DE3025033A1 - Verfahren zur herstellung von vanadincarbidschichten auf eisen - Google Patents
Verfahren zur herstellung von vanadincarbidschichten auf eisenInfo
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Description
Degussa AG 6^50 Hanau 1
Verfahren zur Herstellung von VanadincarTDidschichten auf
Eisen
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Vanadincarbidschichten auf Eisen und Eisenlegierungen
mit einem Gehalt von mindestens 0,1 Gew$ Kohlenstoff durch Behandlung der Werkstücke bei 800 bis 1100°C in
einem Salzbad, das 1 bis 30 Gewfb Vanadium- oder Ferrovanadinpulver
enthält.
Vanadincarbidschichten zeichnen sich durch eine große Härte, Verschleißfestigkeit, gute Oxidations- und Korrosionsfestigkeit
aus. Man ist daher bestrebt, solche
^O Schichten auf Werkstücke aus Eisen und Eisenlegierungen
aufzubringen, insbesondere auf hochbeanspruchte Werkzeug- und Maschinenteile, wie z.B. Zieh- und Stanzwerkzeuge,
Schneidwerkzeuge oder Düsen.
Es sind bereits zahlreiche Verfahren zur Erzeugung verschleißfester
Vanadincarbidschichten bekannt. So be-
„n schreibt z.B. die DE-OS 20 53 063 ein Verfahren zur Bildung
einer Carbidschicht eines Elements der fünften Nebengruppe des periodischen Systems der Elemente auf der
Oberfläche von Metallgegenständen. Dazu verwendet man ein geschmolzenes Salzbad, das Borsäure oder ein Borat und ein
Metallpulver eines Elements der fünften Nebengruppe enthält. Das schichtbildende Metall wird hierbei teilweise
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in der sehr aggressiven Boratsclraelze gelöst und auf
diese ¥eise an die Werkstoffoberfläche transportiert.
Eine Abwandlung diesesVerfahrens beschreibt die DE-OS
32 22 159, wobei das die Carbidschicht bildende Metall
anodisch in der Schmelze gelöst wird.
In der DE-OS 23 22 157 wird zur Herstellung verschleißfester
Carbidschichten das carbidbildende Metall aus einer Boratschmelze kathodisch am Werkstück abgeschieden,
Weiter wird in der DE-OS Z8 19 856 ein Verfahren beschrieben,
bei dem das die Schicht bildende Metall durch eine Reduktion der entsprechenden Metalloxide mittels eines
2Q borhaltigen Stoffes, wie Ferrobor oder Borcarbid, erzeugt
wird.
Alle diese bekannten Verfahren weisen eine Reihe von Nachteilen auf. Ein gemeinsames Merkmal der bekannten Verfahren
ist die Verwendung von Boroxid oder Boraten als wesentlicher Bestandteil der Schmelzen. Borat oder boroxidhaltige
Schmelzen sind .jedoch bei der zur Behandlung erforderlichen hohen Temperatur von 800 - 1100 C außerordentlich
aggressiv. Dies führt häufig zu merklichen Angriffen auf das Tiegelmaterial oder auf die zu behandelnden
Werkstücke, was sich bisweilen in beträchtlicher Oj
Oberflächenrauhigkeit äußert. Ferner sind diese Schmelzen
auch bei hohen Temperaturen überaus zähflüssig. Wegen der
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5 3Q25Q33
honen Viskosität der borhaltigen Schmelzen kann eine ungleiche
Temperaturverteilung im Bad auftreten. Durch Zusatz von Alkalihalogeniden läßt sich die Viskosität dieser
Schmelzen allerdings etwas erniedrigen, doch ist die dadurch erzielbare Viskosität immer noch sehr hoch.
Dadurch wird auch eine beträchtliche Menge des Bades mit den behandelten Teilen ausgetragen, wobei hohe Salzverluste
entstehen. Ferner läßt sich die den erkalteten Teilen anhaftende Schmelze aufgrund ihrer glasartigen Beschaffenheit
nur äußerst schwer entfernen.
Die bekannten elektrolytischen Verfahren bedingen einen größeren Verfahrensaufwand, wie z.B- genaue Badkontrolle
und Konstanthaltung der Stromdichte, und verursachen
on zusätzliche Kosten. Beim Verfahren nach der DE-OS
28 19 856 ist es z.B. erforderlich, ein ganz bestimmtes
Verhältnis von Metalloxid zu Bor einzuhalten, da bei einem Überschuß an Bor keine Carbid-, sondern eine Boridschicht
gebildet wird. Bei einem Unterschuß an Bor wird ebenfalls keine Carbidschicht gebildet, da die Reduktionswirkung nicht ausreicht.
Es war daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zur Herstellung von Vanadiumcarbidschichten auf
Eisen und Eisenlegierungen mit einem Gehalt von mindestens 0,1 Gew$ Kohlenstoff zu finden, durch Behandlung der Werkstücke
bei 800 bis 1100°C in einem Salzbad, das 1-30 Gew#
Vanadium- oder Ferrovanadinpulver enthält, ohne Anwendung, von Strom und mit einer niederviskosen, wenig aggressiven
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!Salzschmelze.
Diese Aufgabe wurde erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß 5das Salzbad aus Erdalkali- und/oder Alkalihalogenxden
besteht. Überraschenderweise wurde festgestellt, daß man auch ohne Verwendung bor- bzw. boroxidhaltiger Schmelzen
Vanadincarbidsch.ich.ten ausgezeichneter Qualität erhält,
wenn geschmolzene Erdalkali- und/oder Alkalihalogenide, insbesondere in Form ihrer Chloride und/oder Fluoride,
zur Aktivierung des festen Vanadierungsmittels ^Ferrovanadin- oder Vanadiumpulver) eingesetzt werden. Die aktivierende
¥irkung besteht darin, daß eine direkte Festkörperreaktion zwischen dem Vanadierungsmittel und der
zu beschichtenden Werkstoffoberfläche ermöglicht wird.
«η Das mit der Werkstoffoberfläche in Kontakt tretende Vanadium
reagiert mit dem Kohlenstoff des Substratmaterials unter Ausbildung einer geschlossenen, gleichmäßigen, festhaftenden
Vanadincarbid-Schicht.
Vorzugsweise verwendet man als Salzschmelze Bariumchlorid, dem man vorteilhafterweise noch 1-50 Gew$ Natriumchlorid
zugeben kann. Zur Erzielung eines gleichmäßigen Vana-
dinangebotes hat es sich als vorteilhaft erwiesen, ein
möglichst feinkörniges Ferrovanadinpulver zu verwenden und dieses möglichst homogen in der Schmelze zu verteilen.
Dies kann z.B. auf mechanische Weise durch einen lei-35
stungsfähigen Rührer erreicht werden. Besonders vorteilhaft ist es jedoch, zur Verteilung einen Inertgasstrom
130083/0463
durch die Schmelze zu leiten. Durch Verwendung einer Ringdüse, die entsprechend der Größe des Tiegels und
der Menge an Schmelze mit speziell angeordneten Gasaus- ^ trittsöffnungen versehen ist, vird eine sehr gleichmäßige
Verteilung des Vanadierungsmittels erzielt.
Diese bevorzugte Verfahrensweise hat den weiteren Vorteil,
daß an der Badoberfläche ein Schutzgasschleier entsteht,
der den Zutritt von Luftsauerstoff zu dem oxidationsempfindlichen
Vanadierungsmittel vermindert. Dadurch
._ wird die Lebensdauer des Bades beträchtlich erhöht.
Die:, erfindungsgemäße Schmelze weist gegenüber den bekannten
Schmelzen eine Reihe von Vorteilen auf. Sie ist auch bei niedrigen Bestrahlungstemperatüren dünnflüssig,
wodurch die Salzausschleppverluste gering sind. Die anhaftenden Salzreste lassen sich durch Abwaschen
leicht entfernen. Da Korrosionsangriffe wegen des neu-
tralen Verhaltens der Salze nicht auftreten , können zur Aufnahme der Schmelzen Tiegel aus relativ billigem
Flußstahl verwendet werden.
In der Praxis können mit dem erfindungsgemäßen Verfahren
innerhalb von 2-k Stunden je nach Temperatur und Kohlenstoffgehalt
des Grundwerkstoffs Schichtdicken von 2-16 um
oc erzielt werden.
Folgende Beispiele sollen das erfindungsgemäße Verfahren
näher erläutern:
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In einem Flußstahltiegel von 18 cm Durchmesser und 30 cm
Tiefe wird ein Gemisch, aus 19 kg Bariumchlorid, 1 kg
Natriumchlorid" und 1 kg Ferrovanadin mit einer Korngröße
kleiner als 15Oyüm aufgeschmolzen und auf eine Temperatur
10
von 95O°C erwärmt. Das Ferrovanadinpulver wird mit Hilfe
eines Rührers homogen in der Schmelze verteilt. Ein ¥erkstück
aus Stahl Ck 6O wird in diesem Bad k Stunden behandelt
und an Luft abgekühlt. Die metallographische ις Untersuchung zeigt, daß sich eine ca. 10 pm dicke, homo-
IJ i
gene und glatte Schicht an der Oberfläche gebildet hat.
Diese kann röntgenographisch als Vanadincarbid (VC)
identifiziert werden. 20
In gleicher Weise wie in Beispiel 1 werden 20 kg BaCl2
aufgeschmolzen und mit 3 kg Ferrovanadinpulver versetzt,
Die Temperatur wird auf 1050°C eingestellt. Bei Behandlung einer Probe aus X155CrV.Mot2 ib. dieser Schmelze wird
30
nach 2 Stunden an der Oberfläche eine ca. 8 um dicke, gleichmäßige und homogene Vanadincarbidschicht erhalten.
In einem Flußstahltiegel von 18 cm Durchmesser und 30 cm
Tiefe wird ein Geraisch aus 18 kg BaCl2, 2 kg NaCl und
1 ,5 kg Ferrovanadin mit einer Korngräße unter 50 um auf-
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geschmolzen und auf 93O°C erwärmt. Durch die Schmelze
wird ein Stickstoffstrom von 80 Ltr./h geleitet. Eine
3 Stunden lang darin behandelte Probe aus Ck 60 zeigt eine Vanadincarbidschicht von 6 tun Dicke.
Vie in Beispiel 3 vird ein Gemisch aus 10 kg BaCl-,
5 kg üF, 3,6 kg NaF und 2,k kg Ferrovanadinpulver aufgeschmolzen
und auf 85O0C erwärmt. Durch die Schmelze wird ein Argonstrom von 60 Ltr./h geleitet. Proben aus
100 Cr 6 weisen nach 6 Stunden Behandlungsdauer Vanadincarbidschichten
von k-5 Aim Dicke auf.
^ Beispiel 5
Bei analoger Arbeitsweise wie in Beispiel 3» wobei anstelle von Ferrovanadin reines Vanadinpulver verwendet
25
wird, erzielt man auf Stahl 3k CrMo^ nach k Stunden Behandlungsdauer
eine Vanadincarbidschicht von k um Dicke, auf Stahl Ck^ eine Schicht von 6 yum Dicke.
Die erzeugten Schichten sind stets dicht, gleichmäßig
und glatt. Sie zeigen eine hohe närte I1Ca.300OnV) und
eine außerordentlich gute Abriebfestigkeit. 35
Reine Alkalihalogenidschmelzen sind für das erfindungsgemäße Verfahren ebenfalls verwendbar, doch sind die
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Bäder sehr dünnflüssig und dampfen bei Hoben Temperaturen
ab, so daß ein Einsatz nur bei relativ niedrigen Temperaturen möglich ist.
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Claims (6)
- Degussa AG
6^50 Hanau 1SO 195 DFPatentansprüche1/. Verfahren zur herstellung von Vanadincarbidschichten auf Eisen und Eisenlegierungen mit einem Gehalt vonmindestens 0,1 Gew$ Kohlenstoff durch Behandlung der 10Yerkstücke bei 800 bis 1100°C in einem Salzbad, das 1-30Gew$> Vanadium- oder Ferrovanadinpulver enthält, dadurch gekennzeichnet, daß das Salzbad aus Erdalkali- und/oder Alkalihalogeniden besteht. - 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als halogenide Chloride und/oder Fluoride verwendetwerden.
- 3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Salzbad- Bariumchlorid verwendet wird.
- . Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeich* net, daß dem Salzbad 1-50 Gev$ Natriumchlorid zugesetzt werden.
- 5. Verfahren nach Anspruch 1 bis ht dadurch gekennzeichnet, daß das Vanadium- bzw. Ferrovanadinpulver homogen in der Salzschmelze verteilt wird.
- 6. Verfahren nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeich-130063/0A63net, daß ein Inertgasstrom in die Salzschmelze eingeleitet wird.1300S3/0A63
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