Die Erfindung bezieht sich auf ein Hängegestell zur Ver
wendung bei die Wirbelsäule entlastenden Übungen zur Korrektur
von Wirbelsäulenverbildungen oder -schäden, zur Heilung oder
Linderung von Bandscheibenschmerzen oder dergleichen.
Aus FR-A-8 62 797 ist ein Hängegestell der im Oberbegriff
des Patentanspruchs 1 angegebenen Gattung bekannt, mit dem
sich derartige Übungen durchführen lassen. Das bekannte Gerät
weist außer einer oberen Querstange, die vom Benutzer mit den
Händen erfaßt wird, und unteren Fußstützen auch eine Rücken
stütze auf, die an den die obere Querstange tragenden Säulen
höhenverstellbar angebracht ist. Zur Höhenverstellung sind an
den seitlichen Säulen in gewissen Abständen übereinander je
weils Löcher vorgesehen, in die sich die Rückenstütze mit
seitlichen Stiften einstecken läßt.
Abgesehen davon, daß bei dem bekannten Gerät die Rücken
stütze nur auf einzelne diskrete Höhen einstellbar ist, so daß
je nach Größe und Körperbau des Benutzers der entscheidende
Punkt der Wirbelsäule nicht immer genau getroffen wird, be
steht eine Schwierigkeit vor allem darin, daß der Körper des
Benutzers beim Hängen eine etwas andere Stellung einnimmt als
beim Stehen auf den Fußstützen und sich - gemäß dem Zweck der
Übung - während des Hängens streckt, wobei sich dann der Un
terstützungspunkt von der optimalen Stelle noch weiter ent
fernt und möglicherweise in eine Lage verschiebt, in der die
Schmerzen nicht gelindert, sondern vergrößert werden und die
gewünschte Heil- oder Korrekturwirkung ausbleibt oder nur un
genügend erreicht wird.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Hängege
stell zur Entlastung der Wirbelsäule anzugeben, bei dem ge
währleistet ist, daß sich die Rückenstütze während der gesam
ten Übung an der optimalen Stelle befindet.
Die erfindungsgemäße Lösung dieser Aufgabe ist im Kenn
zeichenteil des Patentanspruchs 1 angegeben. Die danach vorge
sehene, über Federn an den Säulen festgelegte und längs den
Säulen verschiebbare Rückenstütze läßt sich zu Beginn der
Übung, wenn der Benutzer auf den Fußstützen steht, auf jede
beliebige Höhe einstellen, so daß der Benutzer durch gleiten
des Verschieben mühelos den idealen Unterstützungspunkt finden
kann. Geht der Benutzer sodann von der stehenden in die hän
gende Lage über, so verschiebt sich die Rückenstütze entspre
chend der Verlagerung des Körpers mit nach unten und bietet
daher die gewünschte Unterstützung während der gesamten Übung
an der zunächst als ideal ermittelten Stelle.
Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung ist im An
spruch 2 gekennzeichnet.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachstehend
anhand der beigefügten Zeichnung näher beschrieben, in der
Fig. 1 ein Hängegestell in perspektivischer Darstel
lung, und
Fig. 2 das Gestell nach Fig. 1 in Seitenansicht mit
einer daran hängenden Person zeigt.
Rohre 1 und 2 sind vertikal angeordnet und dienen als
Trägerteil für ein vertikal verstellbares Teil, das aus
Rohren 3 und 4 und einer oberen Querstange 5 besteht. Die
Rohre 3 und 4 umschließen die Rohre 1 und 2 und sind be
züglich dieser Rohre in teleskopischer Weise bewegbar.
Dieses verstellbare Teil 3, 4, 5 kann zur vertikalen Ein
stellung der oberen Stange 5 mit Hilfe von in den Rohren
1 und 2 befindlichen Löchern und von beweglichen Bolzen
6 oder auf irgend eine andere geeignete Weise geeignet
vertikal eingestellt werden.
Ein Untergestell kann beispielsweise aus zwei vertikal
angeordneten relativ hohen Seitenwänden zur Abstützung der
Rohre 1 und 2 bestehen, wobei diese Seitenwände wechselseitig
durch geeignete Streben festgelegt sind, die in der Zeich
nung keine Bezugszeichen haben. Die Rohre 1 und 2 sind also
an den Seitenwänden 7, 8 befestigt. Damit eine Person, die
sich am Gestell anhängen möchte, in der Lage ist, die
obere Stange 5 zu erreichen, sind die Seitenwände 7, 8
mit ausgebreiteten oder in anderer Weise angeordneten
Fußstützen 9, 10 an der Außenseite versehen, wobei deren
Anordnung einen Freiraum zwischen den Seitenwänden 7, 8
für die Beine und Füße zuläßt, wenn eine Person gemäß
Fig. 2 hängt.
Damit der Körper richtig hängt und man eine best
mögliche Wirkung erzielt, ist die Vorrichtung mit einer
Stütze 11 für den Rücken, die vertikal verstellbar und
begleitend angeordnet ist, oder auch mit einer Anzahl
von festen und in Bezug auf den Körper einstellbaren und
begleitenden Rückenstützen kombiniert.
Diese Rückenstütze 11 kann in geeigneter Weise längs
der Rohre 1 und 2 beweglich angeordnet, nach oben und unten
einstellbar und so ausgebildet sein, daß Druckfedern 12, 13,
welche die Rohre 1 und 2 umgeben, nach oben und unten ver
stellbar sind und hinsichtlich ihrer Vertikallage durch
Verriegelungselemente 17, 18 bestimmt werden, die Ausgangs
lage der Rückenstütze 11, siehe die Figuren, bestimmen.
Die Rückenstütze 11 kann in gewissen Fällen auch mit
einem Rettungsgürtel 14 mit Löchern 16 für einen Befesti
gungsstift 15 oder einer anderen geeigneten Anordnung, die
den Körper und die Rückenstütze 11 in der richtigen wechsel
seitigen Lage hält, versehen sein.
Für das Anhängen steigt die Person auf die Fußstützen
9, 10, bringt die Rückenstütze 12 in die richtige Stellung am
Rücken und macht sich, wenn angebracht, mittels des Rettungs
gürtels 14, falls gewünscht oder notwendig, fest.
Danach kann die Person mit den Händen die obere Stange
5 ergreifen, wonach sie von den Fußstützen 9, 10 weggeht,
so daß der Körper frei, ohne Abstützung durch das Unterge
stell oder - falls möglicherweise notwendig - mit geeigneter,
gut angepaßter Abstützung für die Füße hängt. Dadurch wird
der Wirbelsäulenteil gestreckt und leicht auseinanderge
hebelt, so daß die Belastung der Bandscheiben vermindert
wird und der ihnen zur Verfügung stehende Raum etwas zu
nimmt. Es ist in diesem Zusammenhang wichtig zu beachten,
daß die Rückenstütze beim Dehnen des Körpers, wenn dieser
hängt, mitgeht, so daß die Rückenstütze stets gegen den
gleichen Punkt der Wirbelsäule aufruht. Ein Anwinkeln der
Knie in Verbindung mit einem raschen Fallenlassen der Beine
kann erfolgen, um diese Trennung weiter zu unterstützen.
Beim Anhängen erfassen die Hände der Person die obere
Stange 5, wie in Fig. 2 gezeigt, mit von der Person abge
kehrten Handflächen. Das beim Hängen auftretende Drehen
der Arme hilft mit, den Rücken in der richtigen Hängelage
festzulegen.
Das Hängegestell gemäß der Erfindung kann vorbeugend,
zur Erzielung einer guten Körperhaltung, mit einem Anhängen
für beispielsweise einige Minuten an einigen Tagen pro
Woche verwendet werden. Eine Verstärkung der Wirkung läßt
sich erzielen, wenn die Beine dazu gebracht werden, daß sie
in einem gewissen Maße um die Gleichgewichtslage pendeln.
Das Hängegestell gemäß der Erfindung kann beispiels
weise als Vorbeugeeinrichtung gegen mögliche Wirbelverschie
bungen - beispielsweise des Atmungswirbels - dienen, die
Beschwerden verursachen können, die schwer zu diagnostizieren
sind, weil ähnliche Symptome auch durch ein anderes Krank
heitsbild bewirkt werden.
Das Hängegestell kann ohne weiteres leicht montier- und
zerlegbar hergestellt sein, so daß es beispielsweise unter
wegs wenig Platz wegnimmt.
Das Untergestell kann mit Gummiauflagen oder dergleichen
versehen sein, um den Fußboden, auf den es gesetzt wird,
vor Abnützung zu schützen.
Die beschriebene Rückenstütze 11 kann auch als Muskel
bildner für die Armmuskeln und/oder andere Muskeln dienen,
in welchem Fall die beschriebenen Federn 12 und 13 als Gegen
druckfedern dienen können. Zu diesem Zweck kann, falls nötig,
die Rückenstütze 11 mit nicht gezeigten Handhabungselementen
oder dergleichen und mit Federn mit für diese Anwendung ge
eigneter Druckspannung versehen sein.
Da die Vorrichtung nur so wenig Raum einnimmt, so daß
nur eine Bodenfläche von ungefähr 80×60 cm2 für das Unter
gestell erforderlich ist, sollte es möglich sein, sie überall
aufzustellen, so daß sie ein breites Anwendungsfeld bei
spielsweise in Wohnungen, Sportanlagen, Werkstätten usw.,
wo die Leute die Vorrichtung einfach und schnell erreichen
und benützen können, findet.
Die Erfindung beschränkt sich nicht auf die beschrie
bene Ausführungsform, sondern läßt sich natürlich in den
Grenzen des der Erfindung zugrundeliegenden Grundgedankens,
wie er in den beigefügten Patentansprüchen konkretisiert
ist, abwandeln.