DE19632507C2 - Werkzeugform zur Verarbeitung plastischer Massen, insbesondere Kunststoffspritzgießform - Google Patents
Werkzeugform zur Verarbeitung plastischer Massen, insbesondere KunststoffspritzgießformInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Werkzeugform zur Verarbei
tung plastischer Massen, insbesondere Kunstoffspritzgießform,
entsprechend dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Eine derartige
Werkzeugform ist in dem Buch "Der Spritzgieß-Werkzeugbau in
Beispielen" von Dipl.-Ing. Hans Gastrow, Carl Hanser Verlag
München Wien 1975 (s. dort S. 83, 84, Abb. 3.1./1. und
3.1./2.) beschrieben.
Bei einer solchen bekannten Werkzeugform sind beispiels
weise eine Formplatte oder ein Formeinsatz, die jeweils einen
Bereich der artikelbildenden Formhöhlung begrenzen, von min
destens einer Halteaussparung durchsetzt, welche ein hülsen
förmiges Einsatzelement auswechselbar aufnimmt, dessen axiale
Ausnehmung eine Führungsaussparung bildet. Relativ zu dieser
Führungsaussparung beweglich, ist in letzterer ein stabförmi
ger Auswerfer aufgenommen, dessen Querschnitt beispielsweise
eine Vollkreisfläche, ein flaches Rechteck (Flachauswerfer)
oder eine Kreisringfläche (Auswerferhülse) darstellen kann.
An seinem der Formhöhlung abgewandten Ende weist das be
kannte hülsenförmige Einsatzelement zu seiner axialen Festle
gung in den Werkzeugplatten einen Ringbund auf, welcher auf
seiner gesamten Axiallänge die Mantelfläche des Auswerfers
mit verhältnismäßig großer Spielpassung umgibt.
Wenn bei der bekannten Werkzeugform ein nicht mehr
tolerierbarer Verschleiß zwischen dem Auswerfer und der
Führungsaussparung auftritt, können das hülsenförmige Ein
satzelement und der Auswerfer komplett in kürzester Zeit aus
gewechselt werden, ohne daß Anpassungsarbeiten an der Form
platte bzw. am Formeinsatz vorgenommen werden müßten, weil
deren Halteaussparung, die das hülsenförmige Einsatzelement
auf nimmt, keinem Verschleiß unterliegt.
Ausgehend von der a. a. O. in dem Buch "Der Spritzgieß-
Werkzeugbau in Beispielen" beschriebenen gattungsgemäßen
Werkzeugform, liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, das
bekannte hülsenförmige Einsatzelement zu einer Werkzeugnorma
lie mit einem besonders bearbeitungsgünstigen axialen Kür
zungs- und Bearbeitungsbereich weiterzuentwickeln.
Entsprechend der Erfindung wird diese Aufgabe in Verbin
dung mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1 da
durch gelöst, daß der Ringbund nur über einen zur Formhöhlung
weisenden axialen Teilbereich die die Mantelfläche des stab
förmigen Auswerfers mit enger Gleitpassung umschließende Füh
rungsaussparung enthält, während der übrige axiale Endbe
reich - der Kürzungs- und Bearbeitungsbereich des Ringbundes -
die Mantelfläche des Auswerfers mit der verhältnismäßig
großen Spielpassung umgibt.
Dies bedeutet zunächst, daß die Erfindung bezüglich der
mit der Gravurfläche bündigen Stirnfläche des Einsatzelements
eine Fertigbearbeitung gestattet, während der von der Form
höhlung abgewandte endseitige Axialbereich des Einsatzele
ments beispielsweise gekürzt oder hinsichtlich seines Außen
maßes abgearbeitet werden kann.
Eine besondere Eigenart der Erfindung besteht darin, daß
der die Axialsicherung des Einsatzelements innerhalb der Hal
teaussparung des formbildenden Werkzeugteils darstellende
Ringbund zugleich den axialen Kürzungs- und Bear
beitungsbereich darstellt. Eine solche Normalie ist für den
Werkzeugmacher besonders vorteilhaft, weil sich dessen erfor
derliche Anpassungsarbeiten lediglich auf eine Kürzung bzw.
gegebenenfalls auf eine Anpassung des Ringbund-Außendurchmes
sers beschränken.
Im Zusammenhang mit den letztgenannten Merkmalen ist die
erfindungsgemäße Maßnahme sehr sinnvoll, wonach der Ringbund
nur über einen zur Formhöhlung weisenden axialen Teilbereich
die die Mantelfläche des stabförmigen Auswerfers mit enger
Gleitpassung umschließende Führungsaussparung enthält, wäh
rend der übrige axiale Teilbereich des Ringbundes, also des
sen Kürzungs- und Bearbeitungsbereich, die Mantelfläche des
Auswerfers mit verhältnismäßig großer Spielpassung umgibt.
Hiermit ist der Herstellungsaufwand des hülsenförmigen Ein
satzelements erheblich vermindert, da nur die eigentliche
Führungsaussparung des Einsatzelements, welche die Außenman
telfläche des Auswerfers mit einer eine Gleitbewegung ermög
lichenden präzisen, verhältnismäßig engen Übergangspassung
umschließt, feinbearbeitet werden muß.
Weiterhin sieht die Erfindung zur Erzielung einer Norma
lie mit weitestgehendem Durchfertigungsgrad vor, daß der der
Formhöhlung zugekehrten Endbereich des Einsatzelements gehär
tet ist. Demgegenüber ist der der Formhöhlung abgewandte End
bereich des Werkzeugelements entsprechend der Erfindung der
art vergütet, insbesondere zähvergütet, daß noch eine anpas
sende Bearbeitung mit vertretbarem Aufwand möglich ist.
In besonderen Anwendungsfällen kann es außerdem zweck
mäßig sein, daß die Führungsaussparung des Einsatzelements
und/oder die Mantelfläche des stabförmigen Auswerfers mit ei
ner die Gleiteigenschaften verbesserenden Beschichtung verse
hen sind.
In den Zeichnungen sind bevorzugte Ausführungsbeispiele
entsprechend der Erfindung näher dargestellt, es zeigen,
Fig. 1 einen schematisch dargestellten teilweisen Längs
schnitt durch eine Kunststoffspritzgießform und
Fig. 2 einen Axialschnitt durch ein hülsenförmiges Ein
satzelement.
In Fig. 1 ist eine Werkzeugform insgesamt mit der Be
zugsziffer 10 gekennzeichnet, deren strichpunktiert angedeu
tete Trennebene mit E bezeichnet ist. Düsenseitig weist die
Werkzeugform 10 eine Aufspannplatte 11 und eine Formplatte 12
auf.
Auswerferseitig besitzt die Werkzeugform 10 eine Auf
spannplatte 13, eine Zwischenplatte 14, eine Auswerferhalte
platte 15, eine Auswerferplatte 16, eine Formhalteplatte 17
und eine auswerferseitige Formplatte 18.
Die düsenseitige Formplatte 12 und die auswerfeseitige
Formplatte 18 bilden zwischen ihren Gravurflächen GD und GA
die Formhöhlung F zur Aufnahme des mit A bezeichneten Kunst
stoffspritzgußartikels.
Fig. 1 zeigt die Werkzeugform 10 in ihrem Geschlossenzu
stand vor dem Auswerfen des Artikels A.
Der düsenseitige Bereich der Werkzeugform 10 oberhalb
der Trennebene E ist mit 19 bezeichnet, während dem unterhalb
der Trennebene E angeordneten auswerferseitigen Werkzeugbe
reich insgesamt die Bezugsziffer 20 zugeordnet ist.
Wenn der Artikel A entformt werden soll, bewegt sich der
auswerferseitige Werkzeugbereich 20 in Öffnungsrichtung y der
Werkzeugform 10 um einen solchen Betrag, daß unterhalb der
Trennebene E ein Entformungsspalt entsteht, welcher größer
ist als die Höhe des Artikels A.
Bei der Öffnungsbewegung in Richtung y bleibt der Arti
kel A auf der Gravurfläche GA der Formplatte 18 haften, zumal
ein im wesentlichen kreiszylindrischer Hohlzapfen H innerhalb
einer kreiszylindrischen Ausnehmung Z, welche Bestandteil der
Gravurfläche GA der Formplatte 18 darstellt, reibschlüssig
festgehalten wird.
Sobald sich der Entformungsspalt in vorbezeichneter
Weise gebildet und dabei der auswerferseitige Werkzeugbereich
20 nach seiner Öffnungsbewegung in Richtung y seine Endstel
lung erreicht hat, bewegt sich das Auswerferplattenpaket 15,
16 entlang der Bewegungsrichtung x und nimmt dabei die Aus
werferelemente 21, 22, 23 in Richtung x mit.
Die Auswerferelemente 21 und 23 bilden vollquerschnit
tige Stäbe mit kreisrundem Querschnitt, während das
Auswerferelement 22 eine Auswerferhülse mit kreisringförmigen
Querschnitt ist. Der axiale Innenraum der Auswerferhülse 22
ist von einem vollquerschnittigen kreiszylindrischen Auswer
ferstift, dem Kernstift 24, durchsetzt, dessen Halteende 25
zwischen der Aufspannplatte 13 und der Zwischenplatte 14
festgelegt ist.
Der das obere Ende 26 der Auswerferhülse 22 frei überra
gende Endbereich 27 des kreiszylindrischen Kernstifts 24
wirkt formbildend wie ein Kern. Und zwar stellt der Endbe
reich 27 gemeinsam mit der kreiszylindrischen Ausnehmung Z
der Gravurfläche A einen zylindrischen Formhohlraum mit
kreisringförmigem Querschnitt zur Bildung des Hohlzapfens H
dar.
Während sich die Auswerferstifte 21, 23 und die Auswer
ferhülse 22 in Richtung x in den Entformungsspalt hineinbewe
gen, wobei der Kernstift 24 raumfest gehalten ist, heben die
Auswerferstifte 21, 23 den Artikel A von der Gravurfläche GA
ab. Zugleich entformt die Auswerferhülse 22 den Artikel A im
Bereich seines Hohlzapfens H, d. h. die Auswerferhülse 22
drückt den Hohlzapfen H aus der kreiszylindrischen Vertiefung
Z hinaus und streift dabei den Hohlzapfen H vom oberen Endbe
reich 27 des raumfest gehaltenen Kernstifts 24 ab.
Jedes Auswerferelement 21, 22, 23 ist von einer Füh
rungsaussparung 28 eines hülsenartigen Einsatzelements 29 mit
einer Übergangspassung umschlossen, welche eine im wesentli
chen spielfreie Gleitpassung ermöglicht.
Das formbildende Werkzeugteil, also die auswerferseitige
Formplatte 18, weist zur Aufnahme des jeweiligen hülsenarti
gen Einsatzelements 29 je eine sie durchsetzende Halteausspa
rung 30 in Form einer Stufenbohrung auf. In dem weiteren Teil
31 der Halteaussparung 30 ist ein axial endseitiger Ringbund
R des Einsatzelements 29 aufgenommen und von der Formhalte
platte 17 stirnseitig hintergriffen.
Dabei besitzt der Ringbund R zwei voneinander wegwei
sende radiale ringförmige Anschlagflächen 34, 35. Die ring
förmige Anschlagfläche 34 arbeitet mit einer ringförmigen Ge
genanschlagfläche 36 der Halteaussparung zusammen.
Die andere ringförmige Anschlagfläche 35 des Ringbundes
R wirkt mit einer kreisringförmigen Gegenanschlagfläche 37
der Formhalteplatte 17 zusammen, welche die Formplatte 18
hintergreift. Auf diese Weise ist jedes Einsatzelement 29
axial unverschieblich in der auswerferseitigen Formplatte 18
gehalten.
Es ist vorstellbar, daß im Falle eines betriebsbedingten
Verschleißes jedes hülsenförmige Einsatzelement 29 leicht und
mit verhältnismäßig geringem Zeitaufwand aus der Formplatte
18 entnommen und gegen ein neues Einsatzelement 29 ausgewech
selt werden kann.
In Fig. 2 ist ein hülsenförmiges Einsatzelement 29 als
Normalie dargestellt. Der obere Bereich 32 ist zur Erzielung
einer standfesten Stirnfläche 33, welche praktisch Teil der
Gravur GA bildet, gehärtet, während der Ringbund R lediglich
zäh vergütet ist, derart, daß er noch mit vertretbarem Auf
wand bearbeitet werden kann. Zur individuellen Anpassung an
die Gegebenheiten der Werkzeugform kürzt der Werkzeugmacher
den Ringbund R entlang der Schnittlinie T.
Aus Fig. 2 ist auch ersichtlich, daß sich die Führungs
aussparung 28, welche eine verhältnismäßig enge spielfreie
Gleitpassung mit der jeweiligen Außenmantelfläche des Auswerferelements
21, 22, 23 ermöglichen soll, sich nur über einen
axialen Teilbereich des Ringbundes R erstreckt.
Der größere axiale Teilbereich, nämlich der Kürzungs-
und Bearbeitungsbereich K des Ringbundes R, umschließt dabei
eine kreiszylindrische Innenmantelfläche 34, welche das
jeweilige Auswerferelement 21, 22, 23 mit verhältnismäßig
großem Spiel umgibt, also in diesem Bereich keiner
herstellungsaufwendigen Feinbearbeitung bedarf.
Claims (4)
1. Werkzeugform (10) zur Verarbeitung plastischer Mas
sen, insbesondere Kunststoffspritzgießform, mit mindestens
einem eine Formhöhlung (F) begrenzenden formbildenden Werk
zeugteil (18), wie Formplatte oder Formeinsatz, welches min
destens eine Halteaussparung (30) mit einem in letzterer aus
wechselbar aufgenommenen hülsenförmigen Einsatzelement (29)
aufweist, welches zur Aufnahme eines relativ zu ihm bewegli
chen stabförmigen Auswerfers (21, 22, 23), wie Auswerferstift
oder Auswerferhülse, eine axiale Führungsaussparung (28) für
die Mantelfläche des stabförmigen Auswerfers (21, 22, 23)
enthält und welches zu seiner axialen Festlegung in der Hal
teaussparung (30) einen Ringbund (R) aufweist, welcher die
Mantelfläche des Auswerfers (21, 22, 23) mit verhältnismäßig
großer Spielpassung umgibt, dadurch gekennzeichnet, daß der
Ringbund (R) nur über einen zur Formhöhlung (F) weisenden
axialen Teilbereich die die Mantelfläche des stabförmigen
Auswerfers (21, 22, 23) mit enger Gleitpassung umschließende
Führungsaussparung (28) enthält, während der übrige axiale
Endbereich (bei 38) - der Kürzungs- und Bearbeitungsbereich
(K) des Ringbundes (R) - die Mantelfläche des Auswerfers (21,
22, 23) mit der verhältnismäßig großen Spielpassung umgibt.
2. Werkzeugform nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der der Formhöhlung (F) zugekehrte Endbereich (32) des
Einsatzelements (29) gehärtet ist.
3. Werkzeugform nach Anspruch 1 oder nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß der der Formhöhlung (F) abge
wandte Endbereich (bei R) des Werkzeugelements (29) vergütet,
insbesondere zähvergütet ist.
4. Werkzeugform nach einem der Ansprüche 1 bis 3, da
durch gekennzeichnet, daß die Führungsaussparung (28) des
Einsatzelements (29) und/oder die Mantelfläche des stabförmi
gen Auswerfers (21, 22, 23) mit einer die Gleiteigenschaften
verbessernden Beschichtung versehen sind.
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Publications (2)
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| WO1994026496A1 (de) * | 1993-05-13 | 1994-11-24 | Rainer Knarr | Hülsenauswerfer |
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- 1996-08-13 DE DE19632507A patent/DE19632507C2/de not_active Expired - Lifetime
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Non-Patent Citations (1)
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| DE-B.: GASTROW,H., "Der Spritzgieß-Werkzeugbau in Beispielen". Carl Hanser Verlag München Wien 1975,S.83,84 * |
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