-
Arbeits stuhl
-
Die Erfindung bezieht sich. auf einen Arbeitsstuhl mit einem Sitzträger,
einem am Sitzträger schwenkbar abgestützten Sitz, der mit einer schwenkbaren Rückenlehne
bzw. deren Träger gelenkig verbunden ist, und mit einer am Sitzträger abgestützten,
steuerbaren Gasfeder, die über ein Kurbelgetriebe, dessen Kurbel im Sitzträger gelagert
und über eine Koppel mit der Rückenlehne bzw. deren Träger verbunden ist, am Sitz
und an der Rückenlehne bzw. deren Träger zur Neigungsverstellung von Sitz und Rückenlehne
angreift.
-
Um den Sitz und die Rückenlehne eines Arbeitsstuhles voneinander
abhängig in ihrer Neigung zu verstellen, ist es bekannt (DE-PS 2 733 322), den Sitz
mit der Rückenlehne über ein Gelenk zu verbinden und den Sitz mittels eines ein
Gelenkviereck bildenden Lenkersystems am Sitzträger abzustützen. Die Neigung des
Sitzes und der Rückenlehne wird dabei über eine steuerbare Gasfeder festgelegt,
die einerseits an einem der Stützlenker für den Sitz und anderseits an einer Achse
angreift, an der ein mit der Rückenlehne verbundener Schwenkhebel und eine Stoßstange
angelenkt sind, die mit ihrem anderen Ende an dem über die Drehachse im Sitzträger
verlängerten Arm des anderen Stützlenkers für den-Sitz angreift. Die Länge der steuerbaren
Gasfeder bestimmt daher sowohl die Neigung des Sitzes, als auch der Rückenlehne.
Wird die Gasfeder über einen entsprechenden Steuerhebel durch ein Öffnen des Uberströmventiles
freigegeben, so wird zusätzlich eine Schaukelbewegung ermöglicht. Da.die Verstellkraft
einer Gasfeder bei geöffnetem Uberströmventil wegunabhängig ist, verändert sich
der Schwenkwiderstand der Rückenlehne nicht mit zunehmendem Neigungswinkel, was
als unangenehm empfunden wird. Um eine entsprechende
Änderung des
Schwenkwiderstandes zu erreichen, wird der Gasfeder eine gleichwirkende Schraubenfeder
zugeordnet, deren wegabhängige Federkraft die gewünschte Zunahme des Schwenkwiderstandes
mit sich bringt. Nachteilig bei einer solchen Parallelschaltung einer Gas feder
und einer Schraubnfeder ist vor allem, daß wegen der über die Federn gemeinsam beaufschlagbaren,
jedoch baulich getrennten Neigungsverstelleinrichtungen für die Rückenlehne und
den Sitz ein vergleichsweise hoher Konstruktionsaufwand, erforderlich ist, der die
Unterbringung der einzelnen Konstruktionselemente in einem Sitzträger mit einer
möglichst geringen Bauhöhe erschwert. Außerdem besteht keine Möglichkeit, den Schwenkwiderstand
der Rückenlehne an das Körpergewicht des Benützers eines solchen Arbeitsstuhles
anzupassen, so daß trotz der zusätzlichen Schraubenfeder die angestrebte Wirkung
bei unterschiedlichen Körpergewichten nicht voll zur Geltung kommen kann.
-
Bei einem anderen bekannten Arbeitsstuhl (CH-PS 524 982) greift die
Gasfeder über ein Kurbelgetriebe am Sitz und an der Rückenlehne an, das aus einer'im
Sitzträger gelagerten Kurbel und einer die Kurbel mit der Rückenlehne verbindenden
Koppel besteht. Auf Grund dieser Konstruktion kann eine gemeinsame Neigungsverstellung
des Sitzes und der Rückenlehne unter Wahrung einer niedrigen Bauhöhe sichergestellt
werden, wobei durch eine entsprechende Wahl der Hebelarmlängen ein sich mit zunehmendem
Neigungswinkel der Rückenlehne erhöhender Schwenkwiderstand für die Rückenlehne
erzielt wird. Nachteilig an diesem bekannten Arbeitsstuhl ist allerdings, daß die
Gasfeder an der Koppel des Kurbelgetriebes angreift, da. mit dem Antrieb über die
Koppel zwangsläufig eine translatorische Verstellbewegung der Rückenlehne verbunden
ist, was durch eine
Anlenkung der Rückenlehne am Sitzträger über
einen Zwischenlenker berücksichtigt werden muß. Damit wird die Konstruktion nicht
nur aufwendig, sondern verliert auch an Stabilität, wodurch eine sich als Folge
nicht vermeidbarer Spiele einstellende,schwimmende Lagerung der Rückenlehne erhalten
wird, die als besonder unangenehm empfunden wird. Abgesehen davon ist auch bei diesem
Arbeitsstuhl eine Anpassung des Schwenkwiderstandes der Rückenlehne an unterschiedliche
Körpergewichte nicht möglich.
-
Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, diese Mängel zu vermeiden
und einen Arbeitsstuhl der eingangs geschilderten Art so zu verbessern, daß mit
einfachen konstruktiven Mitteln nicht nur eine stabile Lagerung der Rückenlehne
sichergestellt, sondern auch eine Anpassung an verschiedene Körpergewichte gewährleistet
werden kann.
-
Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe dadurch, daß die Rückenlehne
bzw. deren Träger auf einer im Sitzträger angeordneten Achse schwenkbar gelagert
ist, daß die Gasfeder an der Kurbel des Kurbelgetriebes angreift, und daß die Kurbel
längenverstellbar ausgebildet ist.
-
Da die Gasfeder an der Kurbel des Kurbelgetriebes angelenkt ist,
ergibt sich für die Koppel eine freie Bewegungsmöglichkeit, so daß die Rückenlehne
auf einer Achse im Sitzträger gelagert werden kann. Damit ist jede schwimmende Lagerung
ausgeschlossen und es wird eine stabile Konstruktion mit einer sehr geringen Bauhöhe
erhalten, die die Voraussetzung für eine Anpassung der Neigungsverstellung der Rückenlehne
für verschiedene Körpergewichte schafft. Zu diesem Zweck braucht nämlich lediglich
die Kurbel des Kurbelgetriebes längenverstellbar ausgebildet zu werden, was mit
einfachsten
Mitteln bei einer gleichbleibenden Verstellkraft der Gasfeder auf Grund der geänderten
Ubersetzungsverhältnisse verschiedene Schwenkwiderstände für die Rückenlehne bedingt.
Damit ist eine gute Abstimmung des Arbeitsstuhles hinsichtlich der Neigungsverstellung
der Rückenlehne auf das Körpergewicht des Stuhlbenützers möglich, wobei die Abhängigkeit
der gegebenen Hebelverhältnisse vom Neigungswinkel und damit die Zunahme des Schwenkwiderstandes
der Rückenlehne mit größer werdendem Neigungswinkel erhalten bleiben.
-
Grundsätzlich könnte die Längenverstellung der Kurbel unterschiedlich
gelöst werden, weil es ja nur auf den Kurbelradius ankommt. Trotzdem ergeben sich
vor allem hinsichtlich des Platzbedarfes und der Zugänglichkeit besondere Vorteile,
wenn die Kurbel des Kurbelgetriebes zur Längenverstellung mittels eines gegenüber
der Kurbel drehverstellbaren Exzenters auf der Kurbeldrehachse gelagert ist. Zur
Längenänderung braucht nur der Exzenter verdreht zu werden, wobei wegen der Drehversteilung
gegenüber der Kurbel die Kurbeldrehachse unverändert bleibt. Die Betätigung des
EXzenters kann über eine seitliche Öffnung im Sitzträger erfolgen, was für eine
einmalige Anpassung ausreicht. Wird der Arbeitsstuhl jedoch von mehreren Personen
benützt, und soll daher eine wiederholte Umstellung genützt werden, so kann der
Exzenter mit einem Triebling verbunden werden, an dem ein von einem Stellknopf betätigbarer
Bowdenzug angreift. Die Betätigung über einen Bowdenzug wird gewählt, um zu verhindern,
daß sich der Exzenter bei der Drehbewegung der Kurbel selbständig verstellen kann.
Der an einer entsprechenden Stützfläche der Kurbel oder eines Gehäuses für den Triebling
abgestützte Bowdenzug macht nämlich die Schwenkbewegung der Kurbel ohne Verstellung
des Trieblings mit, wobei die Lagerstelle für den Stellknopf frei gewählt werden
kann.
-
In der Zeichnung ist der Anmeldungsgegenstand in einem Ausführungsbeispiel
dargestellt. Es zeigen Fig. 1 einen erfindungsgemäßen Arbeitsstuhl in Draufsicht
auf den Sitzträger bei abgenommenem Sitz, Fig. 2 einen Schnitt nach der Linie II-II
der Fig. 1 und Fig. 3 einen Schnitt nach der Linie III-III der Fig. 1.
-
Der Sitzträger 1 eines Arbeitsstuhles ist in üblicher Weise drehbar
und höhenverstellbar auf einer Fußsäule 2 gelagert, wobei zur Höhenverstellung ein
Betätigungshebel 3 vorgesehen ist. Zur Lagerung der Rückenlehne ist ein Träger 4
vorhanden, der drehbar auf einer im Sitzträger 1 gehaltenen Achse 5 schwenkbar abgestützt
ist. Zur Neigungsverstellung der Rückenlehne ist ein Kurbelgetriebe 6 vorgesehen,dessen
Kurbel 7 auf einer Drehachse 8 im Bereich des hinteren Endes des Sitzträgers 1 gelagert
ist. An dieser Kurbel 7 ist über eine Gelenkachse 9 eine Koppel 10 angelenkt, die
über die Achse 11 gelenkig mit dem Rückenlehnenträger 4 verbunden ist. Eine über
eine Achse 12 am Sitzträger 1 schwenkbar abgestützte Gasfeder 13 greift ebenfalls
an der Gelenkhülse 9 zwischen der Kurbel 7 und der Koppel 10 an, so daß das Kurbelgetriebe
6 und damit die Neigung des Rückenlehnenträgers 4 über die Gasfeder 13 festgelegt
wird. Zur Betätigung des ttberströmventiles ist ein feststellbarer Betätigungshebel
14 vorgesehen, der über ein Gestänge 15 das Uberströmventil der Gasfeder 13 steuert.
Ist das Überströmventil geöffnet, so kann die Rückenlehne mit ihrem Träger 4 um
die Achse 5 verschwenkt werden. Bei geschlossenem Uberströmventil wird die jeweilige
Lage der Kurbel 7 und damit die Neigung der RUckenlehne festgehalten.
-
Um mit der Neigungsverstellung der Rückenlehne eine entsprechende
Neigungsverstellung des Sitzes 16 zu erhalten, ist der Sitz 16 einerseits auf einer
Schwenkachse 17 im vorderen Bereich des Sitzträgers 1 drehbar gelagert und anderseits
über einen Stützbügel 18 auf der Anlenkachse 11 der Koppel 10 am Rückenlehnenträger
4 gelenkig abgestützt. Der Sitz 16 wird folglich bei Jeder Schwenkbewegung der Rückenlehne
über den-Stützbügel 18 mitverschwenkt. Um die Relativdrehung zwischen dem Bügel
18 und dem Sitz 16 nicht in einem Drehgelenk zwischen diesen Teilen auffangen zu
müssen, ist zwischen dem Sitz 16 und dem Stützbügel 18 ein elastischer Körper 19
zwischengeschaltet.
-
Zur Anpassung des Schwenkwiderstandes bei der Neigungsverstellung
der Rückenlehne ist die Kurbel 7 längenverstellbar ausgebildet. Zu diesem Zweck
ist ein Exzenter 20 vorgesehen, der gegenüber der Kurbel 7 drehverstellbar gelagert
ist und über den die Kurbel 7 auf der Drehachse 8 abgestützt wird. Bei einer Verdrehung
des Exzenters 20 wird demnach der Kurbelradius und damit das Ubersetzungsverhältnis
des Kurbelgetriebes 6 verändert, was zwangsläufig zu einer Veränderung des Schwenkwiderstandes
bei der Neigungsverstellung der Rückenlehne 4 und des Sitzes 16 führt, so daß der
Arbeitsstuhl bezüglich der bei geöffnetem Uberströmventil der Gasfeder 13 möglichen
Schaukelbewegung von Sitz und Rückenlehne an unterschiedliche Körpergewichte angepaßt
werden kann.
-
Obwohi zur Verstellung des Exzenters 20 verschiedene konstruktive
Lösungen denkbar und möglich sind, können besonders einfache Verhältnisse dadurch
erreicht werden, daß
der Exzenter 20 mit einem Triebling 21 verbunden
wird, der vom Seil 22 eines Bowdenzuges 23 umschlossen wird. Der Exzenter 20 kann
bei einer solchen Konstruktion über einen auf der Unterseite des Sitzträgers 1 angeordneten
Stellknopf 24 betätigt werden, der mit einer Rolle 25' für das Seil 22 des Bowdenzuges
drehverbunden ist. Da sich'der Bowdenzug 23 einerseits an einem sitzträgerfesten
Anschlag 26 und anderseits an einem Anschlag 27 abstützt, der mit der Kurbel 7 drehfest
verbunden ist, ergibt sich bei einer Kurbelbewegung während der Neigungsverstellung
keine ungewollte Verstellung des Exzenters 20, weil der Bowdenzug 23 die Schwenkbewegung
der Kurbel 7 mitmachen kann.