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Selbsttätige Nachstellvorrichtung fUr Fahrzeugbremsen Die Erfindung
betrifft eine selbsttätige Naohstellvorriohtung ftir Fahrzeugbremsen, insbesendere
Kraftfahrzeugbremsen, mit einem als Bremshebel dienenden Gehäuse, in dem ein aus
Schnecke und Schnekkenrad bestehendes Nachstellgetriebe angeordnet ist, welches
über eine Kupplung mit Stirnverzahnung an der Schneckenwelle und über einen in das
Gehäuse hineinragenden Hebel mit einem feststehenden Teil des Fahrzeuges zusammenarbeitet.
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Nachstelivorrichtungen haben die Aufgabe, Veränderungen des Bremsnockenspieles,
die durch den Verschleiß der Bremsbeläge entstehen, selbsttätig auszugleichen und
einen möglichst gleichbleibenden Bremshub einzuregeln. Nachstelivorrichtungen werden
deshalb in das Bremsgestänge eingebaut. Es hat sich als zweckmäßig durchgesetzt,
das Nachstellgetriebe in einen Bremshebel einzubauen, der die hin-und hergehende
Bewegung einer Bremskolbenstange bzw. eines Seilzuges in eine entsprechende Drehbewegung
einer Bremswelle umwandelt, auf deren Ende ein Bremsnocken zum Spreizen~ der Bremsbacken
befestigt ist. Dabei besteht das Nachstellgetriebe in der Regel aus Schnecke und
Schneckenrad. Die Schnecke ist auf einer Schneckenwelle angeordnet, die in dem als
Gehäuse dienenden Bremshebel gelagert ist.
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Das Schneckenrad ist auf dem Ende der Bremswelle befestigt und ebenralls
in dem als Gehäuse dienenden Bremshebel angeordnet, Es sind selbsttätige Nachsteilvorrichtungen
der vorstehend beschriebenen Gattung für Fahrzeugbremsen bekannt, die ebenfalls
eine stirnseitig verzahnte Kupplung zum Nachstellen verwenden
-(US-PS
2 743 793). Bel diesen bekannten Nachstellvorrichtungen ist eine Kupplungshälfte
drehfest auf der Schneckenwelle angeordnet und besitzt ein radial abstehendes Auge,
in welches ein von außen in das Gehäuse hineingeführter Hebel eingreift, der mit
einem feststehenden Teil des Fahrzeugs zusammenarbeitet. Die andere Kupplungshälfte
ist am Ende eines durch die als Hohlwelle ausgebildete Schneckenwelle hindurchgeführten
Bolzens angeordnet, der mit einem Gewindeende aus der Schneckenwelle herausragt,
so daB eine Mutter als Widerlager für eine in der Schneckenwelle liegende Druckfeder
aufgeschraubt werden kann. Diese bekannte Nachstellvorrichtung hat den Nachteil,
daß sie aus einer Vielzahl von Präzisionsteilen besteht, die zu einer ganz erheblichen
Verteuerung bei der Herstellung führen. Ein weiterer Nachteil besteht darin, daß
die bekannte Nachstellvorrichtung wegen der Vielzahl von Einzelteilen nur unter
großem Zeitaufwand montiert oder demontiert werden kann und sehr störanfällig ist.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine selbsttätige Nachstellvorrichtung
für Fahrzeugbremsen zu schaffen, die aus möglichst wenig und vor allen Dingen einfacher
zu montierenden oder demontierenden Einzelteilen besteht. Eine weitere Aufgabe besteht
darin, die Funktionssieherheit erheblich zu verbessern. Im übrigen liegt der Erfindung
die Aufgabe zugrunde, die Nachteile des Standes der Technik zu beseitigen, Ausgehend
von einer bekannten eelbsttätigen Nachstellvorrichtung für Kraftfahrzeugbremsenmit
einem als Bremshebel dienenden Gehäuse, in dem ein aus Schnecke und Schneckenrad
bestehendes Nachstellgetriebe angeordnet ist, welches über eine Kupplung mit Stirnverzahnung
an der Schneckenwelle und über einen in das Gehäuse hineinragenden Hebel mit einem
feststehenden Teil des Fahrzeuges zusammenarbeitet, wird die der Erfindung zugrundeliegende
Aufgabe dadurch gelöst, daß die gesamte Kupplung gegen Federdruck axial verschiebbar
auf der Schneckenwelle angeordnet ist, daß die äußere Kupplungshäifte über einen
Sechskant oder dergl. lösbar mit der Schnekkenwelle gekuppelt ist und daß die innere
Kupplungshälfte einen abstehenden Stift besitzt, der über ein im Gehäuse angeordnetes
Zwischenglied
mit dem Hebel in Verbindung steht.
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Bei einer praktischen Ausführungsform der erfindungsgemäß ausgebildeten
Nachstellvorrichtung ist zwischen der inneren Kupplungshälfte und dem Gehäuse eine
Druckfeder angeordnet, Weiterhin sind die beiden Kupplungshälften hohlzylindrisch
ausgebildet, so daß die innere Kupplungshälfte die Druckfeder und die äußere Kupplungshälfte
einen am Ende der Schneckenwelle angeordneten Sechskant übergreifen können.
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In weiterer Ausgestaltung der Erfindung hat es sich als zweckmäßig
erwiesen, den Hebel mit einer Hülse in das Gehäuse hineinzuführen, so daß das Zwischenglied
an einem Ende den Stift mit einem auf der Unterseite konisch ausgebildeten Auge
übergreifen und an seinem anderen Ende mit einem runden Kopf in die Hülse des Hebels
eingreifen kann.
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Die erfindungsgemäß ausgebildete Nachstellvorrichtung hat zunächst
den Vorteil, daß alle an der Nachstellung beteiligten Teile geschützt innherhalb
des Gehäuses angeordnet sind und nicht verdrekken können. Ein weiterer Vorteil besteht
darin, daß die an der Kupplung beteiligten Einzelteile konstruktiv sehr einfach
ausgebildet sind und von einer Seite her montiert werden können.
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Schließlich besteht noch ein Vorteil darin, daß der am Ende der Schneckenwelle
befestigte Sechskant durch einfaches Eindrücken der Kupplung freikommt und auf diese
Weise ein Einjustieren oder Nachjustieren der Nachstellvorrichtung beim Einbau oder
Bremsbelagwechsel unmittelbar an der Schneckenwelle selbst möglich ist, ohne daß
die Vorrichtung dazu ausgebaut und auseinandergenommen werden müßte.
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Weitere Einzelheiten und Vorteile des Gegenstandes der Erfindung ergeben
sich aus der nachfolgenden Beschreibung der zugehörigen Zeichnungen, in denen ein
bevorzugtes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäß ausgebildeten Nachstellvorrichtung
dargestellt ist.
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In den Zeichnungen zeigen: Fig. 1 eine Nachstellvorrichtung in Ausgangsstellung
in Seitenansicht;
Fig. 2tfaieselbe Nachstellvorrichtung entlang
der Linie II-II in Fig. 1 geschnitten; Fig. 3 dieselbe Nachstellvorrichtung mit
abgenommenem Deckel in Seitenansicht; Fig. 4 einen Ausschnitt aus Figur 3 mit vollständig
freigelegter und in axiale Richtung eingeschobener Kupplung; Fig. 5 denselben Ausschnitt
entlang der Linie V-V in Fig. 2 geschnitten; Fig. 6 eine Nachstellvorrichtung gemäß
Figur 1 in Bremsstellung in Seitenansicht.
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Ein Bremsgestänge besteht aus einer Kolbenstange, die von einem Membran-
oder Kolbenzylinder betätigt werden kann, einer Nachstellvorrichtung 1, an der die
Kolbenstange angreift, und aus einer Bremswelle, auf der einerseits die Nachstellvorrichtung
1 und andererseits ein Bremsnocken angeordnet sind. Durch die Bewegung der Kolbenstange
können der Bremsnocken gedreht und damit die Bremsbacken bzw. ihre Bremsbeläge zur
Anlage an einer Bremstrommel gebracht werden.
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Die dargestellte Nachstellvorrichtung 1 besitzt ein Gehäuse 2 mit
einem äußeren Deckel 3 und einem inneren Deckel 4. In dem Gehäuse 2 ist ein aus
einer Schnecke 5 und einem Schnecke rad 6 bestehendes Nachstellgetriebe angeordnet.
Die Schnecke 5 ist auf einer Schneckenwelle 7 befestigt, die im Gehäuse 2 gelagert
ist. Das Schneckenrad 6 ist mit einer Innenverzahnung 8 auf der - nicht datgestellten
- Bremswelle befestigt.
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Neben der Schnecke 5 ist auf einer Seite in dem Gehäuse 2 eine Kupplung
9 angeordnet, die aus einer inneren KutplungshKlfte lo und einer äußeren Kupplungshälfte
11 besteht. Beide Kupplungshälften greifen mit einer schrägen Stirnverzahnung 12
ineinander
und sind gegen eine Druckfeder 13 axial verschiebbar
auf der Schneckenwelle 7 angeordnet. Die innere Kupplungshälfte lo ist hohlzylindrisch
ausgebildet und übergreift die Druckfeder 13.
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Die äußere Kupplungshälfte 11 ist ebenfalls hohlzylindrisch ausgebildet
und greift bei entspannter Druckfeder 13 von innen her mit einem Innensechskant
14 einen auf dem Ende der Schneckenwelle befestigten Sechskant 15.
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Auf der - nicht dargestellten-Bremswelle ist ein Hebel 16 angeordnet,
der mit einer Hülse 17 unter den inneren Deckel 4 in das Gehäuse 2 hine inge führt
ist und an seinem äußeren Ende über ein Langloch 18 mit einem feststehenden Teil
des Fahrzeugs zusammenwirkt.
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Zwischen der Hülse 17 des Hebels 16 und der inneren Kupplungshälfte
lo ist ein Zwischenglied 19 angeordnet. Das Zwischenglied 19 übergreift an einem
Ende mit einem Auge 20 einen an der inneren Kupplungshälfte lo befestigten Stift
21. An seinem anderen Ende greift das Zwischenglied 19 mit einem runden Kopf 22
in die Hülse 17 des Hebels 16 ein.
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Beim Betätigen des Bremsgestänges wird die Nachstellvorrichtung 1
relativ zum Hebel 16 verdreht, wie es sioh aus der Gegenüberstellung in den Figuren
1 und 6 ergibt. Dabei wird die innere Kupplungshälfte lo über das Zwischenglied
relativ zur äußeren Kupplungshälfte 11 verdreht. Solange der Bremshub innerhalb
der Größenordnung einer Zahnlänge der Stirnverzahnung 12 an der Kupplung 9 bleibt
erfolgt keine Nachstellung. Sobald aber infolge des Verschleißes der Bremsbeläge
ein überhub eintritt, der größer ist als es einer Zahnlänge der Stirnverzahnung
12 an der Kupplung 9 entspricht, dann greifen die Zähne an der Stirnverzahnung 12
über, so daß beim RUckhub eine Nachstellung erfolgt.
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Zum Einjustieren und/oder Nach Justieren der Nachstellvorrichtung
1 bei der Montage oder nach einem Bremsbelagwechsel kann die Kupplung 9 durch einfaches
Zusammenschieben der Druckfeder 13, wie es in den Figuren 4 und 5 dargestellt ist,
von
dem Sechskant 15 der Schneckenwelle gelöst werden, so daß diese allein verstellt
werden kann. Die Öffnung des Gehäuses 2, in der die Schneckenwelle 7 und die Kupplung
9 liegen, ist mit einer Kappe 23 verschlossen, damit die in der Oeffnung des Gehäuses
2 liegenden Teile der Nachstellvorrichtung nicht verschmutzen können.
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Alle in der Beschreibung erwähnten und in der Zeichnung dargestellten
neuen Merkmale sind erfindungswesentlich, auch soweit sie in den nachfolgenden AnsprUchennicht
ausdrtlcklicb gekennzeichnet sina