DE3128799C2 - Nachstellvorrichtung für eine Fahrzeugbremsanlage - Google Patents
Nachstellvorrichtung für eine FahrzeugbremsanlageInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Nachstellvorrichtung mit den
Merkmalen des Oberbegriffs des Patentanspruchs 1.
Schwere Fahrzeuge, wie z. B. Lastwagenanhänger, sind üblicherweise
mit Druckluftbremsen ausgerüstet. Eine Druckluftbremse besitzt
eine Bremsluftkammer, der Luft während des Bremsvorganges zuge
führt wird. Wenn der Kammer Luft zugeführt wird, fährt ein Kol
ben aus der Kammer aus. Der Kolben ist über ein Gestänge mit einem
drehbaren Nocken verbunden, der seinerseits die Bremsbacken in
Anlage mit einer Bremstrommel bewegt. Wenn dann das Bremspedal
losgelassen wird und die Druckluft aus der Kammer entweicht,
fährt der Kolben in die Bremsluftkammer ein, und der Nocken wird
in entgegengesetzter Richtung gedreht, so daß die Bremsbacken
von der Bremstrommel freikommen. Im Idealfall ist zwischen den
Bremsbacken und der Bremstrommel ein Minimalspiel vorgesehen,
wenn die Bremsen gelöst sind. Dieses Spiel sollte für alle
Bremsen das gleiche sein, so daß die gleichen Bremskräfte auf
die Räder zu beiden Seiten des Fahrzeuges ausgeübt werden. Das
Spiel zwischen den Bremsbacken und der Bremstrommel sollte klein
sein, damit die Kolbenstange nur eine kleine Strecke aus der
Bremsluftkammer ausfahren muß, um die Bremsen zu erfassen.
Andererseits muß das Bremsspiel ausreichend sein, um zu ver
hindern, daß die Bremsbacken auf der Bremstrommel schleifen,
wenn sie heiß sind und sich unter Wärmeeinwirkung ausgedehnt
haben. Solch ein Schleifen zwischen den Bremsbacken und der
Bremstrommel hat eine erhöhte Abnutzung der Bremsbacken, ein
Überhitzen und zusätzlichen Kraftstoffverbrauch zur Folge.
Nachstellvorrichtungen zum Nachstellen des Bremslüftspiels zwischen
den Bremsbacken und der Bremstrommel sind bekannt. Manuell be
tätigbare Nachstellvorrichtungen sind im allgemeinen unerwünscht,
da sie eine ziemlich häufige Nachstellung erfordern, wenn sich
die Bremsbacken abnutzen. Wenn die manuelle Verstellung nicht
in der richtigen Weise ausgeführt wird, entsteht entweder ein
zu kleines Bremsspiel (mit der Gefahr, daß die Bremsbacken an
der Bremstrommel schleifen) oder ein zu großes Bremsspiel (so
daß die Bremsen in kurzer Zeit eine erneute Nachstellung benöti
gen).
Selbsttätige Nachstellvorrichtungen für Fahrzeugbremsen sind be
kannt und beispielsweise in den US-PS 39 97 035, 39 97 036
und 40 57 128 dargestellt. Diese Nachstellvorrichtungen sind so
ausgebildet, daß sie das Verbindungsglied zwischen der Kolben
stange und der Nockenwelle bilden, über die die Nockenwelle in
Abhängigkeit von einer linearen Bewegung der Kolbenstange ge
dreht wird. Die selbsttätige Nachstellvorrichtung enthält ein
Schneckenrad, das mit der zur Betätigung der Bremsbacken dienen
den Nockenwelle drehfest verbunden ist. Eine Schnecke, die um
eine zur Nockenachse senkrecht verlaufende Achse drehbar ist,
steht mit dem Schneckenrad in Eingriff und legt damit die Winkel
stellung zwischen einem Gehäuse für die Nachstellvorrichtung und
der Nockenwelle fest. Im Stand der Technik sind verschiedene
Vorrichtungen bekannt, die das Schneckenrad drehen, um die
Winkelstellung zwischen dem Gehäuse der Nachstellvorrichtung und
der Nockenwelle selbsttätig zu ändern und damit das Bremsspiel
bei Abnutzung der Bremsbacken auszugleichen. Die vorbekannten
Nachstellvorrichtungen leiden jedoch an mehreren Nachteilen,
wie geringe Zuverlässigkeit, zu großes Gewicht, komplizierter
und teurer konstruktiver Aufbau und geringe Einstellgenauigkeit.
Weitere Probleme haben sich bei den vorbekannten Nachstellvor
richtungen hinsichtlich der Schwingungsanfälligkeit, und zwar
sowohl hinsichtlich hochfrequenter wie niederfrequenter Schwingun
gen, ergeben.
Eine Nachstellvorrichtung für eine luftbetätigte Kolbenstange zum Drehen
einer Nockenwelle in einer Fahrzeugbremsanlage mit den Merkmalen des
Oberbegriffs des Patentanspruchs 1 ist aus der US-PS 40 19 612 bekannt.
Bei dieser bekannten Vorrichtung erfolgt die Nachstellung während des
Ausrückens der Bremse. Dies funktioniert im einzelnen so, daß sich eine
Stange beim Ausrücken der Bremse weiter nach unten bewegt. Wenn
schließlich die Stange und die Enden eines Zahnelementes
aneinanderstoßen, treibt das Zahnelement ein Zahnrad und eine
Kupplungsnabe über eine Einwegkupplung an, so daß eine Schneckenwelle
zum Nachstellen gedreht wird.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Nachstellvorrichtung der
angegebenen Art zu schaffen, die sich durch eine besonders große
Zuverlässigkeit im Betrieb auszeichnet.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Nachstellvorrichtung mit
den kennzeichnenden Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst.
Bei der erfindungsgemäßen Lösung erfolgt die Nachstellung während des
Einrückens der Bremse, d. h. bevor Bremsbacken und Bremstrommel
miteinander in Eingriff treten. Bei Beginn des Bremseinrückvorganges
wird vom Nachstellglied zuerst das vorhandene Spiel durchlaufen. Danach
bewegt sich das Nachstellglied weiter nach oben und dreht das
Treibglied. Da die Rutschverbindung in Eingriff ist, hat eine Drehung
des Treibgliedes eine Drehung der Schneckenwelle und somit eine
Nachstellung zur Folge. Wenn die Bremsbacken die Bremstrommel erfassen,
wird die Drehung der Schnecke beendet, da die Rutschverbindung zu
rutschen beginnt.
Die erfindungsgemäße Lösung bringt wesentliche Vorteile mit sich.
Während beim vorstehend genannten Stand der Technik die Nachstellung in
einem Zustand vorgenommen wird, in dem die Bremstrommel am heißesten ist
und somit die mechanischen und thermischen Beanspruchungen der Trommel
am größten sind, findet beim Gegenstand der Erfindung der Nachstellvor
gang statt, bevor die Bremsbacken mit der Bremstrommel in Eingriff
treten. Nach dem Eingriff wird der Nachstellmechanismus abgekoppelt und
ist somit nicht den thermischen und mechanischen Beanspruchungen
ausgesetzt, die während des eigentlichen Bremsvorganges auftreten.
Jedesmal, wenn die Bremsen eingerückt oder gelöst werden,
bewegt sich das Nachstellglied eine kleine Strecke aus dem Gehäu
se bzw. in das Gehäuse.
Im Gehäuse ist außerdem eine Schnecke gelagert, die mit dem
Schneckenrad kämmt und um eine Achse drehbar ist, die senkrecht
zur Achse des Schneckenrades verläuft. Das Nachstellglied ist
über ein Treibglied und eine Kupplung mit der Schnecke verbun
den, um die Winkelbeziehung zwischen dem Nocken und dem Gehäuse
zu ändern. Eine Nachstellung erfolgt nur dann, wenn die Bremsen
eingerückt werden und nachdem sich die Nachstellvorrichtung durch
einen vorgegebenen Bereich gedreht hat, der das Spiel zwischen
den Bremsbacken und der Bremstrommel bei gelösten Bremsen be
stimmt. Die Kupplung dreht die Schnecke so weit, bis ein Spiel
entsprechend einer vorgegebenen Vorspannung der Nachstellvorrich
tung eingestellt ist. Nachdem die vorgegebene Vorspannung er
reicht ist, tritt die Schnecke außer Eingriff mit der Kupplung,
um eine weitere Verstellung zu unterbinden, ohne die Betriebs
weise der Bremsen zu beeinträchtigen. Hierdurch wird ein ge
wünschtes Spiel zwischen den Bremsbelägen und der Bremstrommel
aufrechterhalten. Da die Nachstellvorrichtung auf das Spiel zwi
schen den Bremsbelägen und der Bremstrommel, wie es durch die
zum Betätigen der Bremse erforderlichen Drehung des Nockens fest
gelegt wird, sowie auf die Belastung der Bremsen anspricht, be
steht keine Gefahr einer zu großen Verstellung, die ihrerseits
eine erhöhte Abnutzung und Überhitzung der Bremsbeläge zur Folge
hätte. In einer panikartigen Bremssituation, in der ein extrem
großer Druck auf die Nachstellvorrichtung ausgeübt wird, bewegt
sich die Schnecke axial gegen eine Feder und löst sich von der
Kupplung, um eine zu große Nachstellung der Bremse zu verhindern.
Anhand der Zeichnung wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung
näher erläutert. Es zeigt
Fig. 1 eine perspektivische Teilansicht
einer Betätigungsvorrichtung einer Bremse;
Fig. 2 eine Seitenansicht der Betätigungsvorrichtung;
Fig. 3 eine Vorderansicht der Betätigungsvorrichtung;
Fig. 4 einen Teilschnitt entlang
Linie 4-4 in Fig. 3;
Fig. 5 einen Teilschnitt entlang
Linie 5-5 in Fig. 2;
Fig. 6 einen Teilschnitt entlang
Linie 6-6 in Fig. 2;
Fig. 7 eine Explosionsdarstellung eines Teils der Komponen
ten der Betätigungsvorrichtung;
Fig. 8 eine Explosionsdarstellung weiterer Komponenten der
Betätigungsvorrichtung;
Fig. 9 einen vergrößerten Teilschnitt ent
lang Linie 9-9 in Fig. 4;
Fig. 10 einen vergrößerten Schnitt entlang Linie
10-10 in Fig. 4;
Fig. 11 eine Seitenansicht eines luftbetätigten Kolbens, der mit der
Nachstellvorrichtung der Betätigungsvorrichtung verbunden ist, zur
Veranschaulichung unterschiedlicher Stellungen der Nachstell
vorrichtung während eines Bremszyklus;
Fig. 12 eine Darstellung des Nachstellgliedes und des Treib
gliedes in der Stellung 12 der Nachstellvorrichtung
entsprechend Fig. 11;
Fig. 13 eine Darstellung des Nachstellgliedes und des Treib
gliedes in der Stellung 13 der Nachstellvorrichtung
entsprechend Fig. 11;
Fig. 14 eine Darstellung des Nachstellgliedes und des Treib
gliedes in der Stellung 14 der Nachstellvorrichtung
entsprechend Fig. 11;
Fig. 15 eine Darstellung des Nachstellgliedes und des Treib
gliedes in der Stellung 15 der Nachstellvorrichtung
entsprechend Fig. 11 und
Fig. 16 eine Darstellung des Nachstellgliedes und des Treib
gliedes in der Stellung 16 der Nachstellvorrichtung
entsprechend Fig. 11.
Die in Fig. 1 dargestellte Betätigungsvorrichtung 20 ist mit einem
Teil einer Bremsanlage 21 für ein Fahrzeug, z. B. einen Lastwagen-An
hänger, verbunden. Die Bremsanlage 21 enthält eine übliche Brems
luftkammer 22, die an einem Bügel 23 angebracht ist. Eine Kolben
stange 24 erstreckt sich aus der Bremsluftkammer 22 heraus und
ist durch eine Gabel 25 und zwei Stifte 26, 27 mit der Betätigungs
vorrichtung 20 verbunden. Die Betätigungsvorrichtung 20 ist an
einem Ende 28 an der Nockenwelle 29 befestigt. Ein gegenüberlie
gendes Ende 30 der Nockenwelle 29 ist an einem S-Nocken 31 be
festigt. Wenn die Nockenwelle 29 gedreht wird, wirkt der S-Nocken
31 in gleicher Weise und in entgegengesetztem Sinn auf zwei Brems
backen 32, derart, daß die Bremsbacken 32 in Reibungsanlage mit
einer herkömmlichen Bremstrommel (nicht gezeigt) gedrückt werden.
Im Betrieb wird Druckluft der Bremsluftkammer 22 zugeführt, wenn
das Fahrzeug-Bremspedal niedergedrückt wird. Durch die Druckluft
wird die Kolbenstange 24 in linearer Richtung aus der Bremsluft
kammer 22 ausgefahren. Während die Kolbenstange 24 ausfährt,
dreht sich die Betätigungsvorrichtung 20, und als Folge dreht sich
die Nockenwelle 29, worauf der S-Nocken 31 die Bremsbacken 32 in
Reibungsanlage mit der Bremstrommel bewegt. Wenn das Bremspedal
losgelassen wird, strömt Luft aus der Bremsluftkammer 22 ab, was
zur Folge hat, daß die Kolbenstange 24 in die Bremsluftkammer 22
eingefahren wird. Hierdurch werden die Betätigungsvorrichtung 20,
die Nockenwelle 29 und der S-Nocken 31 gedreht, so daß die Brems
backen 32 sich eine vorgegebene Strecke von der Bremstrommel ab
heben können. Wenn sich die Bremsbacken 32 abnutzen, müssen die
Betätigungsvorrichtung 20, die Nockenwelle 29 und der S-Nocken 31
zum Einrücken der Bremsen um einen größeren Winkel gedreht werden.
Diese zum Einrücken der Bremsen erforderliche größere Drehbewe
gung hat zur Folge, daß die Betätigungsvorrichtung 20 selbsttätig
die Winkelstellung zwischen der Betätigungsvorrichtung 20 und der
Nockenwelle 29 ändert, wodurch das Spiel zwischen Bremsbacken
und Bremstrommel auf einen gewünschten Wert verringert wird, wie
weiter unten noch im einzelnen erläutert wird.
In den Fig. 2 bis 8 ist die Betätigungsvorrichtung 20 im einzelnen
dargestellt. Die Betätigungsvorrichtung 20 besitzt ein Gehäuse 35
mit einem oberen Arm 36, an dem die Gabel 25 mittels des Stiftes
26 befestigt ist. Das Gehäuse 35 weist ferner einen unteren Ab
schnitt 37 auf, der ein Schneckenrad 38 und eine Welle 39 umgibt.
Die Welle 39 ist mit einem Abschnitt versehen, der eine Schnecke
40 bildet. Das Schneckenrad 38 besitzt eine mit Keilnuten ver
sehene zentrale Öffnung 41, die mit der Nockenwelle 29 in Ein
griff steht. Das Schneckenrad 38 ist innerhalb einer Öffnung 42
durch den unteren Gehäuseabschnitt 37 eingepaßt und wird von der
Schnecke 40 sowie zwei Kappen 43 gehalten, die in gegenüberliegende
Enden der Öffnung 42 eingedrückt sind. Zwischen dem Schneckenrad
38 und der Gehäuseöffnung 42 sind O-Ringdichtungen 44 angeordnet,
und zwischen den Kappen 43 und dem Schneckenrad 38 sind scheiben
förmige Kappendichtungen 45 angeordnet. Die Dichtungen 44 und 45
sorgen dafür, daß Wasser und Schmutz nicht in das Gehäuse 35 ein
dringen können.
Die Welle 39 ist im unteren Gehäuseabschnitt 37 in einer Stufen
bohrung 46 gelagert, die sich rechtwinklig zu der Schneckenrad-Öff
nung 42 erstreckt. Die Welle 39 besitzt angrenzend an die
Schnecke 40 einen Lagerabschnitt 47, der im Gehäuse 35 drehbar
gelagert ist. An der Welle 39 ist zwischen dem Lagerabschnitt 47
und einem Wellenende 49 eine nach innen gerichtete Abstufung 48 aus
gebildet. Eine Feder 50, die von Federtellern gebildet wird,
sitzt konzentrisch über dem Wellenende 49 und erstreckt sich
zwischen der Abstufung 48 und einem Stopfen 51, der mit einem
Ende 52 der Gehäuseöffnung 46 in Gewindeeingriff steht. Die
Tellerfeder 50 spannt die Welle 39 so vor, daß sie mit einer
Kupplung in Eingriff steht, wie weiter unten im einzelnen er
läutert wird.
Die Gehäuseöffnung 46 besitzt ein zweites mit Gewinde versehenes
Ende 55. Eine Kappe 56 ist in das Ende 55 des Gehäuses einge
schraubt und besitzt eine zentrale Öffnung 58, durch die ein Ende
57 der Welle 39 vorsteht. Das Wellenende 57 besitzt einen sechs
eckigen Querschnitt, damit die Betätigungsvorrichtung 20 mit Hilfe
eines Schraubenschlüssels anfangs manuell verstellt werden kann.
Innerhalb der Gehäuseöffnung 46 ist eine Abstandshülse 59 koaxial
über einem Wellenabschnitt 60 verringerten Durchmessers koaxial
angeordnet. Sie liegt an der Kappe 56 an. Eine Unterlegscheibe
54 befindet sich zwischen der Abstandshülse 59 und der Kappe 56.
Die Unterlegscheibe 54, die aus gehärtetem Stahl besteht, ver
ringert die Reibung zwischen der Kappe 56 und der Abstandshülse 59,
die aus pulverförmigem Metall hergestellt sein kann. Eine Kupplung
61 ist ebenfalls auf dem Wellenabschnitt 60 angeordnet und
erstreckt sich zwischen der Abstandshülse 59 und einer konischen
Schulter 62 auf der Welle 39 angrenzend an die Schnecke 40. Wie
am besten aus Fig. 9 ersichtlich, sind die konische Schulter 62
der Welle 39 und eine anliegende konische Fläche 63 der Kupplung
61 mit gerundeten Nuten, Zähnen oder Wellungen 64 versehen, wo
durch eine genutete Rutschfläche gebildet wird. Kräfte, die von
der Tellerfeder 50 auf die Welle 39 ausgeübt werden, werden über
die konische Schulter 62 auf die Welle 39 und die zugehörige an
liegende Fläche 63 der Kupplung 61 und von der Kupplung 61 über
die Abstandshülse 59, die Unterlegscheibe 54 und die Kappe 56 auf
das Gehäuse 37 übertragen.
Ein Treibglied 65 ist auf der Abstandshülse 59 drehbar angeordnet
und weist mehrere Sperrklinkenzähne 66 auf, die mit entsprechen
den Sperrklinkenzähnen 67 an der Kupplung 61 in Eingriff stehen,
wie am besten aus Fig. 10 hervorgeht. Eine Druckfeder 68 ist zwi
schen dem Treibglied 65 und der Kappe 56 so angeordnet, daß sie das
Treibglied 65 gegen die Kupplung 61 vorspannt. Die Druckfeder 68
ist im Vergleich zur Tellerfeder 50 relativ schwach. Die Wirkung
der Druckfeder 68 geht dahin, daß sich das Treibglied 65 bezüglich
der Kupplung 61 in einer Richtung leicht drehen kann, während sie
die Zähne 66 und 67 miteinander in Eingriff drückt, um eine Drehung
in entgegengesetzter Richtung zu unterbinden, wenn das Treibglied
65 die Schnecke 40 dreht, mit dem Zweck, das Spiel in der Brems
anlage 21 nachzustellen.
Beim Zusammenbau der Betätigungsvorrichtung 20 werden die Welle 39,
die Kupplung 61, die Abstandshülse 59, das Treibglied 65, die
Feder 68 und die Unterlegscheibe 54 innerhalb der Gehäuseöffnung
46 angeordnet. Die Kappe 56 wird dann in das Öffnungsende 55 ein
geschraubt, bis ein bestimmtes Spiel 69 zwischen der Schnecke 40
und einer Abstufung 70 in der Öffnung 46 erreicht ist. Das Spiel
69 ermöglicht eine ausreichende Axialbewegung der Welle 39 zum
Ausrücken der Zähne 64 an der konischen Schulter 62 und der an
liegenden Kupplungsfläche 63. Die Tellerfeder 50 wird auf dem
Wellenende 49 angeordnet, und die Kappe 51 wird in das Öffnungs
ende 52 eingeschraubt. Die Kappe 51 wird mit einer solchen Kraft
angezogen, daß sich eine gewünschte Axialvorspannung für die
Welle 39 ergibt, die beispielsweise in der Größenordnung von 4000 N
bis 4444 N liegen kann. Die von der Tellerfeder 50 auf die
Welle 39 ausgeübte Vorspannung legt die Kraft fest, die erforder
lich ist, damit zwischen der Schulter 62 und der Kupplungsfläche
63 ein Rutschen auftritt. Nachdem die beiden Kappen 51 und 56
positioniert sind, werden sie mit Schrauben fixiert, oder dadurch,
daß durch das Gehäuse 35 und die Kappen 51, 56 Löcher 71 ge
bohrt werden, in die Haltestifte 72 eingedrückt werden.
Ein Nachstellglied 75 erstreckt sich zwischen der Gabel 25 und
dem unteren Gehäuseabschnitt 37. Der Stift 27 erstreckt sich
durch eine Öffnung 76 in einem oberen Ende 77 des Nachstell
gliedes 75. Das Nachstellglied 75 erstreckt sich mit einem unte
ren Ende 78 in eine Öffnung 79 im unteren Gehäuseabschnitt 37.
Eine Schulter 80 am unteren Ende 78 des Nachstellgliedes führt
das Nachstellglied 75 innerhalb der Gehäuseöffnung 79. Das Nach
stellglied 75 ist außerdem an seinem unteren Ende 78 mit einem
Schlitz 81 versehen. Ein Treibzahn 82 am Treibglied 65 ist inner
halb des Schlitzes 81 angeordnet. Bei Betrieb der Betätigungsvor
richtung 20 bewegt sich das Nachstellglied 75 in der Öffnung 79
hin und her. Wenn das Nachstellglied 75 eine kleine Strecke aus
der Öffnung 79 herausgezogen wird, hebt sich der Treibzahn 82 an,
wodurch das Treibglied 65 und damit die Welle 39 gedreht werden.
Während sich die Welle 39 dreht, rückt die Schnecke 40 das
Schneckenrad 38 vor, wodurch das Spiel in der Bremsanlage 21
aufgezehrt wird. Wenn das Nachstellglied 75 anschließend in
der Gehäuseöffnung 79 nach unten bewegt wird, wird der Treibzahn
82 am Treibglied 65 nach unten gestoßen, und aufgrund der Wirkung
der Sperrklinkenzähne 66, 67 und der relativ schwachen Feder 68
erfolgt eine Schrittschaltung zwischen dem Treibglied 65 und der
Kupplung 61.
Die verschiedenen Öffnungen im unteren Gehäuseabschnitt 37 sind
abgedichtet, um ein Eindringen von Schmutz, Wasser, Salz und
dergleichen zu verhindern. Wie bereits erwähnt, bilden die
Kappendichtungen 45 und die O-Ringdichtungen 44 Dichtungen zwi
schen dem Schneckenrad 38 und dem unteren Gehäuseabschnitt 37.
Außerdem ist eine Dichtung 83 innerhalb der Kappe 56 angeordnet,
derart, daß sie eine Dichtung zwischen dem Wellenabschnitt 60 und
der Kappe 56 bildet, ohne daß eine Drehung der Welle 39 behindert
wird. Eine Dichtung 84 für das Nachstellglied und ein metalli
scher Dichtungseinsatz 85 sind zwischen dem Nachstellglied 75
und der Öffnung 79 im unteren Gehäuseabschnitt 37 angeordnet.
Die Dichtung 84 läßt eine Hin- und Herbewegung des Nachstell
gliedes 57 in der Öffnung 79 zu, während sie ein Eindringen von
Schmutz in die Öffnung 79 verhindert. Eine Manschette 86 er
streckt sich zwischen einer Nut 87 im Nachstellglied 75 und
dem Dichtungseinsatz 85. Die Manschette 86 verhindert, daß
Schmutz in den Bereich zwischen dem hin- und hergehenden Nach
stellglied 75 und die Dichtung 84 eindringt. Abgesehen davon,
daß die oben beschriebenen verschiedenen Dichtungen ein Ein
dringen von Schmutz in das Gehäuse 37 verhindern, haben sie
darüber hinaus die Funktion, Schmierfett in der Wellenöffnung 46
und der Öffnung 79 im unteren Gehäuseabschnitt 37 zu halten. Zum
Einführen von Schmiermittel in diese Öffnungen ist ein entspre
chender Anschluß 88 vorgesehen.
Aus Fig. 1 ist ersichtlich, daß sich der Kolben 24 linear
hin- und herbewegt, wenn Luft der Bremsluftkammer 22 zu
geführt bzw. aus ihr abgelassen wird. Wenn die Kolbenstange 24
ausfährt, dreht die Betätigungsvorrichtung 20 die Nockenwelle 29.
Da die Bremsluftkammer 22 an dem Bügel 23 starr angebracht ist
und die Kolbenstange 24 sich nur in axialer Richtung bewegt,
hat eine Drehbewegung der Betätigungsvorrichtung 20 beim Einrücken
der Bremse zur Folge, daß das Nachstellglied 75 aus der Gehäuse
öffnung 79 nach oben gezogen wird. Andererseits hat die umgekehr
te Drehbewegung der Betätigungsvorrichtung 20, wenn die Bremsen
durch Einfahren der Kolbenstange 24 in die Bremsluftkammer 22 ge
löst werden, zur Folge, daß das Nachstellglied 75 in die Gehäuse
öffnung 79 nach unten geschoben wird. Das Ausmaß der Bewegung
des Nachstellgliedes 75 bei jeder Bremsbetätigung hängt von dem
Spiel zwischen den Bremsbacken 32 und der Bremstrommel ab. Wenn
sich die Bremsbacken 32 abnutzen, muß die Betätigungsvorrichtung
um einen größeren Winkel gedreht werden, um die Bremsbacken 32
in Reibungsanlage mit der Trommel zu bringen. Diese größere
Drehung der Betätigungsvorrichtung 20 hat wiederum eine größere
Hin- und Herbewegung des Nachstellgliedes 75 zur Folge, um da
durch das Schneckenrad zu drehen und das zu große Bremsspiel aus
zugleichen.
In den Fig. 11 bis 16 ist die Betriebsweise des Nachstell
gliedes 75 und des Treibgliedes 65 dargestellt, während sich die
Betätigungsvorrichtung 20 schrittweise dreht. Fig. 11 zeigt den
Umriß der Bremsluftkammer 22 und der Betätigungsvorrichtung 20.
Die Punkte 12, 13 und 14 in Fig. 11 kennzeichnen unterschiedli
che Stellungen der Betätigungsvorrichtung 20 beim Einrücken der
Bremsen, und die Punkte 15, 16 bezeichnen unterschiedliche
Stellungen der Betätigungsvorrichtung 20 beim Lösen der Bremsen.
Die Beziehung zwischen dem Treibglied 65 und dem Nachstellglied
75 in den unterschiedlichen Stellungen 12 bis 16 sind in den
Fig. 12 bis 16 dargestellt.
Die Stellung 12 ist die in Fig. 12 dargestellte Anfangsstellung.
Das Nachstellglied 75 befindet sich in seiner untersten Stellung,
in der der Antrieb stillsteht. Die Kupplung 61 befindet sich zu
dieser Zeit in Eingriff mit der Welle 39. Bei Beginn des Brems
einrückvorganges erhöht sich der Luftdruck in der Bremsluftkammer
22, wodurch die Betätigungsvorrichtung 20 in Richtung auf die
Stellung 13 gedreht wird. Ehe die Stellung 13 erreicht wird, be
wegt sich das Nachstellglied 75 nach oben, und das Treibglied 65
bleibt wegen des Spiels zwischen dem Treibzahn 82 und dem Schlitz
81 stationär. Dieses Spiel bestimmt das gewünschte Bremsspiel
zwischen den Bremsbacken 32 und der Bremstrommel. In der Stellung
13 ist das Nachstellglied 75 auf einen Punkt angehoben worden,
an dem der Treibzahn 82 das Ende des Schlitzes 81 berührt, wie
in Fig. 13 dargestellt. Während der Luftdruck innerhalb der
Bremsluftkammer 22 weiter ansteigt und die Betätigungsvorrichtung
20 aus der Stellung 13 in die Stellung 14 gedreht wird, bewegt
sich das Nachstellglied 75 weiter nach oben und dreht das
Treibglied 65 in die in Fig. 14 gezeigte Stellung. Da die
Rutschverbindung, die von den gerundeten Zähnen 64 der Kupplung
61 und der konischen Schulter 62 gebildet wird, in Eingriff
ist, hat eine Drehung des Treibgliedes 65 zwischen den Stellun
gen 13 und 14 eine Drehung der Welle 39 zur Folge, und die sich
hierdurch drehende Schnecke 40 rückt zum Spielausgleich das
Schneckenrad 38 weiter. Am Punkt 14 erfassen die Bremsbacken die
Bremstrommel. Der auf die Betätigungsvorrichtung 20 ausgeübte
Druck steigt rasch an, während sich die Betätigungsvorrichtung 20
aus der Stellung 14 in die Stellung 17 bewegt. Dieser Druck ist
ausreichend, um ein Rutschen der Zähne 64 zwischen der konischen
Fläche 62 und der Kupplung 61 entgegen der Vorspannung der
Tellerfeder 50 zuzulassen. Daher findet keine weitere Drehung
der Welle 39 zwischen den Stellungen 14 und 17 statt.
Wenn die Bremsen anschließend gelöst werden, treten die Zähne 64
wieder in Eingriff, und das Nachstellglied 75 bewegt sich nach
unten, bis der Treibzahn 82 am oberen Ende des Schlitzes 81 an
schlägt, wenn die Betätigungsvorrichtung 20 aus der Stellung 17
in die Stellung 15 zurückgedreht wird, wie in Fig. 15 darge
stellt. Eine weitere Drehung der Betätigungsvorrichtung 20 aus der
Stellung 15 in die Stellung 16, in der die Bremsen vollständig
gelöst sind, hat eine Drehung des Treibgliedes 65 in die in
Fig. 16 gezeigte Stellung zur Folge. Während das Treibglied
65 aus der Stellung 15 in die Stellung 16 gedreht wird, lassen
die Zähne 67, 66 zwischen der Kupplung 61 und dem Treibglied 65
eine Relativdrehung zwischen Kupplung 61 und Treibglied 65 zu.
Diese Drehung findet entgegen der schwachen Kraft der Feder 68
statt. Wenn die Betätigungsvorrichtung 20 die Endstellung 16 er
reicht, sind die Bremsen vollständig gelöst. Beim wiederholten
Einrücken und Lösen der Bremsen wiederholt die Betätigungsvorrich
tung 20 den obigen Vorgang, bis das Rutschen der Zähne 64
zwischen der Welle 39 und der Kupplung 61 übereinstimmt mit dem
Eingriff zwischen Treibzahn 82 und dem Ende des Schlitzes 81,
wie durch die Stellung 13 in Fig. 13 dargestellt ist. Mit ande
ren Worten, die Stellungen 13 und 14 fallen zusammen, wenn die
Bremsen das richtige Bremsspiel haben. Danach ist das richtige
Bremsspiel erreicht, und es bleibt erhalten.
Die Betätigungsvorrichtung 20 ist gegen eine zu große Nachstellung
geschützt, wie sie bei einer Panikbremsung erfolgen könnte. Wenn
eine hohe Drehkraft auf die Betätigungsvorrichtung 20 ausgeübt
wird, nachdem die Bremsbacken mit der Bremstrommel in Berührung
stehen, wird die Tellerfeder 50 aufgrund der hohen Axialkräfte,
die von dem Schneckenrad und der Schnecke auf der Welle 39 aus
geübt werden, komprimiert. Die Kompression der Tellerfeder 50
schützt die Betätigungsvorrichtung 20 gegen eine Beschädigung und
löst die Zähne 64 zwischen der Welle 39 und der Kupplung 61, wo
durch eine zu große Nachstellung der Fahrzeugbremsen verhindert
wird. Es versteht sich, daß das obige Ausführungsbeispiel der
Betätigungsvorrichtung 20 in mannigfacher Weise abgeändert werden
könnte. Beispielsweise besitzt das dargestellte Treibglied 65
einen Treibzahn 82, während das Nachstellglied 75 mit einem den
Treibzahn 82 aufnehmenden Schlitz 81 versehen ist. Statt dessen
könnte der Treibzahn am Nachstellglied 75 vorgesehen werden, der
seinerseits in einen am Treibglied 65 vorgesehenen Schlitz
greift.
Claims (4)
1. Nachstellvorrichtung für eine luftbetätigte Kolbenstange (24) zum
Drehen einer Nockenwelle (29) in einer Fahrzeugbremsanlage, bei der ein
Schneckenrad (38) in einem Gehäuse (35) für die Nachstellvorrichtung
drehbar gelagert und mit der Nockenwelle (29) verbunden ist, das
Schneckenrad (38) und die Nockenwelle (29) gemeinsam um eine erste Achse
drehbar sind, eine im Gehäuse (35) gelagerte Welle (39) um eine zur
ersten Achse senkrechte zweite Achse drehbar und zwischen ihren Enden
mit einer Schnecke (40) versehen ist, die mit dem Schneckenrad (38)
kämmt, ein Treibglied (65) und eine Kupplung (61) jeweils koaxial und
drehbar auf der Welle (39) gelagert sind, zwischen der Kupplung (61) und
der axial begrenzt beweglichen Welle (39) über aneinander anliegende
Flächen eine Rutschverbindung (62, 63, 64) vorgesehen ist, die rutscht,
wenn eine vorgegebene Drehkraft zwischen der Kupplung (61) und der Welle
(39) ausgeübt wird, das Gehäuse (35) mit der Kolbenstange (24) an einem
von der ersten Achse beabstandeten ersten Punkt (26) verbunden ist, ein
mit dem Treibglied (65) in Verbindung (81, 82) stehendes Nachstellglied
(75) an einem zweiten Punkt (27), der vom ersten Punkt einen Abstand
hat, mit der Kolbenstange (24) verbunden ist und das Treibglied (65) mit
der Kupplung (61) über eine Einwegkupplung (66, 67) derart miteinander
verbunden ist, daß es um die Wellenachse der Welle (39) relativ zur
Kupplung (61) nur in einer Richtung drehbar ist, dadurch gekennzeichnet,
daß die Einwegkupplung als Zahngesperre (66, 67) derart ausgebildet ist,
daß die durch die Bewegung des Nachstellgliedes (75) beim Einrücken der
Bremse erzeugte Drehkraft des Treibgliedes (65) auf die Kupplung (61)
übertragen und damit die Schnecke (40) zur Nachstellung gedreht wird,
und daß die Drehung der Schnecke (40) und damit die Nachstellung bei
Erfassen der Bremstrommel durch die Bremsbacken (32) und damit Erreichen
der vorgegebenen Drehkraft durch Rutschen der Rutschverbindung (62, 63,
64) gestoppt wird.
2. Nachstellvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Rutschverbindung konische Flächen (62, 63) mit zueinander passenden
abgerundeten Nuten (64) aufweist.
3. Nachstellvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß das Nachstellglied (75) mit dem Treibglied (65) über eine Totgang
verbindung gekoppelt ist, derart, daß das Treibglied (65) die Kupplung
(61) erst dann dreht, wenn die Nockenwelle (29) um einen vorgegebenen
Schritt gedreht worden ist, wobei dieser Schritt ein gewünschtes
Bremsspiel darstellt.
4. Nachstellvorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
Totgangverbindung zwischen Nachstellglied und Treibglied einen Schlitz
(81) im Nachstellglied (75) oder Treibglied (65) sowie einen Zahn (82)
am Treibglied (65) bzw. Nachstellglied (75) aufweist, wobei der
Treibzahn (82) sich in den Schlitz (81) erstreckt und ihn teilweise
ausfüllt, so daß der Spalt zwischen dem Treibzahn (82) und dem Schlitz
(81) das gewünschte Bremsspiel vorsieht.
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