DE3131626A1 - Verfahren und vorrichtung zur herstellung textiler oder nichttexiler fadengebilde - Google Patents
Verfahren und vorrichtung zur herstellung textiler oder nichttexiler fadengebildeInfo
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Description
■Titel der Erfindung
Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung textiler oder nichttextiler Fadengebilde
Die Erfindung "betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung
zur Herstellung textiler oder niohttextiler Fadengebilde, die für eine weitere Verarbeitung in der Weberei,Wirkerei,
Strickerei oder in anderen fadenverarbeitenden Bereichen vorgesehen sind.
Bei der Herstellung von gezwirnten Fäden oder Fadengebilden
für die Weiterverarbeitung in den genannten Bereichen, .kommen vor allem die Verfahren der Glatt- und Effektzwirnerei
zur Anwendung. Dabei ist es auch bekannt, Fäden mit unterschiedlichen
Drehungen und bei unterschiedlicher Fadenspannung zu verzwirnen und damit Fadengebilde zu erzeugen,deren
Oberfläche besonders dekorative und plastische Effekte aufweist.
Diese sogenannten Efrekt-, Fantasie- oder Zierzwirne werden
auf Effektzwirnmaschinen hergestellt, die mit zwei oder mehr Lieferwerken und zusätzlichen effektbildenden Organen ausgeütat
tot sind. (Großes Textlllexikon, S.3Λ4 ff)
Bei dlusem Verfahren wirkt sioh besonders nachteilig aus, daß der Zwirnvorgang in zwei getrennten Arbeitsstufen nämlich
dem Vorzwirnen und dem eigentlichen Effektzwirnen erfolgt. Hinzu kommt, daß alle Zwirnprodukte einem nachfolgenden
Dämpfprozeß unterzogen werden müssen, um den verfahrensbedinpten,
mehr oder weniger auftretenden und bei der Weiterverarbeitung störenden Rückörail der Fäden zu beseitigen.
Die Herstellung derartiger Fadengebilde ist damit außerordentlich zeit- und kostenaufwendig und insgesamt wenig produktiv.
Für spezielle Anwendungsgebiete ist die Hexstellung eines linie nf or migen text ilen Gebildes bekannt geworden, wonach
Fadenscharen, Faserlunten oder anderes geeignetes Grundmaterial
mit mehreren Fäden umnäht wird«, Das Umnähen erfolgt dabei mittels Überwendliohnähmaschinen (DD-PS 97 236).
Diese textlien Gebilde finden aber aufgrund ihrer verhältnismäßig
groben Struktur und Beschaffenheit nur aIg technische
Schnüre oder neuartige lixaeu^ni.sr.e Anwendung.
Das Ziel der Erfindung ist die Schaffung neuartiger Fadengebilde, welche bei gleichzeitiger Beseitigung der bisherigen
Nachteile sehr wirtschaftlich und vielfältig in ihrer
Struktur hergestellt, und bei guter Verarbeitbarkeit anstelle von Zwirnen oder Effektzwixnen in allen .fadenverarbeitenden
Industriezweigen eingesetzt werden können«.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zu entwickeln, nach welchem ein textiles oder nichttextiles
Fadengebilde in einem einstufigen Arbeitsprozeß rückdrallfrei hergestellt werden kann, sowie eine Vorrichtung su
schaffen, die zur rationellen Durchführung eines solchen Verfahrens geeignet ist.
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß ein oder mehrere Einzelfäden nach dem Prinzip der Nahtbildung beim maschinellen
Nähprozeß fortlaufend in sich selbst, bzwe miteinander
verkettet und anschließend abgezogen und aufgespult werden.
Durch den 'Wegfall vor- bzw. nachgelagerter Arbeitsgänge gewährleistet dieses Verfahren neben einer nicht unerheblichen
Energieeinsparung eine hohe Produktivität gegenüber herkömmlichen Zwirn- bzw. Effektzwirnverfahren und bietet
vielfältige Möglichkeiten bei der Herstellung von Fäden und bei der Erzielung von Mustereffelcten im Fadon
Ü.Lu nach dem erfindungsgemäßen Verfuhren erzeugten Fadengebilde
sind infolge del durch, die Verkettung gegebenen Struktur besonders leicht und voluminös und zeichnen sich
durch eine gute Verarbeitbarkeit beim Einsatz in der gesamten fadenverarbeitenden Industrie aus. Die Vorzüge dieser
Fadengebilde zeigen sioh besonders augenfällig bei der Verarbeitung zu Maschenwaren, welche dadurch frei sind von
jeglichen Schrägverzügen und eine verringerte Holltendenz der V/arenkanten aufweisen. Das Maschenbild sseigt einen
exakt geraden Verlauf der Maschenreihen, d.h., es treten
keine nachteiligen Verdichtungen der Maschenstäbchen am Rund der Gewirke oder Gentriolce auf, die bei der Verarbeitung
der herkömmlichen Fäden in der Regel nicht zu vermeiden
sind.
Die der Erfindung weiterhin zugrunde liegende Aufgabe, eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens zu schaffen,
wird dadurch gelöst, daß Verkettungswerkzeuge vorgesehen sind, die eine radiusförmig gebogene, nach außen aufgeschlitzte
und in einen geradlinigen Schaft übergehende Rührenform aufweisen und die mit ihrem Schaft an je einem
Bewegungselement befestigt sind. Mittels dieser Bewegungs— elemente sind die Verkettungswerkzeuge aufeinanderfolgend
in eine oszillierende Bewegung bringbar, wobei sich ihre Bewegungsbahnen gegenseitig überschneiden. Etwa im Schnittpunkt
dieser Bewegungsbahnen ist eine einseitig gehalterte, 3piti5 zulauf ende Platine angeordnet.
Die Vorrichtung besteht weiterhin aus den Verkettungswerkzeugen vorgelagerten Fadenleit-, Spann— und überwachungseinrichtungen
sowie einer naengeordneten Abzugs- und Aufspuleinrichtung.
Gemäß einer weiteren Lösung der der Erfindung zugrunde liegenden
Aufgabe ist vorgesehen, daß die Verlrettungswerkzeuge,
die Radeln und Greifer einschließlich ihrer Bewegungs Ie nie rite
an sich bekannter Kettenstich-, Doppelkettenstich- oder Überwendlichnähmaschinen
sind. Die Nadeln weisen dabei vorteilhaft
anstelle ihrer Spitze ein abgerundetes Ende auf und alle Verkettüngswerkzeuge enthalten vergrößerte Fadendurchgangsöffnungen.
Der Vorteil der Vorrichtung besteht besonders im Wegfall der bisher zur Fadenherstellung mittels Drehungserteilung
üblichen Drallorgane und damit dem Ausscheiden eines sehr verschleißanfälligen Maschinene lenient es im Bereich der
Fadenführung. G-leiohzeitig ist damit auch ein niedriger
Geräuschpegel im Wirkzustand der Vorrichtung erreicht worden·
Die Erfindung soll nachstehend an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert werden.
Die zugehörige Zeiohnung zeigt:
Fig. 1: eine Prinzipdarstellung der Verkettungsstelle der erfindungsgemäßen Vorrichtung
Fig. 2: eine Seitenansicht des Verkettungswerkzeuges
im Schnitt
Fig. 3: die Vorderansicht eines Vericettungswerk—
zeuges
Fig. 4: eine Prinzipdarstellung der Fadenverkettung in einem 2-fädigen Fadengebilde.
Zur Herstellung eines Fadengebildes nach dem erfindungsgemäßen
Verfahren kommen zweckentsprechend vor allem Garne
und Seiden, entweder in gleichen oder in unterschiedlichen Feinheiten und Arten sum Einsatz. Das Fadenmaterial wird
dabei von allgemein üblichen Vorlagelcörporn abgezogen und
unter einer angemessenen Fadenspannung sur Vexkettungsstelle geleitet» An der Verkettungsstelle werden die Einzelfäden
ähnlich eines Leerketteis beim Nähen, zu einer Fadenkette verschlungen und anschließend synchron zur Verkettungsgeschwindigkeit abgezogen und auf einen im nachverarbeitenden
-5-
Betrieb üblichen Spulenkörper aufgespult.
Das so hergestellte Fadengebilde kann ohne jegliche Weiterbehandlung
als glatter Faden oder als Effektfaden, je nach der Art der verwendeten Einzelfäden, auf allen fadenverarbeitenden
Maschinen eingesetzt werden.
Außer den erreichten Effekten in der Struktur des Fadengebildes lassen sich u.a. auch weitere Effekte durch die Verwendung
verschiedenfarbiger Einzelfäden erzielen.
Das in Fig. 1 dargestellte Verkettungssystem baut sich auf
eine Konstruktion auf, welche mit zwei Verkettungswerkzeugen 1, 2 arbeitet. In diesem Fall werden zwei Einzelfäden 3, 4
zum Verketten zugeführt. Die fadenführenden Verkettungswerkzeuge
1, 2 sind rührenförraig ausgebildet und im Radius gebogen.
Ihr vorderes Teilstüok ist an der Außenkante auf etwa
2/3 der Krümmung geschlitzt, wodurch ein leichtes, unkompliziertes Einlegen der Einzelfäden 3, 4 in die so entstandenen
Nuten 1·, 21 der Verkettung3werkzeuge 1, 2 ermöglicht wird.
Die rührenfürmlgen Verkettungswerkzeuge 1,2 sind in ihrem
Innendurchmesser so reichlich bemessen, daß sowohl feinere
als auch gröbere Einzelfäden 3, 4 sowie evtl. im Fadenmaterial
enthaltene Knoten, Verdickungen oder andere Unregelmäßigkeiten problemlos, d.h. ohne den Fadenlauf zu hemmen,
durch die Nuten 1·, 21 geführt werden können.
Die Verkettungswerkzeuge 1, 2 sind in einem Winkel von 90° zueinander angeordnet.
Jedes Verkettungswerkzeug 1, 2 ist mit einem geradlinigen Schaft versehen, mit dem es an je einem zugehörigen Bewegungselement
5 mittels Klemmplatte befestigt ist. Die Bewegungselemente 5 führen durch nicht dargestellte
Kurbelgetriebe etwa eine 1/4-Kreisbewegung aus, wodurch die Verkettungswerkzeuge 1, 2 entsprechend dein Radius ihrer
Biegung in eine aufeinanderfolgende oszillierende Bewegung
gebracht werden. Die oszillierende Bewegung der Verkettungswerkzeuge 1, 2 erfolgt dergestalt, daß die in den
Nuten 1·, 21 liegenden und am Vorderteil der Verkettungswerki;euge
1,2 austretenden Einzelfäden 3, 4 mit Hilfe
-6-
einer nach vorn spitz zulaufenden Platine 6 und dem Innenbogen der Verkettungswerkzeuge 1,2 abwechselnd ein Fadenfach
bilden, in welches Jeweils das andere der "beiden Verkettungswerkzeuge
1 bzw. 2 mit seinem Einzelfaden 3 bzw. 4
einschwenkt.
Die Platine 6 ist mit ihrem Schaft so In der Vorrichtung angeordnet,
daf3 sich ihre Spitze etwa im Schnittpunkt der Bewegungsbahnen der beiden Verkettungswerkzeuge 1, 2 befindet,
und daß auf ihr die Verkettung der beiden Einzelfäden 3", 4 zu einem Fadenverbund erfolgen kann.
Das Verkettungsbild des so gewonnenen Fadengebildes ist aus
Fig. 4 ersichtlich.
Der aus den Verkettungswerkzeugen 1, 2 und der Platine 6 bestehenden
Verkettungsstelle sind allgemein bekannte Halterungen für die Garnvorlagekörper sowie Fadenleit-, Spann- und
Überwachungseinrichtungen für die Einzelfäden 3S 4 vorgelagert.
Ein der .Verkettungsstelle naohgeordneter Walzenabaug sowie
eine, den jeweiligen industriellen Bedingungen entsprechende Einrichtung zum Aufspulen des Fadengebildes 8 vervollständigen
die erfindungsgemäße Vorrichtung und sind nicht im einzelnen
dargestellt.
Das Verkettungssvstem, bzw, die Verkettungsvorriohtung baut
sich analog zu den bekannten Kettenstich- oder Überwendlichnähmaschinen
auf.
In Ableitung dieses Ausführungsbeispiels ist es deshalb auch möglich, die Fadenverkettung mit nur einem Einzelfaden oder
mit mehr als zwei Einzelfäden durchzuführen·
Die Vorrichtung weist dann eine der Anzahl der zu verkettenden
Fäden entsprechende Anzahl fadenführender Verkettungswerkzeuge
auf.
Es ist darüber hinaus auch möglich, einem oder mehreren Verkettungswerkzeugen
mehr als einen Einzelfaden zuzuführen und damit besonders bei Verwendung verschiedenfarbiger Fäden dle(
erreichbaren Mustereffekte noch weiter zu variieren.
-7-
Bezugszeichen-Yerseichnis
1 Verlcettungsweikzeug
1 ' Nut im Verkottungswerkzeug 1
2 Yerkettungsv/eikaeug
21 Nut im Yerkettungswerkzeug 2
3 Einzelfaden
4 Einzelfaden
5 Bewegungselemente
6 Platine
Claims (3)
1. Verfahren zur Herstellung textiler oder nichttextiler
Fadengebilde, dadurch ge kennzeichnet, daß ein oder
mehrere Einzelfäden nach dem Prinzip der Nahtbildung "beim maschinellen Nähprozeß, fortlaufend in aich
seihst, bzw. miteinander verkettet und anschließend abgezogen und aufgespult werden.
2. Vorrichtung.zur Durchführung des Verfahrens nach
Punkt 1, dadurch gekennzeichnet, daß Verkettungswerkzeuge
(Ί;2) vorgesehen sind, die eine radiusförmig gebogene, nach außen aufgeschlitzte und in einen geradlinigen
Schaft übergehende Röhrenform aufweisen und die mit ihrem Schaft an je einem Bewegungselement (5) befestigt sind, mittels welcher sie aufeinanderfolgend in
eine oszillierende Bewegung bringbar sind, wobei sich <
ihre Bewegungsbahnen gegenseitig überschneiden und daß
etwa im Schnittpunkt dieser Bewegungsbahnen oinc oln- #>
seitig-gehalterte spits zulaufende Platine (6) ongeord- '*
net ist.
3. Vorrichtung nach Punkt 2, dadurch gekennzeichnet, daß den Verkettungswerkzeur-en (1;2) an sich bekannte Padenleit-,
Spann- und Überwachungseinrichtungen vorgelagert sowie eine Abzugs- und Aufspuleinrichtung nachgeordnet
sind.
4· Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Punkt 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verkettungswerkzeuge (1;2) die Nadeln und Greifer einschließlich
ihrer Bowegungseleraente an Mich bokanuter KoI, tonn l.ioh-,
Doppelkettenstich- oder Überwendliohuähniaüchlneii oiixd,
wobei die Nadeln vorteilhaft anstelle ihrer üpitse ein
abgerundetes Ende aufweisen und alle Verkettungcwerk- *
zeuge vergrößerte Fadendurchgangs öffnungen enthalten.
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| DD22638780A DD160386A3 (de) | 1980-12-22 | 1980-12-22 | Verfahren und vorrichtung zur herstellung textiler oder nichttextiler fadengebilde |
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ID=5528145
Family Applications (1)
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