DE3039274C2 - - Google Patents
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- DE3039274C2 DE3039274C2 DE3039274A DE3039274A DE3039274C2 DE 3039274 C2 DE3039274 C2 DE 3039274C2 DE 3039274 A DE3039274 A DE 3039274A DE 3039274 A DE3039274 A DE 3039274A DE 3039274 C2 DE3039274 C2 DE 3039274C2
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- C08G63/02—Polyesters derived from hydroxycarboxylic acids or from polycarboxylic acids and polyhydroxy compounds
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- C08G63/605—Polyesters derived from hydroxycarboxylic acids or from polycarboxylic acids and polyhydroxy compounds derived from the reaction of a mixture of hydroxy carboxylic acids, polycarboxylic acids and polyhydroxy compounds the hydroxy and carboxylic groups being bound to aromatic rings
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Description
Bekanntlich zeichnen sich aromatische Polyester aus Terephthalsäure
und Isophthalsäure oder deren Derivaten und 2,2-Bis-(4-hydroxyphenyl)-propan
(Bisphenol A) oder dessen Derivaten,
durch ausgezeichnete mechanische Eigenschaften, wie Zugfestigkeit
und Biegefestigkeit, Wärmefestigkeit und Beständigkeit
gegen thermische Zersetzung sowie hinsichtlich elektrischer
Eigenschaften aus.
Es ist ferner bekannt, daß aromatische Polyester aus
Terephthalsäure oder Isophthalsäure und p-Hydroxybenzoesäure
oder deren Derivaten mit 4,4′-Dihydroxydiphenyl oder dessen
Derivaten ebenfalls ausgezeichnete mechanische und elektrische
Eigenschaften sowie thermische Stabilität aufweisen, sondern
auch andere günstige Eigenschaften haben, die für praktisch
eingesetzte Kunststoffe erforderlich sind, wie Beständigkeit
gegen Wärme, Chemikalien, Öl, Strahlung und Deformation. Außerdem
sind diese Kunstharze sehr gut verarbeitbar.
Die Herstellung dieser Kunstharze erfolgt unter anderem nach
der sogenannten Suspensions-Polykondensation, bei dem der
entstandene Polyester aus der Lösung ausfällt (vgl. JP-AS
6796/71) sowie durch Polykondensation in Masse, bei der kein
Lösungsmittel eingesetzt wird; vgl. JP-US 46 291/79.
Bei diesen bekannten Verfahren ist es erforderlich, daß die
eingesetzten Ausgangsverbindungen und Lösungsmittel sehr rein
sein müssen, um Polykondensate mit befriedigenden physikalischen
Eigenschaften zu erhalten. Insbesondere hat die Reinheit
von 4,4′-Dihydroxydiphenyl einen großen Einfluß auf die
physikalischen Eigenschaften der Polykondensate. 4,4′-Dihydroxydiphenyl
wird thermisch durch Alkalischmelze hergestellt.
Das Produkt enthält Verunreinigungen, in der Regel
Monohydroxyverbindungen, wie p-Phenylphenol, und Isomere von
4,4′-Dihydroxydiphenyl, wie 2,4′-Dihydroxydiphenyl. Selbst
bei Einsatz von sehr reinem 4,4′-Dihydroxydiphenyl treten in
einigen Fällen bei der Polykondensation Schwierigkeiten auf,
beispielsweise eine unzureichende Zunahme des Polymerisationsgrades.
In anderen Fällen treten beim Verformen Schwierigkeiten
auf. Selbst wenn der Kunststoff sich verformen läßt,
werden verschiedene Eigenschaften, einschließlich der mechanischen
Eigenschaften, ungünstig beeinflußt. Dies führt zu
einer Qualitätsverschlechterung der Formteile.
4,4′-Dihydroxydiphenyl hat einen hohen Schmelzpunkt und hohen
Siedepunkt sowie eine niedrige Löslichkeit in Lösungsmitteln.
Dementsprechend ist die Reinigung der Verbindung
durch Destillation oder Umkristallisation schwierig. Ferner
ist die Bestimmung der Reinheit der Verbindung aufwendig.
Die Bestimmung der Reinheit von 4,4′-Dihydroxydiphenyl erfolgt
gewöhnlich auf chromatographischem Wege, z. B. durch Gaschromatographie
oder Flüssigkeitschromatographie, oder auf
physikalischem Wege, z. B. durch IR-, UV- oder NMR-Spektroskopie,
oder durch chemische Analyse, wie die Elementaranalyse
oder durch Titration.
Alle diese vorstehend genannten analytischen Verfahren haben
Vorteile und Nachteile. Jedenfalls ist die Analyse des 4,4′-Dihydroxydiphenyls
mit diesen Verfahren zeitraubend. Selbst
wenn die Reinheit, d. h. der Anteil an 4,4′-Dihydroxydiphenyl
ausreichend hoch ist, haben die restlichen Spuren Verunreinigungen
bisweilen einen ungünstigen Einfluß auf das Polykondensat,
was sich in unbefriedigenden physikalischen Eigenschaften
zeigt.
DE-OS 27 21 787 offenbart vollaromatische Polyester, bei denen sich eine der
wiederkehrenden Einheiten u. a. von 4,4′-Dihydroxydiphenyl ableitet, ohne daß angegeben
ist, wie das 4,4′-Dihydroxydiphenyl hergestellt wurde und welche Eigenschaften es hat.
Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, das Verfahren
zur Herstellung aromatischer Polyester durch Umsetzen von
aromatischen Dicarbonsäuren und/oder deren reaktionsfähigen
Derivaten mit aromatischen Hydroxycarbonsäuren und/oder deren
reaktionsfähigen Derivaten mit einer aromatischen Dihydroxyverbindung,
die als Hauptbestandteil 4,4′-Dihydroxydiphenyl
enthält, und/oder einem reaktionsfähigen Derivat der aromatischen
Dihydroxyverbindung so zu verbessern, daß eine ausreichende
Zunahme des Polymerisationsgrades erreicht wird und ein
Polykondensat mit sehr guten Eigenschaften erhalten wird. Die
Lösung dieser Aufgabe beruht auf der Verwendung eines speziellen
4,4′-Dihydroxydiphenylproduktes, das eine Wasserstoffionenkonzentration
in einem bestimmten Bereich zeigt, und bei
dem es nicht erforderlich ist, die Verunreinigungen zu identifizieren
und zu bestimmen. Diese Aufgabe wird durch die Erfindung
gelöst.
Gegenstand der Erfindung ist somit ein Verfahren zur Herstellung
aromatischer Polyester durch Umsetzen von aromatischen
Dicarbonsäuren und/oder deren Ester bildenden Derivaten
(A) mit aromatischen Hydroxycarbonsäuren und/oder deren Ester
bildenden Derivaten (B) und einer aromatischen Dihydroxyverbindung
(C), die durch Alkalischmelze hergestellt worden ist,
und die als Hauptbestandteil 4,4′-Dihydroxydiphenyl enthält,
und/oder einem Ester bildenden Derivat dieser aromatischen
Dihydroxyverbindung, das dadurch gekennzeichnet ist, daß man
als 4,4′-Dihydroxydiphenyl ein Produkt solcher Qualität einsetzt,
das eine Lösung von 1 Gewichtsteil in 100 Gewichtsteilen
eines Gemisches aus Methanol und Wasser im Gewichtsverhältnis
70 : 30 einen pH-Wert von 6,6 bis 7,4 zeigt.
Typische Beispiele für die im erfindungsgemäßen Verfahren verwendbare
Komponenten (A) sind Terephthalsäure, Isophthalsäure,
2-Methylterephthalsäure und Naphthalindicarbonsäuren,
sowie deren Ester bildende Derivate, beispielsweise niedere
Alkylester, Phenylester und Säurehalogenide. Spezielle Beispiele
für Ester bildende Derivate sind Terephthalsäuredimethylester,
Terephthalsäurediphenylester und Isophthalsäurediphenylester.
Typische Beispiele für die im erfindungsgemäßen Verfahren verwendbaren
Komponenten (B) sind p-Hydroxybenzoesäure, m-Hydroxybenzoesäure,
3,5-Dimethyl-4-hydroxybenzoesäure, β-Naphthol-6-carbonsäure
und α-Naphthol-5-carbonsäure und deren
Ester bildende Derivate, beispielsweise niedere Alkylester,
Phenylester und Säurehalogenide. Spezielle Beispiele für Ester
bildende Derivate sind p-Hydroxybenzoesäuremethylester und p-Hydroxybenzoesäurephenylester.
Besonders bevorzugt sind p-Hydroxybenzoesäure, p-Acetoxybenzoesäure
und p-Hydroxybenzoesäurephenylester.
Typische Beispiele für die im erfindungsgemäßen Verfahren verwendbaren
Komponenten (C) sind 4,4′-Dihydroxydiphenyl, Hydrochinon,
Resorcin, 4,4′-Dihydroxydiphenylsulfid, 4,4′-Dihydroxydiphenylsulfon,
4,4′-Dihydroxydiphenyläther, 4,4′-Dihydroxybenzophenon
und 4,4′-Dihydroxydiphenylmethan oder deren Ester
bildende Derivate, beispielsweise alkanoylierte Derivate. Die
Alkanoylierung bzw. Acylierung kann unter Verwendung niederer
aliphatischer Carbonsäureanhydride, wie Essigsäureanhydrid,
Propionsäureanhydrid, Buttersäureanhydrid oder Isobuttersäureanhydrid,
oder der Säurehalogenide niederer aliphatischer
Carbonsäuren, wie Acetylchlorid oder Propionylchlorid, durchgeführt
werden.
In der Komponente (C) soll der Anteil an 4,4′-Dihydroxydiphenyl
und/oder einem Ester bildenden Derivat mindestens
50 Gewichtsprozent, vorzugsweise mindestens 70 Gewichtsprozent,
bezogen auf die Gesamtmenge der Komponente (C) betragen.
Bei einem Gehalt von weniger als 50 Gewichtsprozent ist
es schwierig, ein Polykondensat mit befriedigenden physikalischen
Eigenschaften zu erhalten.
Das erfindungsgemäß verwendete 4,4′-Dihydroxydiphenyl wird
durch Alkalischmelze hergestellt. Dieses Verfahren umfaßt die
doppelte Sulfonierung von Diphenyl beispielsweise mit Schwefelsäure, die anschließende
Neutralisation oder 4,4′-Diphenylsulfonsäure mit
beispielsweise Natriumhydroxid und nachfolgende Alkalischmelze,
beispielsweise mit Natriumhydroxid und Hydrolyse
des Reaktionsprodukts.
Das erfindungsgemäß eingesetzte 4,4′-Dihydroxydiphenyl soll
von solcher Qualität sein, daß eine Lösung von 1 Gewichtsteil
in 100 Gewichtsteilen eines Gemisches aus Methanol und Wasser
im Gewichtsverhältnis 70 : 30 einen pH-Wert im Bereich von
6,6 bis 7,4 aufweist. Sofern der pH-Wert unter 6,6 liegt,
fällt ein deutlich verfärbtes Polykondensat an, das auch eine
verminderte thermische Stabilität und schlechtere mechanische
Eigenschaften, beispielsweise hinsichtlich Zugfestigkeit, aufweist.
Bei einem pH-Wert oberhalb 7,4 läßt sich der Polymerisationsgrad
nur schwer erhöhen und die Verformbarkeit des
Polykondensats ist verschlechtert. Selbst wenn die Formmassen
verformbar sind, werden spröde Formteile erhalten, die leicht
zerbrechen.
Bei Verwendung eines esterbildenden Derivats von 4,4′-Dihydroxydiphenyl
als Komponente (C) im erfindungsgemäßen Verfahren
wird der pH-Wert des eingesetzten 4,4′-Dihydroxydiphenyls
auf die vorstehend beschriebene Weise bestimmt, um
festzustellen, ob das Ausgangsmaterial zur Herstellung des
esterbildenden Derivats geeignet ist.
Sofern der pH-Wert des 4,4′-Dihydroxydiphenyls nicht in dem
angegebenen Bereich von 6,6 bis 7,4 liegt, kann das Produkt
beispielsweise mittels eines Ionenaustauscherharzes gereinigt
werden, um den pH-Wert in den Bereich von 6,6 bis 7,4 zu
bringen.
Zur Herstellung der Polyester wird das erfindungsgemäße Verfahren
vorzugsweise als Polykondensation in Masse oder als
Polykondensation in Suspension durchgeführt. Es können jedoch
auch andere Verfahren angewendet werden. Die Polykondensation
in Masse ist besonders bevorzugt, da sie in Abwesenheit eines
organischen Lösungsmittels erfolgt, das Polykondensat leichter
zu isolieren und das Verfahren wirtschaftlicher ist. Die
Polykondensation in Masse kann nach üblichen Verfahren durchgeführt
werden.
Beispielsweise kann das Verfahren so durchgeführt werden, daß
man die drei Komponenten (A), (B) und (C) gleichzeitig in
einem Reaktionsgefäß vorlegt. Die Polykondensation kann bei
Temperaturen von etwa 200 bis 400°C, vorzugsweise bei etwa
250 bis 250°C durchgeführt werden. Da die Reaktionsgeschwindigkeit
mit der Temperatur zunimmt, wird die Umsetzung zweckmäßig
bei verhältnismäßig hohen Temperaturen durchgeführt.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Polykondensation
in Masse werden gleichzeitig Scherkräfte eingesetzt, damit
das bei der Reaktionstemperatur entstandene Polykondensat sich
nicht zu einer Masse verfestigt, sondern in einer Dispersion
gehalten wird, bis praktisch das gesamte Reaktionsgemisch in
eine feste Phase überführt ist. Entsprechend dem Siedepunkt
oder Zersetzungspunkt der eingesetzten Monomere oder Oligomeren
ist die zulässige maximale Reaktionstemperatur in der
frühen Stufe der Polykondensation verhältnismäßig niedrig;
sie wird mit fortschreitender Polykondensation höher. In
einer bevorzugten Ausführungsform wird die Polykondensation
in der frühen Stufe bei Atmosphärendruck oder Unterdruck und
bei Temperaturen von 80 bis 250°C und danach bei Temperaturen
von 250 bis 380°C, vorzugsweise 300 bis 360°C, durchgeführt.
Sobald das Reaktionsgemisch als Dispersion bzw. Polydispersion
vorliegt, kann die Temperatur auf 300 bis 400°C,
vorzugsweise 310 bis 370°C, erhöht werden, wobei der Schmelzpunkt
oder die Zersetzungstemperatur des Polykondensats zu
berücksichtigen ist. Unterhalb der Schmelztemperatur oder
des Zersetzungspunktes nimmt die Reaktionsgeschwindigkeit
mit der Temperatur zu.
Alternativ können auch die drei Komponenten (A), (B) und (C)
in einem ersten Reaktionsgefäß vorgelegt werden. Das Gemisch
wird dann der Polykondensation unter Bildung eines Vorkondensates
unterworfen. Anschließend wird das Vorkondensat in ein
zweites Reaktionsgefäß überführt, in dem das hochpolymere
Polykondensat gebildet wird. In diesem Fall kann das im ersten
Reaktionsgefäß gebildete Vorkondensat in das zweite Reaktionsgefäß
überführt werden, nachdem es aus dem ersten Reaktionsgefäß
in geschmolzenem Zustand entnommen und danach
pulverisiert worden ist. Das Vorkondensat kann auch zunächst
in einem Extruder zu Granulat verarbeitet und anschließend
im zweiten Reaktionsgefäß weiter kondensiert werden.
Zur Beschleunigung der Polykondensation kann ein Katalysator
verwendet werden. Die Menge des Katalysators soll derart
bemessen sein, daß Katalysatorrückstände im Polykondensat
die Qualität des Kunstharzes nicht ungünstig beeinflussen.
Es werden die üblichen Katalysatoren zur Herstellung
aromatischer Polyester verwendet.
Das Reaktionssystem im erfindungsgemäßen Verfahren kann weiterhin
übliche Zusätze für Kunstharze enthalten, wie Stabilisatoren,
Pigmente oder Farbstoffe und Füllstoffe. Die Mengen
sind derart bemessen, daß die Eigenschaften der Polykondensate
nicht ungünstig beeinflußt werden.
Der Zusatz von Füllstoffen, die an der Polykondsation
nicht teilnehmen, zu dem in Masse zu kondensierenden Reaktionsgemisch
erleichtert die Dispersion des festen Polykondensats.
Beispiele für verwendbare Füllstoffe sind Kieselsäure,
Quarzpulver, Sand, hochdisperse Kieselsäure, Siliciumcarbid,
Aluminiumoxid, Glasfasern, Zinnoxid, Eisenoxid, Zinkoxid,
Kohlenstoff und Graphit. Als Pigmente können beispielsweise
Titandioxid und andere anorganische Pigmente sowie
wärmebeständige organische Pigmente verwendet werden.
Das erfindungsgemäß hergestellte Polykondensat kann beispielsweise
durch Pressen, Spritzguß oder Extrudieren zu Formteilen,
Folien und Plattenmaterial verformt werden. Derartige
Formteile werden auf den verschiedensten Gebieten der Technik
eingesetzt, beispielsweise in der Elektronik, im Fahrzeugbau
als Behälter und Verpackungsmaterial.
Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren werden Polykondensate
mit nur sehr geringer Verfärbung und ausgezeichneten thermischen
und mechanischen Eigenschaften erhalten.
Die Beispiele und Vergleichsbeispiele erläutern die Erfindung.
In den Beispielen bedeutet der Verlust beim Erhitzen den
prozentualen Gewichtsverlust, wenn eine bestimmte Menge eines
Polykondensats 5 Stunden in einem 380°C heißen Ofen erhitzt
wird. Dies ist eines der Anzeichen für die Stabilität des
Polykondensats bei hohen Temperaturen. Der pH-Wert kann entweder
mit einem pH-Meter oder durch Neutralisationstitration
mittels eines Indikators bestimmt werden. In den Beispielen
und Vergleichsbeispielen wird der pH-Wert nach der Elektrodenmethode
mit einem pH-Meter von Toa Dempa Co. bestimmt. Die
Reinheit des 4,4′-Dihydroxydiphenyls wird mittels eines
Flüssigkeitschromatographen (Modell 6000 A von Waters Co.)
bestimmt.
In einem Polymerisationsgefäß, das mit einem Ankerrührer (U-Rührer)
ausgerüstet ist, der in nahem Abstand zur Gefäßwandung
angeordnet ist, werden 756 g p-Hydroxybenzoesäure,
453 g Terephthalsäure, 508 g durch Alkalischmelze erzeugte
4,4′-Dihydroxydiphenyl sowie 1224 g Essigsäureanhydrid vorgelegt.
Das 4,4′-Dihydroxydiphenyl ist von solcher Qualität, daß
eine Lösung von 1 g in 100 g eines Gemisches aus Methanol
und Wasser im Gewichtsverhältnis 70 : 30 einen pH-Wert von
6,90 zeigt. Das Produkt enthält 99,5% 4,4′-Dihydroxydiphenyl
sowie 0,4% p-Phenylphenol. Das Gemisch wird unter
Stickstoff als Schutzgas innerhalb einer Stunde auf 150°C
erhitzt und weitere 3 Stunden unter Rückfluß gekocht. Danach
wird bei ansteigender Temperatur die entstandene Essigsäure
abdestilliert. Die Temperatur des Gemisches wird unter Anwendung
hoher Scherkräfte auf 330°C gebracht. Hierbei wird eine
Zunahme der erforderlichen Torsionskraft beobachtet. Die Polykondensation
wird weitere 2 Stunden unter intensivem Rühren
fortgesetzt. Danach wird das Polykondensat langsam auf 200°C
unter weiterem intensivem Rühren abgekühlt. Das Polykondensat
fällt in Pulverform an und wird aus dem Reaktionsgefäß
entnommen. Es werden 1411 g (93% d. Th.) Pulver erhalten.
Das Pulver wird in einen Aluminium-Drehofen verbracht und im
Stickstoffstrom innerhalb 6 Stunden allmählich auf 360°C erhitzt.
Danach wird das Pulver auf 200°C abgekühlt und aus dem
Ofen entnommen. Es werden 1380 g Pulver erhalten. Das Pulver
wird bei 390°C durch Spritzguß zu Prüfkörpern verformt, deren
Zugfestigkeit 10 983 N/mm² beträgt. Die Formteile sind von
sehr schwach gelbstichiger Farbe und haben ein ansprechendes
Aussehen. Sie lassen sich nur unter sehr hoher Kraftanwendung
biegen. Der Gewichtsverlust beim Erhitzen beträgt 1,1%.
In einem Polymerisationsgefäß gemäß Beispiel 1 werden 378 g
p-Hydroxybenzoesäure, 227 g Terephtalsäure, 205 g des in
Beispiel 1 eingesetzten 4,4′-Dihydroxydiphenyls, 29,7 g
Hydrochinon und 612 g Essigsäureanhydrid vorgelegt. Das Gemisch
wird gemäß Beispiel 1 umgesetzt. Es wird ein pulverförmiges
Polykondensat erhalten, das bei 370°C durch Spritzgießen
verformt wird. Die Formteile haben eine Zugfestigkeit
von 9022 N/mm², sie besitzen gute Farbe, ansprechendes
Aussehen und sehr gute Festigkeit. Der Gewichtsverlust beim
Erhitzen beträgt 1,8%.
Gemäß Beispiel 1 werden 756 g p-Hydroxybenzoesäure, 453 g
Isophthalsäure, 508 g durch Alkalischmelze erzeugtes 4,4′-Dihydroxydiphenyl
und 1224 g Essigsäureanhydrid umgesetzt.
Der pH-Wert des eingesetzten 4,4′-Dihydroxydiphenyls beträgt
7,05. Das Produkt enthält 96,5% 4,4′-Dihydroxydiphenyl sowie
3,3% p-Phenylphenol. Das erhaltene Polykondensat wird
bei 390°C durch Spritzgießen verformt. Es werden Prüfkörper
mit einer Zugfestigkeit von 8728 N/mm², guter Farbe und ansprechendem
Aussehen erhalten. Beim Vergleich mit den Ergebnissen
von Beispiel 1 zeigt sich kein Einfluß des p-Phenylphenols.
Auf die gleiche Weise wie in Beispiel 1 wird ein Polykondensat
hergestellt, jedoch wird ein 4,4′-Dihydroxydiphenyl mit
einem pH-Wert von 6,50 und einer Reinheit von 99,5% (0,4%
p-Phenylphenolgehalt) eingesetzt. Das aus dem Polymerisationsgefäß
entnommene Polykondensat liegt in Form eines
Blocks untergeordneter Menge an Pulver vor und hat eine
rotstichig braune Farbe. Beim Spritzgießen bei 380°C erfolgt
noch weitere Verfärbung. Es werden braune Formteile erhalten.
Die Zugfestigkeit von Prüfkörpern beträgt 5011 N/mm².
Beim Biegen der Prüfkörper mit der Hand brechen diese aufgrund
ihrer Sprödigkeit sehr leicht. Der Gewichtsverlust
beim Erwärmen beträgt 6,3%.
Auf die in Beispiel 1 beschriebene Weise werden Polykondensate
unter Verwendung von 4,4′-Dihydroxydiphenyl unterschiedlicher
Qualität hergestellt. In Tabelle I sind die Farbe und
der Gewichtsverlust beim Erwärmen der Polykondensate sowie
die Eigenschaften von Formteilen zusammengefaßt. In die Tabelle
sind ebenfalls die Ergebnisse von Beispiel 1 bis 3 und
Vergleichsbeispiel 1 aufgenommen.
Claims (7)
1. Verfahren zur Herstellung aromatischer Polyester durch
Umsetzen einer aromatischen Dicarbonsäure und/oder eines
Ester bildenden Derivats der Dicarbonsäure (A) mit einer
aromatischen Hydroxycarbonsäure und/oder einem Ester bildenden
Derivat dieser Hydroxycarbonsäure (B) sowie einer aromatischen
Dihydroxyverbindung (C), herstellbar durch Alkalischmelze,
die als Hauptbestandteil 4,4′-Dihydroxydiphenyl
enthält, und/oder einem Ester bildenden Derivat dieser aromatischen
Dihydroxyverbindung, dadurch gekennzeichnet,
daß man als 4,4′-Dihydroxydiphenyl
ein Produkt solcher Qualität verwendet, daß eine Lösung von
1 Gewichtsteil in 100 Gewichtsteilen eines Gemisches aus
Methanol und Wasser im Gewichtsverhältnis 70 : 30 einen pH-Wert
von 6,6 bis 7,4 zeigt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
man als Komponente (A) Terephthalsäure, Isophthalsäure, 2-Methylterephthalsäure
oder eine Naphthalindicarbonsäure verwendet
bzw. als Ester bildendes Derivat einen niederen Alkylester,
einen Phenylester oder ein Säurehalogenid einsetzt.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
man als Komponente (B) p-Hydroxybenzoesäure, m-Hydroxybenzoesäure,
3,5-Dimethyl-4-hydroxybenzoesäure, β-Naphthol-6-carbonsäure
oder α-Naphthol-5-carbonsäure verwendet bzw. als Ester
bildendes Derivat einen niederen Alkylester, einen Phenylester
oder ein Säurehalogenid einsetzt.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
man als Komponente (C) 4,4′-Dihydroxydiphenyl, Hydrochinon,
Resorcin, 4,4′-Dihydroxydiphenylsulfid, 4,4′-Dihydroxydiphenylsulfon,
4,4′-Dihydroxydiphenyläther, 4,4′-Dihydroxybenzophenon
oder 4,4′-Dihydroxydiphenylmethan verwendet bzw. als
Ester bildendes Derivat eine alkanoylierte Verbindung einsetzt.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
man als aromatische Dicarbonsäure Terephthalsäure und/oder
Isophthalsäure und als aromatische Hydroxycarbonsäure p-Hydroxybenzoesäure
verwendet.
6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
man eine aromatische Dihydroxyverbindung verwendet, die mindestens
50 Gewichtsprozent 4,4′-Dihydroxydiphenyl enthält.
7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
man die Umsetzung durch Polykondensation in Masse oder in
Suspension durchführt.
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