-
-
Kennwort: Kunststoff-Stricknadel
-
Verfahren zum Herstellen einer Stricknadel im Druckguß Die Erfindung
bezieht sich auf ein Verfahren zum Herstellen einer Druckguß -Stricknadel, die abschnittweise
formunterschiedliche Bereiche besitzt. Sie besteht aus einem die Nadelspitze beinhaltenden
konischen Nadelanfangsstück und einem zylindrischen Nadelschaft. Im manchen Fällen,
wie z.B. im Anwendungsfall einer Rundstricknadel, schließt sich dem noch ein verjüngendes
Nadelendstück an.
-
Ausgegangen wird von einer zweiteiligen Druckgußform, in der verfahrensmäßig
die Stricknadel zunächst gespritzt wird.
-
Bei diesem bekannten Verfahren verlaufen die beiden Formteile in Längsrichtung
der Stricknadel, so daß in jedem Formteil je eine Hälfte der Stricknadel entsteht.
Die Trennfuge der beiden Formteile verläuft also in einer durch die Nadelachse gehenden
Axialebene, wo auch die herstellungsbedingten Angußteile angeordnet liegen, die
in einer späteren Verfahrensstufe vom eigentlichen Stricknadel-Körper abgeschnitten
werden müssen. Damit eine gute Verteilung des Werkstoffes beim Druckguß erfolgt,
sind die Angußteile in Form einer Längsnaht ausgebildet. Das Abschneiden eines über
beachtliche Längenbereiche des fertig gespritzten Zwischenprodukts sich erstreckenden
Angußteile ist schwierig und zeitaufwendig. Die Stricknadel als Endprodukt muß,
damit die Verschiebung von Maschen in Längsverlaufrichtung
nicht
behindert wird, eine möglichst glatte Oberfläche aufweisen. Sorgsame Nacharbeiten
zum Glätten der Ansatzstellen für die bekannten Angußteile waren notwendig.
-
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Herstellen
einer einwandfreien Stricknadel zu entwickeln, das kostensparender ist und eine
einfache und schnelle Entfernung der herstellungsbedingten Angußteile vom Körper
der Stricknadel zuläßt.
-
Dies wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß die Trennfuge zwischen
den beiden Formhälften in einer Radialebene der Stricknadel angeordnet liegt und
die Angußteile am Zwischenprodukt als ein Ringhof ausgebildet werden, der den Stricknadelkörper
in einer definierten Höhenebene allseitig oder teilseitig radial umgibt und beim
nachfolgenden Abschneiden des Ringhofs ein rohrförmiges Messer relativ über den
Stricknadelkörper geschoben wird.
-
Wie ersichtlich, werden verfahrensmäßig in den beiden Formhälften
unterschiedliche Längenbereiche der Stricknadel hergestellt, so daß die Angußteile
in Form eines radialen Ringhofs quer zur Nadelachse sich erstrecken. Dies vereinfacht
das Abschneiden der Angußteile außerordentlich, weil ein solcher radialer Ringhof
von einem rohrförmigen Messer praktisch fehlerlos abgetrennt werden kann, ohne eine
Unebenheit an der Oberfläche der Stricknadel zu hinterlassen.
-
Dies läßt sich insbesondere dann fehlerfrei ausführen, wenn die lichte
Weite der schnittwirksamen Rohröffnung eines solchen rohrförmigen Messers geringfügig
enger als der Nadel-Querschnitt im Höhenbereich des angespritzten Ringhofs ausgebildet
wird. Beim Uberschieben des Rohrmessers verformt sich nämlich in der letzten Verfahrensstufe
der den Ringhof tragende Abschnitt des Stricknadel-Körpers,
so daß
dieser Abschnitt beim Trennvorgang kurzzeitig schlanker wird und der Schnitt folglich
genau an oder geringfügig unter der Umrißlinie des Stricknadel-Körpers ausgeführt
wird. Als Endergebnis entsteht eine schnell fertig zu stellende glattflächige Stricknadel.
-
Der Ringhof wird zweckmäßigerweise als Tunnelanguß ausgebildet, der
den Spritzvorgang entscheidend vereinfacht.
-
Der Ringhof selbst kann in der Übergangsstufe des Verfahrens nach
dem Spritzen und vor dem Abschneiden des Ringhofs als Auswerfer des Zwischenprodukts
verwendet werden, um es aus den Formhälften bequem herausnehmen zu können.
-
Um auch die letzte Spur der Unebenheit für den Strickvorgang unbeachtlich
werden zu lassen, empfiehlt es sich, den Ringhof am Zwischenprodukt in eine Übergangs
zone zwischen formverschiedenen Nadelabschnitten der Stricknadel anzuordnen, wofür
sich besonders der Übergang zwischen dem die Nadelspitze mit enthaltenden Nadelanfangsstück
und dem Nadelschaft anbietet. Man könnte natürlich auch andere Übergangszonen hierfür
verwenden.
-
Beim Spritzen des Stricknadel-Körpers empfiehlt es sich, zumindest
abschnittweise darin eine Axialbohrung vorzusehen, die zur Fertigstellung des Endprodukts
für die Aufnahme eines versteifenden Drahts bestimmt ist, der als Seele das Innere
der Axialbohrung ausfüllt. Eine solche Versteifung ist insbesondere bei dünnen Nadelquerschnitten
wichtig, wo der Elastizitätsmodul des Kunststoffes nicht ausreicht, um der Nadel
eine ausreichende Stabilität für den Strickvorgang zu geben. Aus diesem Grunde ist
es besonders empfehlenswert, die Axialbohrung bis in den Bereich der Nadelspitze
zu führen, um dort die Versteifung herbeizuführen. Eine solche Axialbohrung, die
in diesem Fall allerdings nicht über größere Nadel längen sich zu strecken braucht,
sondern nur im hinteren Endstück ange-
ordnet sein könnte, kann
das schaftseitige Ende einer solchen Axialbohrung zur Aufnahme eines angestauchten
Endes eines Seilstücks dienen, das insbesondere darin festgeklebt wird. In diesem
Anwendungsfall läßt sich mit dem erfindungsgemäßen Verfahren eine Rundstricknadel
herstellen.
-
Ausgehend von einer solchen Axialbohrung ist es aber auch möglich,
eine Einzelstricknadel zu erstellen, indem man die schaftseitige Öffnung kappenartig
von einem Nadelkopf abschließt.
-
In den Zeichnungen ist die Erfindung in einem mehrere Verfahrensstufen
verdeutlichenden Ausführungsbeispiel sowie einer Abwandlung davon dargestellt. Es
zeigen: Fig. 1 die Seitenansicht eines im erfindungsgemäßen Verfahren entstehenden
Zwischenprodukts, das aus Darstellungsgründen im Mittelbereich ausgebrochen gezeichnet
ist, Fig. 2 in Draufsicht die Querschnittansicht durch das Zwischenprodukt von Fig.
1 längs der dortigen Schnittlinie ii - II, Fig. 3 teilweise im Ausbruch gezeichnet,
die Behandlung des Zwischenprodukts in einer nachfolgenden Verfahrensstufe,wo der
besondere Angußteil abgeschnitten wird, Fig. 4 die letzte Verfahrensstufe zur Erlangung
eines als Rundstricknadel ausgebildeten Endprodukts, teilweise in Ausbruch dargestellt
und
Fig. 5 das Endstück eines als Einzelstricknadel auszubildenden
Endprodukts, worin der Nadelschaft abweichend gegenüber dem vorausgehenden Fall
gestaltet wurde.
-
Anhand des in Fig. 1 ersichtlichen Zwischenprodukts 10 ist die endgültige
Form des Endprodukts dieser Stricknadel 11 anhand des vorausgehenden Stricknadel-Körpers
11' ersichtlich. Ausgehend von der Nadelspitze 12 gehört zu diesem Körper 111 zunächst
ein konisches Nadelanfangsstück 13, dem sich ein zylindrischer Nadelschaft 14 anschließt
und dem schließlich ein sich wieder nach hinten verjüngendes Nadelendstück 15 folgt,
das in sich in formunterschiedliche Abschnitte konischen und zylindrischen Verlaufs
gegliedert sein kann.
-
Zu dem Zwischenprodukt 10 gehört ein besonders ausgebildeter Angußteil
16, der als Tunnelanguß ausgebildet ist und hier in Form eines Ringhofs in einer
Radialebene 17 den Stricknadel-Körper 11' allseitig umgibt. Die in Fig. 1 strichpunktiert
angedeutete Radialebene 17 ist also quer zu der dort ebenfalls strichpunktiert angedeuteten
Nadelachse 18 ausgebildet und liegt in einer schmalen Obergangs zone 19, die hier
zwischen dem konischen Nadelanfangsstück 13 und dem zylindrischen Nadelschaft 14
angeordnet ist.
-
Diese Radialebene 17 bestimmt zugleich die Lage der ebenen Trennfuge
zwischen zwei nicht näher gezeigten Formhälften einer zweiteiligen Druckgußfom;die
zur Herstellung dieses Zwischenprodukts 10 durch Einspritzen von Kunststoff dienlich
ist. Der radiale Ringhof 16 liegt also im Bereich dieser Trennfuge 17. Die eine
Formhälfte umfaßt im dargestellten Ausführungsbeispiel das Nadelanfangsstück 13
und die andere Formhälfte den zylindrischen Nadelschaft 14 sowie das sich nach unten
zu verjüngende Nadelendstück 15.
-
Der angespritzte Ringhof 16 sorgt während des Spritzvorgangs für eine
gute allseitige Zuführung des Kunststoffes
in den Formhohlraum.
-
Befindet sich das Zwischenprodukt 10 noch innerhalb der nicht näher
gezeigten Formhälften, so kann der radiale Ringhof 16 zum Auswerfen dieses Zwischenprodukts
10 au-s der Druckgußform ausgenutzt werden. In diesem Fall kann durch Druckausübung
im Sinne des in Fig. 1 angedeuteten Bewegungspfeils 20 über in der Form vorgesehene
Schieber eine Kraft auf den Ringhof 16 ausgeübt werden, die das Zwischenprodukt
10 nach dem Öffnen der Formhälften auch aus der unteren den Nadelschaft 14 und das
Nadelendstück 15 umfassenden Formhälfte herauszieht. Im dargestellten Fall umschließ
der Ringhof 16 den Nadelschaft 14 allseitig. Der Ringhof 16 könnte aber auch sektorartig
nur teilseitig den Nadelschaft 14 umschließen, weil dadurch die nachfolgende, anhand
von Fig. 3 ersichtliche Verfahrensstufe vereinfacht ist.
-
Gemäß Fig. 3 wird nun der angespritzte radiale Ringhof 16 durch ein
Rohrmesser 21 abgetrennt, welches nach dem Spritzen in Verlaufsrichtung der Nadelachse
18 im Sinne der Bewegungspfeile 22 überschiebbar ist. Es ist dabei fertigungsmäßig
gleichgültig, ob sich das Messer zum Nadel-Körper 11' oder umgekehrt relativ bewegt.
Zwecks einer einwandfreien Abtrennung des Ringhofes 16, gemäß Fig. 3, ist die mit
der Schnittkante versehene Rohröffnung 23 mit einer etwas geringeren, in Fig. 3
angedeuteten lichten Weite 24 versehen, als dem als dem aus dem Durchmesser 25 ersichtlichen
Nadelquerschnitt an dieser Stelle entspricht. Wie aus Fig. 3 erkennbar ist, dringt
dadurch die Schnittführung etwas unter die Umrißlinie des Schaftes und es entsteht
kein störendes Hindernis in dieser Ringzone.
-
Nunmehr kann die Stricknadel zu dem jeweiligen Endprodukt 11 kompletiert
werden, wozu Fig. 4 eine erste Möglichkeit
zeigt. Hier ist das
Nadelendstück 15 mit einer kurzen Axialbohrung 26 versehen, deren Bohrungsende 28
zur Aufnahme eines gestauchten Endes 27 eines Seilstücks 29 dient dessen gegenüberliegendes
Ende in entsprechender Weise mit einer solchen Stricknadel versehen wird. Die Befestigung
zwischen Seilstück 29 und der Stricknadel 11 erfolgt durch Kleben beispielsweise
mittels eines Cyanacrylat -Klebers.
-
In Fig. 5 zeigt das Nadelendstück 15' eines zu einer Einzelstricknadel
zu vervollständigenden Stricknadel-Körpers 11'', dessen Besonderheit darin besteht,
daß hier eine lange Axialbohrung 26' über praktisch die ganze Länge dieser Stricknadel
11 " geht. Diese Axialbohrung 26' kann zur Aufnahme einer nicht näher gezeigten
versteifenden Drahtseele dienen, die bis in den Bereich der Nadelspitze 12' geht.
In diesem Fall wird die Einzelstricknadel 11'' endseitig mit einem Kopf 30 versehen,
der mit seiner Aufnahme 31 über das Nadelendstück 15' kappenartig gesteckt wird
und dadurch die Bohrungsöffnung 32 verschließt.
-
Das erlangte Endprodukt kann mit einer Oberflächenveredelung versehen
werden ~wie einer Lackierung oder Metallisierung. Die metallischen Oberflächen können
galvanisch aufgebracht werden. Der Kunststoff kann glasklar sein, farbig gestaltet
werden oder mit einer marmorierten Oberfläche versehen sein. Das erfindungsgemäße
Endprodukt ist gratfrei im Bereich seiner Schnittstelle 19 ausgebildet.
-
Statt aus Kunststoff könnte die Stricknadel auch aus Zinkdruckguß
erzeugt werden. Der als Kon für die Axialbohrung 26' verwendete Stift könnte selbst
hohl sein und an seinem Innenende eine feine Öffnung besitzen, die das Eindringen
von Spritzgußmassen verhindert, zumal wenn man poröse Filterwerkstoffe verwendet,
aber das Auslassen von Druckluft gestattet. Durch diese Luft wird der Formling auch
von einem langenKern bequem heruntergedrückt.
-
Kennwort: Kunststoff-Stricknadel Bezugszeichenliste: 10 Zwischenprodukt
11 Stricknadel, Endprodukt 11' Stricknadel-Körper von 10 11'' Stricknadel-Körper
(von Fig. 5) 12 Nadelspitze 13 Nadelanfangsstück 14 Nadelschaft 15 Nadelendstück
15' Nadelendstück (Fig. 5) 16 Angußteil, Ringhof 17 Radialebene, Trennfuge der Formhälften
18 Nadelachse 19 Übergangszone 20 Bewegungspfeil 21 Rohrmesser 22 Bewegungspfeil
für 21 23 Rohröffnung 24 lichte Weite von 23 25 Nadelquerschnitt, Durchmesser 26
Axialbohrung 26' Axialbohrung (von Fig. 5) 27 gestauchtes Ende von 29 28 Bohrungsende
von 26 29 Seilstück 30 Kopf 31 Kopf-Aufnahme 32 Bohrungsöffnung
Leerseite