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DE3241640C3 - Photographisches Aufzeichnungsmaterial und Verwendung desselben auf dem Gebiet der Radiographie - Google Patents

Photographisches Aufzeichnungsmaterial und Verwendung desselben auf dem Gebiet der Radiographie

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DE3241640C3
DE3241640C3 DE3241640A DE3241640A DE3241640C3 DE 3241640 C3 DE3241640 C3 DE 3241640C3 DE 3241640 A DE3241640 A DE 3241640A DE 3241640 A DE3241640 A DE 3241640A DE 3241640 C3 DE3241640 C3 DE 3241640C3
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silver
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silver halide
grains
grain
Prior art date
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DE3241640A
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DE3241640A1 (de
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Robert Edward Dickerson
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Eastman Kodak Co
Original Assignee
Eastman Kodak Co
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Publication date
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Publication of DE3241640C3 publication Critical patent/DE3241640C3/de
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Description

Die Erfindung betrifft ein radiographisches Aufzeichnungsmaterial aus einem Schichtträger und einer oder mehreren hierauf aufgetragenen härtbaren hydrophilen Kolloidschichten, einschließlich mindestens einer Silber­ halogenidemulsionsschicht mit strahlungsempfindlichen Silberhalogenidkörnern. Des weiteren betrifft die Erfin­ dung die Verwendung eines solchen Aufzeichnungsmaterials auf dem Gebiet der Radiographie.
Auf dem Gebiet der medizinischen Radiograpie werden oftmals vergleichsweise große Flächen von strah­ lungsempfindlichen Materialien für eine einzelne Aufnahme benötigt, d. h. auf diesem Gebiet sind großformatige Aufnahmen üblich. Das in dem Aufzeichnungsmaterial für die Bilderzeugung verwendete Silber kann dabei oftmals für viele Jahre nicht mehr nutzbar gemacht werden. Infolgedessen besteht ein starkes Bedürfnis, von dem Silber, das in den radiographischen Aufzeichnungsmaterialien enthalten ist, wirksamen Gebrauch zu machen. Ein Maß für die Wirksamkeit oder Effektivität des Silbers ist die Deckkraft. Die Deckkraft ist dabei definiert als das Verhältnis von maximaler Dichte zu entwickeltem Silber, ausgedrückt in Gramm Silber pro Dezimeter2. Eine hohe Deckkraft ist eine vorteilhafte Eigenschaft nicht nur von radiographischen Aufzeich­ nungsmaterialien, sondern auch von anderen photographischen Schwarz-Weiß-Aufzeichnungsmaterialien. Die Deckkraft und Bedingungen, welche sie beeinflussen, werden näher in dem Buch von James, "Theory of the Photographic Process". 4. Ausgabe, Verlag Macmillan, 1977, Seiten 404, 489 und 490 sowie in einer Arbeit von Farnell u. Solman, "The Covering Power of Photographic Silver Deposits I. Chemical Development", veröffent­ licht in der Zeitschrift "The Journal of Photographic Science", Band 18, 1970, Seiten 94-101 diskutiert.
Eine Möglichkeit eine hohe Deckkraft zu erreichen besteht in der Verwendung von vergleichsweise feinen Silberhalogenidkörnern, da es allgemein bekannt ist, daß bei steigender Korngröße die Deckkraft vermindert wird. Unglücklicherweise ist auf dem Gebiet der medizinischen Radiographie noch wichtiger als die Erzielung einer wirksamen Ausnutzung des Silbers die Notwendigkeit die Zeitspanne, die ein Patient einer Röntgenstrahl- Bestrahlung ausgesetzt wird, auf ein Minimum zu beschränken. Da Silberhalogenid empfindlicher wird in Abhängigkeit von der Korngröße, ist es nicht überraschend, wenn zur Herstellung radiographischer Aufzeich­ nungsmaterialien häufig große Korngrößen verwendet werden. Dies bedeutet, daß, obgleich die Erzielung einer hohen Deckkraft wichtig ist, die vergleichsweise großkörnigen Silberhalogenidemulsionen, die tatsächlich ver­ wendet werden, nicht geeignet sind, um einen hohen Grad an Deckkraft zu erzielen.
Infolgedessen werden andere Techniken angewandt, um die Deckkraft zu erhöhen. So ist es bekannt, daß größere Silberhalogenidkorngrößen, in typischer Weise mit einem mittleren Durchmesser von mindestens etwa 0,6 Mikron und größer eine Deckkraftverminderung in Abhängigkeit von der Härtung zeigen. Um die höchste Deckkraft zu erzielen, die mit den Empfindlichkeitserfordernissen (und infolgedessen den Korngrößenerforder­ nissen) vereinbar ist, ist es üblich, die Vorhärtung (d. h. die Härtung während des Herstellungsprozesses) zu begrenzen, und zwar gerade bis zu einem Grade, der erforderlich ist, um die radiographischen Aufzeichnungs­ materialien verarbeiten zu können (obgleich das Risiko einer Beschädigung solcher Aufzeichnungsmaterialien vergleichsweise hoch bleibt).
Die Schlußhärtung auf den gewünschten Grad erfolgt durch Einverleiben eines Härtungsmittels in die zur Entwicklung der Aufzeichnungsmaterialien verwendeten Lösungen gewöhnlich in den Entwickler. Besonders wirksame Härtungsmittel für den Einsatz in Entwicklungslösungen oder Entwicklungsmassen sind Dialdehyde und Bis-Bisulfitderivate hiervon, beispielsweise des aus der US-PS 3 232 764 bekannten Typs. Unglücklicherwei­ se jedoch muß das Härtungsmittel vor seinem Einsatz getrennt von der Entwicklerzusammensetzung aufbe­ wahrt werden. Des weiteren führt das Vorhandensein solcher Härtungsmittel zu einer Beschränkung in der Auswahl der Entwicklerkomponenten und Entwicklerzusammensetzungen. Bei einer typischen medizinisch-ra­ diographischen Anwendung wird ein radiographisches Aufzeichnungsmaterial verwendet, das aus einem Träger besteht, der beidseitig mit vergleichsweise grobkörnigen Silberhalogenidemulsionen beschichtet ist. Um eine maximale Deckkraft zu erzielen, sind die Emulsionsschichten nur minimal vorgehärtet. Das Aufzeichnungsmate­ rial ist gegenüber Licht empfindlicher als gegenüber Röntgenstrahlen und wird infolgedessen in typischer Weise zwischen einem Paar von fluoreszierenden Schirmen angeordnet, welche bei bildweiser Exponierung mit Rönt­ genstrahlen bildweise fluoreszieren unter Belichtung des radiographischen Aufzeichnungsmaterials. Daraufhin wird das Aufzeichnungsmaterial in einem ein Härtungsmittel enthaltenden Entwickler entwickelt. Um rasch ein sichtbares Bild zu erhalten, wird das Aufzeichnungsmaterial bei Temperaturen oberhalb Normaltemperatur (in typischer Weise bei etwa 25 bis 50°C) entwickelt, unter Anwendung von Entwicklungszeiten von weniger als 1 Minute. Normalerweise ist die Entwicklung in etwa 20 Sekunden beendet. Ein typisches Verfahren des beschrie­ benen Typs ist beispielsweise aus der US-PS 3 545 971 bekannt.
Es ist des weiteren bekannt, photographische Silberhalogenidemulsionen für die Herstellung von Schwarz- Weiß-Bildern im allgemeinen und für radiographische Zwecke im speziellen mit einer großen Anzahl von verschiedenen regulären und irregulären Kornformen herzustellen. Reguläre Körner sind oftmals kubisch oder oktaedrisch. Die Kornkanten können Abrundungen aufweisen, aufgrund von Reifungseffekten und in Gegen­ wart von starken Reifungsmitteln, beispielsweise Ammoniak, können sogar sphärische Körner erhalten werden oder es fallen dicke Plättchen an, welche nahezu sphärisch sind, wie es beispielsweise aus der US-PS 3 894 871 und dem Buch von Zelikman und Levi "Making and Coating Photographic Emulsions", Verlag Focal Press, 1964, Seite 223, bekannt ist. Häufig lassen sich auch stäbchenförmige und tafelförmige Körner in verschiedenen Anteilen im Gemisch mit anderen Kornformen feststellen, und zwar insbesondere dann, wenn der pAg-Wert (d. h. der negative Logarithmus der Silberionenkonzentration) der Emulsionen während des Ausfällungsprozesses verändert wurde, was beispielsweise im Falle von Einfach-Einlauf-Ausfällverfahren der Fall ist.
Tafelförmige Silberbromidkörner sind gründlich untersucht worden, oftmals in Form von Makrogrößen, die keine photographische Verwendbarkeit haben.
Unter tafelförmigen Körnern sind hier solche zu verstehen, die zwei parallel oder praktisch parallel zueinander verlaufende Kristallflächen aufweisen, von denen eine jede beträchtlich größer ist als jede andere einzelne Kristallfläche des Kornes. Das Aspektverhältnis, d. h. das Verhältnis von Durchmesser zu Dicke der tafelförmi­ gen Körner ist wesentlich größer als 1 : 1. Silberbromidemulsionen mit tafelförmigen Silberbromidkörnern eines vergleichsweise hohen Aspektverhältnisses werden beschrieben in einer Arbeit von de Cugnac und Chateau mit der Überschrift "Evolution of the Morphology of Silver Bromide Crystals During Physical Ripening", veröffent­ licht in der Literaturstelle "Science et Industries Photographiques". Band 33, Nr. 2 (1962), Seiten 121-125.
Von der Firma Eastman Kodak Company ist vom Jahre 1937 an bis in die 50er Jahre ein voll vorgehärtetes radiographisches Filmmaterial unter der Bezeichnung "No-Screen X-Ray Code 5133" auf den Markt gebracht worden. Das Material enthielt auf den beiden einander gegenüberliegenden Seiten des Schichtträgers Schichten aus mit Schwefel sensibilisierten Silberbromidemulsionen. Da die Emulsionen für eine Exponierung durch Röntgenstrahlen bestimmt waren, waren sie nicht spektral sensibilisiert. Die tafelförmigen Silberhalogenidkör­ ner hatten ein durchschnittliches Aspektverhältnis von etwa 5 bis 7 : 1. Die tafelförmigen Körner machten mehr als 50% der projizierten Fläche aus, wohingegen die nicht-tafelförmigen Körner mehr als 25% der projizierten Fläche ausmachten. Bei mehrmaligen Reproduktionsversuchen dieser Emulsionen ergab sich, daß die Emulsion mit der dünnsten oder geringsten mittleren Korndicke tafelförmige Körner mit einem durchschnittlichen oder mittleren Korndurchmesser von 2,5 Mikron und einer mittleren oder durchschnittlichen Korndicke von 0,36 Mikron aufwies und daß das mittlere oder durchschnittliche Aspektverhältnis bei 7 : 1 lag. Im Falle anderer Versuche zur Herstellung der Emulsionen enthielten die Emulsionen dickere tafelförmige Silberhalogenidkör­ ner mit kleinerem Durchmesser mit einem niedrigeren durchschnittlichen Aspektverhältnis.
Obgleich Silberbromidiodidemulsionen mit tafelförmigen Körnern bekannt sind, weist doch keine dieser Emulsionen ein hohes durchschnittliches Aspektverhältnis auf. Eine Diskussion von tafelförmigen Silberbromi­ diodidkörnern findet sich in dem Buch von Duffin, "Photographic Emulsion Chemistry", Verlag Focal Press, 1966, Seiten 66-72 sowie in einer Arbeit von Trivelli und Smith mit dem Titel: "The Effect of Silver Iodid Upon the Structure of Bromo-Iodide Precipitiation Series", veröffentlicht in der Zeitschrift "The Photographic Journal", Band LXXX, Juli 1940, Seiten 285-288. Die Autoren der zuletzt genannten Literaturstelle beobachteten eine ausgeprägte Verminderung in sowohl der Korngröße als auch im Aspektverhältnis bei Einführung von Iodid. In einer Arbeit von Gutoff mit dem Titel "Nucleation and Growth Rates During the Precipitiation of Silver Halide Photographic Emulsions", veröffentlicht in der Zeitschrift "Photographic Sciences and Engineering", Band 14, Nr. 4, Juli-August 1970, Seiten 248-257 wird von der Herstellung von Silberbromid- und Silberbromidiodidemul­ sionen des Typs, hergestellt durch Einfach-Einlauf-Ausfällverfahren unter Verwendung einer kontinuierlich arbeitenden Fällungsvorrichtung, berichtet.
In neuerer Zeit sind des weiteren Arbeiten publiziert worden, welche die Herstellung von Emulsionen beschreiben, in denen ein Großteil des vorhandenen Silberhalogenides in Form von tafelförmigen Körnern vorliegt. So ist aus der US-PS 4 063 951 die Herstellung von Silberhalogenidkristallen eines tafelförmigen Habitus, begrenzt durch kubische {100}-Flächen und einem Aspektverhältnis (bezogen auf die Kantenlänge) von 1,5 bis 7 : 1 bekannt. Die tafelförmigen Körner weisen quadratische und rechteckige Hauptoberflächen auf, die charakteristisch für {100}-Kristallflächen sind. In dem angegebenen Beispiel liegt die mittlere Kantenlänge der Körner bei 0,93 Mikron und das mittlere Aspektverhältnis bei 2 : 1. Die mittlere Korndicke betrug somit 0,46 Mikron, woraus sich ergibt, daß dicke tafelförmige Körner erzeugt wurden. Aus der US-PS 4 067 739 ist des weiteren die Herstellung von Silberhalogenidemulsionen bekannt, in denen die meisten Kristalle vom oktaedri­ schen Zwillingstyp sind. Die Herstellung erfolgt in der Weise, daß Kristallkeime erzeugt werden, daß die Kristallgröße durch Ostwald-Reifung in Gegenwart eines Silberhalogenidlösungsmittels erhöht wird und daß das Kornwachstum ohne Renucleierung oder Ostwald-Reifung vervollständigt wird, während der pBr-Wert (der negative Logarithmus der Bromidionenkonzentration) überwacht wird. Aus den US-PS 4 150 994, 4 184 877 und 4 184 878, der GB-PS 1 570 581 und den DE-OS 29 05 655 und 29 21 077 ist des weiteren die Bildung von Silberhalogenidkörnern einer flachen oktaedrischen Zwillingskonfiguration durch Verwendung von Impfkristal­ len, die zu mindestens 90 Mol-% aus Iodid bestehen, bekannt.
Sofern hier nichts anderes angegeben ist, beziehen sich sämtliche Hinweise auf den Halogenidprozentsatz auf das in den entsprechenden Emulsionen, Körnern oder Kornbereichen vorhandene Silber.
Mehrere der oben erwähnten Literaturstellen berichten von einer erhöhten Deckkraft der Emulsionen und geben an, daß sich diese Emulsionen zur Herstellung von Kamerafilmen, und zwar sowohl Schwarz-Weiß-Fil­ men, wie auch Farbfilmen eignen würden.
Aus der Nacharbeit der Beispiele dieser Literaturstellen und aus der Betrachtung der publizierten Photomi­ krographien ergibt sich, daß die durchschnittliche oder mittlere Dicke der tafelförmigen Körner größer als 0,40 Mikron war. Der Inhalt der japanischen Patentanmeldung Kokai 142 329 vom 6. November 1980 deckt sich im wesentlichen mit dem Inhalt der US-PS 4 150 994, doch ist die japanische Patentanmeldung nicht auf die Verwendung von Silberiodid als Keime beschränkt. Somit ergibt sich, daß die aus den oben zitierten Patent­ schriften bekannten Verfahren zu Silberhalogenidemulsionen mit relativ dicken tafelförmigen Silberhalogenid­ körnern eines mittleren durchschnittlichen Aspektverhältnisses führen.
Die Veröffentlichung des Wissenschaftlichen Zentral-Laboratoriums der Photographischen Abteilung -AGFA- Band II, Seiten 28-37 (Verlag S. Hirzel, Leipzig (1931)) untersucht gemäß ihrem Titel den "Zusammenhang zwischen Schwärzung, Silbermenge, Deckkraft, Kornzahl und Korndimension entwickelter photographischer Schichten". Ähnliches beschreibt die Veröffentlichung mit dem Titel "The Covering Power of Photographic Silver Deposits I Chemical Development" in The Journal of Photographic Science, Bd. 18, 1970, Seiten 94-­ 101. Diese Druckschrift enthält eine Untersuchung über die Deckkraft einer Vielzahl von photographischen Silberabscheidungen zur Feststellung der Erfordernisse für eine maximale Deckkraft. Eine weitere Veröffentlichung beschäftigt sich gemäß ihrem Titel mit "The Absorption Cross Section for Light of the Silver Grains in Photographic Deposits, II Further Experimental Results" und untersucht unter anderem die systematischen Beziehungen zwischen der Korngröße und einem Faktor k. Schließlich ist noch auf das Kapitel 4.3 aus "Die Grundlagen der photographischen Prozesse mit Silberhalogeniden", Bd. 2, Die photographische Emulsion und die Verarbeitung photographischer Schichten, Akademische Verlagsgesellschaft Frankfurt am Main 1968, Seiten 938-949, hinzuweisen. Auch in dieser Veröffentlichung werden grundsätzlich die Zusammenhänge zwischen Schwärzung und entwickeltem Silber dargestellt. Die zuletzt genannten Literaturstellen zusammengefaßt versuchen also die Deckkraft und Silberhalogenidkorn-Charakteristika miteinander in Beziehung zu setzen. Es werden jedoch keine Emulsionen beschrieben, die in radiographischen Elementen zum Einsatz kommen.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein radiographisches Aufzeichnungsmaterial des eingangs angegebenen Typs anzugeben, das derart ausreichend vorgehärtet ist, daß keine zusätzliche Härtung bei der Entwicklung des Aufzeichnungsmaterials erforderlich ist und das trotzdem Bilder einer hohen Deckkraft liefen.
Gelüst wird die gestellte Aufgabe mit einem radiographischen Aufzeichnungsmaterial, wie es in den Ansprü­ chen gekennzeichnet ist.
Ausgehend von einem erfindungsgemäßen Aufzeichnungsmaterial läßt sich somit ein Silberbild einer hohen Deckkraft herstellen durch bildweise Belichtung des Aufzeichnungsmaterials, speziell eines radiographischen Aufzeichnungsmaterials und Entwicklung zu einem sichtbaren Bild in weniger als 1 Minute.
Die Erfindung befriedigt ein lange bestehendes Bedürfnis nach relativ hoch-empfindlichen radiographischen Aufzeichnungsmaterialien mit hoher Deckkraft, insbesondere nach radiographischen Aufzeichnungsmaterialien, die rasch entwickelt werden können, ohne daß dabei das Risiko der Beschädigung aufgrund einer unvollständi­ gen Härtung besteht oder ohne daß dabei die Verwendung eines Entwicklungsbades mit einem Gehalt an einem Härtungsmittel erforderlich ist.
Die radiographischen Aufzeichnungsmaterialien der Erfindung führen zu einer beträchtlichen Verminderung des sog. "Crossover"-Effektes und somit zu einer geringeren Verminderung der Schärfe aufgrund des "Crosso­ ver"-Effektes.
Die erfindungsgemäßen Aufzeichnungsmaterialien weisen mindestens eine Silberhalogenidemulsionsschicht auf, die bei einer ausgewählten Silberbeschichtungsstärke (bezogen auf das Gewicht an Silber pro Flächenein­ heit der Emulsionsschicht) und einer mit üblichen bekannten Materialien vergleichbaren photographischen Empfindlichkeit zu geringeren "Crossover"-Effekten der zur Exponierung verwendeten Strahlung führen.
Die zur Herstellung erfindungsgemäßer Aufzeichnungsmaterialien verwendeten Emulsionen weisen ferner wesentliche Vorteile bezüglich der Empfindlichkeits-Körnigkeitsverhältnisse und bezüglich der Schärfe auf, die in keiner Beziehung zu dem "Crossover" stehen.
Diese Verbesserungen lassen sich unabhängig von der Halogenidzusammensetzung der tafelförmigen Silber­ halogenidkörner erzielen. Die Silberbromidiodidemulsionen zeigen verbesserte Empfindlichkeits-Körnigkeits- Verhältnisse im Vergleich zu bisher bekannten Emulsionen mit tafelförmigen Körnern und im Vergleich zu den besten bisher bekanntgewordenen Empfindlichkeits-Körnigkeits-Verhältnissen, die bisher im Falle von Silber­ bromidiodidemulsionen erzielt wurden. Des weiteren läßt sich ein starker Anstieg der Blauempfindlichkeit der Silberbromid- und Silberbromidiodidemulsionen erzielen, im Vergleich zu ihrer natürlichen Blauempfindlichkeit, wenn spektrale Blau-Sensibilisierungsmittel verwendet werden.
Die Erfindung ist in vorteilhafter Weise anwendbar auf photographische Schwarz-Weiß-Aufzeichnungsmate­ rialien, die für die Herstellung von betrachtbaren Silberbildern bestimmt sind und mindestens eine relativ grobkörnige Silberhalogenidemulsionsschicht mit einem härtbaren hydrophilen Kolloid oder einem Äquivalent hiervon aufweisen. Um die vollen Vorteile der Erfindung zu erzielen, werden Silberhalogenidemulsionen mit tafelförmigen Silberhalogenidkörnern eines hohen Aspektverhältnisses zur Herstellung mindestens einer der relativ grobkörnigen Emulsionsschichten verwendet.
Unter "dünnen" tafelförmigen Silberhalogenidkörnern sind hier solche zu verstehen, die eine Dicke von weniger als 0,2 Mikron und ein mittleres Aspektverhältnis von mindestens 5 : 1 haben, wobei das Aspektverhält­ nis definiert ist als das Verhältnis von Korndurchmesser zu Korndicke und der Durchmesser eines Kornes definiert ist als der Durchmesser eines Kreises mit einer Kreisfläche, die der projizierten Fläche des Kornes entspricht.
Die Deckkraftvorteile, die erfindungsgemäß erzielbar sind, stehen in einem umgekehrten Verhältnis zur mittleren Dicke der tafelförmigen Körner der verwendeten tafelförmigen Silberhalogenidemulsionen. In typi­ scher Weise haben die tafelförmigen Körner eine mittlere oder durchschnittliche Dicke von mindestens 0,03, vorzugsweise von mindestens 0,05 Mikron, obgleich im Prinzip auch noch dünnere tafelförmige Körner verwen­ det werden können. z. B. bis zu 0,01 Mikron, je nach der Halogenidzusammensetzung.
Besonders vorteilhafte erfindungsgemäße Emulsionen sind solche, in denen die dünnen tafelförmigen Körner ein durchschnittliches oder mittleres Aspektverhältnis von größer als 8 : 1 haben und mindestens 50% der gesamten projizierten Fläche der vorhandenen Silberhalogenidkörner ausmachen. In ganz besonders vorteilhaf­ ter Weise machen diese dünnen tafelförmigen Körner mindestens 70% und in optimaler Weise mindestens 90% der gesamten projizierten Fläche der Silberhalogenidkörner aus.
Eine Erhöhung der Deckkraft wird insbesondere dann augenscheinlich, wenn die tafelförmigen Körner mit einer Dicke von weniger als 0,2 Mikron einen durchschnittlichen Durchmesser von mindestens 0,6 Mikron, optimal von mindestens 1 Mikron haben.
Die oben beschriebenen Korn-Charakteristika der erfindungsgemäß verwendeten Emulsionen lassen sich nach üblichen Methoden ermitteln. Wie bereits dargelegt, bezieht sich das "Aspektverhältnis" auf das Verhältnis von Korndurchmesser zu Korndicke. Der "Durchmesser" des Kornes ist dabei wiederum definiert als der Durchmesser eines Kreises mit einer Kreisfläche, die gleich ist der projizierten Fläche des Kornes, betrachtbar in einer Photomikrographie oder in einer Elektronenmikrographie einer Emulsionsprobe. Aus den Schattenbezir­ ken der Elektronenmikrographien von Emulsionsproben ist es möglich, die Dicke und den Durchmesser eines jeden Kornes zu bestimmen und die tafelförmigen Körner zu identifizieren, die eine Dicke von weniger als 0,2 Mikron aufweisen, d. h. die dünnen tafelförmigen Körner. Daraus läßt sich das Aspektverhältnis von jedem tafelförmigen Korn ermitteln und die Aspektverhältnisse von sämtlichen tafelförmigen Körnern in der Probe, die den Kriterien einer Dicke von weniger als 0,2 Mikron genügen, können gemittelt werden, wodurch sich ihr durchschnittliches oder mittleres Aspektverhältnis ergibt. Aufgrund dieser Definition ist das durchschnittliche oder mittlere Aspektverhältnis der Durchschnitt oder das Mittel aus den einzelnen Aspektverhältnissen der einzelnen tafelförmigen Körner. In der Praxis ist es normalerweise einfacher, eine durchschnittliche oder mittlere Dicke und einen durchschnittlichen oder mittleren Durchmesser der tafelförmigen Körner zu ermitteln, und das durchschnittliche Aspektverhältnis als das Verhältnis dieser beiden Mittelwerte zu berechnen. Gleich­ gültig, ob die gemittelten einzelnen Aspektverhältnisse oder die Mittelwerte der Dicken und Durchmesser dazu verwendet werden, um das durchschnittliche Aspektverhältnis zu bestimmen, innerhalb der Toleranzen der Kornmessungen unterscheiden sich die durchschnittlichen Aspektverhältnisse, die ermittelt werden, nicht we­ sentlich voneinander. Die projizierten Flächen der dünnen tafelförmigen Silberhalogenidkörner können sum­ miert werden und die projizierten Flächen der verbleibenden Silberhalogenidkörner in den Photomikrographien können getrennt davon summiert werden und von diesen beiden Summen läßt sich der Prozentsatz an gesamter projizierter Fläche der Silberhalogenidkörner berechnen, der von den dünnen Körnern stammt.
Im Falle der oben beschriebenen Bestimmungen wurde eine Korndicke von weniger als 0,3 Mikron für ein tafelförmiges Vergleichskorn ausgewählt, um die besonderen hier beschriebenen dünnen tafelförmigen Körner von dickeren tafelförmigen Körnern zu unterscheiden, welche schlechtere photographische Eigenschaften auf­ weisen. Bei kleineren Durchmessern ist es nicht immer möglich, tafelförmige und nicht tafelförmige Körner in Mikrographien voneinander zu unterscheiden.
Die tafelförmigen Körner mit einer Dicke von weniger als 0,2 Mikron erscheinen z. B. bei einer 10 000fachen Vergrößerung als tafelförmig. Das Merkmal "projizierte Fläche" wird im gleichen Sinne gebraucht wie das Merkmal "Projektionsfläche" oder "projektierte Fläche", die oftmals gebraucht werden. Verwiesen wird bei­ spielsweise auf das Buch von James und Higgins "Fundamentals of Photographic Theory", Verlag Morgan und Morgan, New York, 1948, Seite 15.
Obgleich in einem radiographischen Aufzeichnungsmaterial nach der Erfindung nur eine Emulsionsschicht aus einer der beschriebenen Silberhalogenidemulsionen vorzuliegen braucht, kann das Aufzeichnungsmaterial in vorteilhafter Weise auch zwei oder eine Vielzahl von solchen Emulsionsschichten aufweisen. Weist ein erfindungsgemäßes Aufzeichnungsmaterial außer mindestens einer der beschriebenen Emulsionsschichten mit tafelförmigen Silberhalogenidkörnern noch andere Emulsionsschichten auf, so kann es sich bei diesen Emul­ sionsschichten um Schichten aus üblichen photographischen Silberhalogenidemulsionen handeln. Derartige übliche Emulsionen werden beispielsweise näher beschrieben in der Literaturstelle "Research Disclosure", Band 176, Dezember 1978, Nr. 17643, Paragraph I.
Weiterhin ist es möglich, Emulsionen mit dünnen tafelförmigen Körnern des beschriebenen Typs in Kombina­ tion mit Emulsionen mit dickeren tafelförmigen Körnern eines verglichsweise hohen oder höheren Aspektver­ hältnisses zu verwenden, z. B. solche mit einer durchschnittlichen Dicke der tafelförmigen Körner von bis zu 0,5 Mikron.
Die Silberhalogenidemulsionsschichten und anderen Schichten, sofern vorhanden, z. B. Deckschichten, Zwi­ schenschichten und Haftschichten der Aufzeichnungsmaterialien können als Träger die verschiedensten härtba­ ren Kolloide allein oder in Kombination miteinander enthalten. Unter einem "Träger" sind hier sowohl Bindemit­ tel wie auch Peptisierungsmittel gemeint.
Bei den erfindungsgemäßen Aufzeichnungsmaterialien handelt es sich, wie bereits dargelegt, um vorgehärtete Aufzeichnungsmaterialien. Dies bedeutet, daß die Kolloide ausreichend quervernetzt sind, so daß keine nachfol­ gende Härtung nach der Herstellung der Aufzeichnungsmaterialien erforderlich ist. Die ein oder mehrere hydrophile Kolloide enthaltenden Schichten sind derart ausreichend vorgehärtet, daß die Quellung der Schich­ ten auf weniger als 200% vermindert ist.
Obgleich eine Anzahl von ähnlichen Quelltesten angewandt werden kann, um eine spezielle Definition für die Quellung zu erhalten ist hier die prozentuale Quellung definiert als der Prozentsatz, der nach dem Verfahren des Beispieles 11 der US-PS 3 841 872 bestimmt wird, jedoch bei einer Inkubationstemperatur von 38°C und einer Eintauchtemperatur von 21°C.
Ganz speziell wird die prozentuale Quellung bestimmt durch (a) Inkubieren des Aufzeichnungsmaterials 3 Tage lang bei einer 50%igen relativen Luftfeuchtigkeit bei 38°C; (b) Messen der Schichtdicke; (c) Eintauchen des Aufzeichnungsmaterials 3 Minuten lang in destilliertes Wasser von 21°C und (d) Bestimmen der prozentualen Veränderung der Schichtdicke im Vergleich zu der Schichtdicke die in Stufe (b) gemessen wurde. Der Prozent­ satz der Quellung ist das Produkt aus der Differenz zwischen der endgültigen Schichtdicke und der ursprüngli­ chen (Nach-Inkubation) Schichtdicke, dividiert durch die ursprüngliche Schichtdicke und multipliziert mal 100. Vorzugsweise zeigen die erfindungsgemäßen Aufzeichnungsmaterialien eine Quellung von weniger als 100%. Es ist allgemein bekannt, daß die prozentuale Quellung durch Einstellung der Konzentration des verwendeten Härtungsmittels gesteuert werden kann.
Überraschenderweise wurde festgestellt, daß die Vorhärtung von Aufzeichnungsmaterialien nach der Erfin­ dung nicht zu einer Verminderung der Deckkraft führt, die ansonsten bei handelsüblichen vorgehärteten photographischen Aufzeichnungsmaterialien zu beobachten ist, die keine Silberhalogenidemulsionsschichten mit tafelförmigen Silberhalogenidkörnern eines hohen Aspektverhältnisses aufweisen, jedoch Silberhalogenid­ körner mit einem mittleren Durchmesser, bezogen auf die projizierte Fläche von mindestens 0,6 Mikron aufweisen. Des weiteren haben die erfindungsgemäßen vorgehärteten Aufzeichnungsmaterialien eine höhere Deckkraft als vergleichbare vorgehärtete photographische Aufzeichnungsmaterialien, die nicht tafelförmige Silberhalogenidkörner des gleichen mittleren Durchmessers, bezogen auf die projizierte Fläche enthalten. Schließlich weisen die erfindungsgemäßen Aufzeichnungsmaterialien des weiteren eine höhere Deckkraft auf als ansonsten vergleichbare Aufzeichnungsmaterialien mit Silberhalogenidemulsionsschichten mit tafelförmigen Silberhalogenidkörnern einer größeren mittleren oder durchschnittlichen Korndicke, gleichgültig, ob vom glei­ chen mittleren Durchmesser oder einem höheren durchschnittlichen Aspektverhältnis. Bisher hat man, wie bereits dargelegt, versucht, eine höhere Deckkraft durch Verwendung von Silberhalogenidkörnern einer kleine­ ren mittleren Korngröße zu erreichen, doch weisen derartige Korngrößen eine nur begrenzte photographische Empfindlichkeit auf. Die Erfindung ermöglicht zum ersten Mal die Herstellung von vorgehärteten photographi­ schen Aufzeichnungsmaterialien von hoher Empfindlichkeit, ohne daß dabei eine beträchtliche Verminderung der Deckkraft erfolgt.
Da die radiographischen Aufzeichnungsmaterialien der Erfindung, abgesehen von mindestens einer Silberha­ logenidemulsionsschicht mit dünnen tafelförmigen Silberhalogenidkörnern noch andere übliche Emulsions­ schichten aufweisen können, kann die Gesamt-Deckkraft des Aufzeichnungsmaterials (im Gegensatz zu den einzelnen Emulsionsschichten) verschieden sein. In den bevorzugten radiographischen Aufzeichnungsmateria­ lien nach der Erfindung, insbesondere im Falle von solchen Aufzeichnungsmaterialien, bei denen sämtliche Emulsionsschichten dünne tafelförmige Silberhalogenidkörner mit einer Dicke von weniger als 0,2 Mikron enthalten, weisen die Aufzeichnungsmaterialien jedoch eine Deckkraft von mindestens 80, vorzugsweise von mindestens 100 und in optimaler Weise von mindestens 110 auf, wenn die Aufzeichnungsmaterialien in weniger als 1 Minute entwickelt werden, insbesondere bei einer höheren als Raumtemperatur, z. B. bei 25 bis 50°C. Die Deckkraft ist dabei definiert als maximale Dichte, dividiert durch entwickeltes Silber, ausgedrückt in Gramm pro Quadratdezimeter mal 100.
Die Silberhalogenidemulsionsschichten aus den Emulsionen mit den dünnen tafelförmigen Silberhalogenid­ körnern und ggf. vorhandene andere Schichten der Aufzeichnungsmaterialien können verschiedene härtbare Kolloide oder Kolloid-Kombinationen als Träger enthalten. Zu den geeigneten hydrophilen Kolloiden, die zur Herstellung der Aufzeichnungsmaterialien verwendet werden können, gehören z. B. Proteine, Proteinderivate, Cellulosederivate, z. B. Celluloseester, Gelatine, z. B. mit Alkali behandelte Gelatine (Rindsknochen- oder Hautgelatine) oder mit Säure behandelte Gelatine (Schweinshautgelatine), Gelatinederivate, z. B. acetylierte Gelatine, oder phthalierte Gelatine, Polysaccharide, z. B. Dextran, Gummiarabicum, Zein, Casein. Pektin, Colla­ genderivate, Agar-Agar, Stärkemehl aus Pfeilwurzeln und Albumin. Gelatine und Gelatinederivate sind dabei die bevorzugt eingesetzten Träger.
Die Emulsionsschichten und anderen Schichten der erfindungsgemäßen Aufzeichnungsmaterialien, beispiels­ weise Deckschichten, Zwischenschichten und Haftschichten, können des weiteren allein oder in Kombination mit hydrophilen für Wasser permeablen Kolloiden als Träger oder Trägerersatz oder Trägerergänzung (z. B. in Form von Latices) synthetische polymere Peptisierungsmittel, Träger und/oder Bindemittel enthalten, wie beispielsweise Polyvinyllactame, Acrylamidpolymere, Polyvinylalkohol und seine Derivate, Polyvinylacetale, Polymere von Alkyl- und Sulfoalkylacrylaten und -methacrylaten, hydrolysierte Polyvinylacetate, Polyamide, Polyvinylpyridin, Acrylsäurepolymere, Maleinsäureanhydridcopolymere, Polyalkylenoxide, Methacrylamidco­ polymere, Polyvinyloxazolidinone, Maleinsäurecopolymere, Vinylamincopolymere, Methacrylsäurecopolymere, Acryloyloxyalkylsulfonsäurecopolymere, Sulfoalkylacrylamidcopolymere, Polyalkylenimincopolymere, Polya­ mine, N,N-Dialkylaminoalkylacrylate, Vinylimidazolcopolymere, Vinylsulfidcopolymere, halogenierte Styrolpo­ lymere, Aminacrylamidpolymere und Polypeptide.
Die Schichten der radiographischen Aufzeichnungsmaterialien nach der Erfindung mit vernetzbaren Kolloi­ den, z. B. die Gelatine oder Gelatinederivate enthaltenden Schichten können durch die verschiedensten organi­ schen und anorganischen Härtungsmittel vorgehärtet werden, beispielsweise durch solche, wie sie von T. H. James in dem Buch "The Theory of the Photographic Process", 4. Ausgabe, Verlag MacMillan, 1977, auf Seiten 77-87 beschrieben werden. Die Vorhärtungsmittel oder Härtungsmittel können dabei allein oder in Kombina­ tion untereinander und in freier oder in blockierter Form verwendet werden.
Typische geeignete Vorhärtungsmittel sind beispielsweise Formaldehyd und freie Dialdehyde, z. B. Bernstein­ säurealdehyd und Glutaraldehyd, blockierte Dialdehyde, α-Diketone, aktive Ester, Sulfonatester, aktive Halo­ genverbindungen, s-Triazine und Diazine, Aziridine, aktive Olefine mit zwei oder mehreren aktiven Vinylgrup­ pen (z. B. Vinylsulfonylgruppen), blockierte aktive Olefine, Carbodiimide, Isoxazoliumsalze, die in der 3-Position nicht substituiert sind, Ester von 2-Alkoxy-N-carboxydihydrochinolin, N-Carbamoyl- und N-Carbamoyloxipyri­ diniumsalze, ferner Härtungsmittel mit gemischten Funktionen, z. B. Halogensubstituierte Aldehydsäuren (z. B. Mucochlorsäure und Mucobromsäure), durch Oniumreste substituierte Acroleine, z. B. des aus der US-PS 3 792 021 bekannten Typs sowie Vinylsulfone mit funktionellen härtenden Gruppen, wie sie beispielsweise in der US-PS 4 028 320 beschrieben werden und polymere Härtungsmittel, wie beispielsweise Dialdehydstärken und Mischpolymerisate aus Acrolein und Methacrylsäure, wie sie beispielsweise aus der US-PS 3 396 029 bekannt sind.
Auch können verschiedene Vorhärtungsmittel in Kombination miteinander verwendet werden. Schließlich können auch die Härtung beschleunigende Verbindungen, sog. Härtungsbeschleuniger eingesetzt werden.
Das Silberhalogenid der Silberhalogenidemulsionen mit den tafelförmigen Silberhalogenidkörnern, die zur Herstellung der erfindungsgemäßen Aufzeichnungsmaterialien verwendet werden, kann aus einem der üblichen bekannten Silberhalogenide bestehen, die für photographische Zwecke verwendbar sind. In besonders vorteil­ hafter Weise werden zur Herstellung erfindungsgemäßer Aufzeichnungsmaterialien Silberhalogenidemulsionen mit dünnen tafelförmigen Silberbromidiodidkörnern eines hohen Aspektverhältnisses verwendet.
Silberbromidiodidemulsionen mit dünnen tafelförmigen Silberhalogenidkörnern lassen sich nach dem folgen­ den Fällungsverfahren herstellen (Körner von mittleren Aspektverhältnissen - im Gegensatz zu hohen Aspekt­ verhältnissen - lassen sich herstellen durch frühere Beendigung der Fällung. Der Erhalt von dünnen Körnern zu Beginn des Fällungsprozesses, wie im folgenden beschrieben, führt zu den Emulsionen mit dünnen tafelförmi­ gen Silberhalogenidkörnern):
In ein übliches Reaktionsgefäß für die Silberhalogenidausfällung, ausgerüstet mit einem wirksamen Rührme­ chanismus wird zunächst ein Dispersionsmedium eingegeben. In typischer Weise macht das zunächst vorgege­ bene Dispersionsmedium mindestens etwa 10%, vorzugsweise 20 bis 80 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtge­ wicht des Dispersionsmediums aus, das in der Silberbromidiodidemulsion zum Schluß der Kornausfällung vorhanden ist. Da das Dispersionsmedium aus dem Reaktionsgefäß ggf. durch Ultrafiltration während der Silberbromidiodidkornausfällung entfernt werden kann, beispielsweise nach Verfahren, wie sie aus der BE-PS 886 645 und der FR-PS 2 471 620 bekannt sind, kann das Volumen des Dispersionsmediums, das zu Beginn im Reaktionsgefäß vorhanden ist, gleich sein oder sogar größer sein als das Volumen der Silberbromidiodidemul­ sion, das im Reaktionsgefäß am Ende der Kornausfällung zugegen ist. Das Dispersionsmedium, das zunächst in das Reaktionsgefäß eingeführt wird, besteht vorzugsweise aus Wasser oder einer Dispersion eines Peptisations­ mittels in Wasser, gegebenenfalls mit einem Gehalt an anderen Komponenten, z. B. einem oder mehreren Silberhalogenidreifungsmitteln und/oder Metalldotiermitteln, wie sie weiter unten noch näher beschrieben werden. Ist zu Beginn ein Peptisationsmittel vorhanden, so liegt es vorzugsweise in einer Konzentration von mindestens 10%, in besonders vorteilhafter Weise in einer Konzentration von mindestens 20%, bezogen auf das gesamte Peptisationsmittel, das zum Schluß der Silberbromidjodidausfällung zugegen ist, vor. Zusätzliches Dispersionsmedium wird in das Reaktionsgefäß mit den Silber- und Halogenidsalzen eingeführt, wobei es auch durch eine separate Zulaufdüse eingespeist werden kann. In üblicher Praxis kann der Anteil an Dispersionsmedi­ um, insbesondere zur Erhöhung des Anteiles an Peptisationsmittel, nach Beendigung der Salzzuführungen eingestellt werden.
Ein vergleichsweise kleiner Anteil, in typischer Weise weniger als 10 Gew.-% des zur Herstellung der Silberbromidjodidkörner verwendeten Bromidsalzes ist von Anfang an im Reaktionsgefäß vorhanden, um die Bromidionenkonzentration des Dispersionsmediums zu Beginn der Silberbromidjodidausfällung einzustellen. Des weiteren ist das Dispersionsmedium im Reaktionsgefäß zu Beginn des Fällungsprozesses praktisch von Jodidionen frei, da das Vorhandensein von Jodidionen vor der gleichzeitigen Einführung von Silber- und Bromidsalzen die Bildung von dicken und nicht-tafelförmigen Körnern begünstigt. Unter "von Jodidionen praktisch frei" ist gemeint, daß keine Jodidionen vorhanden sind oder eine ungenügende Jodidionenkonzentra­ tion im Vergleich zu Bromidionen, um als separate Silberjodidphase ausgefällt zu werden. Als vorteilhaft hat es sich erwiesen, die Jodidkonzentration im Reaktionsgefäß vor der Silbersalzeinführung auf weniger als 0,5 Mol-%, bezogen auf die gesamte vorhandene Halogenidionenkonzentration einzustellen. Ist der pBr-Wert des Dispersionsmediums zu Beginn zu hoch, so sind die erzeugten tafelförmigen Silberbromidjodidkörner ver­ gleichsweise dick und weisen infolgedessen ein niedriges Aspektverhältnis auf. Als zweckmäßig hat es sich erwiesen, den pBr-Wert im Reaktionsgefäß bei unter 1,5 zu halten, um eine durchschnittliche oder mittlere Dicke der tafelförmigen Körner von weniger als 0,2 Mikron zu erhalten.
Ist der pBr-Wert zu niedrig, so wird die Bildung von nicht-tafelförmigen Silberbromi­ diodidkörnern begünstigt. Infolgedessen wird empfohlen, den pBr-Wert im Reaktionsgefäß bei oder über 0,6, vorzugsweise auf über 1,1 einzustellen. Der pBr-Wert ist dabei definiert als der negative Logarithmus der Bromidionenkonzentration. Der pH-Wert und der pAg-Wert sind in entsprechender Weise für die Wasserstof­ fionen und Silberionenkonzentrationen definiert. Während des Fällungsprozesses werden Silber-, Bromid- und Iodidsalze nach üblichen bekannten Methoden zur Erzeugung der Silberbromidiodidkörner in das Reaktionsge­ fäß eingeführt. In typischer Weise wird eine wäßrige Silbersalzlösung eines löslichen Silbersalzes, z. B. Silberni­ trat, in das Reaktionsgefäß gleichzeitig mit Bromid- und Iodidsalzen eingeführt. Die Bromid- und Iodidsalze werden ebenfalls in typischer Weise in Form wäßriger Salzlösungen zugegeben, beispielsweise in Form von wäßrigen Lösungen von einem oder mehreren löslichen Ammonium-, Alkalimetall- (z. B. Natrium- oder Kalium- ), oder Erdalkalihalogenidsalzen, z. B. Magnesium- oder Calciumhalogenidsalzen. Das Silbersalz wird mindestens in der Anfangsphase separat von den Iodidsalzen in das Reaktionsgefäß eingeführt. Die Iodid- und Bromidsalze können separat oder in Form einer Mischung zugegeben werden.
Mit der Einführung von Silbersalz in das Reaktionsgefäß wird die Keimbildungsphase der Kornbildung eingeleitet. Dabei wird eine Population von Kornkeimen erzeugt, die als Fällungszentren für Silberbromid und Silberiodid dient, wenn die Einführung von Silber-, Bromid- und Iodidsalzen fortgesetzt wird. Die Ausfällung von Silberbromid und Silberiodid auf existierende Kornkeime stellt die Wachstumsstufe des Kornbildungsprozesses dar. Die Aspektverhältnisse der tafelförmigen Körner, die erzeugt werden, werden weniger beeinflußt durch die Iodid- und Bromidkonzentrationen während der Wachstumsstufe als während der Keimbildungsstufe. Es ist infolgedessen möglich, während der Wachstumsstufe den möglichen pBr-Spielraum während der gleichzeitigen Zuführung von Silber-, Bromid- und Jodidsalzen auf über 0,6, vorzugsweise in dem Bereich von etwa 0,6 bis 2,2, in besonders vorteilhafter Weise in dem Bereich von etwa 0,8 bis 1,5 zu erhöhen. Es ist natürlich auch möglich und in der Tat vorteilhaft, den pBr-Wert im Reaktionsgefäß während der Silber- und Halogenidsalzeinführung innerhalb der Anfangsgrenzen zu halten, die oben für die Phase vor der Silbersalzeinführung angegeben wurden. Dies ist insbesondere dann vorteilhaft, wenn eine wesentliche Kornkeimbildung während der Einführung der Silber-, Bromid- und Jodidsalze erfolgt, wie beispielsweise bei der Herstellung von hoch-polydispersen Emulsio­ nen. Die Erhöhung des pBr-Wertes auf über 2,2, während des Wachstums der tafelförmigen Körner führt zu einer Verdickung der Körner, läßt sich jedoch in vielen Fällen tolerieren, weil dennoch dünne tafelförmige Silberbromidiodidkörner erhalten werden.
Eine alternative vorteilhafte Methode zur Einführung der Silber-, Bromid- und Jodidsalze in Form von wäßrigen Lösungen besteht darin, die Silber-, Bromid- und Jodidsalze anfangs oder während der Wachs­ tumsphase in Form von feinkörnigen Silberhalogenidkörnern, suspendiert in einem Dispersionsmedium zuzuset­ zen. Die Korngröße ist dabei derart, daß sie leicht einer Ostwald-Reifung auf größeren Kornkeimen unterliegen, sofern diese vorhanden sind, wenn sie in das Reaktionsgefäß eingeführt werden. Die maximal geeigneten Korngrößen hängen dabei von den speziellen Bedingungen innerhalb des Reaktionsgefäßes ab, z. B. der Tempe­ ratur und dem Vorhandensein von löslich machenden Verbindungen und Reifungsmitteln. Silberbromid-, Silber­ jodid- und/oder Silberbromidjodidkörner können eingeführt werden. Da Bromid und/oder Iodid vorzugsweise vor Chlorid ausgefällt wird, ist es auch möglich, Silberchloridbromid- und Silberchloridbromidjodidkörner zu verwenden. Bei den Silberhalogenidkörnern handelt es sich vorzugsweise um sehr feine Körner, beispielsweise solche mit einem mittleren Durchmesser von weniger als 0,1 Mikron.
Vorbehaltlich den angegebenen pBr-Erfordernissen, können die Konzentrationen und Geschwindigkeiten, mit denen die Silber-, Bromid- und Jodidsalze eingeführt werden, üblichen Konzentrationen bzw. Geschwindig­ keiten entsprechen. Vorzugsweise werden die Silber- und Halogenidsalze in Konzentrationen von 0,1 bis 5 Molen pro Liter eingeführt, obgleich auch breitere übliche Konzentrationsbereiche angewandt werden können, z. B. von 0,01 Molen pro Liter bis zur Verwendung von gesättigten Lösungen. Besonders vorteilhafte Fällungs­ verfahren sind solche, bei denen verkürzte Fällungszeiten erreicht werden durch Erhöhung des Grades der Silber- und Halogenidsalzeinführung während des Ausfällungsprozesses. Der Grad der Silber- und Halogenid­ salzeinführung kann beispielsweise erhöht werden durch Erhöhung der Geschwindigkeit oder der Menge, mit der das Dispersionsmedium und die Silber- und Halogenidsalze eingeführt werden oder durch Erhöhung der herstellung erfolgen. Am üblichsten ist es, die spektrale Sensibilisierung im Anschluß an die chemische Sensibili­ sierung durchzuführen. Die spektrale Sensibilisierung kann jedoch auch alternativ gleichzeitig mit der chemi­ schen Sensibilisierung erfolgen oder vollständig vor der chemischen Sensibilisierung. Sie kann sogar eingeleitet werden, bevor die Silberhalogenidausfällung beendet ist, wie es beispielsweise aus den US-PS 36 28 960 und 42 25 666 bekannt ist. So wird beispielsweise in der US-PS 42 25 666 empfohlen, die Einführung des spektral sensibilisierenden Farbstoffes in die Emulsion zu verteilen, derart, daß ein Teil des spektral sensibilisierenden Farbstoffes bereits vorhanden ist, bevor die chemische Sensibilisierung durchgeführt wird, während der restliche Anteil nach der chemischen Sensibilisierung zugesetzt wird. Ungleich des in der US-PS 42 25 666 beschriebenen Verfahrens kann es des weiteren besonders vorteilhaft sein, den spektral sensibilisierenden Farbstoff der Emulsion zuzusetzen, nach dem 80% des Silberhalogenides ausgefällt worden sind. Der Sensibilisierungseffekt läßt sich steigern durch pAg-Einstellung, einschließlich einer Veränderung des pAg-Wertes innerhalb von einem oder mehreren Zyklen während der chemischen oder spektralen Sensibilisierung. Ein Beispiel für eine pAg- Werteinstellung findet sich beispielsweise in der Literaturstelle "Research Disclosure", Band 181, Mai 1979, Nr. 18155.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung werden spektrale Sensibilisierungsmittel in die Emulsionen, die zur Herstellung erfindungsgemäßer Aufzeichnungsmaterialien verwendet werden, vor der chemischen Sensibilisierung einverleibt. Ähnlich vorteilhafte Ergebnisse lassen sich in manchen Fällen auch dann erreichen, wenn andere adsorbierbare Stoffe, wie beispielsweise sog. End-Modifizierungsmittel, den Emulsionen vor der chemischen Sensibilisierung zugesetzt werden.
Unabhängig von der früheren Zugabe von adsorbierbaren Stoffen, hat es sich als vorteilhaft erwiesen, während der chemischen Sensibilisierung Thiocyanate in Konzentrationen von etwa 2 × 10-3 bis 2 Mol-%, bezogen auf Silber, zu verwenden, wie es beispielsweise aus der US-PS 2 642 361 bekannt ist. Während der chemischen Sensibilisierung können jedoch auch andere Reifungsmittel verwendet werden.
Bei einer weiteren dritten Verfahrensweise, die in Kombination mit einer oder beiden der oben näher beschriebenen Verfahrensweisen oder getrennt hiervon praktiziert werden kann, hat es sich als vorteilhaft erwiesen, die Konzentration an Silber- und/oder Halogenidsalzen, die unmittelbar vor oder während der chemischen Sensibilisierung zugegen ist, zu berichtigen oder auszugleichen.
So können lösliche Silbersalze, wie beispielsweise Silberacetat, Silbertrifluoracetat und Silbernitrat eingeführt werden, wie auch Silbersalze, die sich auf den Kornoberflächen abscheiden können, z. B. Silberthiocyanat, Silberphosphat und Silbercarbonat. Auch können feine Silberhalogenidkörner (z. B. Silberbromid-. Jodid- und/ oder Chloridkörner), die zu einer Ostwald-Reifung auf den Kornoberflächen der tafelförmigen Körner geeignet sind, eingeführt werden. Beispielsweise läßt sich während der chemischen Sensibilisierung eine Lippmann-Emul­ sion zusetzen. Des weiteren kann eine chemische Sensibilisierung von spektral sensibilisierten Emulsionen mit tafelförmigen Silberhalogenidkörnern dadurch erfolgen, daß eine chemische Sensibilisierung an einer oder mehreren bestimmten diskreten Stellen der tafelförmigen Körner erfolgt. Es wird angenommen, daß die bevor­ zugte Adsorption von spektral sensibilisierenden Farbstoffen auf den kristallographischen Oberflächen, welche die Hauptoberflächen der tafelförmigen Körner bilden, es erlaubt, daß eine chemische Sensibilisierung selektiv an verschiedenen kristallographischen Flächen der tafelförmigen Körner erfolgt.
Die bevorzugt verwendeten chemischen Sensibilisierungsmittel für die höchsten erzielbaren Empfindlich­ keits-Körnigkeitsverhältnisse sind Gold- und Schwefel-Sensibilisierungsmittel, Gold- und Selenium-Sensibilisie­ rungsmittel sowie ferner Gold-, Schwefel- und Selen-Sensibilisierungsmittel. Gemäß einer besonders vorteilhaf­ ten Ausgestaltung der Erfindung werden zu Herstellung erfindungsgemäßer Aufzeichnungsmaterialien Silber­ bromid- und in ganz besonders vorteilhafter Weise Silberbromidjodidemulsionen mit dünnen tafelförmigen Silberhalogenidkörnern verwendet, die ein mittleres Chalcogen, beispielsweise Schwefel und/oder Selen enthal­ ten, das gegebenenfalls nicht feststellbar sein kann, sowie ferner Geld, das feststellbar ist. Die Emulsionen enthalten des weiteren in der Regel feststellbare Konzentrationen an Thiocyanat, obgleich die Konzentration des Thiocyanates in den fertigen Emulsionen stark vermindert sein kann, durch Anwendung üblicher bekannter Waschverfahren. In verschiedenen der oben angegebenen bevorzugten Ausführungsformen, können die tafel­ förmigen Silberbromid- oder Silberbromidjodidkörner ein anderes Silbersalz auf ihrer Oberfläche aufweisen, z. B. Silberthiocyanat oder ein anderes Silberhalogenid von unterschiedlichem Halogenidgehalt (z. B. Silberchlo­ rid oder Silberbromid), wobei dieses andere Silbersalz gegebenenfalls auch unter feststellbaren Konzentratio­ nen vorliegen kann.
Obgleich es nicht erforderlich ist, um sämtliche erfindungsgemäß erzielbaren Vorteile zu realisieren, werden die Emulsionen, die zur Herstellung erfindungsgemäßer Aufzeichnungsmaterialien verwendet werden, vorzugs­ weise in Übereinstimmung mit üblichen bekannten Herstellungsverfahren optimal chemisch und spektral sensi­ bilisiert. Das heißt, daß die Emulsionen vorzugsweise Empfindlichkeiten von mindestens 60% der maximalen logarithmischen Empfindlichkeit erreichen, die mit den Körnern in dem spektralen Bereich der Sensibilisierung erreichbar ist, unter den empfohlenen Verwendungs- und Verarbeitungsbedingungen. Der Logarithmus der Empfindlichkeit ist dabei definiert als 100 (l - log E), worin E in lx.s bei einer Dichte von 0,1 über Schleier gemessen wird.
Zusätzlich zu den speziell erwähnten Merkmalen können die erfindungsgemäßen radiographischen Aufzeichnungsmaterialien Merkmale aufweisen, wie sie übliche bekannte Auf­ zeichnungsmaterialien, z. B. radiographische Aufzeichnungsmaterialien aufweisen. Derartige Merkmale werden näher beispielsweise beschrieben in der Literaturstelle "Research Disclosure", Band 184, August 1979, Nr. 18431. Beispielsweise können die Emulsionen Stabilisatoren, Antischleiermittel und sog. "Antikink-Verbindungen" enthalten, wie sie näher beispielsweise in Paragraph II unter A bis K beschrieben werden. Die erfindungsgemä­ ßen Aufzeichnungsmaterialien können des weiteren antistatisch wirksame Verbindungen und/oder Schichten aufweisen, wie sie beispielsweise in Paragraph III der angegebenen Literaturstelle beschrieben werden. Schließlich können die erfindungsgemäßen Aufzeichnungsmaterialien beispielsweise auch Deckschichten aufweisen, wie sie in Paragraph IV der Literaturstelle beschrieben werden. Die "Crossover"-Vorteile lassen sich des weite­ ren verbessern durch Verwendung üblicher "Crossover"-Belichtungskontroll-Vorrichtungen, wie sie beispiels­ weise in der angegebenen Literaturstelle in Paragraph V beschrieben werden.
Besonders vorteilhafte radiographische Aufzeichnungsmaterialien sind solche, bei denen mindestens eine Silberhalogenidemulsionsschicht mit tafelförmigen Silberhalogenidkörnern vorliegt in jeder der beiden bilder­ zeugenden Einheiten, die auf einander gegenüberliegenden Seiten eines Schichtträgers angeordnet sind, der eine im wesentlichen gerichtete Übertragung von bilderzeugender Strahlung ermöglicht. Derartige radiographische Schichtträger bestehen in besonders vorteilhafter Weise aus Polyester-Filmschichtträgern, insbesondere Poly(ethylenterephthalat)filmschichttägern. In üblicher bekannter Weise können im Falle medizinischer radio­ graphischer Aufzeichnungsmaterialien die Aufzeichnungsmaterialien oder Träger gebläut sein. Im allgemeinen werden die zur Bläuung verwendeten Farbstoffe direkt der Polyesterschmelze vor dem Extrudieren der Schmel­ ze zugesetzt und müssen infolgedessen thermisch stabil sein. Bevorzugt eingesetzte Farbstoffe zum Bläuen, sind Anthrachinonfarbstoffe.
Die bevorzugten spektral sensibilisierenden Farbstoffe werden derart ausgewählt, daß sie zu einer Absorp­ tionsspitzenverschiebung in ihrem absorbierten Zustand führen, normalerweise in der H- oder J-Bande, in einem Bereich des Spektrums, entsprechend der Wellenlänge der elektromagnetischen Strahlung, mit der das Auf­ zeichnungsmaterial bildweise belichtet werden soll. Die elektromagnetische Strahlung, die zur bildweisen Be­ lichtung verwendet wird, wird in typischer Weise von Leuchtstoffen von Verstärkerschirmen emittiert. Ein separater Verstärkerschirm exponiert jede der beiden bilderzeugenden Einheiten, die sich auf einander gegen­ überliegenden Seiten des Trägers befinden. Die Verstärkerschirme können Licht des ultravioletten, blauen, grünen oder roten Bereiches des Spektrums emittieren, je nach den speziellen Leuchtstoffen, die in den Verstär­ kerschirmen vorhanden sind. Gemäß einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung besteht der spektral sensibilisierende Farbstoff aus einem Carbocyaninfarbstoff, der eine J-Bandenabsorption zeigt, wenn er von den tafelförmigen Silberhalogenidkörnern absorbiert wird und zwar in einem Spektralbereich, entspre­ chend der Spitzenemission durch den Verstärkerschirm, gewöhnlich dem grünen Bereich des Spektrums.
Die Verstärkerschirme können selbst einen Teil des radiographischen Aufzeichnungsmaterials bilden, stellen jedoch normalerweise separate Elemente dar, die mehrfach in Kombination mit verschiedenen radiographischen Aufzeichnungsmaterialien verwendbar sind. Der nähere Aufbau von Verstärkerschirmen ist bekannt, beispiels­ weise aus der Literaturstelle "Research Disclosure", Band 18431, Paragraph IX und aus der US-PS 3 737 313.
Zur Herstellung von betrachteten Silberbildern können die erfindungsgemäßen Aufzeichnungsmaterialien, einschließlich der radiographischen Aufzeichnungsmaterialien in wäßrigen alkalischen Entwicklern entwickelt werden oder in dem Falle, in dem die Aufzeichnungsmaterialien selbst eine Entwicklerverbindung enthalten, in einer wäßrigen alkalischen Aktivatorlösung. Vorzugsweise wird eine Entwicklung angewandt, die die höchste erzielbare Deckkraft ergibt. Wie beispielsweise in dem Buch von James, "The Theory of the Photographic Process" auf Seiten 404, 405, 489 und 490 festgestellt wird, ergibt sich die höchste Deckkraft dann, wenn ein möglichst fadenförmiges Silber entwickelt wird. Eine direkte oder chemische Entwicklung führt zu einer ver­ gleichsweise höheren Deckkraft als eine physikalische Entwicklung und wird daher bevorzugt angewandt. Werden Silberhalogenidkörner verwendet, die überwiegend latende Oberflächenbilder liefern, so hat es sich als vorteilhaft erwiesen, Entwickler zu verwenden, die geringe Konzentrationen an Silberhalogenidlösungsmittel enthalten, d. h. Oberflächenentwickler. Es hat sich gezeigt, daß die Deckkraft erhöht wird durch eine Entwick­ lung innerhalb einer kurzen Zeitspanne, d. h. bei vergleichsweise großer Geschwindigkeit. Die belichteten Aufzeichnungsmaterialien der Erfindung liefern, wenn sie in weniger als 1 Minute und vor­ zugsweise in weniger als 30 Sekunden zu einem sichtbaren Silberbild entwickelt werden, eine erhöhte Deckkraft. Es hat sich jedoch gezeigt, daß die Deckkraft beträchtlich vermindert wird und nur wenig Beziehung zum Korn-Aspektverhältnis hat, wenn die Entwicklung über einen Zeitraum von über 8 Minuten durchgeführt wird. Um eine rasche Entwicklung zu erreichen, hat es sich als vorteilhaft erwiesen, vergleichsweise starke Entwickler­ verbindungen zu verwenden. Bevorzugt verwendete Entwicklerverbindungen sind Hydrochinone, die allein oder vorzugsweise in Kombination mit sekundären Entwicklerverbindungen eingesetzt werden können, bei­ spielsweise Pyrazolidonen, insbesondere 3-Pyrazolidonen sowie Aminophenolen, z. B. p-Methylaminophenolsul­ fat.
Die Entwicklung der erfindungsgemäßen Aufzeichnungsmaterialien kann beispielsweise unter Anwendung von Entwicklungstechniken erfolgen wie sie in der Literaturstelle "Research Disclosure", Nr. 17643, Para­ graph XIX näher beschrieben werden. Ein Entwicklungsverfahren, bei dem ein Walzentransport der Aufzeich­ nungsmaterialien erfolgt, hat sich als besonders vorteilhaft erwiesen.
Obgleich die erfindungsgemäßen Aufzeichnungsmaterialien vorgehärtet sind, können zu ihrer Entwicklung übliche bekannte Entwickler verwendet werden, die Vorhärter enthalten, ohne daß ein Verlust an Deckkraft auftritt. Da die Aufzeichnungsmaterialien normalerweise vollständig vorgehärtet sind ist es natürlich vorteilhaft, Härtungsmittel aus den Entwicklungslösungen vollständig zu eliminieren. Nach der Entwicklung der Aufzeich­ nungsmaterialien können diese fixiert werden, um restliches Silberhalogenid zu entfernen. Dabei können übliche bekannte Methoden angewandt werden.
Die folgenden Beispiele sollen die Erfindung näher veranschaulichen.
In jedem der Beispiele wurden die Inhalte der Reaktionsgefäße kräftig während der Einführung der Silber- und Halogenidsalze gerührt. Sämtliche Prozentangaben beziehen sich, sofern nichts anderes angegeben ist, auf Gew.-%. Der Buchstabe "M" steht für eine molare Konzentration, sofern nichts anderes angegeben ist. Bei sämtlichen Lösungen, sofern nichts anderes angegeben ist, handelt es sich um wäßrige Lösungen.
Beispiele 1 bis 15
Zum Vergleich der Deckkraft als Funktion des Aspektverhältnisses der tafelförmigen Körner wurden zwei Silberbromidemulsionen mit tafelförmigen Silberbromidkörnern gemäß der Erfindung und eine Silberbromidjo­ didemulsion gemäß US-PS 4 150 994 mit tafelförmigen Silberhalogenidkörnern eines vergleichsweise niedrigen Aspektverhältnisses hergestellt. Nähere Angaben zu den hergestellten Emulsionen finden sich in der folgenden Tabelle I.
Tabelle I
Bei den Emulsionen A und B handelt es sich um erfindungsgemäß verwendete Silberhalogenidemulsionen mit hohem Aspektverhältnis in den erfindungsgemäß angegebenen Grenzen. Obgleich einige tafelförmige Körner eines Durchmessers von weniger als 0,6 Mikron bei der Ermittlung der durchschnittlichen Durchmesser der tafelförmigen Körner und der prozentualen projizierten Fläche in diesen und anderen Beispielen mit einbezogen wurden, sofern ihr Ausschluß nicht speziell angegeben ist, waren die Mengen an Körnern mit kleinem Durchmesser doch zu klein, um die angegebenen Werte wesentlich zu beeinflussen. Um ein repräsenta­ tives durchschnittliches Aspektverhältnis für die Körner der Vergleichsemulsion zu erhalten, wurde der durch­ schnittliche Korndurchmesser verglichen mit der durchschnittlichen Korndicke. Die projizierte Fläche, die auf dem Vorhandensein von wenigen tafelförmigen Körnern beruhte, die den Kriterien einer Dicke von weniger als 0,2 Mikron und einem Durchmesser von mindestens 0,6 Mikron in der Vergleichsemulsion genügten, wurde visuell bestimmt. Sie machte, wenn überhaupt, einen sehr geringen Anteil an der gesamten projizierten Fläche der gesamten Kornpopulation der Vergleichsemulsion aus.
Die Emulsionen wurden jeweils chemisch mit Schwefel und Gold sensibilisiert und des weiteren gegenüber dem grünen Bereich des Spektrums mit 600 mg Anhydro-5,5'-dichlor-9-ethyl-3,3'-di(3-sulfopropyl)-oxycarbo­ cyanin, Natriumsalz pro Mol Ag sowie 400 mg Kaliumjodid pro Mol Ag sensibilisiert.
Die Emulsionen wurden dann zum Zwecke der Härtung in mehrere Anteile aufgeteilt. Drei Anteilen einer jeden Emulsion wurden 0,5, 1,5 oder 4,5 Gew.-% des Härtungsmittels Bis(vinylsulfonylmethyl)-ether (BVSME), bezogen auf das Gewicht an Gelatine, zugesetzt. Drei weiteren Anteilen einer jeden Emulsion wurden 0,24, 0,75 oder 2,5 Gew.-% des Härtungsmittels Formaldehyd (HCHO), bezogen auf das Gewicht an Gelatine, zugesetzt. Drei weiteren Anteilen einer jeden Emulsion wurden 0,24, 0,75 und 2,5 Gew.-% des Härtungsmittels Mucochlor­ säure (MS), bezogen auf das Gewicht an Gelatine, zugesetzt. Unmittelbar nach Zusatz des Härtungsmittels wurden die Emulsionsproben in gleicher Weise auf separate, gleiche, transparente Poly(ethylenterephtalat)film­ schichtträger aufgetragen. Die Beschichtungsstärke lag bei 2,15 g Silber und 2,87 g Gelatine pro m2 Trägerflä­ che. Jeder Prüfling wies eine Deckschicht aus 0,88 g Gelatine pro m2 Trägerfläche auf.
Die nicht entwickelten Prüflinge wurden 7 Tage nach erfolgter Beschichtung, einschließlich einer 3tägigen Inkubation bei 38°C und 50%iger relativer Feuchtigkeit auf ihre prozentuale Quellung untersucht. Zunächst wurde die Dicke der Emulsionsschichten gemessen. Die Prüflinge wurden dann 3 Minuten lang in destilliertes Wasser von 21°C eingetaucht. Darauf wurde die Veränderung der Dicke der Emulsionsschichten gemessen.
Für die beschriebene Bestimmung wurde jeweils nur ein Anteil eines jeden Prüflings benötigt. Ein weiterer Anteil eines jeden zu testenden Materials wurde zur Erzielung maximaler Dichte belichtet und in einen üblichen radiographischen Entwickler entwickelt. Die Entwicklungsdauer betrug 21 Sekunden bei 35°C. Anstatt der Verwendung eines üblichen Entwicklers für die Entwicklungsvorrichtung mit einem Gehalt an Glutaraldehyd als Vorhärter, wurde ein ähnlicher Entwickler des aus Beispiel 1 der US-PS 3 545 971 bekannten Typs verwendet, wobei der Glutaraldehyd-Vorhärter weggelassen wurde und der Entwickler somit kein Härtungsmittel enthielt.
Durch Auftragen der Deckkraft in Abhängigkeit von der prozentualen Quellung unter Verwendung von drei auf verschiedene Grade mit dem gleichen Härtungsmittel gehärteten Probe, wurde die Deckkraft jeder Emul­ sion mit jedem Härtungsmittel bei einer 199%igen Quellung (sofern nichts anderes angegeben ist) ermittelt. Die Da Mucochlorsäure ein vergleichsweise schwaches Härtungsmittel ist, reichten die angewandten Konzentra­ tionen nicht aus, um die prozentuale Quellung unter 100% zu vermindern, weshalb die Deckkraft bei diesem Quellgrad nicht ermittelt werden konnte. Es ist jedoch davon auszugehen, daß die Quellung unter Verwendung von Mucochlorsäure auf unter 100% vermindert werden kann, wenn höhere Konzentrationen an Mucochlorsäu­ re angewandt werden.
Die in den Beispielen verwendeten Emulsionen wurden wie folgt hergestellt:
Emulsion A
Zu einer wäßrigen Lösung von Knochengelatine, die bezüglich Kaliumbromid 0,14 molar war (1,5% Gelatine, Lösung A) wurden bei einem pBr-Wert von 0,85 und einer Temperatur von 55°C unter Rühren nach dem Doppeleinlaufverfahren bei konstanter Zulaufgeschwindigkeit über einen Zeitraum von 8 Minuten eine wäßrige Lösung von Kaliumbromid (1,15 molar, Lösung B-1) und eine Silbernitratlösung (1,0 molar, Lösung C-1) unter Verbrauch von 3,22% des insgesamt verwendeten Silbernitrates zulaufen gelassen. Danach wurde der Zulauf der Lösungen B-1 und C-1 unterbrochen. Nunmehr wurden wäßrige Lösungen von Kaliumbromid (3,95 molar, Lösung B-2) und Silbernitrat (2,0 molar, Lösung C-2) bei einem pBr-Wert von 0,85 und einer Temperatur von 55°C nach dem Doppeleinlaufverfahren beschleunigt zugegeben (4,2 × schneller am Ende des Zulaufs als zu Beginn) bis die Lösung C-2 erschöpft war. Hierzu wurden ungefähr 20 Minuten benötigt. Es wurden insgesamt 28,2% des insgesamt verwendeten Silbernitrates verbraucht. Der Zulauf der Lösung B-2 wurde dann unterbro­ chen.
Daraufhin wurde eine wäßrige Silbernitratlösung (2,0 molar, Lösung C-3) mit konstanter Zulaufgeschwindig­ keit etwa 2,5 Minuten lang zulaufen gelassen, bis ein pBr-Wert von 2,43 bei 55°C erreicht war, unter Verbrauch von 4,18% des insgesamt verwendeten Silbernitrates. Die Emulsion wurde dann noch 15 Minuten lang bei 55°C gerührt.
Nunmehr wurden Lösung C-3 und eine wäßrige Lösung von Kaliumbromid (2,0 molar, Lösung B-3) bei einem pBr-Wert von 2,43 und 55°C unter Erhöhung der Zulaufgeschwindigkeit zugesetzt (1,4 × schneller am Ende des Zulaufs als zu Beginn). Die Zulaufdauer betrug 31,1 Minuten. Dabei wurden 64,4% des insgesamt verwendeten Silbernitrates verbraucht. Der Zulauf der Lösungen B-3 und C-3 wurde dann unterbrochen.
Zur Herstellung der Emulsion wurden insgesamt 29,5 Mole Silbernitrat verwendet.
Die Emulsion wurde schließlich auf 35°C abgekühlt und nach dem in Beispiel 1 angegebenen Koagulations- Waschverfahren gewaschen.
Emulsion B
Zu einer wäßrigen Knochengelatinelösung, die bezüglich Kaliumbromid 0,14 molar war (1,5% Gelatine, Lösung A) wurden bei einem pBr-Wert von 0,85 und einer Temperatur von 55°C nach dem Doppeleinlaufver­ fahren unter Rühren und bei konstanter Zulaufgeschwindigkeit über einen Zeitraum von 8 Minuten, eine wäßrige Lösung von Kaliumbromid (1,15 molar, Lösung B-1) und eine wäßrige Lösung von Silbernitrat (1,0 mo­ lar, Lösung C-1) zulaufen gelassen. Dabei wurden 4,76% des insgesamt verwendeten Silbernitrates verbraucht. Nach Ablauf der 8 Minuten wurde der Zulauf der Lösungen B-1 und C-1 unterbrochen.
Nunmehr wurden wäßrige Lösungen von Kaliumbromid (2,29 molar, Lösung B-2) und Silbernitrat (2,0 molar, Lösung C-2) bei einem pBr-Wert von 0,85 und 55°C nach dem Doppeleinlaufverfahren unter Erhöhung der Zulaufgeschwindigkeit (4,2 × schneller am Ende als zu Beginn) zulaufen gelassen, bis die Lösung C-2 erschöpft.

Claims (12)

1. Radiographisches Aufzeichnungsmaterial mit einem für die zur Belichtung verwendete gerichtete Strahlung durch­ lässigen Träger und auf beiden Seiten des Trägers ange­ ordneten härtbaren hydrophilen Kolloidschichten ein­ schließlich mindestens einer Silberhalogenidemulsions­ schicht mit strahlungsempfindlichen, spektral sensibili­ sierten Silberhalogenidkörnern, dadurch gekennzeichnet, daß
  • 1. 1.) mindestens 50% der gesamten projizierten Fläche der Silberhalogenidkörner in mindestens der einen Emul­ sionsschicht von dünnen tafelförmigen Körnern stam­ men, die eine Dicke von weniger als 0,2 Mikron und ein mittleres Aspektverhältnis von mindestens 5 : 1 haben, wobei das Aspektverhältnis definiert ist als das Verhältnis von Korndurchmesser zu Korndicke, und der Durchmesser eines Kornes definiert ist als der Durchmesser eines Kreises mit einer Kreisfläche, die der projizierten Fläche des Kornes entspricht, und daß
  • 2. 2.) die hydrophilen Kolloidschichten bis zu einem Grade vorgehärtet sind, der ausreicht, um die Quellung der Schichten auf weniger als 200% zu vermindern - wobei die prozentuale Quellung bestimmt ist durch:
    • a) 3-tägiges Inkubieren des Aufzeichnungsmaterials bei 38°C und 50%iger relativer Feuchtigkeit,
    • b) Messung der Schichtdicke, (c) 3 Minuten langes Eintauchen des Aufzeichnungsmaterials in destillier­ tes Wasser von 21°C und (d) Bestimmung der prozen­ tualen Veränderung der Schichtdicke im Vergleich zur Schichtdicke gemäß Stufe (b).
2. Radiographisches Aufzeichnungsmaterial nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Silberhalogenidkörner einen mittleren Durchmesser von mindestens 0,6 Mikron haben.
3. Radiographisches Aufzeichnungsmaterial nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Silberhalogenidkörner einen mittleren Durchmesser von mindestens 1,0 Mikron aufweisen.
4. Radiographisches Aufzeichnungsmaterial nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die hydro­ philen Kolloidschichten Gelatine oder ein härtbares Gela­ tinederivat enthalten.
5. Radiographisches Aufzeichnungsmaterial nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die hydro­ philen Kolloidschichten mit einem Härtungsmittel vom Aldehydtyp, mit einem Härtungsmittel vom Typ eines aktiven Olefins mit zwei oder mehreren aktiven Olefinbindungen oder mit einem Härtungsmittel vom Typ einer Halogen­ substituierten Aldehydsäure vorgehärtet sind.
6. Radiographisches Aufzeichnungsmaterial nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die tafel­ förmigen Körner ein mittleres Aspektverhältnis von größer als 8 : 1 aufweisen.
7. Radiographisches Aufzeichnungsmaterial nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die tafel­ förmigen Silberhalogenidkörner mindestens 70% der gesam­ ten projizierten Fläche der Silberhalogenidkörner aus­ machen.
8. Radiographisches Aufzeichnungsmaterial nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die hydrophilen Kolloidschichten bis zu einem Grade vorge­ härtet sind, der ausreicht, um die Quellung der Schich­ ten auf weniger als 100% zu vermindern.
9. Radiographisches Aufzeichnungsmaterial nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß zur spek­ tralen Sensibilisierung der Silberhalogenidkörner ein spektral sensibilisierender Farbstoff verwendet wird, der als Folge der Absorption durch ein Silberhalogenidkorn zu einer bathochromen oder hypsochromen Erhöhung der Lichtabsorption führt.
10. Radiographisches Aufzeichnungsmaterial nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der spek­ tral sensibilisierende Farbstoff in einer Konzentration vorliegt, die einer 25- bis 100%-igen einschichtigen Beschichtung des gesamten zur Verfügung stehenden Ober­ flächenbereiches der oberflächenempfindlichen Silberhalo­ genidkörner entspricht.
11. Radiographisches Aufzeichnungsmaterial nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß der zur spektralen Sensibilisierung verwendete Farbstoff ein Cyaninfarbstoff ist, der zu einer H- oder I-Aggregation führt.
12. Radiographisches Aufzeichnungsmaterial nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß der zur spektralen Sensibilisierung verwendete Farbstoff sein Absorptionsmaximum im grünen oder roten Bereich des sichtbaren Spektrums hat.
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