DE3032480C2 - Verfahren zur Abtragung elektrokatalytisch wirksamer Schutzüberzüge von Elektroden mit Metallkern und Anwendung des Verfahrens - Google Patents
Verfahren zur Abtragung elektrokatalytisch wirksamer Schutzüberzüge von Elektroden mit Metallkern und Anwendung des VerfahrensInfo
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Description
tion angegeben, indem m:.·. die Trägerkonstruktion mit einem Salzschmelzbad i'i Kontakt bringt, das aus einer
Mischung a::s 1 bis 15 C- w.-Teilen eines Alkalimetallhydroxids
und einem Gnv.-Teil eines Alkalisalzes eines oxidierenden Agens b .steht.
Fast identisch dan-.t ist die DE-PS 19 09 757, nach der
die Anoden bei ein.r Temperatur von 25O0C mit einer Schmelze von K?iium- oder Natriumnitrat, die außerdem
noch ei'.e starke anorganische Base enthält, behandelt werden.
Ein etwa? anderes Verfahren ist in der US-PS 37 61 312 o'fenbarL Hier werden die Elektroden einem
zweistufigen Beizvorgang, wobei das erste Beizbad 0,3 bis 3% H2O2 neben beliebigen Säure und Basen enthält
und die zweite Beizflüssigkeit aus 20—30°/oiger Salzsäure besteht, unterworfen.
Endlich beschreibt die US-PS Re 28 849 ein elektrolytisches Reinigungsverfahren, wobei die zu reinigende
Elektrode als Anode- in einem Elektrolyten geschaltet wird, der 5 bis 700A eines Sulfats, Nitrats, Perchlorats,
Chlorats, eines P.vsulfats oder eine Mischung derselben enthält. Elektrciysiert wird bei einer Stromdichte von 1
bis 100 A/dm2
Diese Verfahren sind weniger für einen technischen Einsatz ge.-ignet, sondern mehr als Labormethoden
anzusprernen. Insbesondere eignen sich Verfahren, die mit sauren Salzen oder Säuren arbeiten, nicht zur
Behandlung von Titananoden technischer Konstruktion und mich einem technischen Einsatz, da diese Konstruktionsteile
aufweisen, die entweder von vornherein keine Schutzschicht enthalten haben bzw. diese durch
Kurzschlüsse vollständig verloren haben. Durch eine Behandlung mit sauren Chemikalien werden diese daher
sofort sehr massiv angegriffen, während die zu entfernende Deckschicht sich nur schwach oder gar
nicht auflöst.
Bei Verfahren dieser Art, wie sie in der US-PS 36 84 577 beschrieben sind, ergeben sich erhebliche
Gefährdungen, da die dort herangezogenen oxidierenden Salzschmelzen zum Teil schon bei schwachem ίο
Erwärmen explosionsartig mit Titan reagieren (GME-LIN, Handbuch der anorganischen Chemie, Systemnummer
41, 198 (1951)). Dies gilt auch für die Salzschmelzen gemäß DE-PS 19 09 757, wenn auch erst
bei höheren Temperaturen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein einfaches und billiges Verfahren zur Entfernung
verbrauchter Überzüge von Metallelektroden unter Freilegung einer sauberen Oberfläche für die Wiederbeschichtung
zu schaffen, worin der Abtrag an Metall minimal und vor allem gleichmäßig ist und die
wertvollen Komponenten der Schutzüberzüge vollständig und einfach rückgewonnen werden können. Dieses
Verfahren soll insbesondere auf Ventilmetallelektroden mit edelmetallhaltigen Schutzüberzügen anwendbar
sein.
Diese Aufgabe wird durch die Schaffung eines Verfahrens der eingangs genannten Art gelöst, das
dadurch gekennzeichnet ist, daß durch gezielte thermische Behandlung eine zwischen dem Schutzüberzug und &<
> der Trägerkonstruktion befindliche, nichthaftende Zwischenschicht einer Verbindung des Trägermetalls
erzeugt wird.
Der metallische Trägerkern kann aus jedem Metall bzw. jeder Metallegierung bestehen, auf denen sich eine
nichthaftende Verbindung erzeugen läßt.
Als Ursache dieses Nichthaftens der neu gebildeten Verbindungsschichten kommen verschiedene physikalische
Phänomene in Frage, etwa aufgrund des Pilling-Bedworth-Prinzipes, nach dem z. B. Oxide ein größeres
Volumen einnehmen als die Metalle aus denen sie gebildet werden, oder durch unterschiedliche thermische
Ausdehnungskoeffizienten, oder durch bildung gasförmiger Verbindungen, wie Oxide, Hydride, etc,
oder durch Bindungsschwächung in der Grenzschicht durch Diffusion der Kationen aus dem Metall
(Kirkendall-Effekt) und dergleichen.
Die Art des Überzuges selbst auf dem metallischen Träger ist nicht kritisch. Die für die Chlor-Alkali-Elektrolyse
und verwandte elektrochemische Prozesse verwendeten, elektrokatalytisch wirksamen Schutzschichten
bestehen im allgemeinen aus oxidischen Komponenten der Platinmetalle und weisen eine
Schichtdicke von einigen Mikrometern auf. Jedoch lassen sich die chemische Zusammensetzung des
Überzuges sowie dessen Dicke in weiten Grenzen variieren, ohne daß die für die Ausbildung der
nichthaftenden Verbinaungsschicht notwendige Festkörperdiffusion von Kationen und/oder Anionen durch
die noch vorhandene Beschichtung, insbesondere bei verbrauchten Überzügen, insbesondere bei höheren
Temperaturen behindert wäre.
Bei der Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist die Bildung von Oxiden, Carbiden, Nitriden,
Hydriden bzw. Kombinationen hiervon, besonders vorteilhaft.
Im allgemeinen wird die Bildung der nichthaftenden Zwischenschicht zwischen Überzug und metallischem
Substrat dadurch erreicht, daß die thermische Behandlung bei einer Temperatur von 400 bis 900°C
durchgeführt wird. Insbesondere wird die thermische Behandlung in einer Gasatmosphäre mit zumindest
einem Anteil an sauerstoff-, kohlenstoff-, Stickstoff- oder wasserstoffliefernder Komponente oder einem Gemisch
hiervon — je nach der gewünschten Verbindung — durchgeführt. Diese kann bei Blechen auch aus
mehreren Zyklen bestehen. Zur Optimierung der Bedingungen bedarf es für jede neue Kombination von
metallischem Untergrund und Schutzüberzug zweckmäßig einiger gezielter Tests, gegebenenfalls unter
Zuhilfenahme thermogravimetrischer und difiertialthermoanalytischer
Untersuchungen, da die vorhandene Literatur sich primär auf die Verbindungsbildung
ungeschützter Metalle bezieht. Durch die behinderte Diffusion durch die Schutzschicht bilden sich z. B. in der
Zwischenschicht leicht unterstöchiometrische Verbindungen, z. B. Oxide, die auf der blanken Metalloberfläche
unter wesentlich anderen Bedingungen, etwa unter sehr stark vermindertem Gaspartialdruck, entstehen
können.
Im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahren ist es, wie bereits vorstehend angeführt, bevorzugt, daß die
thermische Behandlung in einer Gasatmosphäre mit zumindest einem Anteil an sauerstoff-, kohlenstoff-,
stickstoff- oder wasserstoffliefernder Komponente, oder einem Gemisch hiervon, je nach gewünschter
nichthaftender Verbindung, durchgeführt wird. Als sauerstoffliefernde Komponente können beispielsweise
Luft oder Gemische mit einem niedrigeren Sauerstoffanteil herangezogen werden. Da die Diffusion des
Gases durch die abzutragende Schutzschicht häufig den geschwindigkeitsbestimmenden Schritt darstellt, bringt
im allgemeinen eine Erhöhung des Sauerstoffanteils in dem Gas keinen speziellen Vorteil. Als kohlenstoffliefernde
Komponente kann z. B. eine Atmosphäre, die Kohlenwasserstoffe enthält, dienen. Als Stickstoff- oder
wasserstoffliefernde Komponente können primär Stickstoff, dessen Wasserstoffverbindungen bzw. Wasserstoff
herangezogen werden. Je nach Durchführung der Reaktionsbedingungen kann es manchmal zweckmäßig
sein, der Gasatmosphäre zusätzlich einen Anteil an, unter Behandlungsbedingungen inertem Gas zuzumischen.
Als solches inertes Gas können z. B. Edelgase, bevorzugt Argon, etc., angesehen werden.
Für die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist es besonders bevorzugt, vor der thermischen
Behandlung eine Vortrocknungsstufe vorzuschalten. Die Vortrocknung kann insbesondere im Bereich von
130 bis 250° C durchgeführt werden.
Bei Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Herstellung der nichthaftenden Metallverbindung
ist es häufig bevorzugt, niedrige Temperaturbereiche sowohl bei der Aufheizphase als auch bei der
Abkühlungsphase recht rasch zu durchlaufen und bei der Reaktionstemperatur, bei der die Bildung der
nichthaftenden Metallverbindung erfolgt, nur für einen kurzen Zeitraum, häufig unter 1 Stunde, manchmal
bevorzugt im Bereich von 20 bis 40 Minuten für Bleche, und beim Einsatz eines sehr reaktiven Gases sogar noch
bei kürzerer Reaktionszeit zu halten. Für die Behandlung von Elektroden als Drahtroste sind Behandlungszeiten unter 15 Minuten bevorzugt Wenngleich sich
diese Zeitangaben primär auf die Behandlung von Titankernen be:ziehen, so ist es doch für den Fachmann
aufgrund orientierender Versuche leicht möglich, die optimalen Temperatur- und Zeitbedingungen bei
anderen Ventilmetallen leicht zu ermitteln Es ist offensichtlich, daß die Temperatur- und Zeitbedingungen
im gewissen Rahmen, je nach Art und insbesondere Detailgeometrie der Elektrodenkonstruktion, Dicke des
abzutragenden Überzuges, Art des eingesetzten Reaktionsgases und dessen Druck im gewissen Umfang
variieren können.
Bei der Behandlung von Elektroden, wie sie bei der wäßrigen Chloralkalielektrolyse häufig Verwendung
finden, d. h. von Elektroden, die auf einem Ventilmetallkern eine Beschichtung aus Platinmetall bzw. Verbindungen
oder Gemische hiervon enthalten, ist es häufig günstig, zur Herstellung der gewünschten Verbindungen
im Bereich von 700 bis 870° C in Gasatmosphäre zu halten, wobei sich diese Bedingungen insbesondere für
die Herstellung von Oxiden, beispielsweise durch Behandlung in Luft, bewährt haben.
Es ist aber auch möglich, die thermische Behandlung zur Erzeugung eines nichthaftenden Oxides, z. B. bei
einer oberhalb 650°C liegenden Temperatur in nichtoxidierender Salzschmelze durch anodische Oxidation
durchzuführen.
Das erfindungsgemäße Verfahren findet seine bevorzugte Anwendung zur Entfernung desaktivierter
Schutzüberzüge von Elektroden mit einem Kern aus Ventilmetall oder einer Ventilmetallegierung und
insbesondere aus Titan bzw. Legierungen hiervon. Das Verfahren läßt sich besonders günstig auch auf solche
Elektroden anwenden, bei denen die die aktive Beschichtung tragenden Teile aus Streckmetall, Draht
oder Stäben eines maximalen Durchmessers unter 1 cm bestehen. Bei derartigen Elektrodenkonstruktionen, die
häufig bei der wäßrigen Chloralkalielektrolyse ihren Einsatz finden, ist es häufig besonders günstig, wenn die
thermische Behandlung zwischen 800 und 870° C in Luft während eines Zeitraums von weniger als 15 Minuten
durchgeführt wird, wobei dieser Temperaturbereich durch sehr rasches Aufheizen der Elektrode sehr rasch
erreicht wird.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist insbesondere auch auf Elektrodenbleche, die die aktive Beschichtung
tragen, anwendbar. In diesem Fall ist es besonders günstig, wenn die Bleche bei einer Temperatur zwischen
etwa 600 bis 700° C während eines Zeitraums von mehr als 20 Minuten, vorzugsweise in Luft behandelt werden.
Das erfindungsgemäße Verfahren und dessen Anwendung ist nachstehend im Hinbück auf die bevorzugte
Bildung von Oxiden weiter erläutert. Diese Ausführungen gelten zum Teil sinngemäß auch für die
Herstellung von anderen nichthaftenden Metallverbindungen bzw. kann aufgrund dieser konkreten Angaben
eine sinngemäße Übertragung für den Fachmann, gegebenenfalls unter Durchführung einiger einfacher
orientierender Versuche, leicht erfolgen.
Überraschenderweise kann auch die Formgebung des metallischen Grundkörpers eine wesentliche Rolle bei
der Festlegung der Reaktionsbedingungen spielen. Zum
Beispiel kann man auf einem beschichteten Titanform- ^
körper flächig-planarer Ausbitdung ein nichthaftendes g
Oxid dadurch erzeugen, daß man ihn einer Temperaturbehandlung bei 650 bis 700° C an Luft aussetzt. Es bildet
sich dabei ein weißes Titanoxid, das beim Abkühlen des Formkörpers leicht abblättert und abspringt. Wird unter
den gleichen Reaktionsbedingungen jedoch beschichtetes Rundmaterial behandelt, etwa Draht von 3 bis 5 mm
Durchmesser, so haftet das als Zwischenschicht gebildete Titanoxid fest an dem Untergrund und läßt
sich durch Bürsten mit Drahtbürsten oder ähnlichen Verfahren kaum entfernen. Auch längere Reaktionszeiten,
Thermoschockbehandlung und Erhöhung der Reaktionstemperatur bis in die Nähe von 750°C bringen
keine vollständige Ablösung der Beschichtung von dem Untergrund. Dieses Phänomen läßt sich erklären, wenn
man annimmt, daß das in dem genannten Temperaturbereich gebildete Oxid aufgrund des Pilling-Bedworth-Prinzips,
also wegen seines größeren Volumens, bei radialem Wachstum auf Rundmaterial ohne Spannung
aufwächst, da linear proportional zur Schichtdicke des wachsenden Oxides, r + Δη sich auch die zum
Aufwachsen zur Verfügung stehende Fläche, 2 n(r + Ar) ■ h, vergrößert.
Die Beseitigung von verbrauchten Überzügen von Drähten mit einem Durchmesser unter 1 cm bzw. von
Streckmetall mit Stegbreite und Steghöhe unter 0,5 cm ist jedoch von besonderer Bedeutung, da in technischen
Elektrolysen eingesetzte aktivierte Metallanoden sich überwiegend folgenden zwei Konstruktionstypen
zuordnen lassen:
(a) Bei Anoden für Horizontalzellen wird die eigentliche Anodenfläche aus parallelen Titandrähten von
etwa 3 bis 5 mm Durchmesser gebildet, die im Abstand von wenigen mm auf ein Stromverteilungssystem
aus mehreren massiven Titanstegen aufgeschweißt sind (Schmetterling). Die Stromzuführung
erfolgt durch einen Kupforstab, der in den Schmetterling eingeschraubt wird und gegen den
Angriff des Chlors durch eine aufgeschweißte Titanhülse geschützt ist
(b) Für die Alkalichloridelektrolyse nach dem Diaphragma- bzw. Membran-Verfahren verwendet
man Kastenanoden mit äußeren Abmessungen von ca. 0,5—2 m Kantenlänge und einer Tiefe von
einigen cm. Die Korbwände bestehen aus gewalztem oder ungewalztem edelmetallbeschichteten
Streckmetall mit Steghöhe und Steebreite von
meist 0,5 bis 3 mm. Zur Stromzuführung wird ein titanplattierter Kupferstab an die Korbwände
angeschweißt (vgl. Themaheft »Chloralkali-Elektrolyse« von »Chemie-Ingenieur-Technik«,
47. Jahrgang 1975, Heft 4, insbesondere Seite 126, Abb. 1 und 4).
Überraschenderweise wurde nun gefunden, daß sich auch Metallanoden in den oben beschriebenen Ausführungsformen,
deren aktivierte Fläche im wesentlichen aus Drähten, Stäben oder Streckmetall besteht, nach
dem erfindungsgemäßen Verfahren entcoaten lassen.
Es bedarf dazu einer sehr gezielten thermischen Behandlung, wobei die Titananoden mit der verbrauchten
Beschichtung bei 800 bis 8600C etwa 5 bis 10 Minuten, vorzugsweise 7 bis 8 Minuten, gehalten
werden. Dabei entsteht in der Zwischenschicht ein sehr feines scharzes, röntgenamorphes, unterstöchiometrisches
Titanoxid. Beim Abkühlen platzt die Beschichtung leicht ab. Bei komplizierten Konstruktionen können alle
Beschichtungsreste leicht durch Bürsten oder durch Druckluft (ohne Strahlmittel) entfernt werden.
Im allgemeinen kann es für die Bildung der erfindungsgemäßen nichthaftenden oxidischen Zwischenschichten
wesentlich sein, daß folgende Parameter eingehalten werden:
Die Proben sollten vorgetrocknet werden, da Spuren von Wasser die Bildung festhaftender Verbindungs- und
insbesondere Oxidhäute begünstigen.
Die durch orientierende Versuche ermittelten günstigen Temperaturbereiche sollten sehr genau eingehalten
werden, damit sich eine bestimmte Verbindung, wie Oxid, bildet. Insbesondere sollten die niedrigen Temperaturbereiche
dann sowohl beim Aufheizen als auch beim Abkühlen sehr schnell durchfahren werden, wenn
sich in ihnen eine haftende Verbindung bilden kann. Weiterhin darf eine bestimmte Behandlungsdauer nicht
überschritten werden, damit sich z. B. nicht eine nichthaftende unterstöchiometrische Verbindung in
eine auf der Metalloberfläche haftende Verbindung hoher Oxidationsstufen umwandelt. Dies gilt insbesondere
bei Hersteilung von Oxiden. Allgemein sind kurze Reaktionszeiten anzustreben, damit die Zwischenschicht
nicht unnötig dick wird.
Das erfindungsgemäße Verfahren weist den beträchtlichen Vortei! auf, daß der Abtrag der desaktivierten
Beschichtung auch bei komplizierten Konstruktionen sehr gleichmäßig, vollständig und leicht zu steuern ist.
Die erhaltene neue Oberfläche der Trägerkonstruktion kann ohne weitere Verfahrensschritte, wie Beizen,
Einfetten, Spülen, usw, direkt neu beschichtet werden. Dabei haften die neuen Überzüge ebenso fest wie die
Erstbeschichtung und sie haben dieselben günstigen elektrochemischen Eigenschaften. Das Verfahren ist
sehr wenig personal-, zeit- und kostenintensiv. Weiterhin fällt die desaktivierte alte Beschichtung in reiner
Form an, so daß die Rückgewinnung der noch erhaltenen, wertvollen Edelmetalle ohne umständliche
Anreicherung aus stark schleißenden Strahlmitteln oder aggressiven Salzschmelzen und Beizen leicht möglich
ist.
Die Erfindung wird nachstehend anhand einiger Ausführungsbeispiele illustriert:
Ein Titanblech, 860 · 420 · 3 mm, wurde mit einer edelmetallhaltigen, speziell für die Chloratelektrolyse
geeigneten Beschichtung einer Schichtdicke von 15 μιη
versehen. Das Blech wurde 3 Jahre in einer technischen Chloratelektrolyse eingesetzt. Das Restcoating hatte
aufgrund von Gammaskopuntersuchungen noch eine durchschnittliche Schichtdicke von ΙΟμπη. Das Blech
wurde 20 Minuten bei I75°C vorgetrocknet, dann in einem vorgeheizten Ofen 40 Minuten auf 650°C
gehalten, dann sofort herausgenommen und durch die Raumluft abgekühlt. Das Coating ließ sich in großen
Stücken abheben. Es hatte auf seiner Unterseite eine weiße Oxidhaut, die sich durch 20stündiges Einweichen
in einem HF/HNO3-Gemisch von der ursprünglichen schwarzen Beschichtung abheben ließ. Die Metalloberfläche
war metallisch blank. Rasterelektronenmikroskopische Aufnahmen der Metalloberflächen zeigen hexagonale
gestufte Vertiefungen mit klarer Stufenbildung parallel zu den 001 -Flächen. Die Rückseite der Oxidhaut
zeigte Aufwachsungen, die in die Vertiefungen der Metalloberflächen passen. Sie haben jedoch keinen
klaren kristallinen Habitus.
Das Blech wurde vor dem Wiederbeschichten nicht mehr gebeizt, sondern nur entfettet. Die neue
Beschichtung haftete ausgezeichnet an und hatte bessere elektrochemische Werte als zuvor.
Eine Titananode mit einer wirksamen Anodenfläche von 420 ■ 495 mm, bestehend aus Titandrähten von
4 mm Durchmesser, die parallel im Abstand von 3 mm auf die Stromverteilungskonstruktion aufgeschweißt
wurden, wurde mit einer für die Chloralkalielektrolyse nach dem Amalgamverfahren geeigneten Beschichtung
versehen und 24 Monate in einer technischen Elektrolyse eingesetzt. Sie wurde bei 2000C während 45 Minuten
vorgetrocknet, dann sofort in einen auf 86O0C vorgeheizten Ofen gebracht und 10 Minuten bei 83O0C
gehalten. Die Anode wurde an der Luft bei Raumtemperatur abgekühlt. Nach dieser Behandlung ließ sich das
Coating in großen Stücken abheben. Die in den Winkeln der Konstruktion hängenden Beschichtungsreste wurden
abgebürstet. Stellenweise war die sonst blanke Metalloberfläche mit feinem schwarzen Oxidpulver
bedeckt, das beim normalen Entfettungsverfahren abgespült wurde. Daraufhin wurde die Titankonstruktion
wieder beschichtet, die hiernach wieder in einer technischen Elektrolyse eingesetzt werden konnte.
Claims (12)
1. Verfahren zur Abtragung elektrokatalytisch wirksamer Schutzöberzüge von Elektroden mit
Metallkern, dadurch gekennzeichnet, daß durch gezielte thermische Behandlung eine zwischen
dem Schutzüberzug und der Trägerkonstruktion befindliche, nichthaftende Zwischenschicht einer
Verbindung des Trägermetalls erzeugt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch geke-ιπ-zeichnet,
daß als nichthaftende Verbindung des Trägermetalls ein Oxid, Carbid, Nitrid oder Hydrid
erzeugt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die thermische Behandlung bei
einer Temperatur im Bereich von 400 bis 9000C durchgeführt wird.
4. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die thermische Behandlung in einer Gasatmosphäre mit zumindest einem Anteil an
sauerstoff-, kohlenstoff-, stickstoff- oder wasserstoffliefernder Komponente oder einem Gemisch hiervon
— je nach der gewünschten Verbindung — durchgeführt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4. dadurch gekennzeichnet,
daß die Gasatmosphäre einen Anteil an unter Behandlungsbedingungen inertem Gas enthält.
6. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Cb-Iiefernde Komponente Luft
oder ein Gas mit niedrigerem Anteil an O2 und die kohlenstoffliefernde Komponente ein Kohlenwasserstoffgas
darstellt.
7. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß der thermischen Behandlung eine Vortrocknungsstufe, insbesondere im Bereich von 130 bis
2500C, vorgeschaltet ist.
8. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die thermische Behandlung . in einem raschen Durchlaufen niedriger Temperaturbereiche
und einem kurzen Halten bei höherer Temperatur besteht.
9. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das
Halten bei höherer Temperatur bei etwa 700 bis 8700C in Gasatmosphäre und insbesondere Luft
durchgeführt wird.
10. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
thermische Behandlung zur Erzeugung eines nichthaftenden Oxids bei einer oberhalb 65O0C liegenden
Temperatur in nichtoxidierender Salzschmelze durch anodische Oxidation durchgeführt wird.
11. Anwendung des Verfahrens nach Anspruch 1
auf Titanelektroden, deren die aktive Beschichtung tragenden Teile aus Streckmetall, Draht oder Stäben
eines maximalen Durchmessers unter I cm bestehen, dadurch gekennzeichnet, daß die thermische Behandlung
zwischen 750 und 870°C an der Luft während eines Zeitraumes von weniger als 15 Minuten
durchgeführt wird.
12. Anwendung des Verfahrens nach Anspruch 1 auf Titanelektroden, deren die aktive Beschichtung
tragende Teile aus Blechen bestehen, dadurch gekennzeichnet, daß die Bleche bei einer Temperatur
zwischen etwa 600 bis 7000C während eines Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Abtragung
elektrokatalytisch wirksamer Schutzüberzüge von Elektroden mit Metallkern, sowie die Anwendung des
Verfahrens.
Elektroden dieses Typs werden seit einigen Jahren in
steigendem Maße, vor allem für die wäßrige Elektrolyse der Alkalihalogenide verwendet, da sie in der überzahl
der Zellentypen wirtschaftlicher arbeiten, als die früher üblichen Grafitanoden. Obwohl die Lebensdauer der
Beschichtungen durch verbesserte Beschichtungstechniken und dem Trend zu niedrigen Stromstärken ständig
zunimmt, ist die Aktivität der Anodenoberfläche nach kontinuierlichem Einsatz über mehrere Jahre durch
anodische Passivierung, Ausbildung von Fremdbelägen, partielle Zerstörung der Konstruktion durch Kurzschlüsse
oder infolge mechanischer Abtragung der Deckschicht soweit abgebaut, daß eine Wiederbeschichtung
notwendig ist.
Bevor die Metallkonstruktion erneut beschichtet werden kann, müssen die verbliebenen, edelmetallhaltigen
Beschichtungsreste zweckmäßig entfernt werden. Versuche, die neue Beschichtung bei Titanelektrode
direkt auf die Reste der alten Beschichtung aufzubringen (DE-OS 21 57 511) haben sich in der Praxis nicht
bewährt, wie verschiedene nachveröffentlichte Patentschriften wie die US-PS 36 84 577 und US-PS Re 28 849
zeigen.
Es besteht daher die von der Fachwelt allgemein anerkannte Notwendigkeit, die Metallkonstruktion bei
möglichst geringem Verlust an Trägermaterial möglichst vollständig von den verbrauchten Überzügen zu
reinigen. Die neugebildete Oberfläche der Konstruktion sollte hiernach gute Hafteigenschaften beim Aufbringen
des neuen Coatings zeigen. Sehr wesentlich für ein wirtschaftliches Wiederbeschichtungsverfahren ist es
auch, daß sich die wertvollen Beschichtungsmetalle aus dem verbrauchten Coating rückgewinnen lassen.
Ein mechanischen Entfernen der Überzüge durch Trocken- oder Naßstrahlen ist bereits in den DE-OS
28 15 955, 26 38 218 und 26 45 414 beschrieben worden.
Obwohl es wohl das verbreitetste Verfahren darstellt, ist es dadurch nachteilig, daß beim Sandstrahlen in
Handarbeit sehr hohe Personalkosten anfallen, beim automatischen Strahlen dagegen hohe Verluste an
Konstruktionsmaterial nicht zu vermeiden sind. Auch ist die Rückgewinnung der edlen Metalle bzw. Verbindungen
hiervon aus dem verbrauchten Strahlmittel, das nach Untersuchungen maximal 3% Beschichtungsmaterial
enthält, wegen der schleißenden Eigenschaften des Strahlmittels recht schwierig.
Es sind aber auch andere Verfahren zur Beseitigung verbrauchter Überzüge von Metallanoden bekannt:
Zum Beispiel offenbart die DE-OS 22 13 528 ein Verfahren, worin die verbrauchten Elektroden in eine
Salzschmelze, welche im wesentlichen aus mindestens einem Hydrogensulfat oder Pyrosulfat eines Alkalimetalls
oder des Ammoniums gebildet ist, bei einer Temperatur zwischen 300 und 5000C eingetaucht und
dann diese so behandelte Elektrode nach dem Abkühlen einer Spülung mit Wasser unterworfen wird. In der
US-PS 36 84 577 ist ein Verfahren zur Beseitigung des elektrisch leitenden Coatings von einer Titankonstruk-
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| DE3032480A DE3032480C2 (de) | 1980-08-28 | 1980-08-28 | Verfahren zur Abtragung elektrokatalytisch wirksamer Schutzüberzüge von Elektroden mit Metallkern und Anwendung des Verfahrens |
| AT81105342T ATE10955T1 (de) | 1980-08-28 | 1981-07-09 | Verfahren zur abtragung elektrokatalytisch wirksamer schutzueberzuege von elektroden mit metallkern und anwendung des verfahrens. |
| EP81105342A EP0046853B1 (de) | 1980-08-28 | 1981-07-09 | Verfahren zur Abtragung elektrokatalytisch wirksamer Schutzüberzüge von Elektroden mit Metallkern und Anwendung des Verfahrens |
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Applications Claiming Priority (1)
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ID=6110619
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| DE8181105342T Expired DE3167929D1 (en) | 1980-08-28 | 1981-07-09 | Process for removing electrocatalytically acive protective layers of electrodes comprising a metal core, and application of this process |
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| DE8181105342T Expired DE3167929D1 (en) | 1980-08-28 | 1981-07-09 | Process for removing electrocatalytically acive protective layers of electrodes comprising a metal core, and application of this process |
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