DE3116127C2 - Verfahren zur Herstellung von 3'-Desoxykanamycin A - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von 3'-Desoxykanamycin AInfo
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Abstract
3Δ-Desoxykanamycin A ist ein wertvolles antibakterielles Mittel. Es kann durch ein neues Verfahren hergestellt werden. Dabei wird ein 2Δ,2ΔΔ-di-O-acyliertes-3Δ-O-sulfonyliertes-tetra-N-geschütztes Derivat von Kanamycin A mit einer Base, z.B. einem Alkalimetallalkoholat in einem niederen Alkanol umgesetzt, wobei eine 2Δ,3Δ- und 3Δ,4Δ-Epoxidierung bei gleichzeitiger Entfernung der 2Δ- und 2ΔΔ-Acylgruppen eintritt. Werden die entstandenen N-geschützten 2Δ,3Δ-Anhydro-3Δ-epi- und 3Δ,4Δ-Anhydro-3Δ-epiderivate des Kanamycin A entweder mit Wasserstoff in Gegenwart eines bekannten Hydrierungskatalysators oder mit Natriumborhydrid reduziert, so erhält man das entsprechende N-geschützte 3Δ-desoxygenierte Derivat des Kanamycin A. Durch Entfernung der restlichen Aminoschutzgruppen erhält man schließlich 3Δ-Desoxykanamycin A.
Description
— C—R eine übliche Schutzgruppe
Il
ο
W eine Mesyl-, Tosyl- oder Benzylsulfonylgruppe und
X eine Alkanoyl- oder Aroylgmppe bedeuten.
A) mit einem Alkalimetallalkoholat in einem niederen Alkanol bei einer Temperatur von 15
bis 30" C umsetzt,
B) das gemäß Verfahrensstufe A) erhaltene Gemisch der tetra-N-geschuföten 2',3'-Anhydro-3'-epi- und y^'-Anhydro-S'-epi-Verbindungen
entweder
Bi) in der Alkanollösung mit Wasserstoff in 45 A)
Gegenwart eines Hydrierungskatalysators bei einer Temperatur zwischen Raumtemperatur und SO* C oder B)
Bi) in Diäthylenglykoldimethyläther oder Dioxan mit Natriumborhydrid bei einer so
Temperatur zwischen 40 und 100"C reduziert und C)
Q die N-Schutzgruppen in an sich bekannter Weise abspaltet
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet daß man 2'.2"-Di-O-benzoyl-3'-O-mesyltetra-N-äthoxycarbonylkanamycin A
mit Natrium- oder Kaliummethoxid oder
-äihoxid in Methanol oder Äthanol 1 bis S
in Methanol oder Äthanol mit Wasserstoff
unter einem Wasserstoff- Partialdruck von 038
bis 2,94 bar an einem Raney-Nickel-Katalysator
reduziert und
die Äthoxycarbonylgruppen abspaltet
Die Erfindung betrifft ein neues Verfahren zur Bakterien wirkt, die gegen Kanamycin A resistent sind.
Herstellung von 3'-Desoxykanamycin A aus einem 65 Insbesondere betrifft die Erfindung eine neue
geschützten Kanamycin-A-Derivat.
3'-Desoxykanamycin A ist als wertvolles halbsynthetisches Antibiotikum bekannt, welches auch gegen
Verfahrensweise, durch welche 3'-Desoxykanamycin A in wirksamer und einfacher Weise aus einem 2'.2"-di-O-acylierten-S'-O-sulfonierten-tetra-N-geschützten
Deri-
vat von Kanamycin A der allgemeinen Formel I
β'
CH2NHCOOR
CH2NHCOOR
NHCOOR
HO
OH
entsteht
3'-Desoxy kanamycin A. welches zuerst halbsynthetisch von H. Umezawa et al. (Japan. Offenlegungsschrift
33 109/76; US-PS 39 29 761) hergestellt worden ist weist eine bemerkenswert bessere antibakterielle
Wirkung gegen eine Vielzahl von Kanamycin-A-resistenten
Bakterien auf als das Kanamycin A selbst. 3'-Desoxykanamycin A ist daher als solches ein
wertvolles therapeutisches Mittel und außerdem auch als Ausgangsmaterial für die Herstellung weiterer
wertvoller halbsynthetischer antibakterieller Substanzenwichtig.
60
65
NHCOOR
HO
hergestellt werden kann. In der Formel I bedeuten R
eine Alkylgruppe, z.B eine AJkyignippe mit 1—6
Kohlenstoffatomen, eine Aralkylgruppe, z.B. eine
niedere Phenylalkylgruppe, insbesondere Benzyl, oder eine Arylgruppe z. B. Phenyl oder Methoxyphenyl, W
eine Mesyl-, Tosyl- oder Benzylsulfonylgruppe und X
eine Alkanoylgruppe, typischerweise eine solche mit 2—4 Kohlenstoffatomen, beispielsweise Acetyl, oder
eine Aroylgruppe, üblicherweise Benzoyl. Das Verfahren wird so durchgeführt, daß man das genannte
Kanamycin-A-Derivat in Lösung in einem niederen
AJkanol mit einem Alkalimetallalkoholat bei einer Temperatur von 15—300C, wie im Anspruch 1
NH2
HO
beschrieben und beansprucht, umsetzt wobei eine
2',3'-Epoxidiening sowie eine 3',4'-Epoxidierung bei
gleichzeitiger Entfernung der 2'- und 2"-Acylgruppen (d. h, der Alkanoyl- oder Aroylgruppe) (X) eintritt Die
epoxidierten Produkte, d. h. die gebildeten Anhydroderivate werden mit Wasserstoff in Gegenwart eines
bekannten Hydrierungskatalysators oder mit Natriumborhydrid reduziert. Aus dem dabei gebildeten 3'-desoxygenierten Kanamycin-A-Derivat werden dann noch
die gegebenenfalls noch vorhandenen restlichen Aminoschutzgruppen (—COOR) entfernt wodurch das gewünschte 3'-Desoxy kanamycin A der Formel
NH2 Kanamycin A enthält eine Hydroxylgruppe in der
2'-Stellung zusätzlich zu den 3'- und 4'-Hydroxylgruppen im Molekül. In dieser Hinsicht unterscheidet sich
Kanamycin A von Neamin, Kanamycin B und Ribostamycin, welche eine Aminogruppe in der
2'-Stellung enthalten, deren 3'-Desoxygenierung bereits beschrieben worden ist. Aus diesem Grund war es
schwierig, die 2'- und 4'-Hydroxylgruppen unter den benachbarten 2'-, 3'- und 4'-Hydroxylgruppen des
Kanamycin A durch Hydroxylschutzgruppen zu schützen, während die 3'-Hydroxylgruppe ungeschützt bleibt.
Auch noch andere Gründe haben zu einer Verzögerung
in der Entwicklung eines Verfahrens zur 3'-Desoxygenierung von Kanamycin A geführt So lassen sich beim
Kanamycin A die üblichen bekannten Methoden zur 3'-Desoxygenierung nicht mit hinreichendem Erfolg
anwenden, mit denen sich beispielsweise eine selektive
Entfernung der 3'-Hydroxylgruppe beim Neamin, Kanamycin B und Ribostamycin erreichen läßt Diese
übliche Arbeitsweise besteht in der Sulfonylierung der 3'-Hydroxy!gruppe mit einem bekannten Sulfonylierungsmittel. Ersatz der entstandenen 3'-Sulfonyloxy-
gruppe durch eine Halogengruppe oder eine Thiolaniongruppe und schließlich die reduktive Entfernung der
letztgenannten Gruppen. Die genannten Schwierigkeiten sind hauptsächlich darauf zurückzuführen, daß der
Ersatz der 3'-Sulfonyloxygruppe durch eine Halogen- oder Thiolaniongruppe wegen sterischer Hinderung
oder elektrostatischer Abwehr, die durch die Anwesenheit der Γ-Λ-GIukosiJbindung in dem Kanamycin-A-Molekül hervorgerufen wird, nicht möglich ist
Die Synthese des 3'-Desoxykanamycin A kann beispielsweise mit Hilfe des Verfahrens der US-PS
3929 761 oder der japanischen Offenlegungsschrift 33109/76 erreicht werden. Gemäß diesem Verfahren
wird 6-Azido-2,4-di-O-benzyI-3,6-didesc:;y-a-D-ribohexopyranosylchlorid mit 6-0-(2-O-BenzyI-3-des-
oxy-S-äthoxycarbonylamino-^e-O-isopropyliden)-N,N'-diäthoxycarbonyI-2-desoxystreptamin kondensiert und das entstandene Kondensationsprodukt
wird über mehrere Verfahrensstufen hinweg von den Aminoschutzgruppen und den Hydroxylschutzgruppen
befreit so daß man schließlich 3'-Desoxykanamycin A erhält In neuerer Zeit ist ein Verfahren vorgeschlagen
worden, welches zwei alternative Arbeitsweisen umfaßt
Die erste besteht in einer Imidazolylthiocarbonylierung der 3'- und 2"-Hydroxylgruppe von 4",6"-O-Cyclo-
hexyliden^'-O-ö'-N-carbonyl-S^'-O-Isopropylidenl,3,3"-tri-N-tosylkanamycin A, der vorzugsweisen Entfernung der 3'-Imidazolylthiocarbonyloxygruppe mit
Tributylzinnhydrid, um die 3'-Desoxygenierung zu
erreichen, sowie der Entfernung der 2"-O-lmidazolylthiocarbonylgruppe mit wäßrigem Ammoniak, der
Entfernung der N-Tosylgruppen mit einem Alkali- oder
Erdalkalimetall in flüssigem Ammoniak, der hydrolytischen Spaltung des 4',6'-Cyclocarbamatringes und der
gleichzeitigen Entfernung der 5,2'-O-lsopropylidengruppe und der 4",6"-O-Cyclohexylidengruppe. Die
zweite Alternative umfaßt die selektive Acetylierung der 2"-Hydroxylgruppe des geschützten Kanamycin A-Derivates mit Acetylchlorid in Pyridin, Trifluormethansulfonylierung der 3'-HydroxyIgruppe, anschließende
gleichzeitige Entfernung der S'-Trifluormethansulfonyloxygruppe und der N-Tosylgruppen mit einem Alkalimetall in flüssigem Ammoniak, Entfernung der 2"-O-Acetylgruppe unter gleichzeitiger hydrolytischer Spaltung des 4',6'-CycIocarbamates und der hydrolytischen
Entfernung der 5,2'-O-Isopropyliden- und 4",6"-O-Cyclohexylidengruppen.
Die Methode gemäß US-PS 39 29 761 hat jedoch den Nachteil, daß das Kondensationsprodukt aus den beiden
Ausgangsverbindungen nur in sehr schlechter Ausbeute erhaften wird. Die weitere Methode gemäß »Japan.
Journal of Antibiotics«. Bd. 32. ^tfsatzband S. 129 bis 135
(Dezember 1979), erfordert die Vei Wendung kostspieliger Reagenzien sowie die Anwendung gefährlicher
Operationsmethoden. Alle bisher erwähnter Methoden bedürften weiterer Modifikationen, um sie für kommerzielle Zwecke anwendbar zu machen.
Aufgabe der Erfindung war es infolgedessen, ein neues und wirksameres Verfahren zur Herstellung von
3'-Desoxykanamycin A zu entwickeln, welches sich leicht kostengünstig und sicher durchführen läßt und
das gewünschte Endprodukt in guter Ausbeute liefert
Gegenstand der Erfindung ist infolgedessen das in den Patentansprüchen 1 und 2 beanspruchte und
gekennzeichnete Verfahren.
Zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird ein 2',2"-Di-O-acyl-3'-O-suIfonyl-tetra-N-geschütztes Derivat von Kanamycin A der Formel I
CH2NHCOOR
K. ow λ ο
HQNI /
OX
NHCOOR
NHCOOR
HOH2C
HO
in welcher R, W und X die angegebenen Bedeutungen
haben, mit einem Alkalimetallalkoholat in einem niederen Alkanol behandelt. Die 2',3'- und die
3\4'-Epoxidierung erfolgt gleichzeitig mit der Entfernung der T- und 2"-Acylgruppen. Wird die entstandene
Reaktionslösung, die die epoxidierten Derivate enthält (welche im vorliegenden Zusammenhang auch als
Anhydroderivate bezeichnet werden), der Reduktion
mit Wasserstoff in Gegenwart eines bekannter.
Hydrierungskatalysators wie Raney-Nickel oder einem Metall der Platingruppe oder der Reduktion mit
Natriumborhydrid unterworfen, so entsteht vorzugsweise das 3'-desoxygenierte Derivat des Kanamycin A
aus den Anhydroderivaten, während das 2'-Desoxy-3'-epi-dcrivat unu das 4'-Desoxy-3'-epi-derivat von Kanamycin A, von denen angenommen wurde, daß sie als
3t 16
Nebenprodukt gebildet würden, entgegen dieser Annahme nicht entstehen. Es ist erfindungsgemäß gelungen, einen neuen Weg zur Herstellung von 3'-Desoxykanamycin A aus einem geschützten Kanamycin-A-Derivat zu entwickeln, welches in einfacher Weise über
verhältnismäßig wenige Verfahrensstufen durchführbar
In ihrer ersten Ausführungsform betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung von 3'-Desoxykanamycin A, welches dadurch gekennzeichnet ist, daß ein
geschütztes Kanamycin-A-Derivat der Forme! I
CH2NHCOOR
O
O
NHCOOR
NHCOOR
HO
HO
OX
in welcher R, W und X die angegebenen Bedeutungen haben, mit einem Alkalimetallalkoholat in einem
niederen Alkanol umgesetzt wird, so daß die 2'J'- und
die 3',4'- Epoxidierung gleichzeitig mit der Entfernung jo der 2'- und 2"-Acylgnippen abläuft. Die gebildeten
Anhydroderivate werden in der Lösung in dem benutzten Alkanol mit Wasserstoff in Gegenwart eines
bekannten Hydrierungskatalysators oder mit Natriumborhydrid reduziert so daß man das entsprechende
N-geschützte, 3'-desoxygenierte Derivat des Kanamycin A erhält Aus letzterem werden die restlichen
Aminoschutzgruppen (-COOR)1 falls vorhanden, in an
sich bekannter Weise entfernt Auf diese Weise erhält
man das gewünschte 3'-Desoxy kanamycin A.
Das geschützte Kanamycin-A-Derivat der Formel I, welches als Ausgangsmaterial für dzs erfindungsgemäße Verfahren verwendet wird, kann aus einem
geschützten Kanamycin-A-Derivat der Formel II
CH2NHCOOR
NHCOOR
HO
NHCOOR
(Π)
OX
hergestellt werden. In der Formel Π haben R und X die bereits angegebene Bedeutung, und Y stellt eine Alkyliden-
oder Arylidengruppe der Formel
dar, wobei P und P' Wasserstoffatome, Alkyl- oder
Arylgruppen sind. Y kann auch eine Cycloalkyliden-
oder Tetrahydropyranylidengruppe sein. In der Verbindung der Formel II ist die Aminoschutzgnippe —COOR
eine übliche Aminoschutzgnippe vom urethanbildenden Typ wie Alkoxycarbonyl, Aryloxycarbonyl oder Aralkyl-
308111/294
oxycarbonyl, von denen bekannt ist, daß sie für Kanamycine brauchbare Aminoschulzgruppen sind.
Das geschützte Kanamycin-A-Derivat der Formel Il entsteht bei dem Verfahren zur Herstellung des
3',4'-Anhydro-4'-epi-derivates von Kanamycin A (vgl. deutsche Palentanmeldung P 31 06 463.9 derselben
Anmelderin).
Diese Verbindung ist ein wertvolles Zwischenprodukt
zur Herstellung von 3',4'-Didesoxykanamycin A oder
4'-Desoxykanamycin A. Zur Herstellung des geschützten Kanamycin-A-Derivates Il wird Kanamycin A
zunächst behandelt, um die vier Aminogruppen desselben mit Schutzgruppen vom Urethantyp in an sich
bekannter Weise zu schützen. Man erhält auf diese Weise ein tetra-N-geschütztes Derivat von Kanamycin
A der Formel 111
CHjNHCOOR
NHCOOR
NHCOOR
HO
OH
in welcher R die angegebene Bedeutung hat In der Verbindung der Formel III werden dann selektiv die 4"-ifid 6"-Hydroxylgruppen geschützt, indem man mit
einem Alkylidenylierungsmittel, Aralkylidenylierungsmittel, Cycloalkylidenylierungsmittel oder Tetrahydro-
pyranylidenylierungsmittel in an sich bekannter Weise umsetzt. Die Umsetzung wird vorzugsweise durchgeführt, daß mart die Verbindung der Formel III mit dem
zum Schutz der Hydroxylgruppen eingesetzten Mittel in einem Lösungsmittel wie Dimethylformamid in Gegenwart einer katalytischen Menge von p-Toluolsulfonsäure bei Raumtemperatur, im allgemeinen 15 bis 25° C, 15
bis 20 Stunden reagieren läßt Soll zum Schutz der
Hydroxylgruppen eine Alkylidenylierung oder 'eine
Aralkylidenylierung vorgenommen werden, so sind geeignete Mittel hierfür Acetaldehyd, 2,2-Dimethoxypropan, Anisaldehyd, Benzaldehyd und Diäthylacetal.
Ein bekanntes geeignetes Cycloalkylidenylierungsmittel ist 1,1-Dimethoxycyclohexan; ein bekanntes Tetrahydropyranylidenylierungsmittel ist 1,1-Dimethoxytetrahydropyranyliden. Die Verfahrensschritte zum Schutz
der Aminogruppen und der Hydroxylgruppen können in < der Weise durchgeführt werden, wie in der japanischen
Patent-KOKAI 71 445/77 bzw. in der GB-PS 15 37 905 beschrieben ist Auf diese Weise wird ein 4",6"-O-geschütztes Derivat der Formel IV
CH2NHCOOR
NHCOOR
NHCOOR
HO
(IV)
OH
gebildet; in der Formel IV haben R und Y die bereits
angegebene Bedeutung.
In der Verbindung der Formel IV werden dann
selektiv die 2'-, 3'- und 2"-HydroxyIgruppen mit
Hydroxylschutzgruppen vom Acyltyp geschützt Diese Verfahrensstufe wird im allgemeinen so durchgeführt,
daß man die Verbindung der Formel IV mit einem Acylierungsmittel wie Acylchlorid in Pyridin bei
niedriger Temperatur, insbesondere unter 5°C, umsetzt. Als Acylierungsmittel kann dazu das Säurechlorid einer
geeigneten Carbonsäure, z. B. einer Alkancarbonsäure mit 2 bis 4 Kohlenstoffatomen, wie Acetylchlorid oder
Benzoylchiorid verwendet werden. Vorzugsweise verwendet man Benzoylchiorid für die genannte Acylierung.
Da die 4'-Hydroxylgruppe in dieser Verfahrensstufe nicht acylierl wird, entsteht das 2',3',2"-Tri-O-acylderivat
der bereits angegebenen Formel II
CHNHCOOR
NHCOOR NHCOOR
HO
in welcher R und Y die bereits angegebene Bedeutung haben und X eine Acylgruppe, beispielsweise eine
niedere Alkanoylgruppe wie Acetyl oder eine Aroylgruppe wie Benzoyl darstellt
Anschließend wird das geschützte Kanamycin-A-Derivat der Formel II weiterbehandelt, um einen Schutz
der 4'-HydroxyIgruppe durch eine bekannte Schutzgruppe vom Pyranyltyp zu erreichen. Die zu diesem
Zweck erforderliche 4'-O-Pyranylierungsreaktion kann so durchgeführt werden, daß man die Verbindung der
Formel II mit 3',4'-Dihydro-2H-pyran oder 5,6-Dihydro-4-methoxy-2H-pyran in einem Lösungsmittel wie
Dimethylformamid in Gegenwart einer katalytischen Menge von p-Toluolsulfonsäure bei Raumtemperatur,
im allgemeinen 15 bis 25° C, umsetzt. Auf diese Weise erhält man das 4'-O-pyranylierte Derivat der Formel V
| CH2NHCOOR | NHCOOR | / |
| J-Ov | Z7-X NHCOOR / \ I |
|
| 4(\ OX /λ 0 ZO \| / OX |
-JixOH/ | |
| OH1C | 0 | |
| \ K NHCOOR A/ |
(V)
OX
in welcher R, X und Y die bereits angegebene
Bedeutung haben und Z eine Pyranylgruppe darstellt
Die nächste Verfahrensstufe umfaßt die Entfernung der 2'-, 3'- und 2"-Acylgruppen (X) aus dem
4'-0-pyranylierten Derivat V. Die Abspaltung der Hydroxylschutzgruppen kann so durchgeführt werden,
daß man das 4'-O-geschützte Derivat der Forreel V in
einem niederen Alkanol mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen wie Methanol, Äthanol löst und die Lösung mit einem
Alkalimetall in Form von Natrium- oder Kaliumalkoholat oder einem niederen Natrium- oder Kalhimalkoxid
wie -methoxid oder -äthanol bei einer Temperatur zwischen 15 und 25°C behandelt Die Verwendung von
Natriummethoxid und Natriumäthoxid ist besonders
13 14
vorteilhaft. Auf diese Weise erhält man das teilweise von den Schutzgruppen befreite Derivat der Formel VI
CH2NHCOOR
ι
-O
ι
-O
NHCOOP NHCOOR
(VI)
in welcher R, Y und Z die bereits angegebene Bedeutung haben. .
Anschließend werden in der Verbindung der Formel VI die 2'- und 2"-Hydroxylgruppen erneut durch
Schutzgruppen vom Acyltyp X geschützt. Diese Verfahrensstufe kann so durchgeführt werden, daß man
die Verbindung der Formel VI mit einem Acylierungsmittel wie Acylchlorid, insbesondere einem Alkanoylchlorid
mit 2 bis 4 Kohlenstoffatomen, in Pyridin bei einer unter Raumtemperatur, üblicherweise unter 100C
liegenden Temperatur behandelt. Als Acylierungsmittel, können wiederum Säurechloride geeigneter Carbonsäuren,
insbesondere von Alkancarbonsäuren mit 2 bis 4 Kohlenstoffatomen, insbesondere Acetylchlorid und
Benzoylchlorid eingesetzt werden; es kann sich um dasselbe Säurechlorid handeln, das auch zur Herstellung
der Verbindung II eingesetzt wurde. Vorzugsweise verwendet man Benzoylchlorid. Das Acylierungsmittel
wird am besten in einer Menge von 2,3 bis 2,5 Mol pro
Mol der Verbindung VI eingesetzt Auf diese Weise wird das 3'-O-geschützte 2',2"-Di-O-acyI-derivat der Formel
VII gebildet
CH2NHCOOR
NHCOOR NHCOOR
(VTI)
OX
In der Formel VII haben R, Y und Z die bereits
angegebene Bedeutung, und X stellt eine Acylgruppe, beispielsweise eine niedere Alkanoylgruppe wie Acetyl
•der eine Aroylgruppe wie Benzoyl dar, die von dem
benutzten Acylierungsmittel stammt
In der nächsten Verfahrensstufe erfolgt die Sulfonyierung der 3'-HydroxyIgruppe der Verbindung der
Formel VII. Die 3'-O-Sulfonylierung kann so durchgeführt werden, daß man die Verbindung der Formel VII
mit Mesylchlorid, Tosylchlorid oder Benzylsulfonylchlorid
in Pyridin umsetzt Die Reaktionstemperatur kann zwischen 50 und 800C liegen. Mesylchlorid wird als
3'-O-SulfonyIierungsmittel bevorzugt Auf diese Weise entsteht das 3'-0-suifonylierte Derivat der Formel VIII
NHCOOR
NHCOOR
(VID)
OX
in welcher R, X und Z die bereits angegebene Bedeutung haben und W eine Mesyk Tosyl- oder
Benzylsulfonylgruppe bedeuteL
Die Verbindung der Formel VIII wird dann mit ein .τ
Säure behandelt, um gleichzeitig die 4'-Hydroxylschutzgruppe und die zweiwertige 4",6"-O-HydroxyIschutzgnippe Y durch saure Hydrolyse zu entfernen. Diese
Entfernung der 4'-Hydroxy- und 4",6"-O-Hydroxylschutzgruppen kann in an sich bekannter Weise
durchgeführt werden, indem man die Verbindung der
Formel VIII mit einer organischen Säure wie Essigsäure
oder Trifluoressigsäure oder mit einer anorganischen
Säure wie Chlorwasserstoffsäure in einem niederen Alkanol mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen wie Methanol
oder Äthanol bei 20 bis 50° C behandelt Auf diese Weise erhält man das 2'-2"-di-O-acyl-O-sulfonyl-tetra-N-geschützte Derivat von Kanamycin A der Formel I
CHjNHCOOR
NHCOOR NHCOOR
HO
HO
OX
in welcher R. X und W die angegebenen Bedeutungen
haben. Diese Verbindung wird als Ausgangsverbindung for das Verfahren der vorliegenden Erfindung verwendet
Bei dem erfindungsgemaßen Verfahren wird die Ausgangsverbindung der Formel I in der ersten Stufe
des Verfahrens mit einem Alkalimctallalkoholat in einem niederen Alkanol behandelt; auf diese Weise wird
eine Umwandlung in die Anhydroderivate der Verbindung unter gleichzeitiger Abspaltung der 2'- und
2"-Äcy!gruppen X erreicht. .
Von Zuckern mit glucoscähnlicher Konfiguration ist bekannt, daß bei der Umsetzung eines 3-0-sulfonylierten
und 2,4-di-O-ungeschützten Derivates eines solchen Zuckers mit einem Alkalimetallalkoholat als Base eine
Epoxidierung erfolgt, bei welcher gleichzeitig das 23-Anhydro 3 epi-derivat und das 3.4-Anhydro-3-epi-
derivat des Zuckers entstehen (F. H. Newth, Quart Rev.
13.30 [1959]). Die Verbindung der Formel I. die in dem
erfindungsgemäBen Verfahren verwendet wird, entspricht dem Zucker, der die J OSulfonylgmppe. die
ungeschützte 4-Hydroxylgruppe und die durch eine Schutzgruppe vom Acyltyp geschützte 2'· Hydroxylgruppe tnthalt; dabei ist es wahrscheinlich, daß die
Hydroxylschutzgruppe vom Acyltyp unter den alkalischen Bedingungen der Epoxidierung abgespalten wird.
Es wird daher angenommen, daß in der ersten Stuf* des
erfindungsgemäBen Verfahrens die Epoxidierung der Verbindung I zur gleichzeitigen Bildung des 2'J'-Anhydro-3'-epi-derivates
und des 3',4'-Anhydro-3'-epi-derivates führt. Es ist nicht günstig, die Anhydroderivate aus
der Reaktionslösung der Epoxidierungsstufe abzutrennen.
Dies ist wahrscheinlich auf die Tatsache zurückzuführen, daß die gebildeten Anhydroderivate unter den
308 111/284
vorherrschenden Reaktiansbedmgungen verhältnismäßig instabil und nur schwer kristaJlisierbar sind .
Die Epoxidieningsstufe des erfindungsgemäßen Verfahrens wird so durchgeführt, daß man die Verbindung
der Formel I in einem niederen Alkenol mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen wie Methanol oder Äthanol löst und
die Lösung mit einem Alkalimetallalkoholat, insbesondere Natrium- oder Kalramalkoholat behandelt Weiterhin sind für diesen Zweck geeignet niedere Alkalimetall-
alkoxide wie Natrium- und Kalmmmethoxid oder
-äthoxid. Vorzugsweise verwendet man Natriummethoxid oder Natriumäthoxid. Die Epoxidierung kann in 1
bis 5 Stunden bei Raumtemperatur, gewöhnlich 15 bis 3O0C, durchgeführt werden. Die hydrolytische Entfernung der T- und 2"-Acylgruppen erfolgt gleichzeitig mit
der Epoxidierung. Auf diese Weise entstehen in der Reaktionslösung das 2'3'-Anhydro-3'-epi-derivat der
Formel IX
-NHCOOR
NHCOOR NHCOOR
HO
OX)
HO
OH
in welcher R die angegebene Bedeutung hat und das 3',4'-Anhydro-3'-epi-derivat der Formel X
r—NHCOOR
NHCOOR NHCOOR
(X)
in welcher R die angegebene Bedeutung hat.
In der zweiten Stufe des erfindungsgemiBen Verfahrens wird die Reaktionslösung, die die gebildeten 2'J-
und 3',4'-Anhydroderivate der Formeln IX und X enthält, mit Wasserstoff in Gegenwart eines bekannten
Hydrierungskatalysators wie Raney-Nickel oder einem Metall der Platingruppe wie Platin oder Palladium
reduziert, wobei das entsprechende N-geschützte,
3'-d*soxygenierte Derivat des Kanamycin A gebildet
wird Die Hydrierung kann bei einem Wasserstoffdruek von 0,96 bis 2,94 bar bei Raumtemperatur oder auch bei
erhöhter Temperatur bis zu 50°C durchgeführt werden. Andererseits ist es auch möglich, die Reduktion mil
Natriumborhydrid in Lösung in Diäthylenglykoldimethyläther oder Dioxan bei 40 bis 10O0C durchzuführen.
Bei der Behandlung entsteht das N-geschUtzte 3'-des-
Qxygenierte Kanamycin-A-Derivat der Formel Xl
CHjNHCOOR NHCOOR
NHCOOR
.V λ ο K OH ,
HO
HO
(XD
OH
in welcher R die bereits angegebene Bedeutung hat Gleichzeitig mit der Hydrierung kommt es in einigen
Fällen zur Entfernung der Aminoschutzgruppe i>
(—COOR), was von der Natur dieser Gruppe abhängt Schließlich wird das 3'-desoxygenierte Kanamycin-A-
HO
NH,
HO
Derivat der Formel XI in an sich bekannter Weise behandelt, um die noch vorhandenen Aminoschutzgruppen zu entfernen. Auf diese Weise erhält man als
Endprodukt 3'-Desoxykanamycin A der Formel
NH,
Das folgende Beispiel dient der weiteren Erläuterung der Erfindung, in welchem ale alle Schritte zur "<"
Herstellung von 3'· Desoxy kanamycin A ausgehend von Kanamycin A angegeben sind.
Beispiel
(1) Tetra-N äthoxycarbonylkanamycin A
Zu einer Lösung von 40 g Kanamycin-A-Monosulfat
in einer Mischung aus 400 ml Wasser und 200 ml Methanol wurden 30 g Natriumhydroxid gegeben. Die
entstandene Lösung wurde mit 690 ml Äthylchlorofor- «ο
miat vermischt; letzteres diente als Reagenz zur Einführung der Äthoxycarbonylgnippe. Die Mischung
wurde 24 Stunden unter Eiskühlung gerührt. Danach wurde der ausgefallene Niederschlag abfiltriert, mit
Wasser gewaschen und getrocknet. Ausbeute 45,7 g der >■''
Titelverbindung (86%), die gegebenenfalls noch über eine Kohlekolonne chromatographisch gereinigt werden
kann.
(2) 2'J'i"-Tri-O-benzoyl-4",6"-O-cyclo-hexylidentetra-N-äthoxycarbonylkanamycin A
1,8 g der gemäß Verfahrensstufe (1) erhaltenen
Verbindung wurden in 36 ml Dimethylformamid gelöst Zu der Lösung wurden 130 mg p-Toluolsulfonsäure-Monohydrat und 4,2 ml 1,1-Dimethoxycyclohexan gegeben;
anschließend wurde die entstandene Mischung auf ein kleineres Volumen eingeengt Das Konzentrat wurde in
30 ml Pyridin gelöst Diese Lösung wurde auf 0 bis 5° C abgekühlt und mit 0,85 ml Benzoylchlorid versetzt; die
Acylierung wurde in drei Stunden bei 0 bis 5° C durchgeführt Nach Beendigung der Umsetzung, was
durch Dünnschichtehfomatogfaphie an Silikagel festgestellt wurde, wurde das Reaktionsgemisch mit 0,5 ml
Wasser versetzt, um überschüssiges Benzoylchlorid zu zersetzen. Anschließend wurde das Reaktionsgemisch
unter vermindertem Druck eingeengt, und der Rückstand wurde in 100 ml Wasser gegossen. Dabei bildete
sich ein Niederschlag, welcher abfiltriert, gut mit
1 η-wäßrigem Nptriumbicarbonht und Wasser gewaschen
und getrocknet wurde. Man erhielt auf diese Weise 2M g eines Rohproduktes. Ausbeute 95%. ?
Dieses Rohprodukt wurde durch Chromatographieren ober Silikage! gereinigt Die danach vorliegende
Titelverbindung wies folgende physikalische Eigenschaften auf: Xn]I'+109,4" (c 1.0; Chloroform); F
185-195-C
Gewichtsanalyse für C5ZHr2
Berechnet: C 58,74, H 6,24,
gefunden: C 57 87, H 6,27,
N 4.81%;
N 4,62%.
(3) 2'3',2"-Tri-O-benzoyl-4".6"-O-cyclo-
hexyüden^'-Otetrahydropyranyl-tetra-
IO
15
Die in Verfahrensstufe (2) erhaltene Verbindung, d. h.
2',2',2"-Tri-O-benzoyl-4".6"-O-cycIohexyliden-tetra-N-äthoxycarbonylkaiiamycin A (1,85 g), wurde in 15 ml
Dimethylformamid gelöst. Zu der Lösung wurden 3,4-Dihydro-2H-pyran (1,7 ml) und p-ToluolsuIfonsäure-Monohydrat (60 mg) gegeben, und die entstandene
Mischung wurde bei Raumtemperatur 18 Stunden gerührt, um die Pyranylierung der 4'-Hydroxylgruppe
zu erreichen. Danach wurde das Reaktionsgemisch mit Triäthylamin neutraüsiert unter vermindertem Druck
auf ein kleineres Volumen eingeengt und schließlich in 40 ml Wasser gegossen. Der sich bildende Niederschlag
wurde abfiltriert, mit Wasser gewaschen und getrocknet Man erhielt auf diese Weise 13 g der Titelverbindung. Ausbeute: 95%.
(5) 2·?'■ Di-O-benzoyl-4",6"-O-cyclo-
hexyliden^'-O-tetrahydropyranyl-
tetra-N-äthoxycarbonylkanamycin A
4,0 g der gemäß Verfahrensstufe (4) · erhaltenen Verbindung wurden in 60 ml Pyridin gelöst Die Lösung
wurde auf 5 bis 10" C abgekühlt und dann mit 1,74 ml
Benzoylchlorid versetzt; die Acylierung der 2'- und 2"-Hydroxylgruppen erfolgt im Verlauf von drei
Stunden bei 5 bis 100C. Die Beendigung der Umsetzung wurde durch Dünnschichtchromatographie an Silikagel
bestimmt Das Reaktionsgemisch wurde dann mit 1 ml Wasser versetzt um das überschüssige Benzoylchlorid
zu zersetzen. Das Reaktionsgemisch wurde auf ein kleineres Volumen eingeengt mit 200 ml Äthylacetat
versetzt und mit 1 η-wäßriger Bicarbonatlösung und mit Wasser gewaschen und schließlich über wasserfreiem
Natriumsulfat getrocknet Das Reaktionsgemisch wurde unier vermindertem Druck destilliert um das Äthylacetat zu entfernen. Danach lagen 4,75 g eines Rohproduktes vor. Dieses Rohprodukt wurde durch Chromatographieren über Silikagel gereinigt ^ in erhielt so 3,3 g der
Titelverbindung. Ausbeute: 68%.
NM R (in CDCl3):
ό 0.65 - 235 (30H) Cyclohexyliden 1OH
Tetrahydropyranyl 6H
-0-CH2CHi · 4 12H DSAC-2-2H
(J73-8,2(10H)Benzoyl
Berechnet: C 57.67, H 6.70, N 4.89%;
gefunden: C 56.79. H 6,70. N 432%.
Kernmagnetisches Resonanzspektrum (NMR) (in CDCI3):
<5 7.3-8,2(m.l5H)Benzoyl
δ 0,63 - 233 (m. 30H) Cyclohexyliden 1OH
Tetrahydropyranyl 6H
-OCH2CH, 4 12H DSA C-2-2H
Berechet: C 59.59. H 6.47. N 4,48%;
gefunden: C 59.49. H 6.65. N 334%.
J5
(4) 4",6"-O-Cyclohexyliden-4'-O-tetrahydropyranyltetra-N-äthoxycarbonylkanamycin A
1,35g der gemäß Verfahrensstufe (3) erhaltenen
Verbindung wurden in 30 ml Methanol gelöst Zu der Lösung wurden 0,4 g Nainummethylat gegeben, und die
Mischung wurde bei Raumtemperatur eine Stunde gerührt, damit die Entfernung der 2'- 3'- und
2 "Benzoylgruppen eintreten konnte. Das Reaktionsgemisch wurde mit konzentrierter Chlorwasserstoffsäure
unter Eiskühlung neutralisiert und auf ein kleineres Volumen eingeengt. Das entstandene Konzentrat
wurde in 100 ml Chloroform gelöst. Die Lösung wurde zweimal mit Wasser gewaschen, über wasserfreiem
Natriumsulfat getrocknet und unter vermindertem Druck destilliert, um das Chloroform zu entfernen. Das
zurückbleibende Konzentrat wurde durch Chromatographieren über Silikagel gereinigt. Man erhielt so die
Titelverbindung in einer Menge von 0,54 g. Ausbeute 54%.
(6) 2'.2"-Di-0-Benzo/l-4".6"-0-cyclohexyliden-
4'-O-tetrahydropyranyi-3'-O-mesyl-tetra-
032 g der gemäß Verfahrensstufe (5) eihaltenen
Verbindung wurden in 15 ml Pyridin gelöst Zu der Lösung wurden 025 ml Mesylchlorid gegeben; die
Acylierung der 3'-Hydroxylgruppe erfolgte bei 6O0C im
Verlauf einer Stunde. Anschließend wurden 02 ml
Wasser zu dem Reaktionsgemisch gegeben, um
überschüssiges Mesylchlorid zu zersetzen. Das Reaktionsgemisch wurde dann auf ein kleineres Volumen
eingeengt und das Konzentrat wurde in 20 ml Wasser gegossen. Der gebildete Niederschlag wurde abfiltriert
mit Wasser gewaschen und getrocknet Man erhielt auf diese Weise 0,92 g der Titelverbindung. Ausbeute: 94%.
Das gewonnene Produkt wurde durch Chromatographieren über Silikagel gereinigt Danach wies die
Titelverbindung folgende physikalische Eigenschaften
auf
NMR (in CDCl^:
6 2.83 (Singlett)
δ 3,10 (Singlett)
3H-SO2CH,
| Gewichtsanalyse I | rur | C41H68 | N4( | 32n: | N | 5.98%; |
| Berechnet: | 52,54, | H | 7,33, | N | 5,52%. | |
| gefunden: | C | 51.61, | H | 7,18, | ||
Gewichtsanalyse für C56H78N4O24S:
Berechnet:
C 54.94, H 6.44, N 4,58 S 2,62%;
gefunden:
C 53,98, H 6.23, N 4,52, S 3,34%.
(7) 2',2"-Di-O-benzoyl-3'-O-mesyl-tetra-N-äthoxycarbonylkanamycin A
500 mg der gemäß Verfahrensstufe (6) gewonnenen Verbindung wurden in 10 ml Methanol gelöst. Zu der
Lösung wurden O1I ml Trifluoressigsäure gegeben. Das Reaktionsgemisch wurde zwei Stunden auf 50°C
gehalten, damit die gleichzeitige Entfernung der 4'-Hydroxylschutzgruppe und der zweiwertigen 4",6"-Hydroxylschutzgruppe eintreten konnte. Das Reaktionsgemisch wurde auf ein kleineres Volumen eingeengt, und das gewonnene Konzentrat wurde durch
Chromatographieren über Silikagel gereinigt. Man erhielt so 273 mg der Titelverbindung. Ausbeute 63%.
[λ]'; +106.7° (c 0,8; Methanol): F 180-1890C (unter
Zersetzung).
2>
Gewichtsanalyse I
Berechnet:
C 51,00, H 5.91, N 5,29, S 3,02%;
gefunden:
C 50,57. H 5,87, N 5,12, S 3,43%.
8) Epoxidierung von 2',2"Di-O-benzoyl-3'-O-mesyltetra-N-äthoxycarbonylkanamycin A und Herstellung
von Tetra-N-äthoxycarbonylO'-desoxykanamycin A
Dieser und der folgende Verfahrensschritt laufen gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren ab.
(a) 500 ml der gemäß Verfahrensstufe (7) gewonnenen Verbindung wurden in 15 ml Methanol gelöst Zu Jn
der Lösung wurden 0,2 g Natriummethoxid gegeben, und die Mischung wurde bei Raumtemperatur drei
Stunden gerührt, damit die Epoxidierung ablaufen, d. h. die Bildung des 2'3'-Anhydro-3'-epi-derivates und des
3',4'-Anhydro-3'-epi-derivates eintreten konnte. Das die J5 genannten Anhydroderivate enthaltende Reaktionsgemisch wurde dann katalytisch reduziert, und zwar unter
einem Partial wasserstoffdruck von 136 bar in Gegenwart von Raney-Nickel (1 ml). Anschließend wurde der
Raney-Nickel-Katalysator abfiltriert, und das Filtrat wurde nach Einengen auf ein kleines Volumen in Wasser
gegossen. Der entstandene Niederschlag wurde abfiltriert, mit Wasser gewaschen und getrocknet. Man
erhielt so als Rohprodukt Tetra-N-äthoxycarbonyl-3'-desoxykanamycin A. Dieses wurde zur Reinigung erneut
in Wasser gegossen. Der gebildete Niederschlag wurde abfiltriert, mit Wasser gewaschen und getrocknet.
Danach lagen 232 ml der Titelverbindung vor. Ausbeute 65%. [α]» +92,1° (c 03; Dimethylformamid); F.
260 - 280° C (unter Zersetzung).
50
Berechnet: C 47,60, H 6,94, N 7,40%;
gefunden: C 47,27, H 6,99, N 7,04%.
(b) In der vorstehend beschriebenen Verfahrensstufe
(8) (a) wurde die Reduktion der 2',3'- und 3',4'-Anhydroderivate durch katalytische Hydrierung mit Wasserstoff über Raney-Nickel erreicht. Die Reduktion kann
aber auch mit Natriumborhydrid vorgenommen werden. In diesem Fall werden 500 mg der Verbindung
gemäß Verfahrensstufe (7) in 15 ml Methanol gelöst und
die gewonnene Lösung mit 0,2 g Natriummethoxid versetzt. Die Mischung wird dann drei Stunden bei
Raumtemperatur gerührt, damit die Epoxidierung, d. h. die Bildung des 2',3'-Anhydro-3'-epi-derivates und des
3',4'-Anhydro-3'-epi-derivates erfolgen kann. Anschließend wurde die Reaktionsmischung mit 2m Chlorwasserstoffsäure neutralisiert. Die entstandene Lösung
wurde zu einem Sirup eingeengt, der mit 10 ml Diglym und 220 mg Natriumborhydrid vermischt wurde. Die
erhaltene Mischung wurde acht Stunden bei 65°C gerührt. Nach dem Neutralisieren mit 2m Chlorwasserstoffsäure wurde die Reaktionslösung zu einem Sirup
eingeengt, zu dem etwas Wasser gegeben wurde. Der sich bildende Niederschlag wurde abfiltriert, mit Wasser
gewaschen und getrocknet. Auf diese Weise erhielt man Tetra-N-äthoxycarbonyl-S'-desoxykanamycin A als
Rohprodukt. Dieses Produkt wurde dann in derselben Weise weiterbehandelt, wie bei Verfahrensstufe (8) (a)
angegeben. Man erhielt so 94 mg der Titelverbindung. Ausbeute 40%.[λ]" +92.1° (c0,9; Dimethylformamid);
F. 260 -280° C (unter Zersetzung). ·
(9) 3'-Desoxykanamycin A
200 mg der gemäß Verfahrensstufe (8) erhaltenen Verbindung wurden in 5 ml Wasser suspendiert. Die
Suspension wurde mit 400 mg Bariumhydroxid-Octahydrat versetzt, und die entstandene Mischung wurde drei
Stunden zum Rückfluß erhitzt, um die Entfernung der vier Aminoschutzgruppen zu erreichen. Nach erfolgter
Abspaltung wurde das Reaktionsgemisch unter Durchleiten von Kohlendioxidgas neutralisiert Das entstandene unlösliche Material wurde abfiltriert und mit Wasser
gewaschen. Die Mutterlauge und die Waschwässer wurden über eine Kolonne geleitet welche eine einem
Volumen von 5 ml entsprechende Menge eines lonenaustauscherharzes (Amberlite® CG-50 (NH4®) enthielt
Die aktive Substanz wurde an dem Ionenaustauscherharz adsorbiert. Die chromatographische Reinigung
wurde mit 03 η-wäßrigem Ammoniak als Laufmittel durchgeführt Man erhielt so 89 mg der Titelverbindung.
[oi]2 D° +146° (c 1,0; Wasser). Ausbeute 71%.
Gewichtsanalyse für Ci8H36N4Oi0 · 1/2 H2CO3,2 H2O-Berechnet: C 41,48. H 7,73, N 10,46%;
gefunden: C 41,68, H 735. N 10,59%.
55
Claims (1)
- Patentansprüche:X. Verfahren zur HersteHTOgvonS'-DesojiykenamycinA.dadurcligekennzeicbaet, daß man e4n2',2"-Dt-O-acyW-O-svdfonyl-tetra-N-geschütsrtes Kanamycin A der allgemeinen Formel I
CH2NHCOOR
ιNHCOOR / λ°\ / \ NHCOOR
/ \ IK ow A ο—
HoNj /γ Ν
Ν. OH /OX HOH2C /
0N NHCOOR λ/ HOOXin welcher
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| US06/522,249 US4437401A (en) | 1981-04-23 | 1983-08-11 | Separator plate for type band printer |
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| DE3116127A1 DE3116127A1 (de) | 1982-01-14 |
| DE3116127C2 true DE3116127C2 (de) | 1983-03-17 |
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ID=12966069
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