DE3021454C2 - - Google Patents
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- C25B—ELECTROLYTIC OR ELECTROPHORETIC PROCESSES FOR THE PRODUCTION OF COMPOUNDS OR NON-METALS; APPARATUS THEREFOR
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- C25B1/46—Simultaneous production of alkali metal hydroxides and chlorine, oxyacids or salts of chlorine, e.g. by chlor-alkali electrolysis in diaphragm cells
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Description
Die Erfindung betrifft eine Elektrolysezelle für die Elektrolyse
einer wässerigen Alkalimetallchloridlösung,
bei welcher der Anodenraum
von dem Kathodenraum durch eine Kationenaustauschermembran
getrennt ist, sowie die Verwendung der Elektrolysezelle zur Chloralkalielektrolyse.
Das Verfahren zur Elektrolyse von Alkalichloriden unter Verwendung
von Kationenaustauschermembranen hat die Nachteile
üblicher Verfahrensweisen beseitigt und hat gesteigerte Bedeutung
als neue Möglichkeit zur Energieeinsparung erreicht.
Zu den hervorragenden Vorteilen dieses Verfahrens gehören
der Ausschluß einer Möglichkeit der Umweltverschmutzung wegen
der fehlenden Verwendung von Quecksilber und Asbest, die Herstellung
von Natriumhydroxid hoher Reinheit aufgrund der
Fähigkeit der Kationenaustauschermembranen, die Diffusion
von NaCl aus dem Anodenraum zu dem Kathodenraum zu verhindern,
und die Gewinnung von gasförmigem Chlor und Wasserstoff in hoher
Reinheit wegen der perfekten Trennung von Anodenraum und
Kathodenraum durch die dazwischen angeordnete Kationenaustauschermembran.
Dieses Verfahren hat im Hinblick auf die Gesamtenergiekosten,
einschließlich für Dampf und Strom, das Quecksilberverfahren
und das Diaphragmaverfahren bereits übertroffen.
Es besteht jedoch ein Bedürfnis nach der Entwicklung von Verfahrensweisen,
die eine weitere Verminderung des Stromverbrauches
ermöglichen, da der Anteil der Kosten der Elektrizität an den
relativen Produktionskosten in Japan in der Größenordnung
von 40% liegt.
Methoden zur Verminderung des Abstands zwischen Anode und
Kathode, bei denen infolgedessen das Volumen der an den
Elektroden gebildeten Gase vermindert wird, bewirken eine
Verminderung der erorderlichen Spannung. Solche Methoden
sind beispielsweise in der JA-OS 80 974/1975 und der JA-OS
1 09 899/1975 beschrieben. Wenn auch bei diesen Methoden die
Abstände zwischen den Anoden und den Ionenaustauschermembranen
tatsächlich gering sind, sind doch die Abstände zwischen den
Kathoden und den Ionenaustauschermembranen immer noch groß
und die Verminderung der Spannung ist nicht ausreichend.
Zur Verkürzung des Abstands zwischen den Kathoden und den
Ionenaustauschermembranen wird in der JA-OS 1 735/1979 das Verfahrensprinzip
angegeben, körnige elektrische Leiter in den
Zwischenraum zwischen Kathode und Membran einzufüllen, so daß
die körnigen Substanzen als Kathoden wirken. Dieses Verfahren
ist jedoch mit dem Nachteil behaftet, daß zwischen den einander
benachbarten einzelnen Körnern und zwischen den Körnern und
der Kathode ein hoher Kontaktwiderstand auftritt.
In der JA-OS 47 877/1979 wird ein Verfahren beschrieben, bei
dem die Anoden und Kathoden unter Krafteinwirkung, wie mit Hilfe
von Federn, mechanisch in innigen Kontakt mit den Ionenaustauschermembranen
gebracht werden. Wenn auch dieses Verfahren frei
von dem Nachteil eines hohen Kontaktwiderstandes ist, mit dem
die Methode gemäß JA-OS 1 735/1979 behaftet ist, ist es jedoch
wegen der Beschränkungen im Hinblick auf die Produktionsgenauigkeit
der Elektroden nicht möglich, eine merkliche Verminderung
der Abstände zwischen den Elektroden zu erzielen. Es
ist daher unvermeidbar, daß auch die verminderten Abstände
durchschnittlich bei 1 mm liegen und manchmal bis zur
Größenordnung von 2 mm erhöht sind.
Eine Elektrolysezelle, in der die Kationenaustauschermembran
in Form eines Films auf eine Oberfläche der Kathode aufgeschichtet
ist, in der aber die Anode sich in einem Abstand
von einigen Millimetern von der Membran befindet, wird in
der DE-OS 26 40 097 beschrieben.
Elektrolytische Systeme, in denen noch geringere Abstände
zwischen den Elektroden angewendet werden, wurden in der
JA-OS 78 788/1977 und der JA-OS 52 297/1978 angegeben. In
diesen Systemen sind die Anoden in eine Oberfläche der Membranen
und die Kathoden in die andere Oberfläche der Membranen
eingebettet. Da bei diesen Methoden die Abstände zwischen den
Elektroden gleich der Dicke der Ionenaustauschermembranen sind,
wurde angenommen, daß bei der Anwendung dieser Systeme zur
Elektrolyse von Alkalichloriden eine Verminderung der erforderlichen
Spannung erreicht werden kann. Diese Methoden haben
jedoch folgende Nachteile:
- 1) Obwohl die elektrische Spannung niedrig ist, wenn die Stromdichte bei niederen Werten liegt, neigt die Spannung zu einer Erhöhung mit einer Erhöhung der Stromdichte.
- 2) Die Stromausnutzung neigt zu einer Verminderung, wenn die Stromdichte ansteigt.
- 3) Der Sauerstoffgehalt in dem gebildeten Chlorgas ist höher, als bei der üblichen Verfahrensweise. Bei Anwendung der üblichen Methode liegt der Sauerstoffgehalt im allgemeinen unterhalb 1%, während er bei den beschriebenen Methoden hoch ist und mehrere Prozent beträgt. Insbesondere dann, wenn die Stromdichte erhöht wird, erhöht sich dieser Wert plötzlich und kann Werte von 10% überschreiten. Diese Erhöhung des Sauerstoffgehalts beseitigt eine der charakteristischen Eigenschaften des Elektrolyseverfahrens unter Verwendung einer Ionenaustauschermembran.
- 4) Die Verwendung von aufwendigen Vorrichtungen, wie Stromkollektoren, auf der Seite der Anode ist unvermeidbar und in diesen Stromkollektoren tritt ein hoher Widerstandsverlust auf.
- 5) Die Systeme lassen sich nur schwierig für großindustrielle Mehrfachelektroden-Elektrolysezellen anwenden. Wenn sie in Mehrfachelektroden-Elektrolysezellen eingebaut werden, die aus explosionsverschweißten Trennwänden bestehen (beispielsweise beschrieben in der JA-OS 43 377/1976), um den Widerstandsverlust in den Stromkollektoren zu vermindern, muß die Dicke der Dichtungen in geeigneter Weise eingestellt werden, so daß die Stromkollektoren in Kontakt mit den Anoden und den Kathoden kommen, die in die gegenüberliegende Oberfläche der Kationenaustauschermembranen eingebettet sind, so daß keine Schädigungen an den Membranen verursacht werden. In praktischer Hinsicht erweist sich eine solche Einstellung daher als außerordentlich schwierig.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, die vorstehend
erwähnten verschiedenen Probleme zu lösen und eine Elektrolysezelle
zur Verfügung zu stellen, welche eine vorteilhaftere
Durchführung der Elektrolyse unter strengen
Bedingungen ermöglicht. Erfindungsgemäß wurden weitgehende
Untersuchungen über die verschiedenen Wirkungen eines innigen
Kontakts zwischen den Elektroden und den Membranen unter
variierenden Bedingungen durchgeführt. Dabei wurde
gefunden, daß der Vorteil eines innigen Kontakts zwischen der
Anode und der Kationenaustauschermembran im Gegensatz zu den
bisherigen Annahmen außerordentlich geringfügig ist, während
durch innigen Kontakt zwischen der Kathode und der Membran eine
wesentliche Wirkung erzielt werden kann. Die Erfindung beruht
auf diesen Untersuchungen.
Das Wesen der Erfindung besteht somit in einer Elektrolysezelle,
für die es charakteristisch ist, daß nur die Kathode
in innigem Kontakt mit der Kationenaustauschermembran
angeordnet ist und gehalten wird, während die Anode nicht auf
ihrer gesamten Oberfläche in direktem Kontakt mit dieser
Membran angeordnet und gehalten wird, das bedeutet, nicht
in diese Membran eingebettet ist, sich jedoch in möglichst
naher Nachbarschaft zu der Membran befindet.
Erfindungsgemäß ist es besonders wünschenswert, daß die
Kationenaustauschermembranen und die Kathoden zu einer
einzigen Einheit miteinander verbunden sind.
Gegenstand der Erfindung ist somit eine Elektrolysezelle
für die Elektrolyse einer wässerigen Alkalimetallchloridlösung
mit einem Anodenraum und einem Kathodenraum,
einer durch eine Kationenaustauschermembran
gebildeten Trennwand, einer Kathode, die auf der gesamten
Oberfläche einer Seite in innigem Kontakt mit der Trennwand
gehalten wird, und einer der Kathode gegenüber auf der
anderen Seite der Trennwand angeordneten Anode mit poröser
Struktur, die in naher Nachbarschaft zu der Kationenaustauschermembran
gehalten wird, jedoch nicht in diese eingebettet
ist, die dadurch gekennzeichnet ist, daß die Kathode
in Form einer pulverförmigen den Kathodenvorgang katalysierenden
Substanz gleichförmig und dicht in die Oberfläche
auf der Kathodenseite der Kationenaustauschermembran
eingebettet ist.
Gegenstand der Erfindung ist außerdem die Verwendung dieser
Elektrolysezelle zur Chloralkalielektrolyse.
In den beigefügten Zeichnungen zeigt
Fig. 1
Querschnitte von typischen Elektrolysezellen, die für die
Zwecke der Erfindung angewendet werden können.
Fig. 2 ist eine Modelldarstellung, die den räumlichen
Zusammenhang zwischen der Kationenaustauschermembran und den Elektroden
zeigt, bevor diese unter Druck zusammengepreßt werden.
Fig. 3 ist eine Modelldarstellung, die den räumlichen
Zusammenhang zwischen der Kationenaustauschermembran und den Elektroden
nach dem Anlegen von Druck zeigt.
Mit den erfindungsgemäßen Elektrolysezellen wird unter normalen Elektrolysebedingungen
nicht nur eine Verminderung der Spannung erreicht, sondern die
Alkalichlorid-Elektrolyse kann auch mit hoher Stromausnutzung
durchgeführt werden und der Sauerstoffgehalt des gebildeten
gasförmigen Chlors kann bei niederem Wert gehalten werden,
selbst wenn eine hohe Stromdichte angewendet wird, die beispielsweise
20 A/dm² überschreitet.
Ein möglicher Grund für das Auftreten dieser vorteilhaften
Wirkungen besteht darin, daß die Art und Weise, in der die
durch Elektrolyse gebildeten Gase an der Ionenaustauschermembran
haften, auf der Seite der Anode (Chlorgas) und auf der
Seite der Kathode (Wasserstoffgas) unterschiedlich sind. Es
wird allgemein angenommen, daß die an der Ionenaustauschermembran
haftenden Gase das Fließen des elektrischen Stroms
unterbrechen und die Dicke der Diffusionsschicht an der
Membranoberfläche so stark erhöhen, daß ein Spannungsanstieg
verursacht wird. Eine genaue Beobachtung der Art und Weise,
in der das Chlorgas und das Wasserstoffgas an der Membran
haften, zeigen jedoch einen deutlichen Unterschied im Hinblick
auf die Gasadhäsion zwischen den beiden Oberflächen. Insbesondere
die Adhäsion des gasförmigen Chlors ist im wesentlichen
vernachlässigbar, während die des zuletzt genannten Gases
beträchtlich ist. Wahrscheinlich ist aus diesem Grund
die Spannungserniedrigung größer, wenn inniger Kontakt
zwischen der Kathode und der Membran aufrechterhalten wird,
als im Fall, in welchem dieser Kontakt zwischen Anode und der
Membran verursacht wird.
Gemäß der Erfindung wird deshalb die Anode in enger
Nachbarschaft mit der Oberfläche der Membran angeordnet,
aber nicht in diese eingelagert. Das bedeutet, daß die
Anode nicht auf ihrer gesamten Oberfläche in Kontakt mit
der Membran gebracht wird.
Der Grund für die Nachteile, die mit einem innigen Kontakt
der Anode mit der gesamten Oberfläche der Membran verbunden
sind, d. h. der Anstieg der Spannung und der Abfall der
Stromausnutzung bei erhöhter Stromdichte, liegt möglicherweise
darin, daß die Menge der zu der Anodenoberfläche transportierten
Chloridionen unzureichend ist, so daß die Zersetzung des
Wassers verursacht wird. Zusätzlich zu dem vorstehend angegebenen
Grund ist wahrscheinlich die Tatsache, daß der Anteil der OH⁻-Ionen,
die aus den Kathodenräumen zurückdiffundieren, der
Neutralisation entgehen und direkt Elektronen an der Anode entladen,
außerordentlich groß ist, möglicherweise für den anderen
Nachteil verantwortlich, nämlich den erhöhten Sauerstoffgehalt in
dem gebildeten Chlorgas.
Im Gegensatz dazu wird mit Hilfe der Erfindung der Vorteil
der Ionenaustausch-Elektrolysemethode, d. h. der niedere Sauerstoffgehalt
des Chlorgases, erreicht, weil die Chloridionen,
einer der Hauptreaktanten, in großer Menge zugeführt werden
und weil außerdem zurückgewanderte OH-Ionen die Möglichkeit
haben, mit Wasserstoffionen und Chlorgas zu reagieren, bevor
sie den Weg von dem Inneren der Membran zu den Anoden
vollständig zurückgelegt haben, so daß der Anteil an HO⁻-Ionen,
die direkt an den Anoden Elektronen abgeben, vermindert wird.
Die Erfindung wird nachstehend ausführlicher unter Bezugnahme
auf bevorzugte Ausführungsformen beschrieben.
Für die Zwecke der Erfindung ist ein
inniger Kontakt zwischen den Kathoden und den Ionenaustauschermembranen
auf deren gesamter Oberfläche wesentlich.
Eine zu diesem Zweck
geeignete Methode besteht darin,
die Kationenaustauschermembranen und die Kathoden in Form
einer Einheit miteinander zu verbinden, indem den
Kathodenvorgang katalysierende Materialen in die Oberfläche der
Kationenaustauschermembranen
eingebettet werden. Eine solche Vereinigung von
Kationenaustauschermembran und Kathode wird insbesondere dadurch
erzielt, daß auf der Oberfläche der Kathodenseite der
Kationenaustauschermembran eine pulverförmige Substanz, wie beispielsweise
Platinschwarz, pulverförmiges Nickel oder pulverförmiges
Eisen, wie sie allgemein als Kathode in kaustischen Alkalien
verwendet wird, gleichförmig und dicht aufgetragen wird,
gegebenenfalls in Form eines Gemisches mit pulverförmigen
Polytetrafluoräthylen. Dabei kann beispielsweise die Membran zwischen
zwei starre Platten, wie aus rostfreiem Stahl, gelegt werden;
elastische Teile, wie aus Silikonkautschuk, können dazwischen
angeordnet werden und schließlich kann Druck und Wärme von der
Seite der einander gegenüberliegenden starren Platten ausgeübt
werden, um auf diese Weise die Kathode und die Kationenaustauschermembran
zu einem einheitlichen Teil zu verbinden.
Gemäß einer anderen Ausführungsform kann die Vereinigung
dadurch erzielt werden, daß in einer geheizten Presse eine pulverförmige
Substanz, beispielsweise Platinschwarz, pulverförmiges
Nickel oder pulverförmiges Eisen, die allgemein als Kathode in
kaustischen Alkalien angewendet wird, zusammen mit einem zugesetzten
Bindemittel, wie Polytetrafluoräthylen, verpreßt wird,
wobei membranartige Teile vorgebildet werden. Diese vorgefertigten
Membranen werden dann mit den Kationenaustauschermembranen
verpreßt, um beide Teile zu einer Gesamteinheit zu verbinden.
Wenn die Verbundmaterialien in Richtung der Seite ihres
Überzugs gegen die Kationenaustauschermembranen gepreßt werden,
bewirkt die Elastizität der Auflageschichten, daß sie in weitgehenden
Kontakt mit den Membranen kommen, wodurch bewirkt wird,
daß der elektrische Strom von den in die Oberfläche der Membranen
eingebetteten Kathoden mit Hilfe der elastischen Auflageschichten
in den porösen Trägerplatten gesammelt bzw. aufgefangen
wird.
Es ist wünschenswert, daß die porösen Trägerplatten und die
elastischen Auflageschichten durch ein Schmelzverfahren bzw.
Schweißverfahren miteinander verbunden sind. Andernfalls ist
der zwischen den porösen Trägerplatten und den elastischen
Auflageschichten erzeugte Kontaktwiderstand so hoch, daß die
Wirkung der Spannungserniedrigung vermindert wird.
Die porösen Trägerplatten können aus jedem üblichen Material,
wie rostfreiem Stahl oder Nickel, hergestellt werden, welches
allgemein zur Aufwendung in kaustischen Alkalien als geeignet
angesehen wird. Wenn die Dicke im Bereich von 1 bis 3 mm
liegt, ist der Widerstandsverlust vernachlässigbar gering.
Die Auflageschichten werden aus Materialien, wie Eisen, rostfreiem
Stahl oder Nickel gebildet. Damit die Metalldrähte, aus
denen die Strukturen, Netze etc. in den Auflageschichten gebildet
sind, die gewünschte Elastizität haben, ist es wünschenswert,
daß sie einen Durchmesser im Bereich von 0,1 bis 0,5 mm
haben.
Für die Zwecke der Erfindung können vorteilhaft Anoden des
Typs angewendet werden, die durch Beschichten von porösen
Platten (wie beispielsweise Streckmetallplatten) aus Ventilmetallen,
wie Titan, Tantal oder Niob mit einem Platingruppenmetall,
dem Oxid eines Platingruppenmetalls, einem Gemisch aus
einem Oxid eines Platingruppenmetalls mit einem Oxid anderer
Metalle oder mit einer Sauerstoff enthaltenden festen Lösung
eines Platingruppenmetalls und eines anderen Metalls erhalten
werden.
Die Art der Kationenaustauschermembran, die für die Zwecke der
Erfindung angewendet wird, unterliegt keinen speziellen
Einschränkungen. So können beliebige Kationenaustauschermembranen
eingesetzt werden, die allgemein zur Anwendung bei der
Alkalichloridelektrolyse anerkannt sind. Die in der Membran
vorliegende Ionenaustauschergruppe kann eine Sulfonsäuregruppe,
Carboxylgruppe, Sulfonsäureamidgruppe oder irgendeine andere
Gruppe sein. Als am besten geeignet haben sich die Carboxylgruppen
oder eine Kombination aus den Carboxylgruppen auf einer Seite und den Sulfonsäuregruppen
auf der anderen Seite erwiesen, die zu einer hohen Natriumüberführungszahl führt.
Im Fall einer Membran, in der diese Kombinationsform vorliegt,
ist es am wünschenswertesten, daß die Membran so angeordnet ist,
daß die Seite, welche die Sulfonsäuregruppen enthält, die
Oberfläche der Anodenseite darstellt und daß die Seite, welche
die Carboxylgruppen enthält, auf der Oberfläche der Kathodenseite
der Membran liegt.
Als Matrix für die Membran haben sich Harze des Fluorkohlenstofftyps
im Hinblick auf die Widerstandsfähigkeit gegenüber Chlor
als ausgezeichnet erwiesen. Die Matrix kann zur Verbesserung
ihrer Festigkeit mit einem Gewebe oder Netz verstärkt sein.
Die Stromdichte, die bei dem erfindungsgemäßen Verfahren angewendet
wird, kann innerhalb eines breiten Bereiches von 1 bis
70 A/dm² gewählt werden.
Die vorteilhaften Wirkungen des erfindungsgemäßen Verfahrens
kommen dann besonders merklich zur Auswirkung, wenn das erfindungsgemäße
Verfahren bei einer hohen Stromdichte von nicht
weniger als 20 A/dm² durchgeführt wird.
Die Konzentration des Alkalimetallchlorids in der Beschickungslösung,
die in den Anodenraum eingeführt wird, kann innerhalb
eines weiten Bereiches von 100 g/l bis 300 g/l variiert werden.
Eine niedrigere Konzentration führt zu einer Erhöhung der
Spannung oder einer Verschlechterung der Stromausnutzung, sowie
zu einer Erhöhung des Sauerstoffgehalts des Chlorgases. Eine
höhere Konzentration führt zu einer Erhöhung des Alkalichlorids
in dem im Kathodenraum gebildeten Alkalihydroxid und einer
Verschlechterung der Ausnutzungsrate des Alkalichlorids. Der
bevorzugte Bereich beträgt daher 140 g/l bis 200 g/l.
Der pH-Wert des Anolyten kann innerhalb eines weiten Bereiches
von 1 bis 5 variiert werden.
Die Konzentration des Alkalihydroxids in dem Katholyten kann
innerhalb eines weiten Bereiches von 15 bis 45 Gew.-%
eingestellt werden.
Die Konstruktion der für die Zwecke der Erfindung verwendbaren
Elektrolysezellen wird nachstehend ausführlicher unter Bezugnahme
auf die beigefügten Zeichnungen beschrieben.
In Fig. 1 ist eine typische Elektrolysezelle dargestellt, die
erfindungsgemäß verwendet werden kann.
In einer Kationenaustauschermembran 1 ist eine den Kathodenvorgang
katalysierende Substanz, wie beispielsweise Platinschwarz 13, eingebettet.
Der Rahmen 2 für den Anodenraum besteht beispielsweise aus
Titan und ist mit einem Beschickungsrohr 4 und einem Entnahmerohr
5 für den Anolyten ausgestattet. Der Rahmen für den
Kathodenraum 3 besteht beispielsweise aus Stahl und ist mit
einem Zuführungsrohr 6 und einem Entnahmerohr 7 für den
Katholyten versehen. Eine Anode 8, die durch Überziehen einer
Titan-Streckmetallplatte mit einer anodisch aktiven Substanz gebildet
ist, ist an den Rahmen 2 des Anodenraums mit Hilfe der Rippen 9
angeschweißt. Eine poröse Trägerplatte 10 aus Stahl ist mit
Hilfe der Rippen 11 an den Rahmen 3 des Kathodenraums
angeschweißt. Mit 12 ist ein Stromkollektor bezeichnet, der
beispielsweise eine elastische Auflageschicht darstellt, die aus
einem Maschendrahtgewebe (Demister) besteht.
Die Fig. 2 und 3 zeigen - unter Nichtberücksichtigung der pulverförmigen Substanzschicht - den räumlichen Zusammenhang zwischen
der Anode 3, der Kationenaustauschermembran 1, der elastischen
bzw. federnden Auflageschicht 12 und der porösen Trägerplatte
10 vor und nach dem Anlegen von Druck an diese Konstruktion,
wobei Fig. 2 den Zusammenhang vor Anlegen des Drucks und Fig. 3
den Zusammenhang nach Anlegen des Drucks darstellt.
Durch die Anwendung von Druck wird die federnde Auflageschicht
12 zusammengepreßt, die Kationenaustauschermembran gegen die
Anode gepreßt und die Kationenaustauschermembran in innigen
Kontakt mit der federnden Auflageschicht gebracht.
Da die Kathode in Form einer elastischen Auflageschicht, wie
eines Maschendrahtgewebes, vorliegt, kann sie in innigen
Kontakt mit der Kationenaustauschermembran auf der gesamten
Oberfläche kommen. Die Anode ist jedoch eine poröse Platte,
wie eine Streckmetallplatte. Die Anode wird daher nicht auf
der gesamten Oberfläche in innigen Kontakt mit der Kationenaustauchermembran
gebracht, sondern ist in enger Nachbarschaft
mit der Kationenaustauschermembran angeordnet und
wird angewendet, um die Membran in ihrer Lage zu halten.
Eine in Beispiel 6 der GB-PS 14 97 748 beschriebene
Kationenaustauschermembran wurde eine Stunde lang in einer 0,1 n
wäßrigen Natriumhydroxidlösung gekocht. Dann wurde Platinschwarz
in einer Menge von 0,5 g/dm² der Membranoberfläche
auf eine Seite der Membran aufgestrichen, zwei Silikonkautschuk-
Platten bzw. Folien wurden fest auf die gegenüberliegenden
Seiten der Membran aufgelegt und zwei Netze aus rostfreiem
Stahl wurden auf die Außenseiten der Kautschukplatten aufgelegt.
Die gebildete Verbundstruktur wurde in einer geheizten
Presse 5 Minuten lang unter 11,77 × 10⁵ Pa bei
180° C gepreßt.
Mit Hilfe der so hergestellten Kationenaustauschermembran wurde
die in Fig. 1 dargestellte Elektrolysezelle aufgebaut. Die
Zelle hatte eine für den Stromdurchtritt zur Verfügung stehende
Fläche von 10 cm × 10 cm.
Zur Herstellung des Kathodenstromkollektors für die Zelle wurden
drei Drahtgewebe aus einem Draht (Durchmesser 0,3 mm),
der aus Chrom-Nickel-Edelstahl entsprechend JIS G 4305 unter SUS-304 gezogen worden war,
auf eine poröse Trägerplatte geschweißt, die kreisförmige Bohrlöcher
(Durchmesser 3 mm) in einer Eisenplatte (1,5 mm dick) bei
einem Öffnungsverhältnis von 60% aufwies. Die für die Zelle
zu verwendende Anode wurde erhalten, indem eine aus einer
1,5 mm dicken Titanplatte hergestellt Streckmetallplatte
mit Rutheniumoxid beschichtet wurde. Die Elektrolysezelle
wurde zur Durchführung der Elektrolyse bei einer Stromdichte
von 30 A/dm² bei 90° C mit einer Natriumchloridlösung einer
Konzentration von 3 n und einer Wasserstoffionenkonzentration
entsprechend pH 2, die dem Anodenraum zugeführt
wurde, und einer 33%igen (Gew.-%) Natriumhydroxidlösung,
die dem Kathodenraum zugeführt wurde, betrieben.
Die Stromausnutzung betrug 93%, die Spannung 4,0 V und der
Sauerstoffgehalt des Chlorgases betrug 0,4 Vol.-%.
Sowohl Anode, als auch Kathode wurden in eine Kationenaustauschermembran
eingebettet und die Elektrolyse wurde
durchgeführt, während sowohl die Anode als auch die Kathode auf
ihren gesamten Oberflächen in innigem Kontakt mit der
Kationenaustauschermembran standen.
In gleicher Weise wie in Beispiel 1 wurde Platinschwarz auf
eine Seite der gleichen Kationenaustauschermembran, wie sie
in Beispiel 1 verwendet wurde, in einer Menge von 0,5 g/dm²
der Membranoberfläche aufgestrichen und Rutheniumoxidpulver
wurde auf die andere Seite der Membran in einer Menge von
0,4 g/dm² der Membran aufgetragen, um die Einbettung der
Elektroden zu bewirken.
Eine Elektrolysezelle gleicher Konstruktion wie die in
Beispiel 1 verwendete wurde ausgebildet, indem die wie vorstehend
beschriebene Membran verwendet wurde. In diesem Fall wurde ein
aus Platindraht (Durchmesser 0,2 mm) erzeugtes Metallnetz
zwischen die Kationenaustauschermembran und eine mit Rutheniumoxid
überzogene Titan-Streckplatte eingefügt und als Anodenstromkollektor
verwendet.
Die Zelle wurde unter den gleichen Bedingungen wie in
Beispiel 1 betrieben, um die Elektrolyse durchzuführen. Dabei
betrug die Stromausnutzung 90%, die Spannung 4,2 Volt und
der Sauerstoffgehalt des Chlorgases 4,0 Vol.-%.
Die Elektrolyse wurde unter Verwendung einer Anode und einer
Kathode durchgeführt, die nicht in innigem Kontakt mit einer
Kationenaustauschermembran standen.
Es wurde die gleiche Kationenaustauschermembran wie in Beispiel 1
in einer Form verwendet, in der weder Platinschwarz noch
Rutheniumoxidpulver eingebettet waren, um die Elektrolysezelle
in gleicher Konstruktion wie in Beispiel 1 aufzubauen. In
diesem Fall wurde in einem Abstand von 2 mm von der
Kationenaustauschermembran ein Drahtmaschengewebe angeordnet und als
Anode verwendet.
Beim Betrieb der Zelle unter den gleichen Bedingungen wie in
Beispiel 1 zur Durchführung der Elektrolyse betrug die
Stromausnutzung 93%, die Spannung 4,15 Volt und der Sauerstoffgehalt
des Chlorgases 0,4 Vol.-%.
In gleicher Weise wie in Beispiel 1 wurde Platinschwarz zur
Einbettung in die Oberfläche einer Kationenaustauschermembran
auf Basis von Poly(perfluoralkylen)-sulfonsäure (Handelsbezeichnung "Nafion 315")
aufgestrichen, welche ein Äquivalentgewicht von 1500 hatte.
Unter Verwendung der vorstehend beschriebenen Kationenaustauschermembran
wurde eine Elektrolysezelle mit gleicher
Konstruktion wie in Beispiel 1 ausgebildet. In diesem Fall
wurde für die Zelle ein Kathodenstromkollektor verwendet,
der durch Aufschweißen einer Federstruktur aus rostfreiem Stahldraht
(Durchmesser 0,8 mm) auf eine poröse Trägerplatte erhalten
wurde, die aus einer aus einer Eisenplate (1,5 mm Dicke)
hergestellten Streckmetallplatte bestand.
Diese Elektrolysezelle wurde bei der Elektrolyse mit einer
Stromdichte von 40 A/dm² bei 90° C unter Verwendung einer
in den Kathodenraum eingeleiteten 17gew.-%igen wässerigen
Natriumhydroxidlösung und von Natriumchloridlösung einer
Natriumchloridkonzentration von 3 n mit einer Wasserstoffionenkonzentration
entsprechend pH 2 als Beschickung für den
Anodenraum betrieben. Dabei betrug die Stromausnutzung 82%,
die Spannung 3,70 Volt und der Sauerstoffgehalt des
Chlorgases 0,5 Vol.-%.
In gleicher Weise wie in Vergleichsbeispiel 1 wurde
Platinschwarz auf die Oberfläche mit einem Äquivalentgewicht von
1500 der gleichen Kationenaustauschermembran wie in Beispiel 2
aufgetragen und Rutheniumoxidpulver wurde auf die Oberfläche
der gleichen Membran mit einem Äquivalentgewicht von 1100
aufgetragen.
Eine Elektrolysezelle der gleichen Konstruktion wie in
Vergleichsbeispiel 1 wurde mit Hilfe der wie vorstehend hergestellten
Kationenaustauschermembran ausgebildet. Der Kathodenstromkollektor,
der in der Zelle verwendet wurde, war der gleiche
wie in Beispiel 2.
Die Elektrolysezelle wurde unter den gleichen Bedingungen wie
in Beispiel 2 zur Durchführung der Elektrolyse betrieben.
Dabei betrug die Stromausnutzung 78%, die Spannung 3,85 Volt
und der Sauerstoffgehalt des Chlorgases 8 Vol.-%.
Tetrafluoräthylen und Perfluor-3,6-dioxy-4-methyl-7-octensulfonylfluorid
wurden in 1, 1, 2-Trichlor-1, 2, 2-trifluoräthylen
in Gegenwart von Perfluorpropionylperoxid als Polymerisationsinitiator
copolymerisiert, wobei die Polymerisationstemperatur
bei 45° C gehalten wurde. Auf diese Weise wurde ein Copolymeres
mit einem Äquivalentgewicht (Gewicht der Menge des trockenen
Harzes, das 1 Äquivalent der Ionenaustauschergruppe enthält)
von 1350 (Polymeres 1) und ein Copolymeres mit einem Äquivalentgewicht
von 1090 (Polymeres 2) erhalten wurden. Das
Äquivalentgewicht jedes Polymeren wurde durch Waschen des
Polymeren mit Wasser, Verseifen des gewaschenen Polymeren und
Titration des verseiften Polymeren bestimmt. Diese beiden
Polymeren wurden thermisch zu einem Zweischichtlaminat
verschweißt, welches eine 35 µm dicke Schicht des Polymeren 1
und eine 100 µm dicke Schicht des Polymeren 2 aufwies. Dann
wurde ein gewebter Stoff aus Polytetrafluoräthylen (Handelsbezeichnung Teflon®) auf der Seite des
Polymeren 2 mit Hilfe der Vakuumlaminationsmethode in das
Laminat eingebettet. Dieses Laminat wurde verseift, wobei
eine Kationenaustauschermembran in der Sulfonsäureform
gebildet wurde. Nur die Seite des Polymeren 1 dieser Membran
wurde in die Sulfonylchloridform übergeführt und dann durch
Reduktionsbehandlung in die Carbonsäureform umgewandelt
(Seite A). Die Carbonsäuregruppen wurden ferner in
Carbonsäureestergruppen übergeführt.
Ein Gemisch aus Platinschwarz (3 g/dm²) mit Polytetrafluoräthylen-Pulver
(23 Gew.-%) wurde in einer erhitzten Presse bei 360° C und
176 × 10⁵ Pa vorgepreßt. Dann wurde das gepreßte
Gemisch auf die Seite A der Kationenaustauschermembran während
8 Minuten bei 310° C und unter einem Druck von 39 × 10⁵ Pa
8 Minuten unter Bildung einer Kathode aufgepreßt.
Unter Verwendung der so hergestellten Kationenaustauschermembran
wurde eine Elektrolysezelle mit dem gleichen Aufbau wie
in Beispiel 1 gebildet. Der in dieser Zelle verwendete Kathoden-
Stromkollektor wurde hergestellt, indem 6 gestreckte Platten
erhalten aus "SUS 304"-Platten (einer Dicke von 0,1 bzw. 0,2 mm),
fest mit einer perforierten Platte mit kreisförmigen Bohrungen
(Durchmesser 3 mm) verbunden wurden, die durch Bohren einer
Platte aus "SUS 304" (Dicke 3 mm) mit einer Öffnungsrate von
60% erhalten wurde. Die in dieser Zelle verwendete Anode
war die gleiche wie in Beispiel 1.
Die Elektrolysezelle wurde zur Durchführung der Elektrolyse
bei einer Stromdichte von 40 A/dm² bei 90° C mit
Kochsalzlösung einer Natriumchloridkonzentration von 3n bei einer
Wasserstoffionenkonzentration entsprechend pH 2 betrieben,
wobei die vorstehend genannte Natriumchloridlösung in den
Anodenraum eingeführt wurde und eine 21gew.-%ige wässerige
Natriumhydroxidlösung in den Kathodenraum eingeführt wurde.
Die Stromausbeute betrug 96%, die Spannung 3,65 V und der
Sauerstoffgehalt des Chlorgases 0,3 Vol.-%.
In die gleiche Kationenaustauschermembran wie in Beispiel 3
wurde auf der Seite des Polymeren 2 pulverförmiges Rutheniumoxid
(0,4 g/dm²) in gleicher Weise zur Herstellung der Anode
eingebettet, wobei gleichzeitig die den
Kathodenvorgang katalysierende Substanz auf der
anderen Seite der Membran eingebettet wurde.
Die Membran wurde dann der gleichen Nachbehandlung wie in
Beispiel 3 unterworfen. Unter Verwendung der so hergestellten
Kationenaustauschermembran wurde die Elektrolyse unter den
gleichen Bedingungen wie in Beispiel 3 durchgeführt. Der in
der Elektrolysezelle angewendete Anodenstromkollektor war
der gleiche wie in Vergleichsbeispiel 1.
Bei dieser Elektrolyse betrug die Stromausnutzung 92%,
die Spannung 3,9 V und der Sauerstoffgehalt des Chlorgases
3 Vol.-%.
In gleicher Weise wie in Beispiel 3 wurde ein Gemisch aus
Platinschwarz und Polytetrafluoräthylen-Pulver in die Oberfläche mit
einem Äquivalentgewicht von 1500 der vorgenannten Kationenaustauschermembran
mit der Handelsbezeichnung "Nafion 315" eingebettet. Eine Elektrolysezelle
mit gleicher Konstruktion wie in Beispiel 3 wurde unter
Verwendung der so hergestellten Kationenaustauschermembran
aufgebaut. Wenn diese Elektrolysezelle zur Durchführung der
Elektrolyse unter den gleichen Bedingungen wie in Beispiel 2
betrieben wurde, betrug die Stromausnutzung 82%, die Spannung
3,65 V und der Sauerstoffgehalt des Chlorgases 0,5 Vol.-%.
Zu Vergleichszwecken wurde Rutheniumoxid-Pulver in die
Oberfläche der Kationenaustauschermembran mit einem Äquivalentgewicht
von 1100 mit Hilfe der gleichen Methode eingebettet,
gleichzeitig wurde die kathodische Substanz auf der anderen
Seite der Membran eingebettet, um eine Anode auszubilden.
Der Anodenstromkollektor, der in der Zelle angewendet wurde,
war der gleiche wie in Vergleichsbeispiel 1. Unter Verwendung
der so hergestellten Kationenaustauschermembran wurde die
Elektrolyse unter den gleichen Bedingungen wie vorstehend
in diesem Beispiel beschrieben, durchgeführt. Bei dieser
Elektrolyse betrug die Stromausnutzung 78%, die Spannung
3,8 V und der Sauerstoffgehalt des Chlorgases 8 Vol.-%.
Die Kationenaustauschermembran vom vorgenannten Typ "Nafion 315" wurde
mit einer 5n wässerigen Chlorwasserstoffsäurelösung behandelt,
um die Austauschergruppen in Sulfonsäuregruppen überzuführen
und wurde dann in gereinigtem Wasser 1 Stunde lang gekocht.
Danach wurde in die Seite der Membran mit einem Äquivalentgewicht
von 1500 eine 3%ige wässerige Lösung von Chloroplatinsäure
einverleibt. Eine 10%ige wässerige Lösung von
Natriumhydrogenborat wurde in die Seite der Membran mit
einem Äquivalentgewicht von 1100 einverleibt. Die Membran
wurde 5 Stunden bei 70°C stehengelassen, so daß die Reduktion
zu Platinschwarz stattfinden konnte, welches als Kathode
auf der Seite der Kationenaustauschermembran mit einem
Äquivalentgewicht von 1500 verwendet wurde. Eine Elektrolysezelle
der gleichen Konstruktion wie in Beispiel 3 wurde unter
Verwendung der so erhaltenen Kationenaustauschermembran
ausgebildet. Die Elektrolysezelle wurde unter den gleichen
Bedingungen wie in Beispiel 2 zur Durchführung der Elektrolyse
betrieben. Dabei betrug die Stromausnutzung 81%, die Spannung
3,7 V und der Sauerstoffgehalt des Chlorgases 0,6 Vol.-%.
Claims (3)
1. Elektrolysezelle für die Elektrolyse einer wässerigen
Alkalimetallchloridlösung mit einem Anodenraum und einem
Kathodenraum, einer durch eine Kationenaustauschermembran
gebildeten Trennwand, einer Kathode, die auf der gesamten
Oberfläche einer Seite in innigem Kontakt mit der Trennwand
gehalten wird, und einer der Kathode gegenüber auf der
anderen Seite der Trennwand angeordneten Anode mit poröser
Struktur, die in naher Nachbarschaft zu der Kationenaustauschermembran
gehalten wird, jedoch nicht in diese
eingebettet ist, dadurch gekennzeichnet,
daß die Kathode in Form einer pulverförmigen, den
Kathodenvorgang katalysierenden Substanz gleichförmig und
dicht in die Oberfläche auf der Kathodenseite der
Kationenaustauschermembran eingebettet ist.
2. Elektrolysezelle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Kationenaustauschermembran
aus einem Fluorkohlenstoffpolymeren besteht und
Carboxylgruppen auf einer Seite und Sulfonsäuregruppen auf
der anderen Seite trägt, wobei die Kathode in innigem
Kontakt mit der Oberfläche der Seite der Membran gehalten
wird, welche die Carboxylgruppen trägt.
3. Verwendung einer Elektrolysezelle nach Anspruch 1 oder
2 zur Chloralkalielektrolyse.
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