DE3014693C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft einen Gesteinsbohrer mit Bohrkopf,
Schaft und rückseitigem Einsteckende, wobei der Schaft für
das Ableiten des Bohrkleins aus dem Bohrloch eine oder
mehrere zwischen Bohrkopf und Einsteckende wendelartig
verlaufende Abfuhrnuten mit parallel zur Bohrerachse ver
laufendem Nutengrund und im wesentlichen normal zur Bohrer
achse gerichteter bohrkopfnaher Flanke aufweist.
Bekannte Gesteinsbohrer, deren Schaft eine oder gegebenen
falls mehrere wendelförmig verlaufende Abfuhrnuten aufweist,
leiten beim Bohrvorgang das Bohrklein - analog einer Förder
schnecke - aus dem Bohrlochtiefsten nach außen. Weitgehend
problemlos geht dies bei horizontaler oder senkrecht nach
oben verlaufender Bohrrichtung vonstatten. Hingegen führt
der Abtransport des Bohrkleins beim Bohren senkrecht nach
unten vielfach zu Schwierigkeiten.
Das Ableiten von Bohrklein nach dem Prinzip der Förder
schnecke ist nur möglich, wenn zwischen dem in der Abfuhrnut
befindlichen Bohrklein und der Wandung des Bohrloches ein
größerer Reibungswiderstand als zwischen Bohrklein und der
Oberfläche der Abfuhrnut besteht. Um diese Reibungsverhält
nisse zu erreichen, ist die Oberfläche der Abfuhrnut in der
Regel glatt beschaffen. Nur unter dieser Voraussetzung kann
die Abfuhrnut das sich an der Wandung des Bohrloches abstüt
zende Bohrklein mit Hilfe der zur Bohrerachse geneigten,
sich drehenden Gänge aus dem Bohrlochtiefsten zum Auslauf
der Bohrung schieben.
Stimmen die besagten Reibungsverhältnisse nicht, d. h. ist der
Kontakt zwischen dem Bohrklein und der Wandung des Bohr
loches zu gering, bleibt das Bohrklein im Bereich der Abfuhr
nut liegen und wird lediglich im Bohrloch mit der Drehung
des Bohrers im Kreise bewegt. Ein Abtransport dieses Bohr
kleins kommt allenfalls dadurch zustande, daß vom Bohrkopf
her weiteres fortan abgetragenes Bohrklein in der Abfuhrnut
nachdrängt, das dabei stark verdichtet und langsam entlang
der Abfuhrnut in Richtung Auslauf des Bohrloches geschoben
wird. Hierbei handelt es sich also nicht um ein Ableiten
nach dem Prinzip der Förderschnecke. Diese Art der Bohrklein
bewegung führt zu den bekannten Erscheinungen des Verklemmens
des Bohrers im Bohrloch, was letztlich eine starke Verminde
rung des Bohrfortschrittes zur Folge hat.
Nebst der ausreichenden Querschnittsgröße der Abfuhrnut ist
zur Erzielung des Abtransports des Bohrkleins nach dem
vorteilhaften Prinzip der Förderschnecke von maßgeblicher
Bedeutung, daß der Nutengrund, wie bekannt, parallel zur
Bohrerachse verläuft. Bei ausreichend mit Bohrklein gefüllter
Abfuhrnut bewirkt der Nutengrund so ein rechtwinkeliges An
drücken des Bohrkleins gegen die Wandung des Bohrloches, so
daß das Bohrklein aufgrund des erwähnten größeren Reibungs
widerstandes gegenüber der Wandung des Bohrloches in ge
wünschter Weise abtransportiert wird.
Bei einem bekannten Bohrer weist die Abfuhrnut, im Längs
schnitt des Bohrers betrachtet, im wesentlichen die Form
einer rechteckigen Nische auf. Bei dieser Ausgestaltung
zeigt sich, daß die Abfuhrnut, je nach Bohrklein-Anfall -
sei es aufgrund unterschiedlicher Festigkeit des Bohrgutes
oder sich ändernder Schneidgüte des Bohrers - entweder zu
klein oder zu groß dimensioniert ist. Ist der Querschnitt
der Abfuhrnut in Relation zum Bohrklein-Anfall zu klein
dimensioniert, wie dies in der Regel bei im Durchmesser
kleinen Bohrern aus Festigkeitsgründen der Fall ist, so wird
die Abfuhrnut unweigerlich verstopft, und es kommt allen
falls zu einem Abtransport des Bohrkleins unter der bereits
geschilderten, mit Nachteilen behafteten Druckausübung. Ist
die Abfuhrnut hingegen zu groß dimensioniert, so füllt das
Bohrklein den Nutquerschnitt nicht auf und liegt so als lose
Schüttung in der Abfuhrnut. Da es also, wenn überhaupt, nur
zu einem unzureichenden Andrücken des Bohrkleins gegen die
Wandung des Bohrloches kommt, erfolgt dieserart auch nur
ein unbefriedigendes Ableiten des Bohrkleins aus dem Bohr
loch.
Bei einem weiteren aus der DE-OS 19 27 754 bekannten Bohrer der eingangs genannten Art ist
eine Abfuhrnut vorgesehen, die einen Bereich aufweist, wo der
Nutengrund parallel zur Bohrerachse verläuft. An diesen Bereich
mit parallel verlaufendem Nutengrund schließt sich ein weiterer
Abschnitt der Abfuhrnut an, dessen Tiefe stetig gegen das Ein
steckende abnimmt.
Bei dieser bekannten Bohrerausbildung wird bei hohem Bohrklein
anfall das Bohrklein gegen die Bohrlochwandung gedrückt, wobei
jedoch das Bohrklein aufgrund der Form des dem Einsteckende nahen
Nutenbereiches neben der auf die Bohrlochwandung gerichteten Kraft
komponente noch eine zum Bohrkopf gerichtete Kraftkomponente er
fährt. Diese zum Bohrkopf gerichtete Kraftkomponente wirkt sich
auf das Ableiten des Bohrkleins nachteilig aus.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Gesteinsbohrer
mit guter Ableitung des Bohrkleins und hoher Festigkeit auch bei
kleinen Durchmessergrößen zu schaffen.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß der Nuten
grund wenigstens über einen Teil der Nutenlänge in axiale Abschnit
te unterschiedlicher Tiefe unterteilt ist, wobei die Nuttiefe
abschnittweise stufenartig gegen das Einsteckende abnimmt und die
der Bohrlochwandung zugekehrten Flächen der Abschnitte parallel
zur Bohrerachse verlaufen.
Die Abfuhrnut mit gestuftem Nutengrund schließt entweder
direkt oder indirekt, unter Zwischenschaltung eines Nutab
schnittes mit ungestuftem Nutengrund, an den Bohrkopf an.
Der ungestufte Nutabschnitt sollte sich maximal über eine
dem fünffachen Durchmesser des Bohrers entsprechende axiale
Länge erstrecken. Unabhängig davon, ob ein ungestufter
Nutabschnitt vorhanden ist, erstreckt sich die gestufte
Abfuhrnut bis zum Beginn des rückwärtigen Einsteckendes.
Das vom Bohrkopf bzw. vom ungestuften Nutabschnitt in die ge
stufte Abfuhrnut gelangende Bohrklein sammelt sich zuerst in
dem dem Bohrkopf nächsten Abschnitt mit größter Tiefe und
wird diesen Abschnitt bei durchschnittlichem Bohrklein-
Anfall anfüllen, so daß der diesem Abschnitt zugeordnete
Nutengrund das hier befindliche Bohrklein gegen die Wandung
des Bohrloches drückt. Fällt mehr Bohrklein an, so füllt
sich auch der nächste Abschnitt mit etwas geringerer Tiefe
mit Bohrklein, das wiederum von dem parallel zur Bohrerachse
verlaufenden Nutengrund-Abschnitt gegen die Wandung des
Bohrloches gedrückt wird. Es läßt sich so also bei unter
schiedlichem Bohrklein-Anfall jeweils das für das vorteil
hafte Ableiten nach dem Prinzip der Förderschnecke erforder
liche Andrücken des Bohrkleins gegen die Wandung des Bohr
loches erzielen, so daß ein wirkungsvoller Abtransport
stattfindet.
Ein gutes Ableitvermögen des Bohrers, verbunden mit einfacher
Herstellbarkeit, wird erreicht, wenn der Nutengrund in zwei
Abschnitte mit unterschiedlicher Tiefe unterteilt ist. Diese
Ausbildung eignet sich vor allem dann, wenn der Bohrer für
ein bestimmtes Bohrgut mit wenig ändernder Materialfestig
keit vorgesehen ist. Hingegen ist es für Bohrer, die für
verschiedenstes Bohrgut eingesetzt werden, von Vorteil, den
Nutengrund in drei axiale Abschnitte unterschiedlicher Tiefe
zu unterteilen. Dadurch wird der Bohrer, dank der weitgehenden
Anpassung der Abtransportbedingungen an die vom Bohrkopf
geförderte Bohrkleinmenge, universell einsetzbar, ohne daß
die wirtschaftliche Fertigung des Bohrers in Frage gestellt
ist.
Im Hinblick auf maximales Ableitvermögen und hohe Festigkeit
des Bohrers auch bei kleinen Durchmessern wird eine optimale
Form der Abfuhrnut erreicht, wenn, nach einem weiteren
Vorschlag der Erfindung, deren größte Tiefe zu deren axial
gemessener Breite ein Verhältnis zwischen 1 : 2 und 1 : 10,
vorzugsweise 1 : 3 bis 1 : 5, aufweist.
Aus Festigkeitsgründen sind die Übergänge der Stufen zweck
mäßig durch Radien gebildet, wobei die Radien die Länge der
achsparallel verlaufenden Nutengrund-Abschnitte nicht nennens
wert kürzen dürfen. Lediglich der Übergang vom Abschnitt
mit kleinster Tiefe zur Mantelfläche des Schaftes kann mit
Vorteil durch eine konkave Krümmung mit größerem Radius
gebildet sein.
Die Erfindung soll nunmehr anhand einer sie beispielsweise
wiedergebenden Zeichnung näher erläutert werden. Es zeigt
Fig. 1 einen Gesteinsbohrer in gekürzter Ansicht,
Fig. 2 einen Längsschnitt durch den in Fig. 1 dar
gestellten Gesteinsbohrer, gemäß Schnittver
lauf II-II.
Der in Fig. 1 dargestellte Gesteinsbohrer besteht im wesent
lichen aus einem gesamthaft mit 1 bezeichneten Bohrkopf,
einem daran anschließenden, gesamthaft mit 2 bezeichneten
Schaft und einem diesen nach hinten verlängernden Einsteck
ende 3.
Der Bohrkopf 1 trägt eine Hartmetallschneide 4. In den
Bohrkopf 1 mündet eine gesamthaft mit 5 bezeichnete Abfuhr
nut, die entlang des Schaftes 2 wendelartig verläuft.
Wie der Fig. 2 zu entnehmen ist, beträgt die Breite B der
Abfuhrnut 5 in Längsschnittbetrachtung des Bohrers cirka das
3,5fache der größten Tiefe T. Die Abfuhrnut 5 ist in
axiale Abschnitte 6, 7, 8 mit in dieser Reihenfolge abneh
mender Tiefe unterteilt. Der jedem Abschnitt 6, 7, 8 zuge
ordnete Nutengrund 6′, 7′, 8′ verläuft parallel zur Bohrer
achse. Die bohrkopfnahe Flanke 9 der Abfuhrnut 5 ist normal
zur Bohrerachse gerichtet.
Die Stufung der Abschnitte 6, 7, 8 muß weder in axialer
noch in radialer Hinsicht gleichmäßig erfolgen. So kann es
insbesondere für Bohrer, die vorzugsweise zum Einsatz in
weichem Bohrgut vorgesehen sind, zweckmäßig sein, den
Abschnitt 6 gegenüber den anderen Abschnitten 7, 8 axial zu
verlängern, so daß durch den Abschnitt 6 ein relativ
großer Aufnahmeraum für das Bohrklein gegeben ist.
Claims (4)
1. Gesteinsbohrer mit Bohrkopf, Schaft und rückseitigem
Einsteckende, wobei der Schaft für das Ableiten des
Bohrkleins aus dem Bohrloch eine oder mehrere zwischen
Bohrkopf und Einsteckende wendelartig verlaufende
Abfuhrnuten mit parallel zur Bohrerachse verlaufendem
Nutengrund und im wesentlichen normal zur Bohrerachse
gerichteter bohrkopfnaher Flanke aufweist, dadurch
gekennzeichnet, daß der Nutengrund
(6′, 7′, 8′) wenigstens über einen Teil der Nutenlänge
in axiale Abschnitte (6, 7, 8) unterschiedlicher Tiefe
unterteilt ist, wobei die Nuttiefe abschnittsweise
stufenartig gegen das Einsteckende (3) abnimmt und die der
Bohrlochwandung zugekehrten Flächen der Abschnitte (6, 7, 8) parallel zur
Bohrerachse verlaufen.
2. Gesteinsbohrer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der Nutengrund in zwei axiale Abschnitte unterschied
licher Tiefe unterteilt ist.
3. Gesteinsbohrer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der Nutengrund (6′, 7′, 8′) in drei axiale Ab
schnitte (6, 7, 8) unterschiedlicher Tiefe unterteilt
ist.
4. Gesteinsbohrer nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die Abfuhrnut (5) ein Verhältnis von
größter Tiefe (T) zu axial gemessener Breite (B)
zwischen 1 : 2 und 1 : 10, vorzugsweise 1 : 3 bis 1 :
5, aufweist.
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