DE3112854C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft wäßrige alkalische Bleichmittel, die
Wasserstoffperoxid enthalten und eine hohe Lagerstabilität
aufweisen.
Es ist seit vielen Jahren bekannt, daß man die Waschkraft
von vielen anionischen und nicht-ionischen grenzflächenaktiven
Substanzen dadurch erhöhen kann, daß man sie mit einer aktiven
Sauerstoff enthaltenden Verbindung, wie Wasserstoffperoxid,
oder Salzen, die Wasserstoffperoxid in wäßriger Lösung entwickeln,
kombiniert. Zu diesem Zweck muß der Verbraucher ein ge
trenntes Bleichmitel verwenden, wenn das Waschmittel keine
aktiven Sauerstoff enthaltende Verbindung, wie ein Bleichmit
tel, enthält. Zweckmäßigerweise könnte man das getrennte
Bleichmittel in flüssiger Form zur Verfügung stellen, jedoch
wurde bisher diese Anwendungsform durch gegensätzliche Bedin
gungen behindert: einerseits ist es seit langem bekannt, daß
eine alkalische Peroxidlösung nur eine sehr geringe Lagersta
bilität hat, insbesondere im Vergleich mit schwach sauren
Lösungen. Wird andererseits eine größere Menge einer sauren
Lösung in Kombination mit einem herkömmlichen Waschmittel ver
wendet, um eine verdünnte Waschlösung herzustellen, so ist
diese Lösung deutlich weniger alkalisch, als wenn nur das
Waschmittel allein verwendet wird. Da es für ein bestimmtes
Waschmittel immer nur einen relativ engen pH-Bereich gibt, in
dem die Waschkraft optimal ist, bringt die Verwendung dieses
Waschmittels in Kombination mit einer sauren wäßrigen Wasser
stoffperoxidlösung nicht den vollen Vorteil der Verwendung
eines Bleichmittels.
Aufgabe der Erfindung war es daher, ein wäßriges, alkalisches,
Wasserstoffperoxid enthaltendes Bleichmittel zur Verfügung zu
stellen, das in Kombination mit einem Waschmittel verwendet
werden kann, das eine annehmbare Lagerstabilität aufweist und
auf einen pH-Wert einstellbar ist, der dem des Waschmittels
entspricht, mit dem es verwendet werden soll.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine spezielle Kom
bination von Stabilisatoren gelöst, welche überraschenderweise
eine hohe Lagerstabilität im alkalischen pH-Wertbereich von
8 bis 9,5 gewährleisten, jedoch einzeln eingesetzt bezüglich
dieses Effekts wirkungslos sind.
Das erfindungsgemäße wäßrige alkalische Bleichmittel, enthal
tend Wasserstoffperoxid in einer Menge von mindestens 3 Gew.-%
sowie als Stabilisator eine mit Acetat- oder Methylenphosphonat
gruppen substituierte Aminoverbindung oder ein Hydroxyalkyl
diphosphonat und gegebenenfalls übliche Zusätze, ist dadurch
gekennzeichnet, daß es außerdem mindestens 5 Gewichtsprozent
Äthanol enthält und einen pH-Wert im Bereich von 8 bis 9,5 hat.
Aus der US-PS 38 60 391 sind silikatfreie alkalische wäßrige
Bleichbäder für die Behandlung von Cellulosefasern, auch in
Mischung mit synthetischen Fasern, wie Polyesterfasern, bekannt
welche als Stabilisatoren für die H₂O₂-Komponente Aminoverbin
dungen enthalten, die mit Acetat- oder Methylenphosphonatgrup
pen substituiert sind. Der pH-Wert der Bleichbäder wird durch
Zusatz von z. B. NaOH auf 9,0 bis 12 eingestellt. Sie können
außerdem anionaktive und/oder nicht ionische Netzmittel enthal
ten.
Diese im industriellen Maßstab eingesetzten Bleichbäder weisen
gegenüber silikathaltigen Bädern den Vorteil auf, daß sich auf
den verwendeten Bleichvorrichtungen keine Niederschläge ab
setzen, selbst bei Durchführung der Bleichbehandlung bei höheren
Temperaturen, und daß außerdem der Verlust im Polymerisations
grad der Cellulose geringer ist, aber der gewünschte Weißheits
grad erreicht wird.
Diese bekannten wäßrigen alkalischen Bleichbäder weisen
jedoch nicht die erforderliche Lagerstabilität auf.
Der pH-Wert des erfindungsgemäßen Bleichmittels kann auf den
gewünschten Wert im Bereich von 8,0 bis 9,5 durch Zugabe einer
entsprechenden Menge einer Alkalimetall- oder Ammoniumbase ein
gestellt werden. Für diesen Zweck geeignet sind Hydroxide,
Oxide und Borate, insbesondere Natrium- und Kaliumhydroxid
und Natriummetaborat. Das Wasserstoffperoxid in der Lösung kann
zumindest zu einem gewissen Ausmaß durch Auflösen von Addi
tionsprodukten von Wasserstoffperoxid und Alkalimetallborat
zur Verfügung gestellt werden, vorzugsweise durch Verwenden
eines Additionsproduktes, das silikatfrei ist, da Silikate, ob
wohl sie bei festen Perverbindungen als Stabilisatoren wirken,
in wäßrigen Bleichlösungen eine gegenteilige Wirkung zu haben
scheinen und damit die Lagerungsstabilität des Bleichmittels
verringern. Außer anorganischen Basen kann man auch organische
Ammonium- oder Aminbasen verwenden, wobei Triäthanolamin beson
ders geeignet ist.
Äthanol wird im allgemeinen in einer Menge von 5 bis 20 Gew.-%
verwendet. Der mit dem Äthanol in Kombination verwendete Stabi
lisator wird vorzugsweise in einer Menge von mindestens 0,1%,
insbesondere 0,1 bis 0,4%, bezogen auf das Bleichmittel, ver
wendet. Als Stabilisator geeignete substituierte Aminoverbin
dungen sind Verbindungen der allgemeinen Formel
R-NR(CH₂)p-q-NR₂,
in der p 2 bis 6 und q 0 bis 2 bedeuten und R eine Acetat-
oder Methylenphosphonatgruppe oder die entsprechende Säure
gruppe ist.
Spezielle Beispiele für derartige Verbindungen sind Äthylen
diamino-tetra-(methylenphosphonsäure-)Hexakaliumsalz, Di
äthylen-triamino-penta-(methylenphosphonsäure)-Hexakalium
salz und Äthylen-diamino-tetraessigsäure-Trinatriumsalz.
Weitere Beispiele sind Hexamethylen-diamino-tetra-(methylen
phosphonsäure)-Pentanatriumsalz und Amino-tri-(methylen
phosphonsäure)-Pentanatriumsalz. Gegebenenfalls können eine
oder mehrere der die Aminogruppen verbindenden Methylengruppen
am Kohlenstoffatom mit einer niederen Alkylgruppe oder an nur
einem Kohlenstoffatom mit einer Hydroxylgruppe substituiert sein,
oder die Substituenten von zwei Kohlenstoffatomen in geeigne
tem Abstand, vorzugsweise von benachbarten Kohlenstoffatomen,
können zu einem cycloaliphatischen Ring mit vorzugsweise
5 bis 6 Kohlenstoffatomen verbunden sein.
Die im erfindungsgemäßen Bleichmittel eingesetzten Hydroxy
alkyldiphosphonate können in der Säureform durch die Formel
YZC(PO₃H₂)₂
dargestellt werden, wobei Y eine Hydroxyl- oder Aminogruppe
ist und die Aminogruppe gegebenenfalls durch einen Alkyl-,
Alkylamino- oder Hydroxyalkylrest mit 1 bis 4 Kohlenstoff
atomen substituiert sein kann, und Z ein niederer Alkylrest,
vorzugsweise mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen,
ist, vorzugsweise die Methylgruppe. Beispiele für derartige
Diphosphonate sind 1-Aminoäthan-1,1-diphosphonsäure und
1-Hydroxyäthan-1,1-diphosphonsäure und vorzugsweise deren
Alkalimetallsalze. Im erfindungsgemäßen Bleichmittel können
gewünschtenfalls auch Gemische von zwei oder mehreren Amino
methylen-phosphonaten oder Aminoacetaten und/oder Diphospho
naten verwendet werden.
Vorzugsweise wird im erfindungsgemäßen Bleichmittel das
Phosphonat in Kombination mit einem Polyhydroxycarboxylat
verwendet, insbesondere mit einem Natrium- oder Kaliumsalz
desselben. Das Polyhydroxycarboxylat ist vorzugsweise eine
aliphatische Verbindung mit 5 bis 9 Kohlenstoffatomen, die
zweckmäßig geradkettig ist, insbesondere eine geradkettige Ver
bindung mit 6 bis 7 Kohlenstoffatomen, in der besonders bevorzugt
alle Kohlenstoffatome, außer denen in den Carboxylatgruppen,
mit einer Hydroxylgruppe substituiert sind. Ein besonders gün
stiges Beispiel für derartige Verbindungen ist Natriumgluconat.
Das Polyhydroxycarboxylat wird im allgemeinen in einem Ge
wichtsverhältnis von Polyhydroxycarboxylat zu Phosphonat von
3 : 1 bis 1 : 3 und praktisch in einer Menge von 0,1 bis 0,4 Ge
wichtsprozent verwendet, bezogen auf das flüssige Bleichmittel.
Dem erfindungsgemäßen Bleichmittel kann zusätzlich noch eine
geringe Menge einer anionischen, nicht-ionischen oder ampho
teren grenzflächenaktiven Substanz zugesetzt werden. Die
grenzflächenaktive Substanz wird im allgemeinen in einer
Menge nicht über 3%, insbesondere im Bereich von 0,5 bis
2,5%, zugesetzt. Geeignete nicht-ionische grenzflächenak
tive Substanzen sind Alkoholäthoxylate, wobei der sich vom
Alkoholrest ableitende Alkylrest im allgemeinen entweder
ein primärer oder sekundärer Alkylrest mit einer Ketten
länge von 9 bis 18 Kohlenstoffatomen ist und die Menge an
Äthoxylat in der nicht-ionischen grenzflächenaktiven Sub
stanz vorzugsweise 50 bis 85 Gewichtsprozent, insbesondere
65 bis 80 Gewichtsprozent, beträgt. In den bevorzugten
Alkoholäthoxylaten beträgt die Kettenlänge der Alkoholgruppe
im Mittel 11 bis 15 Kohlenstoffatome und der Grad an
Äthoxylierung 9 bis 13. Man kann aber auch die entsprechenden
Fettsäureester von Polyesteroxyäthylen verwenden. Auch Alkyl
aryl-polyoxyäthylen-äther sind geeignet, in denen vorzugsweise
der Äthoxylierungsgrad 9 bis 13 beträgt, und der Arylrest, vor
zugsweise ein Benzylrest, mit einem Alkylrest mit
7 bis 11 Kohlenstoffatomen substituiert ist. Da die Alkyl
aryl-äthoxylate im besten Fall nur gering biologisch abbaubar
sind, werden sie von den Wasseraufsichtsbehörden weniger ak
zeptiert als die entsprechenden Verbindungen mit nur Alkyl
gruppen.
Als anionische grenzflächenaktive Substanz werden anionische
Sulfate oder Sulfonate bevorzugt, insbesondere Alkylbenzol
sulfonate, sekundäre Alkylensulfonate, α-Olefinsulfonate,
Alkoholäther-sulfate und sulfatierte Derivate von Alkohol
äthoxylaten. Alle diese anionischen grenzflächenaktiven Sub
stanzen enthalten vorzugsweise einen Alkylrest mit minde
stens 9 Kohlenstoffatomen, in vielen Fällen mit 11 bis 16
Kohlenstoffatomen Kettenlänge. Da es leicht erhältlich ist
und wenig kostet, wird im allgemeinen ein unverzweigtes Alkyl
benzolsulfonat, wie Dodecylbenzolsulfonat, verwendet.
Als amphotere grenzflächenaktive Substanz für das erfindungsgemäße Bleichmittel
kommen Trialkyl-ammoniumcarboxylat und von Imidazolin abge
leitete Fettsäure-carboxysulfate in Betracht, in vielen
Fällen Verbindungen, die sich von Naturprodukten ableiten,
z. B. Kokosnuß-carboxysulfat.
Das erfindungsgemäße flüssige Bleichmittel enthält vorzugs
weise entionisiertes Wasser, um die Zersetzung des Wasser
stoffperoxids während der Lagerung möglichst gering zu hal
ten. Eine Alternative ist destilliertes Wasser, das jedoch
wegen seiner hohen Kosten im allgemeinen nicht verwendet
wird.
Wasserstoffperoxid wird im erfindungsgemäßen flüssigen Bleich
mittel vorzugsweise in einer Menge von 5 bis 20 Gewichtspro
zent verwendet. Für den Hausgebrauch sind 5 bis 8 Gewichts
prozent geeignet, für industrielle Zwecke werden 10 bis 20 Ge
wichtsprozent verwendet. Das Wasserstoffperoxid kann als
im Handel erhältliches konzentriertes Wasserstoffperoxid
eingesetzt werden, z. B. mit einer Konzentration von minde
stens 30 Gewichtsprozent, häufig von 35 bis 75 Gewichtspro
zent, das verdünnt, stabilisiert und mit Alkali versetzt
wird, um das gewünschte flüssige Bleichmittel herzustellen.
Es ist daher möglich, daß das Bleichmittel eine geringe Menge
Pyrophosphat enthält, im allgemeinen in der Größenordnung
von 5 bis 100 Teilen Pyrophosphat je 1 Million Teile Bleich
mittel. Äthanol wird zweckmäßigerweise in Form von vergälltem
Alkohol verwendet, d. h., es enthält eine geringe Menge Methanol,
oft von 1 bis 5 Gewichtsprozent, bezogen auf das Äthanol.
Das erfindungsgemäße Bleichmittel wird zweckmäßigerweise da
durch hergestellt, daß man die Bestandteile des Mittels nach
einander oder gleichzeitig in einen Mischtank einführt und
das Gemisch bewegt, bis eine klare Lösung entstanden ist.
Gemäß einer zweckmäßigen Ausführungsform stellt man daher eine wäßrige Lösung
der gegebenenfalls mitverwendeten grenzflächenaktiven Substanzen,
des Äthanols und der anderen Verbindungen bei einem pH-Wert
her, der im wesentlichen dem des gewünschten Endgemisches ent
spricht, setzt genügend Wasserstoffperoxid und Wasser zu,
um ein Gemisch zu erhalten, das im wesentlichen die ge
wünschte Wasserstoffperoxidkonzentration aufweist, und stellt,
wenn notwendig, den pH-Wert des Gemisches mit einer entspre
chenden Menge an Base ein. Gegebenenfalls kann die grenzflä
chenaktive Substanz in Äthanol vorgelöst werden. Die Her
stellung des erfindungsgemäßen Bleichmittels erfolgt bei Raum
temperatur oder etwa höherer Temperatur, d. h. im allgemeinen
bei einer Temperatur von 15 bis 40°C.
Das erfindungsgemäße Bleichmittel kann zusammen mit einem
entweder festen oder flüssigen Waschmittel verwendet werden.
Dank der Stabilität der erfindungsgemäßen Bleichmittel kön
nen sie mit dem Waschmittel im Verteilerbehälter der Wasch
maschine vermischt werden, da die Zeit nach Zugabe des Ge
misches und vor dem Auflösen in der Waschlösung im allge
meinen nicht genügend lang ist, um eine deutliche Zersetzung
des Peroxids zu verursachen. Außerdem kann man das erfindungs
gemäße Bleichmittel in der Vorwäsche oder in einer Nachwäsche
verwenden oder in jeder Stufe eines Mehrstufenwaschganges.
In jeder dieser Anwendungen, sei es vor, während oder nach
dem Waschvorgang, ist die Menge an Bleichmittel, die zur
Waschlösung zugesetzt wird, vorzugsweise so groß, daß sie
mindestens 20, vorzugsweise 20 bis 100 Teile Sauerstoff je
eine Million Teile Waschlösung zur Verfügung stellt. Das
heißt, bei einem Gehalt des Bleichmittels von 5% Wasser
peroxid wird das Bleichmittel vorzugsweise in einer Menge
von 0,8 bis 4 ml je Liter Waschlösung verwendet. Der Wasch
vorgang kann bei jeder Temperatur durchgeführt werden, von
Raumtemperatur bis Siedepunkt der Lösung, insbesondere bei
einer Temperatur von mindestens handwarm bis 60 bis 95°C,
je nach lokalen Waschgewohnheiten. Die Dauer des Waschvor
gangs hängt vom Verbraucher ab, in vielen Fällen beträgt sie
1 bis 60 Minuten, häufig 5 bis 30 Minuten. Im allgemeinen
werden Flecken bei höheren Waschtemperaturen und einer Dauer
von mindestens 30 Minuten besser entfernt.
Dadurch, daß das Wasserstoffperoxid bereits vom Beginn des
Waschvorgangs an in Lösung vorliegt, wird im Vergleich zu
festen, aktiven Sauerstoff enthaltenden Verbindungen, die an
sonsten vergleichbar sind, eine höhere Oxidationsgeschwin
digkeit der Flecken in der Lösung erreicht, wobei insbe
sondere die Waschleistung bei in kürzerer Zeit ablaufenden
Waschprogrammen verbessert wird.
Außer als Zusatzmittel zum Waschen von Haushaltswäsche und
ähnlichem kann das erfindungsgemäße Bleichmittel entweder
als solches oder nach Verdünnung auf einem Tuch oder einer
entsprechenden absorbierenden Substanz verwendet werden zum
Reinigen von harten Oberflächen, z. B. aus Email, Farbanstrichen
Metall, Kunststoff, Holz, Glas oder Steingut.
Die Beispiele erläutern die Erfindung.
Die erfindungsgemäßen Bleichmittel und die Vergleichsbleich
mittel der Beispiele C1, C2, C3, C7, C8, C9, C18, C20,
C24 und C25 sowie deren Bestandteile sind in Tabelle I an
gegeben.
Durch Lösen einer grenzflächenaktiven Substanz in einem abge
messenen kleinen Volumen an entmineralisiertem Wasser bei etwa
40°C wird eine konzentrierte Lösung hergestellt, die mit
dem Stabilisator oder dem Stabilisatorsystem und anschlie
ßend dem Äthanol versetzt wird. Dann wird das Wasserstoff
peroxid und die notwendige Menge an Wasser zugesetzt, wo
bei die Temperatur der Lösung auf etwa Raumtemperatur fällt,
zum Schluß wird genügend Base zugegeben, um den gewünschten
pH-Wert einzustellen. Während des Herstellungsverfahrens
wird die Lösung kräftig gerührt.
In Tabelle I bedeuten TEA Triäthanolamin, EDTA Äthylen
diamin-tetraessigsäure-Natriumsalz, EDTPA Äthylen-diamin
tetra-(methylenphosphonsäure)-Hexanatriumsalz, GLUC Natrium
gluconat, ABS lineares Alkylbenzol-sulfonat (im Handel unter
dem Namen HANSA SS60 von Albright und Wilson zu beziehen), und
AEO eine niedere Fraktion primärer Alkyläthoxylate mit
einem Äthoxylierungsgrad von 9 (erhältlich unter dem Namen
ETHYLAN CD 919 von Diamond Shamrock). Das Äthanol wird
als mit Methanol vergällter Alkohol verwendet, das Wasserstoffperoxid
in Form einer wäßrigen 35gewichtsprozentigen Lösung,
die Pyrophosphat in einer Menge von etwa 50 Teilen je
eine Million Teile Lösung enthält. Als Base wird entweder
Natriumhydroxid oder Triäthanolamin in einer genügenden
Menge verwendet, um den in Tabelle I angegebenen pH-Wert
einzustellen.
Der pH-Wert des Bleichmittels wird mit einer Standard-pH-
Elektrode bestimmt, die Lagerstabilität durch Messen des
verfügbaren Sauerstoffs des Mittels vor und nach der Lagerung
während einer bestimmten Zeit im angesäuerten Zustand mittels
der Standard-Kaliumpermanganat-Titration, wobei die Differenz
der beiden Ergebnisse das Ausmaß des Sauerstoffverlustes aus
drückt.
Aus Tabelle I ist ersichtlich, daß die erfindungsgemäße Kombi
nation von Äthanol und mit Acetat- oder Methylenphosphonat
gruppen substituierter Aminoverbindung oder Hydroxyalkyldiphos
phonaten die Langzeitstabilität des Bleichmittels deutlich er
höht, und es somit möglich ist, ein relativ lagerstabiles alka
lisches Bleichmittel herzustellen.
Die Waschkraft des erfindungsgemäßen Bleichmittels Nr. 15 wird
durch Waschen von vorher mit Flecken versehenen Binden und Tü
chern bei einer Konzentration von 2 g pro Liter in Kombination
mit einer Waschlösung geprüft, die 1,6 ml flüssiges Grobwasch
mittel ohne Verstärker (Builder)-Zusatz enthält. Dieses Grob
waschmittel wird auch in Vergleichsversuchen verwendet, um die
gleichen Flecken in Kombination mit einem im Handel erhältli
chen alkalischen Bleichmittel (CLOROX 2) zu entfernen. Alle
Waschversuche werden bei 60°C in Wasser mit einer Härte von
150 Teilen je eine Million Teile Wasser durchgeführt, wo
bei die Härte als Calciumcarbonat in einem Gewichtsverhält
nis von Calcium zu Magnesium von 3 : 1 bestimmt wird. Die
Waschversuche werden in einer Waschmaschine im Laboratoriums
maßstab durchgeführt (erhältlich von der US Testing Corpora
tion unter dem Namen TERGOTOMETER). Das Ausmaß der Flecken
entfernung von den Binden wird durch Reflexionsbestimmung
der Binde sowohl vor als auch nach dem Waschen mittels eines
Zeiss-ELREPHO-Reflexionsphotometers, das mit einer Xenon
lampe und einem Y-Tristimulus-Filter ausgerüstet ist, be
stimmt. Jede Binde wird viermal bei dreifacher Ma
terialdicke gemessen, die Reflexionswerte werden gemittelt.
Die prozentuale Fleckentfernung wird anhand folgender Glei
chung berechnet:
Prozent Fleckentfernung = 100 × (Rf-Ri)/(Ru-Ri),
wobei Ru die Reflexion des sauberen Materials, Ri die Re
flexion des fleckigen Materials und Rf die Reflexion des
gewaschenen Materials darstellt. Mit Rotwein befleckte Binden
wurden von EMPA, St. Gallen/Schweiz, erhalten, die mit
Kaffee befleckten Binden werden dadurch erhalten, daß man
das entsprechende Gewebe in eine Kaffeelösung taucht, teil
weise in einer Wäscheschleuder trocknet und den Vorgang
dreimal wiederholt. Die Waschergebnisse sind in Tabelle II
zusammengefaßt.
Aus Tabelle II ist ersichtlich, daß die Waschkraft des Grob
waschmittels in Kombination mit dem erfindungsgemäßen flüssi
gen Bleichmittel bei Kaffeeflecken der Waschkraft des Grob
waschmittels mit dem Vergleichsbleichmittel in etwa entspricht,
daß jedoch bei Rotweinflecken das erfindungsgemäße Bleichmittel
bessere Ergebnisse ergibt als das Vergleichsbleichmittel.
Claims (10)
1. Wäßriges alkalisches Bleichmittel, enthaltend Wasserstoff
peroxid in einer Menge von mindestens 3 Gew.-% sowie als Stabili
sator eine mit Acetat- oder Methylenphosphonatgruppen substi
tuierte Aminoverbindung oder eine Hydroxyalkyldiphosphonat und
gegebenenfalls übliche Zusätze,
dadurch gekennzeichnet,
daß es außerdem mindestens 5 Gewichtsprozent Äthanol enthält und
einen pH-Wert im Bereich von 8 bis 9,5 hat.
2. Bleichmittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
es 5 bis 20 Gewichtsprozent Äthanol enthält.
3. Bleichmittel nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet,
daß es die mit Acetat- oder Methylenphosphonatgruppen substi
tuierte Aminoverbindung oder die Hydroxyalkyldiphosphonate in
einer Menge von 0,1 bis 0,4% enthält.
4. Bleichmittel nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß es Äthylen-diamino-tetra-(methylenphosphonat) enthält.
5. Bleichmittel nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß es zusätzlich ein Polyhydroxycarboxylat enthält.
6. Bleichmittel nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß
das Polyhydroxycarboxylat ein Gluconat ist.
7. Bleichmittel nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet,
daß es das Polyhydroxycarboxylat in einem Gewichtsverhältnis
zum Phosphonat von 3 : 1 bis 1 : 3 enthält.
8. Bleichmittel nach Anspruch 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
daß es 5 bis 8 Gewichtsprozent Wasserstoffperoxid enthält.
9. Bleichmittel nach Anspruch 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet,
daß es 0,5 bis 2,5 Gewichtsprozent einer grenzflächenaktiven
Substanz enthält.
10. Bleichmittel nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß
es als grenzflächenaktive Substanz Alkylbenzolsulfonat oder ein
nicht-ionisches Alkoholäthoxylat enthält.
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