DE3112667A1 - Mikrofilm-vernichter - Google Patents
Mikrofilm-vernichterInfo
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Description
Mikrofilm-Vernichter
Gegenstand der Erfindung ist ein Mikrofilm-Vernichter
mit einem Gehäuse und einem am Gehäuse angeordneten Einwurfschacht zur Zuführung einer oder ggf. mehrerer
Filmkarten entlang einer Schneidplatte zu einem rotierenden Fräser, der die Filmkarte in feine Partikel
zerlegt.
Die bisher bekannten Mikrofilm-Vernichter beruhen auf
dem Prinzip , daß über eine Zuführvorrichtung der Stapel von Mikrofich einem Fräser zugeführt wird. Der Fräser
fräst das eine oder maximal zwei eingeführte Mikrofich von der unteren Stirnseite her anfangend, nach oben weg,
wobei staubfeine Partikel entstehen.
Bisher bestand der Nachteil, daß aufgrund des Fräsvorganges und der damit verbundenen Dehnungen des Kunststoffmaterials
des Mikrofiches und der dabei auftretenden Temperaturen von etwa über 8O0C hohe statische Aufladungen entstanden.
Diese statischen Aufladungen führten dazu, daß sich am unteren Gehäuseteil in einem Sammelschacht
oder Sammelbehälter diese Partikel anlagerten und durch die statische Aufladung so stark zusammenbackten, daß
sie zu Verstopfungen des Gerätes führten. Diese Partikel konnten aus dem Gerät nicht mehr entfernt werden.
Ferner bestand der Nachteil, daß bei der Verursachung eines Luftzuges, z.B. beim öffnen oder Schliessen der Tür
des Sammelbehälters, die staubfeinen Partikel sofort in die Umgebung hochwolkten und hochströmten, und sich überall
niederliessen und vielfältigste Störungen in der Elektronik und im Antrieb dieses Mikrofilm-Vernichters verursachten.
Die vorliegende Erfindung hat sich die Aufgabe gestellt, einen Mikrofilmvernichter der eingangs genannten Art wesentlich
betriebssicherer auszubilden, und zwar in demSinne, daß eine vollständige und störungsfreie Abfuhr der erzeugten Mikrofilmpartikel
gewährleistet ist.
Zur Lösung der gestellten Aufgabe ist die Erfindung dadurch gekennzeichnet, daß in der Nähe des Abgabeendes des Fräsers
die Mündung eines Absaugschachtes angeordnet ist, der an ein Sauggebläse angeschlossen ist.
Wesentlich gemäss der vorliegenden Erfindung ist also,
daß durch den Luftspalt, der zwischen den Fräszähnen und
der Spitze der Schneidplatte gebildet ist, ein Luftstrom hindurchzieht. Es ist hierbei gleichgültig, ob es sich
um einen Druckluftstrom handelt, der von der Aufgabeseite
auf den Fräser aufgegeben wird, oder um einen Saugluftstrom, der am Abgabeende des Fräsers angreift.
Wesentliches Merkmal der vorliegenden Erfindung ist also, daß der gesamte Fräser und vor allem der Luftspalt zwischen
der Schneidplatte und demFräser in einem Abluftstrom eines Sauggebläses liegt und die beim Fräsvorgang entstehenden
Mikrofilmpartikel unmittelbar von dem Sauggebläse über einen Absaugschacht abgesaugt werden.
Es wird hierbei bevorzugt, wenn der Absaugschacht in unmittelbarer
Nähe, d.h. in Strömungsrichtung hinter dem Fräser liegt, so daß die abgesaugten Partikel möglichst strömungsgünstig
im freien Fall des Saugstromes in den Absaugschacht gelangen.
Es hat sich in überraschender Weise gezeigt, daß überhaupt keine statischen Aufladungen von Mikrofilmpartikeln mehr
feststellbar sind. Dies mag zum einen daran liegen, daß durch den entstehenden Luftstrom zwischen dem Fräser und der Spitze
der Schneidplatte die vorher gegebene Temperatur von 80° auf etwa 30° heruntergesetzt wird, und hierdurch ladungserzeugende
Effekte in der Kunststoff-Folie, die auf hohe Temperaturen zurückzuführen sind, vermieden werden. Es hat sich zum anderen
gezeigt, daß durch die sofortige Absaugung der Mikrofilmpartikel eine Gehäuseberührung vermieden wird, und diese Gehäuseberührung
hat früher offenbar zu der statischen Aufladung geführt.
-5-
ο 1 ι ο ρ ς τ
Dank der niedrigen Temperatur wird der Frässchnitt sehr exakt,
weil eben das Material nur auf eine Temperatur von 3o°C erwärmt wird/ und hierdurch keine Verschmierungen (oder ein Schmiereffekt)
des Kunststoffmaterials an den Schneidzähnen des Fräsers die Folge ist.
Weiteres, wesentliches Merkmal ist, daß auch die Zähne des Fräsers als eine Art von Turbine wirken, weil der Spalt zwischen
der Schneidplatte und der Oberfläche der Zähne des Fräsers den Wert O mm besitzt. D.h., der Spalt wird dadurch hergestellt,
indem der Fräser hochgestellt wird oder die Platte gegen den Fräser gepresst wird, bis der Fräser eine entsprechende
Profilform in die Schneidplatte eingefräst hat. In dieser Stellung wird dann die Schneidplatte fixiert, und
es ergibt sich somit der Luftspalt O zwischen der Platte und dem Fräser.
Der Fräser wirkt damit mit seinen Zähnen als eine Art von Freistrahlturbine, weil jeder Zahn mit seinem dahinterliegenden
Zwischenraum einen Luftstrom von oben her mitnimmt, und dieser Luftstrom wird durch das unten liegende Sauggebläse sofort
in das Gebläse hineingeführt, wodurch die Partikel unmittelbar in den Luftstrom des Sauggebläses eingeführt und abgesaugt
werden.
Der Erfindungsgegenstand der vorliegenden Erfindung ergibt
sich nicht nur aus dem Gegenstand der einzelnen Patentansprüche, sondern auch aus der Kombination der einzelnen Patentansprüche
untere inander.
Alle in den Unterlagen offenbarten Angaben und Merkmale, insbesondere die in den Zeichnungen dargestellte räumliche
Ausbildung werden als erfindungswesentlich beansprucht, soweit sie einzeln oder in Kombination gegenüber dem Stand
der Technik neu sind.
Im folgenden wird die Erfindung anhand von lediglich einen
Ausführungsweg darstellenden Zeichnung näher erläutert. Hierbei gehen aus den Zeichnungen und ihrer Beschreibung
weitere erfindungswesentliche Merkmale und Vorteile der Erfindung
hervor.
Es zeigen:
Fig. 1 schematisiert in der Seitenansicht einen Mikrofilm-Vernichter
nach der Erfindung;
Fig. 2 die Draufsicht auf den Mikrofilm-Vernichter in Richtung
des Pfeiles II in Fig. 1;
Fig. 3 ausschnittsweise Darstellung des Absaugschachtes mit einem darin angeordneten Schalter zur Füllstands-abhängigen
Steuerung der Absaugung;
Fig. 4 Prinzip-Darstellung des Fräsvorganges;
Fig. 5 zweite Ausbildungsform eines Fräsers mit Druckluftzuführung.
In Fig. 1 ist in einem Gehäuse 1 ein Einwurf schacht 2 vorhanden.
Der Film 3 oder die Filmkarte wird in Pfeilrichtung 4 von oben eingeführt, und wird etwa parallel zur Schneidplatte
5 an einer ersten Stachelwalze 6 entlanggeführt und von dieser ergriffen und nach unten geführt. Er kommt in
den Bereich einer zweiten Stachelwalze 7, wo er dem Fräser 8 zugeführt wird, der in Pfeilrichtung 9 rotiert. Zwischen
dem Fräser 8 und der Spitze 10 der Schneidplatte 5 ist der erwähnte Luftspalt 11 mit dem Wert 0. Die Fräszähne 12 des
Fräsers 8 erreichen also den vorher beschriebenen Effekt einer Freistrahlturbine.
An der Oberfläche der Fräszähne. 12 wird der eingeführte Film 3 in kleine, staubfeine Partikel 13 aufgelöst oder
aufgefräst, die sich vorher bei den Anordnungen des Standes der Technik (ohne Sauggebläse) in Form eines Haufens
gestrichen an der Unterseite eines Sammelbehälters 15 angelagert hatten.
-7-
Die staubfeinen Mikrofilmpartikel werden stattdessen über den
Absaugschacht 16 von einem nicht näher dargestellten Sauggebläse in Saugrichtung 17 abgeführt.
Fig. 2 zeigt die gesamte Anordnung von oben, mit dem Einfüllschacht
2 und das Gehäuse 1 von oben sowie den seitlichen Schacht 16, wo die Mikrofilmpartikel in Saugrichtung 17
abgesaugt werden. Die Absaugung erfolgt mit einem Hochleistungssauggebläse, dessen Saugschlauch 31 an der gezeigten Stelle
angeschlossen ist.
Es ist ferner noch eine Füllstandskontrolle und Füllstandsabschaltvorrichtung
vorhanden, die nachfolgend anhand der Fig. 3 beschrieben wird.
Es ist ein Schaltergehäuse 19 gegeben, das am Absaugschacht 16 befestigt ist.Im Luftstrom des Absaugschachtes liegt
eine Pendelklappe 2o, die an einem Drehpunkt 21 schwerfoar gelagert ist.
Durch Einschalten des Sauggebläses wird die Pendelklappe 2o in Pfeilrichtung 22 nach oben geschwenkt und kommt hierbei
zur Anlage am Fühlhebel 23, der einen Mikroschalter 24 betätigt, damit die gesamte, elektrische Anordnung freigibt,
oder abschaltet. Wird der nicht näher dargestellte Füllbehälter des Sauggebläses gefüllt, dann lässt die Saugleistung
sehr stark nach, so daß der Fühlerhebel aus seiner eingeschalteten Stellung (strichpunktiert mit 23' in Fig. 3 dargestellt)
in die Stellung nach Pos. 23 in Pfeilrichtung 25 nach unten verschwenkt und den Mikroschalter 24 betätigt.
Hierdurch wird sofort der Antrieb des Sauggebläses und der Antrieb des Filmvernichters abgeschaltet, und es leuchtet
eine entsprechende Warnanzeige auf, die darauf hinweist, daß der Behälter entleert werden muss.
In Fig. 3 ist die Pendelklappe 2o zweistufig dargestellt.
Sie besteht aus einem im Luftstrom liegenden Klappenteil und einem Betätigungshebel 26, der dann kraftschlüssig an dem
Fühlerhebel 23 anliegt und diesen betätigt.
-8-
Wichtig ist, daß eben die Öffnung des Sauggebläses oder
der Absaugschacht unmittelbar etwa tangential in Richtung zu der Linie zwischen der Kante der Schneidplatte und der
zugeordneten, gegenüberliegenden Kante des Fräsers 8 ist, so daß die tangential herausfliegenden Mikrofilmpartikel
unmittelbar in den Absaugschacht 16 gelangen.
Die prinzipiellen Verhältnisse werden anhand der Fig. 4
noch einmal erläutert.
Eine verbesserte Absaugleistung wird dadurch erzielt, wenn der Fräser 8 zumindest teilweise von einem Abschirmblech
14 umgeben ist, so daß durch das gezeichnete Abschirmblech und durch die Anordnung der Schneidplatte 5 mit dem
Luftspalt 11 zwei druckunterschiedliche Räume geschaffen werden. Das Aufgabeende 32 für den Film 3 steht damit
unter einem größeren Druck, als das Abgabeende 33, so daß die von dem Fräser 8 erzeugten Partikel 13 etwa in
Richtung der Tangente 18 (Schleuderrichtung 27) zur Mündung 28 des Absaugschachtes 16 fliegen. Aus der Darstellung
wird auch deutlich, daß die Fräszähne, die in ansich bekannter Weise ein in Drehrihtung 9 geneigtes Sägezahnprofil aufweisen,
im Luftspalt 11 der Spitze 10 der Schneidplatte 5 den Effekt
einer Freistrahlturbine im Sinne einer Luftförderung erreichen, wodurch der Fördereffekt der Partikel in Richtung zum Absaugschacht
16 verbessert wird.
Die Fig. 5 zeigt eine weitere Ausführungsform eines Fräsers 81, der eine axiale , mittige Bohrung 29 aufweist, von der
ausgehend am Umfang verteilte , einen gleichmässigen Abstand
einnehmende, radiale Bohrungen 3o ausgehen, die zwischen den Fräszähnen 12 des Fräsers enden. Wird nun in die axiale
Bohrung 29 ein Druckluftstrom eingespeist, dann wird am Abgabeende 33des Fräsers 81 ein noch stärkerer Effekt im
Sinne einer Abschleuderwirkung in Schleuderrichtung 27 erzielt, wodurch die Absaugleistung noch wesentlich verbessert werden
kann.
-9-
Der Fräser 81 kann ohne die Absaugung verwendet werden.
Er kann aber auch in Verbindung mit der anhand der Figuren 1 bis 4 beschriebenen Absaugung verwendet werden. Es wird
sowohl Schutz für die Verwendung des Fräsers nach Fig. 5 allein als auch in Kombination mit der Absaugung nach
den Fig. 1-4 beansprucht.
Ferner ist wesentlich, daß die Saugleistung sehr hoch ist, es kann also kein normaler Staubsauger sein, weil eben
angenommen wird, daß die Saugleistung höher ist, als die statische Kraft zwischen den einander zusammenbackenden
Partikeln 13, und daß hierdurch dieser Zusammenback-Effekt '
vermieden wird. Ebenso ist noch eine weitere Erklärung, j
daß durch die nachgesaugte Luft ein gewisser entionisierender f Effekt erzielt wird. \
Claims (5)
1. Mikrofilm-Vernichter mit einem Gehäuse (1) und einem
am Gehäuse (1) angeordneten Einwurfschacht (2) zur Zuführung
einer oder gegebenenfalls mehrerer Filmkarten (3) entlang einer Schneidplatte (5) zu einem rotierenden Fräser (8),
der die Filmkarte (3) in feine Partikel (13) zerlegt, dadurch gekennzeichnet, daß in der
Nähe des Abgabeendes des Fräsers (8) die Mündung (28) eines Absaugschachtes (16) angeordnet ist, der an ein Sauggebläse
angeschlossen ist.
2. Mikrofilm-Vernichter nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß der Fräser (8) in Arbeitsrichtung durch einen Luftspalt (11) in der
Spitze (10) einer Schneidplatte (5) läuft und daß der Abstand der Spitze der Fräszähne (12) zur zugeordneten, gegenüberliegenden
Fläche der Spitze (10) der Schneidplatte (5) den Wert von etwa Null hat.
-2-
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3. Mikrofiliti-Vernichter nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß der Fräser (8) in Richtung zum Gehäuse (1) zumindest teilweise
abdichtend von einem Abschirmblech (14) umgeben ist.
4. Mikrofilm-Vernichter nach einem der Ansprüche 1-3,
dadurch gekennzeichnet, daß zur füllstandsabhängigen Steuerung der Absaugung der Partikel
(13) im Absaugschacht (16) eine schwenkbar gelagerte Pendelklappe (20) angeordnet ist, in deren Schwenkbereich
der Fühlhebel (23) eines Mikroschalters (24) angeordnet ist.
5. Mikrofilm-Vernichter mit einem Gehäuse (1) und einem
am Gehäuse (1) angeordneten Einwurfschacht (2) zur Zuführung
einer oder gegebenenfalls mehrerer Filmkarten (3) entlang einer Schneidplatte (5) zu einem rotierenden Fräser (8),
der die Filmkarte (3) in feine Partikel (13) zerlegt, dadurch gekennzeichnet, daß
im Luftspalt (11) der Schneidplatte (5) ein partikelabführender
Luftstrom dadurch erzeugt ist, daß die Welle des Fräsers (8) axial durchbohrt ist und daß von der
axialen Bohrung radiale Bohrungen in Richtung zu den Fräszähnen (12) angeordnet sind, (Fig. 5).
-3-
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