DE3015366C2 - Verlitzmaschine mit halbautomatischer Spulenwechselvorrichtung - Google Patents
Verlitzmaschine mit halbautomatischer SpulenwechselvorrichtungInfo
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- D07B7/16—Auxiliary apparatus
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Description
Die Erfindung betrifft eine Verlitzmaschine gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Die Verseilung mit Hilfe von Verlitzmaschinen ist ein spezielles Gebiet der Kabel- und Leitungsherstellung,
die sich durch eine hohe Produktivität auszeichnet. Bei diesen Maschinen wird der Kabelstrang (die Fertigware)
zwischen den Rotoren der Maschine, auf eine Spule oder Trommel gewickelt, die in einer sogenannten Jochkonstruktion
angeordnet ist. Nachdem diese Maschinen hauptsächlich zur Verseilung von unisolierten, kupfernen
Drahtfasern verwendet werden, ist die Fertigwarenspule äußerst schwer. Üblicherweise wird die Fertigwarenspule
von Hand oder mit Hilfe einer Spulenaushcbevorrichtung aus der Maschine herausgehoben.
Herkömmliche Spulenaushebevorrichtungen bestehen aus einem Auslegerdrehkran, mit welchem die volle
Spule aus der Jochkonstruktion herausgehoben werden muß. In der Jochkonstruktion ist wegen der eingebauten
Konstruktionsteile (Abzugs- und Aufspulorgane) die Bewegungsmöglichkeit beschränkt, so daß sowohl an
der Verlitzmaschine als auch am auf der Spule befindlichen Kabelstrang leicht ein Schaden entstehen kann.
Der Spulenwechsel ist zugleich auch sehr zeitaufwendig, weil die Spule vor dem Ausheben mit dem H=beseil
der Hebevorrichtung verbunden und nach dem Ausheben diese Verbindung wieder gelöst werden muß und
außerdem besteht dabei eine ständige Unfallgefahr. Die herkömmliche Spulenaushebevorrichtung erhöht zudem
den Grundflächenbedarf der Maschinenstraße.
Aus der GB-PS 11 38 783 ist eine Verlitzmaschine bekannt,
deren konstruktiver Aufbau einen einfachen Spulenwechsel ermöglicht. Eine solche Verlitzmaschine
weist neben dem Nachteil einmaliger Verseilung, die Nachteile erhöhte Unfallgefahr und hohe Geräuschentwicklung
auf.
Aus der ungarischen Patentschrift 1 73 580 (bzw. der hierzu korrespondierenden deutschen Patentanmeldung
P 28 46 016) ist eine Spulenwechselvorrichtung für Fertigwarenspulen bekannt, welche unter der Jochkonstruktion
auf dem Tragrahmen der Gerüstkonstruktion angeordnet ist Bei dieser Spulenwechselvorrichtung
kann die Auswechselung der Fertigwarenspule in einfacher Weise vor sich gehen, aber für Spulen beliebigen
Gewichtes ist diese Vorrichtung nicht geeignet. Für die Arme und die Gelenke der »Nürnberger Schere« dieser
Vorrichtung ergeben sich bei einer vollen Spule mit eirem Randdurchmesser über 630 mm schon so große
geometrische Abmessungen, daß eine solche »Nürnber-
JO ger Schere« in die Verlitzmaschine nicht mehr eingebaut
werden kann. Der Antrieb der Spulenhebevorrichtung (Nürnberger Schere) ist in dem unter den Gerüsten
befindlichen Raum des Grundrahmens eingebaut und die Spulenhebevorrichtung weist einen elektromechanisehen
Antrieb auf.
Darüber hinaus ist diese Wechselvorrichtung für Fertigwarenspulen nur zum Einheben bzw. zum Absenken
der Aufnahmespule in die Jochkonstruktion geeignet. Die zum Ausrollen aus der Verlitzmaschine notwendige
Verdrehung um 90° bzw. das Ausrollen selbst muß manuell durchgeführt werden, wodurch sich die Maschinenbedienungszeit
und die Unfallgefahr erhöhen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Verlitzmaschine mit einer halbautomatischen Spulenwech-Seivorrichtung
anzugeben, die bei einem beliebigen Fertigwarengewicht den Spulenwechsel unter der möglichst
kürzestens Maschinenbedienungszeit unfallsfrei ermöglicht und den Grundflächenbedarf nicht erhöht.
Grundlage der Erfindung ist die Erkenntnis, daß der Spulenwechsel bei einem beliebigen Spulengewicht ohne äußere Spulenabhebevorrichtung durchgeführt werden kann, wenn in dem Raum zwischen der Konstruktionseinheit »Grundrahmen-Gerüste« und der Jochkonstruktion statt einer mit Gelenkmechanismus versehenen Hebevorrichtung eine solche Spulenwechselvorrichtung angeordnet wird, deren geometrische Abmessungen mit der wachsenden Belastung nur in unbedeutendem Maße erhöht werden müssen.
Grundlage der Erfindung ist die Erkenntnis, daß der Spulenwechsel bei einem beliebigen Spulengewicht ohne äußere Spulenabhebevorrichtung durchgeführt werden kann, wenn in dem Raum zwischen der Konstruktionseinheit »Grundrahmen-Gerüste« und der Jochkonstruktion statt einer mit Gelenkmechanismus versehenen Hebevorrichtung eine solche Spulenwechselvorrichtung angeordnet wird, deren geometrische Abmessungen mit der wachsenden Belastung nur in unbedeutendem Maße erhöht werden müssen.
Die gestellte Aufgabe wird durch die im Patentanspruch 1 angegebenen Merkmale gelöst.
Die Vorteile der erfindungsgemäßen Verlitzmaschine ergeben sich vor allem dadurch, daß der Wechsel der
vollen Spule, außer dem Einrollen und der Fixierung der Spule in der Jochkonstruktion, bei Verlitzmaschinen bcliebiger
Größenordnung automatisch erfolgt. Die erfindungsgemäße Spulenwechselvorrichtung erhöht nicht
den Grundflächenbedarf der Verlitzmaschine. So kann mit einem relativ geringen Herstellungskostenaufwand
die Maschinenbedienungszeit verringert werden und die Arbeiter werden von einer schweren körperlichen
Arbeit befreit.
Die Erfindung wird ausführlicher anhana der Zeichnung
erläutert, in der eine vorteilhafte Ausführungsform dargestellt ist. In der Zeichnung zeigt
F i g. 1 eine Vorderansicht der Verlitzmaschine mit eingebauter Spulenwechselvorrichtung;
F i g. 2 eine Draufsicht der Verlitzmaschine mit eingebauter
Spulenwechselvorrichtung;
F i g. 3 einen Schnitt nach der Linie A-A der F i g. 2;
F i g. 4 eine Draufsicht der Wendeplatte der Spulenwechselvorrichtung.
Wie aus F i g. 1 hervorgeht, sind auf einem Grundrahmen 1 der Verlitzmaschine Gerüste 2 und 3 befestigt In
den Gerüsten 2 und 3 ist eine Jochkonstruktion 4 gelagert und innerhalb dieser Jochkonstruktion 4 ist eine
Spule 5 angeordnet. Unterhalb der Jochkonstruktion 4 sind auf dem Grundrahmen 1 zwei Wendezi.pfen 6 gelagert.
Oberhalb der Wendezapfen 6 ist auf einem Heberahmen 7 eine Wendeplatte 8 befestigt, die aus einem feststehenden
und einem (nicht dargestellten) beweglichen Teil besteht. Die leichte Verdrehbarkeit der Wendeplat-Ic
8 wird durch eine zwischen die beiden Teile eingebaute Lagerung, und zwar vorteilhafterweise durch eine
Lagerung aus einer Kugelreihe gesichert.
Am unteren, feststehenden Teil der Wendeplatte 8 ist eine mit zwei Nuten versehene Wendehülse 9 angebracht,
die beim Absenken des Heberahmens 7 mit den Wendezapfen 6 im Eingriff steht.
Auf der Oberfläche des beweglichen Teiles der Wendeplatte 8 ist, wie es in F i g. 4 gezeigt ist ein Anschlag 10
angeordnet und dem gegenüber sind, in symmetrischer Anordnung, Federstifte 11 und 12 angeordnet, welche so
bemessen sind, daß sie nur durch das Gewicht der vollen Spule 5 heruntergedrückt werden. So ist die fixierte
Lage der leeren Spule 5 auch in der schrägen Stellung der Wendeplatte 8 gewährleistet. Weiterhin befinden
sich hier Führungsleisten 13 und 14, die zur Führung der Spule 5 während des Einrollens sowie zur Fixierung der
Spule in einer geeigneten Lage im Vergleich zur Jochkonstruktion 4 dienen, bzw. auf diesen Führungsleisten
13 und 14 sind verschiebbare Gummiböcke befestigt, welche so ausgebildet sind, daß sie sich beim Zurückkippen
der Jochkonstruktion 4, zusammen mit deren Rand, in Querrichtung verschieben können.
Der Heberahnien 7 ist vorteühafterweise eine aus
Profileisen zusammengeschweißte Konstruktion, deren Bewegung in senkrechter Ebene durch die Führung der
auf ihr befestigten Leitrollen 17,18,19 bzw. 20,21,22 in
den auf den inneren Stirnflächen der Gerüste 2 und 3 ausgebildeten Schienen 23 und 24 gewährleistet ist. Die
einspannfreie Beweglichkeit des Heberahmens 7 in senkrechter Ebene wird durch eine entsprechende Anzahl
und Anordnung der Leitrollen gesichert. Die Anzahl der Leitrollen beträgt auf einer Seite mindestens
drei, d. h. auf den beiden Seiten sind gleichzeitig insgesamt mindestens sechs Leitrollen notwendig.
Das Ani.eben bzw. Absenken des Heberahmens 7 erfolgt
mit Hilfe eines in den Grundrahmen 1 eingebauten Hydraulikzylinders 25, welcher zusammen mit dem hydraulischen
Steuerorgan in dem Raum unterhalb der Gerüste 2 und 3 angeordnet ist. Die durch den Hydraulikzylinder
25 ausgeübte Kraft wird durch ein an das Ende der Kolbenstange befestigtes Drahtseil 26 mit Hilfe
von auf den Grundrahmen 1 bzw. an die innere Stirnfläche der Gerüste 2 und 3 befestigten Umlenkrollen 27,
28,29,30 und 31 auf die beiden Enden des Heberahmens
7 übertragen.
Arn unteren Teil der Bedienungsseite der Veriitzmaschine ist eine (elektrisch verriegelte) Tür 32 angeordnet,
deren Sleuerorgan mit dem Hauptsteuerorgan der Verlitzmaschine in Verbindung steht. Auf dem Grundrahmen
1, zwischen der Tür 32 und der Wendeplatte 8 ist eine zum Ein- und Ausrollen der Spule 5 geeignete
Rollbahn 33 angeordnet.
ίο Bei weiteren (in der Zeichnung nicht dargestellten)
Ausführungsbeispielen kann der Heberahmen 7 auf pneumatischem oder auch auf elektromechanischen!
Wege bewegt werden.
Die Arbeitsweise der Verlitzmaschine wird in zwei Arbeitsphasen erläutert:
I: in der Phase des Einhebens der leeren Spule;
II: in der Phase des Aushebens der vollen Spule,
II: in der Phase des Aushebens der vollen Spule,
Zu I: In der Phase des Einhebens der leeren Spule wird — vorteühafterweise mit Hilfe eines Fühlers am
Rotorkopf und einer elektrischen Steuerung — beim Stillstand der Verlitzmaschine und bei der waagerechten
Lage des Verseilrahmens die elektrisch verriegelte Tür 32 geöffnet und die Rollbahn 33 wird heruntergekippt.
Das Einrollen der Spule 5 auf die Wendeplatte 8 wird von Hand durchgeführt. Die Spule 5 bleibt auf der
Wendeplatte 8 im Verhältnis zur Jochkonstruktion 4 in einer orientierten Lage, die durch die Federstifte 11 und
12 bzw. die Führungsleisten 13 und 14 gewährleistet wird.
Nach dem Schließen der Tür 32 bewegt sich der Heberahmen 7 aus seiner unteren Ausgangslage in Richtung
der Jochkonstruktion 4, in senkrechter Ebene, während die Wendeplatte 8 in die waagerechte Ebene zurückkippt,
dann verdreht sie sich automatisch um 90° mit Hilfe der Wendezapfen 6 und der Wendehülse 9.
Der Heberahmen 7 wird mit Hilfe der durch den Hydraulikzylinder 25 ausgeübten Kraft bewegt, die mit
Hilfe der Umlenkrollen 27, 28, 29, 30 und 31 durch das Drahtseil 26 auf die beiden Enden des Heberahmens 7
übertragen wird. So übt die Hebekraft ihre Wirkung in die Heberichtung aus, was bekannterweise am günstigsten
ist. Die Kolbenbewegung k<inn somit beliebig, in sehr weiten Grenzen geregelt werden.
Am Ende des Einhebens der Spule 5 in die Jochkonstruktion 4 wird diese notwendigenfalls durch die auf
der Wendeplatte 8 befindlichen Gummiböcke in die waagerechte Ebene gekippt. Die Spule 5 kann aber in
dieser Lage in der Jochkonstruktion 4 festgehalten werden, und die Gummiböcke mildern den Aufprall beim
Kippvorgang. Die Einspannvorrichtung der Spule 5 kann durch die manuelle Bewegung der konischen Einspannspitzen
in axialer Richtung bewegt werden. Der Heberahmen 7 bewegt sich nach unten, bis er wieder die
untere Ausgangslage erreicht.
Die Verlitzmaschine kann nur in Betrieb ge-setzt werden,
wenn die Tür 32 in geschlossenem Zustand und der Heberahmen 7 in seiner unteren Ausgangslage ist. Diese
Positionen werden durch Endschalter kontrolliert.
Zu II: Die Arbeitsweise der Verlitzmaschine in der Phase des Aushebens der vollen Spule ist wie folgt:
Nach der Füllung der Spule 5 und dem Abstellen der Verluzmaschine (durch die elektrische Steuerung der
Maschine wird nämlich die Betätigung der Spulenwechselvorrichtung bei einer sich drehenden Maschine verhindert)
bewegt sich der Heberahmen 7 zusammen mit der Wendeplatte 8 gemäß dem Vorgang während des
Einhebens der leeren Spule 5 bis zur unteren Ebene der Jochkonstruktion 4 (bis er daran aufliegt). Die die Spule
5 fixierende Verbindung muß von Hand gelöst werden, wodurch die Spule 5 auf die Wendeplatte 8 gelangt,
wonach der Heberahmen 7 in an sich schon bekannter 5
Weise in seine untere Ausgangslage zurückkehrt. Dann wird die Tür 32 geöffnet und die Rollbahn 33 heruntergeschwenkt.
Nachdem die Wendeplatte 8 zu dieser Zeit schon in Richtung des Ausrollens im Verhältnis zur horizontalen
Ebene um einen bestimmten Winkel schon 10 heruntergekippt ist, sowie infolge der zweckmäßigen
Bemessung der Federstifte' 11 und 12, rollt die volle Spule 5 aus der Maschine automatisch heraus.
Nach dem Spulenwechsel kann die Verlitzmaschine erst dann wieder in Betrieb gesetzt werden, wenn der 15
Heberahmen 7 in seiner unteren Ausgangslage und die Tür 32 in geschlossenem Zustand ist.
Hierzu 3 Blatt Zeichnungen
20
25
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35
40
45
50
55
Claims (2)
1. Verlitzmaschine, insbesondere zur Anwendung in der Kabelindustrie, mit einer geschlossenen Gerüstkonstruktion,
einer beiderseits gelagerten Jochkonstruktion zur Halterung der Abzugs- und Aufspulorgane
für eine Fertigwarenspule sowie einer unterhalb der Jochkonstruktion angeordneten und
einen Antrieb aufweisende Spulenwechselvorrichtung, die eine aus einem unteren feststehenden und
einem oberen verschwenkbaren Teil bestehende, in der Höhenrichtung verstellbare Wendeplatte aufweist
und zum Ein- und Ausrollen der Fertigwarenspule mit einer durch ein Steuerorgan gesteuerten
Tür und einer auf dem Grundrahmen befestigten und beim Öffnen der Tu' ausschwenkbaren Rollbahn
ausgerüstet ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Spulenwechselvorrichtung einen Heberahmen
(7) aufweist, der in an den inneren Stirnflächen der Gerüste (2, 3) befestigten Schienen (23,
24) mit Hilfe von wenigstens drei Leitrollen (17 bis 22) je Gerüst sowie von einem auf Umlenkrollen (27
bis 31) geführten Seil (26) mittels des Antriebs verstellbar wird, daß an dem Heberahmen (7) die Wendeplatte
(8) gelagert ist, deren oberer, verschwenkbarer Teil einen Anschlag (10) und diesem gegenüber
symmetrisch angeordnete, nur unter dem Gewicht der vollen Fertigwarenspule (5) hineindrückbare
Federstifte (11, 12) aufweist und senkrecht auf diese Federstifte zueinander parallele Führungsleisten
(13,14) angebracht sind, und daß auf dem oberen, verschwenkbaren Teil der Wendeplatte (8) eine
durch den unteren Teil hindurch nach unten weisende mit zwei schrägen Nuten versehene Wendehülse
(9) ausgebildet ist, die beim Absenken des Heberahmens (7) mit zwei unter dem Heberahmen (7) angeordneten
und auf dem Grundrahmen (1) befestigten Wendezapfen (6) in Eingriff kommt
2. Verlitzmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden schrägen Nuten der
Wendehülse (9) eine Winkelverdrehung der Wendehülse (9) bezüglich ihrer senkrechten Achse von 90°
herbeiführen.
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