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Siebmaschine
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Die Erfindung betrifft eine Siebmaschine, bestehend aus einem Siebkasten
mit mindestens einer vom Siebguteinlauf zum Siebgutablauf geneigt angeordneten Siebgewebefläche,
die mittels unter letzterer über deren Fläche verteilt angeordneter Anstoßer direkt
erregbar ist, wobei letztere an unter der Siebgewebefläche angeordneten Schlaghebeln
gehaltert sind, die von gestellfest gelagerten, zur Pörderrichtung des Siebgutes
quer gerichteten, hin und her schwingbaren Wellen abstreben.
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Bei bekannten Siebmaschinen dieser Art ist bislang jeder Welle ein
elektromagnetischer Schwingungserreger zugeordnet, deren Amplitude zum Zwecke der
Reinigung des Siebgewebes gegebenenfalls verändert werden kann.
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Jene aus der Praxis bekannten Siebmaschinen bedingen aber relativ
hohe Herstellungskosten.
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Zudem ist die Reinigungswirkung durch Veränderung der Amplitude unbefriedigend.
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Darüberhinaus werden hierbei noch relativ große Massen in Schwingung
versetzt, obwohl das Siebgewebe direkt angetrieben wird, so daß auch relativ große
Schwingungserreger erforderlich sind.
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Aufgabe der Erfindung ist es nun eine Siebmaschine der im Oberbegriff
des Anspruches 1 angegebenen Art insofern zu verbessern, daß unter Verbesserung
der Siebreinigung und des Wirkungsgrades eine erhebliche Vereinfachung der Siebmaschine
erreichbar ist, die auch eine einfache und preiswerte Herstellungsmöglichkeit ergibt.
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Die Lösung dieser Aufgabe kennzeichnet sich durch die Kombination
folgender Merkmale: a) von allen Wellen streben Schwenkhebel ab, an welchen eine
auf alle Wellen wirksame Schubstange angelenkt ist, auf die ein von einem in seiner
Drehzahl wahlweise veränderbaren Motor antreibbarer Kurbeltrieb wirksam werdend
angeordnet ist, b) die Schubstange ist außermittig der Wellen nahe der am Siebkasten
gehalterten Wellenlager angeordnet, c) die Schubstange ist mit dem Kurbeltrieb über
eine zur Schubstange etwa gleichgerichtete Blattfeder verbunden, und d) die Wellenlager
sind am Siebkasten jeweils um eine mit radialem Abstand von der Wellenlagerachse
angeordnete und zu letzteren parallel verlaufende Achse verschwenkbar und feststellbar
gehaltert, wobei jeweils der Abstand der Lagerschwenkachse von der Wellenlagerachse
dem radialen Abstand der Schwenkhebel-Schubstangen-Anlenkachse von der Achse der
Welle gleicht und wobei die Lagerschwenkachsen bei in der
Mittellage
stehenden Schwenkhebeln zu deren Schubstangen-Anlenkachsen jeweils koaxial ausgerichtet
angeordnet sind.
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Hierdurch ist zum Antrieb aller Wellen nur noch ein einziger Antriebsmotor
notwendig, der durch die Veränderbarkeit seiner Drehzahl auch die Soglichkeit einer
Veränderung, insbesondere einer Erhöhung der Frequenz gegenüber der Betriebsfrequenz
zuläßt, womit wesentlich größere Beschleunigungen zum Zwecke der Siebreinigung als
durch Erhöhung der Schwingungsweite erreichbar sind.
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Zudem zeichnet sich die erfindungsgemäße Siebmaschine durch eine bislang
unerreichte Laufruhe und durch einfache, robuste, störunanfällige, praktisch wartungsfreie
Organe zur Erzeugung von Schwingungen und zur Vbertragung der Schwingungen auf die
Siebanstoßer aus.
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Auch ist in jedem Falle eine phasengleiche Erregung aller Anstoßer
sichergestellt.
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Weiterhin ist es durch die erfindungsgemäße Gestaltung der Wellenlager
jederzeit möglich sie relativ zur Siebgewebefläche auszurichten, so daß auch bei
mehr oder weniger großen Fertigungstoleranzen und/oder bei zonenweise durchhängender
Siebkippgewebefläche die Gewahr dafür gegeben ist, daß alle Anstoßer auch synchron
an das Siebgewebe anschlagen.
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Durch die Anordnung der Schubstange nahe der Wellenlager werden auch
von der Schubstange ansonsten verursachbaren Durchbiegungen der Wellen und daraus
resultierende Nachteile sicher ausgeschlossen.
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Dabei ist es vorteilhaft, wenn als Kurbelantrieb ein polumschaltbarer,
kostengünstiger, robuster und wartungsfreier Elektromotor vorgesehen wird.
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Eine fertigungstechnisch besonders günstige störunanfällige und lange
Betriebszeiten gewährleistende Ausgestaltung einer weiteren vorbeschriebenen Einzelheit
ist dadurch gekennzeichnet, daß als Surbelantrieb ein in seiner Ezentizität einstellbares
Exzentergetriebe, bestehend aus einer exzentrisch gelagerten Kreisscheibe und einer
letztere umfassende Hubschwinge, vorgesehen ist, dessen Hubschwinge über die Blattfeder
mit der Schubstange verbunden ist, wobei vorzugsweise ferner auf der Antriebswelle
des Kurbeltriebes eine Schwungscheibe gehaltert ist.
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Umter Umständen ist es vorteilhaft anstelle einer Blattfeder, die
die gelenkige Verbindung zwischen dem Kurbeltrieb und der Schubstange erübrigt,
ein Blattfederpaket vorzusehen.
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Um durch das Siebgut verursachbare Störungen quasi gänzlich auszuschließen,
ist es vorteilhaft, wenn der
Kurbeltrieb und dessen motorischer
Antrieb im Bereich des Siebguteinlaufes außerhalb der Siebgewebefläche, vorzugsweise
innerhalb eines staubdichten Gehäuses angeordnet sind und das den Eurbeltrieb mit
der Schubstange verbindende Organ einen Gehäusedurchbruch staubdicht durchgreift.
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Zur weiteren Steigerung einer gleichförmigen Erregung der Siebgewebefläche
und zur Erhöhung der Lebensdauer vor allem der Wellen und deren Lager ist es vorteilhaft,
wenn den die Schlaghebel aufweisenden Wellen Gegengewichte angeordnet sind.
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Eine bevorzugte fertigungstechnisch besonders günstige und robuste
Gestaltung der Wellenlager, die auch eine leicht zugängliche Justierung erlauben,
besteht darin, daß die Wellenlager als Flanschlager ausgebildet und jeweils außenseitig
am Siebkasten stufenlos verstell-und stufenlos feststellbar angeordnet sind.
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Hierzu kennzeichnet sich eine bevorzugte besonders einfache Ausführungsform
dadurch, daß in den Flanschen der Wellenlager jeweils mindestens ein auf einem Ereisbogen
um die Wellenlagerschwenkachse angeordnetes Langloch angeordnet ist, durch welches
eine an dessen Randteilen angreifende, am Siebkasten gehalterte Beststellschraube
greift. Zur weiteren Verminderung der
Schwingmassen, wozu im besonderen
Maße die erfindungsgemäße Gestaltung des Schwingungsantriebes beiträgt, ist es vorteilhaft,
wenn die Wellen über ihre gesamte Länge rohrförmig profiliert sind, in deren Mundungen
je eine Gummidrehfeder fest eingefügt ist, in welche jeweils der eine Endteil eines
Zapfens fest eingesteckt ist, dessen anderer Endteil in einem am Siebrahmen gehalterten
Wellenlager befestigt ist.
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Hierdurch werden nicht nur gegenüber bekannten massiven Wellen bei
gleicher Formsteifigkeit wesentlich geringere Eigengewichte für die Wellen selbst
erreicht, sondern darüberhinaus sind die in die gestellfest gehalterten Wellenlager
eingreifenden Wellenzapfen gegenüber den Wellen selbst durch die Gummdrehfedern
schwingungsisoliert und nehmen demzufolge auch nicht an den Schwingbewegungen der
Wellen teil.
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Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt
und wird im folgenden näher beschrieben.
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Es zeigen Fig. 1 eine Siebmaschine im Längsschnitt gemäß der Linie
I-I der Fig. 2 gesehen, Fig. 2 desgleichen im Schnitt der Linie II-II der Fig. 1,
Fig. 3 desgleichen im Schnitt der Linie III-III der
Fig. 1, Fig.
4 eine vergrößerte Darstellung von Einzelheiten in der Vorderansicht, Fig. 5 desgleichen
im Schnitt der Linie V-V gesehen.
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Bei dieser Siebmaschine ist in einem rechteckigen Siebkasten 1 ein
etwa flächengleiches Siebgewebe 2 auswechselbar gehaltert, dessen kurze Randteile
in zu den kurzen Kastenseiten parallel verlaufenden Spannorganen gehaltert sind.
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In der Gebrauchsstellung ist der Siebkasten 1 und demzufolge auch
das Siebgewebe 2 in Längserstreckung nach links geneigt angeordnet.
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ueber dem rechten oberen Siebkastenendteil kann ein Siebguteinlauftrichter
vorgesehen werden. Am unteren Endteil des Siebkastens sind Siebgutabläufe 3 angeordnet.
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Unterhalb des Siebgewebes 2 sind am Siebkasten 1 mehrere zur Förderrichtung
des Siebgutes und zur Längserstreckung des Siebkastens rechtwinklig gerichtete und
zur Siebgewebefläche parallel verlaufende Wellen 4 gelagert. An allen zum Siebkasten
1 niveaugleich angeordneten Wellen sind jeweils mehrere auf deren Längen verteilt
angeordnete radial abstrebende Schlaghebei 5 befestigt, die an der Unterseite des
Siebgewebes 2
anschlagbare Anstoßer 6 tragen. Die Anstoßer 6 sind
als über nahezu über die gesamte Breite der Siebgewebefläche 2 sich erstreckende
Leisten ausgebildet.
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Von jeder Welle 4 strebt noch ein Schwenkhebel 7 radial nach unten
gerichtet ab, an welchen eine gemeinsame Schubstange 8 angelenkt ist.
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Die Schubstange 8 ist längs des Siebkastens 1 verlaufend gerichtet
und nahe einer Seitenwange des Siebkastens angeordnet. Dabei ist der Abstand der
Schubstange 8 von der rechten Siebkastenseitenwange, gemäß Fig. 2 erheblich kleiner
als der Abstand von der linken Seitenkastenwange.
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Der dem Siebgutzulauf zugewandte Endteil der Schubstange 8 ist über
eine Blattfeder 9 mit einem gestellfest gehalterten Kurbeltrieb 10 verbunden.
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Der Kurbeltrieb 10 ist als in seiner Exzentizität einstellbares Exzentergetriebe
ausgebildet welches aus einer auf einer gestellfest drehbar gelagerten Welle 11
exzentrisch angeordneten Kreisscheibe 12 und einer die Kreisscheibe umfassenden
Hubschwinge 13 besteht. An der Hubschwinge 13 ist die Blattfeder 9 befestigt. Auf
der Welle 11, die mittels zweier
Lagerböcke 14 drehbar gelagert
ist, ist noch eine Schwungscheibe 15 angeordnet. Die Welle 11 ist mittels einer
Kupplung 16 mit einem gestellfesten polumschaltbaren Elektromotor 17 verbunden.
Der Elektromotor ist für Drehzahlen von 1.500 bzw.
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3.000 Umdrehungen pro Minute ausgelegt.
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Der Kurbeltrieb 10 und dessen motorischer Antrieb sind im Bereich
des Siebguteinlaufes außerhalb der Siebgewebefläche 2 in einem staubdichten Gehäuse
18 angeordnet. Letzteres ist durch eine stirnseitig des Siebkastens angeordnete
verschließbare Klappe 19 bequem zugänglich.
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Das gesamte Antriebsaggregat ist auf einer einzigen, am Siebkasten
1 angeschraubten Gummifeder 20 befestigt und somit zu einer Baueinheit zusammengefügt.
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An allen Wellen 4 sind noch Ausgleichgewichte 21 angeordnet.
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Die Wellenlager 22 sind als jeweils außenseitig der Siebkastenwangen
gehalterte Flanschlager ausgebildet.
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Die Wellenlager 22 sind relativ zum Siebkasten 1 um eine von der Wellenlagerachse
mit radialem Abstand von dieser angeordnete. und zu letzterer parallel verlaufende
Achse 23 verschwenkbare Lager.
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Dabei gleicht der radiale Abstand a der Schwenklagerachse 23 von der
Mittelachse einer jeden Welle 4 den Abstand "b" der Schwenkhebel-Schubstangen-Anlenkachse
24 schon der Wellenachse.
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Ferner sind die Lagerschwenkachsen 23 bei in der Mittellage stehenden
Schwenkhebeln 7 zu deren Schubstangen-Anlenkachsen 24 jeweils koaxial ausgerichtet
angeordnet.
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Um die Wellenlager 22 in der jeweils gewünschten Stellung am Siebkasten
1 arretieren zu können, sind in den Flanschen der Wellenlager 22 je ein Langloch
25 angeordnet durch welche je eine in eine Gewindebohrung des Siebkastens 1 eingeschraubte
und mit ihrem Kopf an den Lochrandteilen abstützbare Feststellschraube 26 greift.
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Die Langlöcher 25 sind jeweils kreisbogenförmig und erstrecken sich
auf eine um die Schwenklagerachse 23 geschlagenen Kreisbogen.
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Die Wellen 4 haben über ihre gesamte Längserstreckung gleiche kreisringförmige
Querschnitte. In ihre Nändungen ist jeweils eine Gummidrehf eder 27 fest eingefügt,
wobei die Gummidrehfeder mit den benachbarten Mdndungen der Wellen 4 bündig abschließen.
In jede
Gummidrehfeder 27 ist der eine Endteil eines Zapfens 28
mit Pressitz eingesteckt, dessen anderer Endteil in einem Wellenlager 22 lösbar
befestigt ist.
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Bei langen Wellen ist es vorteilhaft nahe beider Siebkastenseitenwangen
je eine auf die Wellen 4 wirksame Schubstange 8 vorzusehen, denen jeweils ein Kurbeltrieb
10 zugeordnet ist, die von einem gemeinsamen Elektromotor 17 synchron angetrieben
werden.
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Alle neuen, in der Beschreibung und/oder Zeichnung offenbarten Einzel-
und Kombinationsmerkmale werden als erfindungswesentlich angesehen.
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