit einem Falz 3 versehen, welcher zur
Aufnahme eines Flügeleinsatzes ausgestaltet ist.
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Ferner ist der Flügelteil 2 mit einem Socker 4 versehen, der in an
sich bekannter Weise zum Einsetzen der Fensterglasscheibe bestimmt ist. In der hier
spiegelbildartig einander gegenübergestellten Stellung des Rahmen- und Flügelteils
1 und 2 wird von den Falzen 3 ein Raum 6 eingeschlossen.
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In Fig. 2 sind die Einzelheiten des ersten Ausführungsbeispieles des
erfindungsgemäßen Fensters gut zu erkennen.
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Ein im Falz 3 des Rahmenteils 1 angeordneter Rahmeneinsatz 6 hat eine
zusammengesetzte viereckige Gestalt und ist zum Anbringen einer an sich bekannten
Schließmuschel 9 mit dem Falz 7B versehen. Die an einer Anschlagfläche 2A des Flügelteils
2 aufliegende Anschlagfläche des Rahmeneinsatzes 7 wurde mit Bezugsnummer 7A bezeichnet.
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Im Falz 3 des Flügelteiles 2 ist in diesem Falle mit Holzschrauben
11 ein Flügeleinsatz 8 - von gleichem Querschnitt -befestigt. Der Rahmeneinsatz
7 und der Flügeleinsatz 8 sind beim vorliegenden Ausführungsb-eispiel aus härterem
Holz gefertigt, als der Rahmenteil 1 oder der Flügelteil 2. Eine Anschlagfläche
8A des Flügeleinsatzes 8 liegt bei geschlossenem Fenster an der Anschlagfläche 1A
des Rahmenteiles 1 an. Ferner ist der Flügeleinsatz 8 zum Aufnehmen einer an sich
bekannten Schließvorrichtung 10 mit einem Falz 8B versehen. Eine mit der Schließmuschel
9 zusammenarbeitende Schließklinke der Schließvorri#chtung 10 wurde mit der Bezugsnummer
10A bezeichnet (der Betätigungsmechanizmus der Schließklinke ist in der Zeichnung
aber nicht dargestellt, da das nicht zum Wesen der Erfindung gehört).
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Das Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 3 weicht insofern von Fig. 2 ab,
als hier der Rahmeneinsatz 7 zur Unterbringung eines zusätzlichen Anschlagelementes
12 mit einem weiteren Falz 7C versehen ist. Ferner hat der Flügeleinsatz 8 hier
prismatische Form und seine Anschlagfläche 8E arbeitet mit einem Anschlagelement
12 zusammen.
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Noch mehr kann das Schließen des Fensters mit der Ausführung nach
Fig. 4 verbessert werden, bei welcher die Form des Flügeleinsatzes 8 die gleiche
wie in Fig. 2 ist, jedoch zur Aufnahme eines weiteren Anschlagelementes 12 noch
mit einem Falz 8c versehen ist. Die Anschlagelemente 12 liegen - um ein besseres
Schließen des Fensters zu bewirken - aneinander auf. Die Anschlagelemente 12 können
z.B. aus Metall oder aus entsprechend harter Plaste gefertigt und in den Falzer
7C und 8c beispielsweise durch Einkleben befestigt werden.
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Das Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 5 kann als eine Fortentwicklung
der Lösung nach Fig. 3 betrachtet werden. Hier ist der Flügeleinsatz 8 mit einem
weiteren Falz 8D versehen,
in welchem ein elastisches Abdichtungsband
13 eingesetzt ist. Letzeres sichert mit dem Anschlagelement 12 des Rahmeneinsatzes
7 zusammen ein verbessertes Schließen des Fensters.
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Das Abdichtungsband 13 kann #.B. aus Gummi oder aus weichem elastischem
Kunststoff, z.B. durch Extrudieren, gefertigt werden.
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In dem Ffugeleinsatz 8 kann die Schließvorrichtung schon bei der vorfertigung
eingesetzt und befestigt werden.
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Der wichtigste Vorteil der Lösung gemäß der Erfindung besteht darin,
daß hier zum Fensterrahmen und'Fensterflügel übereinstimmend ineinander greifende
Elementarteile, cI.h.
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Rahmen- und Flügelteil-e 1 und 2, von durchwegs ungeschwächtem Querschnitt
vorgeschlagen werden, bei denen die einander zugekenrten Enden vorzugsweise universale
Falze 3 bilden.
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in die Falze 3 können der Rahmeneinsatz / bzw. der Flügeleinsatz 8
auf einfache Weise - z.B. durch Eintreiben von einigen Holzschrauben - mit großer
Genauigkeit befestigt werden. Zufolge der obigen Maßnahmen wird somit die Vorfertigung
der Fensterkonstruktionen fast bis zum Fertigzustand möglich. Noch vor dem Anbringen
des Rahmeneinsatzes 1 und des Flügeleinsatzes 8 kann die Schließvorrichtung 10 am
Fldgeleinsatz 8 aufmontiert werden. Ebenso kann auch im Rahmeneinsatz 7 die Schließmuschel
9 vorher eingebaut werden. Durch ein genaues Maßeinhalten bei den Falzen 3 und den
Rahmen- bzw. Flügel ansätzen 7 und 8 kann man garantieren, daß nach dem Einbau des
Rahmeneinsatzes 7 und des Flügeleinsatzes 8 die Schließtlächen bzw. Anschlagflächen
einwandfrei aufliegen werden, und der Schließmechanismus selbst störungs1os funktionieren
wird, wenn im Fertigungsprozeß nur angelernte Arbeitskräfte eingesetzt werden.
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Ein weiterer Vorteil der FensterkonstruKtion gemäß der Erfindung ist,
daß bei einem eventuellen Schadnaftwerden der
Schließvorrichtung,
durch ein rasches Herausheben des Flügeleinsatzes 8, auf einfache Weise repariert
bzw. ausgewechselt werden kann. Bei einer Erneuerung ist auch von Vorteil, daß man
noch vor dem Neuanstrich des Fensterrahmens den Flügeleinsatz 8 zusammen mit der
Schließvorrichtung 10 ausbauen, und damit von vornherein verhindern kann, daß Ulfarbe
in den Schließmechanismus gelangt und dort Funktionsstörungen verursacht.
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In Anbetracht dessen, daß die Elementarteile, d.h. Rahmen-und Flügelteile
1 und 2, mit ~#bereinstimmendem, zusammenpassendem und ungeschwächtem Querschnitt
gefertigt werden, und deshalb hinsichtlich der Festigkeit eiindbutig bemessen werden
können, ist keine Überdi-mens-ionierung nötig, was an sich schon eine Materialeinsparung
von 20 - 25 % bedeutet.
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Eine derartige Ausgestaltung der Elementarteile ermöglicht es auch,
die Fensterecken durch ein Abschneiden der zu verbindenden Stabenden unter einem
Winkel von 450 auszugestalten, woraus sich eine weitere Materialeinsparung von 5
- 8 % ergibt. Schließlich ist es noch von Vorteil, daß man die Elementarteile mit
den Falzen 3 in Stabform vorfertigen und auf Lager halten kann.
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Zahlreiche andere Ausführungsarten des erfindungsgemäßen Fensters
sind ebenfalls möglich. So können z.B. die Rahmen-und Flügelteile 1 und 2 aus Plaste
oder auch aus Metall hergestellt werden. Sie müssen auch nicht unbedingt Vollprofil
haben, sondern können auch als Hohlprofile ausgebildet sein. Wichtig ist nur, daß
die Querschnitte den gestellten Festigkeitsanforderungen entsprechend bemessen und
gestalte sind, die Außenkontur der zusammenwirkenden Einzelteile aber nach der durch
die Erfindung vorgeschlagenen Art und Weise gefertigt sei. Ebenso können auch die
Rahmen-und Flügeleinsätze 7 bzw. 6 auch z.B. aus Metall oder entsprechendem harten
maßhaltenden Kunststoff hergestellt werden.