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Fahrtschreiber
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Die Erfindung betrifft einen Fahrtschreiber mit einem Gehäuse, einem
an dem Gehäuse schwenkbar gelagerten Deckel, in welchem Antriebs-, Zentrier- und
Mitnahmeelemente für die als Aufzeichnungsträger dienenden Diayrammscheiben sowie
verschiedene durch ein Fenster beobachtbare Anzeigemittel angeordnet sind,und einem
Schloß, welches dem Deckel derart zugeordnet ist, daß - parallele Lage von Schloßachse
und Fahrtschreiberachse vorausgesetzt - die Schloßachse den Fahrtschreiber durchdringt.
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Das übliche bauliche Konzept eines Fahrtschreibers, das vorsieht,
daß, abgesehen von den Anzeigeorganen die Diagrammscheiben unmittelbar dem Deckel
des Fahrtschreibers zugeordnet sind, somit auch die Aufnahme-, Mitnahme- und Antriebselemente
für die Diagrammscheiben im Deckel angeordnet sind und Teile des Deckels den Diagrammscheiben
als Registrierunterlage und Führunysfläche dienen, während die übrigen Registrierorgane,
deren Antriebsmittel sowie die erforderlichen Meßeinrichtungen im wesentlichen im
Gehäuse des Fahrtschreibers untergebracht sind, wird bekanntlich durch die Registrierlage
der Diagrammscheiben im Fahrtschreiber, nämlich einer Lage in einer zur Achse des
Fahrtschreibers senkrecht stehenden Ebene, bestimmt. Maßgebend für eine derartige
Anordnung der Diagrammscheiben ist die Forderung, daß die Diagrammscheiben in allen
für einen Fahrtschreiber in Frage kommenden Einbausituationen bei geöffnetem Deckel
dem Betrachter zugewandt sein sollen, dvh. daß auf möglichst einfache Weise ein
stichprobenweises KontrolLieren der Aufzeichnungen erfolgen kann und ein problemloses
Handhaben der Diagrammscheiben, wenn diese gewechselt werden müssen, gewährleistet
ist.
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Dies setzt voraus, daß auch der Deckel des Fahrtschreibers, der bekanntlich
mittels eines Schlosses mit dem Gehäuse verriegelbar ist, beim Öffnen und Schließen
auf einfache Weise gehandhabt werden kann. Üblicherweise erfolgt die Handhabung
des Deckels mittels des dem Schloß zugeordneten SchlüsseSs, der um seiner Handhabungsfunktion
gerecht zu werden selbstverständlich auch in einer entsprechenden Größe gestaltet
sein muß. Dementsprechend ist aber auch das Schloß auszubilden und derart im Deckel
des Fahrtschreibers zu haltern, daß die Halterung des Schlosses den Handhabungs-
und Zuhaltungsänforderungen entspricht, wobei infolge der zwischen Deckel und Gehäuse
befindlichen, relativ großflächig zu verformenden Dichtung im allgemeinen erhebliche
Kräfte über den Schloßriegel auf das Schloß und dessen Halterung übertragen werden
müssen.
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Bei der für Fahrtschreiber bevorzugten zylindrischen Gehäuse form,
deren Durchmesser vom Durchmesser der verwendeten Diagrammscheibe bestimmt wird,
war es somit als konstruktiv einfachste Lösung naheliegend, das Schloß in einem
außerhalb des Deckelquerschnitts ausgebildeten Ansatz anzuordnen und am Gehäuse
ein im wesentlichen deckungsgleicher, dem Hintergreifen des Schloßriegels dienender
Ansatz auszubilden.
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Abgesehen von der statischen Gestaltungsfreiheit, die sich.
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durch diese Maßnahme für das Schloß und dessen Halterung ergibt, lassen
sich Dichtungsprobleme sowohl in der Schließebene zwischen Deckel und Gehäuse als
auch an der Frontfläche des Fahrtschreibers umgehen und die Forderung nach weitgehend
formatfüllenden und ungestört gestaltbaren Anzeigemitteln erfüllen. Demgegenüber
muß ein ästhetisch wenig befriedigender Gesamteindruck, insbesondere wenn ein derartiger
Fahrtschreiber zusammen mit anderen Rundinstrumenten in einem Armaturenbrett eingebaut
werden soll, in Kauf genommen werden. Entscheidend ist jedoch, daß erhebliche Einbauprobleme
dann gegeben sind, d.h. eine spezielle Aussparung für den Einbau des
Fahrtschreibers
in dem betreffenden Armaturenbrett vorgesehen werden muß, wenn die Frontfläche des
Deckels im wesentlichen in der Einbauebene liegt bzw. der Deckel nur um ein gerinyes
Maß aus der Einbauebene herausragen soll.
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Diese relativ schwerwiegenden Mängel sind vermeidbar, wenn das Schloß,
das wegen der Handhabbarkeit des Deckels und der im Grenzfalle armaturenbrettbündigen
Einbaufähigkeit des Fahrtschreibers weiterhin an der Frontseite des Fahrtschreibers
zugänglich bleiben muß, innerhalb eines geometrisch im wesentlichen regelmäßig gestalteten,
d.h. ansatzfreien Fahrtschreiberkörpers angeordnet wird und wenn gewisse Kompromisse
bezüglich der Gestaltbarkeit der Anzeigemittel in Kauf genommen werden.
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Nun wäre eine Lösung gemäß dem DE-GM 1 770 o24 denkbar, die eine Halterung
bzw. eine Befestigung des Schlosses an einem die Funktionselemente des Deckels tragenden
und mit dem Gehäuse des Fahrtschreibers gelenkig verbundenen sowie, da die zusammenwirkenden
Registrierorgane sowohl am Deckel als auch im Gehäuse angeordnet sind, mit dem Gehäuse
exakt zentrierbaren Bauteil des Deckels, bei dem es sich im allgemeinen um eine
Montageplatte oder ein topfförmig geformtes Bauteil handelt, vorsieht. Eine solche
Lösung ist aber wenig vorteilhaft, weil ein mit dem genannten ersten Bauteil des
Deckels eingriffssicher zu verbindendes, sozusagen das Gehäuse des Dekkels komplettierendes
weiteres Bauteil des Deckels - im allgemeinen ist dies ein Rahmen bzw. Ring, der
die Aufgabe hat, den Deckel frontseitig geschmacklich vorteilhaft, insbesondere
aber zugriffssicher abzuschließen, aber auch das Frontglas und verschiedene andere,
der Anzeige dienende Elemente am ersten Deckelbauteil zu haltern, unter Umständen
auch als Reflektor zu dienen - sowohl des Aussehens wegen als auch aus Dichtungsgründen
am Schloßkörper oder am Schließzylinder des Schlosses zentriert werden müßte. Das
heißt, es wäre, da ein solcher Frontrahmen, insbesondere wenn er, was zweckmäßig
ist,
mit dem ersten Bauteil des Deckels durch Verrasten verbindbar ist, eine maßliche
tiberbestimmung gegeben, deren Verwirklichung einen unangemessen hohen Fertigungsaufwand
zur Folge hätte. Im Gegensatz hierzu ist es aber auch denkbar, das Schloß ausschließlich
in dem entsprechend ausgebildeten Frontrahmen zu haltern. Dabei besteht jedoch die
Gefahr, daß auch bei aufwendiger Lagerung des Schlosses in dem Frontrahmen das beim
Schließen und Zuhalten des Deckels auftretende Kippmoment ein Verwinden und Verziehen
des aus verschiedenen Gründen relativ dünnwandig auszubildenden Frontrahmens verursacht.
Außerdem können durch Toleranzaddition erhebliche Maß abweichungen bezüglich der
Eindringtiefe und somit der Anlagefläche des Schließriegels an dem Gehäuse auftreten.
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Verständlicherweise müssen die geschilderten Risiken bei der angestrebten
Lösung mit einem innerhalb des Fahrtschreiberkörpers angeordneten Schloß vermieden
werden. Dies gilt insbesondere für Fahrtschreiber mit zylindrischem Gehäuse, bei
denen eine wesentliche konstruktive Bedingung darin besteht, daß der Durchmesser
des Gehäuses des Fahrtschreibers und somit auch der Durchmesser eines der Montage
dienenden Anschlagbundes streng am Durchmesser der verwendeten Diagrammscheiben
orientiert werden muß, d.h. nur soviel größer sein darf, als dies zwingend erforderlich
ist. Somit besteht bezüglich der Eingriffstiefe des Schließriegels in die Gehäusewand
bzw. in den an der Gehäusewand ausgebildeten Anschlagbund wenig Spielraum.
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Die zu lösende Aufgabe bestand somit darin, das Schloß eines Fahrtschreibers
unter Vermeidung der dargestellten Schazierigkeiten innerhalb des Fabrtschreibcrkörpers
anzuordnen, und zwar derart daß einerseits die Toleranzabhänyigkeit bezüglich der
Eindringtiefe des Schloßriegels in die Gehäusewand verringert ist, andererseits
eine feste Zuordnung des Schlosses zu den frontseitigen Deckelelementen besteht.
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Die Lösung dieser Aui-(jabe sieht vor, daß ein den Schloßriegel tragender
Schaft an einem als Montageboden dienenden und mit dem Gehäuse zentrierbaren ersten
Bauteil des Deckels gelagert ist, daß der den Schließzylinder lagernde Schloßkörper
an einem mit dem ersten Bauteil des Deckels verbindbaren zweiten Bauteil des Deckels
angeordnet ist und daß sowohl am Schließzylinder des Schlosses als auch am Schaft
des Schloßriegels Kupplungsmittel vorgesehen sind, welche beim Zusammenfügen der
beiden Deckelbauteile in Wirkverbindung treten.
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Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel ist dadurch gekennzeichnet, daß
der den Schließzylinder lagernde Schloßkörper unmittelbar an dem mit dem ersten
Bauteil des Deckels verbindbaren Frontrahmen angeformt ist und daß an einer Stirnseite
des Schaftes des Schloßriegels diametrisch ein Steg angeformt und an einer Stirnseite
des Schließzylinders ein dem Steg zugeordneter Schlitz ausgebildet sind.
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Der Gegenstand der Erfindung bietet, abgesehen davon, daß er die gestellte
SufcJabc zufriedenstellend löst - den Vorteil, daß infolge der Unterl,reshunc3 df.s
Kraft: fluses zwischen Schließzylinder und Schloßriegel die zwischen Deckel und
Gehäuse wirksamen, erheblichen ZuhalLekräftc nicht von dem den Schließzylinder lagernden
Schloßkörper aufgenommen werden miissen, d.h. daß der Schloßkörper unmittelbar.
in dem relativ dünnwandigen, vorzugsweise aus Kunststoff hergestellten Frontrahmen
ausgebildet werden kann und somit, was für das Aussehen und die Dichtwirkung gleichermaßen
entscheidend ist, ein genauer Sitz des Schließzylinders im Frontrahmen ermöglicht
wird Als Vorteil ist ferner hervorzuheben, daß das Schloß keine Bezugsfunktion hinsichtlich
der Fertigung und Montage der Deckelbauteile, insbesondere des b'rontrahmens, hat
und somit am Frontrahmen beispielsweise ein Teil des Deckelscharniers ausgebildet
scin könnte.
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Im folgenden sei das bevorzugte Ausführungsbeispiel der Erfindung
anhand der Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen FIG. 1 eine der Ubersicht dienende
Frontansicht eines in einem Armaturenbrett eines Fahrzeuges eingebauten Fahrtschreibers,
FIG. 2 eine Teilschnittdarstellung gemäß der Schnittlinie A in FIG. 1.
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Ein in einem Armaturenbrett 1 beispielsweise bündig mit dessen FrontfLäche
eingebauter, im wesentlichen zylindrische Konturen aufweisender Fahrtschreiber 2
ist in bekannter Wei se mit einem schwenkbar dem Gehäuse 3 des Fahrtschreibers 2
zugeordneten Deckel 4 und mit einem gehäusefesten Ansatz 5 ausgerüstet. Dabei liegen
die Frontflächen von Deckel 4 und Ansatz 5, die durch den Schwenkspalt 6 voneinander
getrennt sind, vorzugsweise in der gleichen Ebene. Durch ein im Dekkel 4 vorgesehenes
Fenster 7 sind wie üblich Anzeigemittel 8, 9 für die Geschwindigkeitsmeßwerte sowie
solche für die Darstellung der Uhrzeit beobachtbar, während ein in dem Gehäuseansatz
5 ausgebildetes Fenster 13 die Durchsicht auf ein deckelunabhängig angeordnetes
Streckenzählwerk ermöglicht.
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Mit 14 und 15 sind Einstellknöpfe bezeichnet, die der Vorwahl von
unterschiedlichen Fahrertätigkeiten zugeordneten Aufzeichnungsarten dienen. Die
FIG. 1 zeigt ferner, daß in einem den Deckel 4 nach außen abschließenden Frontrahmen
16 der Schließzylinder 17 eines Schlosses 18 angeordnet ist und daß mit 19 der Schlüsselschlitz
des Schlosses 18 bezeichnet ist.
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Im einzelnen ist aus FIG. 2,die das Schloß 18 in einer Stellung zeigt,
in der der Deckel 4 geöffnet werden kann, ersichtlich, daß das Gehäuse des Deckels
4 von einem ersten, in diesem Falle topfförmig geformten Bauteil 20 und dem Frontrahmen
16 gebildet wird und daß der Deckel 4, wenn er geschlossen ist - die Schließebene
ist mit S bezeichnet - mit
einer an ihm ausgebildeten Ringschulter
21 auf dem Rand 22 bzw. dem Anschlagbund des Gehäuses 3 des Fahrtschreibers 2 unter
Zwischenlage einer geeigneten Dichtung anliegt. Wie ferner aus der FIG. 2 hervorgeht,
ist in der Ringschulter 21 eine nicht näher bezeichnete Lagerung ausgebildet, in
der der Riegel 24 des Schlosses 18 bzw. eine dem Riegel 24 zugeordnete Welle oder
ein Schaft 25,mit dem der Riegel 24 lösbar verbindbar ist (Schraube 26), drehbar
gelagert. Der Riegel 24, dem im Anschlagbund 22 des Gehäuses 3 ein Einschnitt 27
zugeordnet ist, steht unter der Wirkung einer als Wellfeder 28 ausgebil-.
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deten Druckfeder, die sich einerseits an der Ringschulter 21, andererseits
an einem an dem Schaft 25 ausgebildeten, stirnseitiy einen Stift 30 tragenden Flansch
29 abstützt, und den Riegel 24 in der dargestellten entriegelten Stellung an einem
an der Ringschulter 21 ausgebildeten Anschlag 31 anliegen läßt. Die strichpunktiert
gezeichnete Stellung des Riegels 24 wird durch Betätigen des Schlosses 18 und Verschwenken
des Riegels 24 erreicht, wobei letzterer an einer an ihm ausgebildeten, jedoch nicht
dargestellten schrägen Fläche gegen die Wirkung der Wellfeder 28 vom Anschlag 31
abgehoben wird.
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Demgegenüber ist der mit dem ersten Bauteil 20 des Deckels 4 durch
geeignete, nicht dargestellte Rastverbindungen verbindbare Frontrahmen 16 als Schloßkörper
und somit als Lager für den Schließzylinder 17 des Schlosses 18 ausgebildet, wobei
in an sich bekannter Weise den quer zur Schloßachse gefedert gelagerten Zuhaltungen
32 und 33 geeignete Aussparungen bzw.
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Nuten 34 und 35 zugeordnet sind. Mit 36 ist ein in den Schließzylinder
17 eingeführter Schlüssel bezeichnet, während 37 einen in einem zylindrischen Ansatz
38 des Schließzylinders 17 ausgeformter Schlitz bezeichnet, in den der riegelseitig
ausgebildete Stift 30 eingreift. Der axialen Sicherung des Schließzylinders 17 dienen
zwei an dem Ansatz 38 angeformte, eine im Frontrahmen 16 ausgebildete Zwischenwand
39 hintergreifende Zungen, von denen eine mit 40 bezeichnet ist. Ausserdem ist im
Bereich der Kupplungsmittel eine Dichtung 41 vorgesehen. Der Vollständigkeit halber
sei noch erwähnt, daß
mit dem Frontring 16 eine Frontscheibe 42,
ein federnder Blendring 43 und ein als Skalenträger dienender Lichtleiter 44, der
auf an dem ersten Deckelbauteil 20 ausgebildeten Konsolen 45 aufliegt, mit dem ersten
Deckelbauteil 20 verbunden sind. Mit 46 ist eine in den Fahrtschreiber eingelegte
Diagrammscheibe bezeichnet. Ferner sei noch erwähnt, daß die Kupplungsmittel, falls
die Fertigungsgenauigkeit der miteinwander zu verbindenden Teile,insbesondere der
beiden Deckelbauteile 16 und 20, dies zuläßt, auch als Steg-Schlitz-Ver-: bindung
ausgebildet werden können, was eine symmetrische Kraftübertragung zwischen Schlüssel
36 und Schloßriegel 24 ermöglicht.